01 - Prolog bis Kapitel 4 (bis Seite 67)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Emmy Das tönt so, als magst du Genreeinteilungen nicht unbedingt.

    Für mich sind sie Orientierung...wenn auch manchmal völlig anders als gedacht wie hier " Vatertage":)

  • Emmy Das tönt so, als magst du Genreeinteilungen nicht unbedingt.

    Für mich sind sie Orientierung...wenn auch manchmal völlig anders als gedacht wie hier " Vatertage":)

    Es ist wie immer nicht so eindeutig damit - ich habe schon viele richtig gute Bücher verpasst, weil sie im für mich "falschen" Genre abgelegt waren und ohne Empfehlung anderer Leser, deren Urteil ich in diesem Bereich trauen kann, hätte ich sie nie kennengelernt. Ich weiß aber auch, dass so krasse Blutorgien in gewissen Thrillern nicht meine Baustelle sind und da lasse ich dann die Finger von weg...<X

  • Grüß Euch!

    Spät aber endlich doch komme ich auch dazu hier etwas zu schreiben. Momentan hat der Tag ein paar Stunden zu wenig für mich!


    Das Buch liest sich wirklich angenehm und locker, auch wenn die darin angesprochenen Themen keinesfalls so locker sind. Diesbezüglich ist die Genreeinteilung wirklich etwas irreführend. Wer macht diese Einteilung überhaupt?
    Als phlegmatisch empfinde ich Simon nicht (obwohl ich wahrscheinlich bei dem Brief explodiert wäre oder in Schockstarre verfallen - je nach Kontostand!), er ist ruhig und gelassen. Es gibt ja wirklich Dinge, wo es rein gar nix bringt, zu explodieren! Allerdings ist der Besuch bei Hr Krusenbaum sehr interessant! Plötzlich einen Bruder und eine Schwester zu bekommen, wirbelt das ganze Leben momentan schon gehörig durcheinander.

    Und der Besuch bei seinem Vater - interessant, vor allem weil ich mich frage, wie Michael auf der Straße gelandet ist.

    Und spätestens bei Jarmilas Polsterprobe war klar, dass hier wirklich Themen angesprochen werden, die nicht in "lustig und leicht" abgehandelt werden können.


    Auf alle Fälle ein guter Einstieg und ich bin neugierig, wie es nun weitergeht!

  • Als phlegmatisch empfinde ich Simon nicht (obwohl ich wahrscheinlich bei dem Brief explodiert wäre oder in Schockstarre verfallen - je nach Kontostand!), er ist ruhig und gelassen. Es gibt ja wirklich Dinge, wo es rein gar nix bringt, zu explodieren!

    Ist es nicht immer so im leben, dass man sich über Dinge nervt, die man eh nicht ändern kann? Allerdings ist wohl Simon hier bei dem Brief davon ausgegangen, dass das nicht stimmen kann, dass er so viel bezahlen muss, für jemanden, den er nicht kennt. Wäre ich auch, ehrlich gesagt.

  • Tagchen!


    Müsste ich eigentlich präsenter sein hier? Wenn ja: sorry. Ich war bis eben ein Land nordwärts auf Dienstreise, was nach mehr Arbeit klingt als es war, aber irgendwie bin ich dann doch immer erst abends dazu gekommen, mir Eure Leseerkenntnisse anzugucken. Aber nu bin ich wieder da. In einer Stadt, die seit heute Abend keinen Erstligisten mehr hat. Ich befürchte, das wird den meisten von Euch egal sein, aber @delena/Claudia: Sag Bescheid, wenn Du Trost von einem St. Pauli-Fan brauchst. Ich kenne mich als solcher mit Abstiegen ziemlich gut aus, und ich weiß: Eine neue Liga ist wie ein neues Leben.

    Aber zu Euren Antworten auf meine Frage:

    Die Sache mit dem Genre bei Romanen scheint mir eine eher künstliche Vereinfachung des Buchhandels zu sein, um die potenziellen Leser besser packen zu können.


