01 - Seite 5 bis einschl. Seite 88 ( Prolog bis einschl. "Jäger und Kundschafter")

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  • Hallo lieber Lukas, liebe MitleserINNEN,


    hier treffen wir uns zum ersten Abschnitt der Leserunde zu dem Buch "Das dunkle Herz" und ich begrüße alle TeilnehmerINNEN und ganz besonders den Autor. Lukas, schön, dass Du unsere kleine Runde begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr zu lesen angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereits, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid, denn eigentlich sind insgesamt ca. 2 Wochen dafür gedacht.

  • Hallo zusammen, ich freue mich drauf :) Eine Anmerkung schon jetzt von mir, da die Frage in anderem Zusammenhang aufkam und für Verwirrung gesorgt hat: "Das dunkle Herz" ist ein Auftaktbuch und ich arbeite bereits an der Fortsetzung. Das ist dem Buch selbst kaum anzusehen (höchstens anzulesen) und scheinbar verändert das doch etwas daran, wie ein Buch gelesen wird. Ich dachte mir, ich gebe euch diese Info mal vorweg ;)

    Jetzt bin ich aber gespannt auf eure Beiträge! Frohe Ostern!

  • Lieber Lukas, liebe Mitleser,


    als erstes wünsche ich euch ebenfalls alle schöne Ostern.


    LukasHainer

    Danke für die Information. Du hast bestimmt in Leipzig erwähnt, wieviele Bände es insgesamt werden, aber ich muss gestehen, ich habe bei den vielen Mehrteilern, in die ich auf der Buchmesse reingehört habe, den Überblick verloren rotwerd Daher hier nochmal: wieviele Bände sind geplant?


    Ich war ja einige Zeit am Zögern, ob ich mich hier zur Leserunde anmelden sollte oder nicht, bis ich dann in Leipzig den Trailer und die Lesung mitbekommen habe, die mich dann vollends überzeugt haben. Und ich muss sagen, schon allein der Prolog hätte gereicht, um mich zu überzeugen, er hat mich direkt in das Buch hineingezogen mit seiner unwirklichen und ja, albtraumhaften Umgebung.


    Wie gesagt, der Prolog ist schon sehr surreal und macht neugierig auf das Geheimnis, was sich hinter dieser "Welt" oder was das auch immer ist, verbirgt. Oder besser gesagt darunter - wenn man den Worten des alten Mannes glauben darf, verbirgt sich das Böse unter der Stadt, dort, wo die eigentliche Stadt liegt, die ehemalige Heimat des alten Mannes und all derjenigen, die nicht mehr sind.


    Warum liegt eine Stadt überhaupt unterhalb der Erde? Und war das Böse schon immer dort oder kam es später und sorgte damit für den Untergang der unterirdischen Stadt? Der alte Mann spricht davon, dass es schon solange da ist, wie er zurückdenken kann. Verlangt das Böse immer wieder nach neuen Menschen, die dann unvermittelt in die Stadt gelangen und irgendwann wieder daraus verschwinden?

    Ist das dann die Ernte, an die der alte Mann denkt? Das Böse unter der Erde wird von ihm auch als Gefangener bezeichnet, ich vermute mal, es liegt in der unterirdischen Stadt gefangen. Aber warum verlangt es dann immer wieder nach Menschen, falls meine Theorie stimmen sollte, warum erfüllt man einem Gefangenen diesen "Wunsch"? Ist das die Pflicht, die der alte Mann immer wieder erfüllen muss, die Zufuhr von neuen Menschen, wie auch immer das bewerkstelligt wird? Ist das dunkle Herz das Böse?


    Alles sehr, sehr mysteriös und geheimnisvoll - und damit spannnend :totlach:


    Die nächsten Fragen, die sich mir beim Lesen stellten: wie werden die Menschen ausgewählt, die in diese unwirtliche Gegend versetzt werden? Gibt es etwas, das sie verbindet, z.B. die Trauer um einen verlorenen Menschen oder irgendein Gefühl des Alleinseins, wie es bei Anna der Fall ist, die seit 10 Jahren darunter leidet, kein normales Leben führen zu können, da immer noch der Schatten des verschwundenen Bruders über dem Familienleben schwebt. Oder gibt es überhaupt kein Muster dahinter, welche Menschen ausgewählt werden? Alle scheinen zum gleichen Zeitpunkt anzukommen, also können sie aus ganz verschiedenen Situationen herausgerissen werden, gfflls. auch beim Schlafen.


    Da die "strafversetzten" Menschen sogar eine Kirche gebaut haben, die alle großen Religionen vereint, zeigt, dass ihr Aufenthalt über einen längeren Zeitraum gehen muss, wenn sie die "Zeit" haben, solche Gebäude zu erstellen. Und es zeigt auch, dass die Menschen weltweit ausgesucht werden. Der Zeitraum, den die Menschen dort verbringen, hängt aber ja auch vom Nahrungsangebot ab.


    Rätsel geben mir diese grünen Hallen mit den Turbinen auf, bei ihnen musste ich an Treibhäuser denken, die vielleicht für das Überleben der Menschen etabliert wurde. Wenn es sich wirklich um Turbinen handelt, woher kommt dann die Technik dafür?


    Spannend ist natürlich zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen mit ihrer neuen Situation umgehen. Ich muss gestehen, ich fand es im ersten Moment ebenfalls beruhigend, als Anna auf Nikos gestoßen ist, auch wenn er ebenfalls keine Ahnung hat. Aber wenn du völlig alleine bist, dann drehst du doch direkt durch. Außerdem kann ich sehr gut Annas Hoffnungen nachvollziehen, die sie mit dem noch funktionierenden Handy verbindet, auch wenn sie keinen Empfang hat, aber es ist trotzdem noch das letzte Bindeglied zu ihrem "normalen" Leben vor diesem Albtraum.

    Weiterhin ist es auch spannend, welche "Gesellschaften" sich bilden und wie sie das Leben organisieren werden. Der alte Mann hat ja schon davon gesprochen, dass es in der Vergangenheit Kriege gab. Ehrlich gesagt, kann ich mir das ziemlich gut vorstellen, wenn die Ressourcen knapp werden, dass irgendwann ein erbitterter Kampf um sie stattfinden wird. Und einige der Menschen werden sich unter diesen Umständen garantiert verändern und das Schlechteste oder Beste in ihnen hervorbringen.


