Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • So, dann will ich mal den Anfang machen ^^:


    Das Imago-Projekt


    Zum Autor

    Robert Corvus, mit bürgerlichen Namen Bernd Otto Robker, ist ein Autor der hauptsächlich Science Fiction und Fantasy geschrieben hat. Unter seinem weiteren Pseudonym, Bernard Craw, hat er u.a. für die Buchreihen von Das Schwarze Auge und Battle Tech geschrieben. Im Piper Verlag veröffentlichte er Fantasy wie Drachenmahr, Die Schattenherren oder die Schwertfeuer-Trilogie, aber auch Science Fiction wie Feuer der Leere. Bei Heyne erscheint seine sicherlich erfolgreichste Reihe, Die Phileasson-Saga, eine Roman-Reihe aus der Welt des Rollenspiels Das Schwarze Auge, die er zusammen mit Bernhard Hennen schreibt. Mir persönlich ist er durch seine Eigenschaft als Gastautor bei der Science Fiction-Serie Perry Rhodan aufgefallen. Sehr aktiv ist er bei Youtube, wo es viel Hintergrundwissen und Interaktion mit Lesern zu finden gibt. So ist zu nahezu allen Werken Hintergrundwissen zu finden, aber auch Tipps für angehende Autoren, Interviews, Lesungen oder Lesetipps. Bemerkenswert finde ich, dass er sehr auf die Leser eingeht, und zwar nicht nur schriftlich sondern auch in seinem regelmäßigen Livestream.



    Zur Handlung

    In Das Imago-Projekt finden wir uns zum zweiten Mal nach Feuer der Leere im Schwarm (die Flotte von 28 Schiffen mit überlebenden Menschen) wieder. Die Geschichte ist jedoch so erzählt, dass man sie auch ohne den Vorgängerband zu kennen verstehen kann. Die Menschheit ist auf der Flucht vor den Giats, einer Alienrasse von Methanatmern. Die Erde ist zerstört, und so flieht der Schwarm vor deren Überlegenheit. Auf jedem Schiff gibt es eine eigene Kultur und Philosophie, die nicht immer konform gehen. In einem sind sie sich aber einig: die Menschen brauchen Nahrung. Eine Kooperation ist daher unverzichtbar, auch wenn es große Konflikte gibt.

    Auf der Suche nach anderen Menschen, die in den Ruinen ehemaliger Kolonien überlebt haben könnten, dringt der Schwarm immer weiter in unerforschtes Territorium vor. Die Flotte entdeckt eine riesige Sphäre, die eine Sonne nahezu umspannt. Ist dieses technische Wunderwerk ein Zeichen menschlicher Besiedlung, Alientechnik oder etwas ganz anderes? Und lauert die größte die Gefahr für die Menschheit da draußen – oder im Inneren?


    Fazit

    Ich habe großen Gefallen gefunden an dem Band, der mich etwas an Battlestar Galactica erinnert hat, aber angereichert ist mit tollen Ideen und philosophischen sowie ethischen Fragen. Die Figuren werden aus einem ganz anderen Winkel als in Feuer der Leere betrachtet, und viele offene Fragen aus dem Vorgängerband werden hier beantwortet. Sehr positiv fielen die unterschiedlichen Herangehensweisen der Menschen auf den unterschiedlichen Schiffen auf, und man ist als Leser im ständigen Austausch mit sich selbst, ob man das Handeln dieser oder jener Fraktion nachvollziehen kann, und ob es gerechtfertigt ist. Ein klares Schwarz oder Weiß gibt es da nicht, das Buch bietet soviel mehr als das übliche Räuber und Gendarm im Weltraum. Es sprüht vor faszinierenden und philosophischen Ideen, und hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. So und nicht anders muss moderne Science-Fiction sein!


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    Die Rezension ist geposted auf:


    Amazon

    BOL
    Thalia

    Panini Forum
    Comic-Community

    Literaturschock.de

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    Leserunden-Fazit


    Mir hat meine erste Leserunde viel Spaß gemacht. Eine schöne Erfahrung, den wo hat man schon während des Lesens die Möglichkeit mit dem Autor persönlich zu interagieren?

    Ich fände es sehr schade, wenn es mit dem Schwarm nicht weiter ginge.:(

    Die Leserunde(n) zu Schattenherren werde ich stumm begleiten, da habe ich mir Anfang des Jahres die Papierausgaben gekauft.


    Vielen Dank an dich Bernd, dass du deine Zeit mit uns verbringst, und natürlich auch an das Team von Leserunden.de. :spaceinvader:

  • Rezension

    Dieses Buch schliesst fast nahtlos an den Vorgänger "Feuer der Leere" an und verfolgt weiter das Schicksal der letzten grossen Ansammlung von Menschen auf den Grossraumschiffen des Schwarms. Doch statt eines eindeutigen Gegners treffen sie hier auf eine geheimnisvolle Sphäre. Diese scheint technologisch sehr weit fortgeschritten, aber die Frage ob sie friedlich oder feindlich gesinnt ist ist nicht so leicht zu beantworten. Die Rätsel stellen den Schwarm vor ganz neue Herausforderungen, die durch Rebellen in den eigenen Reihen auch noch verkompliziert werden.

