03 - Kapitel 5 (S. 109 bis 156)

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  • Dieses Kapitel hatte es ganz schön in sich.
    Nach dem Motto: Ein Unglück kommt selten allein!


    Auch wenn Lies inzwischen Routine im Stall hat, mit dieser Zwillingsgeburt war sie einfach überfordert. Ich kann mir ihre Angst und die entstehende Panik gut vorstellen. Dazu die keineswegs aufmunternden Geräusche des leidenden Schafes während rings um sie her alles seinen normalen Gang geht.


    Als sie los lief um Elías zu holen, erwartete ich schon fast, dass er mit einem Küchenmesser bewaffnet in den Stall humpeln würde um das Lamm per Kaiserschnitt zu entbinden.
    Das wäre jedenfalls noch besser gewesen, als das, was dann wirklich kam.
    Lies immer noch vor Angst kann ihn nicht finden. Er ist zwar kauzig, aber abgemeldet hatte er sich bisher immer noch. War er inzwischen so verwirrt, dass er einfach drauf losgelaufen ist? Die verdreckten Binden in seinem Zimmer trugen ebenfalls nicht zur Beruhigung bei? Wenigstens war er in Begleitung des Hundes.
    Zu Lies innerer Verzweiflung kam dann auch noch das umschlagende Wetter, das die Suche erheblich erschwerte. Das Tal mag ja eng sein, aber durch den Fluss, der durchfließt und den eh schon unebenen Boden gefährlich genung.


    Wenn der Hund, hat der eigentlich keinen Namen?, nicht gewesen wäre, hätte Lies Elías vielleicht nicht rechtzeitig gefunden. Gut, dass er so ruhig ist und ihr in einfachen Worten sagt was zu tun ist.
    Sörli - ein schöner Name für das Pferd. Ich hatte auch den Eindruck, dass obwohl ich erst glaubte Elías kümmerte sich nicht um das Tier, zwischen den beiden eine große Verbundenheit herrscht.


    Jói schickt der Himmel. Wurde auch Zeit, dass der sich mal wieder blicken lässt. Und ein Tierarzt ist besser als gar kein Arzt. ;D
    Und wie es bei Tierwirtschaft üblich ist, kaum ist der Mensch notdürftig versorgt, geht's mit den Tieren weiter. Schließlich sind sie die Lebensgrundlage.
    Das Schaf tat mir sehr leid. Für Lies eine ganz neue Erfahrung, aber auch für Jói nichts, was man einfach so wegsteckt.
    Ich hatte mich ja gefragt, warum Lies den Kadaver verbrennen soll. Hört sich vielleicht jetzt brutal an, aber es wäre doch noch zu verwerten gewesen. Jói hat die Sache später einleuchtend erklärt. Da erfährt man dann auch einen weiteren Teil von Elías Lebensgeschichte.


    Entweder habe ich es überlesen, oder Lies hat sich nicht mal umgezogen bevor sie sich auf die Suche nach Sörli machte. Sie muss doch ganz durchgefroren sein! :o


    Zu Beginn des Kapitels wird wieder vom Moos berichtet, dass Elías sammelt. Vorher war schon mal zu lesen, dass er Suppe aus Milch? und Moos gekocht hat. Ist es in Island üblich Moos zu essen? Ich kann mich nicht erinnern jemals davon gehört zu haben. Ist das eine besondere Art von Moos, denn ich glaube, dass unsere Tiere (Nager) immer um das Moos herum fressen.


    "Hm, das ist nicht schön." Als einzige Reaktion Jóis auf die Eröffnung Lies, dass sie ihn im Notfall telefonisch nicht erreichen könnte, fand ich etwas...sparsam?! Oder entspricht das der Mentalität der Isländer? ;)
    Ich seh es schon kommen, Lies und Sörli werden noch ganz dicke Freunde.

  • Wow, was für ein Kapitel. Da überschlagen sich die Ereignisse ja regelrecht.


    Das mit der Geburt, die nicht klappen wollte, war ja schon schlimm genug, aber dass dann Elias fast bei den Klippen abgestürzt wäre, war dann ja die Krönung. Owohl ich so was in der Art ja fast erwartet hatte. Ich finde Lies meisterte die Situation sehr gut.


