01: Anfang - einschl. Kapitel 4

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  • Hallo Ihr Lieben,


    hier treffen wir uns ab dem 30.03.2018 zur Leserunde zu dem Buch "Herr Jakob träumt" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders A.S. Dowidat, die uns hier zum ersten Mal begleiten wird. Schön, dass Du, liebe Annette, mit dabei bist! :-*


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netiquette durch.

    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Wenn ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, dann wäre es gut, wenn ihr hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid geben würdet.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! :winken:


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis einschl. Kapitel 4 schreiben.

    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Liebe Grüße

    odenwaldcollies :winken:

  • Liebe Annette, liebe Mitleser,


    dann mache ich hier doch mal den Anfang :)


    Nachdem ich die letzten zwei Wochen mich mit der Grippe rumgeschlagen habe und immer noch etwas platt bin, kann ich Herrn Jakobs Bedürfnis nach Schlaf sehr gut nachvollziehen. Aber auch ohne Grippe kann ich es sehr gut verstehen. Oh, was hasse ich die Bösartigkeit meines Weckers unter der Woche, wenn er sich erdreistet, zu nachschlafener Zeit mich zu wecken :totlach:


    Es ist doch wirklich so, dass, wenn man mal ausschläft, direkt das Gefühlt hat, dass einem die Zeit davonläuft und man nichts mehr geregelt bekommt.

    Und Herr Jakob steht zunehmend unter Druck, einmal durch seine Frau und seine Töchter mit ihren Unterhaltsforderungen, zum anderen durch die Zahlungsforderungen der Stadt und der diversen Bitten von beruflicher Seite aus, ihn als Referent und Bildhauer zu gewinnen, obwohl er eigentlich überhaupt keine Lust darauf hat. Ich denke, sein Zustand geht schon ein wenig Richtung Burn-out, oder was meint ihr?


    So eine "Welt", wie die mit dem Huhn, wünscht sich doch jeder, oder nicht? Dass man einfach seinen Gedanken nachhängen kann bzw. mal gar nichts denken muss und einfach nur "abhängt". Aber selbst, wenn man die Möglichkeit hätte, müsste man es erst lernen, damit umzugehen, da hat das Huhn schon recht. Wenn ich von mir ausgehe, ist es doch schon fast gar nicht mehr möglich, mal an nichts zu denken, irgendwas treibt einen doch immer um. Und je älter man wird, umso schlimmer wird es, finde ich. Gerade deswegen genieße ich auch sehr den Moment, z.B. im Urlaub bei einem Nickerchen im Liegestuhl, wenn man gerade so am wegdämmern ist und dann die verrücktesten Traumbilder die Szene betreten.


    Herr Jakob muss sich auch erst mit dem anfreunden, was ihm das Huhn erzählt, aber es wird allmählich. Zumal ihn Frau Wanke auch noch in dieser Richtung bestärkt. So traurig es klingt, aber wenn man in einem Hospiz liegt, hat man wirklich alle Zeit der Welt, dann ist wirklich nichts mehr wichtig und es sollte nichts mehr geben, was einen hetzt. Aber nur wenn man loslassen kann, was sehr schwierig ist, denn der Mensch hängt an seinem Leben.

    Und je mehr die Welt des Traums mit dem Huhn lockt, umso mehr wird Herrn Jakob die Schnelligkeit und Hetze des Alltags bewusst und sein Wunsch nach Entschleunigung immer übermächtiger.


    Ab und an ist mir das auch schon passiert, dass ich im Schlaf den nervigen Wecker ausgeschaltet habe und mich danach nicht mehr daran erinnern konnte :totlach:

  • Gerade deswegen genieße ich auch sehr den Moment, z.B. im Urlaub bei einem Nickerchen im Liegestuhl, wenn man gerade so am wegdämmern ist und dann die verrücktesten Traumbilder die Szene betreten.

    Liebe Karin, liebe Mitlesende,


    vorab einen herzlichen Dank an alle, die mitlesen, sodass die Runde zustandekommen konnte, das freut mich sehr!


    Ja, das kenne ich auch: Im Urlaub irgendwo herumliegen und vor sich hindösen und dabei das Gefühl haben, ich hätte alle Zeit der Welt, alles kann warten, nichts ist gerade drängend... tja, jetzt fehlt nur noch die Umsetzung, wie ich das in meinen Alltag hineintranspotieren kann, da gibt es doch immer irgendetwas zu tun... Herr Jakob scheint mir der personifizierte Teil meiner Sehnsucht zu sein, dies irgendwann zu schaffen.


