11: Seite 456 - Ende (Kap. 11 – Ende)

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  • Das Ende kam für mich etwas unerwartet und sehr schnell muss ich sagen. Ich weiß auch nicht was ich davon halten soll, dass am Ende die ganzen Geschehnisse verschwiegen werden. Ich finde, wer Unsinn verzapft (um es mal nett auszudrücken) muss auch mit den Konsequenzen rechnen.
    Was mir allerdings gut gefällt ist, dass Kara Jeskon bis zum Schluss an ihren Idealen festhält und immer eine friedliche Lösung anstrebt, egal was kommt - Eine Heldin, wie ich sie gern habe. :unschuldig:

    Außerdem finde ich es schön, dass sich die ganzen Strapazen ja schon gelohnt haben in Form von neuartiger Technologie und dem Beweis, dass es vielleicht doch nicht so ratsam ist, sich in vollkommene Abhängigkeit von einem Computer bzw. in dem speziellen Fall Betriebssystem zu begeben.

  • Ich freue mich für Kara, dass sie sich nicht gleich wieder in eine Beziehung stürzt. Und ich will so einen Massageroboter.


    Die Generalamnestie, hmmm. Ich verstehe warum das zur weiteren Koexistenz innerhalb des Schwarmes nötig ist, jedoch ist mehrfacher Mord schwer verzeihbar. Gerade Kara ist ja selbst bzgl. Macron betroffen. Bin mir unsicher ob sie einfach ein unglaublich guter Mensch ist, oder einfach Zuviel verdrängt. Wird Kara beim Aufeinandertreffen mit den Giats eine entscheidende Rolle spielen, z.B. einen Frieden im Perry-Stil verhandeln?
    Ich hätte gern noch mehr von der Roten Familie nach dem Ende der Entführung gehört. Welche Konsequenzen ziehen sie. Wie geht es der Squid gesundheitlich?


    Wie auch beim Feuer der Leere hatte ich das Gefühl, das noch nicht alles auserzählt ist am Ende, aber das steigert natürlich die Spannung bis der nächste Band kommt.


    Mir hat meine erste Leserunde viel Spaß gemacht. Eine schöne Erfahrung, den wo hat man schon während des Lesens die Möglichkeit mit dem Autor persönlich zu interagieren?


    Vielen Dank an dich Bernd, dass du deine Zeit mit uns verbringst, und natürlich auch an das Team von Leserunden.de. Am Wochenende werde ich mich an die Rezension für Amazon & Co setzen. :)

  • Ein kurzes, aber nur in Teilen überraschendes Ende. Der Gedanke der Generalamnesie verlangt von allen Opfer, aber klingt nach dem Einzigen was alle Beteiligten voran bringt. Überrascht hat mich hier besonders Tervoil, aber es scheint sich auch in Büchern zu bewahrheiten, das man Menschen genau bis vor die Stirn gucken kann, und nicht weiter. (Von Implantaten wie auf der ESOX mal abgesehen...) ;)

    Auch Aneste hat daraus, meiner Meinung nach, die Chance was neues über die anderen Menschen des Schwarms zu lernen (Vergebung, Güte, zweite Chancen...)

    Überrascht hat mich Kara am Ende noch mal mit ihrer Resolution sich selber gegenüber. Erst hab ich sie Berglen gegenüber etwas ruppig gehalten, aber dann konnte ich es verstehen. Wenn man sich selber schwach weiss stösst man die Versuchung lieber schnell von sich, damit man ihr nicht doch noch erliegt.

    Alles in allem ein schönes Ende, vor allem Xeramel hat mir da auch gefallen, das aber noch viel Raum für Spekulationen und Fragen lässt. Unter anderem, was die Imagos machen wenn ihnen der Platz zu klein wird.

    Dadurch lässt es einen auch nicht so schnell los.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Eine Besonderheit dieses Buches sind die Speicherbilder zwischen den Kapiteln. Sie waren im Szenenplan nicht enthalten. Dort habe ich nur notiert, dass ich wollte, dass die Leserinnen und Leser erfahren, wie die Sphäre entstanden ist. Meine Notizen dazu waren aber so umfangreich - und sie wuchsen während der Arbeit am Roman weiter an -, dass eine seitenlange Erklärung notwendig geworden wäre. So etwas ist immer kritisch, weil es die Handlung nicht voranbringt, und gegen Ende besonders unerfreulich, weil man ja wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht.