    Ein sehr gutes Buch, dessen Kernfrage tatsächlich nicht der Überlebenskampf der Menschheit ist, sondern die Frage was "Mensch sein" überhaupt definiert.

    Es ist keine seichte Kost vor der unendlichen Kulisse des Weltraumes sondern eine realistische Betrachtung dessen was Menschen und ihre Technik in der Zukunft ausmachen könnte, mit all den Vorteilen, aber auch den Problemen.

    Mir hat dieses Buch viel gegeben, und es lässt mich auch Tage nach dem Lesen nicht los. Ich werde es sicher noch das eine oder andere Mal lesen.


    Fenlinka


    Dies war meine erste Leserunde, aber es wird sicher nicht meine letzte sein. Mir hat das lesen schon sehr viel Spass gemacht, aber der Austausch danach hat die Erfahrung intensiviert und mich auch auf viele andere Gedanken gebracht.

    Danke

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich möchte zunächst mein Leserundenfazit ziehen:


    Auch für mich war es die erste Leserunde überhaupt und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Das Buch gemeinsam zu lesen und darüber zu diskutieren gibt dem Lesen noch einmal eine neue Dimension.

    Ich werde sicher noch öfter an einer Runde teilnehmen, soweit es bei mir in den Zeitplan passt. Regelmäßig dran zu bleiben und zu schreiben, nimmt doch ein wenig Zeit in Anspruch.


    Was mir besonders gefallen hat, das klang bei breedstorm ja auch schon an, war die Interaktion mit dem Autor. Nicht nur dass er auf unsere Beiträge eingeht, er gibt auch Denkanstöße und die Gelegenheit, seine Gedankengänge nachzuvollziehen. Und persönlich finde ich auch immer die Einblicke in die schriftstellerische Tätigkeit sehr spannend. Das sind dann meine Highlights.


    Alles in allem also ein tolles Erlebnis und auch tolle Mitdiskutanten. Es hat Spaß gemacht mit Euch!


    Viele Grüße


    Markus

  • So und damit auch die Rezension von mir:


    Mit „Das Imago-Projekt“ hat Robert Corvus den Nachfolger-Roman zu „Feuer der Leere“ vorgelegt. Die Bühne bildet wiederum jener Schwarm von mittlerweile nur noch 28 Großraumschiffen, der die letzten freien Menschen beherbergt. Der Schwarm folgt den Spuren der Menschheit, die sich früher über die Milchstraße verbreitet und viele Kolonien gegründet hat.

    Der Autor nutzt das Potential dieser Bühne und richtet den Scheinwerfer auf andere Figuren und Schauplätze.


    Auf den einzelnen Raumschiffen haben sich unterschiedliche Gesellschaftsformen etabliert, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Alle aber eint der Wille zum Überleben.

    Im Fokus der Handlung steht diesmal das Raumschiff ESOX, auf dem sich in früheren Zeiten ein System etabliert hatte, in dem Menschen sich mit dem Zentralrechner des Schiffes verbunden hatten. Die übrigen Schiffe hatten dies als Abkehr von der Menschheit angesehen, die ESOX mit Gewalt in die Gemeinschaft „zurückgeführt“ und den Zentralrechner gesprengt. Jedes Schiff entsendet seitdem Kommissare, die über die ESOX wachen und Besatzungstruppen, die die Ordnung aufrecht erhalten.

    Dagegen regt sich Unmut und eine Gruppierung, die sich die „Befreier“ nennt, stellt sich den Besatzern entgegen und schreckt auch vor Gewalt und Terror nicht zurück, um die früheren Verhältnisse wiederherzustellen.


    In dieser Gemengelage stößt der Schwarm auf ein ehemals von Menschen besiedeltes Sonnensystem, in dem die Sonne von einer gewaltigen Sphäre umhüllt wird, die Kontakt mit dem Schwarm aufnimmt. Und dann wird es gefährlich, von innen und von außen...


    Zwei grundlegende Fragestellungen durchziehen den Roman:

    Einmal geht es um Konflikte und die dabei agierenden Parteien. Können diese jederzeit mit „gut“ und „böse“ gelabelt werden? Muss nicht in jedem Falle die jeweilige Lebenswirklichkeit miteinbezogen werden und müssen nicht auch die Motive der Beteiligten nachvollzogen werden?Was sind übergeordnete Maßstäbe für die Bewertung der Schuldfrage?


