01 - Prolog bis Kapitel 4 (bis Seite 67)

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  • Hallo ihr Lieben,


    hier treffen wir uns ab dem 10. Mai 2018 zur Leserunde zu dem Buch "Vatertage" von Stephan Bartels und ich begrüße alle Teilnehmer*innen und ganz besonders Stephan Bartels! Wie schön, dass du dir die Zeit nimmst und Lust hast uns bei der Leserunde zu begleiten! :bussi:


    Bitte beachtet auf die allgemeinen Informationen zu Leserunden und die hiesige Nettiquette.

    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Wenn ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, dann wäre es gut, wenn ihr hier oder per PN mir oder Stephan kurz Bescheid geben würdet.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! :winken:


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden eure abschließenden Rezensionen sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.


    Hier könnt ihr bis Seite 67 schreiben.

    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Liebe Grüße

    Avila :winken:

  • Hallo ihr Lieben und einen schönen Vatertag für dich, lieber Stephan!


    Ich habe den freien Morgen direkt mal dazu genutzt und den ersten Abschnitt gelesen. Der Schreibstil ist ja so locker und unterhaltsam, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Und die Kapitelüberschriften fassen die herrlichsten Worte des Kapitels auf -ich bin begeistert!


    Entsprechend schnell habe ich auch einen Einstieg in den Roman gefunden. Mir gefällt Simon als Protagonist sehr gut. Ein moderner Mann mit einer nicht ganz einfachen Familiengeschichte. Wobei seine eigene Familie(ngründung) recht geplant und gradlinig verläuft. Die kurzen Familienepisoden am Anfang haben mir gut gefallen. Ein bisschen erkennt man sich (auch wenn ich ohne eigene Familie bin ;) ) doch wieder im Zusammenspiel von Simon und Anke.

    Wesentlich chaotischer lief auf jeden Fall Jarmilas Leben ab, zumindest von den Informationen, die man in den Rückblenden bekommt. So ein wenig verwirren diese Zwischenkapitel mich noch, weil sie ja alles andere als chronologisch verlaufen. Das verlangt schon ein wenig Denkleistung meinerseits, vor allem weil Datumsüberschriften so gerne überlesen und selten wahrnehme. Na ja, ein wenig nachdenken beim Lesen wird mir schon nicht schaden. ;)


    Mein Lieblingscharakter ist bisher Hotte. Seine Beschreibung lässt mich direkt an meinen Lieblingsonkel denken. Er war auch sehr groß, gut gebaut mit etwas längeren Haaren und wenn er sich mal vor einem aufgebaut hat, bekam man richtig Angst. Aber im Grunde war er ein super lieber Kerl und konnte keiner Fliege etwas zu Leide tun. Hach ja! <3


    Den Widerwillen Simons gegen das Aufkommen für das Pflegebudget seines "Vaters" kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin mal gespannt, wie das noch weiter gehen wird und ob er am Ende wirklich bezahlt. Michael scheint auf jeden Fall einiges in seinem Leben durchlebt zu haben, wenn man von einem Haus an der Elbchaussee zum Penner Michi wird. Was das wohl war? Und zwei wohlhabende Kinder scheint er darüber hinaus auch zu haben. Domizil in Blankenese und ein Studium in Oxford bezahlen sich ja auch nicht mit Pfennigen. Doch scheint es zwischen Kindern und Vater auch gekracht zu haben. Ich vermute mal, dass das alles irgendwie zusammen hängt.

  • Hallo allerseits -


    da ist ja schon richtig was los in den ersten Kapiteln. Simon hält sich erstaunlich tapfer und gefasst und reagiert weniger panisch auf das Schreiben vom Sozialamt, als man erwarten könnte. Es ist alles viel komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht, weil es an Dinge rührt, die er ganz weit weg gepackt hat - in der Hoffnung, dass sie sich so nie mehr bemerkbar machen. Seinen biologischen Vater Michael Petersen hat er nie wirklich kenenngelernt, abgesehen von kurzen Begegnungen und nun macht er sich wieder indirekt bemerkbar, weil Simon einen Teil seiner Pflegekosten bezahlen soll. Das ist schon starker Tobak. Dennoch wäre es interessant zu erfahren, was passiert ist mit Michael und wie es sein kann, dass er obdachlos war, obwohl er aus einer wohlhabenden Familie stammt? Das sind Fragen, die auch Simon ihm sicher gerne stellen würde - aber wie Michael so daliegt im Koma, schwerstkrank und von einem Leben gezeichnet, das so deprimierend war und ausweglos, kann er einem nur leidtun.

