03: Kapitel 8 - einschl. Kapitel 10

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  • Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe nun auch die Kapitel 8 bis 10 gelesen.


    Zuerst also der Besuch von Frau Wanke bei ihm zuhause - das kam für mich jetzt weniger überraschend. Das sie von ihrem Leben als Sängerin erzählt überraschte mich da schon eher. Ich hatte an "philosophischere" Themen gedacht... ich finde hier gab oder gibt (vllt. kommt sie ja nochmal zu Besuch) es noch Potential.


    Dann wird es ja auch spannend, mit dem Privatdetektiv der ums Haus schleicht und alles genau untersucht - schön der Zusammenhang mit der dunklen Wolke im Traum und das Unbewußte was Herrn Jakob doch immer wieder mit beiden Welten verbindet.

    Ich denke ich habe auch den Hinweis bezüglich Frau Rettig entdeckt:

    Leider scheint sie ja erstmal nicht weiter zu forschen.


    Das nun Herr Jakob eine Erkältung bekommt und auch noch nach draußen muss war ein weiterer Spannungsbogen, v.a. der Aufbau um Fr. Rettig herum hat schon Spaß gemacht. Etwas ratlos hat mich die Sprache zurückgelassen, ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe das nicht ganz verstanden.


    Ich möchte nun schon wissen, wie sich der Kreis der Geschichte schließt...


    Viele Grüße

  • Der Besuch von Frau Wanke in Herrn Jakobs Träumen ist insofern eine tröstliche Angelegenheit, weil Frau Wanke erkannte, daß ihr - als ängstlicher Mensch - nichts mehr passieren konnte.


    Die dunkle Wolke, die Herrn Jakob begleitete, sehe ich als die Gefahr, die ihm von außen drohte, in Form eines Privatdetektivs. Das Huhn weist ihn darauf hin, daß man den Aufenthalt auch kurz unterbrechen kann.


    Als er in der Realität nichts entdecken kann, ist er beruhigt und kann wieder schlafen gehen.


    Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir meinen, daß irgendwo Gefahr lauert. Wenn wir dann gründlich nachforschen und nichts entdecken, sind wir beruhigt.


    Daß Herrn Jakob dann von einer Erkältung erwischt wird, zwingt ihn in die Außenwelt. Diese bietet sich ihm aber als "schneller Film" dar. Nur die Natur bietet ihm Ruhe. Die Apothekerin schien weniger angespannt zu sein, als die vielen anderen Menschen.


    Ja, es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die trotz aller Hektik, trotz allem Stress ruhig und gelassen bleiben können. Sie sind innerlich gefestigt.


    Mit einem Heilkräuteröl geht Herr Jakob seine Erkältung an und kann wieder schlafen gehen.

    Etwas ratlos hat mich die Sprache zurückgelassen, ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe das nicht ganz verstanden.

    Ich glaube, das mit der Sprache ist deshalb so, weil Herr Jakobs Welt verlangsamt und die Außenwelt verschnellert ist. Sämtliche Vokale verschwinden.


    Es ist wirklich ein Vergnügen, die Geschichte zu lesen!

  • Ich denke ich habe auch den Hinweis bezüglich Frau Rettig entdeckt:

    Exakt - herzlichen Glückwunsch! 8)

    Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir meinen, daß irgendwo Gefahr lauert. Wenn wir dann gründlich nachforschen und nichts entdecken, sind wir beruhigt.

    Ich kenne das nur zu gut... ich bin einmal kurz vorm Einschlafen vom Rauchmelder aufgeschreckt worden. Es war mir schnell klar, dass nur die Batterie leer war und er deshalb losging. Aber ich musste erst gründlich das Treppenhaus und die ganze Wohnung "beschnuppern", ob nicht doch irgendwo Rauch wäre oder gar Feuer!


    Ja, es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die trotz aller Hektik, trotz allem Stress ruhig und gelassen bleiben können. Sie sind innerlich gefestigt.

