03: Seite 97 - Seite 134 (Kap. 3 + Drittes Speicherbild)

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 97 bis Seite 134 (Kapitel 3 + Drittes Speicherbild) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Ich erinnere mich, beim Schreiben des dritten Kapitels wieder einmal auf eine Situation gestoßen zu sein, in der unsere Alltagserfahrung nicht mit derjenigen der Protagonisten übereinstimmt. Bei der Verfolgungsjagd, bei der Aneste in den Tunneln des Transportsystems zu entkommen versucht, hätte ein Verfolger auf der Erde wohl "Stehen bleiben!" gerufen. So Stand es zunächst auch im Manuskript.

    Aber in der Schwerelosigkeit kann man nicht stehen bleiben ... Wenn man die Beine nicht bewegt, schwebt man geradeaus weiter, bis man gegen ein Hindernis stößt (oder, nach ziemlich langer Zeit, vom Luftwiderstand abgebremst wird).

    Deswegen ruft der Soldat von der PAYARA jetzt: "Halt!"

    Man muss seine Worte eben gewissenhaft wägen - vor allem als Autor, der eine fremde Umgebung beschreibt. ;)


    Denkt Ihr, es ist eine kluge Entscheidung von Kara, der Abordnung zuzustimmen? Wird sie auf der ESOX ihren koexistenzialistischen Idealen treu blieben können - oder muss sie sich wenigstens ein Stück weit davon entfernen, um zumindest ein wenig davon umsetzen zu können?

    Und wie steht Ihr zu Aneste? Wünscht Ihr Euch, dass sie gefasst wird, oder dass sie Erfolg hat?

  • Das mit dem "Halt" ist mir beim Lesen gar nicht so sehr aufgefallen. Aber jetzt, wo sie es sagen, finde ich es super, wie Sie auf solche Kleinigkeiten achten.

    Ich denke, dass es durchaus eine kluge Entscheidung ist der Abordnung zuzustimmen, da sie auf diese Weise evtl. mehr Einfluss erringen könnte. Allerdings wird es wohl schwierig werden, sich auf der ESOX ganz an die Ideale zu halten, da die Befreier auf mich stark so wirken, als ob man in ihren Augen nur für oder gegen sie sein kann. Dies widerspricht ja aber nunmal vollkommen Karas Ansichten, die ja eher den Zwischenweg suchen wird und wahrscheinlich auf einen Kompromiss hoffen wird, der alle zufriedenstellt.

    Zu Aneste muss ich sagen, dass ich sie sehr unsympathisch finde. Dies liegt zum Beispiel daran, dass sie zwar, wenn sie am Computer sitzt, im Grunde ohne darüber nachzudenken mehrere Menschen töten lässt, aber sich selbst, wenn es dann wirklich zum direkten Kontakt kommt, doch lieber kneift. Außerdem hoffe ich nicht, dass sie Erfolg hat, da sie ihre Ansichten ausschließlich mit Gewalt und Hinterlist durchsetzen will und sich bei mir daher kaum bis keine Sympathien für sie entwickeln.

  • Zwei sehr gegensätzliche Situationen die in diesem Kapitel behandelt werden.

    Die Situation auf der ESOX zeigt ein klareres Bild von Aneste, das sich nicht zu ihrem Vorteil wendet. Sie wirkt hier mehr wie eine Guerilla Soldatin ans wie die "Unterdrückte" als die Sie sich sieht. Die Art wie Sie den Tot von Unbekannten und eventuell (später erwiesen) Unschuldigen für ein Ablenkungsmanöver in Kauf nimmt zeigt eine gewisse Kälte, vielleicht auch Wut, die ihr meine Sympathie nicht einbringt. Aber sie bleibt ein vielschichtiger Charakter, es schlägt also nicht ins unglaubwürdige um.

    Auf der MARLIN dagegen wird hoch politisch agiert mit all den kleinen, menschlichen Dramen am Rande, die von den Protagonisten (hier sind besonders Kara, Egron und Berglen zu nennen) in den Hintergrund geschoben werden müssen um die gewünschten Erfolge zu erringen. Auch wenn diese je nach Person unterschiedlich sind.

    Schön find ich das die 25 als Symbol hier eine Erklärung fand.

    Auch das Titelbild hat jetzt für mich eine Ankopplung ans Buch gefunden, was mir sehr gut gefällt. Ich muss gestehen ich war bei der Sphäre auf einem Kompletten Holzweg, ich dachte an eine wehrhafte Spärenwelt, nicht an ein Kraftwerk.

    Ich glaube das Karas Entscheidung keine Einfache ist, aber ich glaube das sie viel lernen kann, und ihre Ideale vielleicht auch etwas der Wirklichkeit anpassen kann, was die Machbarkeit sicher fördern würde. Bei Aneste hoffe ich ehrlichgesagt, das sie einen anderen Weg findet ihre Ziele voran zu treiben, und vielleicht ist Kara da genau die Richtige. Interessant finde ich das zwei bekannte Koexistentialisten zusammen auf die ESOX geschickt werden sollen, so kurz nach einer Situation, die aus militärischer Sicht eher Härte erfordert.

