03 - Seite 161 bis 221 (ab Kapitel 30 bis einschl. 42 Kapitel)

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  • Beitrag von kessi69 ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Ich bin zu weit in der Kapitel Zahl gekommen ().
  • Liebe Claire, ich muss dir zwischendurch ein Kompliment machen, für dieses tolle spannende Buch was mit allem gespickt ist..... Emotionen, Historisches Hintergrundwissen und deine Protagonisten die du ins Leben gerufen hast.

    Wieder ein Buch was mich fesselt :)

    Oh, vielen Dank. :) Das freut mich riesig!

    Und das er den jüdischen Namen Grünberg als Decknamen benutzt ist auch komisch. Warum geht das alles bis Washington?

    Diese Provokation kann sich der Major, der natürlich weiß, wen er in Hüttner vor sich hat, einfach nicht verkneifen.

    Der Zusammenstoß mit diesem Mann als sie zur Post wollte, kam mir gleich eigenartig vor. Sie weiß das sie beobachtet wird, aber man kann nicht hinter jedem Vorkommniss gleich schlimmes vermuten. Ich glaube dann würde man durchdrehen.

    Ich habe mich beim Schreiben auch oft gefragt, wie man mit solch einer Situation psychologisch umgeht, damit man die Nerven behält ...

    Alles was es über die Kapitulation, der Blockade, den Flüchtlingsströmen und vieles mehr zu lesen gab, hat mich wieder um einiges an Wissen bereichert. Auch das das Schmuggelgeschäft Tradition hatte und oftmals ein Familienunternehmen war.

    Displaced Persons , da habe ich noch ein wenig gegoogelt und allerhand Artikel gefundenen.

    Mein eigener Blickwinkel auf die Nachkriegszeit hat sich bei meinen Recherchen auch noch einmal sehr verändert. Es ist in diesen Jahren ja so ungeheuer viel und Unterschiedliches gleichzeitig geschehen. Das hat schon fast etwas von Parallelwelten gehabt und macht diese Zeit in meinen Augen auch so spannend und faszinierend.

  • Liebe Claire, ich muss dir zwischendurch ein Kompliment machen, für dieses tolle spannende Buch was mit allem gespickt ist..... Emotionen, Historisches Hintergrundwissen und deine Protagonisten die du ins Leben gerufen hast.f


    Es gab einen Einblick in dem was Hüttner treibt und das er einen Auftraggeber hat. Einen Amerikaner, was kann der damit zu tun haben und warum liegt ihm so viel daran, das nichts mehr schief geht. Er schien ziemlich erbost gewesen zu sein, das die Sache mit Jonathan schief gelaufen ist. Und das er den jüdischen Namen Grünberg als Decknamen benutzt ist auch komisch. Warum geht das alles bis Washington?

    Jedenfalls steht Hüttner hinter den Beobachtungen von Jonathan und jetzt Vera. Sein fähigster Mann , Gernot, hat sogar ein Dossier über Vera angefertigt. Bei dem Kontakt in der Zeitung bin ich fast der Meinung das es dieser Kollege ( weiß gerade seinen Namen nicht) ist, der Vera immer so komisch beobachtet. Den, den sie nicht mag.

    Das Telefonat mit Leo hat sie fast erstatten lassen, als sie von ihm erfährt das es bei Jonathan seinen Recherchen um Hermann Weißenburg,. Das wundert sie , der Weißenburg ist schon tot. Als sie dann noch hört, dass es noch Familie gibt die in Köln lebt, fragt sie sich ob es die Verbindung ist, nach der sie gesucht hat.



    Vera hat ihre Reise angetreten und ist in Südtirol angekommen. Während der Zugreise, als sie zum wiederholten Male anhielten und kontrolliert würden, war mir nicht wohl. Ich hab schon damit gerechnet das sie festgenommen wird. Aber es ging alles gut.

