07: Seite 283 - Seite 321 (Kap. 7 + Siebtes Speicherbild)

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 283 bis Seite 321 (Kapitel 7 + Siebtes Speicherbild) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Der Krieg - der große Vereinfacher ...

    Er macht die Fronten klar. Es gibt keine Tausend Farben mehr, es gibt nur noch Schwarz und Weiß, Wir oder Die, Dafür oder Dagegen.

    Wo steht Ihr inzwischen - bei den Befreiern oder bei den Kommissaren?

    Oder haltet Ihr es mit Kara Jeskon, die sich dieser Vereinfachung verweigert?

    Mit dem siebten Speicherbild beginnt eine gewagte Reise. In früheren Leseabschnitten haben wir darüber gesprochen, wie es wäre, ohne Körper zu leben. Schnallt Euch an, löst Euch von dem, was Ihr aus dem Kino kennt - es geht an die Grenzen des Vorstellbaren.

  • ok, ein rasantes Kapitel, mit so viel Inhalt das gar nicht alles "ausgespielt" wird, bzw werden kann. Ich finde den kühlen Kopf den Kara bewahrt sehr gut, auch wenn es ein bisschen so scheint als würde sie hier überproportional viel leisten.

    Ich bin jemand der immer für Vermittlung und Lösung steht, solange es dabei eine Aussicht auf Erfolg gibt. Die Frage ist ob ich diese Chance hier sehen würde. Und darauf kann ich keine endgültige Antwort geben. Ich weiss aber das ich Leben wo immer es geht schützen würde. Daher glaube ich nicht das ich eine Waffe abfeuern würde. Aber auch hier gilt, ich bin nicht in der Situation, und war auch nie in einer vergleichbaren, deshalb kann ich nur spekulieren. Am wahrscheinlichsten ist wohl das ich mich verschanzen würde bis alles vorbei ist und dann mein Sanitäterwissen raus kramen würde um zu helfen.denn in der Situation selbst könnt ich eh nicht viel ausrichten.

    Dadurch das das Schlachtende nicht vor unseren Augen statt findet fällt es mur auch noch etwas schwer die Klassifizierung der Auseinandersetzung zu schätzen.

    Der Ausbau des Zentralcomputers durch die Imagos macht mir, gelinde gesagt, Bauchschmerzen. Grade scheint alles in deren Hände bzw in die der Sphäre abzugleiten, ohne das es den meisten bewusst ist.

    Interessant finde ich das sich das Buch nicht auf ein offensichtliches Ende hin nähert sondern immer mehr Szenarien als mögliche Enden vor meinem geistigen Auge auftauchen. Sehr gelungen!

    Auch mein Verdacht Aquila betreffend scheint sich weiter zu bewahrheiten. Gut fand ich Ugron in der Trauerszene, denn der zeigt plötzlich wieder Unvollkommenheiten.

    Das Speicherbild ist sehr erschreckend, wenn auch nachvollziehbar. Ich habe das Gefühl das in diesen Optimierungen das menschliche ganz weg optimiert wird, und dies nicht durch die KI sondern "nur" durch den Konkurenzkampf mit quasi unendlichen Möglichkeiten. Ausserdem geht das Individuum verloren da es sich Ideen von anderen einsetzt um zur Perfektion zu kommen. Dies tun wir Menschen zwar auch, sonst würden wir in der Schule nicht griechische Philosophen und ähnliches durch nehmen, aber wir implementieren sie nicht 1 zu 1 sondern filtern sie quasi durch unser Leben und Erfahrungen, wir arbeiten mit ihnen, nicht durch sie. Das sehe ich als großen Unterschied.

    Ich bin gespannt wo die Reise hin geht, denn obwohl die meisten meiner Vermutungen eingetroffen sind ist das Ende noch offen.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich denke Kara ist diejenige, die mir als Leser am sympathischsten ist und der ich in der Situation auch am meisten zu traue. Sie versucht egal in welcher Situation zu vermitteln und eine friedliche Lösung anzustreben und hat es bisher vermieden, von ihren idealen abzuweichen, was mir sehr gut gefällt.