    Dass Joi dann im richtigen Moment auftaucht, war mir irgendwie zu konstruiert. Ich hätte gern gesehen wie sie allein mit der Situation zurecht kommt. Aber vielleicht kommt sie ja bald in die Verlegenheit selbst richtig aktiv zu werden.


    Dass sich Lies und das Pferd einmal anfreunden wurde auch Zeit. Wenn man Angst vor Pferden hat, stelle ich mir das aber gar nicht so einfach vor. Ich denke sie wird sehr bald ihre Reitkünste unter Beweise stellen müssen.


    Auch in diesem Abschnitt bin ich mit Joi nicht wärmer geworden. Irgendetwas stört mich an ihm, ich weiß zwar nicht was, aber ich mag ihn nicht wirklich. Für mich ist er viel zu distanziert.


    Katrin

  • In der Tat ein anstrengendes Kapitel für Lies. Im Stall klappt's nicht, Elías sonstwo, die Suche bei miesestem Wetter, Rettungsaktion, Notschlachtung und nach einem kleinen Zwischenhoch mit kaffi kriegt sie die Aussicht, dass das mit dem Telefon wohl nie was wird.


    Dass Joi dann im richtigen Moment auftaucht, war mir irgendwie zu konstruiert. Ich hätte gern gesehen wie sie allein mit der Situation zurecht kommt. Aber vielleicht kommt sie ja bald in die Verlegenheit selbst richtig aktiv zu werden.


    Ja, ich glaube, der hat einen mächtigen Umweg gefahren, wenn er eigentlich nach Seyðisfjörður wollte - zumindest, wenn meine Einschätzung einigermaßen stimmt, wo Gunnarsstaðir sein könnte ;D


    Jói ist wirklich ein Buch mit sieben Siegeln. Aber er scheint mir grundsätzlich ein eher distanzierter Mensch zu sein, wenn auch nicht so schlimm wie Elías. Da kann ihm aber auch seine Auslandserfahrung zugute kommen und das Wissen, dass Lies sich ohne Tipps und Anleitung gleich überhaupt nicht zurecht finden würde. Da Elías nicht freiwillig um eine Hilfe gebeten hat, wird er, kauzig wie er ist, nicht allzuviel Zeit und Worte mit ihr teilen wollen.


    Übrigens: Ich glaube auch, dass Lies früher oder später wegen eines Notfalls noch reiten muss. Alles, was sie bisher gelernt hat, musste sie anwenden. Wie wäre es mit dem 45 Minuten entfernten Hof als Ziel? Ich gebe diesen Tipp mal mutig ab.
    Das Leben scheint mir, mit Ausnahme zum Beispiel des Stromanschlusses, noch sehr ursprünglich. Lies macht das mit, was im Fernsehen als "lebende Archäologie" als Serie läuft - naja, so ungefähr jedenfalls. So, wie Elías lebt, ging das jahrhundertelang. Nach dem, was ich erzählt bekommen habe, funktionierte die Hilfe im Falle eines Falles aber immer. Egal, wie einsam die Leute lebten, wenn es einen Notfall gab, war man aufeinander angewiesen.


    Die Geschichte um Elías Vergangenheit merke ich mir, die kam nicht umsonst als Gesprächsthema auf.

  • Hallo ihr,


    Mensch, das war aber mal ein spannendes Kapitel!


    Lies hatte ja wirklich einen sehr schweren und aufregenden Tag. Schon die Sache mit dem Schaf war ziemlich schrecklich, mir hat das Tier so leid getan. Elías hätte wahrscheinlich helfen können - aber der war ja nicht auffindbar. Ich hatte schon befürchtet, Lies würde den alten Mann leblos auf seinem Bett auffinden, aber dem war ja nicht so. Er war außer Haus und in einer Felsspalte verunglückt. Welch ein Glück für ihn, dass er Lies hatte, sonst hätte er wohl kaum eine Überlebenschance gehabt.