    Aus dieser "Klemme" wollte ich mich mit den Speicherbildern befreien. Deswegen habe ich die Entstehungsgeschichte der Sphäre über das Buch verteilt zwischen die Kapitel der Haupthandlung gesetzt.

    Mir war dann schnell klar, dass ich nicht nur Fakten liefern, sondern die Informationen dramatisch aufbereiten wollte, in Form kurzer Erzählungen. Dass daraus eine durchgängige Handlung mit Iljow und Saundra als Protagonisten wurde, hat sich nach einigem Rumprobieren ergeben. Ich fand es schön, auch da Figuren zu haben, die einen an der Hand nehmen und durch das Geschehen führen - abgeholt bei einem relativ normalen, der Erfahrungswelt der Leserschaft ähnlichen Setting im ersten Speicherbild bis hin zur Grenze meiner Vorstellungskraft, was künstliche Intelligenzen angeht.


    Wie gefallen Euch die Imagos? Sie sind ja sehr anders als die Programme, die in Filmen wie "Matrix" agieren, und auch ihre Welt ist etwas völlig anderes als eine Kopie unserer gewohnten Lebenswirklichkeit. Und die Frage aller Fragen: Sind sie für Euch Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu?


    Noch ein Wort zur Auflösung mit dem Verzeihen (positiv formuliert) beziehungsweise Totschweigen (negativ formuliert) der Geschehnisse. Das ist von der spanischen Geschichte inspiriert. Nach der Franco-Diktatur ging ein tiefer Riss durch das Land, und man entschied sich dort, dass der König eine Generalamnestie aussprechen sollte. Eine "Stunde Null", um nach vorn zu blicken. Das war sehr hart für diejenigen, die Angehörige an die Diktatur verloren hatten, zum Teil unter grausamsten Umständen. Aber im Großen und Ganzen scheint es in Spanien funktioniert zu haben: Das Land ging geeint in eine demokratische Zukunft.

  • Was mir allerdings gut gefällt ist, dass Kara Jeskon bis zum Schluss an ihren Idealen festhält und immer eine friedliche Lösung anstrebt, egal was kommt - Eine Heldin, wie ich sie gern habe

    Kara ist ihren Idealen treu geblieben, das hat mir auch sehr gut gefallen.


    Ich freue mich für Kara, dass sie sich nicht gleich wieder in eine Beziehung stürzt.

    Ich konnte ihre Entscheidung auch nachvollziehen, trotzdem hätte ich mir ein Happy End für sie und Berglen gewünscht. Er tat mir schon leid, als Kara ihn so abblitzen liess.


    Und ich will so einen Massageroboter.

    Oh ja, ich auch !

    Ich hätte gern noch mehr von der Roten Familie nach dem Ende der Entführung gehört

    Ja da fehlte mir auch noch ein kleines Informationshäppchen.

    aber das steigert natürlich die Spannung bis der nächste Band kommt.

    Den es ja laut Robert leider nicht geben wird, sehr schade! Gerade zur Roten Familie und der SQUID allgemein hätte ich gerne noch mehr erfahren. Auch zur späteren Rolle des Kindes von Ugron und Rila wäre bestimmt noch so einiges zu erzählen.


    Dass Xeramel so eine entscheidenden Rolle zum Schluss in der Geschichte spielt bzw. gespielt hat, hätte ich nicht vermutet.

    Sind sie für Euch Menschen?

    Schwierige Frage, für mich sind sie eher keine Menschen. Sonst müsste man Idea denke ich, auch als Menschen bezeichnen und das ist sie nicht.

  • Dass Xeramel so eine entscheidenden Rolle zum Schluss in der Geschichte spielt bzw. gespielt hat, hätte ich nicht vermutet.

    Die "3 Xeramels" - die Ursprüngliche, die im Imago-Projekt Agierende und Idea - waren eine der Kern-Ideen des Romans, auf die ich hingeschrieben habe. Dass Idea so extrem weibliche, überzeichnete Körperformen hat, iiegt daran, dass die Original-Xeramel praktisch keine Geschlechtsmerkmale hat. Diese fehlende Erfahrung will sie ausgleichen, wenn sie denn schon wieder in einen Körper geht, und die Sphäre gewährt einen solchen Wunsch des Xeramel-Programms gern.