  • Grade scheint alles in deren Hände bzw in die der Sphäre abzugleiten, ohne das es den meisten bewusst ist.

    Die Frage ist ja auch, ob sie überhaupt wissen, wen oder was sie sich da an Bord holen ... :teufel:


    Ich habe das Gefühl das in diesen Optimierungen das menschliche ganz weg optimiert wird,

    Genau diese Einschätzung hat zum Bürgerkrieg gegen die ESOX geführt: Die anderen Schiffe waren der Meinung, dass "die Menschlichkeit" dadurch bedroht ist, dass die Menschen - wenn auch freiwillig - immer mehr zu Drohnen des Zentralcomputers werden.

    Für die SQUID liegt eine ähnliche Überlegung sicherlich auch nahe.


    Dies tun wir Menschen zwar auch, sonst würden wir in der Schule nicht griechische Philosophen und ähnliches durch nehmen, aber wir implementieren sie nicht 1 zu 1 sondern filtern sie quasi durch unser Leben und Erfahrungen, wir arbeiten mit ihnen, nicht durch sie. Das sehe ich als großen Unterschied.

    Das finde ich spannend! Magst Du noch ein wenig ausführen, worin genau Du den Unterschied siehst?


    Sie versucht egal in welcher Situation zu vermitteln und eine friedliche Lösung anzustreben und hat es bisher vermieden, von ihren idealen abzuweichen, was mir sehr gut gefällt.

    Die Einstellung einer Heldin. :)

    Aber kann diese Heldin auch eine Heldentat vollbringen - sprich: Denkt Ihr, sie kann Erfolg haben?

  • Dies tun wir Menschen zwar auch, sonst würden wir in der Schule nicht griechische Philosophen und ähnliches durch nehmen, aber wir implementieren sie nicht 1 zu 1 sondern filtern sie quasi durch unser Leben und Erfahrungen, wir arbeiten mit ihnen, nicht durch sie. Das sehe ich als großen Unterschied.

    Das finde ich spannend! Magst Du noch ein wenig ausführen, worin genau Du den Unterschied siehs?

    ich denke es ist eine Sache aus der Geschichte zu lernen, bzw von "großen Menschen" zu lernen. Eine Andere wäre es zB die Einstein Routine zu implementieren und von dort weiter zu machen. Dann würde ich quasi wie Einstein denken und nicht wie einer der sich mit Einstein beschäftigt hat.

    Einfacheres Beispiel, wenn zwei Leute hier den gleichen Text lesen, nehmen sie doch unterschiedliches daraus mit, wenn sie sich aber vorher entschieden gaben die gleiche Leseroutine zu implementieren, (ich seh das wie zwei Programme versus ein Programm die das gleiche tun) dann ist das Ergebnis auch gleich.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Das finde ich spannend! Magst Du noch ein wenig ausführen, worin genau Du den Unterschied siehs?

    ich denke es ist eine Sache aus der Geschichte zu lernen, bzw von "großen Menschen" zu lernen. Eine Andere wäre es zB die Einstein Routine zu implementieren und von dort weiter zu machen. Dann würde ich quasi wie Einstein denken und nicht wie einer der sich mit Einstein beschäftigt hat.

    Einfacheres Beispiel, wenn zwei Leute hier den gleichen Text lesen, nehmen sie doch unterschiedliches daraus mit, wenn sie sich aber vorher entschieden gaben die gleiche Leseroutine zu implementieren, (ich seh das wie zwei Programme versus ein Programm die das gleiche tun) dann ist das Ergebnis auch gleich.

    Fenlinka


    Ich finde die Überlegungen auch super interessant und stimme da auf jeden Fall zu. Ich denke jeden Menschen macht auch aus, was er in der Vergangenheit alles erlebt hat. Dies fällt allerdings teilweise auch weg, wenn man sich einfach alle möglichen Erinnerungen einpflanzen lässt.

  • Dann würde ich quasi wie Einstein denken und nicht wie einer der sich mit Einstein beschäftigt hat.

    Das stimmt, man übernimmt in diesem Fall das Wissen unmodifiziert und damit auch unreflektiert.

