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  • Ich hab mich mal wieder durch einen Teil der Beiträge gelesen und werde darauf jetzt erstmal eingehen.

    Interessant finde ich das zwei bekannte Koexistentialisten zusammen auf die ESOX geschickt werden sollen, so kurz nach einer Situation, die aus militärischer Sicht eher Härte erfordert.

    Vielleicht sieht man ja ein, dass militärische Härte nicht immer die Lösung ist und versucht es erstmal "im Gutem". Außerdem schwächt sich der verbliebene Rest der Menschheit doch durch militärische Auseinandersetzungen selbst. Ich finde es gut, dass Kara und Macro eine Möglichkeit bekommen, die Situation zu entschärfen.

    Also könnte sich in der Sphäre ein Supercomputer verstecken, in dem wiederum die Menschen des Noraste-Systems als elektronische Geister weiterleben und der Computer stellt ihnen dafür eine Welt zur Verfügung, die er aufwändig berechnen muss. Daher braucht er Energie und die besorgt er sich aus der Sonne. Für die Sphäre hat man konsequenterweise den oder die Planeten zerlegt, weil man braucht die ja nicht mehr, wenn man im Computer wohnt.

    Das waren auch meine Gedanken als er sich am Ende mit dem globalen Netzwerk verbindet. Ich hatte dabei gleich irgendwie die "Matrix" im Kopf oder eben eine Welt, in der die Menschen zwar körperlich noch vorhanden sind, ihr Leben sich aber virtuell abspielt.

    Also eine körperlose Existenz? Ein interessanter Gedanke! Was denkt Ihr: Was wären die Hauptunterschiede zwischen den Menschen, die keinen Körper (mehr) hätten und "körpergebundenen" Menschen? Was hätten sie für Bedürfnisse und Fähigkeiten? Wie sähe ihr Alltag aus? Wären es überhaupt noch Menschen - ganz ohne Körper?

    Wie gesagt: ich bin irgendwie immer noch in der Matrix. Aber die Idee, dass die Menschen doch noch wirklich existieren und einen eigenen Willen haben (haben sie das in einem Zentral-Netzwerk? Die Diskussion hatten wir in Bezug auf dei ESOX doch auch schon mal, glaube ich), hat was. Da muss ich mal drüber nachdenken.

    Kara hatte ich in Feuer der Leere eigentlich als zwar etwas naiv, aber im Grunde sympathisch empfunden. Aber kaum hat sie den einen Kerl abserviert, fühlt sie sich schon zum nächsten körperlich hingezogen. Ich habe mich gefragt, ob die Dame da irgendein Problem hat. Kein Wunder, dass sie ihre Beziehungen so schnell wechselt.

    Kara scheint ständig mit den Augen alle männlichen Lesewesen in ihrer Umgebung abzuchecken. Einer ist weg, schon ist sie auf der Suche nach dem Nächsten. Als Koexistentialistin ist es ihr Bestreben, dass alle nebeneinander leben können, aber doch nicht unbedingt so eng miteinander. Oder gibt es ein Nymphomaninnen-Gen, das bei ihr besonders stark ausgeprägt ist ?

    Sie hat da ein psychologisches Problem, ja.

    Andere haben Angst vor Spinnen, oder sie essen mehr, als ihnen guttut. Bei Kara sind es Männer. Aber ich glaube, jeder Mensch hat irgendwelche Schwächen.

    Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt. Sie hat ihren Kerl abserviert, weil er ihr nicht gepasst hat (um es mal krass zu formulieren) und nun findet sie einen anderen anziehend. Warum hat sich dann gleich ein psychologisches Problem? Ist die Sehnsucht nach der Nähe zu anderen Menschen (geistig wie körperlich) nicht eine ureigenste menschliche Eigenschaft?

    Als ich selbst mir dieses Spalier vorgestellt habe, setzte sich bei mir das Bild einer Toblerone-Schokolade fest ... Ich hoffe, das überträgt sich nicht auf die Leserinnen und Leser. Kommando: "Ehrenformation - Toblerone-Aufstellung einnehmen!"

    Was du hiermit erfolgreich in meinen Kopf gepflanzt hast. :stillgestanden:

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Und noch ein paar Gedanken zu Aneste:

    Aneste auf der Flucht... da kann ich ihr nicht die Daumen drücken. Dazu war der Abgang von Azrel zu fies.

    Das war wirklich fies, auch wenn ich Azrel nicht sonderlich mochte. Aber auf jeden Fall kreativ (nein - damit heiße ich die Tat nicht gut, sondern lobe eher die Fantasie des Autors)

    ich merke wiedermal, dass ich anders denke. Ich bin auf der Seite der Leute von der ESOX. Es war ihre Entscheidung so zu leben und die anderen Schiffe haben beschlossen, sie von diese Lebensweise befreien zu müssen und haben sich dabei ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt. Nun leben die Menschen er ESOX wie Gefangene auf ihrem eigenen Schiff. Mit welchem Recht haben das die anderen Schiffe gemacht? Leben die Menschen auf der SQUID weniger unter der Leitung einer religiösen Diktatur, ist das was anderes als Die Leitung durch einen Computer? Ich würde wenn ich die Wahl nur zwischen diesen zwei Schiffen hätte lieber auf die ESOX gehen. Die Besatzer haben dann ihre Offiziere hingeschickt, die aufpassen, dass sich die Gesellschaft nicht wieder erholen kann. Natürlich würde ich versuchen, diese Leute los zu werden. Mit Diplomatie geht es ja scheinbar nicht, denn man glaubt den Menschen der ESOX nicht. Sie sind ja vom Computer manipuliert. Diese Kommandanten, die da hingeschickt werden, benehmen sich als Eroberer, befehlen, spielen Gott (wer bekommt Hilfe und wer nicht). Moralisch sind sie auch nicht gerade liebenswert.

    Sie ist also eine Terroristin? Weil sie für ihre Gesellschaft kämpft, für die Selbstbestimmung ihres Volkes? Sicher waren dann die Vietnamesen, die im Dschungel gegen die Übermacht der Amerikaner kämpften auch alles Terroristen, stimmt, nach amerikanischer Aussage waren sie das. nach meinem Empfinden waren sie Freiheitskämpfer. So sehe ich auch diese Truppe um Aneste. Ich würde ihr wünschen, dass sie es schafft zu überleben, schon, wegen ihrer Mutter. Aber ihr Kampf ist aussichtslos. Es sei denn Kara sieht einen Weg für eine friedliche Lösung. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden sich anfreunden und daraus etwas erwächst, was der ESOX hilft.

    Ich stehe wirklich sehr verwundert der allgemeinen Verurteilung dieser Gruppe um Aneste gegenüber. Sicher würde sie nicht töten, wenn ihr ein anderer Weg geboten wird. also liegt meine Hoffnung bei Kara.

    Mein Gott, bin ich froh, dass ich nicht die einzige bin, die das so sieht. Ich finde es zu einfach, wenn man Aneste und ihre Gruppe als Terroristen abstempelt und damit fertig. Warum handeln sie so? Wer oder was hat sie zum dem gemacht, was sie jetzt sind. Sicher ist Gewalt kein Mittel zur Lösung von Konflikten, aber die Gewalt wurde ja von den anderen Schiffen auf die ESOX gebracht...