    Sonst müsste man Idea denke ich, auch als Menschen bezeichnen und das ist sie nicht.

    Ich nehme an, Kara würde Dir da vehement widersprechen ... ;)

  • Das Ende kam dann doch sehr schnell. Auch ich hätte gerne noch gelesen, wie es der SQUID geht und der roten Familie.


    Das Aneste so gut davon kommt, gefällt mir zwar nicht, doch kann ich die Entscheidung der Generalamnesie sehr gut nachvollziehen. Hier muss über den ganzen Schwarm entschieden werden und für dessen Zukunft. Letztendlich profitiert der Schwarm ja nun auch davon, auch wenn er viele Verluste zu verzeichnen hatte.


    Kara bleibt sich treu und wächst zum Schluss noch über sich hinaus, indem sie sich ihrem Dämon stellt. Berglen tat mir trotzdem ein wenig leid. Er hat mir in diesem Band sehr gut gefallen.


    Auch Tervoil hat mich zum Schluss überrascht.



    Und ich will so einen Massageroboter.

    Oh ja, den hätte ich auch gerne.

    Wie gefallen Euch die Imagos? Sie sind ja sehr anders als die Programme, die in Filmen wie "Matrix" agieren, und auch ihre Welt ist etwas völlig anderes als eine Kopie unserer gewohnten Lebenswirklichkeit. Und die Frage aller Fragen: Sind sie für Euch Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu?

    Hm....... ich glaube, ich kann diese Frage nicht so einfach beantworten. Die Imagos sind mir schon sehr suspekt, haben aber durchaus ihre Vorteile. Aber als Mensch würde ich sie trotzdem nicht mehr bezeichnen, eher als eine intelligente Einheit mit menschenähnlichen Zügen.

    Menschenrechte? Vielleicht ein wenig umgeschrieben. Ich glaube, es ist eine ganz spezielle Form von Leben, für die es noch keine genaue Bezeichnung für gibt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ich glaube, ich muss das alles noch mal sacken lassen. Und ich finde es jetzt noch bedauerlicher, dass es wohl keinen weiteren Roman geben wird, was ich ziemlich :kack: finde.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Für mich war diese Geschichte eigentlich eher eine Reise. Eine Reise, die mich sowohl zu den Ursprüngen der Menschheit, als auch zu deren möglicher Zukunft geführt hat. Beinahe wie eine Art Kristallkugel die eine mögliche Variation der Zukunft abbilden kann. Dieser Blick hat mir viele Einsichten gewährt. Die immerwährende Frage: Was macht uns Menschen aus? Was bedeutet das Menschsein und sind unsere Emotionen eher eine Stärke oder eine Schwäche oder vielleicht sogar beides zugleich?

    Mir hat "Das Imago Projekt" besser gefallen als "Feuer der Leere". Es ist einfach nochmal reichhaltiger und beleuchtet diese Quintessenz der Menschheit sehr viel stärker. Vieles, was in "FdL" anklang, wird hier ausgiebig weiter und zu Ende gedacht.

    Daher war der Roman manchmal auch anstrengend für mich, denn er hat mich gefordert, teilweise möchte ich sagen, sogar herausgefordert. Herausgefordert sich einmal gründlich und intensiv mit dem Wesentlichen zu beschäftigen. Kara und Berglen waren mir durchweg am nächsten, doch gerade auch Figuren wie "Aneste" oder "Tervoil" lehren viel.

    Mit der Generalamnesie hatte ich auch zuerst Bedenken, aber wenn man das ganze wirklich durchdenkt, scheint es eine sinnvolle Möglichkeit des Neuanfangs zu sein, auch wenn es dabei nicht um Gerechtigkeit geht.

    Auch ich werde das jetzt erst einmal sacken lassen.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Noch ein Wort zur Auflösung mit dem Verzeihen (positiv formuliert) beziehungsweise Totschweigen (negativ formuliert) der Geschehnisse. Das ist von der spanischen Geschichte inspiriert. Nach der Franco-Diktatur ging ein tiefer Riss durch das Land, und man entschied sich dort, dass der König eine Generalamnestie aussprechen sollte. Eine "Stunde Null", um nach vorn zu blicken. Das war sehr hart für diejenigen, die Angehörige an die Diktatur verloren hatten, zum Teil unter grausamsten Umständen. Aber im Großen und Ganzen scheint es in Spanien funktioniert zu haben: Das Land ging geeint in eine demokratische Zukunft.