    Das zweite Thema des Romans ist die Frage nach der Menschlichkeit, dem Mensch-Sein an sich. Oder frei nach Grönemeyer: Wann ist der Mensch ein Mensch?


    Robert Corvus wirft diese Fragen anhand einer Mehrzahl unterschiedlicher Situationen und Konstellationen auf und führt dabei auch bereits in „Feuer der Leere“ etablierte Motive weiter. Er führt den Leser dabei an die Grenzen seiner Vorstellungskraft und zeigt dabei wiederholt seine Fähigkeit, Szenerien und Handlungen sehr durchdacht und detailliert zu schildern.


    „Das Imago-Projekt“ ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt, der geradezu philosophisch die technischen Möglichkeiten der Zukunft auslotet und den Leser eine neue Welt entdecken lässt.


    Damit ist dieses Buch eindeutig nicht „nur“ Unterhaltungsliteratur, da steckt um einiges mehr drin!

  • Was definiert das Menschsein?


    Die letzten freien Menschen, die sich in einem Schwarm von 28 Großraumschiffen zusammengetan haben, müssen vor ihren Feinden in den Rotraum fliehen. Dabei geraten sie in den Fokus einer fremdartigen Intelligenz, die sie Sphäre nennen. Diese gigantische Sphäre umhüllt einen Stern, jedoch nimmt sie Kontakt zu den Menschen auf, vor allem zu den sogenannten Befreiern der ESOX. Diese Gruppe will sich aus dem Überwachungsgriff der anderen Schiffe gewaltsam befreien und wieder ihrem Zentralcomputer zu alter Macht verhelfen. Mithilfe der Sphäre hoffen sie ihr Ziel zu erreichen, auch wenn das die Abspaltung vom Schwarm bedeuten würde.


    Nach „Feuer der Leere“ entführt der Autor die Leser wiederum in die Welt der letzten Menschen und ihres Schwarms. Die Handlung baut jedoch nicht auf dem ersten Band auf, sondern bildet eine eigene Geschichte. Aber dennoch begegnen wir einigen Charaktere aus dem ersten Band. So auch Kara Jeskon, eine Koexistenzialistin, die daran glaubt, dass es neben dem Weg der Gewalt eine Chance auf ein friedliches Zusammenleben der Spezies gibt.

    Während Kara im ersten Buch noch etwas unreif erschienen ist, muss sie diesmal beweisen, wie ernst es ihr mit ihren Idealen ist und was sie bereit ist zu tun, um diese umzusetzen.


    Bei dem Raumschiffen stehen diesmal die ESOX und auch die SQUID im Vordergrund, welche nicht unterschiedlicher sein können. Die Mitglieder der ESOX setzten bis vor fünf Jahren auf Implantate und eine enge Verbindung und Abhängigkeit von ihrem Zentralcomputer, der ihnen eine technisch hohe Effizienz und persönliche Leistungssteigerung ermöglichte. Die Menschen der anderen Raumschiffe sahen hierbei eine Gefahr für das Menschsein und besetzten damals die ESOX und kappten mit Waffengewalt den Einfluss des Zentralrechners.

    Die SQUID dagegen ist das einzige Schiff des Schwarms, welches selbst ein lebender Organismus darstellt. Das als Gütige Mutter bezeichnete Schiff ist ein Kind des Rotraums. Ihre Bewohner zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine technischen, sondern ausgeprägte biologische Mutationen aufweisen.


    Ein Teil der ESOX, darunter Aneste, streben den früheren Zustand auf der ESOX an, und zwar mit Waffengewalt und Guerillamethoden. Anfangs konnte ich Anestes Beweggründe noch nachvollziehen, aber dann wurde sie mir aufgrund ihres brennenden Hasses auf die Besatzer immer unsympathischer. Umso gespannter war ich natürlich, ob es zu einem Zusammentreffen von Aneste und Kara kommen wird und wie dieses dann verlaufen wird.


    Um ihr Ziel zu erreichen,ist Aneste bereit, sich mit der fremden Intelligenz zu verbünden, die ihr ihre Hilfe anbietet. Aber da schnell klar wird, dass die Sphäre den Menschen haushoch überlegen ist, habe ich mich gefragt, welches Ziel sie dabei wirklich verfolgt.


    Das was dann die Protagonisten erleben und erfahren, ist eine spannende Reise zu den Fragen der Menschheit und was die Menschen ausmacht – und ob und wie menschlich Superintelligenzen sein können. Diese Reise bringt nicht nur die SQUID und die ESOX an ihre Grenzen, sondern könnte zu einer Gefahr für den ganzen Schwarm werden.


