11: Seite 456 - Ende (Kap. 11 – Ende)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Aber "Lebensrechte", das gefällt mir. Damit wäre sicherlich die Imagos auch abgedeckt.

    In der Science-Fiction-Literatur stehen Übersetzer in dieser Thematik immer wieder vor dem Problem, dass man philosophisch die Frage, was ein fremdes Lebewesen menschenähnlich macht, im anglo-amerikanischen Raum anders beantwortet als im deutschsprachigen.

    Bei uns hat sich der Begriff "intelligentes Leben" eingebürgert, aber er steht stark in der Kritik. Einerseits kann man manche Maschinen sicher als intelligent bezeichnen, ohne dass man ihnen etwas Ähnliches wie Menschenrechte zusprechen möchte. Andererseits haben viele Menschen einen Intelligenzquotienten, der sich unterhalb dessen eines Hundes bewegt (Kinder unter 2 Jahre zum Beispiel, oder auch Menschen mit geistiger Behinderung).

    Im englischsprachigen Bereich geht man eher auf "sentient being", also "ein sich selbst bewusstes Wesen" oder auch "ein empfindungsfähiges Wesen". Da gibt es eine sehr beliebte Folge in der Serie "StarTrek - the next generation", die sich um diese Differenzierung dreht. Es soll entschieden werden, ob Data, ein extrem intelligenter Androide, nicht nur "intelligent", sondern auch "sentient" ist, und damit selbst entscheiden darf, ob er sich einem medizinischen Experiment zur Verfügung stellt, oder ob er als Sache und Eigentum zu behandeln ist.

    Tervoil mag zwar mit den Zähnen knirschen, aber ich denke, er hat Respekt vor Kara, weil sie ihr Ding tatsächlich von Anfang bis Ende durchgezogen hat, das wird ihn beeindrucken.

    Da hast Du vermutlich recht - das ist ja eine Einschätzung, die er bereits bei einer ihrer ersten Begegnungen deutlich gemacht hat.


    denn so verhindert sie, dass der Neuanfang direkt auf Hinrichtungen fußt,

    Ich bin aus mehreren Gründen prinzipiell gegen die Todesstrafe. Einer - wenn auch nicht der wichtigste - davon liegt darin, dass ich die Strafe gar nicht unbedingt als besonders hart empfinde. Es ist ja relativ schnell vorbei. Eine lebenslange Haft, in der man mit seiner Schuld viele Jahrzehnte leben muss, finde ich viel härter.


    "Forschung war eine Aktivität, die in friedlicher Kooperation die besten Früchte trug" ist nur allzu wahr. Und man sieht es auch in unserer Zeit, dass gerade die Forschung oftmals sämtliche Grenzen überwinden kann und durch die Zusammenarbeit von Menschen verschiedenster Herkunft gewinnt.

    Als Science-Fiction-Fan habe ich eine besondere Affinität zur Weltraumforschung. In der von Dir angesprochenen Dimension - der Völkerverständigung - ist sie ebenfalls führend. Egal, wie stark die Spannungen zwischen der EU, den USA und Russland auch sind - in der Weltraumfahrt arbeiten sie zusammen. Das müssen sie auch, sonst könnten sie die Internationale Raumstation ISS dicht machen. Die Russen sind seit vielen Jahren schon die Einzigen, die in der Lage sind, bemannte Flüge zur ISS zu schicken, und das muss man ja alle paar Monate machen, um die Besatzungen auszutauschen. Die Amerikaner und Europäer fliegen als Passagiere mit.

    Auch die Besiedelung von Mond und Mars sind solche Sachen: Man kann sich nur schwer vorstellen, dass ein Staat allein das schaffen kann. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn es mal eine dauerhafte Marskolonie geben sollte - dann müssen wir uns irgendwie vorher zusammengerauft haben und zumindest in diesem Bereich mehr oder minder global kooperiert haben. Schon deswegen sollte man ein solches Vorhaben unterstützen. Ganz abgesehen davon, dass eine Kolonie auf dem roten Planeten natürlich mega-cool wäre. ^^


    Der letzte Abschnitt war überraschend und toll und damit ein hervorragender Abschluss für einen richtig guten Roman.

    :freu:

  • Nun ist die Reise also zu Ende - also für uns Leser, denn für den Schwarm geht sie ja weiter. Und wenn es helfen würde, würde ich mal eben 100 Exemplare vom Imago-Projekt kaufen, damit die Verkaufszahlen hochgehen und Robert uns die Geschichte weiter erzählen kann.

    Nach dem wir die ganze Zeit so mitgefiebert haben, kam der Schluss dann irgendwie zu schnell. Sehr gern hätte ich erlebt, wie Kara mit den Militärs der PAYARA verhandelt. Ich habe ihren Argumenten sehr gern gelauscht und es hätte mich interessiert, mit welchen Worten sie die harten Kämpfer überzeugt hat.

    Ich hätte gern noch mehr von der Roten Familie nach dem Ende der Entführung gehört. Welche Konsequenzen ziehen sie. Wie geht es der Squid gesundheitlich?

    Ja, die sind mir auch ein wenig zu kurz gekommen am Ende. Vor allem ist mir Rila irgendwann komplett abhanden gekommen. Oder hab ich da wieder irgendwas überlesen?

    Ich hatte die ganze Zeit damit gerechnet, dass Aneste von sich ein Imago erstellen lassen würde, um einer Todes- oder Gefängnisstrafe zu entgehen. Aber es ist Xeramel, die gehen möchte, die Sehnsucht danach hat, wieder ein Gegenstück innerhalb der Sphäre zu haben. Und ermöglich Idea damit, als Mensch zu "leben."

    Xeramels Sehnsucht ist so gut nachzuvollziehen. Vor allem, da wir ja miterlebt haben, wie sie durch den Kontakt zur Sphäre ins Leben zurückgekehrt ist. Und für Aneste geht eigentlich auch ihr Wunsch in Erfüllung: an Bord der ESOX in Verbindung zu ihren Computersystemen bleiben und sogar noch forschen dürfen - das muss für sie doch wirklich die Erfüllung sein. Diese beiden Wege gefallen mir sehr gut, weil sie so sehr meinem Harmoniebedürfnis entsprechen.:lachen:

    Im Gegenzug bietet die ESOX einigen Inferioren eine neue Heimstatt. Damit und die Aussicht, dass die ESOX bald ihre Freiheit zurückbekommt, haben auch das Großraumschiff und seine Bewohner gewonnen - und sie bleiben weiterhin dem Schwarm erhalten.

    Auch dies gefällt mir sehr gut. Ich denke, der Schwarm hätte einen großen Verlust erlitten, wenn er ohne die ESOX weitergereist wäre. Die Superhirne würden fehlen...

    Kara zieht ihre Ziele bis zum Schluss durch - und hat Erfolg damit! Selbst die PAYARA geht auf ihre Vorschläge ein. Tervoil mag zwar mit den Zähnen knirschen, aber ich denke, er hat Respekt vor Kara, weil sie ihr Ding tatsächlich von Anfang bis Ende durchgezogen hat

    Ja, das denke ich auch. Besonders überrascht hat mich Tervoils Einwurf am Ende, dass jeder wählen dürfen soll, auf welchem Schiff er künftig leben möchte. Da sind ein paar Gedanken angestoßen worden, die sogar ihm selbst völlig neu sein dürften. ;)

    Die Generalamnesie hat mich noch am meisten überrascht. Ich muss gestehen, ich bin diesbezüglich ein wenig zwiegespalten, gerade was Aneste angeht, weil ihr Hass so viele Opfer gefordert hat. Ich hoffe jetzt einfach sehr, dass Karas Worte sie zum Nachdenken bringen und ihr Hass durch die großzügige Geste des Schwarms deutlich abnimmt, immerhin ist ihrem Hass so ziemlich die Grundlage entzogen.

    Ich finde, sie ist die einzige vernünftige Lösung. Wenn man davon ausgeht, dass die Sphäre den Schwarm auch hätte vernichten können, dann haben wir es hier mit einem kompletten Neustart zu tun. Und dazu gehört es auch, alte Feindschaften zu begraben. Die Menschen bekommen eine neue Chance (von zweiter will ich nicht reden, da sie ja schon Jahrtausende unterwegs sind und somit bestimmt schon die ein oder andere bekommen haben) und ich habe das Gefühl, dass sie sie gut nutzen.

