07: Seite 283 - Seite 321 (Kap. 7 + Siebtes Speicherbild)

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  • So, die Programme des Imago-Projekts agieren nun innerhalb des Schwarms - danke Aneste. Ab und an kommen ihr zwar kurze Zweifel, aber die schiebt sie schnell beiseite, um ja nicht ihren Kampf aus den Augen zu verlieren.


    Und das, was sich die Imago-Programme ausgedacht haben, ist ziemlich ausgeklügelt, indem die MARLIN verleitet werden soll, auf bestimmte Bereiche der Sphäre zu schießen. Aber Kara durchschaut dieses Manöver, ich bin gespannt, ob ihre Worte "gehört" werden. Den Weg, den sich Kara für die ESOX vorgestellt hatte, nämlich, dass sich das Schiff beim Schwarm durch die Kommunikation mit der Sphäre Respekt verschaffen könnte, hätte mir deutlich besser gefallen, als der Weg, den Aneste einschlägt. Und von dem es nun kein Zurück mehr gibt, denn nun wissen die Kommissare, dass zumindest Aneste und Zegato hinter den Rebellen stehen.


    Ich war ein wenig enttäuscht, dass sich Zegato von seiner Schweste mitreißen lässt, ich glaube, hier habe ich einfach zu viel von ihm erwartet. Da hat Aneste ihn überrumpelt und er musste sich sehr schnell entscheiden, ob er sich offen gegen seine Schwester stellt oder wenigstens einen Teil des Weges mit ihr geht, um vielleicht die Chance zu haben, sie zu beschützen, auch vor sich selbst.

    Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, denke ich aber, dass sein Leben verwirkt ist, außer die Rebellen würden umfassend siegen und die Flucht gelingen, evtl. in das Innere der Sphäre.


    Immerhin setzt er sich bei Kara dafür ein, dass sie ihnen hilft, um Aneste zu bremsen und damit eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Dabei muss ihm klar sein, dass er bei Kara evtl. schlechte Karten hat, nachdem sie sich ausgenutzt vorkommt. Aber sie stellt alles Persönliche nach hinten und bleibt rational und vernünftig, und hält dabei weiterhin an ihren friedlichen Idealen fest - das macht sie wirklich toll. Toll ist auch ihre Ansprache an die anderen Kommissare, dass sie sich nicht einfacher ihrer Verantwortung als Diplomaten entziehen können, wenn es eng wird. Ich muss sagen, Kara gefällt mir in diesem Buch richtig gut, sie erscheint mir deutlich reifer als im ersten Band.

    Ich hoffe jetzt nur, dass auch der restliche Schwarm sich auf Karas Linie einlässt und keiner etwas Unüberlegtes tut, um die ESOX gewaltsam zu übernehmen.


    Berglen kommen Zweifel, was Kitagas Tod angeht, genauso wie uns. Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm, das Arquila von Ugron empfohlen worden war, das könnte schon für separate Befehle sprechen. Überrascht hat mich, als Ugron so offen mit Berglen spricht, dass er ihn als Vertrauten und Berater braucht. Das fand ich überaus menschlich, auch wenn man überlegen kann, ob er den Berater genau deswegen benötigt, weil er sich nicht mehr als Mensch fühlt und daher bezüglich seiner Entscheidungen, die die Menschen der SQUID betreffen, zunehmend unsicher wird. Oder aber er belügt Berglen, um ihn in Sicherheit zu wiegen, was ich aber nicht hoffen möchte.


    Sehr interessant fand ich die Zusammenfassung über die Historie des Schwarms, auch über das Auftauchen der SQUID, die seinerzeit die Siedler gerettet hat und sich dann dem Schwarm angeschlossen hat. Warum hat sie das damals getan? Darüber hatten wir ja schon im ersten Band spekuliert, ob sie es vielleicht satt hatte, alleine unterwegs zu sein?


    Nun bin ich gespannt, ob Kara & Co. die Einladung durch das Imago-Projekt folgen werden. Und was ist mit den Fähren, die innerhalb der Sphäre geblieben sind? War es nicht Ugron, der meinte, dass die Fähren zwar nicht abgeschossen, aber mit dem Material der Schalen verwachsen sind? Das hört sich irgenwie unappetitlich an und ich hoffe, dass das kein irreversibler Zustand ist.


    Im siebten Speicherbild habe ich den Eindruck, dass Iljow immer mehr von seiner Persönlichkeit opfert, um mehr Speicherplatz zu erlangen. Ist das denn noch menschlich? Das führt uns wieder zu Murkxsis berechtigter Frage, die ich dahingehend erweitern würde, ob neben Körperlichkeit nicht auch die Persönnlichkeit Teil des Menschseins ist. Wenn ich nur noch aus Bit und Byte bestehe, ist das für mich nicht mehr menschlich. Aber das hat Iljow bereits hinter sich gebracht, als er sich hat komplett auslesen lassen.


    Die Szene, in der Aneste sich fragt, ob wirkliche Freiheit möglich wäre (Geist ohne Materie), entspricht eigentlich dem Dasein von Iljow. Wobei die dauernde Konkurrenz um Speicherplatz in meinen Augen die Freiheit auch wieder sehr stark einschränkt.

  • Wo steht Ihr inzwischen - bei den Befreiern oder bei den Kommissaren?