    Gelungen fand ich auch, dass wir diesmal mit der PAYARA ein bisher unbekanntes Schiff des Schwarms näher kennenlernen. Für dessen Bewohner ist es das höchste Ziel, sich in Kämpfen Meriten zu erwerben, mit denen sie sich brüsten können. Ich muss gestehen, ich hatte ein wenig Schwierigkeiten mit dieser Zielsetzung. Vor allem war es aber ein spannender Kontrast zu Karas Bestrebungen, auf Diplomatie statt auf Waffen zu setzen.


    Dank der vielschichtigen Darstellung seiner Figuren und den tiefschürfenden Fragen, die viel Raum für eigene Überlegungen und Reflexionen bieten, schaffte es Robert Corvus wieder, einen für mich äußerst spannenden und unterhaltsamen Roman zu schreiben. Mir hat „Feuer der Leere“ schon sehr gut gefallen, aber „Das Imago-Projekt“ konnte noch etwas draufsetzen. Daher hoffe ich sehr, dass wir noch weitere Geschichten rund um den Schwarm lesen werden, denn Potenzial gibt es in jedem Fall noch genug.


    Meine Meinung erscheint bei:

    Amazon

    Großes Literaturschock-Bücherforum

    Literaturschock.de

    LovelyBooks

    Thalia

    Weltbild

    Lesejury

    Piper (noch nicht freigeschaltet)

  • Sobald klar war, dass es einen Nachfolger zu "Feuer der Leere" geben wird, war klar, dass ich den lesen muss. Und sobald klar war, dass es hier eine Leserunde mit Robert Corvus dazu geben wird, war klar, dass ich daran teilnehmen muss. Schon beim ersten Buch hat es mir unheimlich viel Spaß gemacht, mit euch und Robert meine Gedanken auszutauschen, auf neue Ideen gebracht zu werden und zu erleben, wie verschieden wir die Charaktere und ihre Handlungsweisen wahrnehmen.

    Und es war wieder das erhoffte Vergnügen. Es ist erstaunlich, wie die ein oder andere Frage von Mitleser oder Autor einen auf völlig neue Ideen bringen, Gedanken in Gang setzen, die man sonst vielleicht gar nicht gehabt hätte und das Leseerlebnis noch viel größer machen.
    Ich habe mich mit Fragen beschäftigt, die sonst eher irgendwo im Verborgenen herum dümpeln, weil man sich im Alltag ja mit so viel Kleinkram beschäftigen muss, dass die wichtigen Fragen der Menschheit nicht zum Zuge kommen. Ich habe nicht auf alle diese Fragen eine Antwort gefunden, aber ich bin diesen Antworten dank euch allen ein gutes Stück näher gekommen. Es war wieder großartig mit euch.:daumen:

    Es gibt viele Bücher, die einen gut unterhalten, aber es gibt nicht so viele, mit denen man sich auch über das Lesen hinaus beschäftigt. Und es gibt einige seltene Exemplare, die die Sicht auf Dinge ändern können oder den eigenen Horizont entscheidend erweitern. "Das Imago-Projekt" ist für mich ein solches Buch. Danke Robert Corvus , für diesen Tripp über das Vorstellbare hinaus. Es war eine große Freude, dieses Buch mit dir gemeinsam erlesen und erleben zu dürfen. Und ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich mich großzügig deiner Formulierung von den "Grenzen des Vorstellbaren" bedient habe. Mir ist einfach keine andere passende dafür eingefallen.


    Meine Rezension poste ich hier nicht - ich hoffe das ist trotzdem okay. Ich habe sie wie all meine Rezensionen zuerst auf BücherTreff.de veröffentlicht.

    Außerdem auf

    amazon.de

    thalia.de

    piper.de (noch nicht veröffentlicht)

    weltbild.de


    Und dann möchte ich noch zeigen, wie Bücher am Ende einer Leserunde bei mir aussehen ;)

    Dateien

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

    Einmal editiert, zuletzt von Hirilvorgul ()

  • Das war mal wieder eine mega-Leserunde. Herzlichen Dank an alle Mitleser und Mitleserinnen für die tollen Diskussionen und den regen Austausch und ein ganz besonderes Dankeschön an Robert Corvus, der diese Leserunden durch seinen Einsatz zu etwas Besonderem hat werden lassen.


    Hier nun mein Leseeindruck:


    Das Imago-Projekt ist der Fortsetzungsroman von Feuer der Leere, kann aber durchaus auch separat gelesen werden. Es empfiehlt sich allerdings, auch den 1. Teil zu lesen, um bereits ein Gefühl für den Schwarm und die handelnden Personen und unterschiedlichen Raumschiffe zu erhalten. Ich brauchte beim ersten Teil eine Zeit, bis ich mich gedanklich eingelesen hatte. Beim 2. Teil war ich ziemlich schnell in der Geschichte und der jeweiligen Lebensform drin. Die technischen und physikalischen Erklärungen stellten mich aber auch hier vor die eine oder andere Herausforderung.