    Je nachdem, um was für ein Wissensgebiet es sich handelt, muss das nicht schlecht sein: Wenn es um Faktenwissen geht - alles was man wiegen, messen, zählen, ausrechnen kann -, braucht man keine individuelle Interpretation. Das ist dann so etwas wie ein auswendig gelerntes, stets abrufbares Fachbuch.

    Interessanter wird es, wenn die Interpretation mitgeliefert wird. Als ich in der Uni Vorlesungen in Stochastik und Statistik hatte, wurde schnell klar, dass es dort zwar auch um Zahlen geht, man aber ganz anders denken muss, als in der üblichen Mathematik. Seitdem bin ich auch der Überzeugung, dass es eine Art Waffenschein für die öffentliche Interpretation von Statistiken geben sollte. :lachen: Wenn ich neben den Formeln auch eine Art Anleitung dazu, wie man sie anwenden muss, in mein Hirn hätte laden können, hätte ich in der Prüfung sicher besser abgeschnitten.

    Am anderen Ende des Spektrums liegen sicher Beschreibungen von hochgradig interpretationsfähigen Sachverhalten. Lade ich mir ins Hirn: "Auf der ESOX sind Freiheitskämpfer aktiv", oder "Auf der ESOX verüben immer wieder Terroristen Anschläge"?

    Aber selbst da habe ich ja noch die Möglichkeit, selbst die Information zu hinterfragen, wenn ich sie erst einmal im Speicher habe - so, wie ich die Aussagen eines gelesenen Fachbuchs hinterfragen kann ...

  • Zitat

    Wenn ich neben den Formeln auch eine Art Anleitung dazu, wie man sie anwenden muss, in mein Hirn hätte laden können, hätte ich in der Prüfung sicher besser abgeschnitten.

    Wenn das ginge hätt ich das Studium nicht abgebrochen ;) (passenderweise Luft- und Raumfahrtechnik :totlach:)


    Ich hab noch ein schönes Beispiel zu eigenen Erfahrungen.

    Auf einem internationalen Erste Hilfe Wettbewerb mussten alle Gruppen die gleiche Aufgabe lösen. Sanitäter spulen eigentlich Algorithmen ab. Aber die erste Frage der Gruppe aus Israel war "War der Minensuchdienst schon durch?" Wärend wir gefragt haben "Ist der Rettungsdienst schon alarmiert?"

    Gleiche Situation, gleiche erwartete Handlung, völlig verschiedene Ansätze.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Aneste löst tatsächlich mit ihrer Aktion einen Krieg aus. Für mich hat sie hier total verloren. Das geht für mich gar nicht. Da ist auch nichts mehr mit Menschenverstand und intelligentem Handeln für die Sache zu erkennen. Da ist nur noch purer Hass. Ihre Aktion macht in meinen Augen auch gar keinen Sinn mehr. Was gewinnt sie denn da? Nichts.


    Sehr bedauerlich, dass ihr Bruder nicht eingreifen kann. Aber das hieße ja auch, dass er sich gegen seine Schwester wenden müsste und um sie aufzuhalten, wäre vermutlich nur der Tod das Ende der Rebellion.

    Wenn der Hauptcomputer der ESOX angegriffen wird, ist dann das Schiff überhaupt noch einsatzfähig? Oder übernimmt das Imago-Projekt dieses Schiff?

    Ugron scheint doch ein wenig einsam zu sein, dass er in Berglen einen Gesprächspartner oder sogar eine Art "Freund" sucht. Ob sich Rila so sehr verändert hat, dass Ugron unsicher geworden ist, was die Mutter wirklich will?

    Kara macht sich hier wirklich gut und versucht, die beste Lösung zu finden. Auch Zegato versucht Schadensbegrenzung zu leisten.

    Interessant fand ich, dass sogar Aneste so langsam erkennt, dass das Imago-Projekt eine fette Nummer ist und ein klein wenig zu groß für die Rebellen. Aber nun ist es zu spät. Einzig Xeramel scheint in der Lage zu sein, mit dem Imago-Projekt zu kommunizieren. Sie lebt auch richtig auf. Ihre Optimierung ist hier ein entscheidender Vorteil.

