02 - Seite 83 bis Seite 171 (Kapitel 5 bis einschl. Kapitel 9)

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  • Es freut mich, dass du durch den Roman neugierig auf ihn geworden bist, und ich kann dir jetzt schon versprechen: Es lohnt sich, mehr über Rembrandt zu erfahren! Er war eine unglaublich vielschichtige, interessante und beeindruckende Persönlichkeit und ein faszinierender Künstler!


    Herzlich

    Eva

  • Das glaube ich Dir gerne. Ich hatte im Vorfeld schon von ihm gehört gehabt, mich aber nie wirklich intensiv mit seiner Vita beschäftigt. Die Maltechniken habe ich mir nun gegoogelt und auch die Werke, die Du im Buch erwähnt hast, mal angesehen.


    Es ist immer wieder schade, dass nur wenige Werke erhalten bleiben, denn gewiss hat er (oder haben seine Lehrlinge) sehr viel mehr geschaffen als das, was uns heute bekannt ist.

  • Liebe Miriam

    Du bist ein Schatz und hast meinen "Hilferuf" aufgegriffen. Alle wichtigen Namen hast du in deinem Beitrag eingeflochten und ich habe sie mir natürlich sofort rausgeschrieben. Vielen lieben Dank dafür Miriam [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Liebe/2151-001.gif]


    Pieter ist ein extrem sympathischer Charakter - er ist mir sofort ans Herz gewachsen!


    und auch der Medicus Bartelmies ist überaus angenehm. Intelligent, besonnnen und ruhig sind seine Aussagen bezüglich der Todesfälle. Folglich sind seine Aussagen diesbezüglich besonders aussagekräftig!

    Witzigerweise gefallen mir in vielen Büchern die Ärzte sehr gut - im real life bin ich Krankenschwester und kenne da genug Ärzte, die alles an

    dere als intelligent und besonnen sind :P

    Oh ja, Pieter ist wirklich sehr liebenswert, dieser Charakter ist Eva außergewöhnlich gut gelungen. Besonders mit Blick auf die autistische Besonderheit seines Charakters.

    Ich finde es auch sehr schön, dass wir als Leser bzw. Zuhörer an Pieters Gedanken und Überlegungen so ausführlich beteiligt werden. Auf diesem Weg hat Pieter sich ganz schnell und leise lächelnd in mein Herz geschlichen. :love:

    Der Medicus Bartelmies ist mir auch sehr sympathisch, besonders da ich den Eindruck habe, dass er Pieter auch in sein Herz geschlossen hat und ihn sehr ernst nimmt.


    Zitat

    im real life bin ich Krankenschwester und kenne da genug Ärzte, die alles andere als intelligent und besonnen sind :P

    Oh ja, das glaub ich Dir !!!

    Ich war leider oft im Krankenhaus vor ein paar Jahren und es ist echt kein Vergnügen, wenn man als Patient solchen Fachidioten ausgeliefert ist. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/8.gif]

    Gott sei dank bin ich aber nicht auf den Mund gefallen und kann auch arrogant und biestig sein, wenn ich mich verar... fühle. :kommmalherfreundchen:

  • Als Pieter bei Mijnherr Mostaerd ist um sich ein wenig Geld zu holen, macht dieser schon eigenartige Bemerkung über Quaekel. Der scheint nicht ganz sauber zu sein, denn die meisten scheinen über seine Betrügereien Bescheid zu wissen.

    So ähnliche Gedanken habe ich auch schon im Kopf kessi.

    Ich habe auch den Verdacht, dass Quaekel und Laurens unter einer Decke stecken.


    Laurens war für mich von Anfang an eine miese und linke Bazille. X(

    Der bildet sich wohl Gott weiß was auf seine persönliche "Schönheit" ein, aber ohne ein gutes Auge und Talent wird er immer nur ein zweit- oder gar drittklassiger Maler bleiben.

