04: Kapitel 11 - Ende

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  • Ich konnte mich nicht beherrschen und habe nun schon zuende gelesen - bei mir also nix von "Entschleunigung". Ich wollte wissen wie es ausgeht.


    Im 11. Kapitel wacht Herr Jakob dann also auf, diese Szenen finde ich wirklich schön beschrieben - wie im klar (gemacht) wird, dass es nun Zeit wird zum Aufwachen und wie erholt und frisch er sich fühlt. Er schafft seinen Übergang super und konnte viel Ruhe und Ausgeglichenheit mitnehmen. Auch Szenen, wie er seine Umwelt und Umgebung beobachten und auf Details achtet finde ich toll.

    Die Begegnung mit seiner Exfrau zeigt auch, wieviel Gelassenheit und Blickwechsel Herrn Jakob möglich sind. Alle diese Dinge gefallen mir sehr gut - sein Antrieb bzw. seine Leidenschaft weitere Skulpturen des Schlafenden zu schaffen und auch seine Ideen neuer Skulpturen dazu finde ich schön, auch wenn die Geschichte um den Privatdetektiv jetzt irgendwie ins Leere gelaufen ist.

    Auch Frau Rettig und ihre Vermutungen kommen mir etwas kurz - schade, da hätte ich gern noch mehr dazu gelesen.


    Kapitel 12 und die Kontaktanzeigen, nun ja die Sehnsucht dieses wohltuende Gefühl des Schlafes zu teilen und auch sonst jemanden zu haben der mit einem gemeinsam Zeit verbringt kann ich bei Herrn Jakob schon verstehen, aber gleich eine Anzeige...die schöne Erfahrung mit der Apothekerin hätte auch ohne die vorherigen Seiten über Kontaktanzeigen gewirkt.


    Was mir dann so gar nicht mehr gefallen hat (Tut mir wirklich Leid, liebe Annett - bitte nicht böse sein!) sind die Dinge die sich um die Schlafkrankheit und den eventuellen Virus drehen. Ich glaube schon die Intension dieser Szenen, die Kritik an unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, zu verstehen, aber das war mir persönlich zu sehr mit der Holzhammermethode. Wenn man wirklich von einer Krankheit ausging, wieso dann Verhaftungen - auf welcher Basis überhaupt? Das Maße an Willkür war mir hier im Rahmen der Geschichte einfach zu groß. Ich hätte mir hier anstatt dieses Exkurses lieber ein paar mehr Gedanken, Gespräche und Gefühle gewünscht, die man mit Herrn Jakob hätte entdecken können - solche kleinen Gedanken wie auf der Webside! Diese Dramatik brauchte die Geschichte in meinen Augen nicht.


    Das Ende fand ich dann wieder schön, wie beide gemeinsam in das "Traumdorf" fahren... ein gelungener Abschluss.


    Nun bin ich aber gespannt, wie die anderen das empfinden.


    Viele Grüße

    schokotimmi

  • Die Begegnung mit seiner Exfrau zeigt auch, wieviel Gelassenheit und Blickwechsel Herrn Jakob möglich sind.

    Die Möglichkeit, gelassen zu bleiben... ja, das ist für Herr Jakob einer der großen Erträge des Winterschlafes. Das wünsche ich mir selbst oft mehr, dass ich bei Ärgernissen innerlich viel gelassener bleiben könnte...


    Was mir dann so gar nicht mehr gefallen hat (Tut mir wirklich Leid, liebe Annett - bitte nicht böse sein!) sind die Dinge die sich um die Schlafkrankheit und den eventuellen Virus drehen. Ich glaube schon die Intension dieser Szenen, die Kritik an unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, zu verstehen, aber das war mir persönlich zu sehr mit der Holzhammermethode. Wenn man wirklich von einer Krankheit ausging, wieso dann Verhaftungen - auf welcher Basis überhaupt?

