Thread zum Warmrudern

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  • Vielleicht wird Laillath nicht mitgezählt, weil sie eine Art Gespenst ist :totlach:


    Praioslob gönne ich auch eine neue Liebe. Mit wem ist eigentlich egal, Hauptsache er ist glücklich 😂😂😂

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Aber sind diese ganzen möglichen Liebschaften so "schlimm", dass man in Entsetzen ausprechen könnte? Ich bin auch schon die ganze Zeit am grübeln, muss mir aber nochmal die Figuren bzw. die letzten Leserunden zu Gemüte führen.


    Robert Corvus:
    Ihr seid am 5. Juni in Heidelberg? Das ist ja klasse, dass ihr hier in der Nähe seid - den Termin werde ich mir in jedem Fall vormerken :freu:


    Aber wir sehen uns auch nächste Woche in Leipzig :jakka:

  • Entsetzen auslösen, hmm.. vielleicht Ohm und Irulla. Ohm würde ich eine Liebschaft gönnen, aber da wäre ja immer diese Spinne mit im Boot. Die Vorstellung löst bei mir auf jeden Fall Entsetzen aus :o

  • Es gibt aber noch jemanden in Phileassons Ottajasko, der jemand anderem im Geheimen zugetan ist.


    Und jemand anderes wird eine völlig neue Liebe finden. Wem würdet Ihr es gönnen?


    Und dann wird es noch eine Liebesgeschichte geben, bei der ich bereits jetzt die Entsetzensschreie höre.


    Wenn ich das richtig deute kriegen wir in Schlangengrab 3 neue verzwickte Liebschaften, und nur eine davon ist definitiv in Phileassons Ottajasko?!


    Was die romantischen Spekulationen angeht: warm ... ;)

    Nachdem wir jetzt mehrere verschiedene Paare ins Spiel gebracht haben bin ich mir überhaupt nicht sicher wo es warm wird.. :argh:


    Was auch noch für einen Aufschrei gut wäre und außerdem zu den vielen Arme-Shaya-Zaunpfählen passen könnte wär

    Salarin - Irulla

    oder

    Salarin - Lailath

    und Shaya muss zuschauen...

    Einmal editiert, zuletzt von Savarra () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler

  • Ach du meine Güte, vollkommen das Thema übersehen. Wie gut, dass Savarra es im Hauptthema angesprochen hat, sonst hätte ich es vermutlich bis zum Start nicht mitbekommen. Man merkt, ich bin noch neu hier. :)


    Also Dinge, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind bisher:

    In Nordwärts ist es neben dem vielfach zitierten Prolog lustigerweise ein einzelner Satz: "Wenn diese Fahrt so weiterginge, wäre Salarin hinterher der einzige Elf mit Oberarmen wie ein hjaldingscher Berserker." Das Bild, das ich da vor Augen hatte, war so köstlich... ich habe fast unterm Tisch gelegen! Vielleicht war es dieser Satz, der die Figur Salarin von Beginn an für mich interessant gemacht hat. Manch andere Figuren hatten (und haben) es da deutlisch schwerer, meine Gunst zu erlangen. :totlach:

    Einer, der es auch überhaupt nicht schwer hatte, aber leider viel zu wenig "Screentime" besaß, ist Meister Eddrik. Ich reihe mich hiermit mal in die Liste derer ein, die eine Rückkehr in die Geschichte oder zumindest ein erneutes Auftauchen befürworten. ;)

    Noch eine Anmerkung zum Prolog: Etwas gewundert hatte ich mich im ersten Band über die Länge des Prologs. Nach der ausführlichen Vorgeschichte hatte ich erwartet, dass der ganze Inhalt irgendwie mit der Hauptgeschichte zu tun hätte oder verwoben wäre. Das war aber vom Gefühl her für mich irgendwie nicht der Fall. Die zunächst einzige Person, die aus dem Prolog "übrig" blieb, war Tylstyr, später dann noch Tjorne. Eddrik weg, nichts weiter über die Bewohner von Stainakr, geschweige denn über deren Tat (die Strandräuberei meine ich), nichts zum Hintergrund des Händlers oder seiner Familie. Das Mysterium um Zidaine wurde ja erst sehr viel später in den Folgebänden gelöst. Jetzt rückblickend nach 4 Bänden finde ich den Prolog sowohl in seiner Länge als auch in seiner Bedeutung für die Haupthandlung genau richtig, aber wenn man Nordwärts isoliert betrachtet hat er für mich ein zu starkes Gewicht im Vergleich zum Rest des Buches.