    Es stimmt in Spanien wurde so vorgegangen. Das lag aber eigentlich an dem Thronfolger Juan Carlos,der aus dem Exil zurückkehren dufte und dann in der Obhut von FRanco aufwuchs und weil er unter FRancos Fuchtel stand bzw. sein Zögling war, erhielt er nach FRancos Tod alle Generalvollmachten, d.h Juan Carlos hätte alles bestimmen können, er hielt alle Gewalten in einer Hand. Sozusagen autokratisch. Juan Carlos übergab dann nach und nach die Verantwortlichkeiten ab, so dass das Land in eine Demokratie finden konnte. Hier lag es allein in Carlos Händen, er hätte sich sicherlich auch anders entscheiden können.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Mir sind sie auch suspekt und ich kann die Frage bzgl. Sind sie Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu noch nicht eindeutig beantworten. Da tue ich mich sehr sehr schwer mit, muss ich sagen.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Der Gedanke der Generalamnesie verlangt von allen Opfer, aber klingt nach dem Einzigen was alle Beteiligten voran bringt.

    Das Aneste so gut davon kommt, gefällt mir zwar nicht, doch kann ich die Entscheidung der Generalamnesie sehr gut nachvollziehen. Hier muss über den ganzen Schwarm entschieden werden und für dessen Zukunft. Letztendlich profitiert der Schwarm ja nun auch davon, auch wenn er viele Verluste zu verzeichnen hatte.

    Da musste ich auch erst zweimal nachdenken. Man hat die Übeltaten von Aneste und Konsorten noch zu sehr präsent. Sowohl die Terrorakte als auch die kalkulierte Gefährdung des Schwarms, um die Interessen von ein paar Hundert Befreiern und ggf. Sympathisanten zu verfolgen, sind schon schwere Gewichte auf der Waage.

    Eine Amnestie ist hier wirklich nur dadurch gerechtfertigt, dass die Menschheit als solche dadurch weiter existieren kann. Das ist die Prämisse, der sich alles unterzuordnen hat.

    Außerdem ist Karas Philosophie damit auch konsequent weitergeführt. Ein Cut und alle können noch mal gemeinsam anfangen.


    Dazu passt auch die Lösung, den Inferioren Asyl auf der ESOX zu gewähren und somit die eigenen Möglichkeiten zu steigern. Die Informationsschwemme will natürlich ausgewertet werden und auch dazu können die Imagos ihren Teil beitragen. Gemeinschaftliche Forschung soll die Schiffe noch näher zusammen bringen, wobei ich mich wundere, dass das bislang nicht sehr ausgeprägt scheint.


    Berglen und Kara hätte ich ebenfalls ein Happy End gewünscht. Dass es nun deshalb nicht klappt, weil Kara an sich arbeiten will, hat mich überrascht. Hätte sie nicht nach dem Motto "Learning by Doing" agieren können? Ich lerne Beziehungen zu führen, während ich eine führe. Nun, sie scheint eben ein Problem mit dem Alleinsein zu haben und dann muss sie eben erst mal allein sein, um das zu lernen.

    Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben ;)

    Kara hat in diesem Buch noch einmal eine Reifung durchgemacht. Sie hat zunehmend Verantwortung übernommen und am Ende auch Führungsqualitäten gezeigt. Eine ganz andere Person als damals in Feuer der Leere.


    Dass das Romanende relativ schnell kommt, scheint mir typisch für Robert Corvus zu sein. Ich kenne bislang Drachenmahr und Feuer der Leere und immer war die letzte Seite zu schnell da.

    Das finde ich schade, denn sowohl die Verhandlungen von Kara mit den Militärs, als auch die Abwägungen im Schwarm hinsichtlich der Amnestie hätten mich noch interessiert. Die Rote Familie und die SQUID wurden schon genannt. Und wurde nun geklärt, welche Rolle der Schläfer spielt oder habe ich das nicht mitbekommen?


    Schön fand ich, dass im Gespräch zwischen Kara, Aneste und Tervoil die Grundfragen den Geschichte noch einmal angerissen werden.

    Die Frage nach dem Mensch-Sein und die Frage nach dem Richtig und Falsch in Konflikten.


