02 - Kapitel 3 bis 4 (S. 52 bis 108)

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  • Godan daginn :winken:


    ich kriege die Sonderzeichen trotz des Tipps von yanni hier nicht hin. Für heute Abend egal :-[


    Was mir sehr gut gefällt ist, wie man dank der Schilderungen ziemlich gut den Tagesablauf mitbekommt. Eintönig, jeden Tag dasselbe, aber das scheint nach einer gewissen Zeit nichts auszumachen. Im Gegenteil, Lies findet in dieser schlichten Regelmäßigkeit ihre Ruhe. Und sie wird in der ungewohnten Umgebung eines Bauernhofs immer selbständiger.


    Große Neuigkeiten für Lies, sie lernt den dritten Isländer kennen. Und obwohl sie angesichts seines Angebots, ihr aus der Stadt alles mögliche mitzubringen, eine eigene lange Liste hätte erstellen können, wünscht sie sich nur eines: Schokolade. Einige Wochen auf diesem Hof haben die Perspektiven und Gewichtung mächtig verändert, scheint mir.


    Das wird sicher noch von Vorteil sein, denn über den Gesundheitszustand von Elias gab es ja nun einige merkwürdige Beobachtungen. Da wäre ich Stadtkind auch ratlos, was tun. Denn Joi wird im Falle eines Falles sicher nicht zufällig vor der Tür stehen, oder?


    Ach ja: Das mit der Geburt musste ja irgendwann passieren ;D
    Damit scheint sich Lies endlich Respekt bei Elias verschafft zu haben. So jedenfalls war mein erster Eindruck. Aber vielleicht hätte sie das etwas früher haben können - sie hat sich ja aus Wut auf sich selbst und ihre "blöde Idee" auch arg verkrochen während der ersten Zeit auf dem Hof.

  • Oh Gott, das Essen bei Elías würde meinem Magen sicher nicht gefallen. Und dann erst der Kaffee, den Elías ständig trinkt.


    Jói scheint ein praktischer Mensch zu sein da er gleich beim nächsten Besuch "Entwicklungshilfe" betreibt und Lies die nötigsten Lehrbücher mitbringt. Das Radio war das I-Tüpfelchen. Sogar Elías konnte sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Warum er wohl bisher keines hatte?


    Lies hat sich schnell eingearbeitet und Jóis Rat, Elías bei der Arbeit zu beobachten und nachzuahmen, hat sich als richtig erwiesen. Sie scheint gelehrig zu sein und zeigt Einfühlungsvermögen, aber als sie es sogar wagte in den Stall von Packbier zu gehen um auszumisten hat sie großen Mut gezeigt. Das Pferd kannte solchen Luxus schon seit einiger Zeit nicht mehr und nutzte gleich die Gelegenheit um sich im Sand zu wälzen. :) Ein schöner Lohn für Lies zu sehen wie wohl es sich fühlte!


    Ah - bin ich nun auf die Schokolade gestoßen, von der ich hier schon so einiges gelesen habe. Mit Lakritz-Füllung :o das kann ich mir gar nicht vorstellen! Aber vielleicht liegt es ja nur daran, dass ich Lakritz nicht mag.


    Ich hatte mich ja auch schon gefragt, wie Elías seine Vorräte erhält. Allerdings dachte ich mehr an einen fahrbaren Laden, der von Hof zu Hof fährt.
    Dieser Kaufmann ist eine wahre Informationsquelle. Und das Bild hat endlich einen Namen!
    Armer Elías - es war ja eigentlich klar, dass irgendetwas in der Vergangenheit geschehen sein mußte, weil er sich total von der Außenwelt abgeschottet hatte. Aber das war wahrscheinlich noch nicht die ganze Geschichte.