    In Himmelsturm gibt es vieles, was ich an besonderen Stellen nennen könnte. Das Wandbild im Grab im Eis, die Aussprache von Phileassons Ottajasko, der Kampf gegen die grauseligen Chimären, das Gruselkabinett mit den zwei kleinen Mädchen... aber auch die Stellen, an denen Beorn sich so ätzend benommen hat. Da hatte ich so einen Brast auf ihn, dass ich fast in Jubelstürme ausgebrochen bin, als Phileasson das Aquarium hat zertrümmern lassen. Für mich absolut kein Fehltritt von ihm, sondern eine extrem wichtige Szene zur Beschreibung seines Charakters. Für mich hat er hier gezeigt, was in ihm steckt. Schön und gut, wenn man es schafft mit Freundlichkeit und Aufrichtigkeit vorwärts zu kommen. Aber wenn man sich alles gefallen lässt kommt man nicht ans Ziel.

    Auch hier möchte ich eine Sache ansprechen, die mir etwas Probleme bereitet hat (das gilt allerdings auch über den Himmelsturm hinaus): Leomara und Vascal. Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen negativen Stimmen bezüglich Leomara überhaupt kein Problem mit einem Kind in der Geschichte und in den Abenteuern. Die Begründung finde ich in Ordnung und die "Schatten aus der Vergangenheit", vor denen Vascal sie in Sicherheit gebracht hat, machen Nichte wie Onkel recht geheimnisvoll. Man hat das Gefühl, dass die Vergangenheit sie auf irgendeine Art und Weise vielleicht noch mal einholen wird, und/oder dass Vascal eine eigene Agenda verfolgt, was das Agieren der beiden in der Geschichte automatisch interessant macht. Womit habe ich dann überhaupt ein Problem? Lustigerweise laufe ich hier konträr zu so vielen, die Leomaras Visionen so stimmungsvoll finden. Ich hatte eher in vielen Fällen das Gefühl, dass Leomara (bzw. ihre Vision) lediglich dazu da ist, damit die Autoren den Lesern an bestimmten Stellen fehlendes Wissen vermitteln können. Sozusagen ein deus ex machina bezogen auf Informationsvermittlung. Das ganze als Vision zu verpacken war für mich oft unnötig, das hätte an einigen Stellen anders gelöst werden können. Ähnlich ist es mit Vascals Nanduswunder... Schneeschrate? Nachtalben? Goblins? Kein Problem, wir sprechen eure Sprache. Klar ist es praktisch, so jemanden dabei zu haben und es würde ja auch keinen Sinn ergeben, das Wunder nicht einzusetzen. Aber für mich hat der ständige Gebrauch das ganze irgendwie abgenutzt, in der einen oder anderen Situation hätte ich mir gewünscht, dass Vascal vielleicht gerade mal nicht zugegen ist, so dass die restliche Ottajasko das Verständigungsproblem mal anders lösen muss... Also kurz gesagt, ich mag beide Charaktere und möchte sie auf keinen Fall missen, aber ich würde mir den Einsatz von Visionen und Wunder etwas wohldosierter wünschen.


    Später mehr, jetzt muss ich erst mal kurz arbeiten...


    Viele Grüße, Sven (der es bisher nur zum normalen Vollbart geschafft hat, am Gabelbart wird noch gearbeitet... ;))

  • So, weiter geht es:


    Die Wölfin lebte für mich insbesondere von der Beschreibung der Örtlichkeiten: Das lebendige Riva als krasser Kontrast zur gerade verlassenen Eiswüste, mit den Problemen bei der Ankunft (Drachenkadaver) und den Verhandlungen mit Stoerrebrand in der Schwitzhütte; Gerasim, die etwas andere aventurische Stadt, von der ich gerne noch mehr gelesen hätte; der nackte Tylstyr im engstirnigen Norburg; der Silvanden Fae'den Karen mit dem Besuch bei Niamh Goldhaar; sehr gepackt hat mich aber auch die Atmosphäre im Totenmoor, eine tolle Beschreibung der ewig andauernden Schlacht, von der man nie weiß, wann sie wieder von der Geister- in die materielle Welt herüberschwappt.