  • Ich mag Laurens auch nicht , aber richtig fies und gemein finde ich ihn gar nicht. Klar, er ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht aber bei einem Lehrmeister wie Rembrandt hier geschildert wird kann ich das auch verstehen.

    Und ich glaube auch dass er mit seinen Bildern gutes Geld verdienen kann, denn die meisten Menschen wollen wohl lieber ein verschönertes Bild von sich als sie "brutale" Wahrheit.

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Und ich glaube auch dass er mit seinen Bildern gutes Geld verdienen kann, denn die meisten Menschen wollen wohl lieber ein verschönertes Bild von sich als sie "brutale" Wahrheit.

    Dabei muss ich daran denken, wie König Henry der VIII. seine dritte Frau, Anna von Kleve, heiratete und von ihr vorher nur ein sehr schönes Gemälde gesehen hatte. Als sie dann nach England kam war er stinksauer, weil die Dame so schön retuschiert worden war. Die Ehe hat auch nur sechs Monate gehalten - womöglich nur auf dem Papier. ;)


    Und dann fällt mir noch ein, dass das heutzutage ja auf die Spitze getrieben wird, denn wirklich JEDES Bild wird heutzutage in den Medien foto-geshoppt. Da hat keine Schauspielerin mehr Falten. Und sogar privat ist das üblich. Meine Nichte hat sich auf Instagramm so "bearbeitet", dass ich sie fast nicht wiedererkannt hätte. :boah: Also das gibt es heute noch.

  • Anna von Kleve war die 4. Frau von Henry VIII.

    Aber die Geschichte ist wirklich zu schön mit dem Gemälde.

    Ähnliches passiert wahrscheinlich heute bei den üblichen Dating Seiten wenn jemand ein sehr verschönertes Foto von sich einstellt. Da folgt die Ernüchterung dann auch ganz schnell im realen Leben.

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  • Stars und Sternchen in Hochglanzmagazinen sehen sich auch nur noch bedingt ähnlich. Kate Winslet mat sogar mal gesagt, dass sie sich auf manchen Bildern gar nicht wieder erkennt. Also ja, gagamaus, du hast vollkommen recht. Aber vor allem in Laurens' Fall denke ich mir, warum nicht? Er sieht den Dienstleistungsgedanken dahinter und malt das, was seine Kunden wollen. Rembrandt ist da wohl mehr Künstler. ;)

  • Ja, Pieter bringt mich auch öfter zum Schmunzeln. Er hat so eine ganz eigene Art, die Welt zu sehen. Ich habe ihn auch schon richtig ins Herz geschlossen.

    Mir tut es jedesmal leid, wenn wieder eines seiner Bilder einfach zerstört wird, und ich frage mich, was da wohl in ihm vorgeht. Er sagt ja nicht viel dazu, sondern versinkt meist in tiefsinnige Grübelei.

    Absolut amüsant fand ich ja Pieters mathematische Berechnungen zu Annekes Verhalten.:totlach: Sein Gespräch mit dem Arzt fand ich sehr schön. In ihm hat Pieter so etwas wie einen Vertrauten gefunden. Allgemein mag ich den Medicus Bartelmies sehr gerne.

  • Ich habe mal darüber nachgedacht warum Pieters Bilder und Skizzen ständig zerstört werden: wahrscheinlich erklärt Eva dann so warum es von Pieter kein Zeitzeugnis gibt

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  • Ja, aber das Roman spielt im 17. Jahrhundert. Also fast 400 Jahre vor unserer Zeit. Da gibt es auch noch genug andere Kriege auf europäischem Boden, die das erklären könnten oder die Bilder "verschwinden" im Privatbesitz. ;)

  • Stars und Sternchen in Hochglanzmagazinen sehen sich auch nur noch bedingt ähnlich. Kate Winslet mat sogar mal gesagt, dass sie sich auf manchen Bildern gar nicht wieder erkennt. Also ja, gagamaus, du hast vollkommen recht. Aber vor allem in Laurens' Fall denke ich mir, warum nicht? Er sieht den Dienstleistungsgedanken dahinter und malt das, was seine Kunden wollen. Rembrandt ist da wohl mehr Künstler. ;)