    Der Schwarm, eine Kooperation zwischen vielen verschiedenen Raumschiffen mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen, Lebensphilosophien und Eigenarten, so wie in unserer heutigen Welt auch schon, ist auf der Suche nach alten Kolonien und somit nach Überlebenden der alten Menschheit. Neben der bereits in Feuer der Leere vorkommenden MARLIN, die eine eher diplomatische Lebensweise vertritt, der SQUID, ein lebendiges Raumschiff, dass Mutter genannt wird und Menschen bei sich leben lässt sowie die ESOX, deren Focus auf künstliche Intelligenz und den Zentralcomputer setzt, lernen wir auch die PAYARA kennen, die als militärische Einheit eher auf Kampf und Sieg aus ist.


    Nach einer ungemütlichen Reise durch den Rotraum trifft der Schwarm auf eine gigantische Sphäre, die eine ganze Sonne umhüllt und somit viele Rätsel aufgibt. Ebenfalls unklar ist, ob sie dem Schwarm freundlich oder feindlich aufgestellt ist. Die erste Kontaktaufnahme und die Entscheidung, wie man damit umgeht und wer welche Interessen vertritt, löst schon Konflikte innerhalb des Schwarms aus, da nicht alle Großraumschiffe an einer friedlichen Koexistenz glauben. Dabei entsteht ein großes Konfliktpotenzial.


    Als ob das nicht genug Spannung wäre, versucht eine rebellische Gruppe von der ESOX, einer Lebensform, die sich stark an künstlicher Intelligenz orientiert und sich am liebsten ganz mit dem Zentralrechner ihres Raumschiffes verbinden würden, ihre alten Freiheiten wieder zu erobern, die ihr der Schwarm vor einiger Zeit gewalttätig genommen hat. Kara, die Hauptprotagonistin, steckt als Diplomatin mittendrin in den Geschehnissen und versucht, die Auseinandersetzung diplomatisch ohne Gewalt zu lösen. Ein schwieriges Unterfangen.


    Neben den spannenden Ereignissen tauchen auch immer wieder philosophische Fragen auf, die diesen Roman besonders lesenswert machen und zum Nachdenken und Reflektieren anregen.

    Ist es moralisch vertretbar, einer anderen Lebensform seine eigene aufzuzwingen? Wie weit kann Technik gehen und ab wann verliert der Mensch das Mensch sein? Was genau macht den Menschen aus? Könnte künstliche Intelligenz die Menschen ganz ausschalten und überflüssig machen?


    Auch hier treffen wir auf Vorurteile, vorschnelle Entscheidungen, Intoleranz und Ignoranz sowie Fanatismus. Und auch hier kann der Fehler eines Einzelnen die ganze Gattung Mensch ausrotten oder in Gefahr bringen.


    Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Rückblenden, hier benannt als sogenannteSpeicherbilder, die im Laufe des Buches immer mehr Aufschluss darüber geben, was die Sphäre sein könnte. Auch die Darstellung der einzelnen Figuren, die so unterschiedlich handeln und doch verständlich aufgrund ihres Backgrounds und ihrer Lebenseinstellung haben mich mitgenommen und mich bewusst werden lassen, dass man doch mal öfters seine Perspektive wechseln sollte. Wie schon die alten Indianer sagten: " Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist".


    Ein spannendes Buch mit facettenreichen Figuren und unterschiedlichen Perspektiven. Eine literarische Reise nicht nur in die ferne Zukunft, sondern auch durch die Philosophie und den eigenen Wertvorstellungen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Und dann möchte ich noch zeigen, wie Bücher am Ende einer Leserunde bei mir aussehen ;)

    So extrem ist das bei mir nicht, aber ich glaube, ich ahbe noch nie in ein Buch so viele Notizen gemacht, wie in dieses. Auch das trägt zu einer neuen Leseerfahrung bei. :-D

  • Rezension "Das Imago Projekt" von Robert Corvus



    So könnte sie aussehen, unsere Welt von morgen oder : „Die Büchse der Pandora“

    Auf der Suche nach einem längst vergangenen Imperium ziehen die letzten Menschen auf achtundzwanzig Großraumschiffen durch die zerstörten Planetensysteme.

    Schließlich stoßen sie auf intelligentes Leben. Der Erstkontakt gestaltet sich schwierig und schnell wird klar, was immer die sonderbare Sphäre bewohnt: Es ist den Menschen weit überlegen!


    Kara Jeskon, Admiralität der MARLIN ist eine überzeugte Koexistenzialistin und ist fest davon überzeugt, dass Zerstörung und Gewalt immer nur zu einer Behinderung der gesellschaftlichen Entwicklung führt!

    Als die Menschen mit dem sogenannten „Imago Projekt“ konfrontiert werden, stehen sie vor einer völlig neuen Herausforderung, die sie an die Grenzen des Möglichen bringen. Ein Machtkampf unter den Schiffen entsteht und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt!

    Kara Jeskon gerät zwischen die Fronten und kämpft unerbittlich für ihre Prinzipien. Sie gerät in ein Netz von Intrigen und weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann.

    Auf der SQUID, dem einzigen lebenden Raumschiff herrscht die sogenannte „Rote Familie“, deren Sohn Amida zu einem Spielball der Interessen wird.

    Dieser Roman war für mich eine Reise sowohl zu den Ursprüngen, als auch zu einer durchaus möglichen Zukunft der Menschheit. Konsequent denkt der Autor die Entwicklungen unserer Zeit zu Ende und öffnet die Büchse der Pandora. Denn zwangsläufig konfrontieren uns die technischen Fortschritte mit den grundlegenden Fragen nach Menschsein und Menschwerdung. Dabei spielt er gekonnt mit den Grenzen, weicht sie auf, verschiebt sie und bereitet dem Leser damit auch Unbehagen. Plötzlich drängt sie sich ungeschönt auf, die Frage aller Fragen: Was ist die Quintessenz des Menschen? Wohin führt uns die Zukunft und verlieren wir unser Selbst auf dem Weg dorthin? Dabei beleuchtet er detailliert, das Streben der Menschheit nach Fortschritt, nach Perfektion und Unfehlbarkeit. Sind unsere vermeintlichen Schwächen, am Ende vielleicht sogar unsere größte Stärke?


    „Mensch“ dieser Begriff scheint im Fortlauf der Geschichte förmlich zu verschwimmen und zu einer unerreichbaren Fatamorgana zu werden. Mit dengeschickt eingefügten Rückblenden in die Vergangenheit der Menschheit, in Form von Speicherbildern, entsteht ein ganz besonderer Effekt. Zwangsläufig wird der Leser mit unbequemen Fragen konfrontiert und plötzlich sind wir mittendrin im Beginn der Zukunft und begreifen uns sehr schnell als einen Teil, ein Mosaiksteinchen der Welt von morgen.


    Der Autor führt uns in ein Labyrinth, das wir bereits heute betreten und nicht wissen wann wir wo wieder herauskommen. Und wie immer am Ende einer ereignisreichen Reise, gehen wir als ein anderer hervor, als jener, der die Exkursion einst anrat. So wird es auch dem Leser ergehen, denn nach dieser Lektüre, werden Sie vielleicht manches anders betrachten und vieles aus einem anderen Blickwinkel sehen können.

    Robert Corvus tänzelt hier gekonnt auf einem schmalen Grat und jongliert geschickt mit den großen Fragen unserer Zeit. Er nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Zeit, in eine Zeit, die vielleicht schon bald unsere Zukunft sein könnte.

    Begeben Sie sich selbst auf diese Exkursion und finden Ihren eigenen Weg durch dieses Labyrinth, an dessen Ende eins ganz gewiss ist: Sie werden mit einer neuen Erkenntnis herauskommen.


    Ein Buch, das Spaß macht, fordert und anspruchsvoll ist. Von Beginn bis zum Ende exzellent durchdacht. Eine Geschichte, die nachwirkt und beeindruckt, denn: Die Zukunft ist JETZT!


    auch zu finden bei Amazon und lovelybooks.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Verloren.

    Wir sind nun eine gefährdete Spezies.

    Auf Großraumschiffen sind wir auf der Flucht und gleichzeitig auf der Suche nach letzten Kolonien der Menschen.

    Was wir diesmal finden sollten, sollte alles bisher Dagewesene übertreffen: Eine überlegene Intelligenz jenseits des Vorstellbaren. Wie wird sie auf uns reagieren und wie werden wir ihr begegnen?


    Wer "Feuer der Leere", den Vorgänger-Roman zum "Imago-Projekt" gelesen hat, dem ist die Hauptperson Kara Jeskon bereits bekannt. Auch etliche andere Charaktere haben erneut ihren Auftritt, was Grund zur Wiedersehensfreude ist, aber kein Zwang, das vorige Buch gelesen zu haben. Für Eingeweihte: Besonders die ESOX und die SQUID stehen in diesem Band im Vordergrund.


    Als Koexistentialistin hält Protagonistin Kara allen Widerständen zum Trotz am Frieden zwischen allen Rassen und Völkern fest. Erschwert werden ihre Bemühungen durch die Differenzen der Menschen untereinander, die auf ihren Raumschiffen sehr unterschiedliche soziale und politische Systeme ausgebildet haben. Auch körperliche Veränderungen gehören dazu...


    Genetische Optimierung, Cyberimplantate, Schnittstellen...wo hört das Mensch-Sein auf und wo die Menschlichkeit? Was wird eines Tages möglich sein? In welchen Formen wird der Mensch weiterbestehen können? Robert Corvus hat seinem Roman reichlich philosophische Tiefe verliehen, die nachhallt. Immer noch.


    Die Einführung in das erzählte Universum, mit seinen technischen und physikalischen Strukturen und Gesetzen geschieht fließend nebenbei, so dass das vorhandene Glossar nicht unbedingt zu Rate gezogen werden muss. Wie für den Autor typisch, gilt es um lieb gewonnene Romanfiguren zu bangen und der Ausgang lässt sich schwer vorauszusagen. Schön in diesem Teil ist die entstehende Verbindung zwischen Karas Geschichte und den sogenannten "Speicherbildern", mit denen die Kapitel jeweils abschließen. Optimal für kleine Lesepausen ist übrigens die Kapitel-Länge. Obwohl die Übergänge der Kapitel manchmal nicht zum Ausruhen einladen!


    Viel Spannung und frische Ideen für uns Sophonten (Buch-Insider ;-) )!


    Auf:

    Meinem Blog: https://examplewordpresscom451…corvus-das-imago-projekt/

    Amazon

    Weltbild

    Thalia

    Ebook.de

    Lesejury

    Piper

  • Vielen Dank an meine Mitleserinnen und Mitleser und an Robert für die wie immer intensive Begleitung der Leserunde.


    Hier mein Leseeindruck:


    Der Schwarm, ein Zusammenschluss von 28 Großraumschiffen, beherbergt die letzten Menschen. Aber was bedeutet "Menschsein" eigentlich? Das ist die zentrale Frage in "Das Imago-Projekt" von Robert Corvus.

    Diese Frage kann man sich schon bei den Mannschaften von zweien der Schiffe des Schwarms stellen, die man bereits im Vorgängerband "Feuer der Leere" kennengelernt hat.

    Die Bewohner der ESOX wurden ursprünglich durch einen Zentralcomputer verbunden und hatten ein gemeinsames Bewusstsein, bis der Zentralcomputer abgeschaltet wurde.

    Die SQUID ist ein lebender Organismus, den die Bewohner als "Mutter" bezeichnen. Körperliche Veränderungen deuten auf eine besonders intensive Verbindung hin.

    Die ESOXianer gaben einen Großteil des eigenständigen Denkens, die SQUIDianer einen Teil ihrer menschlichen Physiognomie auf.


    Jetzt trifft der Schwarm auf eine geheimnisvolle Sphäre, die Kontakt aufnimmt. Aber wer oder was verbirgt sich im Inneren der Sphäre.
    In sogenannten Speicherbildern, die sich am Ende jedes Kapitels befinden, erfährt man, wie die Sphäre entstanden ist und welche Ziele verfolgt werden.


    Weder "Feuer der Leere" noch "Das Imago-Projekt" sind Bücher zum "nebenbei" lesen. Man muss sich öffnen und die vielen Informationen und Zusammenhänge, auch philosophischer Art, auf sich wirken lassen. Dabei ist das Buch keineswegs schwierig geschrieben, es regt zum Nachdenken an.


    Mir hat das Buch viel gegeben und ich hoffe sehr auf weitere Geschichten um den Schwarm.

  • Spät kommt sie meine erweiterte Lesermeinung.

    Vielen Dank an Bernd für die wieder einmal tolle Begleitung der Runde und die vielen Hintergrundinformationen. An alle Mitleser vielen Dank für die interessanten und so wunderbar gegensätzlichen Diskussionen.



    Das Imago-Projekt- Mensch, wohin gehst du?


    Die Menschheit ist unterwegs, sie hat ihre Planeten aufgegeben und in 28 Generationenraumschiffen fliegt sie als Nomadenvolk durch die Galaxien. Dieser Hintergrund ist wunderbar gewählt, denn die Raumschiffe sind die Rettungsbote verschiedener von Menschen besiedelter Planeten und haben dem zufolge unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen. Hintergrund dieses Zigeunerlebens ist, die Unabhängigkeit von einem festen Stützpunkt, der durch Naturgewalten ebenso vernichtet werden kann wie durch Feinde. Feinde gibt es, die Giats. Sie vervollständigen den Hintergrund der Geschichte, indem sie als Begründung für die Bewaffnung und die Angst der Menschen stehen.


    Imago ist der zweite Roman in diesem Sujet. Während im ersten Band „Feuer der Leere“ noch der Kampf nach außen sehr dominant war und direkte Kampfszenen die Auseinandersetzung mit den Giats schilderten, ist diesmal eher der Kampf im Inneren der Mittelpunkt. Gesehen wird dies meist aus der Perspektive einer Frau, die von der naiven Vorstellung einer Koexistenz ausgehend, sich zu einer wirklichen Diplomatin entwickelt und Lösungen vorschlägt, auf die der Leser sicher nicht kommen wird. Ich wurde davon überrascht, obwohl meine Wünsche schon in eine ähnliche Richtung gingen.