    Dafür gibt es auch hier wieder etwas, wo ich anscheinend der vorherrschenden Meinung entgegenlaufe: Mich hat Nirka nicht wirklich überzeugt. Dafür, dass das ganze Buch nach ihr benannt ist, fand ich ihr Auftreten insgesamt recht blass. Wenn man sich Nirka einmal aus der Geschichte wegdenkt, dann hätte der ganze Plotstrang genauso gut ohne einen Wolfsgestaltwandler funktioniert. Mir ist nicht aufgegangen, was an ihr jetzt so wichtig ist. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendetwas passiert, wodurch der Charakter bzw. seine besondere Gabe den Buchtitel rechtfertigt. Etwas das ohne Nirka einfach nicht funktioniert hätte. Aber wenn es so etwas gab, dann ist mir das entgangen. Entsprechend bin ich mit ihr nie richtig warm geworden, und als sie am Ende des Buches auch noch bei Phileasson angeheuert hat war das bei mir eher der "Auch das noch!"-Effekt. :totlach: Insofern hat es mich auch nicht sonderlich betrübt, dass sie inzwischen schon wieder "von Bord" gegangen ist.

    Etwas unvorbereitet traf mich zudem die doch noch recht lange Verweilzeit von Beorn im Himmelsturm. Was das angeht bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits fand ich den Himmelsturm so spannend, dass es mich gefreut hat, dort noch ein paar Geheimnisse ergründen zu können. Andererseits war ich mit der Erwartung und Vorfreude auf ein neues Abenteuer an Die Wölfin herangegangen, und die Himmelsturm-Episoden haben das zu Beginn etwas ausgebremst.


    Zu guter Letzt Silberflamme: Hier fand ich ganz großartig die unterschiedliche Beschreibung von Vallusa bei Tag und bei Nacht. Das war so gut gemacht, dass ich beim Lesen zunächst das Gefühl hatte, dass Phileasson in einer ganz anderen Stadt unterwegs ist als Beorn, und es mir erst reichlich spät wie Schuppen von den Augen fiel, dass das ja ein und derselbe Ort ist. Sehr stimmungsvoll fand ich auch den Bezug zum Ogerzug, das Elendsviertel in Vallusa einerseits und den Besuch des zerstörten Ysilia andererseits. An Spannung war das Finale natürlich nicht zu überbieten. Beorn ist zunächst viele Tage voraus und sieht wie der sichere Sieger aus, verzettelt sich dann aber mit den Talbewohnern. Phileasson bietet alles auf, kommt heran, überholt ihn sogar mit Glück und Geschick, nur um dann doch noch auf äußerst frustrierende Weise den Punkt an Beorn zu verlieren. Da dies das erste Mal war, wo nur ein Team am Ende den Punkt erlangen konnte, kam hier so richtig das Feeling des Wettrennens auf!

    Pardona... über diese Elfe kann man viele Worte verlieren. Oder nur eins: Anstrengend! In meinen Augen übertreibt sie es maßlos, und wie schon von mehreren vermutet gehe auch ich davon aus, dass das nicht mehr lange gut geht. Ich freue mich darauf, die echte Lenya wieder an Bord zu haben, denn auch ich gehe davon aus, dass Pardona einen Rücktausch durchführen wird. Schließlich wäre die Wettfahrt beendet, wenn Beorn die Schiedsrichterin abhanden kommt, oder? Ist nur die Frage, welch schweren Stand die arme Lenya in der Ottajasko dann haben wird, wenn sie die Suppe auslöffeln darf, die Pardona ihr eingebrockt hat...


    Da bin ich jetzt aber schon wild am spekulieren, und das wollte ich mir eigentlich für später aufheben. Die nächsten drei Tage bin ich auf Dienstreise, mal schauen ob ich da zwischendurch etwas Zeit finde. :)


    Viele Grüße, Sven

  • Ich versuche es mal in kleinen Dosen.


    Meister Eddrik. Wenn ich mich recht erinnere kam er von einer Reise in die Wüste nicht zurück. Es gibt ja jetzt jemanden in der Ottajasko der aus der Wüste kam und vielleicht auch einen Weg dorthin aufzeigen kann. Möglicherweise muss ja jemand etwas zurückbringen.