    Manche Menschen, die ich kenne und die auch in stürmischen Zeiten ruhig und gelassen bleiben können, haben schon einige Krisen im Leben überstanden und haben, denke ich manchmal, damit wohl eine Art "Überlebenserfahrung", die innerlich stark macht.


    Ich glaube, das mit der Sprache ist deshalb so, weil Herr Jakobs Welt verlangsamt und die Außenwelt verschnellert ist. Sämtliche Vokale verschwinden.

    Ja, so hatte ich das gedacht. Herr Jakob ist auch bei seinem Ausflug immer noch so verlangsamt, dass er die Sprechgeschwindigkeit der Anderen als viel zu schnell empfindet bzw. die Sprache kaum noch verstehen kann.


    Es ist wirklich ein Vergnügen, die Geschichte zu lesen!

    Das freut mich sehr :)


    Herzliche Grüße,

    Annette

  • Ich habe gestern Abend ganz dringend ein bisschen Herr Jakob gebraucht :totlach:


    Aha, jetzt wissen wir, warum Frau Rettig im letzten Abschnitt "Ach" gemeint hat: das Tor ist also noch offen, da hat Herr Jakob "geschlampt" bei seinen Vorbereitungen.


    Jaja, die besinnliche Vorweihnachtszeit, in der es meist so stressig zugeht.


    Der Besuch von Frau Wanke hat mir sehr gut gefallen und das nicht nur, weil ich auch gerne einen Whiskey trinke :totlach: Da wurde es aber auch Zeit, dass sie sich endlich mal davon gönnt.


    Der hartnäckige Interessent hat tatsächlich einen Privatdetektiv beauftragt. Ich musste über den Detektiv grinsen, er erfüllt so schön die Klischees, die man von diesem Berufsstand hat :totlach: Und gleichzeitig stört er, obwohl Herr Jakob schläft, dessen Privatsphäre - das ist ja lästig mit dieser Wolke, die ihm so hartnäckig folgt. Nur gut, dass er von dem Klingeln nicht aufgewacht ist. Das kann ich überhaupt nicht leiden, wenn ich ein Nickerchen mache und genau dann das Telefon oder die Türklingel schrillt.


    Spannend finde ich, dass Herr Jakob nach wie vor keinen Hunger hat, wenn er einmal aufwacht. Als die Erkältungswelle um sich greift, dachte ich noch, Herr Jakob hat sicherlich Glück, weil er nicht mit anderen zusammenkommt, aber trotzdem finden diese fiesen Viren einen Weg in das Haus. So wird tatsächlich sein Schlaf unterbrochen und er fühlt sich durch die Erkältung gezwungen, das Haus zu verlassen.


    Dass er mit einem Handfeger seine Spuren verwischt, ist ja raffiniert. Bei Reifenspuren seines Autos hätte das schwieriger werden können. Ebenso das mit den Postkarten - wobei ich denke, Frau Rettig wird evtl. auch weiterhin misstrauisch bleiben.


    Interesant ist auch, dass Herr Jakob nach dem Aufwachen so viel "langsamer" in allem ist und sogar nicht mal mehr das Gesprochene versteht. Vielleicht liegt das an seinem heruntergefahrenen Stoffwechsel, der muss ja auf Sparflamme laufen, wenn er keine Nahrung zu sich nimmt.


    Mich hat es gewundert, dass Herr Jakob nach dem Besuch in der Apotheke nicht direkt wieder nach Hause gegangen, sondern noch ins Kino gegangen ist. O.k., dadurch konnte er bei Dunkelheit nach Hause zurückkehren und dadurch war die Gefahr minimiert, gesehen zu werden. Ob er von den Filmen überhaupt viel verstanden hat? Wahrscheinlich nicht, er ist ja über dem einen Film auch eingeschlafen.


    Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass er und Frau Rettig sich über den Weg laufen, sie hätte ihn vielleicht gleich erkannt, trotz des längeren Barts. Sie waren ja wirklich nicht weit voneinander entfernt gewesen.

  • Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir meinen, daß irgendwo Gefahr lauert. Wenn wir dann gründlich nachforschen und nichts entdecken, sind wir beruhigt.

    In jedem Fall.

    Die Apothekerin schien weniger angespannt zu sein, als die vielen anderen Menschen.

    Entweder das oder Herr Jakob hat sich selbst etwas nach "beschleunigt", nachdem er nun schon einige Zeit auf ist.

    Ich kenne das nur zu gut... ich bin einmal kurz vorm Einschlafen vom Rauchmelder aufgeschreckt worden. Es war mir schnell klar, dass nur die Batterie leer war und er deshalb losging. Aber ich musste erst gründlich das Treppenhaus und die ganze Wohnung "beschnuppern", ob nicht doch irgendwo Rauch wäre oder gar Feuer!

    Also, da hätte ich aber auch genauer nachgesehen, wie du.

    Der Besuch von Frau Wanke in Herrn Jakobs Träumen ist insofern eine tröstliche Angelegenheit, weil Frau Wanke erkannte, daß ihr - als ängstlicher Mensch - nichts mehr passieren konnte.

    Das stimmt, nun kann sie deutlich gelassener sein.

  • So, weiter geht's.


    Ich empfand den Besuch von Frau Wanke in Herrn Jakobs Träumen auch tröstlich und beruhigend, noch schöner wurde es als sie gemeinsam Whiskey tranken und stundenlang plauderten.


    Aber unheimlich war es, als plötzlich dieser fremde Mann um Herrn Jakobs Traum herumschlich, wenn die Fenster geöffnet wären, wäre der doch glatt in das Haus eingestiegen, mir kam er schon fast wie ein Einbrecher vor. Ob es der gleiche Mann ist, der auch schon im Laden dem Verkäufer aufgefallen ist? Interessant, dass dessen Begängnis auf dem Grundstück sich in Herrn Jakobs Traum als dunkle Wolke zeigte.


    Anschließend rauschte seine Umwelt auf dem Weg zur Apotheke ja nur so an ihm vorbei. Mir kommt es manchmal auch so vor, wenn die Leute hektisch an mir vorbei hetzen. Dann denke ich mir manchmal, wer wird wohl der nächste sein, dem das Herz vor lauter Stress irgendwann einen bösen Scherz spielt.


    Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir meinen, daß irgendwo Gefahr lauert. Wenn wir dann gründlich nachforschen und nichts entdecken, sind wir beruhigt.

    Wir sind ja auch von so vielen schlechten Meldungen umgeben, dass wir doch schon dadurch paranoid sein müssten und hinter jedem Strauch eine Gefahr wittern. ;)


    Also, da hätte ich aber auch genauer nachgesehen, wie du.

    Ja, in solchen Situationen würde ich wohl auch nicht eher beruhigt wieder einschlafen, bis nicht geklärt ist, was der Auslöser ist.


    Ich glaube, das mit der Sprache ist deshalb so, weil Herr Jakobs Welt verlangsamt und die Außenwelt verschnellert ist. Sämtliche Vokale verschwinden.

    Ja, so habe ich das auch verstanden, in der Apotheke scheint er sich ja diesem Tempo anzupassen, so dass die Angestellte ihn versteht, oder so.

  • Ich habe gestern Abend ganz dringend ein bisschen Herr Jakob gebraucht :totlach:

    :)


    Ich musste über den Detektiv grinsen, er erfüllt so schön die Klischees, die man von diesem Berufsstand hat

    Ähm, ehrlich gesagt, beim Schreiben dieser Szene hatte ich die ganze Zeit Matula aus "Ein Fall für Zwei" vor meinem inneren Auge :totlach:


    Spannend finde ich, dass Herr Jakob nach wie vor keinen Hunger hat, wenn er einmal aufwacht.

    Ich hatte mir gedacht, das macht er wie Tiere, die Winterschlaf bzw. Winterruhe halten und dabei ihren Stoffwechsel total herunterfahren.


    Als die Erkältungswelle um sich greift, dachte ich noch, Herr Jakob hat sicherlich Glück, weil er nicht mit anderen zusammenkommt, aber trotzdem finden diese fiesen Viren einen Weg in das Haus.

    Oh, ja, das ist ein guter Punkt! In meiner Lovelybooks-Leserunde wurde heftig diskutiert, wie Herr Jakob sich überhaupt angesteckt haben könnte bzw. wie die Viren den Weg ins Haus gefunden hätten... und ich muss gestehen, an dieses Detail hatte ich beim Schreiben schlicht nicht gedacht. Ich erkälte mich selbst oft, wenn ich irgendwo Zugluft abbekomme, aber Viren braucht es dazu ja trotzdem noch ;)


    Mich hat es gewundert, dass Herr Jakob nach dem Besuch in der Apotheke nicht direkt wieder nach Hause gegangen, sondern noch ins Kino gegangen ist.

    Er wollte einfach auf keinen Fall riskieren, im Hellen gesehen zu werden - aber mir fällt jetzt auch gerade ein, dass die Filme ja wegen der so schnellen Sprechgeschwindigkeit - bzw. der Verlangsamung von Herrn Jakob - bestimmt anstrengend zu sehen waren...


    Mir kommt es manchmal auch so vor, wenn die Leute hektisch an mir vorbei hetzen.

    Ich ertappe mich manchmel im Gespräch dabei, dass ich so schnell spreche, dass ich mich geradezu verhaspele ... und denke, meine Güte, wie mag das nur für mein Gegenüber klingen... aber Radiosprecher bzw. Gesprochenes im Radio empfinde ich manchmal auch als extrem schnell. Ich habe mich schon dabei ertappt, das Radio abgeschaltet zu haben, als es mir zu schnell wurde!


    Herzliche Grüße und allseits einen guten Nachtschlaf ;)

    Annette

  • Ähm, ehrlich gesagt, beim Schreiben dieser Szene hatte ich die ganze Zeit Matula aus "Ein Fall für Zwei" vor meinem inneren Auge :totlach:

    Der gute Matula :totlach:

    Ich ertappe mich manchmel im Gespräch dabei, dass ich so schnell spreche, dass ich mich geradezu verhaspele ... und denke, meine Güte, wie mag das nur für mein Gegenüber klingen...

    Das kenne ich von mir auch, gerade wenn es dann noch hektisch wird rotwerd

  • Am schönsten in diesem Abschnitt fand ich die Atmosphäre in dem Haus, wie ein Kokon. Herr Jakob hat Wasser und etwas zu Essen gekauft, die Rolläden sind unten und das Haus vermittelt Ruhe und Geborgenheit. Zumindest ich habe es so empfunden. Was ich allerdings nicht verstanden habe woher Herr Jakob jetzt seine Erkältung hat. Braucht es da nicht irgendwie Viren und / Bakterien?


    Interessant die dunkle Wolke die Herr Jakob in seinem Traum bemerkt als der Detektiv (?) um sein Haus schleicht. Die Welten verknüpfen sich immer mehr.


    Wie lange hat Herr Jakob jetzt geschlafen? Irgendwie habe ich die genaue Zeit verpasst. Sehr interessant sein Ausflug in die Welt zum Bäcker und zur Apotheke. Seine Realität hat sich unglaublich verlangsamt. Aber ist es wirklich so brutal, dass sogar eine Verkäuferin einen links liegen lässt? Das hatte mich sehr erschrocken.

    Die kurzen Dialoge habe ich fast alle nicht verstanden, außer"Gtntg".

  • Ich kenne das nur zu gut... ich bin einmal kurz vorm Einschlafen vom Rauchmelder aufgeschreckt worden. Es war mir schnell klar, dass nur die Batterie leer war und er deshalb losging. Aber ich musste erst gründlich das Treppenhaus und die ganze Wohnung "beschnuppern", ob nicht doch irgendwo Rauch wäre oder gar Feuer!

    Also, da hätte ich aber auch genauer nachgesehen, wie du.

    Da übermannt mich wohl eher so ein schwerer Schlaf wie Herrn Jakob. Ich würde das Ding ausmachen und am Morgen nach dem Wachwerden schnuppern ob es brennt :sleeping:8)



    Es ist wirklich ein Vergnügen, die Geschichte zu lesen!

    Stimmt, das finde ich auch :)


    Daß Herrn Jakob dann von einer Erkältung erwischt wird, zwingt ihn in die Außenwelt. Diese bietet sich ihm aber als "schneller Film" dar. Nur die Natur bietet ihm Ruhe. Die Apothekerin schien weniger angespannt zu sein, als die vielen anderen Menschen.


    Ja, es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die trotz aller Hektik, trotz allem Stress ruhig und gelassen bleiben können. Sie sind innerlich gefestigt.

    Das ist ein guter Hinweis. Die Apothekerin schafft es tatsächlich sich im Alltagstrubel zu entschleunigen. Schön, wenn Menschen so etwas können, bzw. für ihr Gegenüber noch so empfänglich sind.



    Jetzt möchte ich aber unbedingt wissen wie die Geschichte ausgeht.

  • Guten Abend!


    Hr Jakob genießt seinen Winterschlaf und nur Fr. Rettig scheint ihn ein wenig zu vermissen bzw die ganze Situation seltsam zu finden. Hr. Jakobs Freund nimmt das zeitweilige Verschwinden recht gelassen hin! (Ich würde doch gerne wissen, wo sich meine Freunde befinden!).


    Die kleine Skulptur hat eine seltsame Wirkung auf den Betrachter: der eine schläft ein, andere wollen sie unbedingt haben. Symbolisiert sie so sehr den Wunsch nach Ruhe und Gelassenheit? Und warum will Hr. Jakob sie eigentlich nicht verkaufen? Eigentlich spricht ja gar nichts dagegen.

    Neugierig bin ich natürlich, ob der Detektiv erfolgreich sein wird (aber ich hoffe, dass Hr. Jakob es schafft, seinen Winterschlaf in Ruhe zu beenden).


    Interessant ist natürlich, dass die reale Welt ihn bis in seine Träume hineinverfolgt. Der Mann schleicht ums Haus und Hr. Jakob spürt einen Schatten in seinem Traum. Aber manchmal "spürt" man einfach mehr, als man erklären kann. So ist das für mich keineswegs überraschend oder realitätsfremd.

    Ich glaube sogar, dass es manchmal auch umgekehrt so sein kann - dass also ein Traum in das reale Leben wirkt!


    Ähm, ehrlich gesagt, beim Schreiben dieser Szene hatte ich die ganze Zeit Matula aus "Ein Fall für Zwei" vor meinem inneren Auge


    Matula? Ach je... in meiner Phantasie ist es eher ein detektivischer Monsieur Hulot....rotwerd


    Überhaupt finde ich es toll, wie Hr. Jakobs Traumerleben und die reale Welt immer wieder aufeinander Bezug nehmen, manchmal sogar miteinander verwoben sind.

    Völlig verständlich, dass die Welt ihm in seiner kurzen Schlafpause unnötig schnell und hektisch vorkommt: die Menschen laufen zu schnell, sprechen zu rasch! Sie sind für ihn nicht mehr verstehbar und er wird für alle anderen unverständlich.


    Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.


    Ich bin schon neugierig, wie sein Winterschlaf weitergehen wird...:blume:

  • Noch ein Nachtrag:


    Ja! Ich finde auch, dass es ein Vergnügen ist, diese Geschichte zu lesen.

    Das Lesen selber entschleunigt schon!


    Danke!

  • Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.


    Ich bin schon neugierig, wie sein Winterschlaf weitergehen wird...:blume:

    Schön wenn es mit der märchenhaften Lesart bei dir so funktioniert, bei mir klappt das leider nicht, dafür ist die Geschichte ein klein wenig zu stark in der vermeintlichen Realität angesiedelt. Man erfährt doch über Herrn Jakob und seine Traumerlebnisse viel weniger als über das drumherum. Den Detektiv, Frau Rettig, den Freund und Verkäufer - Wetter und Befindlichkeiten der Welt.

    Wobei ich in den Punkten Essen und Erkältung kaum ein Problem sehe - Trinken tut Herr Jakob ja, zumindest habe ich das so gelesen. Essen wird überbewertet und Viren und Bakterien sind ja immer da, warum sollte sich durch Temperaturschwankungen, wenig Vitamine und so weiter nicht eins festgesetzt haben.


    Ich muss auch leider zugeben, dass mir das mit der verlangsamten Sprache nicht so gut gefallen hat, es hat sich einfach nicht passend zusammengefügt. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung.


    Der gute alte Matula, da musste ich kurz schmunzeln bei euren Kommentaren. 8)

  • Was ich allerdings nicht verstanden habe woher Herr Jakob jetzt seine Erkältung hat. Braucht es da nicht irgendwie Viren und / Bakterien?

    Die kurzen Dialoge habe ich fast alle nicht verstanden, außer"Gtntg".

    Äh, ja, das mit den Viren / Bakterien ... auf der einen Seite sehe ich es als Recherche-Schwachstelle beim Schreiben, da ich darüber nicht sehr nachgedacht hatte, wo jetzt der Virus hergekommen sein könnte. Auf der anderen Seite war es mir nicht wichtig, alles rational erklären zu können, da schon die ganze Konstruktion "Mensch macht monatelang Winterschlaf" ja schlicht in der realen Welt so nicht möglich ist.


    Zu den kurzen Dialogen, ich schlüssele sie hier einmal auf:

    "Tschlwonächstaptek" = "Entschuldigung, wo ist die nächste Apotheke?"

    "Daschö" = "Dankeschön"

    "Straraulinkdarechseit" = "Straße geradeaus, links, da auf der rechten Seite."

    "Dshiebte" = "Das hier bitte."

    "Sibznzig" = "Siebzehnneunzig."


    Ich musste jetzt selbst auch noch einmal überlegen...;)

    Ich würde das Ding ausmachen und am Morgen nach dem Wachwerden schnuppern ob es brennt :sleeping:8)

    :)

    Ich erinnere mich an folgende Situation während einer Fortbildung in einem Seminarhotel:

    Nachts ging im Hotel der Feueralarm los. Ich wurde wach und blickte aus dem Fenster ins Tal (ich war im 3. oder 4. Stock), dort brannte es in einem Haus, ich beobachtete die Löscharbeiten und ging dann wieder ins Bett (ich kam nicht auf die Idee, mich zu fragen, warum der Alarm im 3-4 Kilometer Luftlinie entfernten Hotel losgeht, wenn es unten im Tal brennt...)

    Morgens stellte sich heraus: Einige Teilnehmer der Seminargruppe hatten sich beim Alarm unten am Notausgang versammelt, hatten festgestellt, dass das Hotel nicht brannte und sind irgendwann wieder auf ihre Zimmer zurückgekehrt, eine Teilnehmerin erzählte, sie sei aufgewacht, habe gedacht: Ach, so, nur Feueralarm, dann habe sie sich umgedreht und sei wieder eingeschlafen ;)

    Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Menschen doch auf so etwas reagieren.

    Ich glaube sogar, dass es manchmal auch umgekehrt so sein kann - dass also ein Traum in das reale Leben wirkt!

    Das glaube ich auch. Für mich kann ein Traum auch Hinweise enthalten, dass jetzt etwas im Leben "dran" ist, worüber man vielleicht schon die ganze Zeit nachgrübelt und zu keiner Entscheidung im Wachzustand kam.


    Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.

    Oh, wie schön ausgedrückt, genau so eine "märchenhafte Darstellung" hatte ich im Sinn :)


    Ja! Ich finde auch, dass es ein Vergnügen ist, diese Geschichte zu lesen.

    Das Lesen selber entschleunigt schon!


    Danke!

    Das freut mich sehr, dass die Geschichte diese Wirkung hat! :)


    Herzliche Grüße,

    Annet

  • Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.


