06 - Kapitel 10 bis Ende (S. 277 bis Ende)

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  • Guten abend zusammen,


    heute mittag habe ich die letzten Seiten gelesen, was soll ich sagen, dass Buch hat mich sehr beeindruckt.



    Ihre Zeit in der Elfenburg empfand ich wieder als sehr intensiv und emotional. Ihre Gedanken über Island („Island hatte sie gepackt“) und ihre Erkenntnis, wie viel es ihr doch bedeutet ließen mir doch die Augen etwas brennen.


    Mit diesem Satz hast du für mich eigentlich schon den Kern der Sache getroffen.
    Es hat ja schon ganz leicht in den vorherigen Kapiteln angefangen, die Berge waren irgendwann nicht mehr so bedrohlich, die Fahrt mit der Gondel, der erste Ritt auf Sörli und besonders auch Lies Zwiesprache mit Tieren und Natur.
    Ihr Abschied von Elias und auch von Sörli, und ihre Annährung an Joi und auch, dass sie endlich ihr verklemmtes Verhalten ihm gegenüber ablegt, für mich passt das alles sehr gut zusammen.


    Den Ritt durch den See hin und zurück fand ich auch etwas übertrieben, aber konnte sie überhaupt um den See herumreiten ???


    Das am Schluß mit Elias Tod auch Annas Kreuz verschwindet, zeigt Lies eindeutig den Weg zu ihrem Neuanfang, das Wegwerfen ihrer alten Kleider passt für mich hier genau. Das Joi auf sie wartet, warum auch nicht, die beiden mögen sich halt.


    Ich bin mir sicher, dass Lies in Island bleibt und den Hof auf ihre Art weiter betreibt, ob mit oder ohne Joi ist eigentlich egal.


    Wie ihr seht, ich bin noch richtig im Bann des Buches.


    :winken:


    Olima


  • Elias ist für mich die kräftigste Figur, Lies wächst im Laufe der Handlung, bekommt mehr Farbe und für mich auch eine immer stärker werdende Rolle. Joi und Ari sind und bleiben Randfiguren und von meiner Seite aus, hätte das Buch auch ohne Kuss enden können.


    Mir haben die Figuren in dem Roman deswegen so gut gefallen, weil sie eben nicht typisch gezeichnet sind. Elías ist der ständig nörgelnde und unapptitliche Eigenbrötler und nicht der aufgeschlossene, hilfsbereite Opa-Typ. Lies ist nicht die starke Super-Frau, die heute in jeder Geschichte obligatorisch ist, damit wir Frauen uns auch angesprochen fühlen. Nein, sie ist unentschlossen, ungeschickt, macht dumme Sachen..... auch wenn sie sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt, eine Superfrau ist sie deswegen noch lange nicht, und das macht sie mir sympathisch. Jói ist nicht der perfekte Traummann, der Frauenversteher, sondern tritt auch ab und an ins Fettnäpfchen, glänzt vor allem mit Abwesenheit.


    Ich weiss es zu schätzen, dass Dagmar hier eben keine Klischees bemüht hat und sich getraut hat, auch mal schwache Figuren zu zeichnen; und vor allem finde ich, dass die heimliche Hauptfigur des Romans Island selbst ist.



    Interessant hätte ich es auch gefunden, hätte Lies nach Elias' Tod den Hof verlassen müssen. Wie hätte sie sich in Deutschland wieder zurecht gefunden...

    Komisch, diese Frage habe ich mir überhaupt nicht gestellt. Hätte sie sich wieder an das Leben im Finanzamt gewöhnen können? Ich behaupte mal nein. In Deutschland gibts schliesslich auch Schafe... ;)


    Noch ein Wort zum Kleiderwegwerfen: mit diesem Bild konnte ich nicht soviel anfangen, und wenn Dagmar es nicht erklärt hätte, hätte ich auch den Sinn dahinter nicht erraten. Man kann viel in den Fluss werfen und wegspülen lassen, aber seine Kleider? Im isländischen Herbst? Ne, das geht für mich gar nicht. Das weggespülte Kreuz dagegen, das hat was - allerdings musste ich mich mit diesem Gedanken auch erstmal anfreunden.