    Oder haltet Ihr es mit Kara Jeskon, die sich dieser Vereinfachung verweigert?

    Ganz klar bei Kara - ob sie Erfolg haben wird, wird sich erst noch zeigen müssen, aber sie hat den Mut, einen anderen Weg wie in den letzten Jahren zu beschreiten.

    Ich finde den kühlen Kopf den Kara bewahrt sehr gut, auch wenn es ein bisschen so scheint als würde sie hier überproportional viel leisten.

    Teilweise ist es ja so, dass Menschen in Stresssituationen über sich hinauswachsen, ich könnte mir vorstellen, dass das bei Kara gerade auch der Fall ist.

    Grade scheint alles in deren Hände bzw in die der Sphäre abzugleiten, ohne das es den meisten bewusst ist.

    Ja, das macht mir auch Sorgen.

    Als ich in der Uni Vorlesungen in Stochastik und Statistik hatte, wurde schnell klar, dass es dort zwar auch um Zahlen geht, man aber ganz anders denken muss, als in der üblichen Mathematik. Seitdem bin ich auch der Überzeugung, dass es eine Art Waffenschein für die öffentliche Interpretation von Statistiken geben sollte. :lachen: Wenn ich neben den Formeln auch eine Art Anleitung dazu, wie man sie anwenden muss, in mein Hirn hätte laden können, hätte ich in der Prüfung sicher besser abgeschnitten

    Seltsamerweise hatte ich bei der Prüfung eine sehr gute Note, obwohl ich das Fach eigentlich nicht kapiert habe :totlach::totlach:

  • Den Weg, den sich Kara für die ESOX vorgestellt hatte, nämlich, dass sich das Schiff beim Schwarm durch die Kommunikation mit der Sphäre Respekt verschaffen könnte, hätte mir deutlich besser gefallen, als der Weg, den Aneste einschlägt.

    Tja, es sind die Mitspieler, die das Spiel so kompliziert machen. :lachen: Die verderben einem jeden Plan, weil sie eigene Pläne verfolgen ...


    Aber sie stellt alles Persönliche nach hinten und bleibt rational und vernünftig, und hält dabei weiterhin an ihren friedlichen Idealen fest - das macht sie wirklich toll.

    Auch hier könnte man wieder darüber diskutieren, ob Emotionalität eine positive Qualität ist. Hätte Kara an dieser Stelle ihren (verständlichen) Emotionen nachgegeben, hätte sie dafür ihre Ideale aufgeben müssen.


    Das fand ich überaus menschlich, auch wenn man überlegen kann, ob er den Berater genau deswegen benötigt, weil er sich nicht mehr als Mensch fühlt und daher bezüglich seiner Entscheidungen, die die Menschen der SQUID betreffen, zunehmend unsicher wird.

    Faszinierend, oder? Dieselbe Handlung kann ein Beleg für Menschlichkeit sein - oder für das Gegenteil ...


    War es nicht Ugron, der meinte, dass die Fähren zwar nicht abgeschossen, aber mit dem Material der Schalen verwachsen sind?

    Wenn Ihr Euch an das Speicherbild erinnert, in dem der Planet weggebaggert wurde, um daraus die Sphäre zu bauen ... Die Technologie ist dort so weit, jedes beliebige Atom in ein beliebiges anderes umzuwandeln. Die Sphäre kann Materie jeder Form verwerten ... Auch Fähren ...


    Wenn ich nur noch aus Bit und Byte bestehe, ist das für mich nicht mehr menschlich.

    Die Frage ist, worin sich Informationen, die in Bit und Byte codiert sind, von unseren Gedanken unterscheiden - letztlich sind auch diese auf Spannungswechsel zwischen den Synapsen in unserem Hirn zurückzuführen. Wenn man sagt: "Ich definiere mich über meine Gedanken" - dann kondensiert in Iljow das Wesentliche des Menschseins.

  • Ich glaube, dass Aneste verrückt ist. Das ist nicht mehr nur Fanatismus, da ist mehr aus dem Ruder gelaufen.

    Verrückt könnte man das auch bezeichnen. Vielleicht hat sie bei der Befreiung tatsächlich mehr Schaden bekommen als ersichtlich war.

    Ich war ein wenig enttäuscht, dass sich Zegato von seiner Schweste mitreißen lässt, ich glaube, hier habe ich einfach zu viel von ihm erwartet.

    Ehrlich gesagt hatte ich auch ganz leise gehofft, dass er sich gegen sie wendet. Aber es ist auch verständlich, dass er es nicht tut. Ist ja immerhin seine Schwester, ganz gleich, wie bekloppt die nunmal ist. Blöd nur, dass es viele Menschenleben kostet.

    Das führt uns wieder zu Murkxsis berechtigter Frage, die ich dahingehend erweitern würde, ob neben Körperlichkeit nicht auch die Persönnlichkeit Teil des Menschseins ist.

    Stimmt, Persönlichkeit ist sicherlich auch ein Aspekt, allerdings findet man Persönlichkeit auch bei Tieren, was demnach also nicht typisch Mensch ist.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Wenn Ihr Euch an das Speicherbild erinnert, in dem der Planet weggebaggert wurde, um daraus die Sphäre zu bauen ... Die Technologie ist dort so weit, jedes beliebige Atom in ein beliebiges anderes umzuwandeln. Die Sphäre kann Materie jeder Form verwerten ... Auch Fähren ...

