02: Seite 53 - Seite 96 (Kap. 2 + Zweites Speicherbild)

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 53 bis Seite 96 (Kapitel 2 + Zweites Speicherbild) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Das wohl seltsamste Schiff des Schwarms ist die SQUID: geboren, nicht gebaut ... und auch vom Autor nicht geplant. Wie bei allen Romanen hatte ich einen vollständigen Szenenplan, bevor ich mit dem Schreiben von Feuer der Leere begann. In diesem Szenenplan tauchte die krakenartige Lebensform, die ihre Bewohner als Gottheit verehren, nicht auf. Sie begegnete mir ebenso überraschend wie den Kolonisten, die sie vor Generationen in sich aufnahm, als ihr Planet zerstört wurde. In diesem Leseabschnitt ist sie wieder da: das einzige Schiff des Schwarms, in dem Schwerkraft existiert. Aber bei diesem Roman war ich vorbereitet ...

    Die ESOX wurde in Feuer der Leere nur angerissen, auch wenn sie dort auf dem Titelbild ist (die Zeichnung zeigt nicht die SQUID, wie viele meinen - aber das ist eine Geschichte für sich). Die Gesellschaft auf diesem Schiff, mit den Geschädigten der Computersprengung und den regierenden Kommissaren, ist zu komplex, um sie nebenbei zu erzählen. Sie verlangte nach einem Roman, bei dem sie in den Fokus rücken kann: Das Imago-Projekt.

    Wir im vorigen Leseabschnitt angedeutet, war das zweite Speicherbild zunächst das erste, der Auftakt dieser "Nebenlinie".


    Auf welchem der drei bislang aufgetauchten Schiffe würdet Ihr Euch am wohlsten fühlen - auf der MARLIN, der ESOX oder der SQUID?

  • Ich habe ein wenig "vorgearbeitet", weil ich heute und morgen wohl nicht ausführlich zum Lesen komme.


    Die SQUID ist wieder da und das freut mich. Solche Wesen finde ich sehr faszinierend. Dennoch wäre ich wohl auf der MARLIN daheim. Insbesondere deshalb, weil mir die dortige Regierungsform sehr zusagt. Entscheidungen basierend auf der Kompetenz der Bevölkerung. Jeder darf mitreden, aber wer mehr Ahnung von einem Thema hat, bekommt mehr Gewicht. Das klingt sehr vernünftig und ich frage mich gelegentlich, wie politische Entscheidungen der näheren Vergangenheit wohl ausgesehen hätten, wenn auch bei uns diese Form der Abstimmung vorherrschen würde.


    Hier meine Gedanken zum zweiten Abschnitt:


    Ich wollte die Kapitelüberschriften als Denkanstoß betrachten. Kapitel 2 ist überschrieben mit „Gläubige“

    Gläubige finden sich in den einzelnen Szenen in unterschiedlicher Ausprägung.

    Da gibt es die Rotraumjünger und Zoeliker auf der SQUID.

    Auf der ESOX werden uns die Befreier vorgestellt, die im Vorfeld als terroristische Organisation offenbart wurden.

    Und schließlich gibt es noch die Koexistenzialisten auf der MARLIN.


    Sie alle folgen einem größeren Ideal und greifen dabei zu unterschiedlichen Mitteln, um sich durchzusetzen. Gewalt scheint dabei gegenüber friedlichen Mitteln zu überwiegen.


    Auf der SQUID scheint sich ein Kampf um die spirituelle Vorherrschaft entwickelt zu haben.

    Die Rote Familie möchte ihre Machtbasis erhalten und bedient sich dabei der Zoeliker. Diese Partei sieht sich von Mutter bevorzugt. Die Gegner, die Rotraumjünger, ersehnen sich ebenfalls eine Transformation durch den Rotraum, wie sie der Roten Familie widerfuhr, und schrecken dabei vor dem Einsatz von Waffen nicht zurück. Ihnen ist eher an einer Weiterentwicklung gelegen, die sie selbst initiieren. Sie werden aber - ebenfalls durch Gewalt - von ihren Ziel abgehalten und bezahlen dies mit ihrem Leben.

    Rilas Veränderung hat mich übrigens erschreckt. Sie ähnelt nun charakterlich und von der Erscheinung her Ugron (wie es in Feuer der Leere beschrieben wurde).


    Die Befreier wollen die ESOX zurück unter ihre Kontrolle, so wie es vorher war. Sie gehen besonders perfide vor, um ihre Gegner kalt zu stellen. Sie konfrontieren die (in ihren Augen) Eindringlinge nicht offen, sondern wenden Guerilla-Methoden an. (Der arme Kommissar der PAYARA, beim Kommen gegangen.) Ein klein wenig kann ich den Hass, der dahinter steckt, sogar nachvollziehen. Scheinbar waren die "Invasoren" nicht gerade zimperlich, als es darum ging, die Besatzung der ESOX zu demilitarisieren. Schön dargestellt fand ich in dieser Szene das etwas ambivalente Verhalten von Aneste, die sich einerseits rührend um ihre Mutter kümmert und gleichzeitig zwei Menschen umbringt.


    Diesen gewaltbasierten Auseinandersetzungen gegenüber stehen die Koexistenzialisten, die sich wohl auf die Mittel der Diplomatie verlegen wollen, um ihren Standpunkt durchzusetzen. Überhaupt scheinen sie eher mit den Waffen des Geistes vorgehen zu wollen. Sie wollen Abstimmungen mit Argumenten beeinflussen und setzen auf Information und Aufklärung. Mal sehen, ob sie sich am Ende durchsetzen.

    Das Leben der letzten Menschen ist vom steten Überlebenskampf geprägt. Giats und Nahrungsmittelknappheit setzen der Gemeinschaft zu. Da sind agressive Mittel ja quasi vorprogrammiert und wenn es darum geht, die notwendigen Lebensmittel zu bekommen, tut man das eben im Zweifel auch mit vorgehaltener Waffe. Da könnten es die Diplomaten in Summe ein wenig schwer haben.


    Interessanterweise scheint hier ein gewisser Fanatismus vorzuherrschen, sowohl auf der SQUID als auch bei den Befreiern. Andererseits verbinden die Bewohner der PAYARA mit dem Kampf ein Ehrensystem, das mit den entsprechenden Leistungen gekoppelt ist. Wenn ich es recht verstehe, dann hat jemand mit vielen Meriten auch mehr politischen Einfluss. Gewalt selbst hat also auch noch einmal unterschiedliche Motivationen. Das finde ich ebenfalls einen interessanten Aspekt, der hier durchdringt.


    Das zweite Speicherbild verfolgt die Geschichte von Iljow und Saundra weiter. Es ist also doch keine schlaglichtartige Vorstellung von einzelnen Personen in einem Computerkollektiv. Aber es ist die Rede von einem Computernetz, das die Kontrolle über Lebensbereiche der Menschen übernimmt, übrigens im Norastesystem, das der Schwarm gerade ansteuert.

    Ich halte daher meine erste These zu den Speicherbildern aufrecht.

  • Kapitel 2 hat einen ganz anderen Grundton, viel emotionaler. Ich find die Veränderungen auf der SQUID total spannend, wenn auch etwas extrem. Die erwählte Familie hinterlässt bei mir einen ähnlich unkomfortablen Eindruck wie bei Berglen.

    Auch die tieferen Einblicke in die Strukturen der Koexestentiellen fand ich gut, erinnerten mich an die klassische (lokal)Politik, der Wiederstreit zwischen Ideal und Machbarkeit/Kompromissen.

    Das Speicherbild löst jetzt endlich die Frage nach dem Ort und wird konkreter, da einfach mehr Zeit erfasst ist.