    Wie gefallen Euch die Imagos? Sie sind ja sehr anders als die Programme, die in Filmen wie "Matrix" agieren, und auch ihre Welt ist etwas völlig anderes als eine Kopie unserer gewohnten Lebenswirklichkeit. Und die Frage aller Fragen: Sind sie für Euch Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu?

    Die Imagos gefallen mir unheimlich gut. Auch ihre Lebenswelt ist sehr gut durchdacht und dargestellt. Es klingt für mich alles sehr nachvollziehbar. In der Tat ganz anders als "Matrix", der mich in meinen Vorstellungen doch sehr geprägt zu haben scheint.

    Sind sie Menschen? Hm, eher nein, dazu sind sie dem Menschen an sich zu fremd aus meiner Sicht. Aber als eine Art von Lebensform würde ich sie schon einstufen. Also würde ich ihnen auch Lebensformrechte zugestehen. Wie diese aber konkret aussehen? Unsere Grundrechte 1:1 zu übertragen dürfte nicht komplett funktionieren. Da müsste man wohl einiges adaptieren oder neu denken.

  • Mir hat "Das Imago Projekt" besser gefallen als "Feuer der Leere". Es ist einfach nochmal reichhaltiger und beleuchtet diese Quintessenz der Menschheit sehr viel stärker. Vieles, was in "FdL" anklang, wird hier ausgiebig weiter und zu Ende gedacht.

    Sehe ich genau so, wobei es noch nicht zuende gedacht ist. Da ist noch sooo viel mehr zu erzählen. ;(

  • Menschenrechte? Vielleicht ein wenig umgeschrieben. Ich glaube, es ist eine ganz spezielle Form von Leben, für die es noch keine genaue Bezeichnung für gibt.

    :klatschen: Vor dieser Frage stehen wir eventuell schon in ein paar Jahren: Die Computer, die im Silicon Valley entwickelt werden, werden immer intelligenter. Vielleicht haben sie in ein paar Jahren so etwas wie ein Bewusstsein - und dann sollten wir eine Antwort auf die Frage haben, ob es ein Verbrechen ist, sie abzuschalten ...


    Eine Reise, die mich sowohl zu den Ursprüngen der Menschheit, als auch zu deren möglicher Zukunft geführt hat.

    Das klingt doch gut. :daumen:


    Berglen und Kara hätte ich ebenfalls ein Happy End gewünscht.

    Ich wundere mich etwas darüber, dass das Ende nicht als Happy End für Kara gesehen wird. Darüber habe ich in der vergangenen Woche auch mit einem Autorenkollegen und danach auch mit einer Kollegin diskutiert. Zwar liest man in Buch-Blogs immer wieder, dass man sich mehr starke Frauenfiguren wünscht - aber so stark, dass sie ohne Mann an ihrer Seite auskommen - das scheint dann doch ein sehr fremder Gedanke zu sein. Für mich bricht Kara am Ende in eine echte Selbstständigkeit auf. Sie kann (nur übertragend, weil sie ja in einer schwerelosen Umgebung lebt) auf eigenen Beinen stehen, braucht keine emotionale Stütze mehr, und hat in der Diplomatie ihre Berufung gefunden.

    Und wurde nun geklärt, welche Rolle der Schläfer spielt oder habe ich das nicht mitbekommen?

    Offenbar ist das nicht so richtig rausgekommen. In den Speicherbildern ist von Menschen die Rede, die sich nicht hochladen lassen wollen. Die bekommen Reservate zugestanden - so wie die Stadt, die ringsum von Eis umgeben ist. Ihre Welt bleibt mit einem Tarnschleier geschützt (für den Fall, dass Angreifer ins Noraste-System kommen). Dieses Tarnfeld bezieht seine Energie aus der Wärme des Planetenkerns (das sind die langen Kabel am Äquator, die Berglen bei der ersten Landung für Türme hält und untersucht - die Emitter für das Tarnfeld befinden sich außerhalb der Atmosphäre).

    Dieser Schläfer wurde dieser Existenz irgendwann müde, wollte sich aber noch immer nicht hochladen. Er wählte so etwas wie einen Winterschlaf mit der Option, wieder geweckt zu werden, wenn sich die Situation grundlegend ändert = wieder Menschen auf Noraste siedeln. Leider hat die Aufweck-Vorrichtung zwar erkannt, dass wieder Menschen herumlaufen (spätestens, als Kara an den Bedienelementen herumgrabbelt), aber dann doch nicht mehr so gut funktioniert, wie man es sich erhofft hat.