    Jesses, dann sehe ich für die Fähren aber schwarz.

    Die Frage ist, worin sich Informationen, die in Bit und Byte codiert sind, von unseren Gedanken unterscheiden - letztlich sind auch diese auf Spannungswechsel zwischen den Synapsen in unserem Hirn zurückzuführen. Wenn man sagt: "Ich definiere mich über meine Gedanken" - dann kondensiert in Iljow das Wesentliche des Menschseins.

    Aber sind nicht bestimmte Gedanken auch von der Persönlichkeit geprägt, wie eigene Meinungen usw. Wenn ich mir aber meine Persönlichkeit abknipse, könnte ich mir vorstellen, dass die GEdanken auch eine andere werden könnten oder ebenfalls "gelöscht" werden.


    Mich erinnert das an jemand, der im Radio mal von seinem Unfall erzählte, der bei ihm eine komplette Amnesie verursacht hat. Ansonsten sind keine Schäden davon zurückgeblieben. Vor dem Unfall war er ein begeisterter Fußballanhänger, danach interessierte ihn Fußball so gut wie gar nicht. Dabei hatte er die gleichen Freunde, Familie usw. um sich. Aber aus irgendeinem Grund war Fußball für ihn danach nicht mehr interessant. Gut, dass ist jetzt eher eine Löschung sämtlicher Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt, aber der Charakter, seine Einstellungen, sein biologischer Aufbau sind doch auch Daten und wenn man die, wie Iljow stellenweise abknipst, dann könnte ich mir vorstellen, dass andere Gedanken usw. "errechnet" werden. Mit biologischem Aufbau meine ich z.B. gesundheitliche Einschränkungen, die einen veranlassen, das oder jenes zu tun bzw. zu unterlassen. Wenn diese Einschränkung wegfällt (was bei einem Auslesen der Daten der Fall sein sollte), dann habe ich zwar mehr Zeit für andere Rechenoperationen, aber sehe vielleicht auch bestimmte Sachen anders, ich ändere mich also.


    O.k., das hinkt vielleicht alles, denn auch wenn ein Modify auf die Datensätze (Gedanken usw.) durchgeführt wird, sind sie immer noch da, halt anders.

  • Das würde ich nicht von der Hand weisen, aber da stellt sich die Frage: Was hat sie in den Wahnsinn getrieben? An ihrer Mutter kann man die traumatischen Auswirkungen der Trennung vom Zentralcomputer beobachten. Vielleicht ist auch Aneste traumatisiert, aber der Vorgang wirkt in ihr nur schleichend?

    Traumatisiert sicher, das waren ja viele ESOXer nach dem Bürgerkrieg. Ich denke aber eher, dass sie sich immer mehr in ihren Kampf hineinsteigert. Sie hat etwas verloren, das eine Leere in ihr hinterlässt. Und diese Leere versucht sie mit ihrem Kampf zu füllen. Aber damit das fortlaufend funktioniert, muss sie immer einen Schritt weiter gehen und möglicherweise verdrängt sie ihre Zweifel daher so schnell, weil sie befürchtet, das sie Erfüllende und Ausfüllende wieder zu verlieren. Mehr wie eine Süchtige.


    Genauso wenig, wie es den einen supergenialen Menschen gibt, der der beste Baggerfahrer und zugleich der beste Mathematiker und zugleich der beste Kaffeepflücker aller Zeiten ist

    Das hast du natürlich Recht.

    Theoretisch betrachtet: mit ausreichend viel Zeit könnte man aber doch nahezu Perfektion erreichen.

    Aber die Frage ist dann in der Tat, ob es notwendig ist, dass alle überall perfekt sind.

    Was aber andererseits wieder eine hervorragende Redundanz ergäbe. Wenn einer ausfällt, kann er beliebig ersetzt werden.

    Ich bin noch nicht entschieden. ;-)


    Ich muss sagen, Kara gefällt mir in diesem Buch richtig gut, sie erscheint mir deutlich reifer als im ersten Band.

    Es gibt da am Ende von Feuer der Leere diese Szene, in der Kara, Rila und Admiralin Egron mit Starn auf Cochada sprechen. Da wird schon angedeutet, dass die Ereignisse auf Cochade Kara haben reifen lassen.

    "Alles was sie an unwirklicher Schönheit verloren hatte, hatte sie an Reife gewonnen, wie ein Blick in ihre blauen Augen offenbarte." Ein toller Satz!

    Das wird nun konsequent weitergeführt. Eine gute Charakterentwicklung.

  • Xeramel hat ihre Kompetenzen überschritten und dem Imago-Projekt Zugriff auf Informationen zum Schwarm ermöglicht. Mal schauen, was sich daraus noch so entwickelt. Xeramel hat eine Aufgabe und wirkt wie wiederbelebt.


    Aneste ist furchtbar. Ich könnte mir vorstellen, dass sie so von ihrem Ziel eingenommen ist, dass sie sogar gegen ihren Bruder vorgehen würde, wenn sie merkt, dass er nicht ganz und gar auf ihrer Seite steht.


    Das Dreieck Aneste, Kara, Zegato finde ich spannend. Zegato steht zwischen zwei Frauen, wobei er bei Kara so gut wie verloren hat. Sie fühlt sich von ihm für die Zwecke der Rebellen benutzt. Zegato wird ihr Vertrauen nicht so leicht zurückerlangen können.


    Kara übernimmt Verantwortung und bringt die Kommissare auf Spur. Das hat sie wirklich gut gemacht. Ich frage mich, was Aneste nun mit den Kommisssaren noch so vorhat.


    Das Imago-Projekt spricht eine Einladung aus, das verspricht interessant zu werden. Gilt diese Einladung nur für Xeramel oder für eine Delegation?


    Auf der SQUID wird Kitara beigesetzt und Ugron sucht in Berglen einen Berater. Was erhofft sich Ugron von Berglen, was Rila ihm nicht geben kann und was hat er vor?


    Iljow hat seine physische Erscheinung aufgegeben und existiert nur noch im Netzwerk. Das war klar. Was ist mit den anderen Menschen, geben alle über kurz oder lang ihren Körper auf, altern einige noch auf die klassische Art und Weise und hat das einen Parallel-Gesellschaft zur Folge? ich bin gespannt.

  • Grade scheint alles in deren Hände bzw in die der Sphäre abzugleiten, ohne das es den meisten bewusst ist.

    Die Frage ist ja auch, ob sie überhaupt wissen, wen oder was sie sich da an Bord holen ..

    Mir wird Angst und Bang und es schauert mich.

    Tja welche Pläne hat die Sphäre wohl, das ist wirklich gerade extrem spannend.

    Jetzt gibt es ja wohl ältereVersionen von Korol. Verstehe ich das jetzt so, dass eventuell ein perfekterKorol in der Sphäre agiert und eine alte Version von ihm rebelliert? Also quasigegen sich selbst?

    Das würde ich auch gerne wissen. Existiert nur die aktuelleste Update-Version oder liegen alte Versionen noch in irgendeiner Art von Speicher?


    Was hat die Squid verleitet, den Siedlern zu helfen? Für sie sind es doch egentlich nicht mehr als Ameisen. Oder braucht sie die Bewohner im Organismus?

    Entweder dienen die Bewohner als Entertainment, da die SQUID sich einsam fühlte oder sie benötigt vielleicht die Körper nach dem Ableben zum verwerten? Sie verändert ja einige der Bewohner, als Fortpflanzung würde ich das zwar nicht bezeichnen aber möglicherweise etwas Ähnliches. Hoffentlich erfahren wir zu den Beweggründen der SQUID noch Näheres.

  • Theoretisch betrachtet: mit ausreichend viel Zeit könnte man aber doch nahezu Perfektion erreichen.

    Eine zunehmende Komplexität ("Alleskönner") geht mit einem höheren Bedarf an Speicher und Prozessorzeit einher. Das ist eine Grund-Crux in der Informatik. "Programm-Monster" wie Microsoft Excel sind ein Beispiel dafür: Kaum ein Benutzer wird mehr als 2% des Programmcodes jemals nutzen - aber es sind nicht für jeden Nutzer dieselben 2%. Tragisch ist eher, dass es vielleicht 10% oder noch mehr Programmcode gibt, die überhaupt niemand mehr nutzt. Die könnten also weg, das würde das Programm verschlanken und beschleunigen. Aber die Entwickler können nicht wissen, welche 10% das sind ...

    "Perfektion" kann für die Sphäre auch bedeuten, sehr viele Spezialprogramme zu haben. Manche davon liegen vielleicht meist im Speicher und werden nur bei Bedarf hochgefahren - zum Beispiel, um mit einer Sonnenreuption fertig zu werden. Oder für die Kommunikation mit "Störern" wie dem Schwarm, die alle paar Hundert Jahre mal vorbeikommen.

    Ein weiteres Argument für Diversität ist die Anfälligkeit gegen Computerviren: Wie bei biologischen Viren sind auch in der Informatik Monokulturen besonders anfällig. Die meisten Computerviren, die weltweit grassieren, greifen das Betriebssystem Microsoft Windows (in irgendeiner Inkarnation) an. Vielleicht ist mal einer davon so erfolgreich, dass es wirklich zum weltweiten Windows-Crash kommt (sehr unwahrscheinlich, aber mal theoretisch überlegt). Dann sind wir alle froh, dass es auch noch Rechner gibt, die auf Linux oder mit dem Apple-Betriebssystem laufen.


    Das Dreieck Aneste, Kara, Zegato finde ich spannend. Zegato steht zwischen zwei Frauen, wobei er bei Kara so gut wie verloren hat.

    Was denkt Ihr, für wen sich Zegato entscheiden würde, wenn es wirklich hart auf hart käme?


    Was erhofft sich Ugron von Berglen, was Rila ihm nicht geben kann und was hat er vor?

    Vielleicht Kontakt zu "echten Menschen" - Rila entfernt sich ja ebenfalls zunehmend von ihrer eigenen Menschlichkeit?


    Existiert nur die aktuelleste Update-Version oder liegen alte Versionen noch in irgendeiner Art von Speicher?

    Das wird noch thematisiert. ;)

  • Aber sind nicht bestimmte Gedanken auch von der Persönlichkeit geprägt, wie eigene Meinungen usw. Wenn ich mir aber meine Persönlichkeit abknipse, könnte ich mir vorstellen, dass die GEdanken auch eine andere werden könnten oder ebenfalls "gelöscht" werden.

