08: Seite 322 - Seite 367 (Kap. 8 + Achtes Speicherbild)

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 322 bis Seite 367 (Kapitel 8 + Achtes Speicherbild) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Eines der klassischen Themen der Science-Fiction ist der Erstkontakt mit einer fremden Kultur. In Das Imago-Projekt hatten wir das bereits mit der Sphäre. Jetzt kommt es noch einmal in anderem Gewande: Mit verlassenen Gebäuden, mit Botschaften - und mit einer Botschafterin, Idea. Wie gefällt Euch dieses Thema?

    Und im Speicherbild stellt sich wohl spätestens jetzt die Frage: Ist Iljow noch ein Mensch? Wenn das so ist, dann hat er Menschenrechte - das Streben nach Glück, "körperliche" Unversehrtheit ... es wäre ein Verbrechen, den Computer abzuschalten, in dem er "lebt". Aber ist es auch ein Verbrechen, ihn abzuspeichern - sein Programm nicht mehr ausführen zu lassen? Vielleicht ist das so, als wenn man einen Menschen (so, wie wir unsere Spezies kennen) versteinern würde ...

  • Mir hat dieses Kapitel sehr gut gefallen, da es auf der einen Seite sehr menschliches Verhalten zeigt, auf der anderen kalte Logik und künstliche Intelligenz, und Xeramel ist auf gewisse Art die Vermittlerin.

    Karas und Anestes Kräfte messen ist genauso menschlich wie Berglens Sorge (ja ich weiss das er durch die SQUID verändert wurde) oder Zegatos genervt sein von den beiden Frauen.

    Auf der anderen Seite steht die Stadt, die so andersartig ist und fremde Kunst und Wissen zeigt und die Permaschlafeinheit. Und natürlich Idea, bei deren Namen ich nicht an Zufall glaube ;). Sie ustvso eindeutig künstlich hergestellt und doch sehr Menschenähnlich. Auch das Codewort für die Roboter bedeutet nichts anderes als Mensch.

    Xeramels Rolle wechselt für mich ständig zwischen Empfangs-, Speicher- und Sendemodul und menschlicher Patientin, das ist faszinierend.

    Das Speicherbild ist erwartungsgemäß nüchtern. Zeigt aber eine sehr menschliche Selbstbetrachtung und fast so was wie Gefühle, bzw das mal zwischen 1.0 und 8.7 welche vorhanden waren, durch das irgendwann anlegen von Routinen zur Kontaktaufnahme. Auch das hierarchische System der Sphäre(n) wird deutlich, und ironischerweise trifft es seinen Entwickler mit. Ich könnte mir vorstellen, das die "Bewohner" der äußeren Sphäre diejenigen sind die dort rebellieren. Intressant fand ich die Reflektion das ein komplettes Aufgeben der menschlichen Körperlichkeit unvorteilhaft wäre. Etwas späte Einsicht.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Endlich dringen die Menschen zu des Rätsels Lösung vor, zu dem Kern des Imago-Projekts. Gemeinsam agieren, gegen einen neuen "Feind" - das fällt aufgrund der Vorfälle der jüngsten Vergangenheit schwer. Die Eindrücke von fremden Zivilisationen liebe ich. Die bei uns noch in den Kinderschuhen stecken Technik des 3D-Druckens wird da genutzt, um den menschlichen Verstand/die Gesamtheit der geispeicherten Menschen/das oder die weiterentwickelte Programme in Form zu gießen. Ich hoffe, Idea braucht kein W-LAN. :P Kann sie weit weg von dem Planeten existieren? Und warum der Bezug zu Squid? Rotraum hin, Rotraum her, für Idea dürfte die Infrastruktur auf der Esox besser sein. Oder könnte Idea den ganzen nichtorganischen Schwarm fernsteuern?

    Der erwachte Mann hat ja auch eine eindeutige Botschaft verkündet. Ist der Wahnsinn überwunden, ist SIE besiegt? Sie die Sphäre, sie Idea?


