Allgemeine Fragen an Catherine Aurel

  • Hier ist Platz für Fragen an Catherine, die nicht direkt etwas mit ihrem aktuellen Roman "Grimaldi. Der Fluch des Felsens" zu tun haben oder Fragen, die in keine der Abschnittseinteilungen 'rein passt.


    Informationen zu Catherine findet ihr auf der Verlagswebsite: Autorinseite des Verlags. :winken: Oder auch der Website zu ihrem anderen Autorennamen: Julia Kröhn

  • Liebe Julia,

    wo wir so schön im Buch drin sind und du uns schon so viel darüber hinaus berichtet hast, wollte ich mal fragen, wie deine Recherchen aussahen? Warst du auch vor Ort und hast dir den Felsen angeschaut? (Die Fotos, die ich mir heute angesehen haben, lassen einen auf jeden Fall träumen - so sonnig wie es da immer ist!) Ist die Familiengeschichte ansonsten gut dokumentiert?

  • Ich habe vor vielen, vielen Jahr (es war, glaube ich, 2000) einen dreiwöchigen Sprachkurs in Nizza gemacht und in dieser Zeit die Côte d'Azur kennengelernt. Ich bin damals übrigens zwei Mal zufällig Albert über den Weg gelaufen (damals noch Prince, nicht Fürst) - habe aber noch nicht gewusst, dass ich irgendwann über sein Ururururur-Großeltern einen Roman schreiben würde :-)

    Als das Romanprojekt vor drei Jahren dann konkret wurde, habe ich noch einmal eine zweiwöchige Recherchereise an die Originalschauplätze gemacht - hier gibt es Fotos davon zu sehen: http://juliakroehn.at/hintergruende/schauplaetze-grimaldi


    Die Quellen zur Familiengeschichte sind extrem rar. Es sind nur eine Handvoll politischer Eckdaten sowie Geburts-/Sterbejahr der wichtigsten Figuren bekannt, aber von vielen leider nicht einmal das. So ist zwar belegt, dass Raniero erst mit Salvatica, dann mit Andriola Grillo verheiratet war, aber ansonsten erfährt man über diese Frau rein gar nichts. Das, was belegt ist, habe ich natürlich alles in die Geschichte integriert - aber es blieben enorm viel Freiräume, gerade was die "amourösen Turbulenzen" anbelangt.

  • Oh das sind ja wirklich tolle Fotos! Verrückt, dass über die Familie nicht so viel erhalten ist. Ich hätte gedacht, dass gerade sowas von einem Archiv in Monaco oder so gesammelt und verwahrt wird. Aber wenn es einfach keine Dokumente mehr aus der Zeit gibt, dann kann wohl auch der beste Archivar nichts machen. ;)

  • Fürst Rainier (Alberts Vater) war sehr bestrebt, die Geschichte der Grimaldi zu erforschen. Auf seine Initiative gehen die "annales monegasques" zurück, eine jährliche Sammlung von Aufsätzen über die Geschichte der Familie. Für mich waren die eine regelrechte Fundgrube, wobei sich nur ein Bruchteil der Artikel aufs Mittelalter bezieht, das meiste eher um das 16./17. Jahrhundert kreist. Man muss bedenken: Schicksale von "Normalfamilien" wurden im Mittelalter so gut wie nie dokumentiert, sondern nur dort, wo sie in Beziehung mit Herrschern standen (wir erfahren über die Grimaldi v.a. in Quellen, die eigentlich mit Charles von Anjou oder französischen Königen zu tun haben). Dass aus dieser durchschnittlichen Genueser Familie irgendwann eines der am längsten regierenden Fürstenhäuser Europas werden würde, wusste damals ja noch niemand.

  • Dass aus dieser durchschnittlichen Genueser Familie irgendwann eines der am längsten regierenden Fürstenhäuser Europas werden würde, wusste damals ja noch niemand.

    Genau diesen Punkt habe ich mir gestern auch nochmal durch den Kopf gehen lassen - klar, ist die Familie Grimaldi zwar weitverzweigt, aber dennoch ist es wirklich erstaunlich, dass sie ihre Familie bis ins 13. Jahrhundert/Anfang 14. Jahrhundert als Fürsten zurückverfolgen können.

  • Als das Romanprojekt vor drei Jahren dann konkret wurde, habe ich noch einmal eine zweiwöchige Recherchereise an die Originalschauplätze gemacht - hier gibt es Fotos davon zu sehen: http://juliakroehn.at/hintergruende/schauplaetze-grimaldi


    Die Quellen zur Familiengeschichte sind extrem rar. Es sind nur eine Handvoll politischer Eckdaten sowie Geburts-/Sterbejahr der wichtigsten Figuren bekannt, aber von vielen leider nicht einmal das.

    Danke für den Link, wirklich sehr beeindruckend die Bilder.


    Das es so wenig belegte Informationen gibt ist aber eigenartig. Ich hätte gedacht, dass die Kirche Chroniken geschrieben hätte. War das zu der Zeit in Italien noch nicht üblich, oder lag es daran das die Grimaldis noch nicht so bedeutend waren?

    Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“<br />– Jean Paul

  • Es gab durchaus Geschichtsschreiber - wobei die oft erst mit einer zeitlichen Distanz von 100 bis 200 Jahren von den Ereignissen berichtet haben. Aber relevant waren dafür meist auch nur gekrönte Häupter - und selbst da wurden komplexe Ereignisse oft auf ein, zwei Sätze reduziert. Vieles, was man über die Grimaldi weißt, erschließt sich übrigens nicht aus Chroniken oder Annalen, sondern anderen Quellen. So gab es mal einen Beschwerdebrief von Kaufleuten aus Nîmes, die sich bei Robert von Anjou über die Überfälle der Grimaldi auf ihre Schiffe beschwert haben. Da ist dann z.B. detailliert aufgelistet, wie viel Wachs und Wein sie gestohlen haben (wird in einem späteren Kapitel noch erwähnt ... also nicht das Wachs und der Wein, aber die Überfälle ;-)

  • Danke für den Link, wirklich sehr beeindruckend die Bilder.


    Das es so wenig belegte Informationen gibt ist aber eigenartig. Ich hätte gedacht, dass die Kirche Chroniken geschrieben hätte. War das zu der Zeit in Italien noch nicht üblich, oder lag es daran das die Grimaldis noch nicht so bedeutend waren?

    Es gab durchaus Geschichtsschreiber - wobei die oft erst mit einer zeitlichen Distanz von 100 bis 200 Jahren von den Ereignissen berichtet haben. Aber relevant waren dafür meist auch nur gekrönte Häupter - und selbst da wurden komplexe Ereignisse oft auf ein, zwei Sätze reduziert. Vieles, was man über die Grimaldi weißt, erschließt sich übrigens nicht aus Chroniken oder Annalen, sondern anderen Quellen. So gab es mal einen Beschwerdebrief von Kaufleuten aus Nîmes, die sich bei Robert von Anjou über die Überfälle der Grimaldi auf ihre Schiffe beschwert haben. Da ist dann z.B. detailliert aufgelistet, wie viel Wachs und Wein sie gestohlen haben (wird in einem späteren Kapitel noch erwähnt ... also nicht das Wachs und der Wein, aber die Überfälle ;-)

    Danke für die Antwort. Ich bin immer wieder erstaunt, wie lange Pergament oder Papier, die Jahrhunderte überdauert hat. Zum Glück, denn nur so ist es euch Autoren*innen möglich, tolle Romane zu schreiben.

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  • WOW, tolle Bilder ... danke dafür ... das macht das Buch noch lebendiger

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

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