    Hass war noch nie ein guter Ratgeber, und ihre Art der Kriegsführung provoziert eher noch mehr Druck von oben als das er sie voran bringt.

    Auch das ist wahr, aber ich kann Aneste durchaus verstehen. Gewalt erzeugt Hass, Taten, die aus Hass verübt werden, erzeugen wieder Gewalt... ein Teufelskreis. Darum setzte ich große Hoffnungen auf Kara, damit diese Spirale durchbrochen werden kann.

    Es gibt ein Kriegsrecht, das manche Dinge gestattet (wie etwa, einen Feind zu erschießen) und andere verbietet (wie den Einsatz von Giftgas). Ein einzelner Soldat kann ja zunächst einmal nichts dafür, dass Krieg ist (Aneste konnte auch nichts dafür, dass die ESOX besetzt wurde), aber das rechtfertigt noch nicht alle Grausamkeiten.

    Ich finde ja schon den Begriff "Kriegsrecht" ziemlich ätzend. Er gaukelt etwas vor, das es nicht gibt. Es kann im Krieg kein Recht geben. Aber diese Themen hier zu diskutieren, würde wohl den Rahmen sprengen ;)


    Was das Ende des Kapitels angeht, frage ich mich jetzt natürlich, was "das Notwendige" ist, das Aneste getan hat und muss schleunigst weiterlesen.

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Naja, auch der Gedankengang von Aneste, dass man entweder für oder gegen sie ist, ist mir sehr suspekt, weshalb ich keine Sympathien mit ihr habe. Auch, dass sie Gewalt als einzige Möglichkeit sieht spricht nicht gerade für sie.

    Das sagt sich schön, wenn man nicht in ihrer Situation ist. Welche Mittel schlägst du denn vor, wenn ihre Gesellschaft von allen anderen Schiffen nicht toleriert wird? In Feuer der Leere wurde gesagt, dass die Invasoren ohne Kenntnis dessen, was sie da anrichten Gehirne von Menschen zerstört haben und zwar massenweise. Sie haben alle entwaffnet und deshalb bedienen sich die Kämpfer des einzigen Vorteils, den sie haben - ihrer Computerkenntnisse. Wenn ein Gegner viel stärker ist als man selbst, hat man im offenen Kampf doch keine Chance. Man könnte sich natürlich auch abschlachten lassen.


    je mehr ihr Hass sich zeigt. Hass war noch nie ein guter Ratgeber, und ihre Art der Kriegsführung provoziert eher noch mehr Druck von oben als das er sie voran bringt.n

    Es ist leicht Hass zu verurteilen, ich weiß auch, dass es sinnlos ist, aber das ist ein Gefühl und ich kenne das Gefühl, wenn die Heimat genommen wird. Das ist kein schönes Gefühl. Hier wird die Heimat genommen, denn Heimat ist nicht das Schiff, sondern die Gesellschaft in der man gelebt hat. Dazu geschieht das noch mit Toten. Man kann sich also Tote leisten und kaputte Menschen, aber keine, die mit einem Computer vernetzt sind. Ach, ich hasse diese Arroganz der anderen Schiffe genauso wie sie! Dabei bin ich noch nicht mal betroffen.

    Die Ablehnung der ESOX lag nicht daran, dass ihr politisches System besonders restriktiv war, sondern an der Frage, ob sie ihre Menschlichkeit aufgeben. Die Menschheit sieht sich als bedrohte Spezies und glaubt, es sich nicht leisten zu können, wenn sie auch noch von innen erodiert. Letztlich ist es also die Frage, ob jemand, der nicht mehr als Individuum denkt, sondern zu einer untergeordneten Recheneinheit des Zentralcomputers wird, noch ein Mensch ist - und das haben die anderen Schiffe verneint.

    DA bin ich mal gespannt, wann die Schiffe die SQUId angreifen. Die rote Familie hat für mich wesentlich weniger Menschliches als die Leute von der ESOX.

    Wenn Aneste von "Okkupanten" spricht, meint sie damit die Besatzungstruppen (militärische Ziele) und auch die "Verwaltungsbeamten", die die anderen Schiffe auf die ESOX geschickt haben (wenn man so will "Systemvertreter"). Aber auch ihre Gedanken gegenüber den Esoxern, die den Widerstand nicht unterstützen, sondern sich mit den Verhältnissen arrangieren, sind ja nicht gerade freundlich ...

    Bisher sind nur Militärs umgekommen, denn die "Beamtin" war von der MARLIN. Die dürfen ihre Waffen einsetzen, weil sie Soldaten sind?

  • Das sagt sich schön, wenn man nicht in ihrer Situation ist. Welche Mittel schlägst du denn vor, wenn ihre Gesellschaft von allen anderen Schiffen nicht toleriert wird? In Feuer der Leere wurde gesagt, dass die Invasoren ohne Kenntnis dessen, was sie da anrichten Gehirne von Menschen zerstört haben und zwar massenweise.

    Also ich kann nur so darüber denken, wie sie in diesem Buch dargestellt wird, da ich das andere Buch noch nicht gelesen habe. Ich denke trotzdem, dass man nicht zu Gewalt greifen sollte. Sie sieht jeden Menschen, der nicht genau so wie sie denkt, als Feind an. Dabei denke ich, dass sie z.B. bei Kara auf Verständnis treffen würde. Aber, da sie bei den Ansichten von Aneste aber nicht gleich jauchzend vor Freude aufspringen wird, ist sie aus der Sicht von Aneste sehr wahrscheinlich trotzdem ein Feind und diese Einstellung führt nur zu immer mehr Gewalt. Dementsprechend ist Aneste für mich definitiv kein Sympathieträger.

  • der Gedankengang von Aneste, dass man entweder für oder gegen sie ist, ist mir sehr suspekt,

    Das ist sicher etwas, das alle Fanatiker teilen.

    Andererseits gibt es bei jedem von uns sicher Sachen, bei denen wir sagen: "Das geht gar nicht - unter keinen Umständen!" Zum Beispiel Kinderschändung. Nur haben die meisten Menschen einen breiten Toleranzbereich: "Ich würde dies und jenes zwar nicht machen (z.B. Science-Fiction-Bücher lesen) - aber wenn du das machen willst - bitte sehr!" Aneste hat diesen Toleranzbereich zwischen ihren eigenen politischen Vorstellungen und denen ihrer Gegner wohl praktisch gar nicht.


    Aber die Idee, dass die Menschen doch noch wirklich existieren und einen eigenen Willen haben (haben sie das in einem Zentral-Netzwerk? Die Diskussion hatten wir in Bezug auf dei ESOX doch auch schon mal, glaube ich), hat was. Da muss ich mal drüber nachdenken.

    Darüber werden wir in dieser Leserunde bestimmt noch gemeinsam nachdenken ... ;)


    Sie hat ihren Kerl abserviert, weil er ihr nicht gepasst hat (um es mal krass zu formulieren) und nun findet sie einen anderen anziehend.

    Ich frage mich bei solchen Figuren immer, ob sie anders wahrgenommen würden, wenn sie das andere Geschlecht hätten ... Wenn ein Mann so handeln würde wie Kara - würde man das suspekt finden?

