4) Kapitel 23 bis einschl. Kapitel 32

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  • Ich kann leider nicht anfangen, ich habe zu weit gelesen.

    Das wäre mir auch fast passiert, weil ich an diesem Punkt unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Das sind die Momente, an denen ich Leserunden verfluche ;):totlach:

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Keine Worte scheinen manchmal mehr zu bewirken, als man denkt.


    Levi und Hannah scheinen sich irgendwie gegenseitig zu helfen. Und Hannah erkennt so langsam, dass sich etwas ändern muss und Hoffnung wächst in ihr.


    Die gegenseitigen Annäherungen zwischen Levi und ihr fand ich sehr feinfühlig beschrieben. Die kleinen liebevollen Gesten, die beide zeigen, sind aussagekräftiger als es Worte gewesen wären. Und Stück für Stück entwirrt Levi mit seiner Art das Puzzle und entlockt Hannah immer mehr. Nun wissen wir auch, dass Izzy bei einem Brand gestorben ist. Ich dachte mir schon, dass Feuer im Spiel war und an Hannahs Beinen Verbrennungen sind.


    Die Schicksale der anderen ging mir auch sehr nah. Sahra ist demnach keine Ritzerin, sondern wurde von ihren Eltern misshandelt und dann noch von ihrem Onkel missbraucht. Armes Mädchen. Aber ich glaube, da entwickelt sich zwischen Hannah und Sarah auch eine ganz besondere Freundschaft.


    Sehr schöner Satz: "Wenn deine Träume gestorben sind, träum' dir neue".


    Auch nachher die Szene, wo zunächst nur Levi und Hannah und dann immer mehr nachts noch am Lagerfeuer liegen und dort auch schlafen, fand ich sehr schön. Ich war sofort wieder im Pfadfinderlager.


    Allerdings möchte ich bei diesem recht schrägen Haufen die Verantwortung von Pia nicht haben. Das die überhaupt schlafen kann. Das ist ja ein reines Pulverfass.


    So, jetzt will ich aber wissen, wie es ausgeht. :lesen:

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Sahra ist demnach keine Ritzerin, sondern wurde von ihren Eltern misshandelt und dann noch von ihrem Onkel missbraucht.

    Doch, sie ritzt. Aber eben als Resultat aus den nächtlichen Besuchen ihres Onkels und der Misshandlung durch die Eltern.


    Zitat von Seite 199

    Sie trägt ein schwarzes Top von mir, mit dünnen Trägern. Man sieht ihre Narben. Es lässt sie verwundbar sein und stark.

    Ich finde es auch sehr schön, wie die beiden sich annähern. Und ja, irgendwie heilt Hannah auch Levi. Aber auch er ist ja nicht ohne Grund an diesem "Ort für kaputte Dinge". Seine Geschichte offenbart sich ja auch in ganz kleinen Schritten.


    Hach, diese Lagerfeuer-Romantik. Ich hab es früher geliebt am Lagerfeuer zu sitzen und dort zu schlafen.


    Und ich hoffe sehr, dass das Buch nicht in eine kitschige Liebesgeschichte Levi+Hannah abrutschen wird. Das braucht es nämlich überhaupt nicht.

    Genau das tut es nicht. Die 2 tun sich einfach gegenseitig gut und das ist schön so. Eine Liebesgeschichte hätte ich persönlich an dieser Stelle auch total unpassend empfunden, denn manchmal braucht es zwar jede Menge Gefühle für den Anderen, aber keine Sexualität. Ich denke, dass solche "kaputten Menschen" auch erst mal nicht Beziehungsfähig sind.


    Da wir uns in einem Buch befinden, rechne ich das der künsterischen Freiheit der Autorin zu, dass das Camp tatsächlich nur mit 2 Betreuerinnen funktioniert. Levi ist für die anderen Jugendlichen ja keine große Hilfe, der ist mit Hannah vollkommen ausgelastet.