    Korol hat sich so optimiert, dass er nun perfekt ist. Jetzt gibt es ja wohl ältere Versionen von Korol. Verstehe ich das jetzt so, dass eventuell ein perfekter Korol in der Sphäre agiert und eine alte Version von ihm rebelliert? Also quasi gegen sich selbst?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Wo steht Ihr inzwischen - bei den Befreiern oder bei den Kommissaren?

    Oder haltet Ihr es mit Kara Jeskon, die sich dieser Vereinfachung verweigert?

    Ich bin da ganz bei Kara. Nicht alle Kommissare agieren für mich verantwortlich und respektvoll gegenüber allen Mitgliedern des Schwarms.

    Der Ausbau des Zentralcomputers durch die Imagos macht mir, gelinde gesagt, Bauchschmerzen. Grade scheint alles in deren Hände bzw in die der Sphäre abzugleiten, ohne das es den meisten bewusst ist.

    Das macht mir auch große Sorgen. Und tatsächlich scheinen die wenigsten zu wissen, was da im Hintergrund abläuft.

    Interessant finde ich das sich das Buch nicht auf ein offensichtliches Ende hin nähert sondern immer mehr Szenarien als mögliche Enden vor meinem geistigen Auge auftauchen. Sehr gelungen!

    Das gefällt mir ausgesprochen gut. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, in welche Richtung das Buch tendiert. Tatsächlich ist noch alles offen und möglich.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Okay, aktuell kann man bei aller Symphatie für das Rebellentum nicht für die Esox sein; durch die Öffnung der Schleusen für die Daten des Imago-Projekts ist die Menschheit ausgeliefert.


    Ich mag die kleinen Dinge am Rande sehr, die das Leben im All und hier das Duschen in der Schwerelosigkeit beschreiben. Und endlich hören wir auch mehr aus der Vergangenheit der Menschheit, zumindest grob. Da gibt es sicher noch eine Menge zu berichten. Was hat die Squid verleitet, den Siedlern zu helfen? Für sie sind es doch egentlich nicht mehr als Ameisen. Oder braucht sie die Bewohner im Organismus?


    Kara ist nun gezwungen, härter vorzugehen als es ihren Koesistenzialismus entspricht, macht sich aber gut in der Rolle. Okay, sie hat auch nicht groß eine andere Wahl.


    Mit dem siebten Speicherbild wird es sehr deutlich, was das Imago-Projekt sein könnte. Schön für Iljow, dass er doch noch Vaterfreuden hat, aber so war das sicher nicht gedacht. Und was ist mit Saundra?


    Zitat

    Wo steht Ihr inzwischen - bei den Befreiern oder bei den Kommissaren?

    Oder haltet Ihr es mit Kara Jeskon, die sich dieser Vereinfachung verweigert?

    Bei der Wahl bei Kara. Sie scheint ja das Gemeinwohl im Auge zu haben. In dem Zusammenhang fällt auf, dass es nicht so richtig eine einheitliche Regierung für alle Schiffe des Schwarms zu geben scheint, aktuell macht ja anscheinend jeder, was er gerade mag. Ob da in der Vergangenheit nicht mal jemand versucht hat, zu einer Art Oberbefehlshaber zu werden?

  • Auf einem internationalen Erste Hilfe Wettbewerb mussten alle Gruppen die gleiche Aufgabe lösen. Sanitäter spulen eigentlich Algorithmen ab. Aber die erste Frage der Gruppe aus Israel war "War der Minensuchdienst schon durch?" Wärend wir gefragt haben "Ist der Rettungsdienst schon alarmiert?"

    Ein sehr passendes Beispiel!


    Wennder Hauptcomputer der ESOX angegriffen wird, ist dann das Schiff überhaupt nocheinsatzfähig?

    Wenn er zerstört würde, sicher nicht. Wenn er "nur" beschädigt würde, könnten sicher Aufgaben in den unbeschädigten Bereich transferiert werden.


    Interessantfand ich, dass sogar Aneste so langsam erkennt, dass das Imago-Projekt einefette Nummer ist und ein klein wenig zu groß für die Rebellen. Aber nun ist eszu spät.

    Ja ... aber auch sie erkennt das volle Ausmaß noch nicht. :teufel:


    Korol hat sich so optimiert, dass er nun perfekt ist.