  • Simon hält sich erstaunlich tapfer und gefasst und reagiert weniger panisch auf das Schreiben vom Sozialamt, als man erwarten könnte.

    Allgemein habe ich von Simon den Eindruck, dass er ein ruhiger Kerl ist, den er wenig aus der Bahn werfen kann. Das hat man auch bei den beiden Schwangerschaften gemerkt. Lea, die ungeplant war, aber dennoch willkommen und bei Lilly, die zwar gewünscht war, aber wo Anke keine Lust mehr auf das Hausfrauenmutterdasein hatte. Er blieb ruhig, überlegte sich, dass er zu Hause sein könnte und so hat es im Endeffekt auch geklappt. Da hat sich sein ruhiges, überlegtes Gemüt auf jeden Fall auch gezeigt, wie ich finde.

  • Simon hält sich erstaunlich tapfer und gefasst und reagiert weniger panisch auf das Schreiben vom Sozialamt, als man erwarten könnte.

    Allgemein habe ich von Simon den Eindruck, dass er ein ruhiger Kerl ist, den er wenig aus der Bahn werfen kann. Das hat man auch bei den beiden Schwangerschaften gemerkt. Lea, die ungeplant war, aber dennoch willkommen und bei Lilly, die zwar gewünscht war, aber wo Anke keine Lust mehr auf das Hausfrauenmutterdasein hatte. Er blieb ruhig, überlegte sich, dass er zu Hause sein könnte und so hat es im Endeffekt auch geklappt. Da hat sich sein ruhiges, überlegtes Gemüt auf jeden Fall auch gezeigt, wie ich finde.

    Er hat eine ruhige Art, aber auf mich wirkt er auch ein wenig phlegmatisch, so wie er alles um sich herum geschehen lässt und als gegeben akzeptiert. Das war vermutlich bisher für ihn der beste Weg, mit den Widersprüchen und offenen Fragen in seinem Leben umzugehen. Er hat seine Frau, seine kids und ein paar Freunde, das hat ihm soweit gereicht, um sein Leben stabil zu halten. Jetzt wird er allerdings gezwungen, seine Komfortzone zu verlassen und selber aktiv zu werden durch die Umstände mit Michael und Jarmila und all den Fragen und Konsequenzen, die sich daraus für ihn ergeben. Das wird einiges umkrempeln und seine eigene Dynamik entwickeln, er wird sich in der einen oder anderen Weise positionieren müssen - ich bin mal gepannt, in welche Richtung...

  • Hej aus Dänemark!


    Dann will ich mich doch auch mal kurz ins Rennen werfen, solange tatsächlich noch Vatertag ist. Erstmal: Ich freue mich, dass Ihr das Ding lest. War ja eine etwas schwere Geburt mit dieser Runde – ich kann nur hoffen, dass Ihr das Buch nicht so empfindet.


    Meine erste Erkenntnis bei Euch beiden: dass Ihr Simon als ruhig, ja „phlegmatisch" wahrnehmt. Hat mich ein bisschen verblüfft, ich habe mich dann schon gefragt, was Ihr so für Typen zu Hause auf dem Sofa sitzen habt. Obwohl, die sitzen wahrscheinlich nicht, die tanzen nur… Ich denke halt: Dem passieren zwei, drei Dinge auf diesen ersten Seiten, auf die er einfach nur reagieren kann. Oder findet Ihr, dass er mehr Temperament bräuchte?

    Das wird einiges umkrempeln und seine eigene Dynamik entwickeln, er wird sich in der einen oder anderen Weise positionieren müssen - ich bin mal gepannt, in welche Richtung...