    Ich bin schon neugierig, wie sein Winterschlaf weitergehen wird...:blume:

    Schön wenn es mit der märchenhaften Lesart bei dir so funktioniert, bei mir klappt das leider nicht, dafür ist die Geschichte ein klein wenig zu stark in der vermeintlichen Realität angesiedelt. Man erfährt doch über Herrn Jakob und seine Traumerlebnisse viel weniger als über das drumherum. Den Detektiv, Frau Rettig, den Freund und Verkäufer - Wetter und Befindlichkeiten der Welt.

    Wobei ich in den Punkten Essen und Erkältung kaum ein Problem sehe - Trinken tut Herr Jakob ja, zumindest habe ich das so gelesen. Essen wird überbewertet und Viren und Bakterien sind ja immer da, warum sollte sich durch Temperaturschwankungen, wenig Vitamine und so weiter nicht eins festgesetzt haben.

    Man muß doch wirklich nicht so überaus realistisch denken, wenn wir an Herrn Jakobs Winterschlaf denken. Dies ist eine Geschichte, die uns einen Anstoß geben möchte. Fabeln oder Märchen sind auch nicht realistisch!

  • Man muß doch wirklich nicht so überaus realistisch denken, wenn wir an Herrn Jakobs Winterschlaf denken. Dies ist eine Geschichte, die uns einen Anstoß geben möchte. Fabeln oder Märchen sind auch nicht realistisch!

    Das verstehe ich schon, aber leider funktioniert es bei mir eben nicht so gut wie bei den meisten anderen hier - ich habe jetzt auch schon weiter gelesen, vllt. hat das ja auch schon einen gewissen Einfluss. Das Fiktive, Unrealistische in der Geschichte reicht für mich leider nicht aus, den Funken komplett überspringen zu lassen. Das ist nicht böse gemeint.


    LG

  • Man muß doch wirklich nicht so überaus realistisch denken, wenn wir an Herrn Jakobs Winterschlaf denken. Dies ist eine Geschichte, die uns einen Anstoß geben möchte.

    Das Fiktive, Unrealistische in der Geschichte reicht für mich leider nicht aus, den Funken komplett überspringen zu lassen. Das ist nicht böse gemeint.

    Ich finde eure kontroversen Ansichten sehr interesssant bzw. dass die Geschichte an diesem Punkt zu sehr unterschiedlichen Eindrücken führt! Ich erinnere mich, dass ich beim Schreiben einerseits sehr darauf bedacht war, dass die Zusammenhänge in der realen Welt logisch bleiben (z.B. die Zeitabläufe; wie Herr Jakob unentdeckt bleibt...), und dass ich mich andererseits regelrecht durch das Entstehen und Herrn Jakobs Erleben habe treiben lassen. Die Figur war für mich der Ankerpunkt, um die herum alles erzählt wird. Durch diese beiden Erzählhaltungen ist vielleicht eine gewisse Spannung innerhalb der Geschichte zwischen "real" und "in der Realität so nicht möglich" entstanden.


    Herzliche Grüße,

    Annette

  • Die kleine Skulptur hat eine seltsame Wirkung auf den Betrachter: der eine schläft ein, andere wollen sie unbedingt haben. Symbolisiert sie so sehr den Wunsch nach Ruhe und Gelassenheit? Und warum will Hr. Jakob sie eigentlich nicht verkaufen? Eigentlich spricht ja gar nichts dagegen.

    Gute Frage, aber ich kann ihn irgendwie verstehen. Vielleicht sieht er es als Verrat an sich selbst, wenn er die Figur verkauft. Oder er ist einfach noch nicht so weit.


    Annette Normalerweise bin ich da nicht so pingelig, hier war mir einfach aufgefallen, weil mir das Haus so sicher vorkam während Herr Jakob schlief. Die dicke Erkältung sehe ich fast als Verrat an diese Sicherheit.


    Und besten Dank für das Entschlüsseln der Dialoge :)