    Als er Hannah am See retten wollte, als sie die Briefe an Izzy verbrannt hat, da dachte ich zuerst, dass Hannah ihm das nicht verzeihen wird. Aber er kommt ja sehr schnell drauf, dass sie sich nicht umbringen wollte.

  • Nun wissen wir auch, dass Izzy bei einem Brand gestorben ist. Ich dachte mir schon, dass Feuer im Spiel war und an Hannahs Beinen Verbrennungen sind.


    Ja, die Frage ist aber noch immer - warum ist dieser Brand entstanden?

    Hannah hat ihn verursacht ...... und auf Seite 167 schreibt Hannah an Izzy "

    Zitat von Seite 167

    "Wenn ich nur wach gewesen wäre"

    Also hat Hannah mit irgend etwas einen Brand ausgelöst, der noch nicht bemerkbar war, als sie schlafen gingen.....

  • Das war ein schöner Abschnitt! Hannah und Levi haben vieles gemeinsam. Beide haben ein Geschwister (hört sich doof an...) verloren. Tom lebt noch, aber es fühlt sich für Levi an, als hätte er ihn verloren. Seine Mutter ist / war nicht in der Lage, sich um ihn zu kümmern. Hannahs Eltern sind nicht so „schlimm“, aber momentan sind sie keine Hilfe für Hannah.


    Sarahs Geschichte erschüttert Hannah. Toll, wie sie es schafft, Sarah Mut zu machen. Jetzt kommt doch Zettel und Stift zum Einsatz, um zu „sprechen“. Erst ist Sarah entsetzt, dass Hannah von ihrer Vergangenheit weiß, später kommt sie damit klar. Ich finde es klasse, wie diese „kaputten“ Jugendlichen miteinander umgehen. Die Betreuer sind wahrlich nicht zu beneiden! Ich kann mir gut vorstellen, was in Pia vorgeht, als sie die beiden zusammengekuschelt vorfindet. Lauthals lachen musste ich über Mo. Das ist so typisch Kater, sich SO hinzulegen.


    Hannah ist der Überzeugung, dass ihre Briefe Izzy nur erreichen, wenn sie komplett verbrannt werden. So wie Izzy auch. :( Seid ihr euch sicher, dass Hannah den Brand verschuldet hat? Ich könnte mir vorstellen, dass ihre Schuldgefühle nur daher rühren, dass sie ihrer Schwester nicht helfen konnte. Aber das werden wir bestimmt im letzten Abschnitt erfahren.


    Wieder kommen einige „philosophische“ Sprüche vor. Ich finde sie allesamt passend. „Man kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will.“ Hannah will natürlich „gerettet“ werden, aber das kann sie sich noch nicht eingestehen. Sie ist es nicht wert - meint sie. Sie wird hoffentlich bald einsehen, dass sie es durchaus wert ist, gerettet und geheilt zu werden.


    Was ich noch nicht ganz verstehe, ist, was Hannah mit dem „Funken“ meint. Sie hält Pia zurück, als sie zu Sarah gehen möchte. „Gib ihr einen Moment. Vielleicht ist es der Funke!“

    Im Brief an Izzy erwähnt sie den Funken auch. Irgendwie kriege ich das noch nicht sortiert.

  • Wieder kommen einige „philosophische“ Sprüche vor. Ich finde sie allesamt passend. „Man kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will.“ Hannah will natürlich „gerettet“ werden, aber das kann sie sich noch nicht eingestehen. Sie ist es nicht wert - meint sie. Sie wird hoffentlich bald einsehen, dass sie es durchaus wert ist, gerettet und geheilt zu werden.

    Ich finde die Sprüche auch passend und mir sind sie auch nicht zu viel.
    Vielleicht, weil ich weiß, wie es ist, wenn jemand (noch?) nicht gerettet werden will.

    Ich hab an dieser Stelle ein paar Tränchen verdrücken müssen, weil dieser Satz wirklich sehr passend ist.

  • Ich tue mich immer noch etwas schwer mit diesem Buch, obwohl es durchaus Situationen gibt, die mir sehr gut gefallen.


    Levi tut Hannah gut. Diese Belanglosigkeiten, über die er am Anfang spricht, schaffen eine Vertrautheit und lenken sie von ihrer Trauer ab. Einerseits fand ich es ganz süß, wie sie ihm auf die Hand geschrieben hat. Andererseits ging mir das alles viel zu schnell. In diesem Abschnitt entwickelt sich Hanna so sehr weiter, dass es auf mich unglaubwürdig und überstürzt wirkt. Am Ende kommuniziert sie nicht nur durch Nicken, sondern zeigt ihm auch gleich noch ihre Narben. Es hat zwar gut in die Situation gepasst, nachdem er ihr sein Herz ausgeschüttet hat, aber wie im Buch auch gesagt wurde, brauchen viele auf St. Anna über ein Jahr um sich zu öffnen und das Hanna und Sarah jetzt quasi blitzgeheilt werden, hat mich gestört.


    Auch finde ich es etwas schade, dass wir über die anderen Personen fast nichts erfahren. Okay, Lina musste betteln und klauen und Sarah wurde misshandelt und missbraucht, aber das wird alles so häppchenweise nebenbei erzählt.


    Interessant finde ich, dass Izzy durch einen Brand gestorben ist und das Haar trotzdem die Briefe an sie verbrennt. Oder vielleicht gerade deshalb? Es hätte auch gut sein können, dass Hanna nach dem Erlebnis Angst vor Feuer hat.


    Als Pia Levi und Hannah erwischt und sagt: "ihr braucht nicht auch noch ein...", da kam mir nicht "gebrochenes Herz" in den Sinn, sondern "Kind". Ich finde es in dem Zusammenhang sowieso grob fahrlässig, dass die beiden Betreuerinnen ein minderjähriges Mädchen mit einem Typen über Nacht alleine lassen. Das wäre glaube ich nicht mal erlaubt, wenn er offiziell auch Betreuer wäre. Nicht umsonst mussten wir früher bei jeder Klassenfahrt noch eine Betreuerin für die Mädchen mitnehmen und durften nicht mit zwei männlichen Lehrern fahren.

  • Die Schicksale der anderen ging mir auch sehr nah.

    Die Geschichten sind schlimm, aber mitfühlen kann ich auch hier leider nicht. Sarah tut mir noch am ehesten leid.



    (Das mit den Zitaten klappt bei mir am Handy nicht so gut, deshalb jetzt so:)

    Zitat

    Hach, diese Lagerfeuer-Romantik. Ich hab es früher geliebt am Lagerfeuer zu sitzen und dort zu schlafen.

    Lagerfeuer mag ich auch total gerne. Wir fahren einmal im Jahr mit unserem Verein für ein Wochenende zelten und das gemütliche Beisammensein am Feuer ist immer das schönste.


    Zitat

    Die 2 tun sich einfach gegenseitig gut und das ist schön so. Eine Liebesgeschichte hätte ich persönlich an dieser Stelle auch total unpassend empfunden, denn manchmal braucht es zwar jede Menge Gefühle für den Anderen, aber keine Sexualität. Ich denke, dass solche "kaputten Menschen" auch erst mal nicht Beziehungsfähig sind.

    Stimmt. Die freundschaftliche Annäherung der beiden finde ich auch gut. Allerdings ist das Buch noch nicht zu Ende und ein paar Andeutungen gab es, dass da vielleicht noch Liebe draus werden könnte..


    Zitat

    Seid ihr euch sicher, dass Hannah den Brand verschuldet hat?

    JanaBabsi hat das oben schon schön zusammengefasst. Es war mit Sicherheit ein Unfall (also keine Schuld im Sinne von 'Absicht"), aber Hannah hat ihn verursacht. Und sei es nur, dass sie eine Kerze hat brennen lassen und dabei eingeschlafen ist. Oder vielleicht war etwas im Ofen?


    Zitat

    Wieder kommen einige „philosophische“ Sprüche vor. Ich finde sie allesamt passend.

    Zur Situation passend ja. Trotzdem war es mir wieder zu viel. Vielleicht bin ich da einfach etwas komisch rotwerd

  • In diesem Abschnitt gab es ja einiges zu erfahren! Wir haben von einigen Figuren die Hintergrundgeschichten hören dürfen und ich finde, dass die Figuren so etwas greifbarer oder plastischer werden, da man sie eben doch etwas näher kennenlernt. Trotz dieser Erkenntnisse und des Beziehungsaufbaus zwischen Hannah und Levi und Hannah und Sarah fehlt mir nach wie vor etwas das Unerwartete oder irgendeine dramatische Wendung. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass irgendwas erschütterndes passiert und ich vorm Buch sitze und entweder überrascht oder entsetzt werde.


    Die Verbindung zwischen Levi und Hannah finde ich süß und feinfühlig. Sie haben beide irgendwo ähnliches erfahren hinsichtlich ihres Geschwisterkindes, auch wenn Levis nicht tot ist, so fühlt es sich für ihn doch wie ein Verlust an. So haben sie beide etwas verloren, das ihnen viel bedeutet hat. Wobei ich nach wie vor denke, dass bei Hannah noch die Schuldgefühle mit ins Spiel kommen, da sie meiner Meinung nach denkt, dass sie Schuld ist, auch wenn ich nicht glaube, dass sie Schuld ist. Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass sie sich einfach nur schlecht fühlt, weil sie noch lebt und Izzy nicht. Stellt sich nur die Frage, wie kam es zu dem Feuer?


    Der Moment zwischen Sarah und Hannah gefiel mir auch gut, da sie, wenn ich das richtig in Erinnerung behalten habe, hier das erste Mal miteinander kommunizieren. Sie gebeneinander Halt und ich denke, dass die beiden Freundinnen fürs Leben werden könnten.


    Ich frage mich ja manchmal, ob es nicht angesichts all der vielen Jugendlichen ein bisschen wenig Betreuer sind. Ich weiß, dass bei Klassen- oder Schulfahrten 12 Kinder auf einen Lehrer kommen. Aber das ist ja ein richtiges Camp, das Jugendliche mit Problemen betreut, wo ich mir dann denke, dass die Betreuung vielleicht engmaschiger sein sollte. Engmaschiger im Sinne davon, dass auf einen Betreuer weniger Jugendliche kommen, damit er eine enge Beziehung zu seinen Jugendlichen aufbauen kann und ihnen besser helfen kann.

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Hannah ist der Überzeugung, dass ihre Briefe Izzy nur erreichen, wenn sie komplett verbrannt werden. So wie Izzy auch. :( Seid ihr euch sicher, dass Hannah den Brand verschuldet hat? Ich könnte mir vorstellen, dass ihre Schuldgefühle nur daher rühren, dass sie ihrer Schwester nicht helfen konnte. Aber das werden wir bestimmt im letzten Abschnitt erfahren.

    Den Gedanken finde ich ziemlich klug, denn so lösen sich die Nachrichten in Rauch auf und erreichen Izzy vielleicht wirklich. Ich denke auch, dass Hannah sich schuldig fühlt, weil sie lebt und Izzy nicht und dass sie sich die Schuld an allem gibt, auch wenn sie vielleicht gar nichts dafür kann. Das ist ja durchaus oft so, dass man sich schlecht und schuldig fühlt, wenn etwas schlimmes passiert ist. Dann sucht man nach Erklärungen und Schuldzuweisungen sind ja oft etwas, was Menschen gerne und schnell tun.

    Wieder kommen einige „philosophische“ Sprüche vor. Ich finde sie allesamt passend. „Man kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will.“ Hannah will natürlich „gerettet“ werden, aber das kann sie sich noch nicht eingestehen. Sie ist es nicht wert - meint sie. Sie wird hoffentlich bald einsehen, dass sie es durchaus wert ist, gerettet und geheilt zu werden.