    Ja, ich glaube, der hat einen mächtigen Umweg gefahren, wenn er eigentlich nach Seyðisfjörður wollte - zumindest, wenn meine Einschätzung einigermaßen stimmt, wo Gunnarsstaðir sein könnte ;D


    Ich frage mich, ob nicht vielleicht Lies der Grund für diesen Umweg ist...
    Vielleicht wollte er aber auch ganz einfach nach Elías sehen, wer weiß das schon. ;)


    Jói fasziniert mich sehr, mit seiner distanzierten und stillen Art. Nun ja, Lies ist fast ein wenig zu quirlig für ihn. Trotzdem ist das Knistern zwischen den beiden deutlich zu spüren und ich vermute mal, dass das nicht ihre letzte Begegnung war. ;)


    Ich bin auch überzeugt davon, dass Lies einmal ihre Reitkünste unter Beweis stellen muss - wenn Elías weiterhin so fahrlässig mit seiner Zuckerkrankheit umgeht, würde mich das nicht wundern. Langsam baut sie ja eine Beziehung zu dem Pferd aus, ihre Abneigung legt sie langsam aber sicher ab.


    Sörli ist ja ein sehr hübscher Name für das Pferd. Ich bin gespannt, ob wir auch noch den Namen des treuen Spitzes erfahren, der ja auch seinen Teil zu Elías' Rettung beigetragen hat. Der Hund ist mir irgendwie mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.


    Ich frage mich, ob Elías seine wahre Geschichte nicht doch einmal preisgibt. Hat er wirklich seine Familie in den Tod gehetzt? Und wo war er in all den Jahren, in denen er von der Bildfläche verschwunden war und so viel Geld verdient hat? Mal sehen, ob man es noch erfährt.


    Die isländische Natur wird sehr eindrucksvoll und anschaulich dargestellt. Ich konnte mir beim Lesen richtig vorstellen, welch ein ehrfürchtiges Gefühl es sein muss, an dieser Klippe zu stehen, in den Fluss hinabzublicken und die Macht der Natur zu spüren. Der schnelle Wetterumschwung hat mich ziemlich verwundert - gerade noch dichter Schneeregen und plötzlich geht die Sonne auf und es wird Sommer. Island scheint ein wirklich merkwürdiges Land zu sein - auf eine faszinierende Weise.


    Tja, dann freue ich mich schon einmal auf's Weiterlesen. :winken:

  • Hier überschlagen sich ja die Ereignisse (mein Stand S.126)!


    Ich musste natürlich sofort weiter lesen ob Lies dem armen Elias helfen kann. Er kann froh sein, dass sie als Haushaltshilfe bei ihm ist, sonst wäre er sicher erfroren oder sonst wie umgekommen. Die Szene fand ich jedenfalls sehr spannend! Und als dann noch dieses isländische Gedicht mit eingebracht wurde - wie schön und traurig zugleich :'(:)

  • Hallo !
    Lies ist mir noch symphatischer geworden . Die Angst vor Pferden muss richtig angepackt werden indem man einfach mal wes versucht und das nicht zuaghaft da Tiere dies spüren .
    Ich reite zwar nun nicht wirklich , aber für eine Fortbildung habe ich es getan und war danach super begeistert .



    Dass Joi dann im richtigen Moment auftaucht, war mir irgendwie zu konstruiert. Ich hätte gern gesehen wie sie allein mit der Situation zurecht kommt. Aber vielleicht kommt sie ja bald in die Verlegenheit selbst richtig aktiv zu werden.


    Joi ist mir nicht wirklich ganz nah gekommen , aber Ok muss ja nicht sein .
    Diese Szene fand ich auch too much . ich mag es nicht wenn dann in Büchern immer alles genau dann gut geht wenn es so nötig ist , ist ja ím wag´hren Leben äußerst selten so .



    Zitat

    Ich frage mich, ob Elías seine wahre Geschichte nicht doch einmal preisgibt. Hat er wirklich seine Familie in den Tod gehetzt? Und wo war er in all den Jahren, in denen er von der Bildfläche verschwunden war und so viel Geld verdient hat? Mal sehen, ob man es noch erfährt.


    Das frage ich mich auch . Sein Schicksal bewegt mich irgendwie und man will mehr wissen .


    Liebe Grüße Siri

    Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern. <br />(André Malraux )


  • ;) Isländische Männer sind manchmal ein wenig anders als unsere Männer. Das gebe ich zu bedenken.