    Solche Typen wie dieser Álvaro sind mir äußerst suspekt, zum einen, weil er über eine Waffe verfügt, so etwas ist schon immer sehr gefährlich, zum anderen, weil er sich direkt als Anführer aufschwingt und man das Gefühl hat, dass er sich eigentlich schon viel länger in dieser Stadt befindet - er fühlt sich ja beinahe schon wohl in seiner Rolle, hat man den Eindruck. Und was hat es mit diesem angeblichen Giftanschlag auf den Brunnen zu tun? Ich glaube eher nicht daran, dass da was Wahres dran ist, derjenige wäre ja wirklich bescheuert, sich selbst zu vergiften, außer er wäre wirklich wahnsinnig, was Elif aber abstreitet. Warum ist Álvaro mit diesem Vorwurf so schnell bei der Hand, kaum dass sie in dieser Welt angekommen sind?

    Wirklich sicher scheinen mir Anna und Nikos hier nicht zu sein.


    Nun komme ich noch zum Beginn des Buches, zum Verschwinden von Ben: ist Ben seinerzeit dasselbe passiert wie Anna und er ist in diese seltsame Welt verschwunden? Das Wort "Bem", welches Anna unter all den Zeichen und Wörtern entdeckt, würde ich momentan nicht überbewerten, denn das könnte wirklich in irgendeiner Sprache etwas bedeuten, aber es ist schon auffällig, dass Ben seinerzeit auch einfach spurlos verschwunden ist.


    Ich will mir nicht vorstellen, wie sich die Eltern fühlen müssen, nachdem sie nun auch noch das zweite Kind auf dieselbe Weise verlieren wie schon ihren Sohn damals. Ich denke auch, dass die Ungewissheit, ob das eigene Kind noch lebt oder nicht, über die Jahre zermürbender ist, wie die Gewissheit, dass es tot ist und man sich nicht in der Hoffnung aufreibt, dass doch noch alles gut wird.


    Eigentlich wollte ich jetzt gar nicht so viel schreiben, aber der erste Abschnitt wirft direkt so viele Fragen und Eindrücke auf. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

  • Guten Morgen ihr Lieben, ich wünsche Euch auch erst mal allen ein schönes Osterwochenende. Hallo Lukas. Toll, dass Du trotz der Feiertage Zeit findest, uns zu begleiten. :)


    Dann habe ich gestern gestaunt, dass Karin SO viel geschrieben hat. Nachdem ich aber jetzt mit dem ersten Abschnitt durch bin, weiß ich warum. ;)


    Zuerst mal zum Prolog - und dem kurzen Stück gegen Ende des ersten Abschnittes.

    Wer ist der alte Mann? Der Hüter des dunklen Herzens? Sind die Menschen alle hier gelandet, weil sie eine Art Opfergabe werden sollen? Er spricht von einer Ernte. Und davon, dass es beim letzten Mal Krieg gab. Und die ganzen Dinge, die es bereits in diesem "Seltsamen Land" gibt, die Öfen und die gebrannten Ziegel zum Beispiel, die Häuser, die teilweise sehr alt und einfach gebaut sind, aber auch die Kirche, die von Gläubigen sämtlicher Religionen gebaut, dekoriert und bemalt zu sein scheint, die Turbinen, die Mauer.... Alles scheint, als hätte es hier immer wieder Menschen gegeben, die das alles erbaut haben und dann verschwunden sind. Geopfert? Im Krieg vernichtet? Wobei letzteres dem Alten ja nicht zu passen scheint. Die Menschen werden also für anderes benötigt. Ein Satz sagt es ja eigentlich. Sie dienen alle ihrem Gefangenen. Das würde bedeuten, Annas Bruder ist hier irgendwo und wartet auf die Befreiung. Das würde aber auch bedeuten, dass alle an einem Strang ziehen müssten und nicht gegeneinander arbeiten. Sollte das in dieser Geschichte das Ziel sein?


    Überhaupt ist es alles ein einziges großes Rätsel. Oder viele Rätsel.

    Warum sind Anna, Nick und die anderen hier gelandet? Was haben sie alle gemeinsam? Ist es wirklich ein geliebter verschwundener Mensch? Aber wohin verschwunden und warum? Dass Anna und die anderen alle gestorben sind, glaube ich nicht. Eher, dass sie in der realen Welt in eine Art Koma gefallen sind und jetzt ihre "Seelen" in dieser Welt für etwas kämpfen sollen oder für etwas geopfert werden? Denn wo sind sie denn sonst gelandet. Es ist wie eine Parallellwelt. Ein eigenes Universum sozusagen.Oder es gibt eine Art "Wurmloch" durch dass sie alle gefallen sind. Aber das würde in der wirklichen Welt schon sehr stark auffallen, wenn sie plötzlich verschwinden.

    Ich finde es ein bisschen seltsam, dass sich niemand so wirklich große Gedanken darüber macht, was hier passiert. Das nährt meine Vermutung, dass sie alle so etwas wie den gleichen Traum träumen. Denn im Traum stellt man sich solche Fragen ja auch nicht und nimmt so etwas als gegeben hin. Anders kann ich mir ihre Gelassenheit nicht erklären.


    Einiges, was hier so abläuft, erinnert mich lustiger Weise an ein Buch, dass ich erst kürzlich gelesen habe. Nämlich den SF-Dystophie-Roman von Deon Meyer, Fever. Denn auch hier geht es u.a. darum, wie eine Gruppe von Menschen, die sich vorher nicht kannten und die sehr unterschiedlicher Kultur, Bildung, Alter und Herkunft sind, sich in einer neuen "Gesellschaftsstruktur" zurechtfinden und entwickeln. Also wer sich zum Anführer aufschwingt, wer zum Mitläufer. Wer welche Position einnimmt und wie sich Seilschaften und Gemeinschaften bilden. Und auch, wie man gemeinsam ums Überleben kämpft.