    Ich auch, Emmy. Ich auch.


    Es ist alles viel komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht, weil es an Dinge rührt, die er ganz weit weg gepackt hat - in der Hoffnung, dass sie sich so nie mehr bemerkbar machen.

    Das ist sehr spannend für mich, weil: stimmt irgendwie, so rein tiefenpsychologisch. Habe ich beim Schreiben aber nicht eine Sekunde dran gedacht. Man lernt doch immer was über sich selbst bei solchen Gelegenheiten.

    So ein wenig verwirren diese Zwischenkapitel mich noch, weil sie ja alles andere als chronologisch verlaufen.

    Da kann ich Dich beruhigen. Der Prolog sollte halt ein möglichst starker Einstieg sein, so'n bisschen anteasern, aber viele Fragezeichen hinterlassen… Keine Ahnung, ob das geklappt hat. Aber die restlichen 1968-Teile sind in der richtigen Reihenfolge.


    Mein Lieblingscharakter ist bisher Hotte. Seine Beschreibung lässt mich direkt an meinen Lieblingsonkel denken. Er war auch sehr groß, gut gebaut mit etwas längeren Haaren und wenn er sich mal vor einem aufgebaut hat, bekam man richtig Angst. Aber im Grunde war er ein super lieber Kerl und konnte keiner Fliege etwas zu Leide tun. Hach ja! <3

    Ach, der Hotte. Ihr kennt ja „Dicke Freunde" nicht, das Vorgängerbuch, da spielte er ein weitaus größere Rolle als in diesem Buch. Ich ahne jetzt schon, dass Du es mögen würdest, Avila… Aber ich schweife ab. Und gebe Dir recht: Holger Behrens ist die gute Seele dieser 368 Seiten.

  • Meine erste Erkenntnis bei Euch beiden: dass Ihr Simon als ruhig, ja „phlegmatisch" wahrnehmt. Hat mich ein bisschen verblüfft, ich habe mich dann schon gefragt, was Ihr so für Typen zu Hause auf dem Sofa sitzen habt.

    Also phlegmatisch hätte ich jetzt auch nicht gewählt, wie beschrieben: eher ruhig und überlegt. Wenn ich einen solchen Brief bekommen hätte, hätte ich erstmal gewettert wie ein Rohrspatz. ;) Ich meinte das im Übrigen auch gar nicht abwertend, sondern eher positiv. Überlegt zu handeln und nicht impulsiv zu sein, ist doch eine gute Charaktereigenschaft. Simons Gegenpart zeigt sich übrigens hervoragend in seiner Mutter, die ihren Ex umbringen will.

    Und in der Tat sitzt mein Typ eher wenig auf dem Sofa herum, sondern ist ständig unterwegs. Ein Jura-Studium lastet ihn nicht aus, also macht er neben ehrenamtlichen Tätigkeiten noch einen Bachelor in Politik und Recht und auch neben seinem Rechtsreferendariat arbeitet er nebenbei am Lehrstuhl und stürzt sich in ein zeitintensives Musikprojekt mit einem Kumpel. Aber ja, das ist auch nicht normal. ;)


    Ach, der Hotte. Ihr kennt ja „Dicke Freunde" nicht, das Vorgängerbuch, da spielte er ein weitaus größere Rolle als in diesem Buch. Ich ahne jetzt schon, dass Du es mögen würdest, Avila…

    Oh, das klingt toll. Dann wird das Buch auf jeden Fall direkt mal auf meine Leseliste wandern! <3

  • Moin Ihr Lieben,


    hach bin ich froh, dass ich mich für diese Runde angemeldet habe. Das Buch liest sich super. Locker und Leicht, aber nicht seicht, was mich im Vorwege bei humorvollen Büchern oft abschreckt. Dann spielt es in Hamburg, meiner Heimatstadt, die ich vor 1,5 Jahren für das Ruhrgebiet verlassen habe und zu guter Letzt arbeite ich im öffentlichen Dienst und kennen einige Kollegen aus dem Bereich des Sozialamtes.

    Igela, danke nochmal für den Hinweis auf diese Runde :).