    Das trifft es voll auf den Punkt! Er hat seine Kunden selten "verschönert". Und sich selbst hat er auch immer ganz unbarmherzig "echt" gemalt und gezeichnet - seine Selbstporträts legen Zeugnis davon ab, was für ein unbestechliches Auge er für alle Falten, Unvollkommenheiten und Alterserscheinungen hatte.

  • Ja, aber das Roman spielt im 17. Jahrhundert. Also fast 400 Jahre vor unserer Zeit. Da gibt es auch noch genug andere Kriege auf europäischem Boden, die das erklären könnten oder die Bilder "verschwinden" im Privatbesitz. ;)


    Genau, das ist völlig richtig. Mal ganz abgesehen davon, dass Pieter (anders als Rembrandt) eine völlig fiktive Person ist, sind im 17. Jahrhundert, das als sog Goldenen Zeitalter der Niederlande gilt, so ungeheuer viele Bilder gemalt worden, dass man es sich heute kaum noch vorstellen kann. Schätzungen gehen von 70 tausend Bildern pro Jahr (!) aus, und wenn man das mal auf mehrere Jahrzehnte hochrechnet, kommt man auf Millionen von Kunstwerken. Davon ist insgesamt unterm Strich nur ein Bruchteil erhalten geblieben. Auch von Rembrandt bzw. seiner Werkstatt sind viel mehr Werke geschaffen worden, als heute noch existieren. Kriege, Brände (die gab es zur damaligen Zeit auch sehr viel häufiger als heute), vor allem aber der Zahn der Zeit haben so manches Kunstwerk im Laufe der Jahrhunderte vernichtet.

  • Das trifft es voll auf den Punkt! Er hat seine Kunden selten "verschönert". Und sich selbst hat er auch immer ganz unbarmherzig "echt" gemalt und gezeichnet - seine Selbstporträts legen Zeugnis davon ab, was für ein unbestechliches Auge er für alle Falten, Unvollkommenheiten und Alterserscheinungen hatte.

    Oh ja, es gibt tatsächlich noch ein Selbstporträt aus seinen jungen Jahren und eines das ihn kurz vor seinem Tot zeigt. Er war bei letzterem wirklich sehr gnadenlos mit sich selbst.

    Aber da gehört wohl auch eine gute Portion Mut dazu, ein solch schonungsloses Bild von sich selbst zu malen.

  • ...vor allem aber der Zahn der Zeit haben so manches Kunstwerk im Laufe der Jahrhunderte vernichtet.

    Stimmt, die Farben wurden ja immer unterschiedlich zusammen gemixt. Wer weiß schon, was da später nochmal alles so für chemische Reaktionen zustande gekommen sind oder was die Sonne mit ihren UV-Strahlen alles zerstört hat.


    Hach ja, immer wieder schön, deine ergänzenden Kommentare, Eva! :)

  • Das trifft es voll auf den Punkt! Er hat seine Kunden selten "verschönert". Und sich selbst hat er auch immer ganz unbarmherzig "echt" gemalt und gezeichnet - seine Selbstporträts legen Zeugnis davon ab, was für ein unbestechliches Auge er für alle Falten, Unvollkommenheiten und Alterserscheinungen hatte.

    Oh ja, es gibt tatsächlich noch ein Selbstporträt aus seinen jungen Jahren und eines das ihn kurz vor seinem Tot zeigt. Er war bei letzterem wirklich sehr gnadenlos mit sich selbst.

    Aber da gehört wohl auch eine gute Portion Mut dazu, ein solch schonungsloses Bild von sich selbst zu malen.

    Mut oder Realismus

    Ich schätze ihn , nach dem wie ich ihn in diesem Buch kennen gelernt habe als schonungslos realistisch ein beim Malen

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  • Pieter gefällt mir immer besser, was ist er doch für ein cleverer Kerl. Eigentlich sollen die Lehrlinge doch bei Rembrandt was lernen, aber mir scheint, dass er sie ziemlich ausnutzt. Die Lehrlinge lernen von den anderen, die schon länger da sind. Wenn sie dann etwas „zustande“ bringen, verkauft der Meister das als seine Bilder. Das war aber wohl so üblich. Aber Pieter ist so gut, dass Rembrandt Angst bekommt, von seinem Lehrling übertroffen zu werden.


    Die Gespräche Pieters mit dem Arzt haben mir gut gefallen. Das zeigt doch, wie logisch Pieter als bedenkt und der Arzt hat seine Freude an ihm.


    Nun gibt es einen zweiten Toten und wieder hatte Rembrandt vorher Ärger mit ihm. Beide Tote sind wohl an Bleivergiftung gestorben und kurz vor dem zweiten Toten hat der Meister das Schlemmwasser verlangt. Doch ich glaube, dass wir hier auf eine falsche Spur gesetzt werden.


    Immer wieder verschwinden auch die Tulpen, selbst wenn sie bewacht werden. Es scheint mir, dass der Tod der beiden Männer etwas mit dem Tulpenhandel zu tun hat und dass es nicht der Ärger über den entgangen Auftrag für Rembrandt ist.

    Wie Pieter sich das ausgetüftelt hat, dass der Tulpenhandel irgendwann seinen Höhepunkt überschreiten wird und am Ende die Tulpe nicht mehr wert sein wird, wie für diesem Wahnsinn, das hat mir gefallen. Er versteht viel von Marktwirtschaft.

  • Die Toten scheinen an einer Bleivergiftung gestorben zu sein. Aber wie wurde ihnen das Blei verabreicht? Und was ist mit dem Schlemmwasser geschehen, das Rembrandt zurückgehalten hat?

    Im Wein, nehme ich mal an. Da man Bleizucker zum Süßen verwendet hat, ist es nicht weiter aufgefallen, wenn es mit Absicht passiert ist. Aber es kann ja auch genauso gut sein, dass jemand da aus Versehen nicht das rechte Maß gefunden hat und wenn dann der Wein bei Geschäftsbesprechungen serviert wird...

    Mal schauen, ob er klug genug ist und Pieter glaubt.

    Mir scheint, dass die Gier größer ist. Er überlegt ja, dass ihm ein gutes Geschäft entgeht, wenn er zu früh verkauft.

    Auf die Frage, warum er Maler werden will weiß Pieter erst keine Antwort, aber dann fällt ihm ein das es der Wunsch seines Vaters und seines Patenonkels war.

    Ich hoffe, das er etwas findet, was er wirklich machen will. Im Moment tut er ja nur das, was andere ihm nahelegen.

    Das man den Fischhändler einfach so Hingerichtet hat, ist ja wirklich ein Skandal!

    Das ging verdammt schnell.

    Wenn ich jetzt über einen Täter nachdenke, dann würde mir dieser Tulpenhändler, der Anneke so penetrant nachstellt, als erstes in den Sinn kommen. Der Mann ist mir wirklich sehr suspekt oder besser gesagt, der Kerl ist mir total unsympathisch.

    Ich finde ihn auch total unsympathisch und schleimig. Aber vielleicht ist er so dargestellt, dass wir in die Irre geleitet werden. Rembrandt und er kommen einem ja schnell als erste in den Sinn.

    Mareikje, die Wirtin, ist hingegen eine ziemlich nette und intelligente Dame und Pieter schätzt die Gespräche mit ihr sehr. Mal abwarten, ob er Anneke oder Mareikje den Vorzug geben wird.

    Ich hoffe, keine von beiden. Mir gefällt Mareikje ja, aber Pieter als Wirt?