    Ein Problem hat sie trotzdem, und zwar schlicht deswegen, weil sie es als problematisch empfindet. Sie leidet zwar nicht comichaft darunter, aber die (anscheinde?) Unfähigkeit, eine langfristige Beziehung einzugehen, ist etwas, dass sie an sich selbst stört.

    Es kann im Krieg kein Recht geben.

    Der Umkehrschluss ist dann sehr gefährlich, denn er würde lauten: Sobald der Krieg ausgebrochen ist, ist alles erlaubt.

    Genau dagegen gibt es das Kriegsrecht. Der Krieg an sich kann rechtens sein (wie die Invasion gegen Hitler-Deutschland), oder er kann ein Verbrechen sein (wie der deutsche Überfall auf Polen). Dafür müssen sich die Anführer verantworten. Aber unabhängig davon hat auch jeder, der eine Waffe trägt, eine persönliche Verantwortung. Man darf sich nicht daran beteiligen, die Zivilisten in einem Ort zusammenzutreiben und zu erschießen - auch dann nicht, wenn es befohlen wurde.


    Man könnte sich natürlich auch abschlachten lassen.

    Es gibt ja auch Leute auf der ESOX, die einen anderen Weg gehen: Sie arrangieren sich mit den "Okkupanten", treiben Handel, erwerben Geschäftslizenzen ... Es ist ja nicht so, dass die Kommissare willkürlich sämtliche Esoxer erschießen würden.


    Hier wird die Heimat genommen, denn Heimat ist nicht das Schiff, sondern die Gesellschaft in der man gelebt hat.

    Da sprichst Du einen entscheidenden Punkt an: Heimat ist viel mehr ein Gefühl der Zugehörigkeit als ein Gebiet auf einer Karte. Das ist ja auch aktuell in der Diskussion, mit dem neuen "Heimatministerium".

    DA bin ich mal gespannt, wann die Schiffe die SQUId angreifen.

    Da sind sie inkonsequent - wie im echten Leben. Wenn ich mir überlege, welche Diktaturen es zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf der Erde gegeben hat, wäre der Irak sicher nicht die erste gewesen, in der ein "Regime Change" dringend geboten erschien. Aber bei den anderen sprachen eben andere Interessen dagegen - und im Schwarm legt sich niemand mit der SQUID an.


    Die dürfen ihre Waffen einsetzen, weil sie Soldaten sind?

    Wenn wir beim Kriegsrecht bleiben, geht es weniger darum, wer eine Waffe abfeuern darf, als um die Ziele, die er auswählt ...


    Also ich kann nur so darüber denken, wie [Aneste] in diesem Buch dargestellt wird, da ich das andere Buch noch nicht gelesen habe.

    Aneste taucht in Feuer der Leere nicht auf, sie ist eine neue Figur. Allerdings wird dort die Situation auf der ESOX schon ein bisschen geschildert - aber eher historisch, die Bewegung der Befreier ist ebenfalls neu in Das Imago-Projekt.

  • Als ich selbst mir dieses Spalier vorgestellt habe, setzte sich bei mir das Bild einer Toblerone-Schokolade fest ... Ich hoffe, das überträgt sich nicht auf die Leserinnen und Leser. Kommando: "Ehrenformation - Toblerone-Aufstellung einnehmen!"

    Was du hiermit erfolgreich in meinen Kopf gepflanzt hast. :stillgestanden:

    In meinen jetzt auch, ausserdem krieg ich Hunger auf Toblerone....

    Fenli ka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich habe im dritten Abschnitt bemerkt, dass Marco gar nicht Marco, sondern Macro heißt rotwerd


    Das, was Macro über Noraste erzählt, ist ja hochinteressant, dass die Sonne womöglich weiterhin konstant brennt wie zu den Zeiten der Aufzeichnungen. Es gibt ja auch Funkkontakt aus dem Inneren der Sphäre. Auf dem eBook sind die Cover immer nicht so gut zu erkennen und schwarzweiß, aber die Sphäre könnte doch dem Bild auf dem Cover entsprechen, oder?


    Wer hat so etwas Gigantisches gebaut? Diese Ausmaße sind unvorstellbar. Vielleicht der Computer, dem Iljow und Saundra seinerzeit die Kontrolle über Klima und Wetter überlassen haben? Hat der Computer den Bau des Schutzschildes veranlasst, um das Klima zu schützen und die Sonnenenergie zu nutzen? Das wäre in jedem Fall sehr umweltfreundlich.


    Ob die Sphäre auch für den Angriff auf die 28 Schiffe des Schwarms im Rotraum verantwortlich ist, wissen wir noch nicht. In jedem Fall ist ein neuerlicher Übertritt in den Rotraum mehr als gefährlich.

    Die Rote Familie steht doch dem Rotraum so nahe, kann sie denn nicht herausfinden, was Sache ist?


    Aber weder Ugron noch Rila lassen sich in die Karten sehen, seit dem "Wutausbruch" von Mutter scheinen sie immer unnahbarer zu werden. Und für die Bewohner der SQUID immer weniger einschätzbar. Jemand wie Berglen kann sich glücklich schätzen, überhaupt so lange in der Nähe der beiden überlebt zu haben. Aber wirklich wohl scheint er sich dabei auch nicht zu fühlen.

    Bei dem rückblickenden Gespräch, welches Berglen mit Ugron in der Vergangenheit geführt hat (nachdem sie 2 Stunden nebeneinander geschwiegen haben) und in dem Ugron sagt, er liebe die Menschen, auch wenn er sie nicht verstehe, könnte ich mir gut vorstellen, dass das auch die Meinung von Mutter widerspiegelt.


    Für Aneste und ihre Mitstreiter wird es ganz schön eng, die Verfolger sind ihnen dicht auf den Fersen, was aber klar war, nachdem sie Azrel und seine Geliebte ausgelöscht haben. Aufschlussreich fand ich die Szene, in der Aneste hin- und hergerissen ist bzgl. ihres bewusstlosten Verfolgers. Als ihr klar wird, dass er trotz Hochzüchtung und Okkupant ein lebender Mensch ist und es ihr schwer fällt, ihn umzubringen, solange er hilflos ist. Das hat mir wieder gut gefallen, dass auch Aneste so unterschiedliche Seiten hat.


    Für Pytene und die Anderen kommt jedoch jede Hilfe zu spät: sie wählen den Freitod, um ihren Verfolgern zu entkommen und nicht Gefahr zu laufen, Geheimnisse der Rebellen verraten zu können. Das zeigt, dass es ihnen wirklich ernst ist.


    Das dritte Speicherbild ist eine Art Ernüchterung auf den idealistischen Blick in die Zukunft des zweiten Bildes: Saundra und Iljow sind nicht mehr glücklich miteinander, das gemeinsame Kind ist nicht auf die Welt gekommen. Mit der Fehlgeburt wird ihre Beziehung damals den ersten Bruch bekommen haben, wobei es für Iljow noch schwieriger gewesen war, wie es scheint. Die Klimakontrolle war dagegen aber sehr erfolgreich. Das Ehepaar schwimmt in Geld, aber fühlt sich dennoch innerlich leer. Daher ist für es Iljow ein leichter letzter Schritt, vielleicht auch eine Art Flucht, sich mit dem planetaren Netzwerk zu verbinden. Kann es sein, dass Iljow aus dieser Verbindung nicht mehr rausgekommen ist (freiwillig oder unfreiwillig) und sein Denken/Geist sich jetzt in der Sphäre befindet?


    Mir gefällt das Buch in jedem Fall wieder ausgesprochen gut.

  • Wenn ein Gegner viel stärker ist als man selbst, hat man im offenen Kampf doch keine Chance. Man könnte sich natürlich auch abschlachten lassen.

    Fragt sich, ob Kampf überhaupt notwendig ist?


    Bisher sind nur Militärs umgekommen, denn die "Beamtin" war von der MARLIN. Die dürfen ihre Waffen einsetzen, weil sie Soldaten sind?

    In der Transportbox waren keine Soldaten.



    Ich frage mich bei solchen Figuren immer, ob sie anders wahrgenommen würden, wenn sie das andere Geschlecht hätten ... Wenn ein Mann so handeln würde wie Kara - würde man das suspekt finden?

    Ich befürchte, leider nein. Da sind die Schubladen in den Köpfen häufig ziemlich stabil.

  • Denkt Ihr, es ist eine kluge Entscheidung von Kara, der Abordnung zuzustimmen? Wird sie auf der ESOX ihren koexistenzialistischen Idealen treu blieben können - oder muss sie sich wenigstens ein Stück weit davon entfernen, um zumindest ein wenig davon umsetzen zu können?

    Es wird jedenfalls sicherlich nicht leicht für sie werden. Ich denke, sie wird an ihre Grenzen kommen. Was ist, wenn auch sie zur Zielscheibe der Rebellen wird? Das könnte spannend werden. Ich hoffe auf ein Zusammentreffen mit Aneste.

    Und wie steht Ihr zu Aneste? Wünscht Ihr Euch, dass sie gefasst wird, oder dass sie Erfolg hat?

    Ich finde Aneste sehr spannend und daher hoffe ich, dass sie noch eine ganze Zeit am Leben bleiben wird, auch weil ich auf ein Zusammentreffen zwischen ihr und Kara hoffe, das könnte spannend werden. Ich kann die Motivation der Rebellen verstehen, sie wurden ihrer Lebensader und ihres -stils beraubt und werden seither besetzt. Da kommt Unmut auf und das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, vor allem auch wenn man sieht, was der Bürgerkrieg mit Anestes Mutter angestellt hat.

    Aber die Mittel, mit denen sie ihre Ziele durchsetzen wollen, das ist mir zu viel Gewalt. Und ja, das hat auch für mich etwas terroristisches, ich musste immer wieder an die IRA denken.

    Hier geht es mir wie Lokoshan:

    Gleich wohl kann ich Deinen Standpunkt und Blickwinkel nachvollziehen. Ich teile ihn ja sogar ein bisschen. Natürlich haben die Umstände und die Handlungen der anderen Schiffsbesatzungen zu ihrer Radikalisierung geführt. Dennoch kann ich die Mittel nicht gut heißen. Insbesondere die Kollateralschäden nicht.


    Also: es ist noch Menschliches in ihr. Und ein paar Minuten später "tut sie das Notwendige". Ich nehme an, sie bringt ihre Kameraden um. Wiederum aber eher mittelbar. Das scheint ganz gut zu funktionieren.

    Nein, ich möchte nicht, dass sie erfolg hat, weil sie eine Terroristin ist. Aber gleichzeitig habe ich doch ein kleines bisschen mit ihr gefiebert.

    Genauso ging es mir auch.

    Ich hoffe, das überträgt sich nicht auf die Leserinnen und Leser. Kommando: "Ehrenformation - Toblerone-Aufstellung einnehmen!" :lachen:

    :totlach::totlach:

    Was mir in der Reihe sehr gut gefällt ist die Sache mit den unterschiedlichen Regierungsformen auf den Schiffen.

    Das war ja sicher nicht von Anfang an so, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Expertokratie, Meritokratie, Mutter-wird's-richten-kratie - das sind schöne Denkmodelle, und wenn man das ein oder andere Anstimmungsergebnis sieht fragt man sich, ob ein Mindest-IQ nicht sinnvoll wäre für das Wahlrecht.

    Wie sich auf den Schiffen verschiedene Regierungsformen ausgebildet haben, finde ich auch extrem spannend.

  • In Feuer der Leere wurde gesagt, dass die Invasoren ohne Kenntnis dessen, was sie da anrichten Gehirne von Menschen zerstört haben und zwar massenweise. Sie haben alle entwaffnet und deshalb bedienen sich die Kämpfer des einzigen Vorteils, den sie haben - ihrer Computerkenntnisse. Wenn ein Gegner viel stärker ist als man selbst, hat man im offenen Kampf doch keine Chance. Man könnte sich natürlich auch abschlachten lassen.

    Ich bin immer noch bei dir :) Für mich sind die eingesetzten Kommissare auf der ESOX definitiv nicht die Guten.

    Man kann sich also Tote leisten und kaputte Menschen, aber keine, die mit einem Computer vernetzt sind. Ach, ich hasse diese Arroganz der anderen Schiffe genauso wie sie! Dabei bin ich noch nicht mal betroffen.

    Faszinierend. Es ist schon interessant, wie sehr und mit welcher Leidenschaft wir Partei ergreifen. Sogar in einer völlig fiktiven Geschichte. Aber ich finde, das spricht für uns, weil wir nicht einfach alles als gegeben hinnnehmen und uns Gedanken um unsere Umwelt machen. Und es spricht für den Autor, der uns nach wenigen Seiten emotional so gepackt hat. :daumen:  Robert Corvus

    Nur haben die meisten Menschen einen breiten Toleranzbereich: "Ich würde dies und jenes zwar nicht machen (z.B. Science-Fiction-Bücher lesen) - aber wenn du das machen willst - bitte sehr!" Aneste hat diesen Toleranzbereich zwischen ihren eigenen politischen Vorstellungen und denen ihrer Gegner wohl praktisch gar nicht.

    Vielleicht ist ihre Toleranz aber auch einfach überstrapaziert worden? Bis mir nicht eindeutig das Gegenteil bewiesen wird, ist sie für mich keine Terroristin, sondern einfach nur ein verzweifelter Mensch, der seine Heimat und viele Freunde verloren hat und nun auf verlorenem Posten kämpft. Und ich wünsche mir sehr für sie, dass mit Kara und Macro eine Chance auf ein versöhnliches Ende für sie erwächst (kein Happy End, aber ein "und somit ist es in Ordnung")

    Ich frage mich bei solchen Figuren immer, ob sie anders wahrgenommen würden, wenn sie das andere Geschlecht hätten ... Wenn ein Mann so handeln würde wie Kara - würde man das suspekt finden?

    Wahrscheinlich würden die meisten das ziemlich in Ordnung bzw. normal finden und das ist auch ein Grund, aus dem ich Kara das Recht zuspreche, Partner zu wählen und zu wechseln, wie sie es gut findet (zumal sie ja auch Gründe für die Trennung hatte - der Typ war einfach nicht der richtige für sie).