    Einen kleinen Wermutstropfen hat das Ganze trotzdem... der Autor ist Fan des falschen Hamburger Vereins ;)


    Jetzt aber zum Buch.

    Wie schon gesagt, ich hatte einen super Einstieg in die Geschichte. Ich frage mich, wie es zu diesem Absturz von Michael Petersen kommen konnte. Vielleicht Stress mit der Mutter der beiden Halbgeschwister, ein mieses Scheidungsverfahren, ein Todesfall oder ähnliches. Na, wir werden es sicher bald erfahren.


    Die Halbgeschwister haben sich gekonnt im Vorwege aus der Verantwortung gezogen. Wahrscheinlich wussten Sie um den Absturz des Vaters und der drohenden Zahlungsverpflichtung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einem Häuschen in Blankenese und Auslandsstudium nichts an Vermögen vorhanden ist. Wenn das Haus allerdings evtl. einer geschiedenen Exfrau gehört, sieht das Ganze natürlich schon anders aus.


    Aber wie konnte das Sozialamt bei Simon eine Zahlungssumme festsetzen, ohne die genauen wirtschaftlichen Verhältnisse zu kennen, wird so etwas alleine aus den Steuerdaten des Finanzamtes entnommen? Es gibt da nach Abzug der finanziellen Verpflichtungen ja auch noch einen Selbstbehalt. Obwohl, Gehalt der Ehefrau, Elterngeld, Kindergeld für 2 Kinder, da kommt schon einiges an Einkommen zusammen und wenn das Haus erst zum Lebensende, wie erwähnt, abbezahlt ist, wird die monatliche Tilgung nicht immens hoch sein.


    Simon und Hotte haben Glück gehabt, dass sie an einen netten Sachbearbeiter geraten sind. Da gibt es ganz andere Kaliber. Ausserhalb der Sprechzeit und dann noch ohne Termin jemanden zu erwischen, ist nicht immer einfach.


    Hotte macht einen super coolen Eindruck, hoffentlich lesen wir noch mehr von ihm.


    Ziemlich gruselig empfand ich die Situation im Pflegeheim. Gut, dass die Pflegerin so sympathisch ist. Jarmila hat sich, sicherlich auch aufgrund ihrer Vergangenheit, eine harte Schale zugelegt. Wie sie mit dem Kissen so dastand, ich denke, sie würde ihre Ankündigung umsetzen, so schätze ich sie zumindest ein. Als die Flasche auf dem Bett landet, bemerkt Simon eine kurze Bewegung der Beine, ich denke, dass Michael Petersen bald das Bewusstein wiedererlangt.

  • Also phlegmatisch hätte ich jetzt auch nicht gewählt, wie beschrieben: eher ruhig und überlegt.

    Ruhig und überlegt, so würde ich es auch beschreiben. Sein Leben ist relativ gut durchgeplant.


    Simons Gegenpart zeigt sich übrigens hervoragend in seiner Mutter, die ihren Ex umbringen will.

    Sie macht zwar auch einen ruhigen Eindruck, aber sie wird etwas tun, wenn sich ihr etwas in den Weg stellt. Sie hatte es in ihrer Vergangenheit sicher nicht leicht, allein erziehend und damals ohne ausreichende Sprachkenntnisse.

    Dann wird das Buch auf jeden Fall direkt mal auf meine Leseliste wandern!

    Auf meiner ist es auch schon :five:. Ich hatte gelesen, dass in "Dicke Freunde" Simon und Hotte vorkommen, da war die Sache klar.

  • Gestern abend habe auch ich begonnen...also noch knapp am Vatertag!

    Der Prolog war erst mal eine Ueberraschung, denn den empfand ich als melancholisch und mit viel Tiefgang. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich eine seichte Story erwartet habe. Meist ist es so, dass man ( ich) mit humorvoll flockig und locker verbindet. Diese Story hat mehr Tiefgang als gedacht.

    Sehr gut geschrieben der Uebergang von Jarmilla zu Simon. In einem Nebensatz erfährt man, dass Jarmilla Simons Mutter ist. Ich mag diese " Aha Momente" in Büchern.