  • Ein Ende, wie ich es mir schon gedacht habe. Trotzdem eine Überraschung und eine Art, es gut zu schreiben.
    Und mal wieder die isländische Achterbahn ;D


    Die Schilderung des Schafe Einsammelns gehörte für mich wieder zu den Passagen, die so gut geschrieben sind, dass ich glaube dabei zu sein. Wer macht was, was machen die Schafe, was könnten sie denken... Sowas habe ich das ganze Buch über schon gerne gelesen. Ich konnte mir dann auch immer lebhaft vorstellen, was für eine enorme Arbeit der Hof abverlangt und wie einzelne Dinge ablaufen.
    Dieser Hof-Alltag en detail war übrigens überhaupt eine Stärke in diesem Buch - weil es eben aus einer Geschichte um einen Alten und ein "Aupair" eine isländische Geschichte machte. Ohne diese spezielle Form der Arbeit hätte die Geschichte nicht mal halb so gut gewirkt.



    Dieser Ari hat eine Art an sich. Bohrt mit dem Löffel hingebungsvoll im Ohr nachdem er bei der Heuernte schon ungeniert vom Traktor pinkelte. Ganz sicher ist er unverheiratet, bei den Manieren. ::):P


    Eine brillante Schlussfolgerung :D



    Es war richtig schön, dass die Männer kamen, um Lies zum Schafetreiben abzuholen. ... Ich sehe die Männer immer genau vor mir, wie sie da am Tisch sitzen und ab und zu ein oder auch mal zwei Worte aus ihrem Mund fallen. Ach, diese „Gespräche“ finde ich irgendwie herrlich ;D


    Das hast Du sehr schön gesagt :)


    Was schon mehrfach angesprochen wurde, war die absolut hirnrissige Tour von Lies über den See - und dann auch noch zweimal. In einer Hinsicht verstehe ich sie vollkommen: Die meisten von uns (ich inklusive) hätten das Patenschaf unbedingt retten wollen. Da sind wir nicht isländisch genug (und machen wohl zuviel Bohei um ein einzelnes Tier). Aber wir hätten begriffen, dass es eine lebengefährliche Nummer ist - und wir hätten bei der Arbeit keinen brennivin gesoffen, oder?. Ich verlange einen Smiley, der den Kopf schüttelt *g*
    Dafür fand ich den Elfenberg zwar nett eingebracht, aber nicht so emotional oder rührend wie einige andere. Da bin ich nicht isländisch genug, um das mit Gefühl lesen zu können. Das war eine kleine Höhle, die Schutz vor Unwetter bot und Lies war erstens fertig und zweitens mindestens beschwipst und drittens mächtig am Frieren. Da kommen einem dann halt merkwürdige Ideen...



    (Ich musste fast grinsen, als ich ihn mir auf der anderen Seeseite herumzappelnd vorstellte während Lies ganz ruhig mit den Tieren in ihrem Unterschlupf saß. Gemein , ich weiß ;D ).


    :D ;D Aber dieses Bild habe ich mir automatisch auch gemacht.


    Da fand ich Elías Versöhnung an der Jökulsa viel besser. Das hatte was viel menschlicheres und da steckte ein starkes inneres Bedürfnis drin. Und spätestens da war klar, dass Elías auf dem Hof sterben würde. Und da auch sterben wollte.
    Dass Lies in Island bleiben würde, habe ich geahnt. Aber ich fand es überraschend und gut, wie das nun geschehen ist. Nicht einfach bleiben wegen Jói oder einfach, weil sie sich dran gewöhnt hat, sondern weil sie eine Aufgabe hat: Den Hof und die Schafe.



    ... ich will nur ganz kurz was loswerden, sonst platze ich: Joi ist mir echt unsympathisch. Er ist angefressen, weil sie das Reiten nicht so liebt wie er und lieber Radfahren würde. :o Also der Bursche könnte mir echt gestohlen bleiben. Und Lies macht sich dann auch noch Vorwürfe. Sie soll den Mann vergessen und schauen dass sie nach Hause kommt.


