10: Seite 393 - Seite 455 (Kap. 10 + Zehntes Speicherbild)

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 393 bis Seite 455 (Kapitel 10 + Zehntes Speicherbild) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • In diesem Kapitel gibt es ein paar Schlüsselsätze.

    "Eine Explosion drängte alle philosophischen Überlegungen in den Hintergrund." - Das ist im Grund die Kernherausforderung für Kara im ganzen Buch. Sie will keinen Krieg, aber der Krieg ist (gedanklich) einfach. Wenn man den Dingen ihren Lauf lässt, kommt es zum Konflikt, und wenn der erst einmal ausbricht, macht er Differenzierungen unendlich schwer. Es knallt, es kracht, Rauch steigt auf - die Details verschwinden, und mit ihnen irgendwann auch die Wahrheit. Denkt Ihr, Kara hat noch eine Chance?

    "Mein Vater wird euch zürnen." - Das ist eine Hommage an Der Wüstenplanet, wo Alea das Kommen ihres Bruders ankündigt. Eine Szene, bei der mir schon die Erinnerung einen Schauder über den Rücken laufen lässt.


    Wie immer im vorletzten Leseabschnitt ist die naheliegende Frage: Wie geht's aus? Ich bitte um wilde Spekulationen. :)

  • Ausnahmsweise hab ich mal zwei Tage für ein Kapitel gebraucht, aber das lag nicht am Buch sondern an Gartenarbeiten ;)

    Die Handlung schreitet nun gefühlt schneller voran, und ich habe das Gefühl als ob sie Manchen (Zegato und Kara zb) davon rennt. Aber gerade Kara verschafft sich hier die Zeit die Sie braucht um das ganze nicht nur durch zu denken, sondern auch zu einer Lösung zu finden. Das Gespräch mit Idea (jetzt weiss ich auch wer sie warum so genannt hat, genial!) fand ich super. Es erinnerte etwas an die Diskussion zur Hochliteratur hier ;)

    Ugron kommt wieder menschlicher rüber, was mir sehr gut gefällt.

    Der Waffenstillstand kam dann gefühlt sehr schnell, da auch das nicht ausgespielt wurde. Ich finde das zwar manchmal sehr irritierend, aber es stellt doch etwas zutiefst lebensnahes dar, denn im Leben hat man auch keinen allwissenden Erzähler, sondern kriegt ganz viele Sachen nicht mit.

    Das Speicherbild bezieht sich auf eines der vorherigen mit der Erstellung der Refugien. Das find ich schön, das selbst bei den hohen Versionsnummern noch Referenzen zu früher oder "Gedanken" zur Zukunft vorhanden sind. Auch wenn die Art wie dies gedacht wird sehr fremd wirkt.interessant finde ich das der Zentralcomputer der Sphäre tatsächlich generelle Richtungen vorzugeben scheint (Überlegung ob der Menschenschutz noch wichtig ist zb) und dementsprechend Arbeiten verteilt. Da ist trotzdem noch so was wie eine Gemeinschaft in der Struktur.

    Spannend fand ich das man Xeramel ausgelesen hatte aber gleichzeitig auch etwas programmiert hat in ihrem aktuellen Gehirn. (Und scheinbar muss ein Körper zum Auslesen nicht (mehr) zerstört werden.)

    Zu Spekulationen.... hmmmm, schwierig. Ich glaube das der Schwarm diesmal kein Schiff gewaltsam verliert, vielleicht sogar nen technikvorsprung erhält, aber ob die ESOX am Ende noch mit fliegt das weiss ich nicht. Ich glaube das einige Programme die Sphäre verlassen werden, und könnte mir gut vorstellen das einige von der ESOX zur Sphäre hin wechseln. Auch glaube ich das Xeramel irgendwie in Iljow einen Seelenverwandten finden wird, aber auf welche Art weiss ich noch nicht.

    Ich könnte noch einiges spekulieren, aber das sind meine Haupt Vermutungen.

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Von einer eigentlich friedlichen Situation (mit den Kunstwerken) kommt es zu einem Ausbruch von Gewalt. Ich mochte, wie Idea versucht, Zegato auf ihre Seite zu bringen, und wie er sich in dem Streben nach Wissen verliert.

    Eine Kindesentführung ist, auch wenn das Kind mehr als unheimlich ist, und die Entführerin sicher alle Parameter millionenfach durchgerechnet hat, ein barbarischer Akt, der bei jedem Menschen Entsetzen hervorruft, ob er eigene Kinder hat oder nicht.


    Mit Ugron möchte man sich eigentlich auch nicht anlegen, und trotzdem geht Idea so vor.
    Kara hat hier ihre große Stunde und kommt mit ihrer Diplomatie zum Ziel - und das gegen eine wahnwitzig schnell rechnende Maschine.


    Im Speicherbild können wir nun endlich dem Kontakt zwischen. Schwarm und Imago-Projekt beiwohnen, und der Geburt Ideas. Da hatte ich tatsächlich mehr Bezug zu Iljows verstorbener Tochter vermutet, aber über diesen Status ist das Programm wohl hinaus.


    Zu den wilden Spekulationen:


    Nehmen wir an, Idea darf weiter auf der Esox bleiben, wird sie das Schiff und/oder die Bewohner übernehmen können? Kann das überlegene Wissen das Idea hat, höher bewertet werden als die Gefahr, die von ihr ausgeht? Kann sie in diese Vakuumkammer gesperrt werden, wo sie abgeschottet wäre?



    Die rote Familie wird ihr niemals verzeihen können. Weitere Konflikte wären vorprogrammiert.


    Wie immer stellt sich bei Kara die Frage, mit wem sie anbändelt. Zegato kann meine ich nicht mehr als vertrauenswürdig eingestuft werden.


    Was mir sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass viele der Figuren in dem Band nicht als schwarz oder weiß angesehen werden können, sondern als grau, mit wechselnden Schattierungen. Ich war in Feuer der Leere davon Ausgegangen, dass Rila, ihr Bruder und Ugron sich zusammenschließen und den Tag retten - davon ist nicht mehr viel übrig.


    Ich vermute, es ist noch viel im Hintergrund, was erst in einer Fortsetzung geklärt wird.
    Bei dem Hacker habe ich eine Vermutung, schauen wir mal ob sich die bestätigt.

  • Es erinnerte etwas an die Diskussion zur Hochliteratur hier

    Schullektüre wird Das Imago-Projekt wohl dennoch nie werden. :lachen:

    interessant finde ich das der Zentralcomputer der Sphäre tatsächlich generelle Richtungen vorzugeben scheint (Überlegung ob der Menschenschutz noch wichtig ist zb) und dementsprechend Arbeiten verteilt.

    Das ganze Konstrukt ist noch immer ein informationstechnisches. Auch das Betriebssystem folgt seiner Programmierung.


    Ich mochte, wie Idea versucht, Zegato auf ihre Seite zu bringen, und wie er sich in dem Streben nach Wissen verliert.

    Für uns Autoren ist stets eine entscheidende Frage, welche Träume und Ängste unsere Figuren haben, was sie treibt ... Wenn wir das gut ausarbeiten, wissen wir, wie wir (und andere Figuren) sie packen können.

    Dass Idea das weiß, ist natürlich kein Zufall, verfügt sie doch über das Wissen der Patientin, mit der sich Zegato so lange beschäftigt hat.

    Wie immer stellt sich bei Kara die Frage, mit wem sie anbändelt.

    Da seid Ihr alle auf der falschen Spur. :err:

  • Es erinnerte etwas an die Diskussion zur Hochliteratur hier

    Schullektüre wird Das Imago-Projekt wohl dennoch nie werden. :lachen:

    Schade eigentlich, würde die Schüler sicher mehr fesseln als Faust und Homo Faber, aber sicher genauso wesentliche Punkte ansprechen.

    Mir hätte in der Schule aktuellere Lektüre manchmal echt gut getan, und das obwohl ich in der Grundschule schon nebenbei den Schimmelreiter und später freiwillig Das Bildnis des Dorian Grey verschlungen gabe.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich sprech den Klassikern nicht ihre Berechtigung im Stundenplan ab, aber der Deutschunterricht hat mir immer vermittelt Literatur sei alt. Das auch heutige Unterhaltungsliteratur ähnliche Gedanken anregen kann das wurde nicht vermittelt, und damit auch nicht der Spass am Lesen, es war (der schulische Teil) mehr Arbeit. Das find ich total schade.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Bei diesem massiven Angriff auf die SQUID durch die Sphäre bin ich richtig wütend geworden. Zuerst spannen sie das lebende Schiff für ihre Zwecke ein und dann quälen und verletzen sie es so niederträchtig. Na gut, aus Sicht der Sphäre ist das sicherlich nicht niederträchtig, sondern in wenigen Sekunden als das Nonplusultra errechnet worden, aber in dem Fall war ich eindeutig auf Seite der SQUID. Auch wenn ich die körperlichen Mutationen auf der SQUID befremdlich finde, finde ich das Schiff nach wie vor sehr faszinierend und möchte nicht, dass es stirbt.


    Aber wir haben ja schon im letzten Buch erlebt, zu was die SQUID in der Lage ist und auch diesmal schafft sie es, wieder auf die Tentakel zu kommen. Und zwar dank Berglen, den sie als Mittler zwischen sich, der Roten Familie und den Zoelikern einsetzt. Das hat mich überrascht, denn ich hätte gedacht, dass Ugron ihr so vertraut sei, dass die beiden miteinander kommunizieren können, aber das ist dann wohl doch nicht der Fall. Vielleicht machte aber die Sorge um Amida Ugron auch etwas "taub" für Mutters Gesang. Das Zusammenspiel von Mutter und ihren Bewohnern, die elemtar für ihre Rettung und Heilung sind, war grandios.


    Wie sich die SQUID mithilfe des Rotraums und Berglens Unterstützung von den feindlichen Aggregaten befreit, war sehr raffiniert und großes Kino.


    Und bei Amidas Entführung zeigt sich Urgron von seiner menschlichsten Seite: die Sorge eines Vaters um sein Kind steht für ihn an oberster Stelle. Bei dem Angriff auf die Rote Familie und Berglen habe ich so gehofft, dass die Drei das überleben werden.


    Bis zum Schluss hatte ich gehofft, dass Zegato sich für einen Mittelweg entscheiden würde, dass er seine Schwester nicht bis zum bitteren Ende unterstützt. Ich muss gestehen, er hat mich enttäuscht, seine Zweifel, die ihn zwischendrin immer wieder überkommen, machen es nicht besser. Ledglich die Nanoroboter in Kara hat er nicht aktiviert, aber das ist ein schwacher Trost. Für Kara muss das eine maßlose Enttäuschung sein, als sie das Ausmaß seines Verrates an ihr und den Anderen begreift.


    Idea lässt sich endlich in die Karten sehen: sie gehört zu den Inferioren, Programme wie Korol, die nicht mit der Konkurrenz mithalten können und daher an den Außenrand gedrängt werden, was Speicher- und Rechenkapazität angeht. Und denen die Löschung drohen kann. Worauf ich nicht gekommen bin, dass Idea Korols Idee war. So schließt sich raffiniert der Kreis von den Speicherbildern zur Handlung.

    Wenn die MI errechnet, dass die Inferiore keinen tieferen Sinn und Zweck mehr innerhalb des Imago-Projekts erfüllen können, dann müssten die Inferiore doch eigentlich diese Entscheidung akzeptieren, sie sind ja schließlich nur noch Programme, die sich der Rationalität und der Effizienz verschrieben haben. Aber scheinbar ist da doch noch etwas mehr da, diese tiefliegende Angst davor, gelöscht zu werden und damit doch irgendwie für immer "tot" zu sein.


    Spannend fand ich, dass hier auch nochmal aufgegriffen wird, dass die Programmierung des Imago-Projekts den Schutz der Menschen vorsieht. Wie im vorigen Kapitel frage ich mich wiederum, ob alle im Imago-Projekt dieser Meinung sind und bis zu welchen Grad sie bereit sind, den Schutz wirklich zu akzeptieren.


    Aneste fühlt sich teilweise überrollt von den technischen Neuerungen der ESOX und ihrem blitzschnellen Umbau, und das soll was heißen, wenn sie schon Angst hat, den Anschluss zu verlieren. Ich hatte ja ein wenig gehofft, dass ihr die Quälerei der SQUID vielleicht mehr zusetzen würde, nachdem sie überlegt hatte, ob sie ein Teil seiner Bewohner werden könnte.


    Kara wächst wirklich über sich hinaus, wer hätte das im ersten Band gedacht! Sie liefert sich Idea aus und verblüfft das Programm sogar, in dem sie es mit der Individualität der Menschen konfrontiert. Tja, die Programme mögen schnell und effizient rechnen können, aber hier stoßen sie an ihre Grenzen. Das finde ich doch sehr beruhigend :totlach:


    Dass aber sogar die Admirale der PAYARA auf Karas Vorschlag eingehen, das hat mich echt verblüfft. Sie hat wirklich ein gutes Händchen als Diplomatin. Nun hoffe ich sehr, dass im letzten Abschnitt nicht noch irgendwelche bösen Überraschungen lauern und Karas Plan hoffentlich aufgeht.

  • Wie immer im vorletzten Leseabschnitt ist die naheliegende Frage: Wie geht's aus? Ich bitte um wilde Spekulationen. :)

    Ich hoffe, die SQUID wird wieder komplett heil und nicht nochmal so schlimm traktiert. Dann hoffe ich darauf, dass Kara und Berglen die ganze Geschichte überleben und es eine Einigung mit der Sphäre gibt, so dass der Schwarm weiterziehen kann. Dazu müsste die Sphäre aber auch die Infizierungen rückgängig machen, die sich auf den verschiedenen Schiffen befinden.


    Ich muss gestehen, das Schicksal der Inferiore ist mir relativ egal, sie sind nur Programme für mich, aber Kara wird ihnen ein Stück weit entgegenkommen müssen, um ihre diplomatischen Weg durchsetzen zu können. Vielleicht können sie wirklich auf der ESOX unterkommen. Allerdings würde das zu einem Machtzuwachs des/der dortigen Rechner führen. Aber auf der ESOX muss sich eh etwas ändern. Bei Aneste und Zegato hoffe ich, dass sie festgesetzt werden.

  • Wie immer stellt sich bei Kara die Frage, mit wem sie anbändelt. Zegato kann meine ich nicht mehr als vertrauenswürdig eingestuft werden.

    Also Zegato geht jetzt gar nicht mehr.

    Schade eigentlich, würde die Schüler sicher mehr fesseln als Faust und Homo Faber, aber sicher genauso wesentliche Punkte ansprechen.

    Da bin ich ganz bei dir. Ich hätte mir damals auch teilweise gewünscht, wenn neben den Klassikern auch aktuelle Literatur behandelt worden wäre.

  • auch diesmal schafft sie es, wieder auf die Tentakel zu kommen.

    :lachen: Das hast Du schön ausgedrückt.


    ich hätte gedacht, dass Ugron ihr so vertraut sei, dass die beiden miteinander kommunizieren können, aber das ist dann wohl doch nicht der Fall.

    Berglen und Ugrôn haben unterschiedliche Aufgaben. Kein General kann einen Krieg allein gewinnen, kein Kapitän ein Schiff allein steuern.


    So schließt sich raffiniert der Kreis von den Speicherbildern zur Handlung.

    Auf diesen Einfall ist der Autor auch sehr stolz. :err:


    Wenn die MI errechnet, dass die Inferiore keinen tieferen Sinn und Zweck mehr innerhalb des Imago-Projekts erfüllen können, dann müssten die Inferiore doch eigentlich diese Entscheidung akzeptieren, sie sind ja schließlich nur noch Programme, die sich der Rationalität und der Effizienz verschrieben haben. Aber scheinbar ist da doch noch etwas mehr da, diese tiefliegende Angst davor, gelöscht zu werden und damit doch irgendwie für immer "tot" zu sein.

    Dafür sind sie zu individuell und zu emotional. Sie haben zwar keine Empfindungen mehr wie Hunger oder Müdigkeit, wohl aber so etwas wie Zuneigung und sogar eine Art Familiensinn zu Programmen ihrer Linie, die viel Code mit ihnen teilen. Sie leben nach den Regeln des Betriebssystems - aber das ist keine Tyrannei, sondern eher zu vergleichen damit, dass unsere Existenz den Naturgesetzen unterworfen ist.

    Sie haben auch zumeist so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb, schon allein, weil sie das effizienter macht. Es mag aber sein, dass einige von ihnen im Wortsinne "lebensmüde" werden. Sie haben so viel gedacht, geträumt, erforscht, wie wir in 100 oder 1000 oder noch mehr Menschenleben. Es mag sein, dass sie irgendwann zufrieden eine Selbstlöschung herbeiführen.


    Aneste fühlt sich teilweise überrollt von den technischen Neuerungen der ESOX und ihrem blitzschnellen Umbau, und das soll was heißen, wenn sie schon Angst hat, den Anschluss zu verlieren

    Ja, das will wirklich schon etwas heißen. :lachen:

  • Dafür sind sie zu individuell und zu emotional. Sie haben zwar keine Empfindungen mehr wie Hunger oder Müdigkeit, wohl aber so etwas wie Zuneigung und sogar eine Art Familiensinn zu Programmen ihrer Linie, die viel Code mit ihnen teilen. Sie leben nach den Regeln des Betriebssystems - aber das ist keine Tyrannei, sondern eher zu vergleichen damit, dass unsere Existenz den Naturgesetzen unterworfen ist.

    Sie haben auch zumeist so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb, schon allein, weil sie das effizienter macht. Es mag aber sein, dass einige von ihnen im Wortsinne "lebensmüde" werden. Sie haben so viel gedacht, geträumt, erforscht, wie wir in 100 oder 1000 oder noch mehr Menschenleben. Es mag sein, dass sie irgendwann zufrieden eine Selbstlöschung herbeiführen.

    Solche Programme erstellen zu können, ist schon eine Meisterleistung.

  • Es mag aber sein, dass einige von ihnen im Wortsinne "lebensmüde" werden. Sie haben so viel gedacht, geträumt, erforscht, wie wir in 100 oder 1000 oder noch mehr Menschenleben. Es mag sein, dass sie irgendwann zufrieden eine Selbstlöschung herbeiführen.

    Oh, so weit habe ich gar nicht gedacht, aber stimmt, den "Ausweg" haben sie je auch. Falls die Systemprämisse Menschen zu schützen nicht interveniert...

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Das war wieder ein spannender Abschnitt und ich habe ziemlich heftig mit der SQUID mitgefiebert. Sie muss ja wieder mal einiges aushalten und wird erneut verletzt. Da kommt natürlich die Frage wieder auf, was für eine Lebenserwartung die SQUID hat und ob in Ugron nicht schon eine neue Lebensform heranwächst, die vielleicht irgendwann die jetztige SQUID ablöst.


    Und wieder haben sie diese Nanoroboter eingesetzt und damit in Kauf genommen, dass viele Menschen sterben. Immerhin verschont Zegato aus Scham Berglen und Kara, doch er hat bei mir trotzdem verloren. Das ist ein Krieg, der nicht hätte sein müssen.


    Beeindruckend fand ich die mal eben so ausgedruckten Fähren und auch die vielen verschiedenen Skulpturen. Allerdings habe ich auch hier nicht alle technischen Beschreibungen verstanden, was für mich jetzt aber nicht so wichtig ist.


    Erschrocken war ich bei der Szene, wo Idea nicht ganz klar war, was der Unterschied zwischen Mensch und Maschine war. Maschinen kann man doch auch reparieren. Ihr war wohl nicht klar, dass bei der Radioaktivität die Menschen sterben würden. Oder unter Reparatur dachte sie daran, das Gehirn an den Rechner anzuschließen. Körper kann man ja ausdrucken. Ich glaube aber auch, das war ihr ziemlich egal. Und ich denke, dass auch Aneste so langsam dahinter kommt, dass die Menschen zwar grundsätzlich schützenswert sind, aber wenn sie im Weg stehen, dann doch verzichtbar sind.


    Berglen fand ich stark bei der Rettung der SQUID. Und er findet endlich das Vertrauen zur Mutter zurück, was mich für ihn sehr freut, aber letztendlich auch dafür sorgt, dass sie Erfolg haben.

    Ugron fand ich auch sehr emotional um die Sorge seines Sohnes. Er hätte wohl alles für ihn getan.


    Und die Vermutung, dass Korol etwas mit Idea zu tun hat, hat sich hier auch bestätigt. Und im Speicherbild hat sich nun auch der Kreis geschlossen. Solche Momente und Erkenntnisse mag ich besonders.


    Und Kara ist natürlich die Heldin hier, die mit Diplomatie und Verhandlungsgeschick die ganze Auseinandersetzung beendet und einen Waffenstillstand verhandelt. Einfach klasse. Es war für mich absolut nachvollziehbar und realistisch.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Und ich denke, dass auch Aneste so langsam dahinter kommt, dass die Menschen zwar grundsätzlich schützenswert sind, aber wenn sie im Weg stehen, dann doch verzichtbar sind.

    Ja, allmählich begreifen die Menschen im Schwarm, was ihr Gegenüber ist ...


    Und er findet endlich das Vertrauen zur Mutter zurück, was mich für ihn sehr freut, aber letztendlich auch dafür sorgt, dass sie Erfolg haben.

    Ich finde, bei diesem Gedanken kann man noch ein wenig innehalten.

    Berglen entscheidet sich dafür, sich in die Theokratie der SQUID zu fügen. Das ist letztlich eine Herrschaft einer klerikalen Instanz, die vollkommene Unterwerfung unter ein gottähnliches Wesen bis hin zur Selbstaufgabe von Körper (Mutationen), Geist (Denken im Sinne Mutters) und Seele (das eigene Streben völlig in den Dienst Mutters stellen).

    Wenn man das so beschreibt - hätte jemand von Euch das vor der Lektüre des Romans befürwortet?

  • Wenn man das so beschreibt - hätte jemand von Euch das vor der Lektüre des Romans befürwortet?

    Bei der SQUID war ja von Anfang an klar, dass das eher einer religiösen Lebensweise ähnelt und da wie ein Gott Regeln und Denkweise vorbestimmt. Eben ganz anders wie bei der MARLIN oder der ESOX. Von daher überrascht es mich nicht. Kurzfristig dachte ich nur, dass Berglen vielleicht mit Kara zur MARLIN wechselt. Aber die MARLIN ist tatsächlich von beiden keine der bevorzugten Lebensformen mehr. Das finde ich schon eher überraschend.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Erschrocken war ich bei der Szene, wo Idea nicht ganz klar war, was der Unterschied zwischen Mensch und Maschine war. Maschinen kann man doch auch reparieren. Ihr war wohl nicht klar, dass bei der Radioaktivität die Menschen sterben würden.

    Ja, das hätte mich auch geängstigt, wenn mir das wiederfahren wäre.

    Ich glaube aber auch, das war ihr ziemlich egal.

    Den Eindruck hatte ich auch, aber es ist ja auch ein Programm.

    Wenn man das so beschreibt - hätte jemand von Euch das vor der Lektüre des Romans befürwortet?

    Ich glaube eher nicht, jetzt in dieser Notsituation passte es dagegen wieder.

  • Endlich lichtet sich der Nebel. Dass Amida entführt wird, war zu befürchten. Kara behält wie immer die Nerven, sie gefällt mir hier besonders gut. Und auch Berglen ist handlungsfähig und zeigt hier seine Führungsqualitäten.


    Besonders gut gefallen hat mir S. 444-447 "Der Wert liegt in deiner Existenz selbst" all die Betrachtungen zur Individualität.


    "Wenn du stirbst, Idea, wird das Universum etwas verlieren, das es niemals wieder geben wird" DER SATZ DES BUCHES!


    Und so gelange ich zum Ende der Geschichte zu einer Erkenntnis, für die ich wirklich erst durch diese Beklemmung, die mich Kapitel zuvor begleitet hat, gehen musste, um zu erkennen!


    Mit dem Speicherbild gab es jetzt das große AHA bei mir, wie genial. Idea ist Iljows Werk....alles fügt sich zusammen.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

Anstehende Termine

  1. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 29. Juli 2018

    Caren

  3. Freitag, 27. Juli 2018, 21:43 - Sonntag, 12. August 2018, 22:43

    JanaBabsi

  4. Freitag, 27. Juli 2018, 21:43 - Sonntag, 12. August 2018, 22:43

    odenwaldcollies