    Das Überleben scheint sowieso recht schwierig. Das Essen ist knapp. Dass sogar Schweine hierher transportiert werden, passt irgendwie nicht zu meiner These, denn auch wenn das Schwein sicher Mitschweine kennt, die gestorben sind. :o denke ich nicht, dass es im Traum hier gelandet ist. Ebenso Pflanzen und Dergleichen. Entweder ist das schon hier auf dieser "Welt" oder es gibt eine andere Erklärung. ;) Und da es ausgerechnet ein Schwein ist, wird es erst mal schwierig für Elif. Gibt es im Islam eine Ausnahme-Regelung für so was? Was passiert, wenn man doch Schwein ist als Moslem? Kommt man dann nicht in den "Himmel"? Oder reicht es, wenn man beichtet? Gibt es so was wie beichten oder abbitte leisten? Sorry, ich bin da wirklich total ungebildet.


    Seltsam fand ich auch, dass Anna das Loch in der Mauer heimlich vergrößert. Da sie ja so große Angst vor den Heulern hat, muss ihr klar sein, dass sie nicht nur einen Weg hinaus sondern vor allem auch einen Weg hinein schafft. Und der Schutz ist damit eigentlich flöten. Klar ist ein Fluchtweg nicht schlecht und ich denke auch, sie werden ihn leider wohl noch brauchen. Aber ich könnte nicht mehr ruhig schlafen und würde in der Nacht immer Angst haben, dass durch dieses Loch auch der Feind oder die Monster kommen könnten.:wegrenn:Okay, erwischt. Ich bin ein großer Angsthase bei so was.

  • Daher hier nochmal: wieviele Bände sind geplant?

    Gute Frage. Ich wusste auch nicht, dass es eine Reihe sein soll. Jetzt befürchte ich, dass es hier keine endgültige Auflösung am Ende des Buches geben wird. Gut, dass Lukas das hier erwähnt hat, denn ich hatte tatsächlich mit einem abgeschlossenen Buch gerechnet. rotwerd


    Oder besser gesagt darunter - wenn man den Worten des alten Mannes glauben darf, verbirgt sich das Böse unter der Stadt, dort, wo die eigentliche Stadt liegt, die ehemalige Heimat des alten Mannes und all derjenigen, die nicht mehr sind.

    Ja, das ist schon gruselig. Wenn die Mauer vielleicht nur gegen andere Menschen und Tiere aber gar nicht gegen die eigentliche Bedrohung helfen wird. :o



    Alle scheinen zum gleichen Zeitpunkt anzukommen, also können sie aus ganz verschiedenen Situationen herausgerissen werden, gfflls. auch beim Schlafen.

    Vielleicht passiert das ja alle 10 Jahre? War es nicht an dem Tag, an dem auch Annas Bruder verschwunden ist?



    Rätsel geben mir diese grünen Hallen mit den Turbinen auf, bei ihnen musste ich an Treibhäuser denken, die vielleicht für das Überleben der Menschen etabliert wurde. Wenn es sich wirklich um Turbinen handelt, woher kommt dann die Technik dafür?

    Ich denke auch, es könnten Gewächshäuser sein. Und entweder haben sie andere Menschen im Laufe der Jahre gebaut oder sie sind Bestandteil dieser Welt, denn irgend etwas muss es ja hier auch schon gegeben haben ausser Sand und Hitze. ODER es können neben Tieren und Pflanzen auch Turbinen hierher "gebeamt" werden. ^^



    Außerdem kann ich sehr gut Annas Hoffnungen nachvollziehen, die sie mit dem noch funktionierenden Handy verbindet, auch wenn sie keinen Empfang hat, aber es ist trotzdem noch das letzte Bindeglied zu ihrem "normalen" Leben vor diesem Albtraum.

    Ja, das konnte ich auch nachvollziehen. Und das Gefühl des Bangens, wie lange der Akku noch hält, kennen wir ja alle, denke ich. :totlach:



    Ehrlich gesagt, kann ich mir das ziemlich gut vorstellen, wenn die Ressourcen knapp werden, dass irgendwann ein erbitterter Kampf um sie stattfinden wird. Und einige der Menschen werden sich unter diesen Umständen garantiert verändern und das Schlechteste oder Beste in ihnen hervorbringen.


    Solche Typen wie dieser Álvaro sind mir äußerst suspekt, zum einen, weil er über eine Waffe verfügt, so etwas ist schon immer sehr gefährlich, zum anderen, weil er sich direkt als Anführer aufschwingt und man das Gefühl hat, dass er sich eigentlich schon viel länger in dieser Stadt befindet - er fühlt sich ja beinahe schon wohl in seiner Rolle, hat man den Eindruck. Und was hat es mit diesem angeblichen Giftanschlag auf den Brunnen zu tun?

    Leider glaube ich auch, dass es hier zu Kämpfen zwischen Menschen kommt, die eigentlich doch eher zusammenhalten und gegen das Geheimnisvolle Andere kämpfen sollten. Also ihre Zeit vertun und dann doch alle vernichtet werden. Oder hat jeder ein Enzelschicksal, und kann sich und vielleicht sogar seinen Vermissten retten?


    Ich hatte auch den Eindruck, dass manche sich innerhalb von eineinhalb Tagen schon viel besser eingerichtet hatten in dieser Welt als andere. Und woher kommt die Waffe? Darf man alles mitnehmen, was man zum Zeitpunkt der "Reise" dabei und anhatte? Anders kann ich mir das jetzt nicht erklären.

    Nun komme ich noch zum Beginn des Buches, zum Verschwinden von Ben: ist Ben seinerzeit dasselbe passiert wie Anna und er ist in diese seltsame Welt verschwunden? Das Wort "Bem", welches Anna unter all den Zeichen und Wörtern entdeckt, würde ich momentan nicht überbewerten, denn das könnte wirklich in irgendeiner Sprache etwas bedeuten, aber es ist schon auffällig, dass Ben seinerzeit auch einfach spurlos verschwunden ist.

    Wenn Ben das Gleiche passiert ist, dann ist er jetzt ein Gefangener. Und könnte Anna auch zu einer Gefangenen werden? Aber wer soll sie denn dann retten? Irgendwann wäre ihre ganze Familie ja hier versammelt. Oder gibt es da nicht doch Unterschiede. Ich tippe eher darauf.