    Ganz so drastisch nicht, aber da hätte ich ihn auch würgen können. Meine Güte, da kommt eine Frau freiwillig nach Island, macht alles mögliche durch und mit, springt über einen Schatten nach dem anderen, gewöhnt sich an anderes Essen, hat ein Raubein als Hofchef, ackert wie ein Pferd und schmeißt nicht hin. Und dann darf die Frau nicht mal ungestraft sagen, dass sie aktuell lieber radeln möchte. Das heißt doch noch lange nicht, dass sie Pferde gar nicht mag. Mimose!
    Ich habe zwar kapiert, dass Jói die Gute erst mal auf Islandtauglichkeit testen will, bevor er sich mit ihr einlässt, aber so eingeschnappt? Was Lies an Schlagfertigkeit fehlt, fehlt Jói auch.


    Mit der Symbolik des Kleiderablegens kann ich leider nichts anfangen ...


    Ich auch nicht, auch wenn Dagmar inzwischen die Szene aufgeschlüsselt hat. Ich hatte eher erwartet, dass sie da kurz reinsteigt und sich eine Art Taufe holt. Aber dass sie die Kleider auf Reisen schickt?


    Ich denke mal eine Nacht über mein Fazit nach. Jedenfalls fällt es prächtig aus und da haben die Schafe keinen unerheblichen Anteil.


  • Dieser Hof-Alltag en detail war übrigens überhaupt eine Stärke in diesem Buch - weil es eben aus einer Geschichte um einen Alten und ein "Aupair" eine isländische Geschichte machte. Ohne diese spezielle Form der Arbeit hätte die Geschichte nicht mal halb so gut gewirkt.


    Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. 8)


  • Ich hatte eher erwartet, dass sie da kurz reinsteigt und sich eine Art Taufe holt.


    Äh - der Abstieg wäre lebensgefährlich, weil sich die Klippen nach oben verjüngen und es sicher 5 Meter in die Tiefe geht.


    Um den See kann man nicht herumreiten, außer man hat Tage Zeit: http://i4.tinypic.com/4miqdzn.jpg
    So sieht dort so ein Hof aus: http://i13.tinypic.com/4kf5kyw.jpg
    Und so die Berge (nicht wirklich einladend): http://i8.tinypic.com/503gyew.jpg
    http://i8.tinypic.com/68ac686.jpg


  • Um den See kann man nicht herumreiten, außer man hat Tage Zeit: http://i4.tinypic.com/4miqdzn.jpg


    Ich habs doch geahnt, also doch nicht nur eine durchgeknallte Idee nach zuviel Brennivin, zwar immer noch total verrückt, aber die einzige Möglichkeit ihr (erstes) Schaf zu retten.



    So sieht dort so ein Hof aus: http://i13.tinypic.com/4kf5kyw.jpg
    Und so die Berge (nicht wirklich einladend): http://i8.tinypic.com/503gyew.jpg
    http://i8.tinypic.com/68ac686.jpg


    Vielen Dank für die tollen stimmungsvollen Bilder. Wenn die Farben so stimmen, kann ich jetzt auch die Freude über das erste Grün und die Düngeaktion verstehen.


    :-*


    Olima


  • Um den See kann man nicht herumreiten, außer man hat Tage Zeit: http://i4.tinypic.com/4miqdzn.jpg


    Ok, dann kann ich verstehen, dass ihr nur ein zweites Bad auf die andere Seite verhalf. Aber ich bin mir sicher, dass sie auch ohne Brennivin ab durch den See wäre um das Schaf zu holen. Sie ist halt impulsiv. ;D
    Dabei wurden die restlichen Schafe am nächsten Tag noch abgeholt.



    Ein Ende, wie ich es mir schon gedacht habe. Trotzdem eine Überraschung und eine Art, es gut zu schreiben.
    Und mal wieder die isländische Achterbahn ;D



    Da fand ich Elías Versöhnung an der Jökulsa viel besser. Das hatte was viel menschlicheres und da steckte ein starkes inneres Bedürfnis drin. Und spätestens da war klar, dass Elías auf dem Hof sterben würde. Und da auch sterben wollte.


    Mir hat das Ende auch sehr gut gefallen. Elías, der mit sich und den Toten ins Reine kommt. Der leise Abschied, den er nimmt. Die Trauer, die jeder auf seine eigene Weise zum Ausdruck bringt. Und dann Lies, die ihre Trauer wie ihre Kleider dem Fluß übergibt um einen neuen Anfang zu wagen. Tod und Leben - ganz nah zusammen.
    Für mich kam es sehr gut rüber.