    Und es klingt als würde es jetzt richtig los gehen. Ich denke wir sind am Ort des Geschehens angekommen ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Hmmm, nachdem ich jetzt den anderen Beitrag gelesen habe muss ich zustimmen, es ist interessant, das es scheinbar auf allen (bisher vorgestellten) Schiffen Gegenströmungen gegen die "Herrschenden" gibt. Das ist stellenweise erschreckend, vor allem bei den technischen Möglichkeiten, aber auch zutiefst Menschlich.

    Mich hat Rilas Verwandlung auch erschreckt, da ich sie vorher eher als "Anker" für Ugron gesehen habe.

    Ich glaube aber leben würde ich am ehesten auf der MARLIN wollen ist halt auch am nächsten zu unserer Wirklichkeit. Aber ehrlich gesagt bin ich froh nicht entscheiden zu müssen, bin zu gerne an der frischen Luft ;)

    Sehr schön Fand ich übrigens die Beorn Referenz ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Je mehr ich das Gelesene sacken desto düsterer werden meine Ideen was die Späre betreffen. In welcher Tiefe sibd hier eigentlich Spekulationen erwünscht?

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • In welcher Tiefe sind hier eigentlich Spekulationen erwünscht?

    Das liegt ganz bei Euch. Es ist Eure Leserunde - Ihr sollt hier Spaß haben. Wenn jemand hier eingehend spekulieren möchte, kann er oder sie es gern tun. Die Chance, dass er jemanden findet, der darauf einsteigt, sind in einer Leserunde recht hoch.

    Ich lese grundsätzlich alle Beiträge mit großem Interesse. :)


    Das klingt sehr vernünftig und ich frage mich gelegentlich, wie politische Entscheidungen der näheren Vergangenheit wohl ausgesehen hätten, wenn auch bei uns diese Form der Abstimmung vorherrschen würde.

    Die Vorzüge dieser Regierungsform sind offensichtlich. Auch die Kerngefahr wird von Kara und Macro thematisiert: Sie liegt an der Stelle im System, die über die Fragen und die Gewichtung der relevanten Kompetenzen entscheidet. Wenn "Friedensliebe" nie aufgerufen wird, hat man mit dieser Kompetenz auch keinen Einfluss ...


    Rilas Veränderung hat mich übrigens erschreckt. Sie ähnelt nun charakterlich und von der Erscheinung her Ugron

    :jakka:Das Erschrecken über ihre Veränderung ist ein gewünschter Effekt. Dass sie sich Ugrôn angleicht, erklärt sich zumindest teilweise daraus, dass beide dem Rotraum ausgesetzt waren.

    Die Befreier wollendie ESOX zurück unter ihre Kontrolle, so wie es vorher war.

    Ja, sie wollen den Zentralcomputer in beherrschender Position zurück. Insofern hat das eine Nuance: Sie wollen die Macht nicht im engeren Sinne für sich selbst, sondern kämpfen für die in ihren Augen rechtmäßige Instanz.

    Schön dargestellt fand ich in dieser Szene das etwas ambivalente Verhalten von Aneste, die sich einerseits rührend um ihre Mutter kümmert und gleichzeitig zwei Menschen umbringt.

    Da war mir wichtig, die Figur von Beginn an mehrschichtig zu zeichnen. Ich wollte nicht einfach die kompetente, aber anscheinend gefühlskalte Attentäterin, sondern einen Menschen, der je nach Situation und Umfeld unterschiedlich handelt und zum vollen menschlichen Gefühls- und Handlungsspektrum fähig ist.

    Wenn ich es recht verstehe, dann hat jemand mit vielen Meriten auch mehr politischen Einfluss.

    Ja, das ist auf der PAYARA so. Die Meriten und der militärische Rang entscheiden.


    Kapitel 2 hat einen ganz anderen Grundton, viel emotionaler.

    Das gilt auch für das gesamte Buch: Das Imago-Projekt ist im Vergleich zu Feuer der Leere stärker soziologisch angelegt.