    Das Speicherbild stimmt mich irgendwie traurig, es wirkt so hoffnungslos (was aber auch meiner Wirklichkeit mut drei Kindern entspringen kann). Aber es strahlt auch eine Verzweiflung aus, in der Menschen zu allem fähig werden. Vielleicht liegt darin ja der Anfang der Sphäre. Zumindest glaube ich das die Sonnenenergie von Noraste für einen Supercomputer gebraucht wird.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich beginne mal mit dem Speicherbild:

    Iljow klinkt sich ein in das planetare Netzwerk. Und ich vermute, das wird er erfolgreich tun.

    Ich hatte ja schon im Diskussionsfaden zum ersten Leseabschnitt spekuliert, dass es um das "Hochladen" von Geistesinhalten in einen Supercomputer geht. Das würde also zusammenpassen. Seit Speicherbild Nummer zwei wissen wir auch, dass es um Noraste geht.

    In Kapitel 3 in der Szene zwischen Kara und Macro diskutieren die beiden, wer die Energie benötigen könnte, die durch die Sphäre "geerntet" wird (eine Dyson-Spähre, oder?). Dort heißt es:

    "Fabriken mit einem solchen Energiekonsum hätten innerhalb eines Sekundenbruchteils jeden Güterbedarf auf Jahrhunderte hinaus gedeckt. Computer hätten jede Berechnung durchgeführt."

    Also könnte sich in der Sphäre ein Supercomputer verstecken, in dem wiederum die Menschen des Noraste-Systems als elektronische Geister weiterleben und der Computer stellt ihnen dafür eine Welt zur Verfügung, die er aufwändig berechnen muss. Daher braucht er Energie und die besorgt er sich aus der Sonne. Für die Sphäre hat man konsequenterweise den oder die Planeten zerlegt, weil man braucht die ja nicht mehr, wenn man im Computer wohnt.


    So, genug der Spekulation.

    Kara hatte ich in Feuer der Leere eigentlich als zwar etwas naiv, aber im Grunde sympathisch empfunden. Aber kaum hat sie den einen Kerl abserviert, fühlt sie sich schon zum nächsten körperlich hingezogen. Ich habe mich gefragt, ob die Dame da irgendein Problem hat. Kein Wunder, dass sie ihre Beziehungen so schnell wechselt.

    Denkt Ihr, es ist eine kluge Entscheidung von Kara, der Abordnung zuzustimmen? Wird sie auf der ESOX ihren koexistenzialistischen Idealen treu blieben können - oder muss sie sich wenigstens ein Stück weit davon entfernen, um zumindest ein wenig davon umsetzen zu können?

    Sie wird den Idealen nicht treu bleiben können. Ich denke, um sie realistisch umsetzen zu können, müsste man auf der Gegenseite zumindest ein wenig Entgegenkommen zeigen. Ob die Befreier aber ruhig zuhören (können) und die Idee des Koexistentialismus auf sich wirken lassen, wage ich zu bezweifeln. Sie sind Fanatiker, die auch für ihre Sache lieber sterben, als in Gefangenschaft Informationen preiszugeben, wie die Aneste-Szene zeigt.

    Die geben einem nicht die Zeit, sich lange zu erklären, wenn sie einen um Visier haben. Insofern wird Kara eher gezwungen sein, die Gegenseite in die Schranken zu weisen, um dann eventuell ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Inwieweit das dann fruchtet, wrd man sehen. Der friedliche Weg ist immer der langwierigere. Man muss ja miteinander reden. Geschossen wird schneller.


    Und wie steht Ihr zu Aneste? Wünscht Ihr Euch, dass sie gefasst wird, oder dass sie Erfolg hat?


    Ihr ambivalenter Charakter zeigt sich auch wieder in dieser Szene. Sie hat kein Problem damit, aus der Ferne zu töten. Als es aber darum geht, den PAYARA-Soldaten mit den eigenen Händen zu töten (eigentlich nur, weil er der Feind ist, besiegt ist er ja schon), hat sie auch die Hemmungen, die wohl die meisten Menschen dabei haben.

    Also: es ist noch Menschliches in ihr. Und ein paar Minuten später "tut sie das Notwendige". Ich nehme an, sie bringt ihre Kameraden um. Wiederum aber eher mittelbar. Das scheint ganz gut zu funktionieren.

    Nein, ich möchte nicht, dass sie erfolg hat, weil sie eine Terroristin ist. Aber gleichzeitig habe ich doch ein kleines bisschen mit ihr gefiebert. Sie ist eben doch ein Mensch, dem ich noch zugestehen will, dass er durch die Gesamtumstände radikalisiert und fehlgeleitet worden ist.


    Witzig fand ich überigens, dass die Begriffe "Oben" und "Unten" Aufnahme in das Glossar gefunden haben. Auch wenn sie in der Schwerelosigkeit keine Bedeutung haben.:totlach:

  • Man muss seine Worte eben gewissenhaft wägen - vor allem als Autor, der eine fremde Umgebung beschreibt.

    Die Szene mit dem Ehrenspalier der Soldaten auf der MARLIN hat mich gedanklich wieder einmal zunächst aufs Glatteis geführt. Ich hatte zunächst in der Tat eine "2D-Anordnung" im Kopf. Aber schon einen Satz später hat Robert Corvus wieder weiter gedacht und ganz selbstverständlich einen dreiseitigen Tunnel beschrieben, den die Soldaten bilden.