    Allerdings gibt es für Berglen und Kara kein Happy End - erstmal jedenfalls. Der verliebte Berglen mit Blümchen fand ich irgendwie süß :totlach: Sie zieht es tatsächlich durch, sich für das Alleinesein zu entscheiden, auch wenn es wehtut. Und weiß, dass ihr Weg weiterhin im diplomatischen Kampf für den Frieden liegt. Das finde ich sehr gut, dass sie weiterhin auf diesem Weg bleiben will, sie hat dafür wirklich Talent.

    Ja, die Szene war witzig, wenn auch nicht für den armen Berglen. Und er ist ja nicht verloren für Kara oder sie nicht für ihn - man kann ja auch mal das Schiff wechseln ;) Ich glaube, es war für den Schluss des Buches und die weitere Entwicklung Karas, die wir Leser im Kopf haben sollen, einfach wichtig, dass sie jetzt nicht sofort in alte Muster verfällt und sich Berglen hingibt. Und es passt auch einfach in den Rahmen der letzten Ereignisse, dass Kara ganz bei sich sein muss, um ihre Aufgabe zu erfüllen - mit klarem Verstand und offenem Herzen.

    Dass daraus eine durchgängige Handlung mit Iljow und Saundra als Protagonisten wurde, hat sich nach einigem Rumprobieren ergeben. Ich fand es schön, auch da Figuren zu haben, die einen an der Hand nehmen und durch das Geschehen führen - abgeholt bei einem relativ normalen, der Erfahrungswelt der Leserschaft ähnlichen Setting im ersten Speicherbild bis hin zur Grenze meiner Vorstellungskraft, was künstliche Intelligenzen angeht.

    Das ist dir ganz hervorragend gelungen, weil es dem Leser (zumindest mir) die Entwicklung der Imagos doch deutlich gemacht hat. Anfangs hatte ich da einige Verständnisprobleme, aber je weiter die Handlung in den Speicherbildern fortgeschritten ist, desto mehr konnte ich auch ihre Welt erfassen. Am erstaunlichsten hierbei war für mich eigentlich die Erkenntnis, dass auch bei einer so unglaublich hoch entwickelten KI der Kampf um Ressourcen irgendwie den Alltag beherrscht. Das alte Problem der Menschheit wird wohl immer das Hauptproblem bleiben, denn offensichtlich sind auch in einem unendlichen Universum nicht unendlich viele Ressourcen verfügbar bzw. erreichbar.

    Wie gefallen Euch die Imagos? Sie sind ja sehr anders als die Programme, die in Filmen wie "Matrix" agieren, und auch ihre Welt ist etwas völlig anderes als eine Kopie unserer gewohnten Lebenswirklichkeit. Und die Frage aller Fragen: Sind sie für Euch Menschen? Stehen ihnen Menschenrechte zu?

    Ich war lange Zeit zu sehr von dem Matrix-Bild in meinem Kopf abgelenkt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich davon lösen konnte. Ich glaube, der Moment war gekommen, als Iljow darüber nachdenkt, dass er mit den aktuellen Imagos nicht mithalten kann und Sorge hat, abgeschoben und abgeschaltet zu werden. Da wurde mir klar, dass es eben nicht von einem Zentralhirn gesteuerte Existenzen sind, sondern dass sie immer noch eigenständig sind, wenn auch sehr integrierter Teil eines Großen Ganzen. Sind sie Menschen? Diese Frage kann ich auch nach so vielen Diskussionen hier immer noch nicht beantworten, weil ich immer noch keine Antwort darauf gefunden habe, was "Menschsein" ausmacht. Wir werden neue Begriffe finden müssen. Ein Recht, dass dem Menschenrecht entspricht, steht ihnen aber ganz klar zu. Abschalten wegen Ineffizienz ist keine Option in meinen Augen.


    Puh... das waren mal die ersten Anmerkungen von mir. Wenn alles noch ein bisschen gesackt ist, melde ich mich dann auch mit meinem Fazit und eine Rezi wird es natürlich auch von mir geben.

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Im englischsprachigen Bereich geht man eher auf "sentient being", also "ein sich selbst bewusstes Wesen" oder auch "ein empfindungsfähiges Wesen".

    Dieser Ausdruck gefällt mir auch sehr gut. Darunter würden dann auch alle Tiere fallen und sie endlich auch als Lebewesen und nicht als "Dinge" bezeichnet werden würden, wie das leider noch in unserer Rechtsprechung ist.

    Eine lebenslange Haft, in der man mit seiner Schuld viele Jahrzehnte leben muss, finde ich viel härter.

    Mal abgesehen davon, dass es eine Menge Geld kostet und der Gemeinde nicht viel nützt, sind die Inhaftierungen heute in Deutschland doch eher sehr harmlos gegenüber zu früher oder manchen Gefängnissen in anderen Ländern. Von daher kann man nicht wirklich von Härte sprechen. Wir leben leider in einer Tätergesellschaft, wo man um die Resozialisierung und das Wohl des Täters mehr besorgt ist als um die Opfer, falls sie denn noch leben (die überlebenden Opfer haben auf jeden Fall dann lebenslänglich bekommen).

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ich bin aus mehreren Gründen prinzipiell gegen die Todesstrafe. Einer - wenn auch nicht der wichtigste - davon liegt darin, dass ich die Strafe gar nicht unbedingt als besonders hart empfinde. Es ist ja relativ schnell vorbei. Eine lebenslange Haft, in der man mit seiner Schuld viele Jahrzehnte leben muss, finde ich viel härter.

    Mal abgesehen davon, dass es eine Menge Geld kostet und der Gemeinde nicht viel nützt, sind die Inhaftierungen heute in Deutschland doch eher sehr harmlos gegenüber zu früher oder manchen Gefängnissen in anderen Ländern. Von daher kann man nicht wirklich von Härte sprechen. Wir leben leider in einer Tätergesellschaft, wo man um die Resozialisierung und das Wohl des Täters mehr besorgt ist als um die Opfer, falls sie denn noch leben (die überlebenden Opfer haben auf jeden Fall dann lebenslänglich bekommen).

    Murkxsis Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen, das stimmt leider. Obwohl ich ebenfalls nicht für die Todesstrafe bin, aber für die (noch lebenden) Opfer bzw. deren Angehörige/Hinterbliebene hat die Todesstrafe etwas "Sicheres". Vor allem die Opfer können sicher sein, dass der Täter ihnen nichts mehr tun kann, wenn er tot ist.


    Lebenslang sollte dann vor allen Dingen auch wirklich lebenslang bedeuten. 15 Jahre oder noch frühere Entlassung wegen guter Führung, das ist eine Zeit, die für noch lebende Opfer sehr schnell vorübergeht.

    Oder z.B. ist der Antrag auf Haftentlassung und Verbüßung der restlichen Haft per Fußfessel für einen mehrfachen Kinderschänder und -mörder ein Schlag in das Gesicht der Hinterbliebenen seiner Opfer. Der ist ja glücklicherweise abgewiesen worden. Lebenslang muss hier auch wirklich lebenslang hinter Gittern bedeuten.

  • Und wenn es helfen würde, würde ich mal eben 100 Exemplare vom Imago-Projekt kaufen, damit die Verkaufszahlen hochgehen und Robert uns die Geschichte weiter erzählen kann.

    Das ist sehr nett. :) Aber es gibt noch viele literarische Welten zu erkunden. Gerade stecke ich bei Berg der Macht in den letzten Zügen der Konzeption und werde bald mit dem Schreiben beginnen. Und auch die Sterne der Science-Fiction leuchten für mich stets verlockend. ;)


    Besonders überrascht hat mich Tervoils Einwurf am Ende, dass jeder wählen dürfen soll, auf welchem Schiff er künftig leben möchte. Da sind ein paar Gedanken angestoßen worden, die sogar ihm selbst völlig neu sein dürften.

    Diese Einstellung ist typisch für die sehr leistungsbezogenen Menschen, die ich kennengelernt habe. Sie erwarten vollen Einsatz und können Jammerei nicht ausstehen. Aber damit jemand volle Leistung bringt, muss er das Betätigungsfeld wählen können, für das er optimal geeignet ist.


    Ich glaube, es war für den Schluss des Buches und die weitere Entwicklung Karas, die wir Leser im Kopf haben sollen, einfach wichtig, dass sie jetzt nicht sofort in alte Muster verfällt

    :daumen:


    offensichtlich sind auch in einem unendlichen Universum nicht unendlich viele Ressourcen verfügbar bzw. erreichbar.

    Wenn man es sehr grundsätzlich sieht, ist auch die Lebensdauer des Universums selbst begrenzt. In sehr ferner Zukunft werden alle Sterne ausgebrannt sein und sie werden sich so weit voneinander entfernt haben, dass sich nicht mehr genug Materie zusammenfindet, um neue Sterne zu bilden. Das Universum erfriert.


    weil ich immer noch keine Antwort darauf gefunden habe, was "Menschsein" ausmacht. Wir werden neue Begriffe finden müssen.

    Ziel erreicht. :freu:


    Darunter würden dann auch alle Tiere fallen und sie endlich auch als Lebewesen und nicht als "Dinge" bezeichnet werden würden, wie das leider noch in unserer Rechtsprechung ist.

    Die anglo-amerikanische SF fasst allerdings Tiere nicht unter "sentient being". Da ist Bewusstsein wichtig, so etwas wie Ich-Verständnis (dass man erkennt, dass ein Spiegelbild einen selbst zeigt, und nicht etwa einen Artgenossen - das schaffen die meisten Tiere nicht). Deswegen übersetzt man es meist mit "intelligente Lebewesen" oder "intelligentes Leben", weil das der Begriff ist, den man in der deutschsprachigen Tradition meist dafür verwendet.

  • Diese Einstellung ist typisch für die sehr leistungsbezogenen Menschen, die ich kennengelernt habe. Sie erwarten vollen Einsatz und können Jammerei nicht ausstehen. Aber damit jemand volle Leistung bringt, muss er das Betätigungsfeld wählen können, für das er optimal geeignet ist.

    Damit haben sie ja recht und es wäre schön, wenn das auch in unserer Gesellschaft mal ankäme - insbesondere bei vielen Arbeitgebern. Da wird oft so viel Potential verschleudert, weil man einfach nicht wahrhaben will, dass Menschen sich entwickeln, verändern und somit irgendwann auch andere Aufgaben übernehmen können/sollten/müssten.

    Ziel erreicht. :freu:

    Und ich freue mich, wenn ich merke, dass ich ein Buch so verstanden habe, wie der Autor es gemeint hat. ;)

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Tervoil weiß immer auch zu überraschen. Seine Prämisse, dass man sich das Schiff aussuchen darf, das war für mich die Bestätigung, dass hier noch viele Verhandlungen in Zukunft mit ihm möglich sind.

    Ich sehe den Schluss mit Kara und Berglen, die getrennte Wege gehen, nicht endgültig. Es ist für beide besser, wenn sie nicht aus dem falschen Grund mit ihm zusammen ist. Ja, vielleicht passt es nicht, dass sie als Kommissarin von Schiff zu Schiff tingelt und er auf der Squid bleibt, aber sie haben noch ein langes Leben vor sich und wer weiß, wie lange sie ihren Posten beibehält. Ihr Grad in Diplomatie mag gestiegen sein, aber nach dem Kompetenz-System könnte sie auch ersetzt werden nach ein paar Jahren und sich dann auf der Squid zB zur Ruhe setzen.

    Es hätte mich noch interessiert, ob die Verbesserungen, die durch die Programme direkt zur Verfügung stehen oder zeitnah konstruierbar sind, aus Karas Sicht oder der von jmd anders schon ausreichen, um sich gegen die Giats erfolgreich zu behaupten. Ein Sätzchen dazu habe ich am Ende vermisst.

    Gefühlt kam Aneste für mich am Ende wirklich viel zu gut weg. Nicht, dass ich Karas Handeln nicht nachvollziehen kann, aber Aneste hat kaltblütig Menschen getötet.