    Auch die tieferen Einblicke in die Strukturen der Koexestentiellen fand ich gut, erinnerten mich an die klassische (lokal)Politik, der Wiederstreit zwischen Ideal und Machbarkeit/Kompromissen.

    Auch hierbei ging es mir darum, komplexe Figuren zu porträtieren. Keine reinen Pragmatiker, die alle Ideale über Bord geworfen haben, und auch keine Träumer, die nichts zu erreichen vermögen, sondern Menschen, die sich an der Kunst des Machbaren probieren.


    auf allen (bisher vorgestellten) Schiffen Gegenströmungen gegen die "Herrschenden" gibt.

    Das liegt zum Teil auch daran, dass die Schiffe - bei aller Größe - letztlich zu begrenzten Raum (im weitesten Sinne) bieten, um allen Strömungen ihren Willen zu lassen. Zudem hat man nur begrenzt die Möglichkeit, gesellschaftliche Experimente zuzulassen - am Ende muss das Schiff permanent operationabel bleiben. Ein gravierender Fehler, der Lebenserhaltung oder Verteidigungsfähigkeit außer Kraft setzt, kann sofort der letzte sein ...

    Allerdings gibt es zwischen vielen Schiffen die Möglichkeit, zu wechseln, wenn einem ein anderes Gesellschaftsmodell besser gefällt und man auf dem "Zielschiff" etwas einbringen kann. Nur auf der SQUID bleibt man gern unter sich.


    Sehr schön Fand ich übrigens die Beorn Referenz

    So etwas mache ich gern. :lachen: Am Ende von Feuer der Leere wird Ohm Follker erwähnt, aber es gibt auch Referenzen auf andere meiner Romane (etwa bei der Benennung der Rauschpflaster).

  • Ich habe den zweiten Leseabschnitt nun auch gelesen und habe festgestellt, dass ich mich jetzt doch sehr schnell eingefunden habe.

    Alle Hauptcharaktere wurden nun eingeführt, wobei ich nicht weiß, inwieweit man diese schon aus dem anderen Buch kennt.

    Ich finde es super interessant, wie sich die Kulturen auf jedem Schiff unterscheiden.

    Die Besatzung der SQUID wirkt auf mich stark wie eine Sekte, alleine wenn ich an die Situation denke, in der sich Aquila unbedingt bestrafen lassen wollte und danach unheimlich stolz darauf war. Das wirkt auf mich nicht sonderlich logisch, sich verletzen zu lassen und sich darüber noch zu freuen.

    Die Situation auf der ESOX scheint auf einen neuen Bürgerkrieg hinauszulaufen.

    Und auch auf der MARLIN gibt es reichlich Konfliktpotenzial, was wohl gerade für Kara eine Herausforderung werden wird. Ich denke da vor allem an die drohende Versorgungskrise, was Nahrung angeht.

    Dementsprechend gibt es auf jedem einzelnen Schiff schon reichlich Konfliktpotential zwischen verschiedenen Strömungen und zusätzlich noch Konfliktpotential zwischen den einzelnen Schiffen, wie zum Beispiel den Koexestenzialisten(Wobei ich da nicht ganz sicher bin, ob es die nur auf der Marlin gibt oder auch auf anderen Schiffen) und der Besatzung der Payara.

    Das Schiff auf dem ich mich am wohlsten fühlen würde, wäre die MARLIN, was aber gar nicht unbedingt daran liegt, dass ich dieses Schiff besonders toll finde, sondern viel mehr daran, dass ich die anderen noch deutlich schlimmer empfinde, sei es die totale Überwachung auf der ESOX oder die Sekte auf der SQUID.

    Was im zweiten Speicherbild beschrieben wird, erinnert mich ein wenig an die Ziele, die auch die Befreier der ESOX haben. Daher denke ich, dass dahingehend irgendetwas passieren wird.

  • Zitat

    aber es gibt auch Referenzen auf andere meiner Romane (etwa bei der Benennung der Rauschpflaster).