    Ich glaube mein Ex war im Herzen ein absolut reinrassiger *gg* Isländer! :D



    Dies war auf jeden Fall das intensivste Kapitel bisher. Ich konnte Lies Angst vor dem Abgrund fühlen, spürte die Kälte, den Schnee, sah Elias am Boden liegen.
    Aber wie geht es nun weiter? Elias liegt im Bett, abgemagert und offene Beine, die eingentlich medizinisch versorgt werden müssten. Sollte sich sich nicht so langsam mal jemand (Lies? Jói?) darum kümmern, das Elias seiner Krankheit entsprechende Nahrung zu sich nimmt, vielleicht auch mal ein kleines Vitaminchen zwischendurch? Ich bekomme allein schon vom Lesen Mangelerscheinungen! :o

  • Und wieder ein sehr emotionaler und auch dramatischer Abschnitt!


    Lies`Überforderung war hier gut zu spüren. Erst die Probleme bei der Geburt im Stall und dann der Unfall von Elias.


    Dies war auf jeden Fall das intensivste Kapitel bisher. Ich konnte Lies Angst vor dem Abgrund fühlen, spürte die Kälte, den Schnee, sah Elias am Boden liegen.


    Das ging mir hier genauso. Ich spürte auch ihre Angst und Erschöpfung, kalte gefühllose Finger und die Erleichterung, dass Joi da war (allerdings kam der mir auch etwas zu plötzlich. Ich hätte ihn später erwartet). Das ist wirklich toll beschrieben!


    Bei Elias wird die Situation aber wirklich so langsam kritisch. Ich glaube auch, dass Lies noch mal auf Sörli steigen muss. Die Szenen mit dem Pferd gefallen mir übrigens auch sehr gut (OK, durch das Reiten meiner Tochter habe ich auch eine gewisse Beziehung zu Pferden. Ich mag sie einfach). Sörli weiß was ihm gut tut, als er sich weigert, in den Stall zurückzugehen. Islandpferde leben im Freien, dort geht es ihnen am besten. Auf einem Islandpferdehof haben wir uns auch gewundert, dass die Herde im Winter im Schnee Tag und Nacht auf der Koppel steht, bis uns der Besitzer erklärt hat, dass sie so am gesündesten gehalten werden. Bei früherer Stallhaltung sind ihm schon Pferde krank geworden, seit er sie nur draußen hält sind sie fit. Nur im Sommer kommen sie tagsüber manchmal in einen offenen Stall, wenn es zu warm draußen ist.


    Den Hund ohne Namen habe ich aber auch schon ins Herz geschlossen.


    Bedrückend fand ich Lies Erlebnis mit dem Tod, der einfach so kommt. Und anstatt zu trauern muss sie weitermachen, was ihr aber auch hilft. Sie wird hier in diesem einsamen Land wirklich mit so vielen neuen Emotionen konfrontiert, die sie in ihrem normalen Alltag daheim nicht kannte. Ein Gefühl, dass ich beim Lesen immer wieder als sehr schön erfahre, sind ihre Empfindungen wie auf S. 138: „Wieder einmal wurden die Dinge so einfach und klar“. Das sind so kurze Momente wie Zeitlupe, frei von Anspannung. Man wünschte sich, sie würden länger anhalten.




    Jói fasziniert mich sehr, mit seiner distanzierten und stillen Art. Nun ja, Lies ist fast ein wenig zu quirlig für ihn. Trotzdem ist das Knistern zwischen den beiden deutlich zu spüren und ich vermute mal, dass das nicht ihre letzte Begegnung war. ;)


    Zumindest an der Stelle, an der Joi Lies so komisch anschaut und bei Lies Gefühlen (sie fühlt sich doch sehr zu ihm hingezogen) ahnt man eine Anziehungskraft. Aber es kann ja auch wirklich sein, dass Lies' Einsamkeit da etwas mitspielt und sie selbst bei sich mehr zu spüren meint, als da eigentlich ist. Ich bin wirklich gespannt, wie diese "Verbindung" endet.