    Der Roman hat mich auf jeden Fall dazu angeregt, viel über das Menschsein nachzudenken. Die Idee des Imago-Projekts hat mir extrem gut gefallen und die Gegenüberstellung mit der organischen Weiterentwicklung war wirklich gut gemacht! Insgesamt hat mir das Buch noch besser gefallen als sein Vorgänger und von mir aus hätte es noch weiter gehen können. Ich hoffe schon, dass es irgendwann noch einen Folgeband geben wird. <3

  • Ich konnte auch noch fertig lesen (eine langweilige Versammlung machte es möglich) .

    Es freut mich, dass Kara das macht, was ich vermutet habe, sich erst einmal ganz der Diplomatie hingeben und ein würdiger Gegner/Partner für Trevoil u sein. Ich fand ihre Lösung klasse!!!

    Die Generalamnestie, hmmm. Ich verstehe warum das zur weiteren Koexistenz innerhalb des Schwarmes nötig ist, jedoch ist mehrfacher Mord schwer verzeihbar.

    Kara sagt dazu mehr. Es müssten, der Gerechtigkeit folgend dann auch andere vor Gericht stehen. Für mich war die Eroberung der ESOX auch Mord und er traf auch wahllos. Nein, hier war es eine wunderbare Lösung, einfach nicht nach Rache zu streben, sondern nach Verbesserung. Rache erzeugt nur wieder Hass und der Kreislauf wird nicht durchbrochen. Ich weiß allerdings nicht, wie sie das hinbekommen hat. Insoweit hat mich das Ende wirklich überrascht. Ich hatte mir ein Ende dieser Art gewünscht, aber nicht zu hoffen gewagt. Die Diskussionen hätten mich schon interessiert. Für mich wäre wichtig gewesen, zu erfahren, welche Gesellschaften für diesen Vorschlag waren und wie man die anderen überzeugt hat.

    Übrigens kenne ich das im Kleinen. Es ist eine gute Möglichkeit, sich mit jemandem zu versöhnen, der einem wichtig ist, indem man alte Verletzungen nicht mehr gegenseitig aufwiegt, sondern einfach neu anfängt. Das ist sicher nicht einfach, das weiß ich und es kommt immer mal wieder was hoch, aber es ist die beste Möglichkeit.


    Es bleibt so viel offen und ich bin auch sehr traurig, dass es keine weitere Geschichte des Schwarms geben wird. Damit hatte ich nicht gerechnet, weil in der Anlage der Geschichte so viel drin steckt.


    Da ich in gerade in der letzten Zeit viel über künstliche Intelligenz und Menschlichkeit diskutiert habe, ist die Erkenntnis, die das Buch vermittelt für mich nicht so neu, aber es ist ein großes Kompliment, wenn eine solche Frage am Ende von den Lesern neu beantwortet wird, neue Fragestellungen auftreten und mit einer neuen Differenziertheit herangegangen wird. Das hast du toll hinbekommen, Bernd.


    Neben vielen anderen Fragen, wie kann eine gedruckte Person lebendig werden? Ich finde das ja faszinierend. Schon, dass man Fleisch drucken kann finde ich magisch, aber sie hat doch keine Lebensfunktionen oder? Wie existiert sie und warum sieht sie so aus?


    Vielen Dank für das Buch und die tolle Begleitung an den werten Autor! An die Mitdiskutierer auch herzlichen Dank, vor allem für die vielen Dinge, die ich sonst übersehen hätte. Leider war ich etwas hinterher aber dankenswerter Weise war immer noch jemand da!

  • nach ein paar Jahren und sich dann auf der Squid zB zur Ruhe setzen.

    Wäre das wirklich ein Happy End - in einer religiösen Diktatur zu stranden (etwas extrem ausgedrückt)?


    Der Roman hat mich auf jeden Fall dazu angeregt, viel über das Menschsein nachzudenken.

    :freu:


    Rache erzeugt nur wieder Hass und der Kreislauf wird nicht durchbrochen.

    Ich glaube das ist wirklich der Punkt: Man kann nicht immer Gerechtigkeit und Frieden zugleich haben. Auch, wenn das eine bittere Erkenntnis ist und es oft Kraft kostet, diese bittere Pille zu schlucken ... Aber in der internationalen Politik sieht man das ja dauernd. Diplomatie ist letztlich immer Abwägung. Es gibt wenig, was wirklich überhaupt gar nicht verhandelbar ist, wenn es hart auf hart kommt.