    Abgesehen von disen Büchern gab ich sonst nur die Philiason Bücher von dir? Ihnen? Welche Anrede wird hier bevorzugt? rotwerd gelesen. Aber die Schreibzeichen haben mich dazu gebracht mir endlich mal Perry Rhodan zu holen, vielleicht finde ich ja noch mehr ;)

    Meine Spekulationen die Sphäre betreffend sind ziemlich düster und gehen grad stark in Richtung Matrix oder Framework von Agents of Shield. Totale Computerkontrolle, mit Bevormundung oder gar Abschaffung der Menschen.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • wenn ich an die Situation denke, in der sich Aquila unbedingt bestrafen lassen wollte und danach unheimlich stolz darauf war. Das wirkt auf mich nicht sonderlich logisch, sich verletzen zu lassen und sich darüber noch zu freuen.

    Und wenn dich dein linkes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es fort, denn es ist besser, einäugig in den Himmel zu kommen, als mit beiden Augen in die Hölle ...

    Arquila sehnt sich nach der Nähe der Gütigen Mutter. Ihre Sünde treibt sie von dieser Gemeinschaft fort. Durch die Buße hofft sie, diese Trennung zu überwinden und die Verletzung in ihrer Gemeinschaft mit Mutter zu heilen. Im Vergleich dazu erscheint ihr die Verbrennung ihrer Hand unwichtig.

    Wem das zu abgedreht ist, der kann es vielleicht mit einer Operation vergleichen: Auch dabei lässt man zu, dass einem eine Verletzung zugefügt wird (zum Beispiel der Bauch aufgeschnitten), damit ein Übel beseitigt wird (ein entzündeter Blinddarm) und der Rest des Körpers heilen kann.

    Die Situation auf der ESOX scheint auf einen neuen Bürgerkrieg hinauszulaufen.

    In solchen Situationen stellt sich die Frage, wer moralischer handelt: Der Kommissar, der die Restriktionen lockert, damit aber vielleicht die Rebellen ermutigt? Oder derjenige, der brutal durchgreift, dabei vielleicht einige Dutzend Rebellen tötet, aber den Bürgerkrieg verhindert, der noch mehr Leben fordern würde?


    dir? Ihnen? Welche Anrede wird hier bevorzugt?

    In einer Leserunde duzen wir uns alle. ;)


    Totale Computerkontrolle, mit Bevormundung oder gar Abschaffung der Menschen.

    Wirklich ein finsteres Szenario ... So etwas traut Ihr mir zu? Mir? Dem hochsensiblen Autor der Herzen? Wirklich? :unschuldig:

  • Zitat

    Wirklich ein finsteres Szenario ... So etwas traut Ihr mir zu? Mir? Dem hochsensiblen Autor der Herzen? Wirklich? :unschuldig:

    ich hab in dem Leserundenaufruf zu Feind gelesen das man dir viel Düsteres zutrauen kann, wir werden ha sehen ob das stimmt ;)

    Ausserdem bin ich auch ne hochsensible Leserin, trotzdem schreckt mich das nicht ab ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Zitat

    Wirklich ein finsteres Szenario ... So etwas traut Ihr mir zu? Mir? Dem hochsensiblen Autor der Herzen? Wirklich? :unschuldig:

    ich hab in dem Leserundenaufruf zu Feind gelesen das man dir viel Düsteres zutrauen kann, wir werden ha sehen ob das stimmt ;)

    Ausserdem bin ich auch ne hochsensible Leserin, trotzdem schreckt mich das nicht ab ;)

    Fenlinka

    Du hast Xina Machon auf übelste Weise um die Ecke gebracht. Dir ist alles zuzutrauen. ;)

  • Auf allen drei Schiffen regt sich der Widerstand gegen die aktuellen Strukturen. Am ehesten würde ich mich auf der MARLIN wohlfühlen, das Schiff ist wohl das geringste Übel von allen.