    Was wird die rote Familie dazu sagen?

    Die Botschaft mit der Soldatin mit dem verlängerten Hinzerkopf habe ich aufgenommen.


    Iljow ist nun also der Taschenrechner unter den Playstation Pros. Sehr zu stören scheint es ihn nicht, so entspannt er auf das Ableben von Saundra reagiert. Diese war ja soetwas wie ein Anker seiner Menschlichkeit.

  • Mir hat dieses Kapitel sehr gut gefallen,

    :freu:


    Und natürlich Idea, bei deren Namen ich nicht an Zufall glaube ;)

    Du tust recht daran, nicht an Zufall zu glauben ... :)


    Xeramels Rolle wechselt für mich ständig zwischen Empfangs-, Speicher- und Sendemodul und menschlicher Patientin, das ist faszinierend.

    Xeramels Rolle geht noch darüber hinaus - aber das kann man in diesem Leseabschnitt vermutlich noch nicht erkennen. ;) Bis zum Ende des Romans wird es aber deutlich werden.


    Intressant fand ich die Reflektion das ein komplettes Aufgeben der menschlichen Körperlichkeit unvorteilhaft wäre. Etwas späte Einsicht.

    Ich glaube, da ist es gut, zwischen abstrakten Einsichten und persönlichen Konsequenzen zu unterscheiden. Zum Beispiel sehen alle ein, dass es gut ist, wenn ein gewisser Teil der Erdoberfläche mit Regenwäldern bedeckt ist. Daraus folgt aber nicht, dass alle, die diese Einsicht haben, auch selbst in einer Hütte im Regenwald leben wollen ...


    Und warum der Bezug zu Squid?

    Das ist eine wichtige Frage. Die SQUID ist Idea sicher nicht ähnlich, sie wird sich dort nicht so heimisch fühlen wie auf der ESOX - aber vielleicht hat sie etwas zu bieten, das Idea braucht?


    Iljow ist nun also der Taschenrechner unter den Playstation Pros.

    :lachen: Ein hervorragender Vergleich!


    Diese war ja soetwas wie ein Anker seiner Menschlichkeit.

    Wenn das stimmt, war die Kette, die ihn mit diesem Anker verbunden hat, schon recht brüchig.

    Vielleicht ist diese Sichtweise aber auch nicht ganz richtig, und man müsste Iljow zugestehen, dass er eine andere Art von Menschlichkeit gefunden hat - so, wie sich ein Erwachsener von einem Kind unterscheidet und irgendwann auch das Kuscheltier wegwirft, das ihm als Kind so wichtig war ...

  • Das war ein starkes Kapitel und hat mir auch sehr gut gefallen.


    Mir hat dieses Kapitel sehr gut gefallen, da es auf der einen Seite sehr menschliches Verhalten zeigt, auf der anderen kalte Logik und künstliche Intelligenz, und Xeramel ist auf gewisse Art die Vermittlerin.

    Genau wegen diesen vielen Extremen fand ich es auch sehr spannend und unglaublich gut in Szene gesetzt.


    Amüsant fand ich die Stutenbissigkeit zwischen Kara und Aneste und der zweitweise genervte Zegato. Er hat es aber auch wirklich nicht leicht zwischen all seinen Frauen :totlach:


    Immerhin muss er sich ja um Xeramel kümmern, die die Truppe führt. Ich vermute, dass von Anfang an die "ausgedruckte" Idea dafür verantwortlich ist und die Gruppe zu ihr führt. Aber so genau weiß ich noch nicht, was ihre Motivation ist, außer herauszufinden, ob der Schwarm Sophonten sind. Zumindest wäre es ein Vorteil für den Schwarm, wenn er die Prüfung, wie immer sie auch stattfindet, bestehen würde. Wenn nicht, möchte ich mir lieber nicht ausmalen, was dann passiert.


    Die Gedankengänge von Aneste bezüglich der mittelalterlichen Frauen (sie wäre ja eine :totlach:) und über plumpe Bewegungen und primitiven Lebensverhältnissen fand ich sehr lustig. Das denken wir ja auch von unseren Ahnen vor vielen tausenden Jahren.


    Der erwachte Mann hat ja auch eine eindeutige Botschaft verkündet. Ist der Wahnsinn überwunden, ist SIE besiegt? Sie die Sphäre, sie Idea?

    Das ist eine gute Frage. Zunächst dachte ich, die Sphäre wäre gemeint, aber wir wissen ja auch nicht, wer sich hinter Idea verbirgt. Ist sie einer der Rebellen? Oder von der Sphäre geschickt?

    Vermutlich würde die Sphäre allerdings tatsächlich erst gar nicht mit den Menschen kommunizieren. Ich versuche ja auch nicht mit einer Made zu diskutieren.


    Das Ausdrucken des Körpers fand ich schon sehr krass. Aber im Prinzip ist das mittlerweile ja gar nicht so unvorstellbar. 3D-Drucker gibt es ja schon.


    Und Korol geht nun in Rente und wird zum "Taschenrechner" ( breedstorm sehr geiler Vergleich).

    Ein wenig melancholisch fand ich die Szene, wo Korol die Erinnerungen an Saundra löscht, auch wenn das für ihn nur ein logische Folgerung war.


    Und dann kommt doch noch die romantische Ader des Autors zum Vorschein: Berglen rettet seine Angebetete Kara und schließt sie in seine Arme. <3 Und weil es so gut läuft, werden die beiden sicherlich kein Paar :teufel:


    Also ich muss sagen, das Buch ist bis jetzt echt der Hammer.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Das war ein starkes Kapitel und hat mir auch sehr gut gefallen.

    :freu:


    Zumindest wäre es ein Vorteil für den Schwarm, wenn er die Prüfung, wie immer sie auch stattfindet, bestehen würde. Wenn nicht, möchte ich mir lieber nicht ausmalen, was dann passiert.

    Das wurde in der Leserunde bereits bezweifelt: Möglicherweise wäre die Aufmerksamkeit, die der Schwarm bei Bestehen der Prüfung erhält, fatal für ihn - und wenn er durchfällt, verliert die Sphäre eventuell das Interesse und lässt die Menschen in Ruhe ...


    über plumpe Bewegungen und primitiven Lebensverhältnissen fand ich sehr lustig. Das denken wir ja auch von unseren Ahnen vor vielen tausenden Jahren.

    :klatschen:

    Ich finde immer wieder erstaunlich, wie vielen Menschen ich begegne, die sich letztlich nicht vorstellen können, dass unsere technische und gesellschaftliche Entwicklung voranschreiten wird. Theoretisch ist das jedem klar - vor ein paar Jahren gab es keine Smartphones, heute haben sehr viele eines, etc. Aber praktisch: In zwanzig Jahren wird es sehr viele Berufsbilder schlicht nicht mehr geben, möglicherweise werden Kinder nicht mehr ausgetragen (an Tieren wurde der Syntho-Uterus schon erfolgreich getestet), statt fernzusehen, geht man in einer 3D-Simulation spazieren ...


    Ist sie einer der Rebellen? Oder von der Sphäre geschickt?

    Schließt das eine das andere aus? ;)


    Berglen rettet seine Angebetete Kara und schließt sie in seine Arme. <3 Und weil es so gut läuft, werden die beiden sicherlich kein Paar :teufel:

    :lachen::lachen::lachen:


    Also ich muss sagen, das Buch ist bis jetzt echt der Hammer.

    :freu::freu:

  • Die Befreier und Kara folgen also der Einladung der Sphäre. Und kaum machen sie sich auf den Weg dorthin, werden die Fähren freigelassen. Liegt das daran, weil ein Teil der Sphären"bewohner" etwas von den Menschen wollen und sie sie sich deswegen gewogen halten wollen?
    Oder haben sie die Speicher der Fähren infiltriert und lassen sie nun wieder ziehen?


    Und was bedeutet dieser Fluss von Astriden, der den Rotraum mit dem Gebäude verbindet, in dem sich Kara und die Anderen befindet? Hat das etwas mit dem Kampf zu tun, für den Idea die Menschen einspannen will?


    Wer ist oder - leider - war der Mann, den Kara aus seinem Permaschlaf geweckt hat? So was Blödes, dass er dann direkt gestorben ist. Hätte er anders geweckt werden müssen oder war das eine Art Falle: sobald er aufwacht, wird er nicht mehr lange leben? Warum hat er bereits erwartet, dass er mehrere Generationen später aufwachen würde? Und wen sollen die Menschen besiegt bzw. deaktiviert haben? Das "deaktivieren" spricht für das Imago-Projekt. Evtl. gehörte der Mann zu den Gegnern des Projekts.


    Xeramel hat die Anderen gezielt in dieses Gebäude geführt, weil sie einen Kontakttreffpunkt übermittelt bekommen hatte, aber was sollte sie dort erwarten? Nur der schlafende Mann? Das kann ich mir nicht vorstellen, denn das Erwecken und sein anschließender Tod rief ja angriffslustige Roboter hervor. Und sonst ist niemand erschienen. Wurden die Roboter aktiv, weil der Mann gestorben ist oder weil die Fraktion des Imago-Projekts, die gegen den Besuch der Menschen ist, sie so schnell wie möglich loswerden wollten?


    Zwischen Aneste und Kara herrscht ja ein gewaltiger Zickenkrieg. Aber jetzt ist das erstmal beendet, nachdem Berglen so heroisch Kara befreit hat :totlach: Andererseits sind sie noch nicht zurück auf der SQUID oder der ESOX. Was Idea allerdings von den Menschen will, ist mir noch nicht klar. Droht eine Gefahr aus dem Rotraum oder will die aufständische Fraktion des Imago-Projekts sich gegenüber den Anderen durchsetzen bzw. sich ebenfalls "befreien"? Oder glauben sie, bei dem Gefecht an mehr Speicherplatz zu kommen? Und warum will die Sphäre dauernd herausfinden, ob die Menschen Sophonten sind oder nicht?


    Korol Iljow 8.17 ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr up to date, er wird von den neueren Programmen locker abgehängt. Und dabei wird es bei den Speicherplätzen immer enger, weil sich immer mehr Menschen als Programm unsterblich machen wollen. Logisch, dass wenn kaum noch Menschen auf dem Planeten leben, die Funktionen, für die die Maschinenintelligenz eigentlich ursprünglich eingesetzt wurde, überflüssig werden.


    Aneste strebt doch genau diesen Zustand an, in dem sich Iljow befand oder noch befindet, falls niemand in der Zwischenzeit Delete gedrückt hat. Vielleicht schafft sie es auch, als Programm in die Sphäre einzugehen.

  • Mit verlassenen Gebäuden, mit Botschaften - und mit einer Botschafterin, Idea. Wie gefällt Euch dieses Thema?

    Das gefällt mir sehr, sehr gut, weil es mal was ganz anderes ist.

    Und natürlich Idea, bei deren Namen ich nicht an Zufall glaube ;).

    Ja, das dachte ich auch direkt beim ersten Lesen.

    Und warum der Bezug zu Squid? Rotraum hin, Rotraum her, für Idea dürfte die Infrastruktur auf der Esox besser sein. Oder könnte Idea den ganzen nichtorganischen Schwarm fernsteuern?

    Ich könnte mir vorstellen, dass die SQUID interessant ist, weil sie im Rotraum geboren ist.

    Die Gedankengänge von Aneste bezüglich der mittelalterlichen Frauen (sie wäre ja eine :totlach: ) und über plumpe Bewegungen und primitiven Lebensverhältnissen fand ich sehr lustig. Das denken wir ja auch von unseren Ahnen vor vielen tausenden Jahren.

    Hier musste ich auch grinsen. Witzig finde ich auch die unterschiedlichen Auffassungen von Schwerkraft und Schwerelosigkeit. Außer der SQUID haben alle Probleme mit der Schwerkraft, während Berglen nur mäßig mit der Schwerelosigkeit zurechtkommt. Wie sich jeder perfekt an das angepasst hat, mit dem er aufgewachsen ist und in dem er lebt.

  • Also ich finde wir erleben hier durchweg durch die Geschichte einer Metamorphose der Menschheit. Wir erleben verschiedene Stadien der Entwicklung und des vermeintlichen Fortschritts. Dabei ergeht es mir so, dass es mir immer unheimlicher wird. Ich denke fast, der Autor beabsichtigt genau das. Er denkt konsequent weiter, was bereits in unserer Gegenwart seinen Anfang genommen hat. Wie stand da? Wir waren ja auch alle mal Affen. Wir streben nach etwas, das uns seit jeher angetrieben hat und doch laufen wir Gefahr absolut in die Irre zu geraten. Denn was bleibt übrig von uns, wenn wir uns auf so einen Pfad begeben? Auch das Speicherbild weist erneut darauf hin. Was ist schon Individualität?

    Auf dem Weg zur Vollkommenheit verlieren wir letztlich uns selbst unsere Identität als menschliches Wesen. Und wenngleich es verlockend ist und sicherlich in vielen Bereichen sogar sinnvoll, so KANN es uns am Ende doch alles kosten, WENN wir nicht mit Maß und Ziel diesen Fortschritt einsetzen! Aber wer möchte schon verzichten auf ein Implantat, wenn alle um ihn herum sich optimieren? Oder Krankheiten überwinden können? Die physischen Qualen die uns durch Krankheiten und andere Leiden auferlegt werden? Wer würde da NEIN sagen?

    Vielleicht ist das die FRage, die wir uns alle ehrlich stellen sollen und müssen: Was sind wir bereit zu opfern? Wie weit werden wir gehen? Und was wird es uns kosten?

    Das Szenario, das hier aufgezeigt wird, stürzt mich förmlich in eine Depression, könnte man sagen, denn es ist alles andere, als aus der Luft gegriffen!

    Also: Was müssen wir uns bewahren? Und was geschieht, wenn wir uns anmaßen perfekt sein zu wollen? Steht es uns überhaupt zu danach zu streben?

    Ich bin voller Fragen und Zweifel und auch Angst bzgl. der Zukunft der Menschheit. Mich rüttelt dieses Buch wirklich irgendwie geradezu auf. Ich habe es noch nie so konsequent zu Ende gedacht.....Ich muss sagen für mich keine leichte Unterhaltung, sondern schwere Kost, denn diese Geschichte fordert! Und das, ist auch gut so!

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Hätte er anders geweckt werden müssen oder war das eine Art Falle: sobald er aufwacht, wird er nicht mehr lange leben?

    Vielleicht ist es auch einfach nicht so gelaufen wie geplant: Schließlich stand die Anlage lange Zeit herum. Wenn ich einen Fernseher 500 Jahre stehen lasse und dann versuche, ihn einzuschalten, kann das schon einmal schief gehen ...


    Xeramel hat die Anderen gezielt in dieses Gebäude geführt, weil sie einen Kontakttreffpunkt übermittelt bekommen hatte, aber was sollte sie dort erwarten? Nur der schlafende Mann?

    Den Schläfer hat die Expedition selbst gefunden. Xeramel führt sie zu Idea.


    Ich könnte mir vorstellen, dass die SQUID interessant ist, weil sie im Rotraum geboren ist.

    Ja, das ist ein Alleinstellungsmerkmal der SQUID. Ein anderes ist ihr Sinn für und ihre Beherrschung von Gravitation.


    Dabei ergeht es mir so, dass es mir immer unheimlicher wird. Ich denke fast, der Autor beabsichtigt genau das.

    Das ist nicht so: Ich spiele nur gern mit solchen Gedanken und versuche, sie konsequent weiterzudenken - egal, wohin mich (und meine Leserschaft) das führt. Die Beurteilung, ob die Ergebnisse gut oder schlecht - oder besser: wünschenswert oder nicht - sind, überlasse ich gern jeder einzelnen Leserin und jedem einzelnen Leser.

    ... wer möchte schon verzichten auf ein Implantat, wenn alle um ihn herum sich optimieren? Oder Krankheiten überwinden können? Die physischen Qualen die uns durch Krankheiten und andere Leiden auferlegt werden?

    Nahezu keiner, nehme ich an - und das schließt mich selbst mit ein. ;)

  • Mich rüttelt dieses Buch wirklich irgendwie geradezu auf. Ich habe es noch nie so konsequent zu Ende gedacht.....Ich muss sagen für mich keine leichte Unterhaltung, sondern schwere Kost, denn diese Geschichte fordert! Und das, ist auch gut so!

    Damit wäre das wohl Hochliteratur ;)

    Ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und hast Du schön formuliert. Mir gehen bei dieser Lektüre auch eine Menge Fragen durch den Kopf und irgendwie habe ich gerade das Bedürfnis, genau in die andere Richtung zu gehen (ohne Smartphone, Computer etc. einfach dümmlich am See sitzen und einfach nur sein).

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Mich rüttelt dieses Buch wirklich irgendwie geradezu auf. Ich habe es noch nie so konsequent zu Ende gedacht.....Ich muss sagen für mich keine leichte Unterhaltung, sondern schwere Kost, denn diese Geschichte fordert! Und das, ist auch gut so!

    Damit wäre das wohl Hochliteratur ;)

    Ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und hast Du schön formuliert. Mir gehen bei dieser Lektüre auch eine Menge Fragen durch den Kopf und irgendwie habe ich gerade das Bedürfnis, genau in die andere Richtung zu gehen (ohne Smartphone, Computer etc. einfach dümmlich am See sitzen und einfach nur sein).

    Murkxsi, ja so in die Richtung gehen meine Gedanken auch. Da bewahre ich mir lieber das ursprüngliche.....ich glaube, wenn ich nochmal jung und kinderlos wäre, dann würde ich so ein Aussteigerleben mal führen wollen. Fernab von der modernen Gesellschaft, in der Natur leben, mit wenig klarkommen, aber dafür entschleunigt und Dingen nachgehen, die schon unsere Ahnen gemacht haben. Selbstversorger sein, Gemüse anbauen, vielleicht auch mal ein Tier jagen oder eine Falle stellen und nur das nehmen, was man wirklich braucht. Ohja! Da liest mein ein Sci-Fi Buch und hat das Gefühl wieder an den Ursprung und den Anfang der Menschheitsgeschichte zu gelangen. ;-)

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • @RobertCorvus du würdest wirklich etwas wollen? Die Individualität aufgeben, sich immer weiter perfektionieren mit Implantaten, die dann doch wieder überholt sind? Die deinen Körper für immer verändern, ihm gar Schaden dauerhaft zuführen? Also ich nicht.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Damit wäre das wohl Hochliteratur ;)

    Ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und hast Du schön formuliert. Mir gehen bei dieser Lektüre auch eine Menge Fragen durch den Kopf und irgendwie habe ich gerade das Bedürfnis, genau in die andere Richtung zu gehen (ohne Smartphone, Computer etc. einfach dümmlich am See sitzen und einfach nur sein).

    Murkxsi, ja so in die Richtung gehen meine Gedanken auch. Da bewahre ich mir lieber das ursprüngliche.....ich glaube, wenn ich nochmal jung und kinderlos wäre, dann würde ich so ein Aussteigerleben mal führen wollen. Fernab von der modernen Gesellschaft, in der Natur leben, mit wenig klarkommen, aber dafür entschleunigt und Dingen nachgehen, die schon unsere Ahnen gemacht haben. Selbstversorger sein, Gemüse anbauen, vielleicht auch mal ein Tier jagen oder eine Falle stellen und nur das nehmen, was man wirklich braucht. Ohja! Da liest mein ein Sci-Fi Buch und hat das Gefühl wieder an den Ursprung und den Anfang der Menschheitsgeschichte zu gelangen. ;-)

    Das geht auch ohne das Rad zurück zu drehen, ich spinne, stricke und webe in meiner Freizeit. Ausserdem hat jedes meiner Kinder einen großen Maurerkübel auf der Terasse um anzupflanzen was sie wollen. (dies Jahr Erdbeeren, Kartoffeln und Blumen) Und ich hab ebenfalls ein paar für Gemüse und ein Kräuterbeet, das fast unseren gesamten Kräuterbedarf deckt. Ich bin kein Aussteiger oder so, aber entschleunigen tut das auch, und wenn man mal weiss wieviel Zeit und Arbeit in ein Produkt von Anfang bis Ende geht, egal ob Zwiebel oder Socke, dann weiss man das plötzlich viel mehr zu würdigen. Ganz abgesehen davon das das sehr befriedigende Arbeiten sind, die schöne Ergebnisse haben (zumindest meistens ;))

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • @RobertCorvus du würdest wirklich etwas wollen? Die Individualität aufgeben, sich immer weiter perfektionieren mit Implantaten, die dann doch wieder überholt sind? Die deinen Körper für immer verändern, ihm gar Schaden dauerhaft zuführen?

    Ich sehe den Punkt "Individualität aufgeben" noch nicht - und mein Körper verändert sich ohnehin. Er verfällt beständig: Das nennen wir "Altern", und es setzt mit der Geburt ein ...

  • Eines der klassischen Themen der Science-Fiction ist der Erstkontakt mit einer fremden Kultur. In Das Imago-Projekt hatten wir das bereits mit der Sphäre. Jetzt kommt es noch einmal in anderem Gewande: Mit verlassenen Gebäuden, mit Botschaften - und mit einer Botschafterin, Idea. Wie gefällt Euch dieses Thema?

    Das finde ich super! Es ist in der Tat eine klassische Szenerie bis hin zu dem Schläfer, der aufwacht, einen kryptischen Hinweis gibt und dann wieder ausfällt. Ich vermute, dass es einen Langzeitplan gegen die Sphäre gibt. Und der Schläfer (oder gibt es vielleicht noch mehr?) soll nach einiger Zeit überprüfen, ob es geklappt hat, oder spätere Generationen von Menschen im Kampf gegen die Sphäre anleiten und/oder den Plan weiterführen.

    Den 3D-Druck fand ich ebenfalls eine tolle Idee. Was haben wir nun von Idea zu erwarten? Idea bedeutet "Urbild" oder "Ideal", wenn ich mich recht entsinne (was man alles so verschüttet im Kopf behält...). Ist sie also das "Urbild" vom "Abbild"? Ist sie gewissermaßen "die Sphäre"? Oder zumindest ein Teil davon?


    Amüsant fand ich die Stutenbissigkeit zwischen Kara und Aneste und der zweitweise genervte Zegato.

    Da zeigt sich doch, dass trotz Implantaten und Fokussierung auf Rechnerwelten, ganz "normale" und im klassischen Sinne menschliche Regungen vorhanden sind. :lachen:



    Iljow ist nun also der Taschenrechner unter den Playstation Pros.

    :lachen::lachen::lachen:


    Das Speicherbild eröffnet nocheinmal weitere Einblicke in die Gesellschaft der Sphäre. Diese wirkt auf mich auch ein wenig unheimlich. Sehr kühl und im Sinne des Wortes berechnend.