    Liebe Grüße,

    Annette

  • Wenn ich von mir ausgehe, ist es doch schon fast gar nicht mehr möglich, mal an nichts zu denken, irgendwas treibt einen doch immer um. Und je älter man wird, umso schlimmer wird es, finde ich.

    Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, richtig abzuschalten, an nichts zu denken. Und ich muß sagen, je älter ich wurde, desto besser ging es.


    Ja, ich glaube, Herrn Jakob erkennen viele in sich. Wir laufen mit einem festen Rhythmus durchs Leben und die Last, die sich allmählich auf unseren Schultern auftürmt, scheint uns immer mehr zu erdrücken. Man ist versucht, alles perfekt zu machen, manchmal auch mehr als 100%ig. Wie oft erwischt man sich dabei, daß man, wenn man etwas leichtfertig, unüberlegt zugesagt, am liebsten gleich wieder absagen möchte.


    Ja, das sieht wirklich nach Burnout bei Herrn Jakob aus. Entschleunigung und Entlastung würden ihm da wirklich gut tun.

  • Ja, das sieht wirklich nach Burnout bei Herrn Jakob aus. Entschleunigung und Entlastung würden ihm da wirklich gut tun.

    Das ist für mich immer wieder interessant - nicht wenige Leserinnen und Leser haben mir bereits zurückgemeldet, dass sie bei Herrn Jakob an Burnout denken.

    Mir erscheint das sehr stimmig und passend, beim Schreiben habe ich daran jedoch überhaupt nicht gedacht. Die Figur des Herrn Jakob hat sich sehr intuitiv entwickelt, ursprünglich hatte ich dabei einen Menschen in meiner Umgebung vor Augen, der einfach gerne schläft und morgens eher langsam aus dem Bett findet. Da dachte ich, was wäre, wenn er einfach ganz drin bleibt? :)


    Liebe Grüße,

    Annette

  • Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, richtig abzuschalten, an nichts zu denken. Und ich muß sagen, je älter ich wurde, desto besser ging es.

    Das ist ja super. Ich glaube, ich komme mal zu dir in die "Schulung" :)

    Wie oft erwischt man sich dabei, daß man, wenn man etwas leichtfertig, unüberlegt zugesagt, am liebsten gleich wieder absagen möchte.

    Ohja, das kenne ich auch zur Genüge.

    Das ist für mich immer wieder interessant - nicht wenige Leserinnen und Leser haben mir bereits zurückgemeldet, dass sie bei Herrn Jakob an Burnout denken.

    Mir erscheint das sehr stimmig und passend, beim Schreiben habe ich daran jedoch überhaupt nicht gedacht.

    Das ist ja spannend, dass das gar nicht von dir beabsichtigt war.

  • Hallo,


    ich freue mich auf die Leserunde mit euch. Ich habe gestern Abend im Bett die ersten 4 Kapitel gelesen und Herr Jakob in seiner Art ist mir sympathisch, auch der relativ schleichende Prozess seiner Überlastung und Übermüdung ist schön dargestellt. Mir gefällt die Sehnsucht, die er nach dem Traum entwickelt und manchmal überlege ich ob hier die Erinnerungen von Herrn Jakob nicht zu verschwimmen beginnen - was ist Traum was ist Wirklichkeit.


    Zum Thema Abschalten und Entschleunigen - Yoga mache ich ja schon ziemlich lange und ich habe mich auch immer wieder an Meditation versucht - es klappt zwar noch nicht so gut und so regelmäßig wie gewünscht, aber es ist trotz allem ein gutes Mittel, diesem Zeitdruck und Nachdenken zu entfliehen. Deshalb muss ich sehen wie es weitergeht, denn eine Flucht in den Traum finde ich persönlich jetzt nicht als das erstrebenswerteste. Ich sehe es eher so, dass er sich die Erfahrungen mitnehmen sollte. Aber wir werden sehen wohin sich das Buch entwickelt.


    LG

    schokotimmi

  • Zum Thema Abschalten und Entschleunigen - Yoga mache ich ja schon ziemlich lange und ich habe mich auch immer wieder an Meditation versucht - es klappt zwar noch nicht so gut und so regelmäßig wie gewünscht, aber es ist trotz allem ein gutes Mittel, diesem Zeitdruck und Nachdenken zu entfliehen.

    Ich habe früher mal Kampfsport betrieben - und dabei konnte ich auch so richtig abschalten, da ich mich auf die Bewegungen und die Koordination konzentrieren musste. Das habe ich leider irgendwann aufgegeben... tatsächlich kann ich heute Augenblicke der völligen Entspannung erleben, wenn ich Wolken am Himmel beobachte (hm, das ist natürlich oft im Urlaub, also vielleicht bin ich deswegen dann sowieso entspannter).