    Lies als Hebamme. 8) Da kann der gute Jói aber mal stolz sein, wenn ihm das zu Ohren kommt. Wehe, er weiß das nicht zu würdigen. Und die Ärmste kann nicht mal eine heiße Dusche nehmen. An den durchdringenden Schafsgeruch hat sie sich bestimmt schon gewöhnt. Und auf Isländisch fluchen kann sie ja auch schon. ;D


    Oh, oh, Elías Gesundheitszustand verschlechtert sich ja rapide. Hoffentlich kommt Lies nicht in die Situation dringend einen Arzt holen zu müssen. Sie wird sicher nicht wissen, wie man sich verhält, wenn er Probleme wegen seines Diabetes haben sollte. Seine Verwirrtheit könnte ein erstes Anzeichen dafür sein. Nein, an so etwas will ich gar nicht denken. Da setzte ich mich doch lieber zu ihm in die Küche und trinke einen Brennivin (Brandwein?) mit ihm während wir Socken stricken.


    OT: Irgendwo hab ich mal gelesen, dass Socken stricken eine Arbeit der Männer war. In irgend einen nordischen Land... ich komm einfach nicht drauf. :-\


  • ich kriege die Sonderzeichen trotz des Tipps von yanni hier nicht hin. Für heute Abend egal :-[


    Du mußt nur die Alt-Taste gedrückt halten und auf dem Ziffernblock die Zahlen 208 eintippen.
    Bei Wikipedia gibt es noch einige Infos dazu.
    Ich hoffe, es hilft etwas weiter.


    :winken:
    yanni

  • Yanni, ich sitze leider an einem Mac, der noch dazu eine schweizer Tastatur hat - an dem Rechner muss ich selbst nach dem @ stundenlang suchen.
    Ich tippe ab sofort wohl besser wieder von meinem Rechner aus, denn die Sonderzeichen hätte ich schon selber gerne original getippt. Ich kann hier nicht einmal den Accent auf den Namen von Elias setzen. >:(


    Jói scheint ein praktischer Mensch zu sein da er gleich beim nächsten Besuch "Entwicklungshilfe" betreibt und Lies die nötigsten Lehrbücher mitbringt. Das Radio war das I-Tüpfelchen. Sogar Elías konnte sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Warum er wohl bisher keines hatte?


    Das war eine tolle Szene, fand ich. Da steckte auch viel drin von Lies' neuer Perspektive.


  • Yanni, ich sitze leider an einem Mac, der noch dazu eine schweizer Tastatur hat - an dem Rechner muss ich selbst nach dem @ stundenlang suchen.
    Ich tippe ab sofort wohl besser wieder von meinem Rechner aus, denn die Sonderzeichen hätte ich schon selber gerne original getippt. Ich kann hier nicht einmal den Accent auf den Namen von Elias setzen. >:(


    So etwas in der Art habe ich mir schon gedacht.


    Gut zu Ausdruck brachte Lies veränderte Lebensweise auch, als ihr nach ihren Wünschen gefragt einzig Sukkulaði einfiel. Auf so wenig lassen sich ihre anfänglichen Wünsche reduzieren.


    Was ich nicht ganz verstehe ist, warum hat Jói auf seiner Visitenkarte eine Mobilnummer stehen, aber Lies hat keinen Empfang? Oder ist das auch nur ein Versäumnis von ihr? Keine Freischaltung oder so etwas in der Richtung. Ich habe da nicht so viel Ahnung. :-[

  • Dieser Abschitt raste ja mal so richtig schnell dahin.
    Das mit der Schokoalde habe ich auch sehr süß empfunden. Da ich ein wahrer Schokofanatiker bin und keinen Tag ohne leben kann, verstehe ich ihre Sucht. ;D


    Allerdings habe ich ein Problem mit Joi. Ich weiß nicht was ich von ihm halten soll. Einerseits ist er nett zu Lies und versucht ihr in Island weiter zu helfen, aber auf der anderen Seite distanziert er sich auch von ihr. Es kommt nichts von ihm. Er kommt und geht wieder und lässt sie da ganz allein. Ich weiß, es ist nicht seine Aufgabe, aber wenn er eh sieht wie Elias mit ihr umspringt, hätte ich mir mehr erwartet. Oder macht man das so in Island? Dass jeder selber draufkommen muss wie der Hase läuft.


    Die Geburt fand ich toll und ich denke auch, dass sie Elias Respekt nun hat, auch wenn er ihn nicht wirklich zeigt. Mal sehen was mit denen beiden noch alles passiert.