    Wer nicht optimal funktioniert wird ausgebremst - oder sogar stillgelegt?

    Und immer noch scheint es fleischliche Menschen zu geben, die sich fortschreitend hochladen lassen.

    Wenn es keine Menschen mehr gibt, dann muss man diese nicht mehr umsorgen und diesbezüglichken Kapazitäten werden frei. Warum sollte man dann diesen Prozess nicht beschleunigen? Das ist ja auch ein Szenario in Bezug auf eine KI, die irgendwann zu dem Schluss kommen könnte, dass die Menschen nicht mehr benötigt werden, weil sie selber alles viel besser hinbekommt. Und dann werden wir eben entsorgt.

    Und daher kann ich TippendeTastatur gut verstehen:

    Ich bin voller Fragen und Zweifel und auch Angst bzgl. der Zukunft der Menschheit. Mich rüttelt dieses Buch wirklich irgendwie geradezu auf. Ich habe es noch nie so konsequent zu Ende gedacht.....Ich muss sagen für mich keine leichte Unterhaltung, sondern schwere Kost, denn diese Geschichte fordert! Und das, ist auch gut so!

    Zusammen mit der immer wiederkehrenden Frage nach der Menschlichkeit ist das das Thema dieses Buches. Und die Keime für solche Entwicklungsszenarien sind bereits gelegt.

  • Idea als Produkt eines 3D-Druckers war beeindruckend. Aber was will sie von der Squid ? Gibt es da irgendeine Art von Rohstoff, den die Sphäre braucht? Eigentlich geht es hier doch nur um Speicherkapazität. Mit ist noch nicht klar, was sie SQUID bzw. der Rotraum damit zu tun haben sollen.


    Und vor wem wollte der Mann warnen, der erwacht ist. Welche Sie soll vernichtet sein? Ziemlich mysteriös.

    Ich könnte mir vorstellen, das die "Bewohner" der äußeren Sphäre diejenigen sind die dort rebellieren.

    Das könnte sein, denn die "Elite" der Bewohner lebt ja im inneren Bereich der Sphäre.

    Und dann kommt doch noch die romantische Ader des Autors zum Vorschein: Berglen rettet seine Angebetete Kara und schließt sie in seine Arme. <3 Und weil es so gut läuft, werden die beiden sicherlich kein Paar :teufel:

    Romantik bei Robert Corvus...ich weiss nicht so recht. Du wirst recht haben, die beiden werden sicher kein Paar.

  • Sehr kühl und im Sinne des Wortes berechnend.

    "Berechnend" ist wohl auf mehreren Ebenen das perfekte Wort dafür. :)

    Ein Vorteil, den man im Umgang mit berechnenden Leuten hat: Wenn man ihre Parameter kennt, sind sie ihrerseits berechenbar.


    Wer nicht optimal funktioniert wird ausgebremst - oder sogar stillgelegt?

    Das Perfide daran: Man kann sogar "optimal" in Bezug auf die eigenen Möglichkeiten operieren - entscheidend ist jedoch, die Funktion, die die Sphäre einem zugedacht hat, optimal (= besser als alle alternativen Kandidaten) zu erfüllen.


    Das ist ja auch ein Szenario in Bezug auf eine KI, die irgendwann zu dem Schluss kommen könnte, dass die Menschen nicht mehr benötigt werden, weil sie selber alles viel besser hinbekommt. Und dann werden wir eben entsorgt.

    Auch das ist ein typisches Science-Fiction-Szenario.

    Ich habe es vermieden. ;)


    Idea als Produkt eines 3D-Druckers war beeindruckend.

    Es gibt übrigens einen Grund für Ideas extrem kurvige Gestalt ...


    Romantik bei Robert Corvus...ich weiss nicht so recht. Du wirst recht haben, die beiden werden sicher kein Paar.

    :lachen:

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