    Das gehört sicherlich auch dazu. Ich stelle gerade fest, das es wohl keine einfache Antwort darauf gibt, was Mensch sein bedeutet.

    Es gibt da am Ende von Feuer der Leere diese Szene, in der Kara, Rila und Admiralin Egron mit Starn auf Cochada sprechen. Da wird schon angedeutet, dass die Ereignisse auf Cochade Kara haben reifen lassen.

    Die ist mir entfallen, aber tatsächlich sehr schön beschrieben. Danke für die Erinnerung.

    Was denkt Ihr, für wen sich Zegato entscheiden würde, wenn es wirklich hart auf hart käme?

    Ich hoffe für Kara, befürchte aber Aneste. Blut ist eben dicker als Wasser.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ein wirklich rasanter Abschnitt mit viel Input, den ich erst einmal begreifen musste.

    Der Verlierer schlechthin ist ja wohl Zegato. Allerdings hat mich seine Loyalität Aneste gegenüber nicht mehr überrascht, dennoch etwas enttäuscht. Da ging es mir wohl wie Kara. Was ein Waschlappen. So Leute kann ich gar nicht ab. Klar, er versucht ja irgendwie Kara noch einen Ball zuzuspielen, aber das rettet seine Ehre in meinen Augen nun auch nicht mehr. Ist ja wohl das Minimum. <X

    Die ziemlich aussichtslose Lage der Kommissare, als sie eingesperrt waren, war wirklich beklemmend. Erst echt, als Tervoil natürlich auf Ehre und Pflicht pocht usw. Hier fand ich es wirklich gut, wie Kara die Lage entschärft hat. Einerseits! Andererseits war es natürlich auch nicht wirklich klug, sich den Rebellen zum Fraß vorzuwerfen sozusagen. Hier kann man sich im Prinzip endlos winden. Wer handelt richtig Tervoil oder Kara? Gibt es überhaupt ein "richtig" in dieser Situation? Es kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das Ganze betrachtet.


    Aneste zieht ihr Ding durch und sich ihrer Sache bzgl Zegato auch absolut sicher. Aneste hat diesen grenzenlosen Ehrgeiz gepaart mit diesem endlosen Frust über das, was ihr durch die Lappen gegangen ist, dadurch, dass der Drilling gestorben ist. Das facht ihre Wut und ihren Hass an, da sie immer nur um sich selbst kreist, sie will jetzt endlich mehr und da ist ihr jedes Mittel recht. Solche Menschen sind brandgefährlich und niemals zu unterschätzen!


    Also das Speicherbild jagt mir auch diesmal einen Schauer über den Rücken. Diese Vorstellung, dass die Menschheit wirklich auf diese blinde Perfektion zusteuert, dem alles unterordnet und opfert, was ihn eigentlich ursprünglich ausgemacht hat.

    Und nein Vaterschaft oder Elternschaft darf nicht als Versuch gesehen werden, die KInder zu perfektionieren und dorthin zu manövrieren, wo man es selbst nicht hingeschafft hat. Und selbst in dieser Perfektionierung trauert er noch (Die unerfüllte SEhnsucht schmerzte) es ist nie genug. So sind wir Menschen, immer weiter, schneller, besser, perfekter....wo soll uns das hinführen? Eben in so eine Welt, wie in dieser Geschichte. Diese Zukunft wäre keine OPtion für mich. :argh: Dinge die uns Menschen eigentlich und ursprünglich mal ausgemacht haben, würden gänzlich verschwinden. Wir opfern uns im Glauben und in der Hoffnung an Unsterblichkeit und Perfektion. Unsere Körper hinter uns zu lassen und anderen Bewusstseinsebenen entgegenzugehen. Grenzen sprengen und überschreiten....und was kommt dann? Wann maßen wir uns dann an gottgleich zu sein? Was ist und bleibt, wenn wir uns selbst als das Höchste sehen und kreieren. Wenn keine Instanz mehr da ist, nichts, was uns demütig sein lässt sondern nur wir selbst, perfekt, unfehlbar.

    All diese Vorstellungen finde ich sehr beängstigend. Jeder von uns könnte wie Aneste werden.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Es gibt da am Ende von Feuer der Leere diese Szene, in der Kara, Rila und Admiralin Egron mit Starn auf Cochada sprechen. Da wird schon angedeutet, dass die Ereignisse auf Cochade Kara haben reifen lassen.


    "Alles was sie an unwirklicher Schönheit verloren hatte, hatte sie an Reife gewonnen, wie ein Blick in ihre blauen Augen offenbarte." Ein toller Satz!

    Das wird nun konsequent weitergeführt. Eine gute Charakterentwicklung.

    Stimmt, an die Szene hatte ich auch nicht mehr gedacht, dabei war sie so schön. Danke fürs Auffrischen der Erinnerung.

    Was erhofft sich Ugron von Berglen, was Rila ihm nicht geben kann und was hat er vor?

    Wahrscheinlich, weil sich Rila auch immer mehr von einem Menschen entfernt.

    Was denkt Ihr, für wen sich Zegato entscheiden würde, wenn es wirklich hart auf hart käme?

    Ich befürchte, dass er sich im Endeffekt für Aneste entscheiden würde, weil er weiß, dass sie mit dem Kopf durch die Wand will.

    Ich stelle gerade fest, das es wohl keine einfache Antwort darauf gibt, was Mensch sein bedeutet.

    Ja, so geht es mir auch, je weiter die Leserunde fortschreitet.

    Wer handelt richtig Tervoil oder Kara? Gibt es überhaupt ein "richtig" in dieser Situation? Es kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das Ganze betrachtet.

    Ich denke, das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob der Eine oder Andere korrekt gehandelt hat. Geht Karas Taktik auf, dass wird ihr Vorgehen als vorausschauend und klug angesehen werden, wenn nicht, dann werden die Anderen sicherlich andere Adjektive für ihr Tun finden.

  • Was denkt Ihr, für wen sich Zegato entscheiden würde, wenn es wirklich hart auf hart käme?

    Ich befürchte, dass er sich im Endeffekt für Aneste entscheiden würde, weil er weiß, dass sie mit dem Kopf durch die Wand will.

    Was ich mich dabei jedesmal frage ist, wie eng die beiden Drillinge verbunden sind, schliesslich hat Zetago Xeramels Schicksal ständig vor Augen. Wieviel ist Verwandschaft und wieviel ist Selbstschutz von seiner Handlung.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich stelle gerade fest, das es wohl keine einfache Antwort darauf gibt, was Mensch sein bedeutet.

    :jakka::jakka::jakka:Der Autor hat sein Ziel erreicht. :jakka::jakka::jakka:


    Allerdings hat mich seine Loyalität Aneste gegenüber nicht mehr überrascht, dennoch etwas enttäuscht.

    Mit etwas Abstand betrachtet: Er hat die Wahl zwischen seiner Schwester, die er sein Leben lang kennt, und einer Frau, die ihm vor ein paar Tagen begegnet ist ... :nachdenk:


    Gibt es überhaupt ein "richtig" in dieser Situation? Es kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das Ganze betrachtet.

    :klatschen:


    Und nein Vaterschaft oder Elternschaft darf nicht als Versuch gesehen werden, die KInder zu perfektionieren und dorthin zu manövrieren, wo man es selbst nicht hingeschafft hat.

    Die Vorstellung ist aber weit verbreitet. Etwas variiert auch in der Form: "Der Folgegeneration soll es auf jeden Fall besser gehen als uns." Es gibt sogar Soziologen, die glauben, dass eine der Hauptursachen für Revolutionen und Bürgerkriege darin liegt, dass eine Generation glaubt, dass es ihr schlechter ginge als der Generation vor ihr ("es geht abwärts") - oder dass eine Generation (mehrheitlich) befürchtet, es könnte ihren Kindern schlechter gehen als ihnen selbst ...

  • Jetzt kommt Karas Moment, in dem sie sich und ihre Einstellung beweisen kann. Bisher macht sie das vorzüglich. Ob sie damit obsiegt? Ist die Frage, was man darunter versteht. Dass sie ESOX sich vom Schwarm abspaltet und alleine fortzieht? Das sehe ich nämlich am ehesten kommen.


    Wie schon vermutet verselbständigt sich Xeramel...ja, man weiß nicht viel über ihre Einstellung, aber da der Datenaustausch ihr so gut tut, wird ihr daran gelegen sein, den Kontakt mit der Sphäre aufrechtzuerhalten. Egal welche Pläne Aneste und andere mit der ESOX haben.


    Berglen war für Ugron schon immer ein Vertrauter, dachte ich zumindest. Anscheinend hält Ugron es für nötig, das Berglen aber noch einmal zu versichern. Schade, dass der Dialog an der Stelle abbrach. Ich hätte gerne noch mehr zur aktuellen Beziehung zwischen Rila und Ugron gehört. Das Kind scheint sie sehr einzunehmen.


    Korol Iljow 3.0...gibt es dann die früheren Versionen noch? Wird man komplett abgeschaltet, wenn man nichts mehr beitragen kann und besteht Perfektion wirklich nur aus Unsterblichkeit und möglichst großes Wissen? Wenn alles schon berechnet wurde und man nichts Neues mehr erleben kann, welchen Wert hat dann noch alles?

  • Dass sie ESOX sich vom Schwarm abspaltet und alleine fortzieht? Das sehe ich nämlich am ehesten kommen.

    Bislang haben die Militärstrategen immer vermutet, dass ein einzelnes Großraumschiff praktisch keine Überlebenschancen bei einem Giat-Angriff hätte. Das ist der Hauptgrund, warum der Schwarm trotz der Unterschiedlichkeit seiner Kulturen beisammenbleibt.


    Wird man komplett abgeschaltet, wenn man nichts mehr beitragen kann und besteht Perfektion wirklich nur aus Unsterblichkeit und möglichst großes Wissen?

    Da sind verschiedene Dinge denkbar.

    - Das Programm läuft auf primitiveren Prozessoren, die weniger Energie verbrauchen und langsamer rechnen. Das ist Downclocking. Übertragen auf Menschen würde das bedeuten: Es denkt langsamer und hat den Eindruck, die Welt ringsum würde sich beschleunigen. Während für das Programm nur 1 Tag vergeht, scheint in seiner Umgebung vielleicht 1 Jahr zu versrtreichen.

    - Das Programm wird gespeichert und irgendwann vielleicht wieder auf einem Prozessor gespeichert, wenn Kapazität frei wird. Das wäre so etwas wie ein Winterschlaf.

    - Das Programm wird gelöscht. Das wäre so etwas wie der Tod.


    Es ist durchaus möglich, dass Programme in mehreren Versionen oder sogar in identischen Kopien laufen. Oder auch, dass Programmteile (Codesegmente) kopiert und in andere Programme integriert werden. Übertragen auf Menschen: Die Begabung des besten Tenors der Welt wird auf alle Tenore in allen Opernhäuser kopiert - aber nur, was das Singen betrifft. In allem anderen bleiben sie individuell wie zuvor.

  • Ich muss mal wieder feststellen, dass es einfach doof ist, wenn man so hinterher hinkt. Die meisten Dinge, die ich mir beim Durchlesen des Threads markiere, um darauf einzugehen, werden 3 Posts weiter dann schon wieder mit eben jenen Gedanken beantwortet, die ich auch in die Runde werfen wollte. Aber egal... ich versuch trotzdem meinen Senf noch dazuzugeben.

    Wo steht Ihr inzwischen - bei den Befreiern oder bei den Kommissaren?

    Ganz eindeutig auf keiner Seite ^^ Ich wünsche mir, dass es Kara vielleicht gemeinsam mit Zegato gelingt, hier irgendwann ein bisschen Normalität reinzubringen.

    Gut fand ich Ugron in der Trauerszene, denn der zeigt plötzlich wieder Unvollkommenheiten.

    Ich fand ihn eigentlich gar nicht unvollkommen. Im Gegenteil - er ist immer noch der Zweifler und er hat ganz klar erkannt, dass er mit jemand reden muss. Und zwar mit jemand, der nicht in so engem Kontakt zur SQUID steht, wie er oder Rila.

    Ausserdem geht das Individuum verloren da es sich Ideen von anderen einsetzt um zur Perfektion zu kommen. Dies tun wir Menschen zwar auch, sonst würden wir in der Schule nicht griechische Philosophen und ähnliches durch nehmen, aber wir implementieren sie nicht 1 zu 1 sondern filtern sie quasi durch unser Leben und Erfahrungen, wir arbeiten mit ihnen, nicht durch sie. Das sehe ich als großen Unterschied.

    Ja, das ist ein sehr großer Unterschied. Durch unsere Erfahrungen und unsere Erlebnisse verändert sich die Wahrnehmung. Und durch unser vorhandenes Wissen interpretieren wir Sachverhalte auch ganz verschieden. (Was leider von Stimmungsmachern ganz hervorragend ausgenutzt wird, indem sie gezielt Halbwahrheiten streuen oder Fakten verschweigen und so mal eben die Meinungen manipulieren).

    Aber kann diese Heldin auch eine Heldentat vollbringen - sprich: Denkt Ihr, sie kann Erfolg haben?

    Sie muss ;) Ich glaube, ihr Scheitern wäre gleichzusetzen mit dem Ende der Existenz des Schwarms (und damit der Menschen, wie wir sie kennen).

    Aber selbst da habe ich ja noch die Möglichkeit, selbst die Information zu hinterfragen, wenn ich sie erst einmal im Speicher habe - so, wie ich die Aussagen eines gelesenen Fachbuchs hinterfragen kann ...

    Habe ich die Möglichkeit wirklich, wenn ich Teil des Betriebssystems bin? Und bei wem kann ich sie denn hinterfragen, wenn doch hinter allem die Superintelligenz steckt?

    Das gefällt mir ausgesprochen gut. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, in welche Richtung das Buch tendiert. Tatsächlich ist noch alles offen und möglich.

    Genau so geht es mir auch. Vor allem: ich habe nicht mal ansatzweise eine Idee für das Ende der Reise. Ich kann im Moment nur noch staunend auf die Dinge schauen, die Robert da vor uns ausbreitet.

    Korol desindividualisiert sich, um perfekt zu werden. Und scheinbar tun das andere Imagos auch. Aber dann müssten doch alle Imagos irgendwann identisch sein?

    Diese Überlegung hatte ich auch. Aber das hat Robert ja schon einleuchtend erklärt, dass es nicht so ist. ABER: wenn es so ist, dass jeder Imago quasi für bestimmte Aspekte perfektioniert wird, dann ist er ja nur Teil-perfekt. Perfekt für's System, aber doch nicht für sich selbst. Ach nein - Individualität gibt es dann ja nicht mehr...

    Der letzte Gedanke über die Perfektionierung der Menschheit über Elternschaft finde ich auch sehr interessant. In der Tat sollte man davon ausgehen, das Eltern alle positiven Erkenntnisse und Erfahrungen an ihre Kinder weitergeben. Allerdings ertappe ich mich immer wieder mal dabei, dass ich gegenüber meinen Kindern Verhaltensweisen an den Tag lege, die mir bei meinen Eltern schon nicht gefallen haben, die ich aber aus irgendwelchen Gründen übernommen habe und die ich aber scheinbar nicht ohne weiteres überschreiben kann. Es bedarf immer ein bisschen Arbeit.

    Vielleicht müssen wir uns aber auch einfach eingestehen, dass es doch nicht alles falsch (weil nervig) war, was unsere Eltern getan haben. Mir geht es auch so, dass ich mich hin und wieder bei solchen Worten oder Gedanken ertappe, die ich von meiner Mutter kenne. Und ich muss dann oft eingestehen, dass sie berechtigt sind. Natürlich gibt es auch Dinge, die ich komplett anders mache, und die meinen Kids nicht geschadet haben. Andererseits muss man sich aber auch fragen, ob Erfahrungen, die für mich positiv und angenehm sind, von meinen Kinder genauso empfunden werden. Und da sind wir wieder bei der Individualität...