    Ein Problem hat sie trotzdem, und zwar schlicht deswegen, weil sie es als problematisch empfindet. Sie leidet zwar nicht comichaft darunter, aber die (anscheinde?) Unfähigkeit, eine langfristige Beziehung einzugehen, ist etwas, dass sie an sich selbst stört.

    Okay... daran kann man arbeiten und ist deswegen nicht gleich psychisch gestört. Dass sie es selbst als schwierig wahrnimmt, spricht ja für sie. Finde ich.

    Der Umkehrschluss ist dann sehr gefährlich, denn er würde lauten: Sobald der Krieg ausgebrochen ist, ist alles erlaubt.

    Um Himmels Willen nein. So habe ich das nicht gemeint. Krieg ist Unrecht. Und im Krieg kann es kein Recht geben, denn es leiden am Ende immer die darunter, die gar nichts dafür können, dass der Konflikt in Gewalt ausgeartet ist.

    Heimat ist viel mehr ein Gefühl der Zugehörigkeit als ein Gebiet auf einer Karte.

    "Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat." Sibirisches Sprichwort und soooo wahr.

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Ich habe im dritten Abschnitt bemerkt, dass Marco gar nicht Marco, sondern Macro heißt

    Das ist ein normales "Leseverhalten", vor allem bei Leuten, die viel lesen. Solange der erste und der letzte Buchstabe richtig sind und alle benötigten Buchstaben vorkommen, dreht unser Hirn sie sich zurecht, bis wir das gewohnte Muster wahrnehmen.

    Verlage sind immer auf der Suche nach Leuten, die diese Fähigkeit nicht haben - die sind nämlich gute Korrektoren ...


    Auf dem eBook sind die Cover immer nicht so gut zu erkennen und schwarzweiß,

    Da kann meine Homepage helfen. Wenn Du mit dem Mauszeiger über das Titelbild gehst, wird es etwas größer. ;)

    Die Rote Familie steht doch dem Rotraum so nahe, kann sie denn nicht herausfinden, was Sache ist?

    Da stellt sich sofort die nächste Frage, die Du in Deinen weiteren Ausführungen auch andeutest: Sollte sich der gesamte Schwarm wirklich den doch etwas suspekten Leuten von der SQUID anvertrauen?


    sie wählen den Freitod,

    Ja, das stimmt - aber "Freitod" hat für die Befreier der ESOX eine etwas verschobene Bedeutung im Vergleich zu dem, was wir darunter verstehen. Das wird im nächsten Leseabschnitt deutlich. ;)


    Mir gefällt das Buch in jedem Fall wieder ausgesprochen gut.

    :freu:


    Ich kann die Motivation der Rebellen verstehen, sie wurden ihrer Lebensader und ihres -stils beraubt und werden seither besetzt.

    Ja, das muss man vielleicht ein wenig sacken lassen, aber es stimmt: Ihr komplettes Leben wurde "auf links gezogen". Nichts funktioniert mehr so, wie sie es gewohnt waren.


    Faszinierend. Es ist schon interessant, wie sehr und mit welcher Leidenschaft wir Partei ergreifen. Sogar in einer völlig fiktiven Geschichte.

    Ja, das empfinde ich als großes Kompliment. Mir scheint, meine Geschichte funktioniert. :jakka::jakka::jakka:


    Vielleicht ist ihre Toleranz aber auch einfach überstrapaziert worden?

    Auch da ist sicher viel dran. Unter dem Strich wurde die ESOX besetzt - da kann man den Besetzten nicht verübeln, wenn sie sich befreien wollen. Allerdings immer mit dem kleinen Fragezeichen, wie groß der Anteil derjenigen, die die Aktionen der Befreier gutheißen, in der Bevölkerung der ESOX überhaupt ist ...


    Okay... daran kann man arbeiten und ist deswegen nicht gleich psychisch gestört.

    Ich würde auch nicht von "psychisch gestört" sprechen, aber sie hat ein Problem, das psychischer (oder seelischer, wenn einem der Begriff besser gefällt) Natur ist. Wie jemand, der gern schlank wäre, aber ein bisschen dicklich ist (nicht krankhaft fett) - der hat dann ein Problem mit seinem Körper, ohne krank zu sein. Er geht vielleicht joggen und ernährt sich bewusster - und Kara arbeitet an ihrem psychischen Problem. Aber wir könnte die Lösung für sie aussehen?

  • Ich habe im dritten Abschnitt bemerkt, dass Marco gar nicht Marco, sondern Macro heißt

    Das ist ein normales "Leseverhalten", vor allem bei Leuten, die viel lesen. Solange der erste und der letzte Buchstabe richtig sind und alle benötigten Buchstaben vorkommen, dreht unser Hirn sie sich zurecht, bis wir das gewohnte Muster wahrnehmen.

    Verlage sind immer auf der Suche nach Leuten, die diese Fähigkeit nicht haben - die sind nämlich gute Korrektoren ...

    Das erkennen klappt bei mir meist, das Namen in Romanen merken dagegen nicht, da ich nach dem ersten Auftauchen die Namen quasi immer überfliege. Dadurch sacken sie nicht ein, und oft kann ich mir Namen von Nebenpersonen damit ähnlich gut (oder schlecht) merken wie häufigere. Und ich verwechsle ähnlich beginnende beim lesen dann gerne ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich muss sagen, dass mich diese Geschichte sehr nachdenklich macht. Man fängt einfach an, sich viele Fragen zu stellen, was die Zukunft der Menschheit so angeht. Vieles davon, könnte durchaus eintreten. Ich glaube, ich bin aber schon jetzt froh, dass ich all das nicht mehr erleben werde. Vieles macht mir echt Angst, so abgedroschen, wie das jetzt klingen mag.


    Beispielsweise die Nanoroboter. Man denke nur mal an Putin und Co. Welche Szenarien sich da offenbaren.


    Aneste mag ich einfach überhaupt nicht. Mich stört, dass sie sich selbst eigentlich nicht reflektiert. Sieht sie denn nicht, dass sie quasi mit der Distanz durch einen Bildschirm mal eben töten kann und es mit den eigenen Händen nicht hinbekommt? Sie spürt ja den Pulsschlag des Verletzten und alles.....Leben ist eben etwas anderes wenn man es "spürt"....hier haben wir wieder einen der Knackpunkte...."Das Gefühl".....vielleicht wird das wirklich noch eines der großen Themen der Menschheit in der Zukunft. Fragen wie "Ist Gefühl /Emotion wirklich etwas schlechtes, etwas das wir überwinden müssen, weil es uns vermeintlich schwach macht? Oder ist es nicht eher so, dass gerade unsere "Emotionale Intelligenz" eine DER Stärken des Menschen ist? Etwas, das es zu bewahren gilt, weil es und vor vielem schützt? "Emotionale Intelligenz" ist auch nicht so einfach messbar, wie andere Dinge, die beispielsweise bei einem IQ-Test gemessen werden können! Es gibt viele Menschen mit einem herausragenden IQ aber emotionale Intelligenz und Empathie geht ihnen quasi völlig ab. Ein Thema von vielen, das mich hier mal wieder beschäftigt.