    Von den 28 Raumschiffen wurden im ersten Band vornehmlich zwei geschildert: die MARLIN, auf der eine Art Militärdemokratie existiert, die auf einem ziemlich ausgeklügelten Wahlsystem aufbaut und der SQUID, einem lebenden Raumschiff, dessen Motivation, Menschen in sich aufzunehmen und zu versorgen, völlig unklar ist. Angedeutet wird allerdings in „Feuer der Leere“ schon, dass es ein Raumschiff gibt, dessen Gesellschaftsstruktur den anderen Mitgliedern des Schwarms nicht gefällt. Die ESOX beherbergt einen Zentralcomputer, der das Leben im Raumschiff steuert. Alle Menschen im Schiff sind mit diesem verbunden. Sind sie noch Menschen? Die anderen Schiffsführer sehen das nicht so. sie sind der Meinung, dass man diesen „versklavten“ Menschen helfen müsse, ihr Menschsein zu erhalten. Die ESOX wurde überfallen und der Zentralcomputer lahmgelegt, damit eine Zwangsamputation der Menschen in diesem Schiff durchgeführt, die Tote und Schwerverletzte hervorbrachte. War diese Aktion gerechtfertigt? Hat man das Recht gegen den Willen einer Gesellschaft, diese zu „befreien?“ Was macht uns zu Menschen?

    Das IMAGO-Projekt beginnt in der Zeit nach dem „Befreiungsschlag“. Die ESOX steht unter Beaufsichtigung durch Kommissare der anderen Schiffe. Natürlich gibt es dann auch eine Untergrundorganisation. Und die Frage: wieweit darf man gehen, wenn es um die Freiheit geht, so zu leben wie man es möchte? Ab wann wird aus einem Freiheitskampf Mord? Wer ist im Recht? Und wie bestraft man Massenmord? Wozu dient Strafe? Ist Rache auch ein Teil der Strafe oder geht es eher um Einsicht und Neuanfang?

    Allein diese Fragestellung ist also schon zutiefst philosophisch und eigentlich auch sehr aktuell. Ich finde es faszinierend wie es dem Autor gelingt, hier beide Seiten des Konflikts zu zeigen und damit zur Diskussion herauszufordern.


    In der SQUID werden die Menschen auch verändert, sie werden von dem lebenden Gewebe durchsetzt. Sind diese mehr oder weniger Mensch als die auf der ESOX? Ist es die Angst vor dem riesigen Lebewesen, dessen Möglichkeiten, die Gravitation zu manipulieren, dass man sie nicht angreift oder hat man vor der biologischen Veränderung weniger Angst als vor technischer „Verbesserung“? All diese wichtigen Fragestellungen sind in eine spannende Handlung verpackt.

    Es gibt einen Erstkontakt und dieser wird von zwei Seiten vorbereitet. Einmal ist der Leser dabei, wenn der Schwarm auf eine Zivilisation trifft, die ihre Planeten „verbraucht“ hat und sie erkunden den letzten noch existierenden Planeten des Sonnensystems, der auch menschenleer ist. Wo sind die Menschen? Zum Zweiten gibt es nach jedem Kapitel ein „Speicherbild“- hier ist der deutliche Bezug zum Titel und auch zum Cover. Ein Wissenschaftler speichert Eindrücke, Bilder, aus seinem Leben ab. Dabei erfährt der Leser die Geschichte einer Zivilisation. "Imago" heißt nicht nur „Bild“ sondern ist auch die Bezeichnung für das erwachsene geschlechtsreife Insekt nach der Verpuppung oder der letzten Häutung. Was ist der Mensch nach seiner letzten Häutung? Vielleicht nur noch Energie in einer Dyson-Sphäre?


    IMAGO ist ein SF-Roman, für jeden Fan. Es gibt sowohl Excurse in die Wissenschaft , die die Hardcore Fans erfreuen, als auch ethische und philosophische Betrachtungen für die Socialfiction Fans. Jeden Fan aber wird die spannende Handlung begeistern.

    Es wäre schön noch mehr von den anderen Schiffen zu erfahren, von denen bisher nur einige Andeutungen gemacht wurden. Stoff bietet dieses Sujet jedenfalls für jede Menge interessanter Geschichten, die der Autor sicher auch zu erzählen vermag.


    Ein Roman, der herausfordert, unterhält und überrascht. Eine absolute Empfehlung!

Anstehende Termine

  1. Freitag, 5. Oktober 2018 - Freitag, 19. Oktober 2018

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  2. Freitag, 12. Oktober 2018 - Freitag, 26. Oktober 2018

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  3. Mittwoch, 17. Oktober 2018, 21:43 - Mittwoch, 31. Oktober 2018, 22:43

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  4. Freitag, 19. Oktober 2018 - Freitag, 2. November 2018

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