    Hier könnte auch ein Zusammenhang zu ihren Schuldgefühlen bestehen. Sie denkt, dass sie es nicht wert ist, geheilt zu werden, weil sie denkt, dass sie Schuld an Izzys Tod ist. Aber der Wunsch gerettet zu werden ist tief im Inneren da und vielleicht auch das Bewusstsein, dass sie keine Schuld trägt...?

    In diesem Abschnitt entwickelt sich Hanna so sehr weiter, dass es auf mich unglaubwürdig und überstürzt wirkt. Am Ende kommuniziert sie nicht nur durch Nicken, sondern zeigt ihm auch gleich noch ihre Narben. Es hat zwar gut in die Situation gepasst, nachdem er ihr sein Herz ausgeschüttet hat, aber wie im Buch auch gesagt wurde, brauchen viele auf St. Anna über ein Jahr um sich zu öffnen und das Hanna und Sarah jetzt quasi blitzgeheilt werden, hat mich gestört.

    Ich glaube nicht, dass Hannah jetzt schon vollkommen geheilt ist und Sarah auch nicht. Sie haben sich jemandem anvertraut, aber von Heilung würde ich nur vorsichtig (wenn überhaupt) sprechen. Ich denke, dass Hannah wohl das Bedürfnis hatte, Levi auch so viel Vertrauen entgegenzubringen wie er ihr entgegengebracht hat, als er ihr seine Geschichte erzählt hat. Aber irgendwie war es auch typisch, dass sie so handeln würde, da solche Reaktionen ja schon häufig in Filmen oder GEschichten beschrieben werden...aber gerade bei Hannah war es vielleicht doch nicht ganz so gewiss, dass sie so handeln würde, wie sie es getan hat angesichts ihrer Zurückhaltung.

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • In diesem Abschnitt entwickelt sich Hanna so sehr weiter, dass es auf mich unglaubwürdig und überstürzt wirkt. Am Ende kommuniziert sie nicht nur durch Nicken, sondern zeigt ihm auch gleich noch ihre Narben. Es hat zwar gut in die Situation gepasst, nachdem er ihr sein Herz ausgeschüttet hat, aber wie im Buch auch gesagt wurde, brauchen viele auf St. Anna über ein Jahr um sich zu öffnen und das Hanna und Sarah jetzt quasi blitzgeheilt werden, hat mich gestört.

    Ich glaube nicht, dass Hannah jetzt schon vollkommen geheilt ist und Sarah auch nicht. Sie haben sich jemandem anvertraut, aber von Heilung würde ich nur vorsichtig (wenn überhaupt) sprechen.

    Geheilt sind sie bestimmt noch nicht, aber der erste Schritt ist getan.

  • Ich frage mich ja manchmal, ob es nicht angesichts all der vielen Jugendlichen ein bisschen wenig Betreuer sind. Ich weiß, dass bei Klassen- oder Schulfahrten 12 Kinder auf einen Lehrer kommen. Aber das ist ja ein richtiges Camp, das Jugendliche mit Problemen betreut, wo ich mir dann denke, dass die Betreuung vielleicht engmaschiger sein sollte. Engmaschiger im Sinne davon, dass auf einen Betreuer weniger Jugendliche kommen, damit er eine enge Beziehung zu seinen Jugendlichen aufbauen kann und ihnen besser helfen kann.

    Das hab ich ja auch geschrieben - das gestehe ich der künstlerischen Freiheit der Autorin zu.

    Als Pia Levi und Hannah erwischt und sagt: "ihr braucht nicht auch noch ein...", da kam mir nicht "gebrochenes Herz" in den Sinn, sondern "Kind". Ich finde es in dem Zusammenhang sowieso grob fahrlässig, dass die beiden Betreuerinnen ein minderjähriges Mädchen mit einem Typen über Nacht alleine lassen. Das wäre glaube ich nicht mal erlaubt, wenn er offiziell auch Betreuer wäre. Nicht umsonst mussten wir früher bei jeder Klassenfahrt noch eine Betreuerin für die Mädchen mitnehmen und durften nicht mit zwei männlichen Lehrern fahren.