    Dann fällt der Satz:" Sie sind alle anders als wir" im Bezug auf die Bewohner der SQUID. Auch das wieder eine existenzielle Frage. Und wo liegt der UNterschied, ob Menschen glauben im Sinne einer übernatürlichen Instanz zu handeln (gütige Mutter) oder einfach einem Kommandanten folgen?


    Ihr seht in meinem Kopf herrscht ein munteres Gedankenkarussell.


    Kara und Macro (was anstrengend zu lesen ist, denn mein Kopf schreit immer "MarCo", ich muss es also quasi mit Anstrengung jedes Mal umkehren!) Kara ist zu Recht angesäuert. Sollte Macro sie wirklich auch oder nur benutzen, um an sein Ziel zu kommen? Kara scheint sehr einsam zu sein, vielleicht ist das einer der Gründe, warum sie permanent die Fühler ausstreckt, was hier ja schon negativ hervorgehoben wurde. Einen Menschen zum Anlehnen zu suchen, finde ich jetzt nicht verwerflich. Da ist eher die FRage, ob Macro ihr das, was sie vermisst, überhaupt geben kann und will.


    Iljow und Saundra....da sind die Sequenzen ja immer sehr kurz. Hier zeigt sich gut, wie unterschiedlich Frauen und Männer mit Verlust und Trauer umgehen können. Und er hat Recht, wenn er am Ende feststellt, dass er sich alles kaufen kann, nur nicht das Leben seiner Tochter. Hier zeigt sich, dass uns der Tod doch bei allem Fortschritt immer noch eine GRenze setzt, die wir (noch) nicht überwinden können. Iljow und Saundra treiben auseinander....beide merken das und doch scheinen sie nicht in der Lage zu sein, gegenzusteuern. Es geschieht einfach, das Leben und Schicksalsschläge verändern Menschen und Beziehungen. Ich bin gespannt, ob sie einen gemeinsamen Weg finden. Allerdings glaube ich es eher nicht.


    Mir gefällt die Geschichte weiter sehr gut, allerdings brauche ich immer etwas länger, als gewohnt für die Abschnitte, es strengt mich oft etwas an, aber nicht aus negativem Grund, sondern weil mich vieles, was in der Handlung passiert fordert und nachdenklich macht.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Verlage sind immer auf der Suche nach Leuten, die diese Fähigkeit nicht haben - die sind nämlich gute Korrektoren ...

    Das stimmt, solche Leute sind dafür wirklich optimal.

    Da stellt sich sofort die nächste Frage, die Du in Deinen weiteren Ausführungen auch andeutest: Sollte sich der gesamte Schwarm wirklich den doch etwas suspekten Leuten von der SQUID anvertrauen?

    Eher nicht, denn Ugron und Rila scheinen zunehmend ihr eigenes Süppchen zu kochen.

    Beispielsweise die Nanoroboter. Man denke nur mal an Putin und Co. Welche Szenarien sich da offenbaren.

    :o

    Dann fällt der Satz:" Sie sind alle anders als wir" im Bezug auf die Bewohner der SQUID. Auch das wieder eine existenzielle Frage. Und wo liegt der UNterschied, ob Menschen glauben im Sinne einer übernatürlichen Instanz zu handeln (gütige Mutter) oder einfach einem Kommandanten folgen?

    Das ist eine sehr gute Frage: was ist normal und was ist anders? Wer definiert das, welche Lebensweise soll die Referenz bilden? Wobei die SQUID in der Tat aus dem Schwarm heraussticht, weil sie das einzige lebende Schiff ist.

    Kara und Macro (was anstrengend zu lesen ist, denn mein Kopf schreit immer "MarCo", ich muss es also quasi mit Anstrengung jedes Mal umkehren!)

    Nun bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht:totlach:

  • Ich bin also doch nicht ganz allein mit meiner Sympathie für Aneste und die Menschen auf der ESOX, die für ein selbst bestimmtes Leben kämpfen. Ich habe mir mal so gedacht, wie die Leserunde reagieren würde, wenn es umgekehrt wäre (gibt ja genug Filme in denen Aliens die Erde annektieren, die wesentlich stärker sind) Was, wenn also böse Alien Das Schiff gekapert hätten und den Menschen ihr menschliches Leben nicht mehr erlauben würden. Die Menschen hätten keine Stimme in einem irgendwie gearteten Parlament, sondern würden einfach nur bewacht und waffenlos gehalten. Wäre die Stimmung dann ebenso? Wie war es denn vor der Zerstörung der Gesellschaft der ESOX, hat man sie da angehört und mit ihnen um Kompromisse gehandelt? Es klang bisher nicht so. Wenn ich mich recht erinnere ist der Sohn der Generalin wegen dieses Krieges aus der Armee ausgetreten. Nicht nur, weil er geführt wurde, sondern auch weil er mit solcher Brutalität geführt wurde. Aber das ist wieder menschlich, brutal zu sein.

    Außerdem haben wir in "Feuer der Leere" schon Menschen von der ESOX getroffen, die sich auch heimlich bewaffnet haben. Die waren aber eine gute Hilfe, oder nicht? Und nicht unsympathisch.

  • Ich bin also doch nicht ganz allein mit meiner Sympathie für Aneste und die Menschen auf der ESOX, die für ein selbst bestimmtes Leben kämpfen. Ich habe mir mal so gedacht, wie die Leserunde reagieren würde, wenn es umgekehrt wäre (gibt ja genug Filme in denen Aliens die Erde annektieren, die wesentlich stärker sind) Was, wenn also böse Alien Das Schiff gekapert hätten und den Menschen ihr menschliches Leben nicht mehr erlauben würden. Die Menschen hätten keine Stimme in einem irgendwie gearteten Parlament, sondern würden einfach nur bewacht und waffenlos gehalten. Wäre die Stimmung dann ebenso? Wie war es denn vor der Zerstörung der Gesellschaft der ESOX, hat man sie da angehört und mit ihnen um Kompromisse gehandelt? Es klang bisher nicht so. Wenn ich mich recht erinnere ist der Sohn der Generalin wegen dieses Krieges aus der Armee ausgetreten. Nicht nur, weil er geführt wurde, sondern auch weil er mit solcher Brutalität geführt wurde. Aber das ist wieder menschlich, brutal zu sein.

    Außerdem haben wir in "Feuer der Leere" schon Menschen von der ESOX getroffen, die sich auch heimlich bewaffnet haben. Die waren aber eine gute Hilfe, oder nicht? Und nicht unsympathisch.

    Die waren mir auch ob ihrer Taten, Worte und Ansichten (soweit erkennbar) sympatisch. Ich glaube hier geht grade die fehlende Sympathy für Aneste mit der durchaus existierenden Sympathie mit den Menschen der ESOX durcheinander. Vor dem Bürgerkrieg war die ESOX ein gleichberechtigtes Mitglied des Schwarms, soweit ich das verstanden habe.

    Starn ist ausgetreten weil er die Brutalität gesehen und erlebt hat. Hier erfahren wir das die Truppen damals nicht wussten was ihre Handlungen auslösen würden. Und auch die Komplexität der Implantate hätten sie damals noch weniger verstanden als jetzt.

    Ich glaube die Situation ist so komplex das es keine einfache Lösung gibt. Das ist vielleich mit ein Grund warum die Geschichte einen nach dem Buch zuklappen nicht los lässt.