    Eigentlich wollte ich jetzt gar nicht so viel schreiben, aber der erste Abschnitt wirft direkt so viele Fragen und Eindrücke auf. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

    Stimmt, das ging mir auch so. Hätte nicht erwartet, dass man so schnell so drin hängt und dann so ins Rätselraten kommt. Gut gemacht, Lukas.:anbet:

  • Hallo in die Runde und ein herzliches Hallo an Lukas,


    ehrlich gesagt dachte ich auch, das wäre ein abgeschlossener Roman. Für mich als Leser ist das durchaus wichtig zu wissen, auf was ich mich da einlasse. Einzelromane in diesem Bereich gibt es leider viel zu selten und man geht dann immer direkt eine kleine "Ehe" ein, wie aktuell mit der Phileasson-Saga.

    Deshalb auch für mich interessant zu wissen, wieviele Bände es werden sollen.


    Der Prolog hat mich auch sofort gekriegt. Der alte Mann in einer verlassenen Stadt, der über das Böse und das dunkle Herz siniert. Das hat sofort meine Neugier angestachelt. Es war genau richtig dosiert, man erahnt, um was es gehen könnte, stellt sich aber direkt auch tausend Fragen.


    Anna kommt sympathisch rüber. Sie scheint einen klaren Verstand zu haben. Ich hätte tatsächlich genau wie sie reagiert und auf mein Handy gestarrt. Ich frage mich nur, wie das mit dem Verschwinden klappen soll. Ist der Mensch dann plötzlich nicht mehr da? Ist der Platz in der Kirche, wo Anna gesessen hat, plötzlich leer? Und auch mich hat die Frage beschäftigt, wer ausgewählt wird und warum es die einen trifft und die anderen nicht. Ein Traum scheint es nicht zu sein.


    Die kleine Gruppe um Anna hält zunächst zusammen. Ganz spannend finde ich auch immer, wie sich Menschen in dieser Situation verhalten und wie schnell sich einer zum "Anführer" aufschwingt. Dieser Alvaro hatte vermutlich im realen Leben gerade eine Waffe, was ihm zunächst zugute kommt. Den meistens sind es ja die stärksten, die die Macht und das Sagen haben. Wie lange, das ist die Frage, ich könnte mir vorstellen, dass es da bald eine Gegenbewegung gibt.


    Das Heulen und Wummern kann einen schon Angst machen. ob das diese Kreaturen sind, die über die Nahrungsmittel verfügen? Sind das eigentlich Menschen, oder Affen? Ich habe das irgendwie nicht so ganz kapiert.


    Bem ist mit Sicherheit ein Bezug auf Annas Bruder Ben. Er war auch hier und hat sich behaupten müssen. Wie alt war er damals? 7 Jahre? Und wo ist er jetzt? Diese "Ernte" hört sich nicht gerade gesund für die Menschen dort an. Sicherlich werden ein paar dem dunklen Herz geopfert.


    Und der alte Mann beobachtet das ganze. Was für ein Volk war das früher? Und warum gibt es keinen mehr davon?


    In Summe ein sehr spannender und interessanter Abschnitt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Die nächsten Fragen, die sich mir beim Lesen stellten: wie werden die Menschen ausgewählt, die in diese unwirtliche Gegend versetzt werden? Gibt es etwas, das sie verbindet, z.B. die Trauer

    Ich denke auch, dass es da irgendeine Parallele geben muss. Nur welche?

    ist Ben seinerzeit dasselbe passiert wie Anna und er ist in diese seltsame Welt verschwunden?

    Das denke ich auch. Ich glaube auch, dass er noch lebt, aber wie und wo ist die Frage. Und ob die Geschwister da überhaupt wieder rauskommen.


    Das nährt meine Vermutung, dass sie alle so etwas wie den gleichen Traum träumen. Denn im Traum stellt man sich solche Fragen ja auch nicht und nimmt so etwas als gegeben hin. Anders kann ich mir ihre Gelassenheit nicht erklären.

    Ich glaube nicht, dass das ein Traum ist. Ben ist ja auch verschwunden. Ich denke, man steht noch zu sehr unter Schock,um alles zu verarbeiten und sich darüber Gedanken zu machen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ich glaube nicht, dass das ein Traum ist. Ben ist ja auch verschwunden. Ich denke, man steht noch zu sehr unter Schock,um alles zu verarbeiten und sich darüber Gedanken zu machen.

    Ja, da hast Du recht. Aber Anna sitzt ja mitten unter anderen in der Kirche. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass sie unbemerkt in eine andere Dimension verschwinden kann.

  • Puh, ich seh schon, ihr seid voll drin :D

    Das freut mich natürlich und danke für das Kompliment, dass ihr euch schnell reingezogen gefühlt habt!

    Ich habe das im Vorhinein nie hinterfragt und auch im Verlauf der Buchgestaltung von meiner Warte nicht darauf geachtet, dass es kenntlich gemacht wird, aber ich kann das durchaus verstehen (und dementsprechend irritierte Reaktionen, die es schon gab), dass man gerne bevor man zum Ende eines Buchs kommt wissen möchte, ob es danach noch weitergeht ohne nicht. Denn das Buch erzählt definitiv eine in sich abgeschlossene Geschichte, bei der aber wie eben in jeder mehrbändigen Geschichte auf jeden Fall auch Fragen und Hintergründe offen bleiben, die dann wieder eine Rolle spielen...diese Info gab es bisland noch nicht, auch nicht auf der Messe, aber Das dunkle Herz ist auf 3 Bände ausgelegt. Das Feedback, dass die Leser das ungern selbst herausfinden, nehme ich auf jeden Fall mit und gebe es auch an den Verlag weiter.