    Der Zusammenstoß mit diesem Mann als sie zur Post wollte, kam mir gleich eigenartig vor. Sie weiß das sie beobachtet wird, aber man kann nicht hinter jedem Vorkommniss gleich schlimmes vermuten. Ich glaube dann würde man durchdrehen.

    Zum Glück bewahrt sie auch die Ruhe, als sie bemerkt, dass ihr Zimmer durchsucht wurde. Sie beweist viel Mut und handelt in allem sehr weitsichtig.

    Die Informationen die Tagini Vera über die Fluchtrute und die Flüchtlinge liefert, macht sie streckenweise sprachlos. Das auch ehemalige SS Angehörige diese Ruten benutzen, hätte sie nicht geglaubt. Auf alle Fragen von Vera reagiert Tagini nicht freundlich und ist sehr verhalten. Darum gibt er ihr auch den Rat, in Südtirol nicht solche Fragen zu stellen.

    Sie sollte es auch gleich erleben, als die Wirtin freizügig zu plaudern beginnt und der Wirt resulut eingreift.


    Marie hat in Lina tatsächlich eine Freundin gefunden, obwohl sie unterschiedliche Schicksale erlebt haben. Sie schämt sich die Tochter ihres Vaters zu sein, weil sie nicht genau sagen kann, ob er mit diesen Gräueltaten etwas zu tun hatte. Und dann ist da Lina, die ihre Familie bis auf den Bruder verloren hat und Marie Mitgefühl und Verständnis entgegen bringt.

    Sie sind sich in ihren langen Gesprächen so nahe gekommen das sie fast glauben, sich schon ewig zu kennen.

    Einerseits hat sie ihrer Familie ein schlechtes Gewissen gegenüber, sie anzulügen, und auf der anderen Seite fühlt sie sich in dem was sie macht bestätig. Es ist keine leichte Entscheidung die sie sich macht , Ich möchte nicht wissen wie es mir ergangen wäre. Sie beweist weiterhin viel Mut und als sie sich mit Jonathan trifft, erzählt sie ihm alles und fragt ihn ob er ihr helfen würde.

    Schön das die beiden sich näher gekommen sind. Aber genau aus diesem Grund hat Jonathan bedenken etwas über Hermann Josef Weißenburg zu recherchieren. Wird er Marie mit dem was vielleicht zu Tage bringt, verletzen. Sie sagt zwar, das sie es verkraften wird, aber kann man dem Glauben schenken. Ihr Bild und die Erinnerungen an ihren Vater wären auf einen Schlag zunichte gemacht.



    Alles was es über die Kapitulation, der Blockade, den Flüchtlingsströmen und vieles mehr zu lesen gab, hat mich wieder um einiges an Wissen bereichert. Auch das das Schmuggelgeschäft Tradition hatte und oftmals ein Familienunternehmen war.

    Displaced Persons , da habe ich noch ein wenig gegoogelt und allerhand Artikel gefundenen.


    Bin gespannt wie es Vera und Marie weiter ergehen wird.

  • Hallo zusammen:


    Da ich inzwischen beim 4. LA angekommen bin, hier auch meine Eindrücke (man kann kaum aufhören, weiterzulesen ;)


    Hüttner tritt nun selbst in Erscheinung -wie schon zuvor angedeutet, gibt es nun die klare Erkenntnis, dass Hüttner und diese alten Seilschaften Jonathans Tod verursachten, eiskalt und brutal. Eine Wahrheit soll nicht ans Licht - und Vera ist in großer Gefahr!

    Ich möchte zu gerne wissen, wer in der Redaktion der "Maulwurf" ist - Fred oder gar der Buchhalter??


    Innsbruck war also ein Sammel- und Durchgangsort der Ströme von Flüchtlingen (und Nazis, die das Weite suchten). Tagini scheint mir ein geschäftstüchtiger Bergführer zu sein, ohne Gewissen - bei solchen Geschäftsmethoden muss ich immer schlucken - er und andere halfen (fürstlich entlohnt) fleißig mit, dass auch Nazis sich absetzen konnten; würde man es bösartig ausdrücken, im weitesten Sinne auch "Kriegsgewinnler".