  • Nordwärts

    Darüber hatte ich ja bereits auf nandurion.de geschrieben. Zwei aktuelle Gedanken aus meiner Spielrunde.


    Nachdem der Sturm wie erwartet großen Eindruck gemacht hat, gab es eine eindrucksvolle Szene als die abergläubischen Thorwaler durch eine neblige Passage fuhren und natürlich Nebelgespenster in Seeschlangenform entdeckten. Beorn ist also eindeutig mit finsteren Mächten im Bunde8o


    Als nächstes werde ich meine Helden ins Eis schicken. An relevanten Eindrücken blieb mir tatsächlich insbesondere die von Robert angesprochene Szene mit Shaya und dem Eisigel-parasiten haften. Da ich eine Spieler-geweihte dabei habe werde ich mich womöglich in einer Adaption versuchen.

  • Silberflamme

    Ich versuche mal spontan bleibende Eindrücke.

    • Abdul geht zur Post.
    • Sven kauft den Kerzenmarkt auf.
    • Lailath verschenkt bunte Steine und die Kerle lachen sich halb behindert.
    • Ein Dorf erwartet plündernde Barbaren und Beorn enttäuscht sie nicht.
    • Ein Wahnsinns Endspurt um die Silberflamme. Und da mir doch oft die humorigen Elemente in Erinnerung bleiben, erinnere ich mich natürlich besonders an den Follkerson, dem ein Haufen Fledermauskacke beinahe zum Verhängnis wurde.
  • Ich versuche es mal in kleinen Dosen.


    Meister Eddrik. Wenn ich mich recht erinnere kam er von einer Reise in die Wüste nicht zurück. Es gibt ja jetzt jemanden in der Ottajasko der aus der Wüste kam und vielleicht auch einen Weg dorthin aufzeigen kann. Möglicherweise muss ja jemand etwas zurückbringen.

    Auf den warte ich auch schon sehnsüchtig. Keine Ahnung, warum dieser skurrile Zauberer sich in mein Herz geschlichen hat. Aber ich habe leichte Hoffnung, dass sich unter Autoren-Duo sich da etwas gutes einfallen lassen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Leider habe ich ein Gedächtnis wie ein Sieb. Aber die lustigen Szenen, die hier schon alle erwähnt wurden, gefielen mir natürlich besonders gut.

    Am intensivsten habe ich tatsächlich den ersten Prolog erlebt. Der war so stark und wirkt auch noch in Band 4 bei mir nach. Die Geschichte von Zidaine wird so zu einer spannenden Nebengeschichte. Überhaupt liebe ich es bei Büchern, wenn sich neben einer Hauptgeschichte viele Nebengeschehnisse ereignen. Das macht das Lesen so bunt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Zur alternativen Zählung könnte Irullas Haustier vielleicht beitragen?


    Ach und wirklich entsetzen würde es mich, wenn wirklich Ohm sich verlieben würde und wir nur noch Liebesweisen zu hören kriegten. xD

  • Ihr seid am 5. Juni in Heidelberg? Das ist ja klasse, dass ihr hier in der Nähe seid - den Termin werde ich mir in jedem Fall vormerken :freu:

    Ja, in der Tat. Meine Vorfreude ist sehr groß - ich glaube, ich habe noch vor keiner Lesung so viel Post dazu bekommen ... :)


    Wenn ich das richtig deute kriegen wir in Schlangengrab 3 neue verzwickte Liebschaften, und nur eine davon ist definitiv in Phileassons Ottajasko?!

    Ich sage mal: mindestens eine. ;)


    Einer, der es auch überhaupt nicht schwer hatte, aber leider viel zu wenig "Screentime" besaß, ist Meister Eddrik. Ich reihe mich hiermit mal in die Liste derer ein, die eine Rückkehr in die Geschichte oder zumindest ein erneutes Auftauchen befürworten. ;)

    Tatsächlich bekommen wir zu Eddrik recht viele Anfragen. Sie werden nicht ungehört verhallen ... ;)

    ... , nichts weiter über die Bewohner von Stainakr, ...

    Abwarten. Ich sage nur: Schlangengrab, erster Leseabschnitt ... 8)

    In Himmelsturm ..., die Aussprache von Phileassons Ottajasko,

    Auch das ist eine Szene, deren Wirkkraft wir beim Schreiben unterschätzt haben. Es ist sogar von der Anlage her eine der Szenen, die in einem Lektorat gern herausgekürzt werden (was bei uns aber nie diskutiert wurde), weil sie sehr ruhig und reflektierend ist und streckenweise einen zusammenfassenden Charakter hat. Anders ausgedrückt: Eine Inhaltsangabe von Himmelsturm würde nicht anders ausfallen, wenn die Szene fehlen würde. Dennoch bekommen wir auch dazu ab und zu Zuschriften, deren Absender sich mehr solche Passagen wünschen. In Silberflamme gab es ja ebenfalls einige davon.

    Da hatte ich so einen Brast auf ihn, dass ich fast in Jubelstürme ausgebrochen bin, als Phileasson das Aquarium hat zertrümmern lassen. Für mich absolut kein Fehltritt von ihm, sondern eine extrem wichtige Szene zur Beschreibung seines Charakters. Für mich hat er hier gezeigt, was in ihm steckt.

    HA! Lesen Sie das, Herr Kollege?:barbar:

    Ich hatte eher in vielen Fällen das Gefühl, dass Leomara (bzw. ihre Vision) lediglich dazu da ist, damit die Autoren den Lesern an bestimmten Stellen fehlendes Wissen vermitteln können. Sozusagen ein deus ex machina bezogen auf Informationsvermittlung. ... Ähnlich ist es mit Vascals Nanduswunder... Schneeschrate? Nachtalben? Goblins? Kein Problem, wir sprechen eure Sprache.

    Der Begriff "Deus ex Machina" kommt aus der Theater-Damaturgie. Dieser "Gott aus der Maschine" war eine archetypische Figur. Ein Schauspieler wurde mittels einer Maschine (meist eine Art Flaschenzug) auf die Bühne herabgelassen und spielte einen Gott oder Engel, der mittels seiner übersinnlichen Kräfte alles löste, was an Problemen noch offen war. Wesentlich dabei ist, dass diese Figur buchstäblich "aus dem Himmel herabschwebt", also vorher nicht in die Geschichte eingebunden war.

    Bei Leomara und Vascal ist das anders. Sie tauchen nicht nur auf, wenn mal ein Problem zu lösen ist. Ab und zu verursachen sie selbst Probleme - etwa Vascal, wenn er im Himmelsturm versucht, tiefer vorzudringen, und dabei einen Alarm auslöst. Zudem stehen sie in enger Interaktion mit den übrigen Figuren. Vascal etwa ist mit Tylstyr befreundet, wird mit Ohm aber nicht warm, und Shaya betrachtet sich als eine Art "Adoptiv-Tante" von Leomara.

    Dennoch erfüllen sie dramaturgische Funktionen, die Du benannt hast. Leomara ist ein (für mein Empfinden recht guter) Weg, Informationen zu vermitteln, die sich auch mit guter Beobachtungsgabe ansonsten nicht glaubwürdig oder nur durch Ausbremsen der Handlung vermitteln ließen. Das betrifft solche Dinge wie die Erschaffung der Eisigel oder Pardonas Auftreten im Himmelsturm. Zudem halte ich diese Visionen für fantasy-typisch/magisch.

    Ähnliches gilt bei Vascals Sprachenwunder. In vielen Fantasywelten sprechen alle Menschen dieselbe Sprache, oft sogar überhaupt alle intelligenten Lebewesen. Das ist in Aventurien anders. Bei Beorns Ottajasko ist das weniger ein Problem, weil sie eher auf nonverbale Kommunikation mittels Äxten und Schwertern setzt. Phileasson ist dagegen vom Typ her eher ein Rätsellöser und jemand, der lieber spricht als zuschlägt. Bei ihm müsste man also ständig Figuren auftauchen lassen, die als Übersetzer fungieren, und auch dann könnten die meisten Mitglieder der Ottajasko nur mittelbar mit den Personen interagieren, auf die sie treffen. Das wäre schade, und eventuell sogar ermüdend, weil man immer wieder vor dem identischen Problem (der Sprachbarriere) steht.