  • Ich weiss es zu schätzen, dass Dagmar hier eben keine Klischees bemüht hat und sich getraut hat, auch mal schwache Figuren zu zeichnen; und vor allem finde ich, dass die heimliche Hauptfigur des Romans Island selbst ist.


    Das empfand ich auch als sehr wohltuend und hat der Geschichte viel gegeben. Ich möchte sie mir gar nicht vorstellen mit einer Super-Lies, einem lieben Opa und einem verführenden Sonnyboy. Und Island und die Natur selbst empfand ich auch als stärkste "Charaktere", die immer präsent waren in ihrer Schönheit und Schrecklichkeit und die Arbeit und das Leben der Tiere und Menschen bestimmte.

  • Endlich melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Gestern habe ich im Wartezimmer einer Arztpraxis das Buch beendet und war zum ersten Mal froh draüber, das ich warten musste. ::)
    Eigentlich habt ihr inzwischen ja schon alles gesagt, aber ein paar eigene Worte möchte ich trotzdem noch finden.


    Besonders anrührend fand ich die Szene auf Seite 317, wo Elias an Lies Bett wacht:
    "Jetzt ist sie wach." Das klang erleichtert. Er stand auf und zog fürsorglich die Decke wieder gerade. "Jetzt ist sie endlich wach." In seinen Augen lag die stille Freude. Ungewohnt. Sehr ungewohnt.
    Ich muss gestehen, beim Lesen schlichen sich ein paar Tränchen in meine Augen, denn hier wird zum ersten Mal richtig deutlich, was Lies für Elias inzwischen bedeutet, wie wichtig sie für ihn geworden ist.


    Sehr schön fand ich auch, dass die Elfen Einzug in die Geschichte nahmen (was wäre Island ohne seine Elfen?? :belehren: ) . Aber ich fand es auch sehr passend, dass die Elfen-Mystik nur ganz am Rande erschien, quasi um das Island-Bild rund zu machen.
    Apropos Mystik: Es gab ja einige mystische Momente im Buch. Da sprechen Berge, Flüsse, Pferde und Schafe, und immer hatten sie wirklich etwas zu sagen. Wobei mir diesbezüglich ganz besonders Sörli ans Herz gewachsen ist.


    Die Symbolik kam auf den letzten Seiten ja knüppeldick, aber auch dies empfand ich irgendwie als passend. Nur mit Lies Ablegen der Kleider konnte ich, wie wohl die meisten hier, nichts anfangen, bis ich Dagmars Erklärung gelesen hatte.


    Das Ende hat mir sehr gut gefallen, Lies wird sich in Island ein neues Leben aufbauen, vieleicht mit Jói, vielleicht wird er sie aber auch für eine kurze Zeit begleiten. Die Beziehung zwischen den beiden erscheint mir am Ende noch unwichtiger als während des ganzen Buches, aber Jói ist ja auch nur einer von vielen Gründen für Lies Entscheidung.


  • Das Ende hat mir sehr gut gefallen, Lies wird sich in Island ein neues Leben aufbauen, vieleicht mit Jói, vielleicht wird er sie aber auch für eine kurze Zeit begleiten. Die Beziehung zwischen den beiden erscheint mir am Ende noch unwichtiger als während des ganzen Buches, aber Jói ist ja auch nur einer von vielen Gründen für Lies Entscheidung.


    Irgendwie war das am Ende des Buches auch nicht mehr wichtig. Zu Beginn bei der Einführung der unterschiedlichen Personen hatte ich ja auch noch auf eine Liebesgeschichte in diesem Buch gewartet. Aber je weiter ich gelesen habe, desto weniger passte eine Romanze in dieses Buch. So ist Joi am Ende für mich eine Person, die Lies vielleicht weiter begleiten wird, vielleicht halt aber auch nicht.


    :winken:


    Olima

  • Genau so ist es.
    "Jeder hat einen zum Kraulen" sagt sie doch, voll des brennivins ;D , beim Schafkopfessen.
    Lies ist ja nicht auf der Suche nach der Liebe, sondern im Prinzip mitten in einer Lebenskrise (eines Lebens, in welchem weißgott bisher kaum was passiert ist - aber das ist ja egal: jeder hat seine eigene Welt mit eigenen Krisen eigenen Ausmaßes. Farblose Menschen haben eben farblose Krisen.)
    Jói ist in der Tat jemand zum Kraulen ;)
    Ob daraus mehr wird, wissen die Götter allein.

  • So, ein sehr gelungenes Ende schließt mit einem sehr gelungenen Buch ab! Auch ich fand die letzten seiten sehr ergreifend und schön :'(


    Die Männer kommen und die Schafe werden "eingesammelt". Irgendwie war mir nicht klar wie das gehen sollte, wenn doch alle frei herumlaufen, aber scheinbar geht es ja. Die arme Lies, da wollte sie doch eigentlich gar nicht mehr reiten und jetzt das ;)
    Dann de mystische Geschichte um die Elfen. Irgendwie passend. Als Lies dann ihren Alleingang startet um das schaf zu retten, fand ich das ganz kurz mutig, später dachte ich aber doch sie wäre ein bisschen verrückt. Da hat sicher der brennivin etwas nachgeholfen... aber zum Glück ging ja alles gut. Das sie danach unterkühlt war war ja wirklich kein Wunder. Dann taut der alte Elias doch noch ein kleines bisschen auf und dann stirbt er. Sehr ergreifend aber doch irgendwie klar, auch wenn ich nicht schon am Anfang erwartet hatte das es so kommen würde. Und dann entscheidet sich Lies zu bleiben. Man erbt ja auch nicht alle Tage einen Hof... wirklich sehr, sehr schön!

  • So, jetzt habe ich -Nachzügler- auch zu Ende gelesen. Elias ist fort und mit ihm die Geschichte von Anna, Palli und seinem Sohn.
    Lies erbt den Hof, ein Glück für die Tiere! Eine schöne Stimmung für´s Ende,...
    Mein Fazit wird wohl noch einige Tage dauern, bis ich die richtigen Worte gefunden habe :winken:


    Liebe Grüße
    Karin

  • Und auch die Leseschnecke ist fertig mit dem Buch. Bitte nicht böse sein, dass ich nur zum ersten Leseabschnitt separat geschrieben habe, ich kam einige Tage nciht an den Rechner - und wenn, dann nur für online-Überweisungen und Dienstliches.


    Obwohl sich all meine Prognosen erfüllt haben, bin ich sehr froh darüber, das Buch gelesen zu haben. Dagmar hat Elias, seine brummige Art, die Veränderung seiner Beziehung zu Lies und seine verlorene Liebe so schön geschildert, dass es mir am Ende sogar egal war, ob Lies mit Joi ein Paar wird und auf Island bleibt. Dieser alte Mann und sein letzter langer Sommer sind so bezaubernd gezeichnet, dass ich nun hinter jedem steinalten, stinkenden Brummbären eine verlorene Liebe vermuten werde, bei der noch ein Verzeihen/Vergeben aussteht. In der Tat habe ich als Hospizhelferin immer wieder erlebt, dass ein alter Mensch nicht sterben konnte, obwohl er gerne wollte, weil noch eine Versöhnung, ein klärendes Gespräch o.ä. mit einem für ihn/sie wichtigen Menschen ausstand. Dieses Buch hat mir durchgängig, besonders aber auf den letzten Seiten gezeigt, dass auch das Tabuthema Tod in einem Roman schön aufgearbeitet werden kann.


    Dieses Buch konnte ich nur langsam und mit vielen Pausen lesen, um die Stimmungen auch auf mich wirken zu lassen. Wenn Action kam, empfand ich es mitunter sogar als störend, weil unrealistisch, wie z.B. die vielen Lebensrettungen und besonders den Ritt durch den See. Diese Lies in ihrer Naivität und Hilflosigkeit konnte mir zuweilen ganz übel auf die Nerven fallen. Sagt 'mal, gibt es denn keine netten Isländerinnen, die mitten im Leben stehen, in die Joi sich hätte verlieben können? Was findet er an Lies? o.k., die meisten von uns würden sich anfangs mit Schafsgeburtshilfe und Reiten schwer tun, aber Lies wirkte mr mitunter sogar bei alltäglichen Dingen sehr hilflos.


    Danke für diese zwei schönen Lesewochen.

  • Suse

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