    Dann inhaltlich: Hier gibt es so viele Fragen, die ich natürlich gar nicht kommentieren will, aber auf jeden Fall finde ich sie in jeder Hinsicht sehr spannend und zumindest das wollte ich euch dazu sagen ;)

    Zu dem Thema Schweinefleisch kann man denke ich sagen, dass der Islam als Religion in seinen Mechanismen nicht so weit entfernt vom Christentum ist, wie man das vielleicht ohne kulturellen bezug dazu oft empfindet: Das Gebot, kein Schweinefleisch zu essen, wird ähnlich wie das Gebot, keinen Alkohol zu trinken, komplett unterschiedlich gelebt (und vermeintlich geahndet), wie das im Christentum beispielsweise mit dem Fasten vor Ostern im Moment (oder auch nicht^^) auch ist. Also grundsätzlich ist man sich einig, dass diese Regeln bestehen und auch grundsätzlich von Anhängern der Religion eingehalten werden sollten. Ob daraus ein "Alkohol nur in Maßen" oder bei den Christen ein "auf irgendetwas verzichten vor Ostern" wird, ist komplett individuell und wie schwer ein Verstoß dagegen wiegt auch. Es gibt grundsätzlich auch im Islam die Möglichkeit, dass einem Sünden vergeben werden, durch Fürbitte der religiösen Autoritäten (Imam, etc), aber frag mich nicht, wie das im Alltag gelebt wird, denn da endet mein Horizont^^

    Zu einem Punkt möchte ich noch etwas sagen, nämlich wie die unterschiedlichen Menschen unterschiedlich "gefasst" auf die Situation reagieren, in die sie kommen (und vermeintlich wenig hinterfragen). Davon abgesehen, dass die erste Zeit nach dem Ankommen, die ihr bisher nur von wenigen kennt, den Menschen einen unterschiedlichen Wissensstand gegeben hat, ist es natürlich auch sehr individuell, wie die unterschiedlichen Menschen auf so eine krasse Wendung im Leben reagieren. Ich mache ja gerade ein Gewinnspiel auf Youtube, wo ich die Leute frage, wie sie sich selbst einschätzen, wie sie auf so etwas reagieren würden. Während sie sich wirklich Mühe geben, darauf plausibel zu antworten, habe ich nicht das Gefühl, dass sich da irgendwer (inklusive mir) wirklich realistisch einschätzen kann, solange es nicht dazu kommt, denn man kann es sich schlicht kaum vorstellen (wie Hitze, wenn einem kalt ist, und umgekehrt). Meine subjektive Einschätzung auch aus bestimmten Phasen der Geschichte (wie der inudstriellen Revolution, dem dritten Reich, jetzt der Digitalisierung, etc) ist, dass wir Menschen neue Lebensumstände wahnsinnig schnell akzeptieren und immer die höchste Priorität dem geben, uns darin zurechtzufinden, gerade wenn wir uns nicht sicher fühlen und meinen, Gefahren (subjektiv oder objektiv) zu erkennen. Zu verstehen, wie diese Umstände zustande gekommen sind, ist immer weit untergeordnet, auch wenn das von außen betrachtet natürlich wenig zielführend ist. Das ist natürlich nur bedingt vergleichbar mit dem, was im Dunklen Herz passiert, aber so bin ich darauf gekommen, dass wenn es mal einen Álvaro gibt, der Ansagen macht, dass viele ihn aus der Sehnsucht nach Ordnung im Chaos und Sicherheit akzeptieren werden und sich innerhalb des Rahmens, den er vorgibt bewegen, solange die Hoffnungen, die er weckt, plausibel scheinen, und die gemeinsamen Ziele dieselben sind. Das große Ganze der Situation gerät so schnell aus dem Blickwinkel.
    Aber ich diskutiere da gern mit euch und bin gespannt auf euer Feedback, viele Grüße und frohe Ostern ;)

  • Meine subjektive Einschätzung auch aus bestimmten Phasen der Geschichte (wie der inudstriellen Revolution, dem dritten Reich, jetzt der Digitalisierung, etc) ist, dass wir Menschen neue Lebensumstände wahnsinnig schnell akzeptieren und immer die höchste Priorität dem geben, uns darin zurechtzufinden, gerade wenn wir uns nicht sicher fühlen und meinen, Gefahren (subjektiv oder objektiv) zu erkennen.

    Ich gebe dir recht, dass der Mensch sich versucht anzupassen. Und dass die Menschen hier im Buch auch mit ganz grundsätzlichen Dingen des Überlebens beschäftigt sind. Aber ich fand, dass sie untereinander ziemlich wenig darüber diskutiert haben, wann und wie sie hinauskatapultiert wurden aus ihrer Welt und dass auch bis jetzt noch keiner versucht hat, da ein Schema zu erkennen.

    Also z.B. wer hat geschlafen, war euch allen übel oder schwindelig, waren sie alleine oder unter Menschen. Und welche Erklärung hat sich denn jeder dafür zurecht gelegt. Also ich würde sofort an Raumschiff Enterprise denken oder Zeitloch oder so etwas. Und ich würde das sicher auch in den Raum stellen bei den Gesprächen. Meiner Meinung nach wäre das ja auch zielführend zu erkennen, wie man vielleicht wieder zurückkommt.

    Von dem alten Mann und den Dingen unter der Erde wissen sie natürlich nichts. Aber bei mir wäre sicher der Wunsch, das Rätsel zu lösen und nach Hause zu kommen sehr sehr groß.


    Dass man nicht wirklich weiß, wie man reagieren würde in so einer Situation hmmm. Ich denke, wenn man ehrlich zu sich selber ist und sich schon ein paar Jährchen kennt - und es da die ein oder andere brenzlige Situation gab - dann hat man schon eine Ahnung, wie man sich verhalten würde. Dazu kommt natürlich immer noch, dass man ja in einer Gemeinschaft agiert, also es nochmal etwas anderes ist, ob man so ein Abenteuer alleine oder mit anderen erlebt. Diese Interaktionen dürften noch spannend werden hier.

  • Dass man nicht wirklich weiß, wie man reagieren würde in so einer Situation hmmm. Ich denke, wenn man ehrlich zu sich selber ist und sich schon ein paar Jährchen kennt - und es da die ein oder andere brenzlige Situation gab - dann hat man schon eine Ahnung, wie man sich verhalten würde.

    Klar hat man eine grobe Einschätzung von sich selbst und wie belastbar man ist, ob man grundsätzlich einen kühlen Kopf bewahrt oder nicht, etc. Aber vielleicht zum Thema Jagd und Schlachten, weil ich da so ein (abstaraktes) Erlebnis hatte: Ich bin nicht auf dem Land aufgewachsen und entsprechend war ich auch noch nie dabei und habe zugesehen, wie ein Tier getötet wurde (außer in den Gräuelvideos der Massentierhaltung und - schlachtung). Ich war aber immer der Meinung, ich bekäme das im Zweifel gut hin und sah es auch als Teil meiner Haltung als (grundsätzlich mal reflektierter) Fleischesser, dass ich im Zweifel auch selbst zum Schlachten im Stande wäre. Ich habe mich dann im Zuge der Recherche für das dunkle Herz ein wenig mit Jagd und Schlachten, etc, befasst, und wie mit dem Tier danach umgegangen werden muss, rein handwerklich quasi. Dabei bin ich über eine Reportage von Puls zum Thema "selbst schlachten" gestoßen, und die Bilder waren weit weg von dem, wie ich mir eine Schlachtung auf einem Hof vorgestellt hatte (das Tier zuckte wie wild nach dem Bolzenschuss und es schien eine Kraftanstrengung, ihm danach sauber die Kehle durchzuschneiden, und erforderte viel Beherrschung. Die Reporterin, die den "Selbsttest" gemacht hat, war völlig aufgelöst. Es war ein aufwühlendes, fast schon schockierendes Erlebnis, selbst für mich hinter dem Bildschirm). Ich will damit nur sagen, allein und ohne Anleitung hätte ich in einer solchen Situation (ganz zu schweigen von der primitiven Jagd, wie sie im dunklen Herz stattfindet) sicher nicht das Bild abgegeben, das ich selbst im Vorhinein von mir hatte.

    Zu der Reportage und dem Angebot an Laien, selbst zu schlachten, an sich kann man sicher verschiedener Meinung sein. Ich finde es grundsätzlich erstmal gut, sich überhaupt einen Kopf um Konsum und Verhalten zu machen...davon werden die Dinge selten schlechter ;)

  • Dann habe ich gestern gestaunt, dass Karin SO viel geschrieben hat. Nachdem ich aber jetzt mit dem ersten Abschnitt durch bin, weiß ich warum. ;)

    Ich bin froh, dass es nicht nur mir so ging ^^

    Geopfert? Im Krieg vernichtet? Wobei letzteres dem Alten ja nicht zu passen scheint. Die Menschen werden also für anderes benötigt. Ein Satz sagt es ja eigentlich. Sie dienen alle ihrem Gefangenen.

    Damit könntest du recht haben, dass es womöglich nicht der Krieg an sich ist, den der alte Mann abschreckt, sondern, dass damit womöglich die Ernte flöten geht :o Blauäugig wie ich bin, dachte ich, dass er es bedauerte, dass es überhaupt zu Krieg gekommen ist, wegen dem sinnlosen Sterben an sich.

    Dass sogar Schweine hierher transportiert werden, passt irgendwie nicht zu meiner These, denn auch wenn das Schwein sicher Mitschweine kennt, die gestorben sind. :o denke ich nicht, dass es im Traum hier gelandet ist.

    Mensch, jetzt habe ich so viel geschrieben und erst das Schwein vergessen. Ja, das hat auch meine Überlegungen, ob und welche Parallelen es zwischen den Gestrandeten geben könnte, durcheinandergewirbelt.

    Da sie ja so große Angst vor den Heulern hat, muss ihr klar sein, dass sie nicht nur einen Weg hinaus sondern vor allem auch einen Weg hinein schafft. Und der Schutz ist damit eigentlich flöten.

    Ich muss gestehen, ich war sogar froh, dass sie das Loch in der Mauer vergrößert hat, trotz der Heuler, bei denen ich mir noch nicht sicher bin, ob sie wirklich eine Gefahr sind oder nicht. Ich habe so ein Gefühl, dass der Fluchtweg noch wichtig werden könnte.

    Wenn die Mauer vielleicht nur gegen andere Menschen und Tiere aber gar nicht gegen die eigentliche Bedrohung helfen wird. :o

    So, wie die Mauern gebaut waren, könnte das beinahe möglich sein, dass hier Abschottung betrieben wurde - und zwar gegeneinander und nicht (nur) nach außen hin.

    Vielleicht passiert das ja alle 10 Jahre? War es nicht an dem Tag, an dem auch Annas Bruder verschwunden ist?

    Stimmt, damit könntest du recht haben. Und 10 Jahre sind eine lange Zeit, in der man einiges aufbauen kann.

    ODER es können neben Tieren und Pflanzen auch Turbinen hierher "gebeamt" werden. ^^

    Wer weiß :totlach:

    Leider glaube ich auch, dass es hier zu Kämpfen zwischen Menschen kommt, die eigentlich doch eher zusammenhalten und gegen das Geheimnisvolle Andere kämpfen sollten. Also ihre Zeit vertun und dann doch alle vernichtet werden.

    Ja, leider scheint die Friedfertigkeit nicht unbedingt dem Menschen in den Genen zu liegen, vielmehr erscheint er mir früher oder später immer der Meinung zu sein, Ressourcen, Reviergrenzen u.ä. kriegerisch verteiden zu müssen, ähnlich den Ameisenvölkern u.a.


    Ich frage mich nur, wie das mit dem Verschwinden klappen soll. Ist der Mensch dann plötzlich nicht mehr da? Ist der Platz in der Kirche, wo Anna gesessen hat, plötzlich leer?

    Das habe ich mich auch gefragt, ob Anna von einem Moment auf den anderen einfach so verschwunden ist. Wie wirkt das auf den Vater, der direkt neben ihr stand? Ich denke, er und die Anderen werden der Meinung sein, dass sich Anna während der Schweigeminute nach draußen begeben hat und es keiner in seiner Andacht mitbekommen hat. Wer weiß, wahrscheinlich finden sich sogar der Eine oder Andere, der womöglich nachträglich beteuert, jemanden beim Verlassen der Kirche bemerkt zu haben.

    Das Heulen und Wummern kann einen schon Angst machen. ob das diese Kreaturen sind, die über die Nahrungsmittel verfügen? Sind das eigentlich Menschen, oder Affen?

    Darüber bin ich mir auch nicht sicher. Waren die Heuler schon vor den Gestrandeten da oder sind sie gleichzeitig mit ihnen angekommen? Wenn das Letztere der Fall ist, dann hätten sie sich sehr schnell etabliert, dass sie ihre Umgebung schon so vehement verteidigen. Ich glaube, es war Lev, der von Affen sprach ... sollte es sich wirklich um Affen handeln, dann müsste es sich um mehrere Exemplare handeln. Allerdings fand ich ihre Abwehr so gezielt, dass ich eher auf Menschen tippe. Und sie scheinen sich im Verborgenen gehalten zu haben, denn weder Lev und Jelena konnten sie erkennen.

    Denn das Buch erzählt definitiv eine in sich abgeschlossene Geschichte, bei der aber wie eben in jeder mehrbändigen Geschichte auf jeden Fall auch Fragen und Hintergründe offen bleiben, die dann wieder eine Rolle spielen...diese Info gab es bisland noch nicht, auch nicht auf der Messe, aber Das dunkle Herz ist auf 3 Bände ausgelegt.

    Ups, das hätte ich jetzt nicht beschwören können, ob du auf der Messe was von mehreren Bänden erwähnt hattest oder nicht :unschuldig: Ich bin jedenfalls gespannt, wie du das gelöst hast.

    Ich mache ja gerade ein Gewinnspiel auf Youtube, wo ich die Leute frage, wie sie sich selbst einschätzen, wie sie auf so etwas reagieren würden.

    Puh, wenn ich ehrlich bin, würde ich mich nicht trauen, hier eine Prognose für meine Person abzugeben. Klar, natürlich habe ich eine Vorstellung, wie ich mich verhalten könnte, aber ob das wirklich der Fall wäre oder eher Wunschdenken von meiner Seite?

    dass wir Menschen neue Lebensumstände wahnsinnig schnell akzeptieren und immer die höchste Priorität dem geben, uns darin zurechtzufinden, gerade wenn wir uns nicht sicher fühlen und meinen, Gefahren (subjektiv oder objektiv) zu erkennen.

    Das sehe ich allerdings auch so. Hinzu kommt hier, dass sich direkt kleinere Gemeinschaften zusammenfinden, so ist man nicht alleine und irgendwie abgelenkt. Hinzukommt dann auch, dass sie eigentlich wenig "Muße" haben nachzudenken, sondern sich direkt um die Suche nach Wasser und Nahrungsmitteln kümmern müssen. Bzw. darum, welche Rolle (und Spiel) Álvaro spielt.

    Das ist natürlich nur bedingt vergleichbar mit dem, was im Dunklen Herz passiert, aber so bin ich darauf gekommen, dass wenn es mal einen Álvaro gibt, der Ansagen macht, dass viele ihn aus der Sehnsucht nach Ordnung im Chaos und Sicherheit akzeptieren werden und sich innerhalb des Rahmens, den er vorgibt bewegen, solange die Hoffnungen, die er weckt, plausibel scheinen, und die gemeinsamen Ziele dieselben sind.

    Ja, ich denke, so eine Führungspersönlichkeit, der die Verantwortung übernimmt, hat in dem Moment sehr gute Karten, akzeptiert zu werden. Gerade bei Jelena und Lev finde ich, dass man gut merkt, wie schnell sie bereit sind, sich doch unterzuordnen, auch wenn Jelena anfangs eher auf Widerstand aus war.

    Aber ich fand, dass sie untereinander ziemlich wenig darüber diskutiert haben, wann und wie sie hinauskatapultiert wurden aus ihrer Welt und dass auch bis jetzt noch keiner versucht hat, da ein Schema zu erkennen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass das noch kommt, wenn die Menschen mehr Zeit haben, darüber nachzudenken. Momentan geht es darum, Nahrung für die wachsende Gemeinschaft heranzuschaffen, sich gegen die Heuler abzuschotten und Álvaro hält seine "Untergebenen" ebenfalls beschäftigt, indem er ihnen Aufgaben zuteilt und mit seinem Helfershelfer dafür sorgt, dass gar keine längeren Gespräche untereinander zustandekommen können. Außerdem schafft es Álvaro mit der Geschichte vom Giftanschlag auf den Brunnen, Misstrauen innerhalb der Gruppe zu säen - ich muss sagen, Álvaro geht hier sehr gerissen vor.

    Achja, wegen dem Gift: mich würde ja mal interessieren, was das für ein Gift gewesen und woher es gekommen sein soll.

    Zu der Reportage und dem Angebot an Laien, selbst zu schlachten, an sich kann man sicher verschiedener Meinung sein. Ich finde es grundsätzlich erstmal gut, sich überhaupt einen Kopf um Konsum und Verhalten zu machen...davon werden die Dinge selten schlechter ;)

    Ich finde es gut, dass diese Thematik hier in dem Buch und in der ganzen albtraumhaften Situation Erwähnung gefunden hat. Und außerdem hat es mich neugierig auf Maik gemacht, bei ihm habe ich das Gefühl, dass er einen relativ kühlen Kopf behalten hat und vielleicht auch bestimmte Dinge hinterfragen könnte.

  • Achja, wegen dem Gift: mich würde ja mal interessieren, was das für ein Gift gewesen und woher es gekommen sein soll.

    Ich denke, das war eine Lüge und es gab gar kein Gift. Er wollte nur seine Führungsposition ausbauen und festigen, indem er einen Verdächtigen festnehmen ließ. Was ist mit dem eigentlich passiert?

  • Ich denke, das war eine Lüge und es gab gar kein Gift. Er wollte nur seine Führungsposition ausbauen und festigen, indem er einen Verdächtigen festnehmen ließ. Was ist mit dem eigentlich passiert?

    Ja eben, denn woher sollte das Gift denn gekommen sein? Daher bin ich auch davon überzeugt, dass das ein Vorwand ist. Soweit ich es bisher verstanden habe, sitzt der "Verdächtige" in Gewahrsam, ohne Kontakt zu den Anderen, außer Álvaro, Enzo und vielleicht noch Kyle.