    In Schlangengrab magst Du allerdings auf Deine Kosten kommen, wenn Du gern von solchen Sprachverwirrungen liest, denn auf Maraskan hat man zu so ziemlich alles im Leben, auch zur Sprache, eine besondere Beziehung - und Vascal kann nicht überall sein ... ;)

  • Die Wölfin lebte für mich insbesondere von der Beschreibung der Örtlichkeiten: Das lebendige Riva als krasser Kontrast zur gerade verlassenen Eiswüste, ...

    Ich habe, wenn ich mich richtig erinnere, Die Wölfin direkt im Anschluss an Himmelsturm geschrieben. Offenbar hat sich mein Empfinden dabei auf Deine Leseerfahrung übertragen, denn ich habe es genossen, nach all der Wildnis (im Grunde seit Olport) endlich wieder in der Zivilisation zu sein. Ich hatte sogar ein wenig Abschiedsschmerz, als es dann wieder auf den Trek ging.

    Wenn man sich Nirka einmal aus der Geschichte wegdenkt, dann hätte der ganze Plotstrang genauso gut ohne einen Wolfsgestaltwandler funktioniert. Mir ist nicht aufgegangen, was an ihr jetzt so wichtig ist.

    Für die Sairan Hokke ist Nirka wegen ihrer Nähe zu den Wölfen so etwas wie eine Heilige, und die Sairan Hokke sowie allgemeiner die Nivesenlande sind das zentrale Thema des Romans. Nirka wiederum ist über Crottet mit Phileassons Ottajasko verbunden. Somit erhält die Aufgabe einen persönlichen Touch.
    Dennoch hast Du natürlich recht: Nirkas Wolfsnatur macht eher Schwierigkeiten (etwa beim Kampf gegen die Goblins), als dass sie hilfreich wäre. Auch das war ein Grund, wieso ich Nirka zu Silberflamme herübergezogen habe - beim Wulfen-Thema kann sie punkten.

    Zu guter Letzt Silberflamme: Hier fand ich ganz großartig die unterschiedliche Beschreibung von Vallusa bei Tag und bei Nacht. Das war so gut gemacht, dass ich beim Lesen zunächst das Gefühl hatte, dass Phileasson in einer ganz anderen Stadt unterwegs ist als Beorn, und es mir erst reichlich spät wie Schuppen von den Augen fiel, dass das ja ein und derselbe Ort ist.

    :freu:Das war genau unsere Intention. Ich hatte den Phileasson-Strang fertig, bevor Bernhard mit dem Beorn-Strang begann, und er hat die klare Ansage gemacht: "Da will ich den Leuten eine andere Sicht auf Vallusa bieten." Das ist ihm gelungen, finde ich.


    Da dies das erste Mal war, wo nur ein Team am Ende den Punkt erlangen konnte, kam hier so richtig das Feeling des Wettrennens auf!

    Eine solche Art der Aufgabenstellung wird es noch häufiger geben ... ;)

  • Meister Eddrik. Wenn ich mich recht erinnere kam er von einer Reise in die Wüste nicht zurück. Es gibt ja jetzt jemanden in der Ottajasko der aus der Wüste kam und vielleicht auch einen Weg dorthin aufzeigen kann. Möglicherweise muss ja jemand etwas zurückbringen.

    In der Khôm - und dorther stammen auch Abdul, Selime und Lailath ...

    Nordwärts

    Darüber hatte ich ja bereits auf nandurion.de geschrieben.

    Ja, sehr lesenswert!

    Beorn ist also eindeutig mit finsteren Mächten im Bunde8o

    HA! Da sehen Sie es, Herr Kollege: Unsere Leserschaft lässt sich nicht Blenden!

    • Ein Dorf erwartet plündernde Barbaren und Beorn enttäuscht sie nicht.

    :lachen::lachen::lachen:


    Am intensivsten habe ich tatsächlich den ersten Prolog erlebt. Der war so stark und wirkt auch noch in Band 4 bei mir nach.

    Er wird auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen ... und sich auch mit dem Prolog des aktuellen Bandes verbinden ...

    Zur alternativen Zählung könnte Irullas Haustier vielleicht beitragen?

    Bei solchen Beiträgen frage ich mich immer, ob ich in meinen Andeutungen zu viel verraten habe ...

    Aber letztlich bleibt mir nur neidlose Anerkennung: Zu diesem Schluss wird in Schlangengrab auch Shaya gelangen - mit Orkengriff sind sie zu vierzehnt. :klatschen: