07: Seite 283 - Seite 321 (Kap. 7 + Siebtes Speicherbild)

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  • Aber du hast recht. Ihre Erfahrungen und Träume sind ja quasi mit ausgelesen worden. Das ist einfach etwas, das mein Vorstellungsvermögen ziemlich an seine Grenzen bringt.

    Eine Analogie ist vielleicht ein hochintelligenter Mensch, der vom Hals abwärts gelähmt ist: Der Verstand ist noch da, alle Erinnerungen, alle Träume - aber sein Körper ist (vereinfacht gesagt) nutzlos. Er kann nur noch in seinem Geist reisen.

    Im Imago-Projekt sind diese "Geistreisen" allerdings sehr viel umfassender möglich.


    Aber meine erste Frage hast du noch nicht beantwortet: wo kann ich denn hinterfragen, wenn doch eigentlich das ganze System eigentlich ein großes Hirn ist. Oder habe ich das auch noch nicht kapiert? Ich gestehe, ich bin einigermaßen verwirrt..

    So, wie wir in unserem Gedächtnis Informationen haben, die einander widersprechen oder ergänzen mögen, ist das auch mit den Speichern des Imago-Projekts. Nur sind die sehr viel umfangreicher - auch der Inhalt von 1.000 "Internets" ist ein Witz dagegen. Dort gibt es alles über alles zu erfahren, alles, was die Imagos wussten, als sie eingelesen wurden, und alles, was sie seitdem errechnet/gedacht/herausgefunden haben, sofern es der Aufbewahrung für wert befunden wurde und sie es nicht aus irgendeinem Grund (aber welcher sollte das sein?) für sich behalten wollten.

    Wenn die Imagos auf diese immense Datenmenge zugreifen, haben sie aber den Vorteil, dass sie sich problemlos mit der Technik zurechtfinden und eventuell milliardenfach schneller denken als wir. Sie können sehr schnell denken, vergessen nichts, und können praktisch mit Lichtgeschwindigkeit Informationen überprüfen. Daher fällt es ihnen leichter, Fehler und vorsätzliche Falschinformationen zu erkennen - man kann sie sehr viel schwerer belügen als uns.

  • Es gab da einen Satz in der Kampfszene, der mich stutzen ließ (ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, aber ich denke, ich kriege ihn ziemlich gut zusammen): "Die Geschwister mussten sich nicht abstimmen, sie handelten, als wenn ihre Gehirne gekoppelt wären." Was, wenn sie das wirklich waren? Wenn Aneste Zegato unbemerkt beeinflusst.

    Stimmt, über diesen Satz bin ich auch etwas gestolpert, da sie ja nicht verbunden sind - eigentlich. Du könntest recht haben, wer weiß, was Aneste da in der Vergangenheit bereits dran geschraubt hat.

    Als etwas anderes kann ich sie gerade nicht mehr sehen, weil ihr das alles komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist wie bei Goethes Zauberlehrling: die ich rief die Geister... :angst:

    Ha, genau der Spruch ist mir in dem Moment auch durch den Kopf gegangen.

  • Eine Analogie ist vielleicht ein hochintelligenter Mensch, der vom Hals abwärts gelähmt ist: Der Verstand ist noch da, alle Erinnerungen, alle Träume - aber sein Körper ist (vereinfacht gesagt) nutzlos. Er kann nur noch in seinem Geist reisen.

    Ich glaube, das ist ein Vergleich, der mich auf die richtige Spur bringt. ;) Irgendwie habe ich nur noch Bits und Bytes gesehen.

    Sie können sehr schnell denken, vergessen nichts, und können praktisch mit Lichtgeschwindigkeit Informationen überprüfen. Daher fällt es ihnen leichter, Fehler und vorsätzliche Falschinformationen zu erkennen - man kann sie sehr viel schwerer belügen als uns.

    Das leuchtet mir ein. Ich muss mich wohl wirklich komplett von dem verabschieden, was ich so landläufig mit Netzwerken (mit denen ich von berufswegen zu tun habe) in Verbindung bringe. So langsam verstehe ich, was du mit "an die Grenzen des Vorstellbaren" gemeint hast.:nachdenk:

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Stimmt, über diesen Satz bin ich auch etwas gestolpert, da sie ja nicht verbunden sind - eigentlich. Du könntest recht haben, wer weiß, was Aneste da in der Vergangenheit bereits dran geschraubt hat.

    Ich hatte den Satz so interpretiert, dass sie als Zwillinge quasi identisch reagieren. Eure Sichtweise hatte ich nicht, aber die ist natürlich höchstinteressant....


    Mir geht es auch so, dass ich mich hin und wieder bei solchen Worten oder Gedanken ertappe, die ich von meiner Mutter kenne. Und ich muss dann oft eingestehen, dass sie berechtigt sind.

    Das nennt man Altersweisheit :lachen:

  • Nun ich bin sehr hinterher, aber ich will mich nicht drücken, trotzdem noch meine Gedanken zu den gelesenen Abschnitten zu äußern. Für mich ein schlimmer Abschnitt, weil ich Aneste eigentlich mag, aber ihr Verhalten in diesem Abschnitt nicht mehr zu beschönigen ist. Aber da muss ich nun wohl durch.

    Ihre Aktion macht in meinen Augen auch gar keinen Sinn mehr. Was gewinnt sie denn da? Nichts.

    Die Szene, in der Aneste sich fragt, ob wirkliche Freiheit möglich wäre (Geist ohne Materie), entspricht eigentlich dem Dasein von Iljow. Wobei die dauernde Konkurrenz um Speicherplatz in meinen Augen die Freiheit auch wieder sehr stark einschränkt.

    Sie gewinnt entweder ihre Verbindung mit dem Computer und damit wieder eine Freiheit des Geistes, die sie so nicht haben kann oder den Tod, der ihr vermutlich lieber ist als verstümmelt zu leben. Nicht jeder hat die Kraft mit einer Verstümmelung weiter zu leben. Aber vielleicht ist sie auch ein Kandidat, in die Sphäre einzugehen. Das wäre doch eine Lösung, dass die Menschen von der ESOX, die sich ohne direkte Verbindung zum Computer nicht mehr wohl fühlen und die kein Problem damit haben, ganz im Computer aufzugehen, in die Sphäre eingehen und der Rest der ESOX einen Kompromiss findet, wieder selbstständig als gleichberechtigtes Mitglied des Schwarms mitzufliegen.


    Dabei könnte Kara helfen, einmal indem sie dafür plädiert, dass eine Bestrafung der Rebellen auch nur Rache wäre und man sie in die Sphäre ziehen läßt und zum anderen dafür zu sorgen, dass die Bevormundung der ESOX aufhört.

    Die Szene, in der Aneste sich fragt, ob wirkliche Freiheit möglich wäre (Geist ohne Materie), entspricht eigentlich dem Dasein von Iljow. Wobei die dauernde Konkurrenz um Speicherplatz in meinen Augen die Freiheit auch wieder sehr stark einschränkt.

    Wenn keine Instanz mehr da ist, nichts, was uns demütig sein lässt sondern nur wir selbst, perfekt, unfehlbar.

    All diese Vorstellungen finde ich sehr beängstigend. Jeder von uns könnte wie Aneste werden.

    Freiheit ist ein sehr relativer Begriff. Für Aneste bedeutet er ohne die Behinderung ihres Körpers zu sein und in soweit ist sie wie Korol. Sie ist in einem Raumschiff, ein sehr begrenzter Lebensraum und um sie herum ist Raum, in dem ihr Körper eigentlich nicht überleben kann. Und, was ich gar nicht nachfühlen kann ist die Freude an Daten, das surfen auf einem Datenstrom, kann das jemand hier nachvollziehen?