    Noch nicht ganz - einige Speicherbilder kommen noch. :)


    Für sie sind es doch egentlich nicht mehr als Ameisen.

    Ein schöner Vergleich - es gibt ja auch Menschen, die Ameisen in einem Terrarium halten, für ihr Wohlergehen sorgen und sich daran erfreuen, sie zu beobachten.


    Bei der Wahl bei Kara. Sie scheint ja das Gemeinwohl im Auge zu haben.

    Ich finde interessant (und auch ein wenig erfreulich), dass Kara so viel positiver wahrgenommen wird als in der Leserunde zu Feuer der Leere. :jakka:


    In dem Zusammenhang fällt auf, dass es nicht so richtig eine einheitliche Regierung für alle Schiffe des Schwarms zu geben scheint,

    Das stimmt. Das Vorbild ist da die UNO, die zwar sehr nützliche Dinge tut, aber letztlich machtlos ist, wenn die Mitgliedsstaaten nicht mitziehen. Das verbindende Gremium muss versuchen, durch Überzeugung zu wirken.

  • Zitat

    Das stimmt. Das Vorbild ist da die UNO, die zwar sehr nützliche Dinge tut, aber letztlich machtlos ist, wenn die Mitgliedsstaaten nicht mitziehen. Das verbindende Gremium muss versuchen, durch Überzeugung zu wirken.

    Ich war an die EU erinnert. Sehr viele Krisen gab es da noch nicht, aber unlängst haben wir gesehen, das einige bei Problemen einfach ihr Ding und sich entsolidarisieren, und andere sogar aussteigen wie UK.

  • Ich war an die EU erinnert. Sehr viele Krisen gab es da noch nicht, aber unlängst haben wir gesehen, das einige bei Problemen einfach ihr Ding und sich entsolidarisieren, und andere sogar aussteigen wie UK.

    Auch die EU ist ein gutes Beispiel. Auch da werden manche Fragestellungen schlicht nicht angegangen, weil man genau weiß, dass man sich nicht einigen wird. Da lässt man das Feld lieber unbeackert, bevor man sich darüber zerstreitet, welche Früchte man anbauen soll ...

    Aber die EU hat bestimmte Regeln für ihre Mitgliedsstaaten, zum Beispiel müssen alle Demokratien sein. Das ist in der UNO und im Schwarm lockerer - SQUID und MARLIN haben sehr unterschiedliche politische Systeme.

  • Auf einem internationalen Erste Hilfe Wettbewerb mussten alle Gruppen die gleiche Aufgabe lösen. Sanitäter spulen eigentlich Algorithmen ab. Aber die erste Frage der Gruppe aus Israel war "War der Minensuchdienst schon durch?" Wärend wir gefragt haben "Ist der Rettungsdienst schon alarmiert?"

    Ein sehr passendes Beispiel!

    Mich hat das damals sehr erschreckt (war selber erst 19 zu der Zeit) da es mir vor Augen geführt hat wie sicher wir doch hier leben, und um was wir uns alles KEINE Gedanken machen müssen. Und ich hatte schon einiges von der Welt gesehen zu der zeit. Daher ist es mir auch so im Gedächnis geblieben.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Zunächst einmal: es scheint neben den 2011er und 1463NGZer Cosmolodics noch eine dritte Inkarnation dieser Band zu geben. :banane:


    Speicherbild: Korol optimiert sich bzw. seinen Code. Das scheint auch so ein Ding zu sein, das das menschliche Dasein durchzieht. Die PARAYAs optimieren ihren Körper, indem sie Muskeln aufbauen (lassen). Auf der ESOX macht man dasselbe durch elektronische Komponenten. Sogar das System der MARLIN fördert die Selbstoptimierung, da man durch den Aufbau von Kompetenzen (geistige Optimierung) politische Macht oder zumindest Einfluss erwerben kann.

    Korol desindividualisiert sich, um perfekt zu werden. Und scheinbar tun das andere Imagos auch. Aber dann müssten doch alle Imagos irgendwann identisch sein?