    Die isländische Natur wird sehr eindrucksvoll und anschaulich dargestellt. Ich konnte mir beim Lesen richtig vorstellen, welch ein ehrfürchtiges Gefühl es sein muss, an dieser Klippe zu stehen, in den Fluss hinabzublicken und die Macht der Natur zu spüren. Der schnelle Wetterumschwung hat mich ziemlich verwundert - gerade noch dichter Schneeregen und plötzlich geht die Sonne auf und es wird Sommer. Island scheint ein wirklich merkwürdiges Land zu sein - auf eine faszinierende Weise.


    Diese Szene konnte ich mir auch sehr gut vorstellen und fand sie auch sehr bewegend. Diese Kraft und Schönheit der Natur zu beobachten und dabei innezuhalten. Wie „klein“ der Mensch doch eigentlich ist…



    "Hm, das ist nicht schön." Als einzige Reaktion Jóis auf die Eröffnung Lies, dass sie ihn im Notfall telefonisch nicht erreichen könnte, fand ich etwas...sparsam?! Oder entspricht das der Mentalität der Isländer? ;)
    Ich seh es schon kommen, Lies und Sörli werden noch ganz dicke Freunde.


    Ja, das Problem mit dem fehlenden Telefon wurde ja schnell gelöst. Was die Mentalität der Isländer betrifft, hat meine Sympathie zu Joi sowieso gerade einen Dämpfer bekommen, als er Lies einfach nichts von seinem Proviant abgibt. Dieses „Problem“ gibt es doch schon mit Elias. Ist es doch ein allgemeines Phänomen der Isländer, jedes Essen möglichst für sich zu behalten?


    Gespannt bin ich jetzt aber auch darauf, was wir noch über Elias Vergangenheit erfahren werden.

  • Hallo zusammen,


    mir ist besonders das veränderte Tempo des Buches aufgefallen.


    Wurde in den letzten Kapiteln mehrere Tage die ineinander übergingen beschrieben, handelt Kapitel 5 S. 109 - 156 nur von einem Tag, und der hat es für Lies ja wirklich in sich.
    Am allerbesten hat mir die Szene gefallen, in der sich das Pferd seine Freiheit auf der Weide erkämpft. Zwischen dem Pferd und Elias muß doch eine sehr enge Verbindung bestehen, aber warum kümmert er sich dann garnicht um das Pferd, um die Schafe hat er sich zumindest am Anfang ja auch gekümmrt.


    Bei der Geschichte mit dem Kinofilm ist es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen, gibt es den Film wirklich.


    Ich verschwinde jetzt mit Buch ins Wochenende


    :winken:


    Olima


  • Zwischen dem Pferd und Elias muß doch eine sehr enge Verbindung bestehen, aber warum kümmert er sich dann garnicht um das Pferd, um die Schafe hat er sich zumindest am Anfang ja auch gekümmrt.


    Das war mir auch aufgefallen. Erklären kann ich es mir immer noch nicht. :-\


    Weck' mich mal einer - was habe ich verschlafen? ??? :-[


    Die einzige Erwähnung eines Films an die ich mich erinnern kann, war als Lies Elías auf das Pferd half. Sie bekam ihn erst nicht drauf und erinnerte sich dann an eine Filmszene, in der gezeigt wurde wie jemandem dabei geholfen wurde.


  • Die einzige Erwähnung eines Films an die ich mich erinnern kann, war als Lies Elías auf das Pferd half. Sie bekam ihn erst nicht drauf und erinnerte sich dann an eine Filmszene, in der gezeigt wurde wie jemandem dabei geholfen wurde.


    Ich denke es geht um den Film Ende des vorigen Abschnitts (S. 100). Dort habe ich auch schon geschrieben, wie sehr er mich bedrückt hat. Jetzt habe ich mal nachgeschaut, den Film gibt es wirklich http://www.arte.tv/de/film/801590.html

  • Das war wirklich ganz schön aufregend, dieser Abschnitt.


    Hier konnte man wirklich spüren, dass Island bis zu einem gewissen Grad lebensfeindlich und nicht unbedingt für den Menschen gemacht ist.