    Der Einblick in ein ganz normales Familienleben...mitten aus dem Leben gegriffen. Mutter, Vater, 2 Kinder, Hund, Zafira und Reihenhaus. Wenn da nicht die Mutter arbeiten würde und der Vater zu Hause ist, wäre dies voll das Klischee.Hier bei uns gibt es genau 16 Wochen Mutterschaftsurlaub, wer länger frei nehmen möchte riskiert oft den Job. So lange Elternzeit...ist das üblich in Deutschland? Simon und seine Frau haben ja anscheinend fast nahtlos Elternzeit genommen.

    Mir gefällt wie Simons Alltag mit den Kids beschrieben wird. Anstrengend und nicht rosarote Wolke...wie im realen Leben halt. Wobei ich auch seine Frau bewundere. Ich denke nicht, dass ich nach einem Bürotag die Augen vor dem Frühstücks und Mittagsgeschirr verschliessen könnte. Und auch noch relativ locker darüber weggehen.

    Autsch ...700 Euro pro Monat. Ist das wirklich so, dass man da zahlen muss?

  • Simon hält sich erstaunlich tapfer und gefasst und reagiert weniger panisch auf das Schreiben vom Sozialamt, als man erwarten könnte.

    Allgemein habe ich von Simon den Eindruck, dass er ein ruhiger Kerl ist, den er wenig aus der Bahn werfen kann. Das hat man auch bei den beiden Schwangerschaften gemerkt. Lea, die ungeplant war, aber dennoch willkommen und bei Lilly, die zwar gewünscht war, aber wo Anke keine Lust mehr auf das Hausfrauenmutterdasein hatte. Er blieb ruhig, überlegte sich, dass er zu Hause sein könnte und so hat es im Endeffekt auch geklappt. Da hat sich sein ruhiges, überlegtes Gemüt auf jeden Fall auch gezeigt, wie ich finde.

    So ruhig empfinde ich ihn gar nicht. Denn er spürt ja Wut als der Brief ins Haus flattert.

    Ich denke, dass er aus Liebe zu Anke Elternzeit genommen hat. Da er ja wusste, dass sie nicht noch mal lange Zeit Windeln wechseln wollte.

  • Stephan Bartels Ich denke, den ganzen Tag alleine zu Hause mit 2 Kleinkindern kann man etwas lust und antriebslos werden.

    Für mich hat das nix mit phlegmatisch zu tun.


    Delena Simons Geschwister geben mir auch Rätsel auf. Da ist doch was oberfaul. Ich kenne mich da zu wenig aus. Doch wird da nicht auf Grund der Steuerbescheinigung in die Pflicht genommen?

  • Hier ist ja ganz schön was los gewesen seit gestern Abend. Vorweg - ich mag Phlegmatiker ganz gerne, diese Aktivitätsbolzen, die ständig auf dem Sprung sind zum nächsten Event sind mir viel zu anstrengend. Da ist mir mein heimischer Coutchpotato schon lieber :totlach: Was Simon angeht - er wirkt so in sich ruhend und mit seinem Leben ganz zufrieden am Anfang, das ist aber nicht negativ gemeint. Er hinterfragt nicht viel, nimmt die Dinge so hin, wie sie passieren. Ich hatte den Eindruck, dass es da einen gewaltigen Rumms braucht,um seine gemütliche Familienwelt zu erschüttern - und den hat er jetzt. Es ist umso spannender, die weiteren Entwicklungen zu verfolgen, wenn da einer aus einer friedlichen und überschaubaren Welt in so ein emotionales und existenzielles Chaos gerät, als jemand, der eh schon immer am Limit balanciert ist - somit alles prima gemacht, lieber Autor.:)

  • Seine Frau finde ich aber auch sehr ruhig. Sie kommt von einem Arbeitstag nach Hause, ihr Mann schlummert vor sich hin und die Kinder spielen.

    Ich wäre da denke ich nicht so ruhig geblieben. rotwerd

  • Seine Frau finde ich aber auch sehr ruhig. Sie kommt von einem Arbeitstag nach Hause, ihr Mann schlummert vor sich hin und die Kinder spielen.