    Der letzte Gedanke über die Perfektionierung der Menschheit über Elternschaft finde ich auch sehr interessant. In der Tat sollte man davon ausgehen, das Eltern alle positiven Erkenntnisse und Erfahrungen an ihre Kinder weitergeben. Allerdings ertappe ich mich immer wieder mal dabei, dass ich gegenüber meinen Kindern Verhaltensweisen an den Tag lege, die mir bei meinen Eltern schon nicht gefallen haben, die ich aber aus irgendwelchen Gründen übernommen habe und die ich aber scheinbar nicht ohne weiteres überschreiben kann. Es bedarf immer ein bisschen Arbeit.


    Oder haltet Ihr es mit Kara Jeskon, die sich dieser Vereinfachung verweigert?

    Ich finde interessant (und auch ein wenig erfreulich), dass Kara so viel positiver wahrgenommen wird als in der Leserunde zu Feuer der Leere. :jakka:

    Kara bekommt für mich in diesem Kapitel nochmal richtig Format. Sie vertritt klar und konsequent ihren Standpunkt und ihre Philosophie. Und ich meine auch einen gewissen Realismus bei ihr wahrzunehmen. Ich empfinde sie jedenfalls auch deshalb als sympathischer als in Feuer der Leer. Dort wirkte sie eher einer unrealistischen Idee verhaftet, da sich die Koexistenz mit den Giats sich so weit entfernt anfühlte. Ich überlege aber gerade, ob sie damals nicht häufig aus Starns Blickwinkel betrachtet wurde, der als Soldat natürlich ebenfalls durch seine Erfahrungen mit den Gegnern geprägt wurde.


    Mit den Befreiern kann ich es immer weniger halten. Sie riskieren mir ihrem Freiheitskampf nun das Überleben der gesamten Menschheit. Sie brechen eine Auseinandersetzung vom Zaun, um sich eine Ablenkung für die eigene Attacke auf der ESOX zu verschaffen. Und sie öffnen Tür und Tor für die Sphäre und ihre Programme.


    Die Frage ist ja auch, ob sie überhaupt wissen, wen oder was sie sich da an Bord holen ... :teufel:


    Ja ... aber auch sie erkennt das volle Ausmaß noch nicht. :teufel:

    :wegrenn:

    Mir wird Angst und Bang und es schauert mich.

    Was steht uns da noch bevor? Ich bin wirklich gespannt, wie das alles aufgelöst wird!

    Anfangs konnte man noch ein bisschen mehr vorausahnen, aber jetzt haben wir einen fetten Knoten vor uns und wissen nicht wie es weitergeht. Da bin ich ganz bei Fenlinka : Ich freu mich drauf!


    Auch Aneste macht mir ein wenig Grusel. Da kam jetzt eine neue Facette hinzu.
    Sie ist erst einmal froh, dass Zegato in Sicherheit ist. Und kurz darauf wird klar warum: gleich geht draußen das Feuerwerk los!

    Ihr ist vollkommen klar, dass das alles schief gehen kann (incl. Vernichtung der ESOX) und dann nichts gewonnen ist. Sie nimmt hunderte und tausende Opfer auf den anderen Schiffen in Kauf, um ihr Ziel zu erreichen.

    Und eigentlich wächst ihr die Sphäre schon über den Kopf, was sie aber verdrängt.

    Ich glaube, dass Aneste verrückt ist. Das ist nicht mehr nur Fanatismus, da ist mehr aus dem Ruder gelaufen.

    Zegato scheint aber noch Einfluss auf sie zu haben. Und er wirkt zum ersten mal als Mittler zwischen Aneste und Kara, wie es in der Runde schon mehrfach erwartet wurde. Dieses Dreieck scheint sich zu manifestieren.

    Immerhin wissen wir nun, wie sich Aneste wahre Freiheit vorstellt: Geist ganz ohne Materie. Vielleicht kann sie auf diesem Wege Erlösung finden?

  • Auf einem internationalen Erste Hilfe Wettbewerb mussten alle Gruppen die gleiche Aufgabe lösen. Sanitäter spulen eigentlich Algorithmen ab. Aber die erste Frage der Gruppe aus Israel war "War der Minensuchdienst schon durch?" Wärend wir gefragt haben "Ist der Rettungsdienst schon alarmiert?"