    Oh, böse bin ich überhaupt nicht, es ist für mich ja sehr wertvoll zu erfahren, wie unterschiedlich die Geschichte auch in den Erzähldetails bei Lesern ankommt ;) Diese Schlafkrankheit-Szene war im Entwurfsstadium sogar noch drastischer, der Lektor hat dann glücklicherweise seinen Teil angemerkt, sodass ich sie umgeschrieben hatte. Aber sie bildet wohl auch so immer noch einen gewissen Gegensatz zu dem sonst eher ruhigen Erzählfluss.


    Das Ende fand ich dann wieder schön, wie beide gemeinsam in das "Traumdorf" fahren... ein gelungener Abschluss.

    Das freut mich :)


    Herzliche Morgengrüße,

    Annette

  • Im 11. Kapitel wacht Herr Jakob dann also auf, diese Szenen finde ich wirklich schön beschrieben - wie im klar (gemacht) wird, dass es nun Zeit wird zum Aufwachen und wie erholt und frisch er sich fühlt. Er schafft seinen Übergang super und konnte viel Ruhe und Ausgeglichenheit mitnehmen. Auch Szenen, wie er seine Umwelt und Umgebung beobachten und auf Details achtet finde ich toll.

    Der Winterschlaf hat Herrn Jakob Kraft und Gelassenheit gegeben.


    Die Arbeit scheint gar nicht mehr so einen großen Stellenwert einzunehmen. Früher hatte sie ihn, voll und ganz in Beschlag genommen.


    Die Begegnung mit seiner Ex-Frau kann er mit Ruhe angehen, ohne sich aufzuregen, er hört ihr sogar richtig zu.


    Die Sache mit der Kontaktanzeige klappt nun doch nicht, weil seine Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt werden können. Wie soll man jemandem klar machen, daß man über die Winterzeit einen Winterschlaf machen möchte?


    Scheinbar werden auch andere Leute von zunehmender Müdigkeit ergriffen, so wie der Busfahrer und die Apothekerin.


    Das Schild an der Apotheke, "Voraussichtlich bis Mitte März geschlossen", führt zu Veränderungen. Im Winterschlaf sind nun auch die Apothekerin und der Busfahrer zu sehen.


    Nach dem Winterschlaf gibt es Wirbel um einen neuen Virus, eine Schläferzelle. Man erachtet es als sehr gefährlich, daß Leute Winterschlaf halten wollen. Das würde verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben!


    Herr Jakob hat seine Ruhe und Gelassenheit gefunden. Das bestätigt ihm auch das Huhn. Er hat den Winterschlaf verstanden.


    Wie wunderbar die Geschichte endet: Herr Jakob und die Apothekerin finden zusammen. Sie gehen gemeinsam in Winterschlaf. Ein gelungener Beziehungsanfang.


    Mit hat die Geschichte sehr gut gefallen. Wenn ich mich anfangs schwer getan habe, Realität und Traum/Schlaf auf eine Reihe zu bringen, habe ich mich im Nachfolgenden gar nicht mehr darum bemüht, dieses zu unterscheiden. Ich habe mich einfach nur treiben lassen, durch die Geschichte hindurch.

  • Wie soll man jemandem klar machen, daß man über die Winterzeit einen Winterschlaf machen möchte?

    Vielleicht so: <3 + :sleeping: = <3:sleeping::sleeping:<3

    Mit hat die Geschichte sehr gut gefallen. Wenn ich mich anfangs schwer getan habe, Realität und Traum/Schlaf auf eine Reihe zu bringen, habe ich mich im Nachfolgenden gar nicht mehr darum bemüht, dieses zu unterscheiden. Ich habe mich einfach nur treiben lassen, durch die Geschichte hindurch.

    Es freut mich sehr, dass Dir die Geschichte so gut gefallen hat!

    Mich hindurchtreiben lassen, das habe ich beim Schreiben des ersten Entwurfes auch gemacht, ich war gespannt, wie sich die Geschichte aus der Grundidee heraus entwickelt.


    Herzliche Grüße,

    Annette

  • So, nun ist das Buch auch (leider) geschafft.