    Ich war erschrocken, wie sehr Rila sich auf der SQUID verändert hat. In "Feuer der Leere" war sie ziemlich entsetzt über die Veränderungen von Ugron. Ich erinnere mich noch daran, wie er auf einer Art Thron sass und man nicht mehr genau unterscheiden konnte, wo beginnt die Person Ugron bzw. was von ihm ist schon Teil der SQUID. Und jetzt ist Rila auch schon ein Teil der SQUID geworden.

    Gruselig, wie die Rotraumjünger verschlungen werden, genauso unheimlich kommt mir aber auch dieses sektenhafte Verhalten der Besatzung und speziell von Arquila vor.


    Die Szene mit den Nanobots fand ich sehr spannend und nachvollziehbar beschrieben. Da ist der Kommissar ein Berg von Mann, der alle Gegner mühelos besiegen kann, aber diese winzigen Nanobots hauen ihn um. Ein kleiner Feind aus dem Inneren fällt diesen Muskelberg.


    Und Iljow und Saundra sind zusammen geblieben. Iljow bekommt nun die Anerkennung für eines seiner Projekte. So langsam bewegen sich die Speicherbilder auf die Hauptgeschichte zu.

  • Kapitel 2 hat einen ganz anderen Grundton, viel emotionaler.

    Das habe ich auch so empfunden. Der erste Abschnitt war technischer und nüchterner.

    Wirklich ein finsteres Szenario ... So etwas traut Ihr mir zu? Mir? Dem hochsensiblen Autor der Herzen? Wirklich? :unschuldig:

    Auf jeden Fall, wer Hundewelpen opfert und eine Gorillapranke in einen Roman einbaut, dem ist so ziemlich alles zuzutrauen ;)

  • Die Szene mit den Nanobots fand ich sehr spannend und nachvollziehbar beschrieben.

    Das freut mich sehr, weil solche Szenen schriftstellerisch immer schwierig sind. Anders als im Film habe ich ja keine Kamera, die mal den einen und dann wieder den anderen Schauplatz zeigen kann, sondern muss immer mit Worten deutlich machen, an welchem der beiden Handlungsorte wir uns befinden. Trotzdem darf das "Überblenden" nicht zu platt passieren. Das ist oft kniffelig, eine Aufgabe, an der man einige Zeit puzzelt.

  • Wir treffen auf alte Bekannte wieder: Rila, die sich wohl sehr verändert hat und Berglen, bei dem ich schon in Feuer der Leere nie so genau wusste, wie ich ihn einschätzen sollte. Seine Zerrissenheit und Unsicherheit gegenüber der SQUID scheint weiterhin zu existieren. Aber vielleicht sollte man diese "Religion" auch zurecht kritisch betrachten. Ich bin nicht religiös und grundsätzlich skeptisch, wenn Menschen ungefiltert einer Ideologie folgen, wie hier Arquila. Dieser Glaubenskampf, den sich die Rebellen mit der Besatzung liefern, fand ich gut beschrieben, auch wenn ich den Grund der Rebellion schon seltsam finde.

    Gruselig fand ich, wie die Rebellen in dieser Blase eingeschlossen wurden, quasi lebendig begraben.


    Rilas Veränderunghat mich übrigens erschreckt. Sie ähnelt nun charakterlich und vonder Erscheinung her Ugron (wie es in Feuer der Leere beschriebenwurde).

    Ja, erschreckt, das trifft es ziemlich genau. Ich fand Ugron schon in Feuer der Leere eher abstoßend, Rila mochte ich aber. Was mich wieder darüber nachdenken lässt, wie sehr das Äußerliche unsere Sympathien beeinflusst. Obwohl auch ihr Verhalten sich geändert hat und sie wohl genau weiß, welche Macht sie da ausspielt. Ich befürchte, die Sympthiepunkte werden hier aufgebraucht.

    Und wenn dich dein linkes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es fort, denn es ist besser, einäugig in den Himmel zu kommen, als mit beiden Augen in die Hölle ...