    Ich wäre da denke ich nicht so ruhig geblieben. rotwerd

    Anke ist pragmatisch und belastbar, sie kennt ihn schon lange und liebt ihn jetzt so wie er ist. Außerdem macht es ihr Spaß, in dem Kinokomplex zu arbeiten. Er ist zuhause und kümmert sich um die Kinder, zwar nicht immer perfekt, aber im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die beiden waren ja vorher schon lange befreundet und nach meiner Erfahrung ist das eine gute Basis für eine engere Beziehung später , weil man einander gut kennengelernt hat, bevor die Hormone und andere Sinnestrübungen das Bild verfälschen können und man sich dann später desillusioniert zu fragen beginnt, was für ein Alien sich da auf der heimischen Couch breitmacht.:spaceinvader:

  • Seine Frau finde ich aber auch sehr ruhig. Sie kommt von einem Arbeitstag nach Hause, ihr Mann schlummert vor sich hin und die Kinder spielen.

    Ich wäre da denke ich nicht so ruhig geblieben. rotwerd

    Meine Worte! Ich finde sie ruhiger als ihn.... Mein Mann und ich haben uns so arrangiert, als die Kids klein waren, dass ich einen Tag gearbeitet habe und er zu hause geblieben ist. Ich denke ich hätte mich genervt, wenn ich abends nach Hause komme und das Frühstücksgeschirr noch rumsteht. Anke übergeht das hier ziemlich tiefenentspannt...Vielleicht ist sie auch einfach nur froh, dass nicht sie zu Hause bleiben muss. Und darum sagt sie nix.

  • N'Abend die Damen!


    Sorry, dass ich Euch mal den Tag über allein hab machen lassen, ich war bis jetzt beruflich unterwegs. Aber umso schöner, Eure Eindrücke hier geballt zu lesen. Seeeehr interessant! zum Beispiel:

    Das Buch liest sich super. Locker und Leicht, aber nicht seicht, was mich im Vorwege bei humorvollen Büchern oft abschreckt.

    Der Prolog war erst mal eine Ueberraschung, denn den empfand ich als melancholisch und mit viel Tiefgang. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich eine seichte Story erwartet habe. Meist ist es so, dass man ( ich) mit humorvoll flockig und locker verbindet. Diese Story hat mehr Tiefgang als gedacht.

    Erstmal: Danke, freut mich. Um nämlich mal aus der Schule zu plaudern: Ich hatte im Vorwege einige Schwierigkeiten mit dem Buch. Nee, stimmt gar nicht, nicht ich. Andere. Denn mit „Dicke Freunde" war ich in der Unterhaltungsecke positioniert, leichte Sommerlektüre und so, was ich damals schon ein bisschen ungerecht fand… Als meinem Agenten bewusst wurde, was er mit dem neuen Buch eigentlich verkauft hatte, ist er ein bisschen blass geworden, und auch im Verlag haben sie sich erstmal am Kopf gekratzt, als das Manuskript ankam: Pflegeheim? Sterbehilfe? Und dann noch lustig? Die konnten es nicht einordnen. Aber muss das so sein? Sagt Ihr doch mal: Braucht Ihr tatsächlich eine Schublade, in die ihr Bücher einsortieren könnt?


    Dann spielt es in Hamburg, meiner Heimatstadt, die ich vor 1,5 Jahren für das Ruhrgebiet verlassen habe und zu guter Letzt arbeite ich im öffentlichen Dienst und kennen einige Kollegen aus dem Bereich des Sozialamtes.

    Igela, danke nochmal für den Hinweis auf diese Runde :) .

    Yeah! Eine Expertin an Bord! Ich bin gespannt, wie sehr Du mich zerreißt, wenn ich bei dem Behördenkram Quatsch erzählt haben sollte. Was nicht unwahrscheinlich ist. (Und wie isses so im Ruhrpott? Ich mag den Westen ja irgendwie…)


    Es ist umso spannender, die weiteren Entwicklungen zu verfolgen, wenn da einer aus einer friedlichen und überschaubaren Welt in so ein emotionales und existenzielles Chaos gerät, als jemand, der eh schon immer am Limit balanciert ist - somit alles prima gemacht, lieber Autor. :)

    Herzlichen Dank. Hat Dein psychologischer Durchblick eigentlich einen beruflichen Hintergrund oder ist das eine Alltagsbegabung?