  • Ich denke, das war eine Lüge und es gab gar kein Gift. Er wollte nur seine Führungsposition ausbauen und festigen, indem er einen Verdächtigen festnehmen ließ. Was ist mit dem eigentlich passiert?

    Ja eben, denn woher sollte das Gift denn gekommen sein? Daher bin ich auch davon überzeugt, dass das ein Vorwand ist. Soweit ich es bisher verstanden habe, sitzt der "Verdächtige" in Gewahrsam, ohne Kontakt zu den Anderen, außer Álvaro, Enzo und vielleicht noch Kyle.

    Damit keiner die Wahrheit erfährt.

  • Während sie sich wirklich Mühe geben, darauf plausibel zu antworten, habe ich nicht das Gefühl, dass sich da irgendwer (inklusive mir) wirklich realistisch einschätzen kann, solange es nicht dazu kommt, denn man kann es sich schlicht kaum vorstellen (wie Hitze, wenn einem kalt ist, und umgekehrt).

    Das sehe ich genauso. Wenn man die Situationen nicht kennt oder schon mal erlebt hat, ist es doch eher schwierig, sich richtig einzuschätzen. Man hat vielleicht eine Ahnung, aber oftmals kommt es dann doch ganz anders. Und die meistens Menschen neigen sicher auf dem Sofa sitzend ja auch dazu, sich zu überschätzen. Aber wenn man dann in dieser Situation ist, sieht das aus der Perspektive ganz anders aus.

    Ich denke, wenn man ehrlich zu sich selber ist und sich schon ein paar Jährchen kennt - und es da die ein oder andere brenzlige Situation gab - dann hat man schon eine Ahnung, wie man sich verhalten würde.

    Wenn man so ähnliche Erfahrungen gemacht hat, weiß man dann vielleicht abzuschätzen, wie man reagiert. Aber so eine Erfahrung hat von uns noch keiner gemacht, plötzlich ganz woanders in einer unbekannten Welt zu sein. Ich habe da keine Ahnung, wie ich in so einer Grenzsituation reagieren würde. Ich hätte mit Sicherheit Panik.

    Ich glaube, es war Lev, der von Affen sprach ... sollte es sich wirklich um Affen handeln, dann müsste es sich um mehrere Exemplare handeln. Allerdings fand ich ihre Abwehr so gezielt, dass ich eher auf Menschen tippe. Und sie scheinen sich im Verborgenen gehalten zu haben, denn weder Lev und Jelena konnten sie erkennen.

    Vielleicht irgendetwas dazwischen. Vielleicht sind es aber auch Menschen, die irgendwann entkommen konnten und sich vor vielen Jahren dort niedergelassen haben und keine Neuen mehr akzeptieren. Oder auch etwas ganz anderes. Das werden wir sicherlich noch herausfinden.

    Außerdem schafft es Álvaro mit der Geschichte vom Giftanschlag auf den Brunnen, Misstrauen innerhalb der Gruppe zu säen - ich muss sagen, Álvaro geht hier sehr gerissen vor.

    Achja, wegen dem Gift: mich würde ja mal interessieren, was das für ein Gift gewesen und woher es gekommen sein soll.

    Ich denke, das war eine Lüge und es gab gar kein Gift.

    Ich glaube auch langsam, dass Alvaro das inszeniert hat, um seine Position zu verstärken und Respekt einzuflößen. Er wird in seinem anderen Leben sicherlich so ähnlich agieren, dass er genau weiß, welche Fäden er ziehen muss und welche Gefahren er im Auge behalten muss.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Vielleicht irgendetwas dazwischen. Vielleicht sind es aber auch Menschen, die irgendwann entkommen konnten und sich vor vielen Jahren dort niedergelassen haben und keine Neuen mehr akzeptieren. Oder auch etwas ganz anderes. Das werden wir sicherlich noch herausfinden.

    Das wäre ja ziemlich spannend, wenn es tatsächlich Menschen o.ä. geben würde, die es geschafft haben, dem Ganzen irgendwie zu entkommen. Nach dem Prolog hatte ich bisher den Eindruck, dass die Menschen irgendwann (zur Ernte?) immer komplett verschwunden wären.

    Ich glaube auch langsam, dass Alvaro das inszeniert hat, um seine Position zu verstärken und Respekt einzuflößen. Er wird in seinem anderen Leben sicherlich so ähnlich agieren, dass er genau weiß, welche Fäden er ziehen muss und welche Gefahren er im Auge behalten muss.

    Was er im früheren Leben gemacht hat, würde mich schon mal interessieren, vor allem im Hinblick auf das Pistolenholster, welches er trägt und von dem ich bisher ausgehe, dass er es bei seinem Verschwinden bereits getragen hat und nicht in der neuen Welt gefunden hat.

  • Guten Abend und frohe Ostern, ich hab den ersten Abschnitt beendet.


    Das Buch fängt an wie ein normaler Roman. Annas Bruder Ben verschwand vor 10 Jahren spurlos. Da hab ich mich gefragt warum man quasi die Hoffnung aufgibt und einen leeren Sarg beerdigt hat...aber die Eltern scheinen sehr integriert in die Kirche zu sein. Dann wird Anna schwindelig und sie wird bewusstlos....Und wacht auf in der Wüste, wo auch immer das nun ist.. Also doch kein normaler Roman, ab jetzt wird es schön spannend. Ich hab noch keine Ahnung wem ich von den ganzen Leuten, die nun auftauchen, wirklich mag oder nicht. Es könnte so jeder gegen jeden werden, denn alle haben das gleiche Schicksal. Nick und Anna könnten sich verlieben... Alvaro mag ich jedenfalls nicht, Kyle auch nicht bisher...


    Ein super Einstieg ins Buch, freue mich auf diese tolle Runde :aaa:

  • Das wäre ja ziemlich spannend, wenn es tatsächlich Menschen o.ä. geben würde, die es geschafft haben, dem Ganzen irgendwie zu entkommen. Nach dem Prolog hatte ich bisher den Eindruck, dass die Menschen irgendwann (zur Ernte?) immer komplett verschwunden wären.

    Ja, das befürchte ich auch.