    Arquila sehnt sich nach der Nähe der Gütigen Mutter. Ihre Sünde treibt sie von dieser Gemeinschaft fort. Durch die Buße hofft sie, diese Trennung zu überwinden und die Verletzung in ihrer Gemeinschaft mit Mutter zu heilen. Im Vergleich dazu erscheint ihr die Verbrennung ihrer Hand unwichtig.

    Wem das zu abgedreht ist, der kann es vielleicht mit einer Operation vergleichen: Auch dabei lässt man zu, dass einem eine Verletzung zugefügt wird (zum Beispiel der Bauch aufgeschnitten), damit ein Übel beseitigt wird (ein entzündeter Blinddarm) und der Rest des Körpers heilen kann.

    Genau das ist für mich total unverständlich, aber wie gesagt, ich bin nicht gläubig, vielleicht fehlt mir da tatsächlich das Gen. Und mit einer Operation würde ich das nicht vergleichen wollen. Da geht es ums physische Überleben. Ok, beim Glauben vielleicht ums psychologische Überleben. Trotzdem ist das für mich schon ziemlich krass und unvorstellbar.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Interessant fand ich, dass Berglen erst jetzt weiß, das er leben will. Anscheinend braucht es ab und zu einer Grenzwerterfahrung, um das zu schätzen zu wissen, was man hat.


    "Beorn der Blender", da dachte ich direkt, ist das eine verlorene Wette? Damit konnte ich hier in diesem Kontext so gar nichts anfangen und hat mich auch eher gestört. Auch wenn ich weiß, dass es immer irgendwelche Andeutungen zu anderen Büchern gibt und ich die normalerweise auch ganz witzig finde. Wie stelle ich mir das vor? Denken die Menschen, das ist tatsächlich passiert oder man hat sich die Geschichte damals erzählt, analog zu unseren heutigen Märchen und Sagen? Irritiert mich trotzdem Beorn im Weltall.... tztztztz :boah:



    Und wieder haben wir das, was unser Autor so gerne macht: Eine Figur vorgestellt, man setzt sich mit dieser auseinander und ZACK - tot. Die Todesursache finde ich allerdings sehr spannend und wirklich gut gemacht. So ein Schlaganfall kann einen anscheinend auch in dieser Zeit treffen ;-) Immerhin hatte Azul ja einen nahezu perfekten Todeszeitpunkt. Ist das nicht auch der heimliche Wunsch einiger Männer?


    Schön dargestellt fand ich in dieser Szene das etwas ambivalente Verhalten von Aneste, die sich einerseits rührend um ihre Mutter kümmert und gleichzeitig zwei Menschen umbringt.

    Diese Ambivalenz hat mir auch sehr gut gefallen und hinterlässt ein seltsames Gefühl. Wie unterschiedlich man Leben bewerten kann.

    Wirklich ein finsteres Szenario ... So etwas traut Ihr mir zu? Mir? Dem hochsensiblen Autor der Herzen? Wirklich? :unschuldig:

    Auf jeden Fall, wer Hundewelpen opfert und eine Gorillapranke in einen Roman einbaut, dem ist so ziemlich alles zuzutrauen

    Mittlerweile wissen wir ja, dass man Dir alles zutrauen sollte. Und ich bin sehr vorsichtig, Figuren irgendetwas an den Leib zu wünschen :teufel: Das könnte ungeahnte Folgen haben.



    Wir im vorigen Leseabschnitt angedeutet, war das zweite Speicherbild zunächst das erste, der Auftakt dieser "Nebenlinie".

    Ich glaube, das war auch gut so. Bei mir hat es funktioniert, weil ich ja nun Erol und Saundra schon kannte und damit eine ganz andere Beziehung aufbauen konnte. Es erinnerte auch mich sehr stark an die Wahlkämpfe in unserer Zeit. Und es beschlich mich ein Gefühl, dass das nicht gut endet. Auch wenn die Beiden hinter ihrer Mission stehen, so besteht da doch eine große Gefahr.