    Ich glaube nicht, dass die Gefahr besteht, jeder könne so werden. Wer hat schon einen solchen Verlust nachzuweisen und, wer von uns hat einen Grund derart zu hassen? Dazu kommt, zumindest bei mir, das Leben an sich ist einfach zu schön. Ich würde vielleicht in einen Computer gehen, aber nur kurz vor dem Tod. Ich würde gern länger leben, weil es noch so viel gibt, wofür es sich lohnt zu leben auch in einem Computer, denke ich. Forschen wird es doch dort auch geben, oder? Soweit ich weiß kann man auch als Datenpaket auf interstellare Reisen gehen.


    Schließlich ist immer eine "Instanz" da, die demütig sein läßt - das Leben! Ich brauche nur dieser Tage raus zu gehen und den Duft des Frühlings zu atmen und es macht mich demütig vor der Größe und Schönheit des Lebens.

    Wie mag Aneste das empfinden? Immerhin kennt sie die Größe des Weltraums, aber sie nimmt ihn sicher als Zahl war und nicht optisch in seiner riesigen Dimension, die uns zu kleinen Staubkörnern macht. Ich finde es faszinierend, ihre Wünsche zu lesen und sehe sie als Ergänzug zu den Speicherbildern, die neuerdings doch etwas weniger emotional sind.


    Kara, eindeutig die Sympathieträgerin. Sie hat sich von dem naiven Mädchen zu einer immer realistischeren Frau entwickelt, was sicher auch mit den Erlebnissen in der letzten Zeit zusammen hängt.

    Am wahrscheinlichsten ist wohl das ich mich verschanzen würde bis alles vorbei ist

    Diese Option hatte Kara nur dann, wenn sie nicht mehr weiter leben wollte. Schließlich wären alle tot gewesen, wenn sie geblieben wären. Hinauszugehen hatte wenigstens eine Chance. Klar kann man den Heldentot sterben, aber wofür? Ich hätte auch leben wollen. Vielleicht waren die eigentlichen Helden die Kommissare, die sterben wollten und nicht als Geiseln gegen ihre Schiffe missbraucht zu werden?

    und hat es bisher vermieden, von ihren idealen abzuweichen, was mir sehr gut gefällt.

    Würde das stimmen, hätte sie sich nicht entwickelt. Die Diplomatie war vorher weit weg von ihren Idealen, sie empfand es sogar als Verrat. Jeder der Ideale hat von denen er nicht abweicht ist in Gefahr ein Fanatiker zu werden.

    Die Einstellung einer Heldin. :)

    Aber kann diese Heldin auch eine Heldentat vollbringen - sprich: Denkt Ihr, sie kann Erfolg haben?

    Ich denke sie ist von der Admiralin dahin geschickt worden, weil diese hoffte, Kara könnte einen Bürgerkrieg verhindern und scheinbar glaubt man ihr auch, denn der Beschuss hört doch auf, oder? Damit hätte sie schon viel geschafft. Aber eine Heldin? Dazu gehört mehr. Im Moment hat sie mit ihrer Sicht auch erst mal ihr eigenes Leben gerettet.

    Kara ist nun gezwungen, härter vorzugehen als es ihren Koesistenzialismus entspricht, macht sich aber gut in der Rolle. Okay, sie hat auch nicht groß eine andere Wahl.

    härter? Was meinst du damit? Koexistenzialismus heißt doch nicht Glitzerfee und Schmusepüppchen.

    Wer handelt richtig Tervoil oder Kara? Gibt es überhaupt ein "richtig" in dieser Situation? Es kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das Ganze betrachtet

    Ja, es kommt immer auf den Blickwinkel an. Wenn man es aus Trevoils Sicht sieht, dann geht es um die Sicherheit des Schwarms und die ist am sichersten, wenn alles auf der ESOX vernichtet werden, dann sind sicher auch die Rebellen tot. Wenn man es aus meiner (und ich denke der Sicht der meisten hier) sieht, dann sollte man versuchen die Situation so gut wie möglich und mit so wenig Verlusten an Menschen wie möglich entschärfen. Ich bin also eher auf Karas Seite - wie wohl die meisten.