    Ich sehe es eher so, dass er sich die Erfahrungen mitnehmen sollte.

    Schauen wir mal, wie Herr Jakob das handhabt :)


    Liebe Grüße,

    Annette

  • So, nun steige ich auch mit ein.


    Der erste Abschnitt klingt ja schon recht vielversprechend. Herr Jakob - erfahren wir auch seinen Vornamen? - scheint ja sehr eingespannt zwischen beruflichen und familiären Verpflichtungen, er wirkt dadurch schon etwas gestresst und fühlt sich auch selber zunehmend unter Druck gesetzt.

    Klar, dass er sich dann in Traumwelten "flüchtet", in denen von Hektik keine Spur ist, und selbst da schafft er es noch nicht, zur Ruhe zu kommen.

    Diese Traumwelt möchte ich auch gern mal kennenlernen. :)


    Es ist doch wirklich so, dass, wenn man mal ausschläft, direkt das Gefühlt hat, dass einem die Zeit davonläuft und man nichts mehr geregelt bekommt.

    Ja, man denkt dann, dass der Tag doch schon fast vorüber ist und verfällt dann in große Hektik und will alles mit einmal schaffen, weil doch der Tag sich langsam dem Ende neigt.


    o traurig es klingt, aber wenn man in einem Hospiz liegt, hat man wirklich alle Zeit der Welt, dann ist wirklich nichts mehr wichtig und es sollte nichts mehr geben, was einen hetzt. Aber nur wenn man loslassen kann, was sehr schwierig ist, denn der Mensch hängt an seinem Leben.

    Ja, das stimmt, vielleicht sollte man gerade schon eher versuchen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, auch wenn es oft schwer ist.


    Herr Jakob scheint mir der personifizierte Teil meiner Sehnsucht zu sein, dies irgendwann zu schaffen.

    Ja, ich glaube, da geht es vielen so. Aber manchmal nehme ich die Pläne mancher Menschen auch mit Sorge war, dass es nicht vielleicht noch stressiger wird als vorher, denn was manche beispielsweise in der Rente alles noch erleben wollen, dass klingt auch oft nach ordentlichem Stress, seinen Sehnsüchten hinterherzujagen, als gebe es kein Morgen. Dann doch lieber schon eher anfangen, als zu warten, bis es zu viel wird. :)

  • Ja, ich glaube, da geht es vielen so. Aber manchmal nehme ich die Pläne mancher Menschen auch mit Sorge war, dass es nicht vielleicht noch stressiger wird als vorher, denn was manche beispielsweise in der Rente alles noch erleben wollen, dass klingt auch oft nach ordentlichem Stress, seinen Sehnsüchten hinterherzujagen, als gebe es kein Morgen. Dann doch lieber schon eher anfangen, als zu warten, bis es zu viel wird. :)

    Da bin ich vollständig bei dir. Gerade bei Menschen, die sich alles für die Zeit der Rente aufgehoben habe, habe ich schon oft genug erlebt, dass sie diese Zeit dann gar nicht mehr erlebt haben.

  • Ich habe früher mal Kampfsport betrieben - und dabei konnte ich auch so richtig abschalten, da ich mich auf die Bewegungen und die Koordination konzentrieren musste. Das habe ich leider irgendwann aufgegeben... tatsächlich kann ich heute Augenblicke der völligen Entspannung erleben, wenn ich Wolken am Himmel beobachte (hm, das ist natürlich oft im Urlaub, also vielleicht bin ich deswegen dann sowieso entspannter)

    Ich glaube Kampfsport und Yoga haben da auf jeden Fall Parallelen - Wolken am Himmel beobachten kann ich auch und nicht nur im Urlaub, auch z.B. zuhause im Garten... ist ja auch eine Art Meditation.


    tigi86 Über den Vornamen habe ich gar nicht nachgedacht - ich habe ihn bis jetzt noch nicht als wichtig erachtet. Geht das nur mir so?


    Ja, ich glaube, da geht es vielen so. Aber manchmal nehme ich die Pläne mancher Menschen auch mit Sorge war, dass es nicht vielleicht noch stressiger wird als vorher, denn was manche beispielsweise in der Rente alles noch erleben wollen, dass klingt auch oft nach ordentlichem Stress, seinen Sehnsüchten hinterherzujagen, als gebe es kein Morgen. Dann doch lieber schon eher anfangen, als zu warten, bis es zu viel wird. :)

    Da bin ich vollständig bei dir. Gerade bei Menschen, die sich alles für die Zeit der Rente aufgehoben habe, habe ich schon oft genug erlebt, dass sie diese Zeit dann gar nicht mehr erlebt haben.

    Das habe ich auch schon oft erlebt, ein Mittelmaß (ist ja wie Yoga, die Mitte finden) ist glaube ich wichtig. Das andere Extrem was ich kenne ist, überhaupt keine Pläne und Ziele zu haben. Das finde ich auch irgendwie traurig und ich bin gespannt, ob sich Hr. Jakob noch so entpuppt. Ich glaube es eher nicht, aber ich bin gespannt.


    LG

    schokotimmi

  • Über den Vornamen habe ich gar nicht nachgedacht - ich habe ihn bis jetzt noch nicht als wichtig erachtet. Geht das nur mir so?

    Ich hatte bisher auch nicht über einen möglichen Vornamen nachgedacht.

    Das andere Extrem was ich kenne ist, überhaupt keine Pläne und Ziele zu haben. Das finde ich auch irgendwie traurig und ich bin gespannt, ob sich Hr. Jakob noch so entpuppt.

    Ohja, das finde ich auch sehr traurig.

  • Zum Thema Abschalten und Entschleunigen - Yoga mache ich ja schon ziemlich lange und ich habe mich auch immer wieder an Meditation versucht - es klappt zwar noch nicht so gut und so regelmäßig wie gewünscht, aber es ist trotz allem ein gutes Mittel, diesem Zeitdruck und Nachdenken zu entfliehen.

    Bei mir war es letztendlich so, daß ich im Kopf nur noch eine Dauerschleife hatte vom ewigen Nachdenken. Ich habe nichts mehr auf die Reihe bekommen. Erst durch den Aufenthalt in eines Tagesklinik habe ich gelernt, wie man sich entspannt, wie man Probleme, die man gerade nicht lösen kann, vorübergehend beiseite schiebt, um sie dann, wenn man Zeit dafür hat, anzugehen. Vorher konnte ich vor lauter Nachgrübeln auch keinen oder fast keinen Schlaf mehr finden. Man muß lernen, mit seinem Kopf gut umzugehen.

  • Grüß Euch! Jetzt kann ich endlich wieder mitlesen und mitschreiben - ;). Ich hatte jetzt eine Pause und ihr habt mir wirklich gefehlt!


    Hr. Jakob (ist das eigentlich der Vorname oder der Familienname? Möglich wäre ja beides!) - in vielen Bereichen kann ich ihn sehr gut verstehen! Die langsame Überlastung, das "Nicht mehr mit dem Alltag zurechtkommen können", weil alles immer unverständlicher wird. Bei Hr. Jakob sind das halt die Unterhaltsforderungen der Ex und der Töchter, die Rechnung der Stadtgemeinde und auch die Aufträge für Skulpturen, die er zwar annimmt, dann aber damit überfordert ist. Alles zusammen braut sich zu einer gewaltigen Überlastung aus.

    Sein Verschlafen im Zug oder zu Hause - das sind Ruhemomente, die der Körper für sich erzwungen hat. Für mich ist das zumindest so - immer wenn mir alles zu viel wird, dann leiste ich mir Fehlleistungen, die zumindest kurzzeitig für Ruhe sorgen:)


    Hr. Jakob fällt ein klein wenig aus der Zeit, vielleicht sogar aus seinem Leben. Hmmm... Aber seine Abenteuer in dieser Traumwelt sind wirklich amüsant. Das philosophische Huhn, die verlorene Nase, der Mann mit dem Zylinder, das Eichhörnchen und die meditative Nuss - habt ihr das irgendwie interpretiert?


    Der Schreibstil gefällt mir übrigens sehr gut, die einzelnen, zum Teil skurrilen Szenen lassen mich schmunzeln - allerdings neige ich dazu, gedanklich ein wenig abzudriften, was mir zwar gut tut, aber ich komme dadurch nur sehr langsam weiter.:blume:


    Ich bin neugierig, wie es mit ihm weitergeht....

    Liebe Grüße!;)
    Miriam

    Einmal editiert, zuletzt von ysa () aus folgendem Grund: Extrem peinlicher Schreibfehler....

  • Gerade bei Menschen, die sich alles für die Zeit der Rente aufgehoben habe, habe ich schon oft genug erlebt, dass sie diese Zeit dann gar nicht mehr erlebt haben.

    Das ist eine oft eintretende traurige Lebensrealität... ich arbeite hauptberuflich seit gut zwei Jahren in der Klinikseelsorge, da ist mir besonders bewusst geworden, wie wenig sich die eigene Lebenszeit eigentlich planen lässt.