    Den Gedanken hatte ich auch - "Kind".
    Ich denke im richtigen Leben wäre es nicht erlaubt, auch nicht wenn Levi offiziell Betreuer gewesen wäre.

    Ich denke ein männlicher Betreuer mit einer weiblichen Schutzbefohlenen .... das geht gar nicht.

  • Ich glaube nicht, dass Hannah jetzt schon vollkommen geheilt ist und Sarah auch nicht. Sie haben sich jemandem anvertraut, aber von Heilung würde ich nur vorsichtig (wenn überhaupt) sprechen.

    Da habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Geheilt sind sie defintiv noch nicht, das stimmt. Aber die Fortschritte waren so extrem, dass es im Vergleich zu vorher schon deutliche Unterschiede gibt.

  • Ich glaube auch nicht, dass so ein Erlebnis wirklich geheilt werden kann.

    Man lernt damit zu leben, man verdrängt es und es rückt immer weiter in den Hintergrund, das Leben geht ja weiter.

    Aber in irgendwelchen Momenten wird es wieder über einen hereinbrechen, ob man will oder nicht.

  • Das hab ich ja auch geschrieben - das gestehe ich der künstlerischen Freiheit der Autorin zu.

    Es hat mich jetzt nicht extrem gestört beim Lesen, aber man hätte natürlich recherchieren können und es dann ein wenig der Realität anpassen können..

    Da habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Geheilt sind sie defintiv noch nicht, das stimmt. Aber die Fortschritte waren so extrem, dass es im Vergleich zu vorher schon deutliche Unterschiede gibt.

    Okay, ja da hast du recht, wenn du es so sagst. Aber dass wir so gesehen haben, dass es einen Anstoß der Veränderung gab, hat mir schon gefallen. Vielleicht ist dieses Extreme, was du beschreibst, dem Genre "geschuldet"? Es ist ja ein Jugendbuch und vielleicht wird es dann für die jüngeren Leser extra ein wenig intensiver dargestellt, wenn es bergaufgeht?

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  • Vielleicht ist dieses Extreme, was du beschreibst, dem Genre "geschuldet"? Es ist ja ein Jugendbuch und vielleicht wird es dann für die jüngeren Leser extra ein wenig intensiver dargestellt, wenn es bergaufgeht?

    Möglich. Ich denke auch, in Büchern wird sowas oft verkürzt dargestellt, einfach weil diese normalerweise über kürzere Zeiträume spielen und den Protagonisten nicht jahrelang begleiten. Und man braucht ja eine Geschichte. Dass sich nichts verbessert oder verändert, erlebt man ja im realen Leben genug ;)

  • Doch, sie ritzt. Aber eben als Resultat aus den nächtlichen Besuchen ihres Onkels und der Misshandlung durch die Eltern.

    Ich habe das irgendwie nirgendwo so raus gelesen.?(

    Lauthals lachen musste ich über Mo. Das ist so typisch Kater, sich SO hinzulegen.

    Oh ja, das ist wirklich typisch Kater. Die Autorin hat sicherlich welche.

    Ich glaube auch nicht, dass so ein Erlebnis wirklich geheilt werden kann.

    Man lernt damit zu leben, man verdrängt es und es rückt immer weiter in den Hintergrund, das Leben geht ja weiter.

    Aber in irgendwelchen Momenten wird es wieder über einen hereinbrechen, ob man will oder nicht.


    Unter Heilung verstehe ich, dass man lernt, mit dem Erlebten umzugehen und sein Leben weiterzuleben.

    So sehe ich das auch. Wirkliche Heilung ist bei manchen Erlebnissen fast unmöglich, aber damit lernen, im weiteren Leben sich mit seinem Schicksal zu versöhnen und zu verarbeiten, ist wohl durchaus möglich. Das kann aber ein sehr langer Weg sein.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen