01 - Seite 9 bis Seite 81 (Kapitel 1 bis einsch. Kapitel 4)

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  • Jap, "Tulpenfieber". Den habe ich letztes Jahr im Kino gesehen und habe so direkt eine Szenerie im Kopf.

    Hah, genau wie bei mir. Hab ich auch gesehen. :five:

    Danke für den Filmtitel, da muss ich mal nach schauen. Das Thema ist ja wirklich interessant und es total verrückt in meinen Augen Tulpenzwiebeln so hoch zu bezahlen. Ich bin auch sehr gespannt wie es damit weitergeht

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Vor allem weil man nach dem Kaufakt nochmal nicht die Zwiebeln in der Hand hält, sondern nur ein Blatt, auf dem drauf steht, dass es irgendwo Zwiebeln gibt. Deren Wahrheitsgehalt lässt sich aber kaum überprüfen.

  • Vor allem weil man nach dem Kaufakt nochmal nicht die Zwiebeln in der Hand hält, sondern nur ein Blatt, auf dem drauf steht, dass es irgendwo Zwiebeln gibt. Deren Wahrheitsgehalt lässt sich aber kaum überprüfen.

    So geht es mir ganz allgemein auch mit der Vorstellung vom Aktienhandel. Da kauft man Schweinebäuche ohne je ein einziges Ferkel zu sehen. ;)

  • Nein, es ist keine Krankheit, eingeordnet wird es unter " seelische Behinderung". Ich finde das unschön, für mich sind diese Menschen inkl.meiner Tochter in keinster Weise behindert, sondern jeder für sich total besonders. Meine Tochter sagt z.B auch von sich selbst manchmal das sie eine Macke hat, die zu ihr gehört. Und Autisten sind meist hochintelligent mit einer besonderen Begabung. Meine kann extrem genial zeichnen, ein Freund von ihr kennt sämtliche Zugverbindungen in Deutschland. Autisten brauchen allerdings immer die gleiche Struktur um gut zurechtzukommen, ändert sich etwas können sie dieses schwer umsetzen.


    Ich lese jetzt aber erstmal den nächsten Abschnitt, ist für mich ein unfassbar bewegendes Buch natürlich


    Das ist eine wunderbare Erklärung, vielen Dank! Der Begriff "besonders" trifft dieses Erscheinungsbild auf einzigartige Weise, und nach all meinen Recherchen weiß ich definitiv, dass das Wort "Krankheit" sehr fehl am Platze ist. Mir missfällt sogar das Wort "Störung", ich finde es unangemessen.


    Es berührt mich sehr, dass der Roman dich bewegt!


    Für die anderen Teilneher: Das sog. Autismus-Spektrum umfasst viele Abstufungen und überlappt und verzahnt sich auch vielfach mit der sog. "Norm", man kann da selten klare Grenzen ziehen und längst nicht in allen Fällen sind pathologische Begrifflichkeiten anwendbar. Manche Menschen im Autismus Spektrum haben Förderbedarf, sind aber umgekehrt häufig mit besonderen Begabungen gesegnet, die sie zu großen wissenschaftlichen Erkenntnissen befähigen.




    Herzlich,

    Eva

  • War denn der Autismus als Behinderung/Störung bekannt zu Rembrandts Zeiten?

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  • War denn der Autismus als Behinderung/Störung bekannt zu Rembrandts Zeiten?

    Ich hab grad noch mal nachgelesen, das wurde erst um 1900 entdeckt, so steht es bei Wikipedia und auch in anderen Quellen


    Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler prägte den Begriff Autismus um 1911 im Rahmen seiner Forschungen zur Schizophrenie. Er bezog ihn ursprünglich zunächst nur auf diese Erkrankung und wollte damit eines ihrer Grundsymptome beschreiben – die Zurückgezogenheit in eine innere Gedankenwelt. Bleuler verstand unter Autismus „die Loslösung von der Wirklichkeit zusammen mit dem relativen oder absoluten Überwiegen des Binnenlebens.“ (Originalzitat)

  • Komme jetzt erst wieder zum Reinschauen in die Runde und sehe, dass die letzte Frage schon perfekt beantwortet wurde.


    Zu Rembrandts Zeiten gab es jedenfalls über Autismus/Asperger keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, geschweige denn besonderes fachliches Wissen innerhalb der Bevölkerung.


    Herzlich,

    Eva

  • Ich mag Anneke auch nicht. Sie weiß sehr wohl mit ihren Reizen zu spielen und andere auszunutzen. Pieter ist sehr gutmütig und das weiß Anneke für sich zu nutzen :-(.

  • Hallo und ein herzliches Willkommen auch von mir, liebe Eva,


    Was war der Hintergrund, wieso Pieter diese Rolle verliehen bekommen hat?


  • Das hatte gar keinen besonderen Hintergrund - Pieter war auf einmal da. Ich habe nicht groß nachgedacht, wer die Hauptfigur in meinem Roman sein könnte - er tauchte einfach über Nacht auf, mit all seinen liebenswerten Eigenheiten und Besonderheiten, ein kompletter, ganz spezieller Charakter, dem ich nichts mehr "andichten" musste. So ein Glück wird mir keineswegs bei all meinen Romanen zuteil. Auch das ist mit ein Grund, warum ich "meinen Pieter" als Figur so sehr ins Herz geschlossen habe, und es macht mich glücklich und stolz, wenn ein Stückchen von diesem Gefühl auf die Leser überspringt.


    Herzlich,

    Eva

  • Ich mag Anneke auch nicht. Sie weiß sehr wohl mit ihren Reizen zu spielen und andere auszunutzen. Pieter ist sehr gutmütig und das weiß Anneke für sich zu nutzen :-(.

    Anneke ist mir auch nicht wirklich sympathisch. Sie nutzt Pieter und seine Gefühle für sie aus. Und darüber hinaus weiß sie genau, dass er das nicht versteht. X(

  • Wow! Ich kann sehr gut verstehen, dass Pieter Dir so ans Herz gewachsen ist. Hat er doch immerhin Dich als Seine Autorin, als seine Stimme ausgesucht. :)

  • So, der Rechner ist immer noch nicht auf dem alten Stand, aber einiges geht jetzt wieder und der Rest wird noch ein wenig warten müssen.


    Pieter reagiert ein wenig merkwürdig, nimmt alles so wörtlich und hält sich an vorgegebenen Regeln, jedenfalls so lange bis jemand sie aufhebt. Kommt mir fast für, als wären es autistische Züge. Dafür würde ja auch seine mathematische Begabung sprechen. Aber er hat auch einen besonderen Blick, so dass er zeichnerisch Situationen mit einfachen Mitteln sehr detailliert darstellen kann. Damit imponiert er sogar seinem Meister, der das allerdings erst sehr spät feststellt. Hat sich der gute Mann doch wenig um seinen neuen Lehrling gekümmert.


    Als er die Zeichnung von Pieter zerrissen hat, war das nicht nett, aber es hat Pieter nicht belastet, genauso wenig wie es ihn belastet, dass sein Zimmergenosse nicht nett zu ihm ist.


    Dass der Fischhändler gekränkt ist, dass man gleich unterstellt, dass es an seinem Fisch gelegen hat, kann ich verstehen. Aber entweder ist der Tote tatsächlich an verdorbenem Fisch gestorben oder er wurde vergiftet. Ich bin gespannt, was dahinter steckt.


    Dieser Wahnsinn mit den Tulpenzwiebelkann man kaum nachvollziehen, aber es ist wirklich passiert. Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich gleich an „Adrian der Tulpendieb“. Diese Serie lief vor zig Jahren im Fernsehen und hat mich so fasziniert, dass ich mir sogar den Titel gemerkt habe.

  • Ich denke dass auch diese goldenen Regeln deshalb aufgestellt wurde. Pieters Onkel wird seinen Neffen wohl kennen und will seine "spezielle Art" etwas unterdrücken.

    Der Onkel hat wohl keine Erfahrung mit Kindern und dann wird er plötzlich vor so eine Aufgabe gestellt. Ich denke, er wollte das Beste für Pieter.

    Das die Mägde und Hausangestellten die Unwissenheit von Pieter ausnutzen, hätte Rembrandt wirklich viel eher auffallen müssen, aber ich vermute einfach mal, dass dieser "Hauszwist" noch für die Handlung und die Darstellung der damaligen Lebens-Verhältnisse wichtig ist.

    Erst das Lehrgeld einsacken und dann sich nicht weiter kümmern, das ist ziemlich schlecht gelaufen und die anderen im Haus wussten das auszunutzen. Das zeigt aber auch, was für ein Kerl Pieter ist. Er macht einfach, egal was und scheint damit sogar einigermaßen zufrieden.

    Die Schankwirtin ist mir sehr sympathisch. Allerdings frage ich mich, warum es so ein Skandal ist, dass er mit ihr ein wenig getrunken hat.

    Pieter ist ein Lehrling. Die haben zu spuren und nicht im Wirtshaus herumzuhängen, zu trinken und mit der Wirtin zu quatschen. Die Männer gehen bestimmt gerne ins Wirtshaus, aber ich denke, dass eine Wirtin auch nicht so hoch angesehen ist in der Zeit.

  • Pieter ist ein Lehrling. Die haben zu spuren und nicht im Wirtshaus herumzuhängen, zu trinken und mit der Wirtin zu quatschen. Die Männer gehen bestimmt gerne ins Wirtshaus, aber ich denke, dass eine Wirtin auch nicht so hoch angesehen ist in der Zeit.

    Ich glaube damit triffst du den Nagel auf den Kopf.

    Zum einen wird von Pieter absoluter Gehorsam verlangt und zum anderen könnten Rembrandt und Saskia ins Gerede kommen, wenn ihre Lehrlinge mit Schankwirtinnen trinken.

    Es wird ja in allen historischen Romanen erwähnt, dass man gerne zum Markt und zur Kirche ging um den neuesten Klatsch und Tratsch zu hören. Man wusste halt dann auch oft nicht, was über einen selbst geredet wurde und ob nicht vielleicht irgendein "Büttel" etwas hört, was er besser nicht hören sollte. :rolleyes:

  • Pieter reagiert ein wenig merkwürdig, nimmt alles so wörtlich und hält sich an vorgegebenen Regeln, jedenfalls so lange bis jemand sie aufhebt.


    Dass der Fischhändler gekränkt ist, dass man gleich unterstellt, dass es an seinem Fisch gelegen hat, kann ich verstehen.


    Dieser Wahnsinn mit den Tulpenzwiebelkann man kaum nachvollziehen, aber es ist wirklich passiert.

    Mann kenn ja nicht die vollständige Vorgeschichte, aber vielleicht brauchte er ein paar der Regel um den Alltag zu bewältigen. Aber einige sind wirklich überflüssig gewesen.


    Den Schrecken des Fischhändlers kann ich nachvollziehen. Ich war viele Jahre Küchenleiter in einem Altenpflegeheim und wenn Durchfall und Erbrechen bei den Bewohnern aufgetreten ist, stand immer zuerst die Küche im Verdacht. Es war aber jedesmal ein Virus.

    Für diese Fälle gibt es heutzutage zum Glück Hygienevorschriften, die vorschreiben das Essenproben für sieben Tage tiefgekühlt aufbewahrt werden müssen.


    Ich war auch ganz fasziniert von diesem Tulpenwahnsinn. Ich muss mir unbedingt mal den Film anschauen der hier erwähnt wurde.

  • Dieser Wahnsinn mit den Tulpenzwiebelkann man kaum nachvollziehen, aber es ist wirklich passiert. Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich gleich an „Adrian der Tulpendieb“. Diese Serie lief vor zig Jahren im Fernsehen und hat mich so fasziniert, dass ich mir sogar den Titel gemerkt habe.


    Ja, die Serie gehört auch zu meinen Kindheitserinnerungen! (Wird auch im Nachwort extra erwähnt :-)

  • Dieser Wahnsinn mit den Tulpenzwiebelkann man kaum nachvollziehen, aber es ist wirklich passiert.


    Ich war auch ganz fasziniert von diesem Tulpenwahnsinn. Ich muss mir unbedingt mal den Film anschauen der hier erwähnt wurde.


    Der Film "Tulpenfieber" mit Alicia Vikander und Christoph Waltz ist wirklich sehenswert - vor allem die Kostüme und die ganze Ausstattung sind toll!

  • Dieser Wahnsinn mit den Tulpenzwiebelkann man kaum nachvollziehen, aber es ist wirklich passiert. Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich gleich an „Adrian der Tulpendieb“. Diese Serie lief vor zig Jahren im Fernsehen und hat mich so fasziniert, dass ich mir sogar den Titel gemerkt habe.


    Ja, die Serie gehört auch zu meinen Kindheitserinnerungen! (Wird auch im Nachwort extra erwähnt :-)

    Von der Serie habe ich noch nie gehört ... aber den Film, den werde ich mir auf jeden Fall mal ansehen

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Der Film lohnt sich auch. Ich fand ihn auch liebevoll gemacht. Er vermittelt ein schönes Gefühl für die Zeit - und das ist bei historischen Verfilmungen ja immer etwas schwierig. ;)