    Interessant finde ich das zwei bekannte Koexistentialisten zusammen auf die ESOX geschickt werden sollen, so kurz nach einer Situation, die aus militärischer Sicht eher Härte erfordert.

    Das ist in der Tat interessant. Vielleicht sucht man bewusst einen anderen Ansatz. Soldaten von der PARAYA scheint es ja schon genug auf der ESOX zu geben.



    Zumindest glaube ich das die Sonnenenergie von Noraste für einen Supercomputer gebraucht wird.

    Dito! :five:

  • Dieser Abschnitt hat mich teilweise verwirrt zurückgelassen.

    Ich konnte nicht genau nachvollziehen, was Aneste in dem Transportmittel genau getan hat und auch die Handlungen ihrer Kollegen habe ich nicht ganz verstanden. Für mich habe ich gedanklich das Ganze mit dem Ergebnis abgehakt, dass die Rebellen Chaos stiften wollen.


    Kara scheint ständig mit den Augen alle männlichen Lesewesen in ihrer Umgebung abzuchecken. Einer ist weg, schon ist sie auf der Suche nach dem Nächsten. Als Koexistentialistin ist es ihr Bestreben, dass alle nebeneinander leben können, aber doch nicht unbedingt so eng miteinander. Oder gibt es ein Nymphomaninnen-Gen, das bei ihr besonders stark ausgeprägt ist ?


    Denkt Ihr, es ist eine kluge Entscheidung von Kara, der Abordnung zuzustimmen? Wird sie auf der ESOX ihren koexistenzialistischen Idealen treu blieben können - oder muss sie sich wenigstens ein Stück weit davon entfernen, um zumindest ein wenig davon umsetzen zu können?

    Ich denke, sie muss Kompromisse eingehen, um einen Teil ihrer Wertevorstellungen umsetzen zu können.

    Und wie steht Ihr zu Aneste? Wünscht Ihr Euch, dass sie gefasst wird, oder dass sie Erfolg hat?

    Bei Aneste weiss ich noch nicht, was ich von ihr halten soll. Sie kann ihren Verfolger nicht kaltblütig umbringen, überlässt ihre Mitstreiter allerdings ihrem Schicksal. Wobei fraglich ist, ob sie überhaupt etwas hätte tun können.


    Das Speicherbild 3 macht einen hoffnungslosen Eindruck. Es wirkt so, als ob Iljow seine weltliche Existenz zurücklässt und sich dem Netzwerk widmet, da er im physischen Dasein nicht perfekt ist.

  • Das mit dem "Halt" ist mir beim Lesen gar nicht so sehr aufgefallen. Aber jetzt, wo sie es sagen, finde ich es super, wie Sie auf solche Kleinigkeiten achten.

    Solche Sachen treiben einen als Autor mitunter beinahe in den Wahnsinn. Man schreibt einen Text, überarbeitet ihn x mal, und irgendwann fällt einem auf: "Stehen bleiben!" ist ja in der Schwerelosigkeit eine sinnlose Forderung! Und dann sucht man stundenlang im Manuskript herum, ob man irgendwo ähnliche Formulierungen verwendet hat, auf die dasselbe zutrifft ... Da wird man regelrecht paranoid!

    :lachen:

    da die Befreier auf mich stark so wirken, als ob man in ihren Augen nur für oder gegen sie sein kann. Dies widerspricht ja aber nunmal vollkommen Karas Ansichten, die ja eher den Zwischenweg suchen wird und wahrscheinlich auf einen Kompromiss hoffen wird, der alle zufriedenstellt.

    Sie wird den Idealen nicht treu bleiben können. Ich denke, um sie realistisch umsetzen zu können, müsste man auf der Gegenseite zumindest ein wenig Entgegenkommen zeigen.

    Für ein friedliches Zusammenleben braucht man immer zwei, für einen Streit nur einen ... das alte Dilemma. :( Grundsätzlich kann man abwarten, bis die Rabauken einsehen, dass eine destruktive Taktik am Ende auch ihnen selbst schadet - nur, wenn die einen es einsehen, steht mitunter schon die nächste Rabaukengeneration in den Startlöchern und agiert dann unbelastet von Lebenserfahrung und Sachverstand.


    Dies liegt zum Beispiel daran, dass sie zwar, wenn sie am Computer sitzt, im Grunde ohne darüber nachzudenken mehrere Menschen töten lässt,

    Erschreckenderweise wird diese Art von Soldat derzeit immer stärker gefragt: als "Drohnenkrieger". Das sind die Leute, die über Satellitenverbindungen und über Tausende Kilometer hinweg unbemannte Flugkörper fernsteuern, die Kameraaufnahmen auswerten und per Joystick den Befehl geben, die Waffensysteme abzufeuern, anschließend über die Kameras auswerten, was getroffen wurde und wie viele Tote es gab ...

    Sie hat kein Problem damit, aus der Ferne zu töten. Als es aber darum geht, den PAYARA-Soldaten mit den eigenen Händen zu töten (eigentlich nur, weil er der Feind ist, besiegt ist er ja schon), hat sie auch die Hemmungen, die wohl die meisten Menschen dabei haben.

    In der Militärpsychologie ist es ein wichtiger Faktor, die natürliche Hemmschwelle eines Menschen, einen anderen Menschen zu töten, auszutricksen. Ein psychologisch gesunder Mensch tötet einen anderen nur, wenn er auf der Jagd ist oder unmittelbar bedroht wird.