    Ich war ein wenig enttäuscht, dass sich Zegato von seiner Schweste mitreißen lässt, ich glaube, hier habe ich einfach zu viel von ihm erwartet.

    Es gab da einen Satz in der Kampfszene, der mich stutzen ließ (ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, aber ich denke, ich kriege ihn ziemlich gut zusammen): "Die Geschwister mussten sich nicht abstimmen, sie handelten, als wenn ihre Gehirne gekoppelt wären." Was, wenn sie das wirklich waren? Wenn Aneste Zegato unbemerkt beeinflusst. Oder ihre Verbindung als Zwilling in solchen Situationen einfach so funktionieren muss, dass das Überleben beider an oberster Stelle des Handelns steht, ohne das bewusst drüber nachgedacht wird.

    Und was ist mit den Fähren, die innerhalb der Sphäre geblieben sind? War es nicht Ugron, der meinte, dass die Fähren zwar nicht abgeschossen, aber mit dem Material der Schalen verwachsen sind? Das hört sich irgenwie unappetitlich an und ich hoffe, dass das kein irreversibler Zustand ist.

    Die Sphäre braucht Nachschub an Materie, sie nimmt, was sie kriegen kann.
    Bleibt zu hoffen, dass sie im Moment vielleicht noch genug Reserven hat, dass sie die Fähren erstmal nur zur Sicherheit einbehalten, aber noch nicht "verputzt" hat.


    Die Handlung nimmt jetzt mächtig Fahrt auf und wie ich schon vorher geschrieben habe, fehlt mir im Moment echt die Fantasie, um ein mögliches Ende vorauszusehen. Zumindest keines, das mich befriedigen würden, denn die totale Vernichtung des Schwarms durch die Sphäre würde mir genauso wenig gefallen, wie die totale Selbstvernichtung des Schwarms in Folge von Anestes dummer Rebellion. Als etwas anderes kann ich sie gerade nicht mehr sehen, weil ihr das alles komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist wie bei Goethes Zauberlehrling: die ich rief die Geister...:angst:

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • (Was leider von Stimmungsmachern ganz hervorragend ausgenutzt wird, indem sie gezielt Halbwahrheiten streuen oder Fakten verschweigen und so mal eben die Meinungen manipulieren).

    Das wäre ein Vorteil eines Imagos: Es müsste praktisch nichts unbesehen glauben. Hat der Präsident Nordkoreas wirklich gesagt, was in der Presse steht? - Ich kann mir das Modul für Koreanisch in Sekundenbruchteilen installieren und mir seine Rede im Original anhören. Ich vergesse auch nichts mehr, meine Speicher sind zuverlässiger als das Erinnerungsvermögen des Gehirns (allerdings vergesse ich auch sehr gründlich, wenn diese Speicher gelöscht werden).


    Habe ich die Möglichkeit wirklich, wenn ich Teil des Betriebssystems bin? Und bei wem kann ich sie denn hinterfragen, wenn doch hinter allem die Superintelligenz steckt?

    Ach nein - Individualität gibt es dann ja nicht mehr...

    Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Alle Imagos bestehen aus Programmcode, der auf demselben Betriebssystem läuft. Aber das schließt Individualität nicht aus: Alle Menschen bestehen aus denselben Kohlenstoffverbindungen und leben auf demselben Planeten. Dadurch sind viele Parameter bei allen Menschen identisch, aber dennoch unterscheiden sie sich genug, um als Individuen zu gelten.

    Erfahrungen, Erinnerungen, Interessen, Ziele, Träume, Ängste ... All das unterscheidet die Imagos voneinander.


    Das ist wie bei Goethes Zauberlehrling: die ich rief die Geister... :angst:

    Ein sehr treffender Vergleich! Niemand im Schwarm hat verstanden, worauf man sich mit dem Kontakt zur Sphäre wirklich eingelassen hat ... :teufel:

  • Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Alle Imagos bestehen aus Programmcode, der auf demselben Betriebssystem läuft. Aber das schließt Individualität nicht aus: Alle Menschen bestehen aus denselben Kohlenstoffverbindungen und leben auf demselben Planeten. Dadurch sind viele Parameter bei allen Menschen identisch, aber dennoch unterscheiden sie sich genug, um als Individuen zu gelten.

    Erfahrungen, Erinnerungen, Interessen, Ziele, Träume, Ängste ... All das unterscheidet die Imagos voneinander.

    Ähm... ja, für mich sind die dematerialisierten Menschen irgendwie nur noch Programmcode. Aber du hast recht. Ihre Erfahrungen und Träume sind ja quasi mit ausgelesen worden. Das ist einfach etwas, das mein Vorstellungsvermögen ziemlich an seine Grenzen bringt.

    Aber meine erste Frage hast du noch nicht beantwortet: wo kann ich denn hinterfragen, wenn doch eigentlich das ganze System eigentlich ein großes Hirn ist. Oder habe ich das auch noch nicht kapiert? Ich gestehe, ich bin einigermaßen verwirrt...:spinnen:

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)