    Katrin


  • Allerdings habe ich ein Problem mit Joi. Ich weiß nicht was ich von ihm halten soll. Einerseits ist er nett zu Lies und versucht ihr in Island weiter zu helfen, aber auf der anderen Seite distanziert er sich auch von ihr. Es kommt nichts von ihm. Er kommt und geht wieder und lässt sie da ganz allein. Ich weiß, es ist nicht seine Aufgabe, aber wenn er eh sieht wie Elias mit ihr umspringt, hätte ich mir mehr erwartet. Oder macht man das so in Island? Dass jeder selber draufkommen muss wie der Hase läuft.


    Das habe ich mich auch schon gefragt.
    Aber vielleicht liegt es an dieser deutschen Ex-Freundin, die nicht in Island leben konnte oder wollte. Womöglich sieht Lies ihr ähnlich. Oder es reicht schon die deutsche Sprache um Erinnerungen auftauchen zu lassen?

  • Hallo ihr,


    der zweite Abschnitt war sehr schnell weggelesen, die Seiten flogen nur so dahin. Das Buch hat eine wunderschöne Atmosphäre, die zum darin Versinken einlädt. Und die Sehnsucht nach Island wächst und wächst... Außerdem verspüre ich plötzlich ganz große Lust, die isländische Sprache zu erlernen. ;)


    Ich finde es sehr nett von Joi, dass er versucht, Lies zu helfen. Natürlich wird Lies es viel leichter haben, wenn sie nur erst einmal die Sprache beherrscht. Deshalb halte ich es für eine gute Idee von Joi, sie dazu zu animieren, indem er ihr Bücher und Radio in die Hand drückt. Und sie hat ja schon einige Fortschritte in dieser wundervollen Sprache gemacht und kann sich mittlerweile ein wenig mit Elias verständigen. Das finde ich sehr schön. Gelungen sind auch die isländischen Einwürfe, die das Buch noch authentischer wirken lassen.


    Die Szene, in der Lies von dem freundlichen Kaufmann einzig Schokolade bestellt, fand ich auch herrlich. Hier zeigt sich, dass Lies sich bereits verändert hat und ihre Ansprüche zurückgegangen sind. Aber auf Schokolade verzichten - nein, das geht nicht. :D Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schokolade mit Lakritze als Füllung lecker ist. In Verbindung mit etwas Süßem schmeckt mir Lakritze nämlich, pur esse ich sie nicht so gerne.


    Am wohlsten scheint sich Lies ja im Stall zu fühlen. Sie lernt ziemlich schnell, hat sogar schon einem Lämmchen auf die Welt geholfen und ihre Rührung nach der Geburt fand ich sehr anrührend. Und das Beste ist, dass sie damit Elias tatsächlich von ihren Qualitäten als Helferin überzeugt zu haben scheint.



    Armer Elías - es war ja eigentlich klar, dass irgendetwas in der Vergangenheit geschehen sein mußte, weil er sich total von der Außenwelt abgeschottet hatte. Aber das war wahrscheinlich noch nicht die ganze Geschichte.


    Ja, ich denke auch, dass Elias' Vergangenheit noch mehr Geheimnisse birgt. Einen sehr interessanten Charakter hat Dagmar da geschaffen, auch wenn er auf den ersten Blick nur ein kauziger alter Mann zu sein scheint. Ich bin schon neugierig darauf, was sie noch so alles herausfindet.


    Ich finde es sehr schön, zu beobachten, wie Lies sich in Island immer mehr einlebt. Sie wird immer mehr akzeptiert - vom Spitz, vom Pferd und nicht zuletzt auch von Elias.


    Ich genieße das Buch im Moment sehr und freue mich schon auf's Weiterlesen. :lesen:

  • Hallo !


    So hier war ich schon begeisterter . Lies sitzt nicht blos rum nein sie packt an , macht was aus ihrer Situation und verschafft sich Respekt , beweist Mut und Courage .
    Ihre Entscheidung nun nach Island zu gehen scheint die Richtige zu sein , denn sie findet Ruhe , Frieden und ist raus aus dem ganzen Stress- wunderbar .