    Distanz hilft, diese Sperre zu überwinden. Es fällt zum Beispiel leichter, einen Menschen zu erschießen, als ihn zu erstechen. Studien zum Ersten Weltkrieg haben ergeben, dass im Nahkampf das Bajonett überraschend selten eingesetzt wurde, wenn man bedenkt, dass es in dieser Distanz die effektivste Waffe war. Stattdessen wurde in solchen Situationen meist das Gewehr umgedreht und man schlug mit dem Schulterstück zu. Psychologisch ist es ein gewaltiger unterschied, ob man mit einer Klinge in den gegnerischen Körper eindringt oder mit einem stumpfen Gegenstand von außen darauf eindrischt.

    Als eine der "persönlichsten" Arten der Tötung gilt das Erwürgen. Es ist sehr nah am Gegner, und er erstreckt sich über einen gewissen Zeitraum, bis die Wirkung eintritt. Da greifen alle instinktiven Hemmungen eines psychisch gesunden Menschen. Bei Triebtätern und Psychopathen dagegen kommt diese Tötungsart häufig vor ...

    Auf der MARLIN dagegen wird hoch politisch agiert mit all den kleinen, menschlichen Dramen am Rande, die von den Protagonisten (hier sind besonders Kara, Egron und Berglen zu nennen) in den Hintergrund geschoben werden müssen um die gewünschten Erfolge zu erringen.

    Auch da geht es mir darum, Menschen zu zeichnen, nicht nur "Funktionsträger", die jenseits ihrer Funktion für die Handlung keine Eigenschaften haben. So etwas macht Geschichten für mich greifbarer.

    ich dachte an eine wehrhafte Spärenwelt, nicht an ein Kraftwerk.

    Das muss sich ja nicht unbedingt ausschließen ... Aber wir können getrost die nächsten Leseabschnitte abwarten, wir werden schnell weiter in das Geheimnis der Sphäre eintauchen.


    Also könnte sich in der Sphäre ein Supercomputer verstecken, in dem wiederum die Menschen des Noraste-Systems als elektronische Geister weiterleben

    Also eine körperlose Existenz? Ein interessanter Gedanke! Was denkt Ihr: Was wären die Hauptunterschiede zwischen den Menschen, die keinen Körper (mehr) hätten und "körpergebundenen" Menschen? Was hätten sie für Bedürfnisse und Fähigkeiten? Wie sähe ihr Alltag aus? Wären es überhaupt noch Menschen - ganz ohne Körper?


    Aber kaum hat sie den einen Kerl abserviert, fühlt sie sich schon zum nächsten körperlich hingezogen. Ich habe mich gefragt, ob die Dame da irgendein Problem hat.

    Oder gibt es ein Nymphomaninnen-Gen, das bei ihr besonders stark ausgeprägt ist ?

    Sie hat da ein psychologisches Problem, ja.

    Andere haben Angst vor Spinnen, oder sie essen mehr, als ihnen guttut. Bei Kara sind es Männer. Aber ich glaube, jeder Mensch hat irgendwelche Schwächen. Die Frage ist nur, ob man sich ihrer bewusst ist und wie man damit umgeht - wobei man sicher nicht erwarten kann, dass jemand seine Angst vor Spinnen von einem Tag auf den anderen total überwindet und sich eine Tarantel als Haustier zulegt ...

    Witzig fand ich überigens, dass die Begriffe "Oben" und "Unten" Aufnahme in das Glossar gefunden haben.

    Dafür habe ich im Lektorat "gekämpft" - meine Lektorin wollte diese Einträge glatt rausstreichen! :lachen:

    Aber schon einen Satz später hat Robert Corvus wieder weiter gedacht und ganz selbstverständlich einen dreiseitigen Tunnel beschrieben, den die Soldaten bilden.

    Als ich selbst mir dieses Spalier vorgestellt habe, setzte sich bei mir das Bild einer Toblerone-Schokolade fest ... Ich hoffe, das überträgt sich nicht auf die Leserinnen und Leser. Kommando: "Ehrenformation - Toblerone-Aufstellung einnehmen!" :lachen:


    Ich konnte nicht genau nachvollziehen, was Aneste in dem Transportmittel genau getan hat ... habe ich nicht ganz verstanden.

    Die Transportkabinen in der ESOX sind so etwas wie U-Bahnen - immer nur einzelne Waggons, die diejenigen Stationen anfahren, zu denen die aktuellen Passagiere wollen.

    Sie bewegen sich mit sehr hoher Geschwindigkeit, aber davon merkt man als Passagier nichts, weil die Andruckabsorber die Kräfte auffangen. Es fühlt sich also so an, als stünde man still.

    Aneste stellt diese Andruckabsorber in einer Kabine aus. Man kennt ja den Effekt, wenn man in einem Auto sitzt, das stark beschleunigt: Man wird in den Sitz gedrückt. Astronauten bei einem Raketenstart werden stärker in den Sitz gedrückt, weil sie stärker beschleunigen. Noch stärker sind die Kräfte in Militär-Jets. Wenn man da nicht trainiert ist, kann es sein, dass der Pilot das Bewusstsein verliert.