    Ich habe ein ganz mulmiges Gefühl, was die Sicherheit Veras betrifft - denn auch als Leser weiß man natürlich nicht, wem man überhaupt trauen kann... Claire schafft es, quasi so nebenbei, auch die unsägliche Rolle von Frauen zu thematisieren, die in bitteren Kriegs- und Nachkriegsjahren sich und ihre Kinder oft alleine durchbringen mussten - und an Selbständigkeit gewachsen, nicht mehr in die alte Frauenrolle passten.


    Jonathan als wichtiges "Verbindungsglied" - zu spät erkannt von Hüttner! Ob Jonathan so etwas wie ein Doppelagent gewesen sein könnte?


    Die große Offenheit und gegenseitige Sympathie von Marie und Lina finde ich auch toll zu lesen! Durch Lina wird der Holocaust in den Roman gebracht und bei "Transporten gen Osten" fällt mir ein sehr sehr trauriger Film ein, der sich mir auf die Netzhaut brannte und dessen Bilder ich nie vergessen kann: Ein Waggon wurde abgehängt und stand wohl viele Tage irgendwo in der Eifel oder so. Darin befanden sich viele Juden, ohne Wasser - ohne Essen und den Menschen, die das mitbekamen, war es bei Androhung der Todesstrafe untersagt, ihnen Wasser oder Brot zu bringen. Um den Waggon patroullierten SS-Männer mit Schäferhunden. Eine junge Frau schaffte es wohl dennoch...

    Ein Bild grausamster Unmenschlichkeit.


    Maries Situation zu Hause ist wahrlich nicht einfach, aber sie lässt nicht locker, will die Wahrheit wissen über ihren Vater. Welche Aufgaben hatte er wohl im RSHA? Jonathan ist ein aufrichtiger, wahrheitsliebender, sensibler Mensch - und ein ausgeprägter Demokrat. Marie und er kommen sich näher, wie schön!!


    Und nun verschlägt es uns mit Vera auf eine illegale Grenzwanderung nach Tirol; eine 9stündige Fußwanderung, was für eine Strapaze. Betroffen macht hier auch die Situation der polnischen Juden... Es spricht letztendlich für Tagini, dass er sie am Ende warnt - vor Südtirol und Leuten, die sich nach ihr erkundigten - wie mutig ist diese Frau!


    Jonathan war wohl Hüttner und Konsorten auf der Fährte, in diesem LA findet einiges zusammen, worüber man bisher eher rätselte... - und es gibt eine Verbindung zu Maries Vater, Hermann Weißenburg.


    Nun kann ich wirklich sehr schlecht aufhören, weiterzulesen: Packend, fesselnd - ob Weißenburg noch lebt, unter neuer Identität? Er wäre nicht der Einzige gewesen (vermutlich nur eine Idee, aber so manche wechselten recht leicht ihre Identität zu dieser Zeit, wurden für tot erklärt, obgleich sie es nicht waren.)

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

    3 Mal editiert, zuletzt von Sagota ()

  • Schön das die beiden sich näher gekommen sind. Aber genau aus diesem Grund hat Jonathan bedenken etwas über Hermann Josef Weißenburg zu recherchieren. Wird er Marie mit dem was vielleicht zu Tage bringt, verletzen. Sie sagt zwar, das sie es verkraften wird, aber kann man dem Glauben schenken. Ihr Bild und die Erinnerungen an ihren Vater wären auf einen Schlag zunichte gemacht

    Ich hatte nicht das Gefühl, dass Jonathan Bedenken hat - letztendlich wollte er ihren Wunsch erfüllen. Aber er sorgt sich, das sehe ich so wie Du, dass die Wahrheit Marie sehr verletzen könnte. Ihr positives Bild vom Vater zerstören würde. Aber ich glaube, er hält sie für stark genug, das auszuhalten - und bewundert sie insgeheim dafür. Es ist ihr lieber, als in Unwissenheit darüber weiterzuleben. Das spricht auf jeden Fall sehr für sie!