    Herr Jakob erwacht aus einem Winterschlaf und es scheint ih richtig gut getan zu haben. Und seine Mitmenschen scheinen auch den Winterschlaf für sich entdeckt zu haben, klar, dass der Einzelhandel Alarm schlägt und ihm der Staat als Drahtzieher dieser angeblichen Bewegung an de Kragen will. Aber das kam für meinen Geschmack etwas zu plötzlich, irgendwie passte der Übergang nicht so recht, aber andererseits ein interessanter Gedanken, dass nicht nur einzelne Menschen einen Gang zurückschalten sondern es auch viel mehr Menschen so handhaben.


    Diese Schläferzelle wird ja fast schon wie eine terroristische Vereinigung behandelt, wobei sicher nur die Wirtschaft Schaden nehmen würde, andererseits hätten die Matratzen-Hersteller sicher viel zu tun, da die Matratzen sich durch den Winterschlaf schneller durchliegen. :totlach:


    Am Ende hat er sogar eine passende Begleiterin gefunden, die mit ihm gemeinsam Winterschlaf hält.


    Mit hat die Geschichte sehr gut gefallen. Wenn ich mich anfangs schwer getan habe, Realität und Traum/Schlaf auf eine Reihe zu bringen, habe ich mich im Nachfolgenden gar nicht mehr darum bemüht, dieses zu unterscheiden. Ich habe mich einfach nur treiben lassen, durch die Geschichte hindurch.

    So geht man das Buch sicher am besten an, man lässt sich durch die Geschichte treiben.


    Die Sache mit der Kontaktanzeige klappt nun doch nicht, weil seine Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt werden können. Wie soll man jemandem klar machen, daß man über die Winterzeit einen Winterschlaf machen möchte?

    Ja, das könnte sich als schwierig erweisen, aber in der Apothekerin hat er ja eine Gleichgesinnte gefunden.

  • Jetzt habe ich das Buch endlich auch zu Ende gelesen - ich muss sagen, dass ich selten ein Buch so langsam gelesen habe. Entschleunigt es den Leser ganz automatisch? Bei mir scheint es so gewesen zu sein!

    Auf alle Fälle habe ich mir wieder mehr Gedanken über Alltagshetze und Rückzug gemacht! Mit der Erkenntnis, dass ich mich - trotz aller Gegenmaßnahmen - immer noch viel zu leicht vereinnahmen lasse. Die Idee eines Winterschlafes finde ich jedenfalls sehr reizvoll! Und wenn es nicht der Winterschlaf sein kann, so kann ich mich doch immer wieder ein klein wenig vom Alltag distanzieren und das Hamsterrad von außen betrachten! Hilft auch schon ein wenig!


    Hr. Jakob wacht schön langsam wieder auf - sein erster Winterschlaf ist beendet. Es gefällt mir auch, dass er in seinem Tempo aufwacht und zur für ihn richtigen Zeit. Vieles hat sich in ihm zum Positiven gewandelt: er ist geduldiger, gelassener und ruhiger - sogar mit seiner Exfrau ist ein verständnisvolles Gespräch möglich! Seine Töchter profitieren auch davon. Vielleicht sollten wir tatsächlich alle einen Winterschlaf halten? Denn es stimmt schon: wenn ich so richtig ausgeschlafen bin, bin ich geduldiger und wahrscheinlich auch netter:unschuldig: (auch wenn ich natürlich auch sonst redlich versuche, einigermaßen nett zu sein... nicht immer mit Erfolg)


    Alles in allem ist mir das Ende aber etwas zu rasch gekommen - zu viele Handlungsgedanken wurden nicht wieder aufgenommen bzw verliefen sich irgendwie. Zum Beispiel Frau Rettig und ihre Vermutungen oder der Privatdetektiv - da hätte ich schon gerne mehr erfahren.


    Die Idee mit den "Schläferzellen" fand ich ganz witzig, auch wenn die Realität diesbezüglich alles andere als lustig ist! Und die gähnenden Beamten? Die Vermutungen wegen dem Schlafvirus? Das waren für mich realistische Einsprengsel, die - für mich - nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Über Schläferzellen und gähnende Beamte konnte ich wenigstens noch lächeln. Wie gesagt: andere Bereiche hätten mich mehr interessiert!


    Die Apothekerin? Na ja... früher hat im Märchen der Prinz die Prinzessin wachgeküsst - heute gähnen sie sich inbrünstig an und legen sich zum Winterschlaf. ;)

    Der Abschluss im Traumdorf war wirklich perfekt gewählt und hat mir sehr gut gefallen. "Das Dorf lag wieder in vollkommener Ruhe" - ein guter letzter Satz :blume:


    Alles in allem ein märchenhaftes, ruhiges Buch zum Träumen und den kleinen Winterschlaf zwischendurch!

    Herzlichen Dank!

  • . Ich glaube schon die Intension dieser Szenen, die Kritik an unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, zu verstehen, aber das war mir persönlich zu sehr mit der Holzhammermethode.

    So genau hab ich mir das gar nicht überlegt :o - ich fand diese Szene nur "unpassend". Also danke für diesen Hinweis!



    Das Ende fand ich dann wieder schön, wie beide gemeinsam in das "Traumdorf" fahren... ein gelungener Abschluss.

    Stimmt! Dieses Ende war einfach hübsch!



    Die Sache mit der Kontaktanzeige klappt nun doch nicht, weil seine Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt werden können

    Dabei dachte ich eigentlich, dass Hr. Jakob so überhaupt nicht der Typ für Partnersuche per Kontaktanzeigen ist! Das passt irgendwie nicht zu ihm!


    Wenn ich mich anfangs schwer getan habe, Realität und Traum/Schlaf auf eine Reihe zu bringen, habe ich mich im Nachfolgenden gar nicht mehr darum bemüht, dieses zu unterscheiden.

    Das hat für mich auch den eigenen Zauber der Geschichte ausgemacht - dass die genauen Grenzen zwischen Traum und Realität irgendwie verschwimmen. Was in diesem Fall ja eigentlich nur logisch ist!

    Und mich wieder dran erinnert, dass meine Traumwelt für mich ja auch irgendwie real ist...

    :blume:

  • Ach wie schön, vielleicht wäre die Welt tatsächlich eine bessere wenn wir alle Winterschlaf halten würden.

    Interessant wie panisch der Einzelhandel reagiert. Kapitalismus ist also doch die wahre Politik, kein Wunder, dass der Winterschlaf bekämpft werden muss. Ich musste dabei an die grauen Herren von "Momo" denken.


    Ich fand die Idee sehr gelungen, dass die Menschen den Winterschlaf wieder für sich entdecken, schön wenn das wirklich möglich wäre. Heutzutage wird man ja schon schief angeschaut, wenn man Sonntags einfach zu Hause bleibt. Entspannung haben viele von uns wirklich verlernt. Dabei zeigt Herr Jakob durchaus die positive Wirkung. Statt immer in Angriff und Verteidigungshaltung zu stecken, bietet er seiner Exfrau Tee an und hört ihr zu. Macht die Erfahrung, dass man ihn auf der Arbeit nicht wirklich vermisst hat und weiß diesem Umstand für sich zu nutzen.


    Dass er noch eine Partnerin sucht, auch um das Erlebte zu teilen, kann ich gut nachvollziehen. Auch, dass er an dieser Idee kurze Zeit später kapituliert :totlach:


    Die zarten Bande, die Herr Jakob letztendlich mit der Apothekerin knüpft, waren ein Highlight. Der Aufbruch in den gemeinsamen Winterschlaf in dem Dorf auch. Ein schönes Ende.

  • Dabei dachte ich eigentlich, dass Hr. Jakob so überhaupt nicht der Typ für Partnersuche per Kontaktanzeigen ist! Das passt irgendwie nicht zu ihm!

    Er macht das ja nicht online, sondern mit Hilfe der guten alten Anzeige in der Zeitung. Ich finde das passt dann irgendwie wieder.




    Diese Schläferzelle wird ja fast schon wie eine terroristische Vereinigung behandelt, wobei sicher nur die Wirtschaft Schaden nehmen würde, andererseits hätten die Matratzen-Hersteller sicher viel zu tun, da die Matratzen sich durch den Winterschlaf schneller durchliegen. :totlach:

    Stimmt, der Matratzenhandel muss sich eigentlich freuen, noch mehr Läden an jeder Straßenkreuzung :totlach::totlach:

  • Alles in allem ist mir das Ende aber etwas zu rasch gekommen - zu viele Handlungsgedanken wurden nicht wieder aufgenommen bzw verliefen sich irgendwie.

    Danke für diese Einschätzung - für mich ein wertvoller Hinweis, beim nächsten Romanprojekt noch einmal zu schauen, wie sich da die Erzählstränge zum Ende hin entwickeln bzw. in welchem Tempo!

    Die Apothekerin? Na ja... früher hat im Märchen der Prinz die Prinzessin wachgeküsst - heute gähnen sie sich inbrünstig an und legen sich zum Winterschlaf. ;)

    :totlach:


    Alles in allem ein märchenhaftes, ruhiges Buch zum Träumen und den kleinen Winterschlaf zwischendurch!

    Herzlichen Dank!

    Sehr gerne! Es freut mich, dass das Buch offenbar zum kleinen Winterschlaf zwischendurch anregt :)


    Ich fand die Idee sehr gelungen, dass die Menschen den Winterschlaf wieder für sich entdecken, schön wenn das wirklich möglich wäre. Heutzutage wird man ja schon schief angeschaut, wenn man Sonntags einfach zu Hause bleibt.

    Tja, und wenn man sagt: "Ich habe Zeit", klingt das ja auch irgendwie, als ob man nichts zu tun hätte...

    Gerade fällt mir wieder dieses wunderbare Lied bzw. Musikvideo von Max Raabe ein: "Der perfekte Moment ... wird heute verpennt" - hier der Link:


    Herzliche Grüße,

    Annette

  • Den restlichen Winter befindet sich Herr Jakob dann vollends nochmal im Winterschlaf. Ich beneide ihn echt, dass das so über diese vielen Wochen hinweg klappt. Und als er dann im frühen Frühjahr aufwacht, ist auch der Hunger da und die Geschwindigkeit um ihn herum ist wieder "normal". Das war ja auch meine Befürchtung, ob er sich womöglich nicht mehr zurechtfinden würde, wenn nach dem Winterschlaf immer noch alle und alles um ihn herum so arg beschleunigt ist.


    Dass er nach der langen Schlafenszeit derart tiefenentspannt ist, glaube ich gerne, das kenne ich auch nach einem richtig erholsamen Urlaub, dass ich für mehrere Woche deutlich entspannter und ausgeglichener bin. Wenn man dann mehrere Monate durchschläft, wird die Wirkung sicherlich länger anhalten. Zudem ändert Herr Jakob auch sein zukünftiges Leben, so dass sein Winterschlaf auch in Zukunft möglich ist und dadurch allgemein eine bessere Zufriedenheit erlangt. Schön fand ich in dem Zusammenhang auch die entspanntere Einstellung zu seiner Exfrau und seinen Töchtern. Er kann sogar Verständnis für seine Frau und ihren Studiumswunsch aufbringen.


    Bei einem Punkt habe ich aber gestutzt: "Die Türklingel würde er erst am nächsten Tag wieder funktionstüchtig machen." War das nicht so, dass der Privatdetektiv seinerzeit klingeln konnte und Herr Jakob das Klingeln in seinem Traum als Donnergrollen wahrgenommen hat?


    Grinsen musste ich allerdings bei der allgemeinen Angst um die Auswirkungen der Schläferbewegung :totlach: Ja, für das Weihnachtsgeschäft wäre das fatal, aber es ist doch eher unwahrscheinlich, dass von heute auf morgen plötzlich alle Menschen in den Winterschlaf fallen werden, dass das nur bei denjenigen der Fall ist, die das auch wirklich wollen. Nur gut, dass die Wissenschaftlerin das alles etwas relativiert und Herr Jakob nicht auch noch verhaftet wird.


    Dass seine Skulpturen zum Symbol der Schläferbewegung werden, passt perfekt. Ich hatte in einem der früheren Abschnitte doch überlegt, ob er mit der Skulptur des Schlafenden bzw. weiteren Skulpturen seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte, ein Stück weit scheint das jetzt tatsächlich zu funktionieren: die Nachfrage ist da.