    Stimmt. Aber nicht nur des Handels:

    Diesbezüglich ist die Genreeinteilung wirklich etwas irreführend. Wer macht diese Einteilung überhaupt?

    Vor allem die Verlage, glaube ich, schließlich haben die (zumindest die großen) ja für jedes Genre eigene Abteilungen, und da muss zugeordnet werden. Offensichtlich habe ich zuviel von allem drin, aber von nichts genug für Eindeutigkeit. Hm. Oder das so ein deutsches Ding? Ich meine, was ist dann Nick Hornby eigentlich? (Um mal etwas hoch in die Vergleichsschublade zu greifen…)

    Ich finde es zb einen völligen Quark, wenn sich Autoren Pseudonyme zulegen, wenn sie in einem anderen Genre schreiben.

    Ich habe ja meinen Agenten schon mal erwähnt. Zu dem habe ich einen befreundeten Autor geschickt, der schon Dutzende Drehbücher, heitere Männerromane, Hamburg-Krimis und weiß der Himmel noch was geschrieben hatte. Jetzt hatte er eine ziemlich harte Thriller-Idee. Mein Agent so: Super Geschichte. Aber nicht unter Deinem Namen. Mein Kumpel war empört, aber mein Agent sagt: Man ist mit dem, was man macht, in gewisser Weise stigmatisiert. Und wenn Du dann etwas völlig anderes machst, stösst Du Leser vor den Kopf. Sein Liebelingsbeispiel: Henning Mankell. Die Wallander-Krimis waren Weltbestseller, seine – war es Mosambique? – na, jedenfalls Afrika-Bücher liefen dagegen so gut wie gar nicht. Erzähle ich alles so ausführlich, weil ich eine Spitzenidee für eine Krimi-Reihe habe (äh, na gut: ICH finde sie spitze), die ich in ein, zwei Jahren schreiben will. Und ich habe mir schon das Pseudonym dafür ausgedacht…

  • Wie ist jetzt eigentlich die Gesetzeslage wirklich? Müssen Kinder, deren Väter nie anwesend waren und auch finanziell nichts beigetragen haben, dann tatsächlich mal für deren Pflege aufkommen?

    Man ist mit dem, was man macht, in gewisser Weise stigmatisiert. Und wenn Du dann etwas völlig anderes machst, stösst Du Leser vor den Kopf.

    Ich stelle fest, dass ich als Leser diesbezüglich auch reichlich unflexibel bin und mich dann doch darauf verlasse, dass Autoren immer in einem ähnlichen Genre bleiben.

    Aber verzichtet der Verlag da nicht auf die positiven Effekte einer gewissen Bekanntheit, wenn ein Autor plötzlich unter einem anderen Namen schreibt? Man müsste das Buch halt etwas anders bewerben bzw vorstellen.


    Nur so nebenbei: auch wenn es kein lustiger Roman ist, so gibt es doch immer wieder Szenen bzw Sätze bei denen ich lächeln muss. Eigentlich eine gute Art, Probleme anzusprechen!


    Und bis jetzt sind auch alle Personen nett und "normal", sogar Jarmila, die ja den Polster schon mal probiert.

    Franzi macht einen recht sympathischen Eindruck, auch wenn sie völlig unprofessionell handelt was die Auskünfte über den Patienten angeht und auch die Art, wie sie diese Informationen weitergibt. Sympathisch wirkt sie ja trotzdem!


    Mir gefallen übrigens auch die 2 Zeitebenen, denn Jarmilas Leben bzw Michaels Leben erscheinen mir zumindest ebenso interessant, wie Simons momentane Situation. Und auch wenn das bis jetzt nicht unter "lustiger Roman" läuft, es gab schon einige Szenen, bei denen ich wirklich lächeln musste.


    Bis bald!

  • Stephan Bartels Du machst dir unnötig Gedanken, deine Präsenz hier ist genau richtig so und sehr engagiert!


    ysa Genau das ist es! Obwohl das Thema hier in diesem Buch ein ernstes, muss ich auch immer wieder schmunzeln. Meiner Meinung nach eine schöne Art um schwierige Themen anzugehen!