  • Ich wundere mich etwas darüber, dass das Ende nicht als Happy End für Kara gesehen wird.

    So hatte ich das nicht gemeint. Ich hatte ein Happy End für beide als Paar im Sinn, bei dem Kara einen Partner findet, bei dem sie ihre Ruhelosigkeit in Beziehungen ablegen kann, der quasi ein Ruhepol für sie darstellt. Dafür wäre Berglen eine gute Option gewesen, vom Charakter her.

    Für Kara ist das sicher ein Happy End in dem von dir beschriebenen Sinne. So sehe ich das schon.



    Dieser Schläfer wurde dieser Existenz irgendwann müde, wollte sich aber noch immer nicht hochladen. Er wählte so etwas wie einen Winterschlaf mit der Option, wieder geweckt zu werden, wenn sich die Situation grundlegend ändert

    Dieser Aspekt ging in der Tat an mit vorbei. Ich habe die Aufwachszene eben nochmal gelesen. Der Schläfer sagt da: "Habt ihr sie besiegt?". Und im neunten Speicherbild ist von einer Entscheidung für die letzten Menschen der Kolonie die Rede. In diesem Kontext hatte ich eher einen Konflikt herausgelesen.

    Aber danke für die Aufklärung! :daumen:

  • Für mich war diese Geschichte eigentlich eher eine Reise.

    Ja, so kann man es bezeichnen. Gedanklich bin ich während der Lektüre ganz schön herumgereist.

    Eine Amnestie ist hier wirklich nur dadurch gerechtfertigt, dass die Menschheit als solche dadurch weiter existieren kann. Das ist die Prämisse, der sich alles unterzuordnen hat.

    Außerdem ist Karas Philosophie damit auch konsequent weitergeführt. Ein Cut und alle können noch mal gemeinsam anfangen.

    Genau so habe ich das gesehen.

    Hätte sie nicht nach dem Motto "Learning by Doing" agieren können?

    Das hat sie ja in der Vergangenheit eigentlich versucht. Ich denke, der Weg der - vorübergehenden - Singlephase ist durchaus wichtig für Kara. Sie kann dadurch nur wachsen.

    Unsere Grundrechte 1:1 zu übertragen dürfte nicht komplett funktionieren. Da müsste man wohl einiges adaptieren oder neu denken.

    Das denke ich auch. Aber "Lebensrechte", das gefällt mir. Damit wäre sicherlich die Imagos auch abgedeckt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • So, ich habe das Buch eigentlich schon ein paar Tage beendet, bin aber noch nicht dazugekommen, was dazu zu schreiben.


    Das Ende hat mich ja mal völlig überrascht, da hatte ich mit einigen Entwicklungen überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte die ganze Zeit damit gerechnet, dass Aneste von sich ein Imago erstellen lassen würde, um einer Todes- oder Gefängnisstrafe zu entgehen. Aber es ist Xeramel, die gehen möchte, die Sehnsucht danach hat, wieder ein Gegenstück innerhalb der Sphäre zu haben. Und ermöglich Idea damit, als Mensch zu "leben."

    Zudem bringt die Verschmelzung von Xeramel und ihrem Imago auch einige Vorteile für den Schwarm: sie können das Norastesystem verlassen und Xeramel setzt sich dafür ein, dass die Sphäre den Schwarm unterstützt. Im Gegenzug bietet die ESOX einigen Inferioren eine neue Heimstatt. Damit und die Aussicht, dass die ESOX bald ihre Freiheit zurückbekommt, haben auch das Großraumschiff und seine Bewohner gewonnen - und sie bleiben weiterhin dem Schwarm erhalten.


    Kara zieht ihre Ziele bis zum Schluss durch - und hat Erfolg damit! Selbst die PAYARA geht auf ihre Vorschläge ein. Tervoil mag zwar mit den Zähnen knirschen, aber ich denke, er hat Respekt vor Kara, weil sie ihr Ding tatsächlich von Anfang bis Ende durchgezogen hat, das wird ihn beeindrucken. Und so stimmt er tatsächlich einer Generalamnesie zu. Die Generalamnesie hat mich noch am meisten überrascht. Ich muss gestehen, ich bin diesbezüglich ein wenig zwiegespalten, gerade was Aneste angeht, weil ihr Hass so viele Opfer gefordert hat. Ich hoffe jetzt einfach sehr, dass Karas Worte sie zum Nachdenken bringen und ihr Hass durch die großzügige Geste des Schwarms deutlich abnimmt, immerhin ist ihrem Hass so ziemlich die Grundlage entzogen. Mittel- bis langfristig ist Karas Entscheidung aber sicherlich die richtige Entscheidung gewesen, denn so verhindert sie, dass der Neuanfang direkt auf Hinrichtungen fußt, was im Verborgenen nur wieder Unmut schüren würde.