    In ihrer Hilflosigkeit bei der Schafsgeburt tat mir Lies furchtbar leid; ich kann das auch nicht sehen, wenn ein Tier leidet. In ihrer Lage muss sie allerdings Prioritäten setzen, und da geht nun mal Elías ganz klar vor. Puh, da wagt sie sich tatsächlich in unbekanntes Terrain, mitten im Schneesturm - das fand ich ganz schön mutig von ihr! Zusammen mit den Tieren schafft sie es, Elías zu retten. Der Spitz zeigt ihr den Weg, und das Pferd folgt ihr brav, um Elías heimzubringen. Sehr schön, dieses Zusammenspiel dieser Truppe, zusammengewürftelt aus drei sehr unterschiedlichen Lebewesen. Dass anschliessend Jói zur Stelle ist, um Lies weiterzuhelfen, fand ich sehr erleichternd. Und es knistert weiterhin... ;)


    Bei der Szene mit dem Pferd, das nicht mehr in den Stall wollte, musste ich in mich hineingrinsen. Ich habe auch einen Isi im Stall, und das ist der geborene Freiluftfanatiker. Fragt mich nicht, wie ich das immer schaffe, ihn in den Stall zu locken... ;) Darum kann ich mir gut vorstellen, dass Sörli lieber draußen bleibt; schliesslich ist schon Mai und so ein kleiner Schneesturm hat noch keinem Islandpferd was geschadet. ;D Zwischen Lies und Sörli wird das bestimmt noch die dicke Freundschaft, da bin ich mir sicher.


    Das Schaf hat leider verloren - ich musste nur kurz stutzen, als es mit der Pistole erschossen wird; macht man das so? Als Tierarzt hätte Jói es doch auch einschläfern können. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich mal gehört, dass es zur Schäferausbildung gehört, ein Schaf mit dem Messer zu töten. Die Pistole kommt mir hier irgendwie fehl am Platze vor.


    Ja, irgendwie scheint der Tod ein wichtiges Thema in diesem Buch zu werden. Lies wird zum ersten Mal damit konfrontiert und muss sich damit befassen. Diese Passagen über den Tod fand ich sehr eindringlich und sie haben mich sehr beschäftigt.


    Jetzt werde ich mal weiterlesen und mich überraschen lassen, ob wir über Elías Geschichte noch mehr erfahren - und natürlich, ob der Spitz auch so einen schönen Namen hat wie Sörli. Der Sprachstil gefällt mir übrigens mittlerweile viel besser wie am Anfang.

  • Noch ein paar Kommentare:



    Zu Beginn des Kapitels wird wieder vom Moos berichtet, dass Elías sammelt. Vorher war schon mal zu lesen, dass er Suppe aus Milch? und Moos gekocht hat. Ist es in Island üblich Moos zu essen? Ich kann mich nicht erinnern jemals davon gehört zu haben. Ist das eine besondere Art von Moos, denn ich glaube, dass unsere Tiere (Nager) immer um das Moos herum fressen.


    Das würde mich auch interessieren!



    Auch in diesem Abschnitt bin ich mit Joi nicht wärmer geworden. Irgendetwas stört mich an ihm, ich weiß zwar nicht was, aber ich mag ihn nicht wirklich. Für mich ist er viel zu distanziert.


    Das finde ich gar nicht, Lies ist diejenige, die kaum ein Wort sagt. Er versucht immer wieder, mit ihr ins Gespräch zu kommen.



    Die Geschichte um Elías Vergangenheit merke ich mir, die kam nicht umsonst als Gesprächsthema auf.


    Darauf bin ich auch sehr gespannt - ich hoffe, das wird noch aufgelöst.



    Die isländische Natur wird sehr eindrucksvoll und anschaulich dargestellt. Ich konnte mir beim Lesen richtig vorstellen, welch ein ehrfürchtiges Gefühl es sein muss, an dieser Klippe zu stehen, in den Fluss hinabzublicken und die Macht der Natur zu spüren. Der schnelle Wetterumschwung hat mich ziemlich verwundert - gerade noch dichter Schneeregen und plötzlich geht die Sonne auf und es wird Sommer. Island scheint ein wirklich merkwürdiges Land zu sein - auf eine faszinierende Weise.