    Die Transportkabine bewegt sich extrem schnell und macht abrupte Kehren, und die Passagiere - die ja normalerweise den Eindruck haben, die Kabine stünde still - sind nicht gesichert. Sie sitzen nicht angeschnallt in Pilotensitzen, sondern eher so wie wir in der U-Bahn. Wenn sie nun alle Flieh- und Beschleunigungskräfte abbekommen, knallen sie zum Beispiel bei einer engen Linkskurve mit meinetwegen 100 km/h ungebremst gegen die rechte Wand der Kabine ...

  • Kara und Macros, das neue fast-Pärchen. Bin eigentlich froh, dass Kara es nicht so übereilt wie in der Vergangenheit.


    Aneste auf der Flucht... da kann ich ihr nicht die Daumen drücken. Dazu war der Abgang von Azrel zu fies.

    Kara als Komissarin auf die Esox? Das kann ja heiter werden, als Koexistenzialistin? Muss für mich noch ordnen ob Koexistenzialisten nur für Koexistenz friedlicher Menschen mit friendlichen Aliens sind, oder ob das in Richtung gewaltfrei bis zum Tode geht.


    Was mir in der Reihe sehr gut gefällt ist die Sache mit den unterschiedlichen Regierungsformen auf den Schiffen.

    Das war ja sicher nicht von Anfang an so, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Expertokratie, Meritokratie, Mutter-wird's-richten-kratie - das sind schöne Denkmodelle, und wenn man das ein oder andere Anstimmungsergebnis sieht fragt man sich, ob ein Mindest-IQ nicht sinnvoll wäre für das Wahlrecht.


    Im Speicherbild wird es etwas traurig. Verlief die Entwicklung in der Kolonie so wie bei des Esos? Kann die Besatzung der Esos etwas von der Kolonie lernen? Kann jemand von der Esos, z.B. Aneste, mit dem Computer der Kolonie kommunizieren? Ethische Fragen zur Gegenwart sind auch dabei. Sicher wären schon heute einige bereit, sich Technik implantieren zu lassen, um rund um die Uhr mit ihren gebliebten Smartphone verbunden zu sein...


    Generell fänd ich einen Blick in die Vergangenheit des Schwarms interessant. Wie kam die Squid dazu? Aus welchen unterschiedlichen Ideologien entsprint die jetzige Einstellung der verschiedenen Crews? Schon aktuell gibt es ja bei der Raumfahrt die Idee der Forschung, aber auch die wirtschaftliche Idee der Ausbeutung anderer Planeten. Ist so ein bisschen wie bei der Besiedelung Americas; die Konquistadoren, die Mormonen, die Briten oder Franzosen etc. hatten ja auch sehr unterschiedliche Vorstellung wie zu verfahren ist - allerdings waren die nicht auf engsten Raum zusammengesperrt bzw. abhängig voneinander.

  • Das Schicksal von Iljow und Saundra fand ich auch sehr traurig. Ich kann da durchaus seine Entscheidung, sich ans Netzwerk anzuschließen, nachvollziehen.


    Bei der Sphäre habe ich gestaunt, soviel Energie ist für mich nicht vorstellbar. Überhaupt so etwas bauen zu können, entzieht sich meiner Synapsen. Ich staune ja in unserer Welt schon jedesmal, wenn so ein dicker Flieger in die Luft geht.


    Wofür braucht man soviel Energie?


    Also könnte sich in der Sphäre ein Supercomputer verstecken, in dem wiederum die Menschen des Noraste-Systems als elektronische Geister weiterleben und der Computer stellt ihnen dafür eine Welt zur Verfügung, die er aufwändig berechnen muss. Daher braucht er Energie und die besorgt er sich aus der Sonne. Für die Sphäre hat man konsequenterweise den oder die Planeten zerlegt, weil man braucht die ja nicht mehr, wenn man im Computer wohnt.

    Das ist tatsächlich eine sehr interessante Theorie. In einem Riesencomputer wohnen ist bestimmt spannend. Nur wie geht das praktisch? Liegen dann die ganzen Gehirne in Schachteln, direkt mit dem Computer verbunden? Und wie vermehren sich die Menschen dann? Ich glaube, das sprengt gerade meine Vorstellungskraft. rotwerd


    Denkt Ihr, es ist eine kluge Entscheidung von Kara, der Abordnung zuzustimmen? Wird sie auf der ESOX ihren koexistenzialistischen Idealen treu blieben können - oder muss sie sich wenigstens ein Stück weit davon entfernen, um zumindest ein wenig davon umsetzen zu können?

    Kara wird auf jeden Fall ein wenig umdenken müssen. Als Diplomatin kann man man sich nicht auf eine Sache versteifen, man muss in der Lage sein, Kompromisse zu schließen und auch viele unterschiedliche Ansichten akzeptieren und respektieren. Noch macht sie mir da einen eher einseitigen und versteiften Eindruck. Aber vielleicht entwickelt sie sich ja.


    Und wie steht Ihr zu Aneste? Wünscht Ihr Euch, dass sie gefasst wird, oder dass sie Erfolg hat?

    Nun ja, Aneste ist eine Mörderin, eine Rebellin, vielleicht sogar eine Art Terroristin? So genau weiß ich auch noch nicht, gegen was genau sie rebelliert. Mir sind ihre Motive noch nicht so klar. Es sterben dabei aber Unschuldige und das kann ich nicht gut heißen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Liegen dann die ganzen Gehirne in Schachteln, direkt mit dem Computer verbunden? Und wie vermehren sich die Menschen dann? Ich glaube, das sprengt gerade meine Vorstellungskraft.