    Süß fand ich die schüchterne Annäherung zwischen Herrn Jakob und der Apothekerin. Jetzt ist auch klar, warum er bei seiner Winterschlafunterbrechung damals sie als Einzige einigermaßen verstehen konnte und andersrum: sie ist ebenfalls auf dem besten Weg, eine Winterschläferin zu werden. Ich sehe gute Chancen, dass das mit dem beiden was wird, zumal sie am Ende des Buches in Kröpfingen sind.


    Das passt in jedem Fall deutlich besser wie die Dame, die im Winter gerne in den Skiurlaub oder zum Tauchen fährt.


    Hach, schade, dass das schöne Buch schon zu Ende ist, irgendwie kann man jeden Tag ein wenig Herrn Jakob brauchen. Aber wir haben ja noch seine Homepage, auf der man das eine oder andere noch nachlesen kann <3

  • Auch Frau Rettig und ihre Vermutungen kommen mir etwas kurz - schade, da hätte ich gern noch mehr dazu gelesen.

    Stimmt, ich hatte auch die ganze Zeit darauf gewartet, dass Frau Rettig Herrn Jakob mehr zusetzen würde :totlach:

    die schöne Erfahrung mit der Apothekerin hätte auch ohne die vorherigen Seiten über Kontaktanzeigen gewirkt.

    Ich weiß nicht, so wurde doch klar, dass es für Herr Jakob nicht unbedingt leicht wird, eine neue Partnerin zu finden und er sich auch darüber klar wird, dass er sein neues Leben nicht mehr aufgeben möchte.

    Wenn man wirklich von einer Krankheit ausging, wieso dann Verhaftungen - auf welcher Basis überhaupt?

    Irgendwie fand ich das typisch und könnte mir auch durchaus vorstellen, dass so etwas solche Wellen schlägt. Wobei ich das auch ein wenig als absichtlich überzeichnet angesehen habe, um das alles ein wenig aufs Korn zu nehmen ^^

    Diese Schläferzelle wird ja fast schon wie eine terroristische Vereinigung behandelt, wobei sicher nur die Wirtschaft Schaden nehmen würde, andererseits hätten die Matratzen-Hersteller sicher viel zu tun, da die Matratzen sich durch den Winterschlaf schneller durchliegen. :totlach:

    Genauso kam mir das mit der Schläferzelle auch vor, daher auch der Eindruck bei mir, dass das absichtlich etwas überspitzt dargestellt wurde, so als Seitenhieb. Du hast recht, die Matratzenhersteller dürften sich freuen :totlach:

    Und wenn es nicht der Winterschlaf sein kann, so kann ich mich doch immer wieder ein klein wenig vom Alltag distanzieren und das Hamsterrad von außen betrachten! Hilft auch schon ein wenig!

    Das ist wahr. Ich muss gestehen, als ich letzten Freitag ein paar sehr hektische Momente bei der Arbeit hatte, habe ich mir das ein oder andere Mal Herrn Jakob ins Gedächtnis gerufen.

    Die Apothekerin? Na ja... früher hat im Märchen der Prinz die Prinzessin wachgeküsst - heute gähnen sie sich inbrünstig an und legen sich zum Winterschlaf. ;)

    Herrlich :totlach::totlach:

  • Genauso kam mir das mit der Schläferzelle auch vor, daher auch der Eindruck bei mir, dass das absichtlich etwas überspitzt dargestellt wurde, so als Seitenhieb. Du hast recht, die Matratzenhersteller dürften sich freuen :totlach:

    Eben, diese werden sich wohl nicht über den neuen "Trend" beschweren. ;)

  • Bei einem Punkt habe ich aber gestutzt: "Die Türklingel würde er erst am nächsten Tag wieder funktionstüchtig machen." War das nicht so, dass der Privatdetektiv seinerzeit klingeln konnte und Herr Jakob das Klingeln in seinem Traum als Donnergrollen wahrgenommen hat?