    Gleiche Situation, gleiche erwartete Handlung, völlig verschiedene Ansätze.

    Das ist echt interessant. Schöne Erfahrung, die zeigt, wie stark einen die Umwelt prägt.

  • Aber dann müssten doch alle Imagos irgendwann identisch sein?

    Die Sphäre muss viele Funktionen erfüllen, um zu existieren. Die Struktur muss erhalten, aus- und umgebaut werden. Die Energie aus dem Stern muss aufgefangen, nutzbar gemacht, zwischengespeichert, weitergeleitet werden. Speichereinheiten müssen an die Programme zugewiesen, allgemein die Betriebssystem-Funktionen ausgeführt werden. Und noch ein paar Sachen, die in den bisherigen Leseabschnitten noch nicht beleuchtet wurden.

    Genauso wenig, wie es den einen supergenialen Menschen gibt, der der beste Baggerfahrer und zugleich der beste Mathematiker und zugleich der beste Kaffeepflücker aller Zeiten ist, gibt es das eine Programm, dessen Algorithmen alle diese Spezialaufgaben optimal lösen kann. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, in verschiedene Richtungen zu optimieren und verschiedene Imagos zu haben. Dennoch gibt es auch eine Konvergenz: Wenn man den idealen Solarpanel-Ausrichter gefunden hat, braucht man keines der anderen Programme mehr, die ausschließlich Solarpanele einstellen können.

    Ein zweiter Aspekt ist die fortlaufende Optimierung. Offenbar ist die Sphäre darauf programmiert, über eine Art Mutationsverfahren Neues auszuprobieren und gibt daher abweichenden Konzepten/Programmen die Chance, sich zu optimieren und dadurch vielleicht irgendwann besser zu werden als die bestehenden. Auch das sorgt für Diversität.

    Dieser Gedanke geht auf mein Wirtschaftsinformatikstudium zurück, als wir etwas über Expertensysteme gelernt haben. Das untersuchte Beispiel waren Programme, die nach Erdölvorkommen suchen. Dabei folgen sie geologischen Daten, um irgendwann eine Stelle zu finden, an der eine Probebohrung lohnt. Das ist eigentlich ein kontinuierlicher Prozess: In welcher Richtung ändern sich die Gesteinszusammensetzungen dergestalt, dass sich die Wahrscheinlichkeit für Erdöl erhöht? Aber ab und zu machen diese Programme einen Sprung und suchen an einer völlig anderen, weit entfernten Stelle - damit man nicht in einem "lokalen Maximum" hängen bleibt.


    Ich überlege aber gerade, ob sie damals nicht häufig aus Starns Blickwinkel betrachtet wurde,

    Ja, das ist sehr wahrscheinlich. ;)


    Mir wird Angst und Bang und es schauert mich.

    :lachen:


    Ich glaube, dass Aneste verrückt ist.

    Das würde ich nicht von der Hand weisen, aber da stellt sich die Frage: Was hat sie in den Wahnsinn getrieben? An ihrer Mutter kann man die traumatischen Auswirkungen der Trennung vom Zentralcomputer beobachten. Vielleicht ist auch Aneste traumatisiert, aber der Vorgang wirkt in ihr nur schleichend?

  • Zitat

    Allerdings ertappe ich mich immer wieder mal dabei, dass ich gegenüber meinen Kindern Verhaltensweisen an den Tag lege, die mir bei meinen Eltern schon nicht gefallen haben, die ich aber aus irgendwelchen Gründen übernommen habe und die ich aber scheinbar nicht ohne weiteres überschreiben kann. Es bedarf immer ein bisschen Arbeit.

    Oh ja, das kenne ich auch, vor allem wenn mal die Nerven blank liegen oder man rein instinktiv reagiert.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

Anstehende Termine

  1. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 29. Juli 2018

    Caren

  3. Freitag, 27. Juli 2018, 21:43 - Sonntag, 12. August 2018, 22:43

    JanaBabsi

  4. Freitag, 27. Juli 2018, 21:43 - Sonntag, 12. August 2018, 22:43

    odenwaldcollies