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Da ich inzwischen beim 4. LA angekommen bin, hier auch meine Eindrücke (man kann kaum aufhören, weiterzulesen ;)

    Danke. Wie schön! :)

    Innsbruck war also ein Sammel- und Durchgangsort der Ströme von Flüchtlingen (und Nazis, die das Weite suchten). Tagini scheint mir ein geschäftstüchtiger Bergführer zu sein, ohne Gewissen - bei solchen Geschäftsmethoden muss ich immer schlucken - er und andere halfen (fürstlich entlohnt) fleißig mit, dass auch Nazis sich absetzen konnten; würde man es bösartig ausdrücken, im weitesten Sinne auch "Kriegsgewinnler".

    Das ist zum Beispiel auch eine der Seiten, von denen ich oben sprach, als ich meinte, es gab so viel und so Unterschiedliches, das in dieser Nachkriegszeit geschehen ist - eben auch in moralischer Hinsicht.

    Jonathan als wichtiges "Verbindungsglied" - zu spät erkannt von Hüttner! Ob Jonathan so etwas wie ein Doppelagent gewesen sein könnte?

    Ich lese Eure Spekulationen ja immer mit großem Spaß und viel Freude, muss ich an dieser Stelle mal wieder anmerken. :)

    Den Eindruck hatte ich auch. Wurde nicht an einer Stelle erwähnt, dass sie statt Furcht zunehmend Zorn empfindet?

    Das habe ich auch so in Erinnerung - und Zorn kann ein großer Motivator sein ;)

    Ja, das stimmt. So habe ich das auch beim Schreiben gesehen. Ihre Furcht wird einfach durch dieses Gefühl der Ohnmacht und des Zorns gedämmt ...

  • Durch Lina wird der Holocaust in den Roman gebracht und bei "Transporten gen Osten" fällt mir ein sehr sehr trauriger Film ein, der sich mir auf die Netzhaut brannte und dessen Bilder ich nie vergessen kann: Ein Waggon wurde abgehängt und stand wohl viele Tage irgendwo in der Eifel oder so. Darin befanden sich viele Juden, ohne Wasser - ohne Essen und den Menschen, die das mitbekamen, war es bei Androhung der Todesstrafe untersagt, ihnen Wasser oder Brot zu bringen. Um den Waggon patroullierten SS-Männer mit Schäferhunden. Eine junge Frau schaffte es wohl dennoch...

    Ein Bild grausamster Unmenschlichkeit.

    Es ist so unfassbar, wie viel Schreckliches und Furchtbares damals geschehen ist ...

  • Mein eigener Blickwinkel auf die Nachkriegszeit hat sich bei meinen Recherchen auch noch einmal sehr verändert. Es ist in diesen Jahren ja so ungeheuer viel und Unterschiedliches gleichzeitig geschehen. Das hat schon fast etwas von Parallelwelten gehabt und macht diese Zeit in meinen Augen auch so spannend und faszinierend.

    Durch Bücher wie Deine ändert sich dann auch mein Blickwinkel oft noch etwas. Oder er wird geschärft. Das finde ich ja gerade so Klasse. Du - und AutorINNEN wie Du - leisten die Vorarbeit und wir Leser profitieren von Eurer Recherche. :anbet:

    Ich lese Eure Spekulationen ja immer mit großem Spaß und viel Freude, muss ich an dieser Stelle mal wieder anmerken. :)

    Das ist das Gute an Leserunden. Beide Seiten haben ihren Spaß. :daumen:

  • Hüttner als eigener Erzählstrang macht die Sache noch spannender. Er hat einen Informanten bei der Zeitung. Ich tippe mal auf Veras Chef. Der hat sich mal ein bisserl verdächtig verhalten für mich. Sie kann wirklich niemandem trauen. :o


    Es wird immer klarer, dass Maries Vater ein Täter war. Das Amt in dem er tätig war gehörte zu denen, die die ganzen Gräuel veranlassten. Meine Güte, was für eine fürchterliche Wahrheit rollt da auf Marie zu.