    Vielleicht ist das der Grund, warum diese Kolonien nun verlassen sind, weil der Rechner zu mächtig geworden ist und rein rechnerisch Dinge entschieden hat, die für die Menschheit nicht gut ausging. Ich bin gespannt, was da tatsächlich hintersteckt.

    In solchen Situationen stellt sich die Frage, wer moralischer handelt: Der Kommissar, der die Restriktionen lockert, damit aber vielleicht die Rebellen ermutigt? Oder derjenige, der brutal durchgreift, dabei vielleicht einige Dutzend Rebellen tötet, aber den Bürgerkrieg verhindert, der noch mehr Leben fordern würde?

    Das ist tatsächlich eine sehr schwierige Frage und würde vermutlich zu heißen Diskussionen führen. Generell gilt da wohl eher, die meisten Menschen zu beschützen. Individualisten oder Fanatiker sehen das sicherlich anders.




    Der Angriff im Rotraum hat mich noch sehr irritiert. Normalerweise ist das doch ein geschützter Bereich. Ist das schon die Sphäre, die da eingreift?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Auf welchem der drei bislang aufgetauchten Schiffe würdet Ihr Euch am wohlsten fühlen - auf der MARLIN, der ESOX oder der SQUID?

    Alle drei sind für mich nicht unbedingt das non plus ultra, aber ich würde hier auch das kleinere Übel wählen und zur MARLIN gehen. Die SQUID ist mir auch zu sektenähnlich, die ESOX zu "unmenschlich" in Form von Computer und Elektronik. Da sind Gefühle eher nebensächlich . Obwohl ich durchaus glaube, dass dort auch starke Gefühle entstehen könnten. Aneste hat ja auch Gefühle gegenüber ihrer Mutter.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Okay, hier treffen wir einige alte Bekannte. Berglen ist ja bereits mit einigen anderen Mutierten auf der Squid in Erscheinung getreten. Schöne Einleitung, um die Squid als solches, und die besondere Politik/Religion/Philosophie dort zu zeigen. Anhand der Reaktion Arquilas sieht man die Verbundenheit der Bewohner mit dem Schiff.

    Die Bewohner der Esox haben Azrel und Tamis offenbar unterschätzt. Von der Wendung war ich überrascht, ich hatte vermutet, dass zumindest Azrel auf längere Zeit als "Powerhouse" unterwegs sein würde. Also schwelt nicht nur der Konflikt mit der Squid, auch die Bewohner der Esox haben noch was vor.

    Sehr lustig fand ich den Einbbau von Beon dem Blender, sowie Sanguis B. im Vorgängerband. Im nächsten Band dann Zarria oder Josefa?^^

    Puh, was ist denn mit Rila los? Denke die Wesensveränderung wird noch begründet. Rote Familie, brrrrr.:o

    Das Zweite Speicherbild wird doch nun schon deutlicher, und zeigt, dass auch auf Noraste schon ethische Fragen gab, z.B. ob der Mensch oder ein rationaler Computer bessere Entscheidungen treffen kann. Zusammen mit der Ersten Kapsel ergibt sich jetzt schon ein deutlicheres Bild. Ich befürchte schlimmes für das junge Glück.


    Die Squid mag sicherlich das faszinierendste Schiff sein; da leben möchte ich nicht. Das liegt nicht an dem lebenden Organismus, sondern an den Bewohnern. Religiöse Eiferer wären nicht meins. Bei der Auswahl wäre es die Marlin, aber wer weiß, was noch für besondere Schiffe auftauchen.


    Zitat

    kantige, dunkle Strukturen in den roten Strudeln

    Hmm, interessant. Langsam wird enthüllt, was das Cover und die Innenseite des Klappbroschur zeigen (könnten).

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    Caren

  3. Freitag, 13. April 2018 - Sonntag, 29. April 2018

    Dani79

  4. Freitag, 13. April 2018, 09:59 - Sonntag, 29. April 2018, 10:59

    Avila