    Das Essen nun das würd ich sicher nicht runterbringen . Oh nein , geht gar nicht . Übelst wenn man es beim Frühstück liest was es da so alles gibt .


    Jóí scheint echt nett zu sein .ich mag ihn und er hilft ihr ja sehr und mag sie . Na wenn da mal nicht noch was bei rum kommt ;D



    Um Elias mach ich mir Sorgen , aber auch Lies hat es da nicht einfach . Was wenn was Ernstes passiert und das in der Einöde ?



    Soviel erst mal für heute .


    Liebe Grüße Siri

    Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern. <br />(André Malraux )

  • Ja, das anpacken macht sie auch noch sympathischer für mich!
    Obwohl ich auch Ihre anfängliche Scheu gut nachvolziehen konnte :P


    Besonders gut finde ich den "Helviti"> und die Erkenntnis: "Der flucht ja den ganzen Tag!"
    Der Tierarzt fällt zwar bisher angenehm auf, aber noch habe ich den rechten Bezug zu ihm nicht, mal sehen wie sich das entwickelt :winken:


    Liebe Grüße
    Karin

  • Jou, Karin, der Helviti! ist wirklich gut ;D


    Schimpfen lernt man in einer Fremdsprache angeblich ja am schnellsten. Vor allem flucht es sich offensichtlich locker weg, wenn man die Schrecken des Wortes und die Gepflogenheiten einer Sprache nicht kennt.

  • Auch bei diesem Abschnitt möchte ich wieder drei Textstellen besonders bemerken:

    Zitat

    Ein dicker Kloß verschloss Lies´Hals. Das hier war das Leben. Das war der Beginn - so einfach und so klar.

    Da saß Lies im Stall und vor Erleichterung und Rührung liefen ihr die Tränen durchs Gesicht - und mir gleich mit-. :'(
    Die Szene fand ich sehr intensiv. Ich habe mich neben ihr im Stall gefühlt und mitgelitten, so anschaulich beschrieben war die Szene.
    Nicht so gut gefallen hat mir die Beschreibung, wie das Pferd sich im Notfall selbst befeien kann. Das finde ich zu weit hergeholt, da ich nicht glaube, dass ein Pferd in Not, gezielt an ein gespanntes Seil treten würde. Aber vielleicht irre ich mich ja.
    Die letzte Szene als Lies das Feuer macht und `I feel good`ausruft, ist für mich wieder ein wenig störend und passt nicht so recht zu der Lies, wie sie sich bis dahin darstellt.
    Insgesamt finde ich die Umstellung auf das einfache Leben ohne Uhr und mit sich laufend wiederholenden Tätigkeiten sehr anschaulich beschrieben. :)

    Bring Licht in Deinen kleinen Winkel, dann erhellst du die ganze Welt

  • Hallo liebe Mitleser!


    Lies ist inzwischen ja glücklicherweise dabei, sich ein wenig zu entspannen und nimmt die Dinge so wie sie eben sind.
    Sehr schön finde ich, wie das einfache Leben herausgestellt wird und wie Lies als Zivilisationsmensch (was wir ja alle sind) ganz langsam lernt mit den Dingen und der Situation umzugehen. Bewundernswert finde ich, wie sie ihre Aufgaben im Stall und vor allem mit den Schafen und dem Pferd meistert. Das ist schließlich alles völliges Neuland für sie.


    Der Tierarzt ist mir bisher, im Gegensatz zu einigen von euch, noch nicht sonderlich aufgefallen. Ok, es gibt ihn, er machte einen ganz netten Eindruck und... das wars, mehr kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht über ihn sagen.

  • Hallo,


    ich bin froh, dass Lies jetzt Isländisch lernt und ich glaube, es macht ihr sogar Spaß. Ich stelle es mir schwierig vor, eine total fremde Sprache im Radio zu hören und nicht zu wissen, wie die einzelnen Wörter überhaupt geschrieben werden. Ich frage mich, wie schwierig oder einfach diese Sprache zu lernen ist? Allein die Schreibweise scheint schon kompliziert. Rührend fand ich die Szene mit Elias und dem Radio. Wie ein kleines Kind, das ein wundervolles neues Spielzeug bekommen hat. Kann er sich kein Radio leisten? Oder ist er nicht auf die Idee gekommen, sich eines anzuschaffen. Wenn er extra keines besitzen wollte, hätte er es ja bestimmt nicht angerührt.



    Und obwohl sie angesichts seines Angebots, ihr aus der Stadt alles mögliche mitzubringen, eine eigene lange Liste hätte erstellen können, wünscht sie sich nur eines: Schokolade. Einige Wochen auf diesem Hof haben die Perspektiven und Gewichtung mächtig verändert, scheint mir.


    Ja, die Szene mit dem Kaufmann und der Schokolade fand ich auch klasse. Wie wenig man für ein bisschen Glück braucht! Interessant fand ich in dem Zusammenhang, dass Elias ihr einen Riegel seiner Schokolade gebracht hatte, nachdem er einen kurzen Dialog mit dem Kaufmann hatte. Hat er vielleicht mit der Zeit einfach verlernt, sich um einen Gast zu kümmern und ihm ist das gar nicht bewusst, oder warum sonst brauchte es wohl des Kaufmanns Fingerzeig, Lies die Schokolade zu geben? (Zumindest habe ich die Situation so aufgefasst)
    Eine eigensinnige Handlung ist auch das „Ins-Zimmer-bringen“ all der Sachen, die Lies gehören. Er erträgt es wirklich nicht, wenn seine Ordnung, sein Leben durcheinander kommen.



    Das Essen nun das würd ich sicher nicht runterbringen . Oh nein , geht gar nicht . Übelst wenn man es beim Frühstück liest was es da so alles gibt .


    Uhhh, ja. Der Speiseplan ist wirklich gewöhnungsbedürftig und sehr karg. Die Art des Essens (ich esse kein Fleisch) und dieser Mangel an frischen Sachen, würden mir auch zu schaffen machen. Und dann noch diese seltsamen Speisen, die Elias kocht. Brrrrr.


    Allerdings mache ich mir langsam Sorgen über seinen Gesundheitszustand. Es ist wirklich ein erschreckender Gedanke, dass er in dieser Einsamkeit mal schnell Hilfe brauchen könnte. Und irgendwie mag ich ihn mittlerweile. Ich bin auch sehr gespannt, was wir noch von Elias und seinem Leben erfahren. Da scheint ja wirklich einiges passiert zu sein, was Auswirkungen auf sein jetziges Leben zu haben scheint. Den Film, an den Lies dachte, fand ich sehr bedrückend in dem Zusammenhang. Ich möchte nie so alleine sein, dass ich mich am liebsten selbst begraben wollte, anstatt alleine weiterzuleben. :(



    Das habe ich mich auch schon gefragt.
    Aber vielleicht liegt es an dieser deutschen Ex-Freundin, die nicht in Island leben konnte oder wollte. Womöglich sieht Lies ihr ähnlich. Oder es reicht schon die deutsche Sprache um Erinnerungen auftauchen zu lassen?


    Joi finde ich immer noch sehr nett. Lies selbst ist ja ihm gegenüber auch nicht gesprächig und gibt nichts von sich preis (sind die Isländer wirklich so still?) Ich kann mir auch vorstellen, dass Joi es nach seiner Enttäuschung vorzieht, eine neue Bekanntschaft erst mal langsam anzugehen.


    Was wieder gut zu spüren war, ist Lies Bedrücktheit über die Enge und Einsamkeit. Im Stall dagegen merkt man richtig, wie es ihr besser geht. Interessant fand ich die Beschreibung der Arbeit mit den Schafen und den Vorgang der Geburt der Lämmer. Das war so genau beschrieben, ich habe mich gefühlt, als wäre ich dabei gewesen. Ich nehme an Dagmar, dass du das so hautnah miterlebt hast? Diese Geburt und Lies Gefühle danach fand ich sehr emotional geschrieben. Das war richtig rührend. Und wie schön, dass Elias endlich mal eine freundliche Geste mit seinem Lächeln Lies gegenüber zeigt. Auch die Strickaktion abends hat ja mal ein bisschen zusammengeführt. Das war ja schon fast Familienleben. ;) (Witzig auch der Satz auf S. 89: „Sie gehörte zum Haushalt“)