    Einen kleinen Wermutstropfen hat das Ganze trotzdem... der Autor ist Fan des falschen Hamburger Vereins ;)

    Den Satz allerdings verstehe ich nicht. In Hamburg gibt es doch nur einen Verein.

  • Braucht Ihr tatsächlich eine Schublade, in die ihr Bücher einsortieren könnt?

    Nee ich zumindest nicht. Aber wenn das Cover auf etwas Humorvolles hindeutet, mache ich meistens einen Bogen. Ich hab da schon einiges an nicht so tollen Büchern gelesen und gemerkt, dass das nichts für mich ist.

    Ich bin gespannt, wie sehr Du mich zerreißt, wenn ich bei dem Behördenkram Quatsch erzählt haben sollte.

    Ha, na mal schauen. Im Sozialamt direkt habe ich noch nicht gearbeitet, wenn es allerdings um Freihafenangelegenheiten, Standesamt oder Jobcenter geht, würde ich genauer hinlesen ;)


    Und wie isses so im Ruhrpott? Ich mag den Westen ja irgendwie…)

    Tja...anders. Auf keinen Fall hanseatisch zurückhaltend, aber die Leute hier sind super nett und sehr direkt. Und da ich in Duisburg gelandet bin, habe ich hier sogar einen Hafen :)


    Den Satz allerdings verstehe ich nicht. In Hamburg gibt es doch nur einen Verein.

    Stimmt, St. Pauli ist ja gar kein Verein, der HSV hingegen schon :totlach:

  • Erstmal: Danke, freut mich. Um nämlich mal aus der Schule zu plaudern: Ich hatte im Vorwege einige Schwierigkeiten mit dem Buch. Nee, stimmt gar nicht, nicht ich. Andere. Denn mit „Dicke Freunde" war ich in der Unterhaltungsecke positioniert, leichte Sommerlektüre und so, was ich damals schon ein bisschen ungerecht fand… Als meinem Agenten bewusst wurde, was er mit dem neuen Buch eigentlich verkauft hatte, ist er ein bisschen blass geworden, und auch im Verlag haben sie sich erstmal am Kopf gekratzt, als das Manuskript ankam: Pflegeheim? Sterbehilfe? Und dann noch lustig? Die konnten es nicht einordnen. Aber muss das so sein? Sagt Ihr doch mal: Braucht Ihr tatsächlich eine Schublade, in die ihr Bücher einsortieren könnt?


    Eine schwierige Frage....da kommt es ganz auf das Genre an. Ich bin zb leidenschaftliche Thrillerleserin, gerne mit viel Blut und Mord. Wenn da auf dem Cover Thriller steht und ich Liebesgeschichte darin finde, bin ich nicht ganz so erfreut. Denn die Genreeinteilung ist ja auch eine Orientierung für Leser.

    Ich denke, das Problem ist eher, dass die Verlage denken, sie müssen ihre Autoren in eine Schiene einteilen. Einmal Humor, immer Humor. Dabei finde ich zumindest es äusserst erfrischend, wenn ein Autor sich in verschiedenen Genres bewegt. Unzufrieden werde ich höchstens, wenn die Genreeinteilung der Verlage nicht stimmen.

    Ich finde es zb einen völligen Quark, wenn sich Autoren Pseudonyme zulegen, wenn sie in einem anderen Genre schreiben.

    Ich muss gestehen, ich bin hier auch reingefallen Punkto Genre. Da ich mich informiert hatte, wusste ich, dass dein erstes Buch humorvoll ist/war ( habe ich mir übrigens gerade gestern bestellt, liegt also hier bereit). Ergo dachte ich, dieses wird auch "Humor" sein. Darum hat mich ja das Thema, der Tiefgang so überrascht. Ich finde es überraschend und erfrischend, dass ich mich nicht durch das Buch lache.

  • Erstmal: Danke, freut mich. Um nämlich mal aus der Schule zu plaudern: Ich hatte im Vorwege einige Schwierigkeiten mit dem Buch. Nee, stimmt gar nicht, nicht ich. Andere. Denn mit „Dicke Freunde" war ich in der Unterhaltungsecke positioniert, leichte Sommerlektüre und so, was ich damals schon ein bisschen ungerecht fand… Als meinem Agenten bewusst wurde, was er mit dem neuen Buch eigentlich verkauft hatte, ist er ein bisschen blass geworden, und auch im Verlag haben sie sich erstmal am Kopf gekratzt, als das Manuskript ankam: Pflegeheim? Sterbehilfe? Und dann noch lustig? Die konnten es nicht einordnen. Aber muss das so sein? Sagt Ihr doch mal: Braucht Ihr tatsächlich eine Schublade, in die ihr Bücher einsortieren könnt?


    Eine schwierige Frage....da kommt es ganz auf das Genre an. Ich bin zb leidenschaftliche Thrillerleserin, gerne mit viel Blut und Mord. Wenn da auf dem Cover Thriller steht und ich Liebesgeschichte darin finde, bin ich nicht ganz so erfreut. Denn die Genreeinteilung ist ja auch eine Orientierung für Leser.

    Ich denke, das Problem ist eher, dass die Verlage denken, sie müssen ihre Autoren in eine Schiene einteilen. Einmal Humor, immer Humor. Dabei finde ich zumindest es äusserst erfrischend, wenn ein Autor sich in verschiedenen Genres bewegt. Unzufrieden werde ich höchstens, wenn die Genreeinteilung der Verlage nicht stimmen.

    Ich finde es zb einen völligen Quark, wenn sich Autoren Pseudonyme zulegen, wenn sie in einem anderen Genre schreiben.

    Ich muss gestehen, ich bin hier auch reingefallen Punkto Genre. Da ich mich informiert hatte, wusste ich, dass dein erstes Buch humorvoll ist/war ( habe ich mir übrigens gerade gestern bestellt, liegt also hier bereit). Ergo dachte ich, dieses wird auch "Humor" sein. Darum hat mich ja das Thema, der Tiefgang so überrascht. Ich finde es überraschend und erfrischend, dass ich mich nicht durch das Buch lache.

    Hallo allerseits,

    "Dicke Freunde" habe ich nicht gelesen, werde ich aber nachholen - weil mir die "Vatertage" viel besser gefallen als erwartet, das gebe ich offen zu. Die Sache mit dem Genre bei Romanen scheint mir eine eher künstliche Vereinfachung des Buchhandels zu sein, um die potenziellen Leser besser packen zu können. Für mich gibt es Bücher, die einen Blick auf unser so vielschichtiges, kompliziertes, liebenswertes und immer wieder überraschendes Leben werfen, der mir wahrhaftig und ehrlich erscheint oder eben welche, die künstlich und konstruiert oder sprachlich langweilig sind - ganz subjektiv natürlich. Mit einem bestimmten Genre hat das nichts zu tun. Das Leben hält sich ja auch nicht an bestimmte Rollenfächer, wie beim Theater - es kann komisch, tragisch,gefährlich, verfahren und einfach wunderbar sein, alles gleichzeitig und mit denselben handelnden Personen. Warum also sollte sich die Literatur an Genrevorgaben halten und sich damit einengen lassen ? Dein Roman hier ist ein gutes Beispiel für das "echte" substanzielle Leben, weil er genau diese vermeintlichen Gegensätze zusammenbringt und Themen ohne Berührungsängste bündelt, so wie wir alle die Probleme und Widersprüche unserer Lebensrealität zusammenbringen müssen - und da gibt es Pflegeheime und sterbende Angehörige genauso wie Fußball, Ehescheidungen, rebellische Jugendliche, Grillabende mit Freunden und Eltern, mit denen man viel zu selten geredet hat und oft über die falschen Dinge.