    Der Abschnitt hat es in sich. Displaced Persons war für mich in der Form ein ganz neuer Begriff. Ich hatte mich vorher viel zu wenig damit auseinander gesetzt, was mit den ganzen Verschleppten, Inhaftierten, Vertriebenen passiert ist. Mein Vater ist ja im Krieg im Leiterwagen als Kleinkind mit Mutter und Bruder aus Schlesien quer durch Deutschland nach Bayern geflüchtet. Aber man kann sich gar nicht wirklich vorstellen, was in ganz Europa für eine Menschenflut da unterwegs war - vo rallem auch nach dem Krieg. Und dass die heimlich über Grenzen mussten und nirgends mit offenen Armen empfanen wurden ist bitter und traurig. Die Lebengeschichten von Veras Weggefährten in der Nacht sind erschütternd. Und nur vier von hunderttausenden.


    Und Vera wird auf Schritt und Tritt beobachtet und verfolgt und schon wieder wird ihr Zimmer durchsucht. Wie kann sie so alleine überhaupt noch klar denken. Ich hätte ja jetzt schon solche Ängste, dass ich nachts nicht schlafen könnte. Ich hoffe sehr, dass sie bald von irgendwo her Hilfe bekommt.

  • Durch Bücher wie Deine ändert sich dann auch mein Blickwinkel oft noch etwas. Oder er wird geschärft. Das finde ich ja gerade so Klasse. Du - und AutorINNEN wie Du - leisten die Vorarbeit und wir Leser profitieren von Eurer Recherche. :anbet:

    Vielen Dank, das freut mich natürlich ganz besonders, wenn ich etwas, dass ich zum Beispiel auch beim Recherchieren neu erfahre, durch die Geschichte in meinem Roman weitergeben und vermitteln kann. Für mich ist es übrigens immer sehr aufregend und ungeheuer spannend in so eine neue Zeit einzutauchen.:)

    Das ist das Gute an Leserunden. Beide Seiten haben ihren Spaß. :daumen:

    Ja, auf jeden Fall! :):)

  • Ich werde nicht schlau daraus, was Hüttner mit dem Amerikaner zu tun hat. Warum mischt Washington mit?


    Derjenige, der sie aus der Redaktion aus mit Informationen versorgt, ist bestimmt Fred. Aber warum macht er das? Hat man ihm Geld angeboten?


    Innsbruck war ein wichtiger Durchgangs- und Sammelpunkt für Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Italien waren. Auch für Jonathan war sie von großer Bedeutung gewesen. Das war mir noch nicht bekannt gewesen.


    Der Bergführer Ludwig Tagini war einverstanden, sie an einer der illegalen Überquerungen über die grüne Grenze teilnehmen zu lassen. Von ihm erfuhr sie, daß auch Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher diesen Weg wählen, dafür aber mehr zahlen mußten. Ja, auch die Bergführer mußten leben!


    In Innsbruck stieß sie mit einem Mann mit rötlichem Haar zusammen.


    Hüttner besaß ein Dossier über Vera Lessing, über ihren verstorbenen Mann Henry Lessing, über Jonathan Jacobsen.


    Warum darf Vera "ihnen" nicht in die Quere kommen?


    Lina erklärte Marie, daß sie zu den Prozessen geht, um zu verstehen, warum die Leute das getan haben. Das finde ich erstaunlich für eine Jüdin. Es muß sie viel Kraft gekostet haben.


    Es ist schon erstaunlich, daß sie sich schon als Kinder in Berlin hätten begegnen können.


    Jonathan hatte sich in Bonn mit Marie getroffen. Sie hatte ihn gebeten, mehr über ihren Vater herauszufinden. Es funkt zwischen den beiden, obwohl sie wissen, daß Jonathan in Berlin und Marie in Köln leben.


    Was für ein gefährliches Unternehmen, an der Überquerung der Grenze teilzunehmen. Trotz aller Mühen und Entbehrungen hatten die Flüchtlinge ein Ziel.


    Tagini informiert sie, daß er nach dem Treffen von einem kleinen, schmächtigen Mann gefragt wurde, ob er Fragen zu ihrer Person beantworten könnte. Gut, daß Tagini ihr das gesagt hat. So wundert sie sich nicht, als sie das Zimmer, das sie in einer Pension bezogen hat, durchstöbert vorfindet.


    Von Theo erfährt sie, daß Jonathan sich nach einem Mann erkundigt hatte: Hermann Weißenburg aus Berlin.


    Hier in dieser Geschichte erhalten wir so viele Informationen, daß mir schon manchmal schwindelig wird. Claire hat alles wunderbar miteinander verbunden. Chapeau!

  • Die Informationen die Tagini Vera über die Fluchtrute und die Flüchtlinge liefert, macht sie streckenweise sprachlos. Das auch ehemalige SS Angehörige diese Ruten benutzen, hätte sie nicht geglaubt. Auf alle Fragen von Vera reagiert Tagini nicht freundlich und ist sehr verhalten.

    Ich empfinde Tagini nicht als unfreundlich. Schließlich hat er sich darauf eingelassen, sie auf einer Tour mitzunehmen, und er hat sie gewarnt vor einem kleinen, hageren Mann.

  • Derjenige, der sie aus der Redaktion aus mit Informationen versorgt, ist bestimmt Fred. Aber warum macht er das? Hat man ihm Geld angeboten?


    Was für ein gefährliches Unternehmen, an der Überquerung der Grenze teilzunehmen. Trotz aller Mühen und Entbehrungen hatten die Flüchtlinge ein Ziel.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es den Informanten beim Echo schon zu Jonathans Zeiten. Sicher hat man ihm etwas versprochen. Ich bin mir nicht sicher, aber wenn es dieser Fred ist, mag es vielleicht eine Art Rache von ihm sein, da sie ihn immer diskret abweist.


    Ich staune auch immer wieder, wenn ich über solche Schicksale lese, wieviel Kraft diese Menschen noch mobilisieren konnten. Und da es mehr als gefährlich gewesen ist, steckte wahrscheinlich der ganze Körper voller Adrenalin. Und das lässt auch oft einen Menschen über sich hinaus wachsen.

  • Ich finde es sehr mutig von Vera, die Grenzüberquerung mitzumachen.

    Langsam fangen auch die Fäden an,zusammenzulaufen, Vera findet immer mehr raus,z.b das Jonathan über Weissenburg recherchiert hat, Maries Vater


    Der Rückblick zu Marie ist wundervoll erzählt, wie sie mit Lina umgeht und wie sich langsam starke Gefühle für Jonathan entwickeln.Traurig das man ja weiss, das die beiden keine Zukunft haben:(

  • Ich werde nicht schlau daraus, was Hüttner mit dem Amerikaner zu tun hat. Warum mischt Washington mit?

    Das ist tatsächlich eine ganz entscheidende und wichtige Frage ...;)

    Der Bergführer Ludwig Tagini war einverstanden, sie an einer der illegalen Überquerungen über die grüne Grenze teilnehmen zu lassen. Von ihm erfuhr sie, daß auch Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher diesen Weg wählen, dafür aber mehr zahlen mußten.

    Als ich bei meinen Recherchen darauf gestoßen bin, fand ich das wirklich erstaunlich von diesen unterschiedlichen finanziellen Tarifen zu lesen.

    Es ist schon erstaunlich, daß sie sich schon als Kinder in Berlin hätten begegnen können.

    Ja das hätten sie tatsächlich und dann auch wieder nicht, wie Marie erkennt. Diese Vorstellung fand ich bei der Verfolgung der Juden in Deutschland übrigens immer ganz besonders schrecklich, dass Menschen, die man vorher kannte und mit denen man zusammengelebt hatte, die vielleicht sogar Nachbarn waren - auf einmal so zu einem Feind erklären konnte, den man ausgrenzte und verfolgte

    Hier in dieser Geschichte erhalten wir so viele Informationen, daß mir schon manchmal schwindelig wird. Claire hat alles wunderbar miteinander verbunden. Chapeau!

    Danke - ich freue mich sehr, dass du das so empfindest. :)

  • Ich staune auch immer wieder, wenn ich über solche Schicksale lese, wieviel Kraft diese Menschen noch mobilisieren konnten. Und da es mehr als gefährlich gewesen ist, steckte wahrscheinlich der ganze Körper voller Adrenalin. Und das lässt auch oft einen Menschen über sich hinaus wachsen.

    Das habe ich auch immer wieder gedacht und mich gefragt, wie sie das nur geschafft haben. Diese Menschen waren ja zum großen Teil auch noch unterernährt, besaßen keine finanziellen Mittel, kaum etwas zu Essen und Trinken und waren dabei dann Kälte und Hitze ausgesetzt. Ganz zu schweigen von dem emotionalen Stress, nicht zu wissen, was die Zukunft bringt und dem Leiden, das hinter vielen lag.

    Ich finde es sehr mutig von Vera, die Grenzüberquerung mitzumachen.

    Ja, das habe ich auch so empfunden, aber bei dieser Grenzüberquerung findet sie auch Stück zu sich selbst zurück.

  • Mein eigener Blickwinkel auf die Nachkriegszeit hat sich bei meinen Recherchen auch noch einmal sehr verändert. Es ist in diesen Jahren ja so ungeheuer viel und Unterschiedliches gleichzeitig geschehen. Das hat schon fast etwas von Parallelwelten gehabt und macht diese Zeit in meinen Augen auch so spannend und faszinierend.

    Durch Bücher wie Deine ändert sich dann auch mein Blickwinkel oft noch etwas. Oder er wird geschärft. Das finde ich ja gerade so Klasse. Du - und AutorINNEN wie Du - leisten die Vorarbeit und wir Leser profitieren von Eurer Recherche. :anbet:

    Ich lese Eure Spekulationen ja immer mit großem Spaß und viel Freude, muss ich an dieser Stelle mal wieder anmerken. :)

    Das ist das Gute an Leserunden. Beide Seiten haben ihren Spaß. :daumen:

    Spaß einerseits und eine ganze Menge Informationen und die Möglichkeit, auch mal tiefer zu graben. Für mich ist der Roman wieder einer der "literarischen Stolpersteine", von denen es nicht genug geben kann.


    Sicher habt Ihr vom Tod des Buchhalters aus Ausschwitz erfahren: Oskar Gröning. Er ist vor ein paar Tagen im Alter von 96 Jahren (!!!!!) gestorben. Wenn man sich seine Biografie durchliest, bekommt man das Grausen über die deutsche Justiz (mir ging es jedenfalls so). Die 300.000 (!!!!!!!!!!!) Menschen, die ermordet wurden und bei deren Ermordung ihm "Beihilfe zum Mord" angelastet wurden, konnten nicht so alt werden. Und der SS-Angehörige lebte sein Leben bis ins hohe Alter, unglaublich - uncroyable - unbelievable .....

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Ist es nicht meistens leider so, das die Menschen die ihr Leben lang sich für andere aufgeopfert haben, früher sterben müssen als z.B solche Schwerverbrecher ?


    Ich würde gerne in den Kopf von diesen alten Menschen schauen,wie kann man mit dem Gewissen so alt werden.Denke die blenden das aus,oder sie sind wirklich bis zum Ende ihres Lebens so eiskalt und halten das was geschehen ist für richtig und haben eben kein schlechtes Gewissen.Anders kann ich es mit nicht erklären