    Hui, fast fühlte ich mich ertappt! Doch das Donnergrollen bezog sich nicht auf ein eventuelles Klingeln (der Detektiv drückt zwar auch den Klingelknopf, das erzeugt wegen der abgestellten Klinkgel jedoch kein Geräusch), sondern auf den Versuch des Detektivs, die Rolladen hochzuschieben. Ich habe mir alte Holzrolladen vorgestellt, die dann schön laut knirschen...

    Wobei ich das auch ein wenig als absichtlich überzeichnet angesehen habe, um das alles ein wenig aufs Korn zu nehmen ^^

    Ja, genau, das war meine Absicht :)


    Herzliche Grüße,

    Annette

  • Doch das Donnergrollen bezog sich nicht auf ein eventuelles Klingeln (der Detektiv drückt zwar auch den Klingelknopf, das erzeugt wegen der abgestellten Klinkgel jedoch kein Geräusch), sondern auf den Versuch des Detektivs, die Rolladen hochzuschieben. Ich habe mir alte Holzrolladen vorgestellt, die dann schön laut knirschen...

    Das ist mir nach meinem Beitrag auch gekommen, ob das Donnergrollen vielleicht von den Rolläden herrührte, welche der Hobby-Matula hochgeschoben hat :totlach: Das passt auch vom Geräusch her besser, finde ich :)

  • Hallo,


    ich muss sagen, ich bin jetzt ein wenig froh, dass ich nicht die einzige war, der die eine oder andere Stelle unpassend erschien. Da ich ja mit Urlaub und Mutterschutz gerade wieder mehr Zeit habe, denke ich immer mal über Herrn Jakob nach. Winterschlaf wäre jetzt nicht mein sehnlichster Wunsch, aber die damit verbundene Entschleunigung ist wirklich nicht zu verachten... die Bauarbeiter in unserem Garten werden sicher auch denken, hat die nix zu tun, sitzt hier fast jeden Nachmittag und liest, liest vor, spielt mit den Kids oder läßt sich einfach nur die Sonne ins Gesicht scheinen...ein bisschen wie Herr Jakob auf der Wiese (nur das unsere Wiese gerade etwas in Mitleidenschaft gezogen ist).


    Wirklich ein Buch mit interessanten Ansätzen zum Nachdenken, tollen Aspekten und einer schönen Geschichte, es hat mir Spaß gemacht.


    Den Vornamen von Herrn Jakob haben wir jetzt nicht erfahren, oder?


    LG

    schokotimmi

  • Den Vornamen von Herrn Jakob haben wir jetzt nicht erfahren, oder?

    Herr Jakob ist einfach nur Herr Jakob. :)Ich bin über seinen Vornamen auch nicht gestolpert, deshalb denke ich mal, dass er im Roman gar nicht erwähnt wurde.



    Winterschlaf wäre jetzt nicht mein sehnlichster Wunsch,

    Ein paar Ruhezeiten, in denen ich einfach mal für mich bin, würden mir für den Anfang auch schon reichen. :)

  • Wirklich ein Buch mit interessanten Ansätzen zum Nachdenken, tollen Aspekten und einer schönen Geschichte, es hat mir Spaß gemacht.

    Das freut mich!



    Den Vornamen von Herrn Jakob haben wir jetzt nicht erfahren, oder?

    Herr Jakob ist einfach nur Herr Jakob. :) Ich bin über seinen Vornamen auch nicht gestolpert, deshalb denke ich mal, dass er im Roman gar nicht erwähnt wurde.

    Der Vorname wird tatsächlich nirgends genannt.

    Ja, so war es gedacht: Herr Jakob ist einfach Herr Jakob :)

    In einer früheren Fassung des Manuskripts hatte ich den Namen an einer Stelle erwähnt (als Herr Jakob die Postkarten an den Freund und Frau Rettig einwirft, waren der Inhalt und seine Namensunterschrift wörtlich wiedergegeben), das habe ich dann allerdings später wieder verworfen.

    Ich fand irgendwie, dass ein Vorname etwas von dem Namen "Herr Jakob" wegnimmt, da Jakob ohne Herr ja auch ein Vorname ist.


    Herzliche Grüße,

    Annette