    Sehr clever ist es auch, Aneste in der Forschung einzusetzen, denn der Satz: "Forschung war eine Aktivität, die in friedlicher Kooperation die besten Früchte trug" ist nur allzu wahr. Und man sieht es auch in unserer Zeit, dass gerade die Forschung oftmals sämtliche Grenzen überwinden kann und durch die Zusammenarbeit von Menschen verschiedenster Herkunft gewinnt.


    Allerdings gibt es für Berglen und Kara kein Happy End - erstmal jedenfalls. Der verliebte Berglen mit Blümchen fand ich irgendwie süß :totlach: Sie zieht es tatsächlich durch, sich für das Alleinesein zu entscheiden, auch wenn es wehtut. Und weiß, dass ihr Weg weiterhin im diplomatischen Kampf für den Frieden liegt. Das finde ich sehr gut, dass sie weiterhin auf diesem Weg bleiben will, sie hat dafür wirklich Talent.


    Der letzte Abschnitt war überraschend und toll und damit ein hervorragender Abschluss für einen richtig guten Roman.

  • Ich hätte gern noch mehr von der Roten Familie nach dem Ende der Entführung gehört. Welche Konsequenzen ziehen sie. Wie geht es der Squid gesundheitlich?

    Ja, mich hätte ebenfalls Ugrons und Rilas Einstellung zu Aneste interessiert. Da nichts mehr zu Gesundheit der SQUID gesagt wurde, habe ich für mich beschlossen, dass sie auf dem Weg der Besserung ist. Und evtl. geht es ihr ja wie dem Oktopus, dass der amputierte Tentakel nachwächst.

    Aus dieser "Klemme" wollte ich mich mit den Speicherbildern befreien. Deswegen habe ich die Entstehungsgeschichte der Sphäre über das Buch verteilt zwischen die Kapitel der Haupthandlung gesetzt.

    Dieses "Dilemma" hast du super gelöst. Die Speicherbilder waren gut dosiert und haben neugierig gemacht.

    Wie gefallen Euch die Imagos? Sie sind ja sehr anders als die Programme, die in Filmen wie "Matrix" agieren, und auch ihre Welt ist etwas völlig anderes als eine Kopie unserer gewohnten Lebenswirklichkeit. Und die Frage aller Fragen: Sind sie für Euch Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu?

    Hier geht es mir wie Lokoshan, ich würde sie nicht als Menschen bezeichnen, sondern als eine neue Lebensform. Daher müssten evtl. Rechte auch entsprechend formuliert sein.

    Und ich finde es jetzt noch bedauerlicher, dass es wohl keinen weiteren Roman geben wird, was ich ziemlich :kack: finde.

    Ich auch!

    Zwar liest man in Buch-Blogs immer wieder, dass man sich mehr starke Frauenfiguren wünscht - aber so stark, dass sie ohne Mann an ihrer Seite auskommen - das scheint dann doch ein sehr fremder Gedanke zu sein.

    Kara selbst hat gewonnen: an Selbstbewusstsein und auch daran, dass sie ihren Weg nun klar vor sich sieht. Mit Zegato habe ich für sie keine Hoffnung mehr gesehen, aber für Berglen und sie hätte ich mich schon gefreut. Das wäre eine Art Fernbeziehung gewesen, denn Kara wird dort sein, wo sie und ihre Fähigkeiten gebraucht werden, während Berglen am liebsten auf der SQUID ist.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 5. Oktober 2018 - Freitag, 19. Oktober 2018

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  2. Freitag, 12. Oktober 2018 - Freitag, 26. Oktober 2018

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  3. Mittwoch, 17. Oktober 2018, 21:43 - Mittwoch, 31. Oktober 2018, 22:43

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  4. Freitag, 19. Oktober 2018 - Freitag, 2. November 2018

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