  • Hallo,
    ich hab ja selber auf einer Schaffarm gearbeitet - und so nett das da war und so unglaublich lieb die Hofbesitzerin ... ich hatte Angst da draußen. Ich hab mich erdrückt gefühlt und bin in den Stall geflüchtet, weil es bei den Tieren sicher und warm war. Das kann sich niemand vorstellen, der nicht dort war. In meinen zwispältigen Gefühlen Island gegenüber stehe ich übrigens relativ alleine - die Leute aus meinem Pferdeumfeld schwärmen von der Insel und nu sehr wenige geben zu, daß sie sich eingeschüchtert fühlten.


    Jói hatte für mich auch keine große Bedeutung. Es ist die Geschichte von Lies und Elias - Jói ist auch da, so kann man das umschreiben. Er ist dann immer mehr da, aber er ist keine Hauptperson (sofern man bei 4 Personen von Hauptperson sprechen kann ;) )


    Es hat im TV mal eine Reportage gegeben über den letzten Einsiedler in den Westfjorden. Der lebte ganz allein, ohne Strom und Gas in einer Bucht, nur in Gesellschaft mit seinen Tieren. Alle paar Wochen bekam er Besuch von seinen Freunden. Und vor dem Winter entschliesst er sich, das Haus aufzugeben und in die Stadt ins Altersheim zu wechseln, weil er befürchtet, den Winter dort draußen nicht zu überleben. Er organisiert die Tiere weg (Schlachter) , packt seine Sachen zusammen und läßt die Haustür unverschlossen, als die Freunde ihn abholen. Solche Häuser findet man in Island immer wieder.
    Diese Art zu leben und das Leben zu sehen, ist uns sehr fremd.
    Der Bericht hat mich damals fast zum Weinen gebracht.


    Gruß, Dagmar, die sich Sonntag erst wieder melden kann

  • Dieser Abschnitt hat mir gut gefallen, dieses langsame Sichannähern an das Land, die Menschen und die Tiere.


    Die Geschichte entwickelt sich bis jetzt so, wie ich es erwartet habe; nach ihrer anfänglichen Abneigung fängt Lies an, Island zu mögen. Sie findet einiges über Elias heraus - seine Familie ist tot und er selbst zuckerkrank. Mir schwant übles für seine Gesundheit, wenn er sich auf Dauer so ungesund ernährt.


    Beeindruckend fand ich Lies' ersten Einsatz als Geburtshelferin; toll, wie sie da instinktiv alles richtig macht und die kleine Solveig auf die Welt holt. Überhaupt gefällt mir die Atmosphäre im Schafstall sehr gut und ich kann sie mir auch gut vorstellen.


    Ha! Und ich wusste doch, dass Packbier nicht der richtige Name für ein Islandpferd sein kann. Sogar Lies sieht das inzwischen ein, zumal sie sich mit der Zeit ganz gut anfreundet mit dem Tier (und das ist bei Islandpferden nicht so selbstverständlich, die bleiben lange Zeit immer ein Stückchen misstrauisch).


    Die Draumur-Schokolade, über die wurde ja auch im Vorfeld unsere Leserunde schon diskutiert. In Dagmars Vorstellungsthread habe ich schon mal einen Link gesetzt, der leider etwas untergegangen ist; es gibt auch ein deutsches "Plagiat" der Draumur-Schokolade, das man hier bestellen kann. Elfenträume und Trollbrot, das klingt phantastisch... ;D


    Na, und auch Lies' Kraftausdrücke sind inzwischen weniger geworden ;) Mir gefällt ihre Entwicklung und trotz Dagmars Einwurf, dass Jói keine große Rolle spielt, finde ich doch, dass es zwischen den beiden ein wenig knistert. Oder bilde ich mir das nur ein? Jedenfalls hat Lies nun mehr und mehr einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden - das Finanzamt verblasst zusehends und löst sich im Nichts auf. Gut so!

  • So, habe diesen Abschnitt nun auch beendet.