    Genau so habe ich es auch beim Lesen empfunden. Was das Wetter betrifft: man muss sich nur vor Augen halten, von wieviel verschiedenen Einflüssen das Klima auf Island geprägt ist, dann wird auch klar, warum das Wetter so schnell und häufig wechselt.



    Und als dann noch dieses isländische Gedicht mit eingebracht wurde - wie schön und traurig zugleich :'(:)


    Das Gedicht fand ich auch sehr ergreifend *zustimm*.



    Bedrückend fand ich Lies Erlebnis mit dem Tod, der einfach so kommt. Und anstatt zu trauern muss sie weitermachen, was ihr aber auch hilft. Sie wird hier in diesem einsamen Land wirklich mit so vielen neuen Emotionen konfrontiert, die sie in ihrem normalen Alltag daheim nicht kannte.


    Das gefiel mir auch gut, diese Botschaft: der Tod gehört genauso zum Leben dazu wie alles andere. Ich denke, dieses Thema wird uns weiter beschäftigen. Mir ist auch aufgefallen, dass gerade in diesen einfachen, naturnahen Ländern wie z.B. Island der Umgang mit dem Tod viel selbstverständlicher ist als in unseren Industrienationen. Lies hat da wohl einiges an Nachholbedarf.



    Ein Gefühl, dass ich beim Lesen immer wieder als sehr schön erfahre, sind ihre Empfindungen wie auf S. 138: „Wieder einmal wurden die Dinge so einfach und klar“. Das sind so kurze Momente wie Zeitlupe, frei von Anspannung. Man wünschte sich, sie würden länger anhalten.


    Mir gefällt es auch gut, wie man bei Lies eine Entwicklung erkennen kann und wie intensiv ihre Empfindungen gezeichnet sind.

  • So, nun habe ich diesen Abschnitt auch komplett beendet.


    Es ging zwar für Elias nochmal gut aus, aber das Schaf hat leider nicht überlebt. Keine schöne Szene aber doch so wie sie das Leben eben schreibt... Irgendwie regen Lies Gedanken über die Einfachheit auch mich zum Nachdenken an.


    Bekommt eigentlich außer mir noch jemand immer mehr Lust auf einen baldigen Island Urlaub?


    Als Joi Lies aufs Pferd gesetzt hat das war schon lustig :) Ich glaub ja da "geht noch was" zwischen den beiden ;D


    Mal sehen wies weiter geht :lesen:


  • Bekommt eigentlich außer mir noch jemand immer mehr Lust auf einen baldigen Island Urlaub?


    Hier, Hier!!
    Ich war zudem schon einmal in Island und sehe dann auch noch Orte vor mir, die ich unbedingt noch einmal sehen möchte und die, an denen ich dann auch mehr Zeit verbringen möchte. Das sind im Prinzip fast alle ;D plus die Orte, die ich noch nicht besucht habe.


    In dem Tal, wo die Jökulsa fließt, war ich auch mal, allerdings nicht ganz so weit hinten. Witzigerweise habe ich den vorderen Talteil nich karg in Erinnerung, sondern da gab es kleine und niedrige Wälder.


  • In dem Tal, wo die Jökulsa fließt, war ich auch mal, allerdings nicht ganz so weit hinten. Witzigerweise habe ich den vorderen Talteil nich karg in Erinnerung, sondern da gab es kleine und niedrige Wälder.


    Und ich dachte immer, auf Island gibt es keine Bäume? :-\


    Was den Urlaub betrifft: ich träume ja schon von jeher von einem Island-Urlaub, allerdings der besonderen Sorte: ich würde gerne einen Wanderritt dort mitmachen. *träum* ;)


  • Ich war zudem schon einmal in Island und sehe dann auch noch Orte vor mir, die ich unbedingt noch einmal sehen möchte und die, an denen ich dann auch mehr Zeit verbringen möchte. Das sind im Prinzip fast alle ;D plus die Orte, die ich noch nicht besucht habe.


    Oh wie schön :) Ist das eigentlich sehr teuer? Ich hab mal gegoogelt und gesehen das man ja eigentlich fast nur privat unterkommen kann, richtige Hotels oder so gibt es dawohl kaumn nur so kleine Vermietungen...