    Man muß lernen, mit seinem Kopf gut umzugehen.

    Ja, da kann ich nur zustimmen. Ich kann mich wunderbar in Grübeleien über Probleme versteifen, die ich eventuell vielleicht in der Zukunft haben könnte... und dann fehlt jede Energie für die Gegenwart.

    Mir dann zu sagen, dass ich schon genug Lösungskompetenz haben werde, wenn ein Problem tatsächlich auftreten wird, ist wohltuend, aber es klappt leider nicht immer.


    Ich hatte bisher auch nicht über einen möglichen Vornamen nachgedacht.

    Sehr interessant. Ob ich darüber nachgedacht habe, verrrate ich noch nicht :)


    Der Schreibstil gefällt mir übrigens sehr gut, die einzelnen, zum Teil skurrilen Szenen lassen mich schmunzeln - allerdings neige ich dazu, gedanklich ein wenig abzudriften, was mir zwar gut tut, aber ich komme dadurch nur sehr langsam weiter.

    Es freut mich sehr, dass Dir der Schreibstil gefällt! Die Sprach ist teilweise von Hartmut Lange, dem Novellisten, beeinflusst, bei dem ich einmal ein Seminar machen durfte. Ich glaube übrigens, dass sich das Buch gut zum langsam Lesen eignet :)


    Liebe Grüße,

    Annette

  • Ich denke, sein Zustand geht schon ein wenig Richtung Burn-out, oder was meint ihr?

    Diesen Eindruck hatte ich auch! Dass Hr. Jakob schon sehr in diese Richtung schlittert! Die rasch voranschreitende Überlastung und der zunehmende Rückzug sprechen schon dafür!

    So eine "Welt", wie die mit dem Huhn, wünscht sich doch jeder, oder nicht? Dass man einfach seinen Gedanken nachhängen kann bzw. mal gar nichts denken muss und einfach nur "abhängt". Aber selbst, wenn man die Möglichkeit hätte, müsste man es erst lernen, damit umzugehen, da hat das Huhn schon recht.

    Ich denke, das ist ein schwieriger Lernprozess - vor allem, dass man sich dieses Nichts-tun auch erlaubt, ohne Bedenken und ohne schlechtem Gewissen (die Arbeit rennt deshalb eh nicht davon!)

    Dabei bestätigen doch immer mehr Studien/Untersuchungen und gescheite Leute, dass Pausen ebenso wichtig sind wie Arbeitszeit....


    Mit lieben Grüßen von einer, die gleich wieder in den Nachtdienst entschwindet...:abinsbett:

  • Hallo Zusammen,


    was für ein herrliches kleines Büchlein. Allerdings ist es meine erste Leserunde mit ebook, was irgendwie anders ist. Ich vermisse die Möglichkeit des Hin- und Herblätterns schon ein wenig.


    Bei der Inhaltsangabe "Über den Roman", musste ich ein wenig schmunzeln:


    Zitat


    Traum und Wirklichkeit verschränken sich allmählich, und Herr Jakob muss sich fragen, ob seine Traumwelt weniger wahr ist als die sogenannte Realität."

    Ich hatte früher in der Schule einen Kunstlehrer, der genau dieses zum Thema hatte. Wann sind wir real, wann träumen wir? Vielleicht ist unser Tun im Wachzustand der Traum und wenn wir schlafen sind wir in der realen Welt. Er hatte uns da spannende Denkansätze geliefert, die ich in dem Buch jetzt wohl wiederfinde. Hat schon was von "Matrix".


    Herr Jakob erscheint ein sehr ordentlich strukturierter Mensch zu sein, Veränderungen sind wohl nicht sein Ding. Wenn ich ehrlich bin war ich überrascht, dass er Skulpturen fertigt. Irgendwie bringe ich das eher mit chaotischeren Menschen in Verbindung.

  • Hr. Jakob fällt ein klein wenig aus der Zeit, vielleicht sogar aus seinem Leben. Hmmm... Aber seine Abenteuer in dieser Traumwelt sind wirklich amüsant. Das philosophische Huhn, die verlorene Nase, der Mann mit dem Zylinder, das Eichhörnchen und die meditative Nuss - habt ihr das irgendwie interprätiert?

    Eine schöne Zusammenfassung, die ich bisher nicht interpretiert habe. Es mag daran liegen, dass ich philosophische Hühner noch nicht hatte ;)


    Interessant, dass ihr bei Herrn Jakob alle Burnout vermutet, diesen Gedanken hatte ich bisher nicht. Für mich ist er eher jemand, der so langsam die Oberflächlichkeit dieser Welt entlarvt.