    Das Lies so Schoko-verrückt ist ist mir total sympathisch, die Sache mit dem Lakritz eher weniger :o


    Ich finde es toll welches Gefühl das Buch dem Leser vermittelt. Realistisch betrachtet geht es ja eigentlich immer nur um ganz normale Dinge wie putzen oder essen, aber gerade das ist interessant :)


    Das Elias krank ist ist in seiner Einöde nicht gerade günstig. Passt aber zu dem grummeligen Alten das er eben auch darüber kein Wort verliert. Die Beiden geraten ja in diesem Abschnitt ganz schön aneinander, meine Güte. Da merkt man das sie sich schon irgendwie ähnlich sind.


    Die Szene in der Lies dem Schaf beim ablammen hilft fand ich total schön, hatte am Ende auch Tränen in den Augen! Sowas herrliches!


    Das Lies dann sinnbildlich ihre Vergangenheit verbrennt ist ein wirklich schöner Abschluss für diesen Abschnitt :)


  • Hallo,
    ich hab ja selber auf einer Schaffarm gearbeitet - und so nett das da war und so unglaublich lieb die Hofbesitzerin ... ich hatte Angst da draußen. Ich hab mich erdrückt gefühlt und bin in den Stall geflüchtet, weil es bei den Tieren sicher und warm war. Das kann sich niemand vorstellen, der nicht dort war. In meinen zwispältigen Gefühlen Island gegenüber stehe ich übrigens relativ alleine - die Leute aus meinem Pferdeumfeld schwärmen von der Insel und nu sehr wenige geben zu, daß sie sich eingeschüchtert fühlten.


    Also dieses Gefühl kommt bei Lies wirklich gut rüber. Ich finde das sehr spannend, dass das eigene Erfahrungen sind, die da in dem Buch mitspielen.
    Ich werde immer neugieriger auf das Land, denn auf Fotos sieht es erst mal alles nur interessant, gewaltig aber sehr schön aus. Aber Bilder sind halt nur Bilder und kein Ersatz für das "Vor-Ort-sein" und erspüren.



    Die Draumur-Schokolade, über die wurde ja auch im Vorfeld unsere Leserunde schon diskutiert. In Dagmars Vorstellungsthread habe ich schon mal einen Link gesetzt, der leider etwas untergegangen ist; es gibt auch ein deutsches "Plagiat" der Draumur-Schokolade, das man hier bestellen kann. Elfenträume und Trollbrot, das klingt phantastisch... ;D


    Ich habe ja gehofft, dass es auch Schokolade ohne Lakritz gibt, aber das ist wohl gerade das Muss bei dieser Schokolade (und der Grund, warum ich sie nie runterkriegen würde).

  • Jói hatte für mich auch keine große Bedeutung. Es ist die Geschichte von Lies und Elias - Jói ist auch da, so kann man das umschreiben. Er ist dann immer mehr da, aber er ist keine Hauptperson (sofern man bei 4 Personen von Hauptperson sprechen kann ;) )


    Ganz so bedeutungslos finde ich Jói gar nicht. Er taucht zwar nicht oft auf, aber er ist die immer wieder zerspringende Hoffnung. Er kommt in Lies' Einsamkeit, die daher gerne noch jemanden in der Nähe hätte, dummerweise sieht der Kerl auch noch gut aus und dann platzt die Seifenblase doch wieder. Er kommt tagelang nicht (was ja logisch ist, Lies aber vor lauter Einsamkeit nicht schnallt), ist auch anders nicht erreichbar und ist ohnehin ein eher schweigsamer und zurückhaltender Typ.



    Er ... packt seine Sachen zusammen und läßt die Haustür unverschlossen, als die Freunde ihn abholen. Solche Häuser findet man in Island immer wieder.


    In Island gibt es ja auch immer wieder Straßenschilder, die auf Höfe hinweisen und bei manchen ist das Haus als verlassen markiert. Da weiß man immer genau, dass dort ein leerer Hof steht (man weiß nur nie, wie lange das schon der Fall ist). Aber die Straßenschilder werden noch lange nicht abmontiert, nur weil man niemanden mehr antreffen würde.