    Zegato, ein Arzt, jemand, der nicht töten will und nun eingespannt in einen Bürgerkrieg, dessen Sache er gut heißt, die Methoden aber anzweifelt. Er hat allerdings keine Lösung parat, wie man die Situation anders bereinigen könnte und schon gar keine, die seine Schwester überzeugt. Nun sitzt er in der Falle, denn wenn er jetzt nicht hilft, dann sind die Rebellen dran, so wie seine Schwester und wenn er auch gefangen genommen oder getötet wird, ist niemand da, der die Torturen, die sie erwarten, mildern kann. Er wäre ein Verräter an seiner Gesellschaft. Schwere Entscheidung und Zeit hat er auch nicht.

    Ich befürchte, dass er sich im Endeffekt für Aneste entscheiden würde, weil er weiß, dass sie mit dem Kopf durch die Wand will.

    Ich sehe das anders. Wenn es um Leben und Tod für Kara geht und er einen Weg sieht, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er sich für Kara entscheidet, denn er weiß eigentlich, dass der Weg seiner Schwester falsch ist und er weiß, dass sie gefährlich ist, auch für ihn.

  • Nun ich bin sehr hinterher, aber ich will mich nicht drücken, trotzdem noch meine Gedanken zu den gelesenen Abschnitten zu äußern.

    Finde ich gut :daumen:

    Das wäre doch eine Lösung, dass die Menschen von der ESOX, die sich ohne direkte Verbindung zum Computer nicht mehr wohl fühlen und die kein Problem damit haben, ganz im Computer aufzugehen, in die Sphäre eingehen und der Rest der ESOX einen Kompromiss findet, wieder selbstständig als gleichberechtigtes Mitglied des Schwarms mitzufliegen.

    Das ist ein guter diplomatischer Vorschlag. Damit wäre allen gedient.

    Und, was ich gar nicht nachfühlen kann ist die Freude an Daten, das surfen auf einem Datenstrom, kann das jemand hier nachvollziehen?

    Vermutlich ist das so, als würde man allen Jugendlichen plötzlich das Smartphone wegnehmen. :lachen:

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ausserdem geht das Individuum verloren da es sich Ideen von anderen einsetzt um zur Perfektion zu kommen.

    Das hast du natürlich Recht.


    Theoretisch betrachtet: mit ausreichend viel Zeit könnte man aber doch nahezu Perfektion erreichen

    Wenn alles schon berechnet wurde und man nichts Neues mehr erleben kann, welchen Wert hat dann noch alles?

    Ich denke, Perfektion ist ein Ziel, dass nicht erreicht werden kann. So wie die Welt im Großen und im Kleinen nicht zu Ende erforschbar ist, die Wahrheit immer relativ erkennt wird und eine absolute Wahrheit nur eine Annahme ist, ein Ziel auf das man sich zu bewegen kann, die Unendlichkeit des Weltalls, die bedeutet, dass man es nie vollständig erforschen kann. Somit dürfte es immer interessante Tätigkeiten geben.

    Dann würde ich quasi wie Einstein denken und nicht wie einer der sich mit Einstein beschäftigt hat.

    So einfach ist es wohl nicht. Alles, was wir lernen und wenn es uns denn eingepflanzt würde, geht durch den Filter unserer Erfahrungen und unseres bisherigen Wissens. Was ich deshalb bedenkenswert finde ist, wenn Korol seine persönlichen Erfahrungen löscht. Dann wird er seine Individualität verlieren und meines Erachtens sich selbst überflüssig machen. Eine Gesellschaft ohne Individualität ist nach meiner Meinung zum Stillstand verurteilt, da keine Auseinandersetzung mehr erfolgen kann, aus der sich neue Ideen entwickeln.

  • Ein schöner Vergleich - es gibt ja auch Menschen, die Ameisen in einem Terrarium halten, für ihr Wohlergehen sorgen und sich daran erfreuen, sie zu beobachten.

    Manche meinen, dass dies auch Gott tut, er amüsiert sich mit dem Terrarium Erde, das hat er selbst aufgebaut mit Lichteffekten und so :)


    Korol optimiert sich bzw. seinen Code. Das scheint auch so ein Ding zu sein, das das menschliche Dasein durchzieht. Die PARAYAs optimieren ihren Körper, indem sie Muskeln aufbauen (lassen). Auf der ESOX macht man dasselbe durch elektronische Komponenten. Sogar das System der MARLIN fördert die Selbstoptimierung, da man durch den Aufbau von Kompetenzen (geistige Optimierung) politische Macht oder zumindest Einfluss erwerben kann.

    Es ist ein Ding der Natur, sich permanent anzupassen und die perfekteste Anpassung zu finden. Dadurch entsteht Entwicklung.

    Wobei ich die Anpassung in der Marlin eigentlich anders sehe. Hier geht es nicht um Perfektionierung, sondern um die Möglichkeit, in Bereichen, die jeweils interessieren, mitreden zu können. Das finde ich sehr wichtig. Warum sollen Leute mit abstimmen, die von nichts ne Ahnung haben (solche Abstimmungen haben wir ja genug).

  • Dann würde ich quasi wie Einstein denken und nicht wie einer der sich mit Einstein beschäftigt hat.

    So einfach ist es wohl nicht. Alles, was wir lernen und wenn es uns denn eingepflanzt würde, geht durch den Filter unserer Erfahrungen und unseres bisherigen Wissens. Was ich deshalb bedenkenswert finde ist, wenn Korol seine persönlichen Erfahrungen löscht. Dann wird er seine Individualität verlieren und meines Erachtens sich selbst überflüssig machen. Eine Gesellschaft ohne Individualität ist nach meiner Meinung zum Stillstand verurteilt, da keine Auseinandersetzung mehr erfolgen kann, aus der sich neue Ideen entwickeln.

    Aus menschlicher Sicht stimmt das, aber auf Programmebene ist es etwas anders. Wenn ein Roboter Probleme hätte Eier aufzuschlagen , und man setzt ihm die Routine eines anderen Roboters ein, der dies beherrscht, dann machen es beide genau gleich. Es wird abgerufen, nicht nachgemacht. Wenn die selben Roboter selbstlernend wären, wie KIs, würden sie von dem gleichen Punkt aus sich weiter verbessern, und vll bei anderen Endergebnissen landen. Aber trotzdem bleibt es eine abrufbare Routine, die nicht von Anfang an gelernt wird. Wenn man selbst ein Problem vom Ansatz löst geht man vll direkt komplett verschiedene Wege und schafft vll sogar eine Innovation.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Hier geht es nicht um Perfektionierung, sondern um die Möglichkeit, in Bereichen, die jeweils interessieren, mitreden zu können.

    Was aber auch eine Art der Selbstoptimierung ist. Eben auf geistiger Ebene, nicht auf der physischen. Man baut sukzessive Wissen und Fähigkeiten in einem Gebiet auf und wird irgendwann Experte auf diesem Gebiet.

    Mach hat das ein wenig an die Erweiterung von Fähigkeiten in Rollenspiel-Systemen erinnert.


    Warum sollen Leute mit abstimmen, die von nichts ne Ahnung haben

    Ja, das ist die Krux an der Demokratie. Da darf halt wirklich jeder mitreden. ;-)

    Was aber im Grunde schon gut so ist.

  • So einfach ist es wohl nicht. Alles, was wir lernen und wenn es uns denn eingepflanzt würde, geht durch den Filter unserer Erfahrungen und unseres bisherigen Wissens. Was ich deshalb bedenkenswert finde ist, wenn Korol seine persönlichen Erfahrungen löscht. Dann wird er seine Individualität verlieren und meines Erachtens sich selbst überflüssig machen. Eine Gesellschaft ohne Individualität ist nach meiner Meinung zum Stillstand verurteilt, da keine Auseinandersetzung mehr erfolgen kann, aus der sich neue Ideen entwickeln.

    Aus menschlicher Sicht stimmt das, aber auf Programmebene ist es etwas anders. Wenn ein Roboter Probleme hätte Eier aufzuschlagen , und man setzt ihm die Routine eines anderen Roboters ein, der dies beherrscht, dann machen es beide genau gleich. Es wird abgerufen, nicht nachgemacht. Wenn die selben Roboter selbstlernend wären, wie KIs, würden sie von dem gleichen Punkt aus sich weiter verbessern, und vll bei anderen Endergebnissen landen. Aber trotzdem bleibt es eine abrufbare Routine, die nicht von Anfang an gelernt wird. Wenn man selbst ein Problem vom Ansatz löst geht man vll direkt komplett verschiedene Wege und schafft vll sogar eine Innovation.

    Fenlinka

    Eben ein Roboter. Ein Mensch ist aber kein Roboter und er verarbeitet sicher auch übertragene Informationen in seinem Netz von Neuronen. Eine KI würde vielleicht auch die eingefügten Programme mit ihren bisherigen Daten vergleichen und einordnen. So wie, da bin ich sicher, ein Mensch es eben tun würde. Ich bin nicht überzeugt, wenn nicht das ganze Gehirn ausgetauscht würde, dass ein Mensch, dem man Einsteins Wissen einfügen würde, wie Einstein zu denken beginnt. Denken ist ein sehr individueller Prozess.

  • Hier geht es nicht um Perfektionierung, sondern um die Möglichkeit, in Bereichen, die jeweils interessieren, mitreden zu können.

    Was aber auch eine Art der Selbstoptimierung ist. Eben auf geistiger Ebene, nicht auf der physischen. Man baut sukzessive Wissen und Fähigkeiten in einem Gebiet auf und wird irgendwann Experte auf diesem Gebiet.

    Mach hat das ein wenig an die Erweiterung von Fähigkeiten in Rollenspiel-Systemen erinnert.

    Ich glaube nicht dass es darum geht Experte zu werden, sondern, sich so auszukennen, dass man mit abstimmen kann, weil man davon Ahnung hat. Man kann nicht auf jedem Gebiet Experte sein, dazu ist das Wissen viel zu umfangreich. Ich finde diese Art des Lernens und Weiterbildens sehr natürlich. Während die Optimierung auf anderen Schiffen doch mehr in künstliche Unterstützung und Einseitigkeit geht. Das ist kein Urteil, nur für mich ein großer Unterschied.

  • Was aber auch eine Art der Selbstoptimierung ist. Eben auf geistiger Ebene, nicht auf der physischen. Man baut sukzessive Wissen und Fähigkeiten in einem Gebiet auf und wird irgendwann Experte auf diesem Gebiet.

    Mach hat das ein wenig an die Erweiterung von Fähigkeiten in Rollenspiel-Systemen erinnert.

    Ich glaube nicht dass es darum geht Experte zu werden, sondern, sich so auszukennen, dass man mit abstimmen kann, weil man davon Ahnung hat. Man kann nicht auf jedem Gebiet Experte sein, dazu ist das Wissen viel zu umfangreich. Ich finde diese Art des Lernens und Weiterbildens sehr natürlich. Während die Optimierung auf anderen Schiffen doch mehr in künstliche Unterstützung und Einseitigkeit geht. Das ist kein Urteil, nur für mich ein großer Unterschied.

    Ich verstehen, was du meinst, und ich stimme dir auch in weiten Teilen zu. Noch ein paar Gedanken dazu:

    Ich habe ja nicht geschrieben, dass man auf jedem Gebiet Experte wird. Das dürfte in der Tat sehr schwierig werden.

    Und für gewisse Menschen mag es sicher darum gehen, Experte zu werden. Je höher die Expertise in einem Fachgebiet, desto höher mein Gewicht bei der Stimmabgabe und desto mehr kann ich eine Entscheidung beeinflussen. Das wäre auch eine Art von Machtzuwachs.

    Ich finde man kann Wissenserwerb bei sich selbst sehr wohl forcieren und mit genügend Durchhaltevermögen auch in Gebieten, die mich nicht interessieren. Ich kenne Leute, die das getan haben, um in einem Job arbeiten zu können, der ein recht hohes Einkommen mit sich bringt. Und dann ist es aus meiner sicht nicht mehr nur das natürliche Interesse an der Materie, sondern das Lernen geht mir einer klaren Motivation einher, nämlich Macht oder Geld, und wird auch künstlich.

    Genauso ist gegen eine "Selbstoptimierung" im Sinne von Sport und gesunder Ernährung, um ein paar Pfunde loszuwerden ja auch nichts einzuwenden. Das würde ich als physisches Analogon zu deiner natürlichen Art zu lernen sehen.

    Was die PARAYAS veranstalten, ist jenseits des üblichen, aber genauso kann ich das beim Wissenserwerb treiben.

  • Ja, das ist die Krux an der Demokratie. Da darf halt wirklich jeder mitreden. ;-)

    Was aber im Grunde schon gut so ist.

    Wieso ist das gut? Wenn die Mehrheit keine Ahnung hat und entscheidet, weil der VERtreter einer Meinung ne schöne Krawatte hat? Oder das bessere Bier?

  • Ja, das ist die Krux an der Demokratie. Da darf halt wirklich jeder mitreden. ;-)

    Was aber im Grunde schon gut so ist.

    Wieso ist das gut? Wenn die Mehrheit keine Ahnung hat und entscheidet, weil der VERtreter einer Meinung ne schöne Krawatte hat? Oder das bessere Bier?

    Wenn du der Mehrheit unterstellst, dass sie nach diesen Kriterien entscheidet...

    Das Gute daran ist, dass jeder einzelne ohne Rücksicht auf Herkunft oder Status die Möglichkeit hat, aktiv oder passiv an der Meinungsbildung und an Wahlen teilzunehmen.

    Das mag an der einen oder anderen Stelle nicht einfach zu handeln sein oder auch dazu führen, dass auch moralisch höchst zweifelhafte politische Standpunkte geäußert werden. Aber ein besseres System haben wir bis jetzt nicht etablieren können.

  • Ich bin auch dafür, dass der Stand nicht ausschlaggebend ist, aber informieren kann sich jeder. Ja, wir haben kein besseres System gerade deshalb kann man in der Fantasie mal ein anderes ausprobieren. Ich bin Bernd sehr dankbar, dass er es aufgegriffen hat. Sicher ist es nicht einfach zu entscheiden, wer betroffen ist von einer Entscheidung und wer genug Wissen hat, um mit zu entscheiden, aber deshalb kann man doch nicht zufrieden mit dem gegenwärtigen System sein. Um ein neues zu etablieren muss man erst einmal überlegen, was man etablieren könnte und wie. Wir sehen ja, was bei Wahlen herauskommt wo die Volksseele angesprochen wird durch markige Sprüche.

  • Schließlich ist immer eine "Instanz" da, die demütig sein läßt - das Leben! Ich brauche nur dieser Tage raus zu gehen und den Duft des Frühlings zu atmen und es macht mich demütig vor der Größe und Schönheit des Lebens.

    Ja, da hast du recht. Ich habe es gerade heute wieder erlebt: ich stand 200 Meter oberhalb der Saarschleife bei Mettlach und war einfach sprachlos über so viel Schönheit der Natur. Das sind die Momente, in denen alles andere ganz weit in den Hintergrund rückt.

    Wie mag Aneste das empfinden? Immerhin kennt sie die Größe des Weltraums, aber sie nimmt ihn sicher als Zahl war und nicht optisch in seiner riesigen Dimension, die uns zu kleinen Staubkörnern macht.

    Aneste hat ja auch nichts anderes kennengelernt. Sie ist auf dem Raumschiff geboren und aufgewachsen und ich denke, dass die Menschen im Schwarm eine komplett andere Sicht auf die Dinge des Lebens haben, wie wir.

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)