    Ueber Franzi habe ich mich auch gewundert, dass sie Interna ausplaudert. Ein no go in diesem Job !

  • Du bist sehr engagiert dabei, lieber Stephan, das ist nicht bei allen Autoren so .

    Die Rechtslage ist tatsächlich korrekt beschrieben wie im Falle von Simon. Eltern müssen anteilig entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten für ihre Kinder bezahlen und umgekehrt, auch wenn es uns ungerecht vorkommt wie bei Michael. Bei unserer Mama war es auch so, sie hatte zwar vorgesorgt, aber die Differenzkosten für das Pflegeheim haben meine Schwester und ich geteilt.

    Die Pflegertruppe ist ja richtig cool in dem Heim, so kenne ich das leider auch nicht. Meine Mama wurde gut versorgt, aber die Überlastung hat man den Leuten schon angemerkt. Sie leisten so eine wichtige, oft sehr belastende Arbeit und verdienen viel zu wenig - das ist meine Meinung. Es gefällt mir, dass die Leute hier so locker und humorvoll reagieren, auch gegenüber den anderen Patienten. Diese Martha mit ihren Zigarettchen - voll süß :* lasst die alte Dame doch schmöcken, soviel sie will, das ist doch jetzt auch egal, wenn es sie so glücklich macht. Auch die Treppenwächterin, die Stadtpläne rezitiert ist einmalig - fast wie aus einem Theaterstück von Samuel Beckett oder Ionesco. Genau diese Details machen den Roman so unwiderstehlich liebenswert - und jetzt gehe ich raus in den Garten und lese weiter - bis später :lesen:

  • Du bist sehr engagiert dabei, lieber Stephan, das ist nicht bei allen Autoren so .

    Die Rechtslage ist tatsächlich korrekt beschrieben wie im Falle von Simon. Eltern müssen anteilig entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten für ihre Kinder bezahlen und umgekehrt, auch wenn es uns ungerecht vorkommt wie bei Michael. Bei unserer Mama war es auch so, sie hatte zwar vorgesorgt, aber die Differenzkosten für das Pflegeheim haben meine Schwester und ich geteilt.


    Das ist hier in der Schweiz auch so. Was über die Grundversicherung nicht abgedeckt ist, wird über die Beiträge der Kantone und über Ergänzungsleistungen und/oder Hilflosenentschädigungen bezahlt. Allerdings können Kinder für die Pflegefinanzierung ihrer Eltern herangezogen werden, wenn ihre Einkommens und Vermögensverhältnisse dies zulässt.

  • So lange Elternzeit...ist das üblich in Deutschland? Simon und seine Frau haben ja anscheinend fast nahtlos Elternzeit genommen.

    Üblich würde ich nicht sagen, aber möglich. Bezahlt bekommst du Elternzeit nur ein Jahr, du kannst dir (wenn du es vorher ankündigst) das gleiche Geld auf zwei Jahre gestreckt auszahlen lassen. Insgesamt kann man sich pro Kind drei Jahre Elternzeit nehmen.

    (Und wie isses so im Ruhrpott? Ich mag den Westen ja irgendwie…)

    Im Ruhrpott ist es wundertoll! Ich habe meine zwei Jahre, die ich dort gewohnt habe, sehr genossen. Bisher habe ich überall in NRW schon mal gewohnt und nach dem Rheinland, ist der Ruhrpott auf jeden Fall am coolsten. ABER Hamburg ist auch wirklich schön und nicht nur schön so vom Stadtbild, sondern auch die Atmosphäre ist toll. Ein Grund, warum ich den Roman so mag. :)

    Sagt Ihr doch mal: Braucht Ihr tatsächlich eine Schublade, in die ihr Bücher einsortieren könnt?

    Ich finde Einsortierungen nicht schlecht. Ich lese eigentlich jedes Genre - manche mehr und manche weniger oft. Aber es gibt immer mal Phasen, wo ich dann auf ein bestimmtes Genre Lust habe. Aber eine Einteilung in ein bestimmtes Genre wäre für mich kein Grund, ein bestimmtes Buch nicht zu lesen, weil ich eben jedem Genre etwas abgewinnen kann.

    Müsste ich eigentlich präsenter sein hier? Wenn ja: sorry.

    Nein, alles gut. Gerade übers Wochenende ist jeder von uns ja mal ein wenig unterwegs. Ich selbst konnte in den letzten zwei Tagen auch kaum hier mitmischen.

  • So lange Elternzeit...ist das üblich in Deutschland? Simon und seine Frau haben ja anscheinend fast nahtlos Elternzeit genommen.

    Üblich würde ich nicht sagen, aber möglich. Bezahlt bekommst du Elternzeit nur ein Jahr, du kannst dir (wenn du es vorher ankündigst) das gleiche Geld auf zwei Jahre gestreckt auszahlen lassen. Insgesamt kann man sich pro Kind drei Jahre Elternzeit nehmen.

    Im Ruhrpott ist es wundertoll! Ich habe meine zwei Jahre, die ich dort gewohnt habe, sehr genossen. Bisher habe ich überall in NRW schon mal gewohnt und nach dem Rheinland, ist der Ruhrpott auf jeden Fall am coolsten. ABER Hamburg ist auch wirklich schön und nicht nur schön so vom Stadtbild, sondern auch die Atmosphäre ist toll. Ein Grund, warum ich den Roman so mag. :)

    WoW! Da ist Deutschland echt fortschrittlich...hier in der Schweiz gibt es genau 14 Wochen, bestenfalls 16 Wochen, bezahlten Mutterschaftsurlaub. Und wie der Name schon sagt, kann den nur die Mutter beziehen. 4 Monate nach der Geburt heisst es dann wieder ab an den Arbeitsplatz. Manchmal versuchen die Mütter noch unbezahlten Urlaub zu nehmen, doch der wird nicht überall bewilligt. Bedingt auch, dass man den finanziell stemmen kann und der Arbeitgeber mitspielt. Teilweise riskiert man schon mit den Wörtchen "unbezahlten Urlaub" die Kündigung.

    Väter bekommen je nach Firma zwischen 2 und 5 Tagen Vaterschaftsurlaub, der meist sofort bei der Geburt eingezogen werden muss. Das heisst ein Tag wird meist schon für die Geburt gebraucht...

  • Elternzeit heißt hier alles, beide, nur Muttern, nur Vater, einen Teil Mutter + einen Teil Vater... Aber Geld bleibt immer das Gleiche, auch wenn beide gleichzeitig nehmen. (Ich meine 60% vom Nettogehalt. Welches dann genommen wird, wenn beide gleichzeitig gehen, kann ich dir nicht sagen.)


    Ja, das ist ziemlich fortschrittlich, weil es jedem gesetzlich zu steht. Wie anerkannt das bei Männern in den Firmen ist, ist wohl sehr unterschiedlich. Wird aber auch immer normaler und wenn dem Mann blöde Sprüche u.ä. egal sind, auch wirklich immer machbar.

  • Elternzeit heißt hier alles, beide, nur Muttern, nur Vater, einen Teil Mutter + einen Teil Vater... Aber Geld bleibt immer das Gleiche, auch wenn beide gleichzeitig nehmen. (Ich meine 60% vom Nettogehalt. Welches dann genommen wird, wenn beide gleichzeitig gehen, kann ich dir nicht sagen.)


    Ja, das ist ziemlich fortschrittlich, weil es jedem gesetzlich zu steht. Wie anerkannt das bei Männern in den Firmen ist, ist wohl sehr unterschiedlich. Wird aber auch immer normaler und wenn dem Mann blöde Sprüche u.ä. egal sind, auch wirklich immer machbar.

    Bei uns in Österreich gibt es verschiedene Modelle zwischen denen man Wählen kann. Je nachdem wie lange man dann bei dem Kind zu Hause bleibt variiert dann das Taggeld. Ich hatte das Modell wo ich 30 Monate Bezug hatte.


    Ich bin leider die letzten 2 Tage nicht wirklich zum lesen gekommen wegen Erstkommunionsfeier meines Sohnes, aber morgen hänge ich mich wieder voll rein.