    Ich dachte eher daran, dass der gesamte Geistesinhalt quasi auf einen Speicher hochgeladen wird. Den menschlichen Körper braucht es dann nicht mehr. Und die Geistesinhalte leben dann in einer vom Computer berechneten Welt.

    An irgendeiner Stelle im Buch (ich finde sie gerade nicht mehr) heißt es, dass jede Seele einen Körper braucht. Das wäre dann sozusagen die Festplatte. ;)


    Also eine körperlose Existenz? Ein interessanter Gedanke! Was denkt Ihr: Was wären die Hauptunterschiede zwischen den Menschen, die keinen Körper (mehr) hätten und "körpergebundenen" Menschen? Was hätten sie für Bedürfnisse und Fähigkeiten? Wie sähe ihr Alltag aus? Wären es überhaupt noch Menschen - ganz ohne Körper?

    Ich denke, sie wären dann so ein bisschen wie Mr. Smith & Kollegen in der Matrix. Sie agieren in einer gerechneten Realität. Inwieweit sie diese verändern oder beeinflussen können, hängt vom Rechner an oder irgendwelchen Regularien, die die Architekten dieser Welt einprogrammiert haben.

    Überhaupt wäre alles ein bisschen wie Matrix nur ohne die reale Welt, in der die Menschen in diesen Brutkästen liegen.

  • An irgendeiner Stelle im Buch (ich finde sie gerade nicht mehr) heißt es, dass jede Seele einen Körper braucht. Das wäre dann sozusagen die Festplatte. ;)

    Überhaupt wäre alles ein bisschen wie Matrix nur ohne die reale Welt, in der die Menschen in diesen Brutkästen liegen.

    Ja, an Matrix hatte ich zunächst auch gedacht. Aber die Seelen mit dem Computer zu verbinden, finde ich schon sehr spuky. Und fängt dann der Computer an zu fühlen? Immerhin ist die Seele ja auch für die Gefühlswelt und irrationale Denkweisen zuständig. Wird der Computer dann menschlicher? Ansonsten bräuchte er die Seele der Menschen doch nicht. Und die menschlichen Gehirne braucht ein hochentwickelter Rechner doch auch nicht mehr.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Muss für mich noch ordnen ob Koexistenzialisten nur für Koexistenz friedlicher Menschen mit friendlichen Aliens sind, oder ob das in Richtung gewaltfrei bis zum Tode geht.

    Sie sind jedenfalls aus verschiedenen pazifistischen Strömungen hervorgegangen. Unter diesen Vorläufern gab es radikale, die bis zur Selbstaufgabe gingen, und gemäßigte. Das wird sich auch in den Diskussionen der Koexistenzialisten widerspiegeln; beispielsweise plädiert Macro ja für Kompromisse im Sinne eines "Marsches durch die Institutionen". Der würde bestimmt erfordern, auch von den "reinen, puren Forderungen" ein Stück weit abzurücken.

    Was mir in der Reihe sehr gut gefällt ist die Sache mit den unterschiedlichen Regierungsformen auf den Schiffen.

    Das war ja sicher nicht von Anfang an so, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt.

    Die Schiffe des Schwarms stammen von unterschiedlichen Kolonialwelten (bei der SQUID wird zum Beispiel explizit gesagt, dass sie Überlebende von einer dem Untergang geweihten Kolonie aufgenommen hat). Von daher haben sie unterschiedliche Startpunkte. Dennoch hast du recht: Die letzte Planetare Kolonie ist schon vor Generationen untergegangen, und in dieser Zeit haben sich die Gesellschaften auf den Großraumschiffen natürlich auch weiterentwickelt. Bei der ESOX haben wir ein Beispiel dafür, dass diese Weiterentwicklung dem Rest des Schwarms nicht gepasst hat ...

    Sicher wären schon heute einige bereit, sich Technik implantieren zu lassen, um rund um die Uhr mit ihren gebliebten Smartphone verbunden zu sein...

    Es gibt schon Modellversuche mit Chips, die man sich unter die Haut applizieren lässt. In einem Unternehmen, ich glaube in Schweden, kann man die zum Bezahlen in der Kantine verwenden und auch als Zugangsschlüssel innerhalb des Unternehmens. Man hält einfach die Hand vor einen Scanner (der Chip steckt zwischen Daumen und Zeigefinger). Ein Vorteil liegt darin, dass man einen solchen Chip nicht verlieren kann und er auch nur mit sehr starker krimineller Energie geklaut werden kann, und selbst dann ist der Diebstahl nutzlos, weil man ihn sofort sperren lassen kann. Andererseits liegen die Missbrauchsmöglichkeiten á la Überwachungsstaat auf der Hand. Diese sind allerdings auch schon mit unseren Smartphones (und sonstigen Smart-Geräten) immens ...

    Überhaupt so etwas [eine Dyson-Sphäre] bauen zu können, entzieht sich meiner Synapsen.

    Im Grunde ist es eine recht gradlinige Entwicklung.

    Heute kennen wir Solarzellen. Die haben aber den Nachteil, dass sie keine Energie liefern, wenn Wolken vor der Sonne stehen oder es Nacht ist.

    Also kann man sie in den Weltraum schießen. Dort ist nie Nacht, und es gibt keine Wolken.

    Je näher man sie an die Sonne bringt, desto mehr Sonnenlicht = desto mehr Energie kriegen sie pro Quadratzentimeter ab.

    Und um die komplette Energie der Sonne aufzufangen, muss man sie eben vollständig mit solchen Solarzellen umhüllen.

    In der Praxis tauchen da natürlich erhebliche Schwierigkeiten auf. ^^


    Nun ja, Aneste ist eine Mörderin, eine Rebellin, vielleicht sogar eine Art Terroristin?

    Da sprichst Du etwas Faszinierendes an! Ich finde interessant, dass der Unterschied zwischen diesen Kategorien oftmals gar nicht in den Aktionen liegt, die jemand ausführt, sondern lediglich in der moralischen Bewertung seiner Motive ...

    Es gibt ja diese berühmte Weisheit, dass die Sieger die Geschichte schreiben - das ist hier ein wesentlicher Faktor ...


    Überhaupt wäre alles ein bisschen wie Matrix nur ohne die reale Welt, in der die Menschen in diesen Brutkästen liegen.

    "Matrix" ist natürlich ein faszinierender, bahnbrechender Film. Dort simuliert der Computer im Prinzip die Welt, wie wir sie kennen.

    Nur - weshalb sollte er das tun?

    Wenn wir keinen Körper mehr hätten - wieso sollten wir uns vorstellen (wollen), noch einen zu haben, und ebenso agieren? Bräuchten wir dann noch Schlaf - würden wir diese Zeit nicht lieber anders nutzen wollen? Würden wir altern - wieso? Nahrungsaufnahme ... Sinnliche Erfahrungen - wieso den Umweg über einen Körper, warum nicht direkt die entsprechenden Sektoren im Hirn stimulieren? Sofern wir überhaupt noch ein Hirn hätten ...

  • Die Situation auf der ESOX zeigt ein klareres Bild von Aneste, das sich nicht zu ihrem Vorteil wendet. Sie wirkt hier mehr wie eine Guerilla Soldatin ans wie die "Unterdrückte" als die Sie sich sieht.

    Nein, ich möchte nicht, dass sie erfolg hat, weil sie eine Terroristin ist. Aber gleichzeitig habe ich doch ein kleines bisschen mit ihr gefiebert. Sie ist eben doch ein Mensch, dem ich noch zugestehen will, dass er durch die Gesamtumstände radikalisiert und fehlgeleitet worden ist.

    Ich konnte nicht genau nachvollziehen, was Aneste in dem Transportmittel genau getan hat und auch die Handlungen ihrer Kollegen habe ich nicht ganz verstanden. Für mich habe ich gedanklich das Ganze mit dem Ergebnis abgehakt, dass die Rebellen Chaos stiften wollen.

    ich merke wiedermal, dass ich anders denke. Ich bin auf der Seite der Leute von der ESOX. Es war ihre Entscheidung so zu leben und die anderen Schiffe haben beschlossen, sie von diese Lebensweise befreien zu müssen und haben sich dabei ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt. Nun leben die Menschen er ESOX wie Gefangene auf ihrem eigenen Schiff. Mit welchem Recht haben das die anderen Schiffe gemacht? Leben die Menschen auf der SQUID weniger unter der Leitung einer religiösen Diktatur, ist das was anderes als Die Leitung durch einen Computer? Ich würde wenn ich die Wahl nur zwischen diesen zwei Schiffen hätte lieber auf die ESOX gehen. Die Besatzer haben dann ihre Offiziere hingeschickt, die aufpassen, dass sich die Gesellschaft nicht wieder erholen kann. Natürlich würde ich versuchen, diese Leute los zu werden. Mit Diplomatie geht es ja scheinbar nicht, denn man glaubt den Menschen der ESOX nicht. Sie sind ja vom Computer manipuliert. Diese Kommandanten, die da hingeschickt werden, benehmen sich als Eroberer, befehlen, spielen Gott (wer bekommt Hilfe und wer nicht). Moralisch sind sie auch nicht gerade liebenswert.

    Sie ist also eine Terroristin? Weil sie für ihre Gesellschaft kämpft, für die Selbstbestimmung ihres Volkes? Sicher waren dann die Vietnamesen, die im Dschungel gegen die Übermacht der Amerikaner kämpften auch alles Terroristen, stimmt, nach amerikanischer Aussage waren sie das. nach meinem Empfinden waren sie Freiheitskämpfer. So sehe ich auch diese Truppe um Aneste. Ich würde ihr wünschen, dass sie es schafft zu überleben, schon, wegen ihrer Mutter. Aber ihr Kampf ist aussichtslos. Es sei denn Kara sieht einen Weg für eine friedliche Lösung. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden sich anfreunden und daraus etwas erwächst, was der ESOX hilft.

    Ich stehe wirklich sehr verwundert der allgemeinen Verurteilung dieser Gruppe um Aneste gegenüber. Sicher würde sie nicht töten, wenn ihr ein anderer Weg geboten wird. also liegt meine Hoffnung bei Kara.


    Also könnte sich in der Sphäre ein Supercomputer verstecken, in dem wiederum die Menschen des Noraste-Systems als elektronische Geister weiterleben und der Computer stellt ihnen dafür eine Welt zur Verfügung, die er aufwändig berechnen muss. Daher braucht er Energie und die besorgt er sich aus der Sonne. Für die Sphäre hat man konsequenterweise den oder die Planeten zerlegt, weil man braucht die ja nicht mehr, wenn man im Computer wohnt.