    Zitat

    Ihr seht in meinem Kopf herrscht ein munteres Gedankenkarussell

    Dem stimme ich voll zu.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Allerdings immer mit dem kleinen Fragezeichen, wie groß der Anteil derjenigen, die die Aktionen der Befreier gutheißen, in der Bevölkerung der ESOX überhaupt ist ...

    Ja, das ist allerdings ein guter Einwand. Aber das weiß man eben nicht (zumindest wir im Moment nicht, vielleicht weiß der Autor ja mehr) und die schweigende Menge war und ist eines der zentralen Probleme der Menschheit. Wer immer nur im verborgenen vor sich hingrummelt, kann nun mal nichts bewegen und auch nichts verhindern.

    aber sie hat ein Problem, das psychischer (oder seelischer, wenn einem der Begriff besser gefällt) Natur ist. Wie jemand, der gern schlank wäre, aber ein bisschen dicklich ist (nicht krankhaft fett) - der hat dann ein Problem mit seinem Körper, ohne krank zu sein. Er geht vielleicht joggen und ernährt sich bewusster - und Kara arbeitet an ihrem psychischen Problem. Aber wir könnte die Lösung für sie aussehen?

    "Seelisch" gefällt mir wirklich besser, damit kann ich gut leben :) Dein Beispiel ist ein bisschen schlecht gewählt - es gibt ganz viele, die krank werden, weil sie ein Problem mit ihrem Körper haben. Aber es wird klar, was du meinst. Die Lösung für sie wäre ein bisschen mehr auf den andern zu- und auf ihn eingehen und anerkennen, dass niemand perfekt ist (sollte eine Koexistenzialistin eigentlich können, aber das Große Ganze ist immer etwas anderes als das Kleine Private) ;)

    "Das Gefühl".....vielleicht wird das wirklich noch eines der großen Themen der Menschheit in der Zukunft. Fragen wie "Ist Gefühl /Emotion wirklich etwas schlechtes, etwas das wir überwinden müssen, weil es uns vermeintlich schwach macht? Oder ist es nicht eher so, dass gerade unsere "Emotionale Intelligenz" eine DER Stärken des Menschen ist? Etwas, das es zu bewahren gilt, weil es und vor vielem schützt?

    Sehe ich so. Unsere Gefühle machen uns zu dem, was wir sind. Die, die wir zulassen, die die wir unterdrücken und die, die andere uns erleben lassen, wenn wir uns darau einlassen. Aber man kann natürlich dagegen halten, dass Hass und Wut auch Gefühle sind, die aber eben nichts Gutes bringen. Ich persönlich möchte nicht einer auf das Rationale beschränkten Welt leben.

    Iljow und Saundra treiben auseinander....beide merken das und doch scheinen sie nicht in der Lage zu sein, gegenzusteuern. Es geschieht einfach, das Leben und Schicksalsschläge verändern Menschen und Beziehungen.

    Das ist so. Und man kann einfach nichts dagegen tun und dem anderen die eigene Art damit umzugehen aufdrängen. Oftmals kann sie noch nicht mal so vermitteln, dass der andere sie versteht.

    Außerdem haben wir in "Feuer der Leere" schon Menschen von der ESOX getroffen, die sich auch heimlich bewaffnet haben. Die waren aber eine gute Hilfe, oder nicht? Und nicht unsympathisch.

    Daran habe ich vorher auch gedacht.

    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Ich habe gerade mit meinem Mann diskutiert und wir fragen uns, was wollte die Gruppe eigentlich erreichen. Chaos? Die Beschreibung des gegenwärtigen Lebens unterscheidet sich für die ESOX vermutlich nicht sehr (es gibt sicher sehr viele Menschen, die jetzt so sind wie die Mutter). Geht es nicht viel eher um einen Hilfeschrei, weil man ihnen anders nicht zuhört? Das ist ja die Hoffnung, wenn denn jemand käme, der bereit ist, nicht den begrenzten Maßstab anzulegen, wie bisher, sondern versucht die Gesellschaft der ESOX als gleichberechtigte Partner zu behandeln. Dieser Jemand könnte Kara sein zusammen mit Macro. Ich bin sicher, dass dann auch Bereitschaft auf der anderen Seite ist. Scheinbar scheint diese Aktion dann doch von Erfolg gekrönt zu sein, weil man Angst vor einem Aufstand hat. (immerhin, den möchte man nicht, obwohl auch der schnell niedergeschlagen wäre.) Diesmal will man es wohl mit Diplomatie versuchen. Mal sehen, ob die Kampfmaschinen der PAYRA auch mitmachen.

  • Vieles macht mir echt Angst, so abgedroschen, wie das jetzt klingen mag.

    Angst hat sich prinzipiell ja auch evolutionär als nützlich erwiesen: Sie lenkt unsere Aufmerksamkeit auf potenzielle Gefahren. Solange man sich nicht davon lähmen lässt, ist sie also sehr nützlich.


    Beispielsweise die Nanoroboter.

    In Das Imago-Projekt tauchen sie bislang als Kampfmaschinen auf, aber wie nahezu jede Technologie haben auch Nanoroboter sehr gute Eigenschaften. Sie könnten beispielsweise nicht nur Adern verstopfen, sondern sie auch von Gerinnseln befreien, also medizinisch eingesetzt werden.

    Oder ist es nicht eher so, dass gerade unsere "Emotionale Intelligenz" eine DER Stärken des Menschen ist?

    Oft belegen wir Emotionen und Emotionale Intelligenz per se positiv, aber eigentlich ist das ein neutraler Begriff. Emotionale Intelligenz kann sehr destruktiv oder sehr konstruktiv eingesetzt werden.

    Eine Ausgabe der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" beschäftigte sich mit verschiedenen Arten von Intelligenz und in einem der enthaltenen Artikel auch mit Genies. Der IQ misst mathematisch-logische Intelligenz, ein Beispiel für ein Genie in diesem Bereich ist Albert Einstein. Aber auch Adolf Hitler wurde als Genie genannt. Allerdings nicht in den Bereichen, die er gern gehabt hätte: Er war kein genialer Maler und auch kein genialer Feldherr. Seine Stärke war emotionale Intelligenz: Er konnte wie kaum jemand sonst die Emotionen seiner Gesprächspartner aufnehmen und so darauf reagieren, dass er diese auf emotionaler Ebene manipulieren konnte. Er hat nicht mit sachlichen Argumenten überzeugt, sondern mit Emotionen. Erstaunlicherweise gelang ihm das nicht nur in Einzelgesprächen, sondern auch, wenn er einen gut gefüllten Brauhauskeller, einen Festsaal, ein Stadion vor sich hatte. Die Menge war Wachs in seinen Händen - und um gegen seine Manipulation unempfindlich zu sein, musste man - um es ganz hart zu formulieren - auf einer bestimmten Frequenz emotional unempfänglich sein.

    Ich finde diese Analyse umso erstaunlicher, als Hitlers Reden für uns heutige Menschen (für mich zumindest) als Geschreie eines Cholerikers rüberkommen. Aber die Emotionen seiner Zeitgenossen hat er damit gepackt.

    Iljow und Saundra treiben auseinander....beide merken das und doch scheinen sie nicht in der Lage zu sein, gegenzusteuern.

    Schön, dass Du das so empfindest, denn das wollte ich auch vermitteln! Manchmal erkennt man zwar, was passiert, kann aber dennoch nichts dagegen machen. Diese Stimmung wollte ich einfangen.


    Das ist eine sehr gute Frage: was ist normal und was ist anders? Wer definiert das, welche Lebensweise soll die Referenz bilden?

    Ein Psychiater in einer Podiumsdiskussion hat die Frage einmal etwas anders gestellt: Ab wann ist ein seltsames Verhalten eine psychische Krankheit? Viele Leute haben seltsame Spleens, sammeln zum Beispiel mit 40 noch Kuscheltiere. Das ist aber keine Krankheit - es sei denn, es beeinträchtigt das Wohlbefinden des Betroffenen. Wenn er also nach Hause kommt und sich an seinen Häschen, Hündchen und Kätzchen aus Plüsch freut, ist alles in Ordnung. Wenn er aber Hemmungen hat, die Wohnungstür aufzuschließen, weil er sich dafür schämt, Kuscheltiere zu sammeln, hat er ein Problem.


    Ich bin also doch nicht ganz allein mit meiner Sympathie für Aneste und die Menschen auf der ESOX,

    Nein, da bist Du ganz sicher nicht allein. Das freut mich auch - dass man das Geschehen offenbar unterschiedlich beurteilen kann. Das lässt mich hoffen, der Komplexität der Situation mit meiner Beschreibung einigermaßen gerecht geworden zu sein. :jakka:


    Was, wenn also böse Alien Das Schiff gekapert hätten und den Menschen ihr menschliches Leben nicht mehr erlauben würden.

    Und was wäre, wenn diese Aliens uns zwar die Freiheit nehmen würden, dafür aber den Weltfrieden brächten, den Hunger abschaffen und die Umweltzerstörung rückgängig machen würden? Wenn sie die Erde in eine Art Erziehungsheim umwandeln würden, in dem die Menschheit über ein paar Generationen lernen soll, verantwortungsvoll mit ihrem Planeten umzugehen?

    Auch das ist ja Thema in einigen Science-Fiction-Geschichten.


    Außerdem haben wir in "Feuer der Leere" schon Menschen von der ESOX getroffen, die sich auch heimlich bewaffnet haben. Die waren aber eine gute Hilfe, oder nicht? Und nicht unsympathisch.

    Wenn Du an das Gespräch zwischen Starn und Kara denkst, dann war Starn die ESOX aber auch unheimlich. Er spricht auch an, dass dort Kinder getötet wurden, wenn sie sich als inkompatibel mit den Implantaten erwiesen.


    Wer immer nur im verborgenen vor sich hingrummelt, kann nun mal nichts bewegen und auch nichts verhindern.

    Das habe ich mir zum Beispiel bei der Brexit-Abstimmung gedacht, als hinterher gesagt wurde: "Die Jungen sind überwiegend nicht zur Wahl gegangen." - Tja, selbst schuld ...


    Aber man kann natürlich dagegen halten, dass Hass und Wut auch Gefühle sind, die aber eben nichts Gutes bringen.

    Eher selten - aber manchmal setzen auch sie etwas Gutes in Gang.

    Ignatius von Loyola, der Gründer der Jesuiten, war dagegen Gefühle und Triebe zu verteufeln. Er meinte, jedes Gefühl gehört zum Menschsein dazu. Aber ein Mensch hat auch ein Gewissen und einen Verstand, die ihn ermächtigen und befähigen, verantwortungsvoll mit diesen Gefühlen und Trieben umzugehen. Beispielsweise kann man dem Hass nachgeben und sein Gegenüber verprügeln. Oder man kann den Hass zum Anlass nehmen, in sich selbst hineinzuschauen und zu erforschen, ob es wirklich der andere ist, dem dieses Gefühl gilt - oder ob er nur der Auslöser ist und in Wirklichkeit im eigenen Leben etwas nicht stimmt, woran das Gegenüber einen erinnert. Dann kann man an sich selbst und am eigenen Leben arbeiten.

  • Wie leicht es doch fällt, Menschen zu töten, wenn man dafür nur einen Knopf drücken muss. In einem entfernten Raum am besten. Dass es dann Aneste nicht so einfach fiel, als sie einen Menschen direkt vor sich hatte, das sagt schon viel aus über die Zwischenmenschlichkeit, die vielleicht doch nur bis zu einem gewissen Grad fehlen darf.

    Als sich Aneste übergeben hat, dachte ich direkt: Oh nein, ihre DNA! Oder hatten sie zu dem Zeitpunkt schon alle Mitglieder der Befreier-Bewegung ermittelt?

    Schließe mich den vorigen Kommentaren an: Es ist unfair, dass gegen die Squib und ihre Bewohner nicht ebenso ins Feld gezogen wurde wie auf der Esox. Und auch auf der Paraya entfernt man sich von dem normalen Menschsein (mit normaler Körpertemperatur) durch Optimierung. Es sei denn, uns wird noch Wissen vorenthalten und man hatte zB Sorge, dass der Zentralcomputer die anderen Schiffe infiltrieren könnte.

    Ja, was ist der Sinn hinter Anestes Aktionen? Sie nennen sich die Befreier. Ihr Fernziel scheint somit schon benannt zu sein. Inwiefern es hilft, die Abgesandten zu töten, weiß ich auch noch nicht genau. Vielleicht erhoffen sie sich wirklich einfach andere Kommissare, mit denen sich andere Ergebnisse erzielen lassen und langsam Freiheiten zurückgewinnen lassen? Immerhin wurden Azrel und Fyona nicht sofort nach Amtsantritt ermordet.


    Nun sieht man das Buchcover natürlich mit ganz anderen Augen. Ich fand es vorher schon einen echten Hingucker. Bin ja eine, die auch manchmal über den Buchkauf allein durch das Cover entscheidet oder zumindest lasse ich mich gerne dadurch locken und zur ersten Seite verführen. Somit fand ich das Cover ja schon sehr gelungen, aber wie häufig hat man es, dass das Cover gar nicht so viel mit der eigentlichen Geschichte zutun hat. Vielleicht sollte es einfach nach Sci-fi aussehen? Nein, diese Sphäre existiert so in ihrer Form tatsächlich und somit ist das Cover für mich auch eine Aufwertung der Geschichte.


    Als Vertreterin der MARLIN wird Kara ihrer koexistentialistischen Idee sicher nicht immer folgen können. Wichtiger ist, andere mit dieser Idee erstmal zu infizieren, die Idee in den Köpfen der anderen reifen zu lassen und dann lässt sich besser danach handeln. Wenn man zu Anfang direkt klare Linie fährt, bleibt man maximal sich selbst treu, stößt damit aber andere unter Umständen nur von sich.


    Finde gerade nicht viel Zeit, aber muss sagen, dass ich das Buch bisher großartig finde. Mir gefiel die Esox von Anfang an gut (schon bei der Vorstellung der Schiffe noch vor Start der ersten Leserunde) und dass sie in diesem Buch so viel Thema/Handlungsort ist, freut mich daher sehr. ;-)