    Das klingt logisch und könnte die Konsequenz sein, deren Anfang im Speicherbild gezeigt wurde. Aber dann wären die Menschend er ESOX auf einer Entwicklungsebene dazwischen. Das könnte eventuell Absicht sein ??

  • Sie ist also eine Terroristin? Weil sie für ihre Gesellschaft kämpft, für die Selbstbestimmung ihres Volkes? Sicher waren dann die Vietnamesen, die im Dschungel gegen die Übermacht der Amerikaner kämpften auch alles Terroristen, stimmt, nach amerikanischer Aussage waren sie das. nach meinem Empfinden waren sie Freiheitskämpfer.

    Ja, für mich ist sie eine Terroristin. Ich wähle den Begriff bewusst, weil sie nicht offen kämpft und sich die Aggression nicht nur gegen Soldaten richtet, sondern auch gegen jeden, der nicht auf ihrer Linie liegt. Soweit ich das sehe, agieren nur die Soldaten von der PARAYA provokativ, um sich zu trainieren. Andere Kommissare scheinen nicht so restriktiv zu sein.

    Daher kann ich sie nicht als Freiheitskämpferin oder Rebellin bezeichnen.

    Gleich wohl kann ich Deinen Standpunkt und Blickwinkel nachvollziehen. Ich teile ihn ja sogar ein bisschen. Natürlich haben die Umstände und die Handlungen der anderen Schiffsbesatzungen zu ihrer Radikalisierung geführt. Dennoch kann ich die Mittel nicht gut heißen. Insbesondere die Kollateralschäden nicht.

  • Zitat

    Ich stehe wirklich sehr verwundert der allgemeinen Verurteilung dieser Gruppe um Aneste gegenüber.

    Ich Verurteile nicht Aneste und auch nicht ihr Ziel, ich verurteile ihren Weg. Zu ihr selber hab ich noch keinen klaren Stand muss ich sagen, aber meine Sympathien schwinden rapide, je mehr ihr Hass sich zeigt. Hass war noch nie ein guter Ratgeber, und ihre Art der Kriegsführung provoziert eher noch mehr Druck von oben als das er sie voran bringt.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Leben die Menschen auf der SQUID weniger unter der Leitung einer religiösen Diktatur, ist das was anderes als Die Leitung durch einen Computer?

    Die Ablehnung der ESOX lag nicht daran, dass ihr politisches System besonders restriktiv war, sondern an der Frage, ob sie ihre Menschlichkeit aufgeben. Die Menschheit sieht sich als bedrohte Spezies und glaubt, es sich nicht leisten zu können, wenn sie auch noch von innen erodiert. Letztlich ist es also die Frage, ob jemand, der nicht mehr als Individuum denkt, sondern zu einer untergeordneten Recheneinheit des Zentralcomputers wird, noch ein Mensch ist - und das haben die anderen Schiffe verneint.

    Ja, für mich ist sie eine Terroristin. Ich wähle den Begriff bewusst, weil sie nicht offen kämpft und sich die Aggression nicht nur gegen Soldaten richtet, sondern auch gegen jeden, der nicht auf ihrer Linie liegt.

    Ich Verurteile nicht Aneste und auch nicht ihr Ziel, ich verurteile ihren Weg.

    Im engeren Sinne ist eine Terroristin jemand, die "Terror", also "Schrecken", als Waffe einsetzt. Sie will einen Umsturz eines politischen Systems herbeiführen, indem sie die Bevölkerung in Panik versetzt, bis das gesellschaftliche Leben zusammenbricht, und die Autoritäten zwingt, so viele Ressourcen in Sicherungsmaßnahmen zu stecken, bis das System ökonomisch zusammenbricht.

    Ein anderer Begriff, der zur Einordnung vielleicht nützlich ist, ist der des Kriegsverbrechens. Es gibt ein Kriegsrecht, das manche Dinge gestattet (wie etwa, einen Feind zu erschießen) und andere verbietet (wie den Einsatz von Giftgas). Ein einzelner Soldat kann ja zunächst einmal nichts dafür, dass Krieg ist (Aneste konnte auch nichts dafür, dass die ESOX besetzt wurde), aber das rechtfertigt noch nicht alle Grausamkeiten.

    Wenn Aneste von "Okkupanten" spricht, meint sie damit die Besatzungstruppen (militärische Ziele) und auch die "Verwaltungsbeamten", die die anderen Schiffe auf die ESOX geschickt haben (wenn man so will "Systemvertreter"). Aber auch ihre Gedanken gegenüber den Esoxern, die den Widerstand nicht unterstützen, sondern sich mit den Verhältnissen arrangieren, sind ja nicht gerade freundlich ...

  • Naja, auch der Gedankengang von Aneste, dass man entweder für oder gegen sie ist, ist mir sehr suspekt, weshalb ich keine Sympathien mit ihr habe. Auch, dass sie Gewalt als einzige Möglichkeit sieht spricht nicht gerade für sie.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    Caren

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    Dani79

  4. Freitag, 13. April 2018, 09:59 - Sonntag, 29. April 2018, 10:59

    Avila