5) Kapitel 33 bis Ende

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  • Es gibt wirklich schöne Bücher .......


    Ich bin fertig und das war seit langem mal wieder ein Buch, das mich total fesseln konnte. Ich empfinde diese Sprüche nicht als zu viel, im Gegenteil, sie drücken an den meisten Stellen perfekt das aus, was ausgedrückt werden soll. Ich weiß nicht, ob man das mit anderen Worten so knapp auf den Punkt bringen könnte.


    Izzy ist verbrannt und Hannah ist schuld daran - die 2 wollten einen Film schauen und Hannah hat eine Kerze angezündet. Dann sind die 2 eingeschlafen und die Kerze hat einen Brand verursacht.


    Die Stelle an der das Geheimnis gelüftet wurde, hat mich irgendwie etwas ratlos zurück gelassen, das muss ich gestehen. Hannah und Izzy sind keine Kleinkinder mehr. Ich denke mit 17 ist man sich der Gefahren bewusst, die eine Kerze mit sich bringen kann. Diese Katastrophe, die hier entstanden ist, hätte auch jedem Erwachsenen passieren können. Klar, hätte Hannah die Kerzen nicht angezündet, wäre es nicht passiert, aber das hier war ein Unfall, ein dummer Unfall. Ich hatte zwischendurch mal im Hinterkopf, dass Hannah vielleicht betrunken war und gezündelt hat und die Situation dann außer Kontrolle geriet oder sie tatsächlich aktiv das Feuer gelegt hätte.

    Natürlich hat sich Hannah zum Schluss dann doch retten lassen - von Levi und irgendwie auch von Ben.


    Zitat von Seite 268

    Wenn wir uns unserer Vergangenheit stellen, gibt es 2 Möglichkeiten: Sie besiegt uns oder wir besiegen sie. Wir wissen es erst, wenn wir es versucht haben.

    Levi geht hier tatsächlich ein großes Risiko ein. Ich fand es bemerkenswert, wie sehr Ben ihm vertraut und ihm den Autoschlüssel gibt. Wenn das in die Hosen gegangen wäre, hätte Ben seinen Job wohl an einem anderen Ort ausüben dürfen. Aber es ging ja (wie erwartet :-) ) alles glatt. Hannah ist zwar zusammengebrochen an ihrem alten Zuhause, letztendlich aber hat das den Knoten zum Platzen gebracht. Es war also genau die richtige Aktion für Hannah.


    Ende gut - alles gut. Hannah spricht wieder, sie hat sich mit ihren Eltern ausgesprochen/ausgesöhnt, Levi wohnt ganz in der Nähe, Sarah und Lina sind genau zu den Freundinnen geworden, die wir vermutet haben.


    Ich fand übrigens, dass das ein sehr geschickter Schachzug war, dass sie Hannah, Sarah und Lina in einer Wohneinheit untergebracht haben. Ich würde mir wünschen, dass die Betreuer in einer solchen Einrichtung auch im richtigen Leben die Bedürfnisse ihrer Schützlinge nicht außer Acht lassen.

  • Mir geht es wie Babsi, ich fand das Buch klasse! Dass der Brand ein Unfall war, haben wir ja vermutet. Jetzt wissen wir auch, wie er zustande gekommen ist. Natürlich war das leichtsinnig und eine 17-jährige hätte es besser wissen müssen. Aber wie sagt mein Sohn so schön? „Hätte, hätte, Fahrradkette...“ Es ist passiert und man muss damit leben.


    Es war sehr mutig von Levi, Hannah zu dem Ort des Grauens zu bringen. Es hätte auch gewaltig nach hinten losgehen können. Aber zum Glück ist sein Plan aufgegangen. Besonders gefreut habe ich mich, dass ER es war, der das erste Wort von Hannah gehört hat.


    Für Ben hätte es wahrscheinlich heftige Konsequenzen gehabt, wenn den beiden etwas passiert wäre.


    Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Für die Eltern war der Verlust von Izzy schlimm, genauso schlimm war es aber, Hannah beizubringen, dass sie keine Schwester mehr hat. Sie lieben Hannah nicht weniger als vorher, ihr Verhalten war einfach nur Hilflosigkeit.


    Was haben sie sich dabei gedacht, als sie in Hannahs Gepäck eine Kerze mit einzupacken? Wollten sie damit deutlich machen, dass sie ihr keine Schuld geben? Hannah war jedenfalls erst mal geschockt. Das war die Kerze, mit der sie auch die letzten Briefe an Izzy verbrannt hat, oder?


    Das Camp war für Hannah die Rettung, vor allem Levi hat dazu beigetragen. Am Ende ist es doch noch eine Liebegeschichte geworden, das hat aber gepasst.


    Sarah, Lina und Hannah sind ein tolles Team! Dass Mo in St. Anna bleiben darf, ist klasse.


    Hannah ist auf dem Weg, wieder die alte Hannah zu werden.

    Zitat

    Meine Haare sind wieder blond. Ich habe mir gestern ein Stück von mir zurückgeholt. Ein Stück Hannah und ein Stück Izzy.

  • Ich fand übrigens, dass das ein sehr geschickter Schachzug war, dass sie Hannah, Sarah und Lina in einer Wohneinheit untergebracht haben. Ich würde mir wünschen, dass die Betreuer in einer solchen Einrichtung auch im richtigen Leben die Bedürfnisse ihrer Schützlinge nicht außer Acht lassen.

    Die Betreuer/innen fand ich auch klasse! Sie sind wirklich sehr einfühlsam und behandeln ihre Schützlinge nach ihren Bedürfnissen. Das ist bestimmt nicht immer einfach.

  • Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Ja, das dachte ich auch.
    So nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" - wir verdrängen jetzt mal was passiert ist.

    Dass das Haus nach dem Brand unbewohnbar sein könnte, daran habe ich gar nicht gedacht.

  • Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Ja, das dachte ich auch.
    So nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" - wir verdrängen jetzt mal was passiert ist.

    Dass das Haus nach dem Brand unbewohnbar sein könnte, daran habe ich gar nicht gedacht.

    Ich auch nicht. Wir wussten ja auch gar nicht, dass das Wohnhaus abgebrannt war.

  • Ich bin auch durch und muss das Buch jetzt erst einmal sacken lassen.

    Irgendwie hatte ich mir "mehr" erhofft, ohne genau sagen zu können, was. Vielleicht einfach weniger Vorhersehbarkeit.


    Der letzte Abschnitt war nett. Levi ist ein guter Kerl und Ben auch. Die Beziehung zwischen Hannah und Levi fand ich wirklich schön - aber dass er ihr dann gleich sagt, dass er sie liebt, hat mich gestört. Warum nicht erst einmal Freunde sein? Warum musste alles so überstürzt gehen? Vor allem war die Aussage für die Geschichte so unnötig. Man hätte den Satz auch genauso gut weglassen können oder durch ein "Du bist mir wichtig" oder so ersetzen können.


    Dass Levi und Hannah zu ihrem alten Haus fahren und dann die Erinnerungen an den Brand wieder hochkommen, hat mich extrem an ein anderes Buch erinnern, dass ich vor kurzem gelesen habe. Und zwar "Und wenn die Welt verbrennt" von Ulla Scheler. Die Parallelen sind auf jeden Fall da (ich setze sie mal in den Spoiler, falls jemand das Buch noch lesen will. Mir hat es gut gefallen. ;)):



    Unabhängig davon, dass ich ein Deja-vu wegen des Scheler-Buches hatte, war ich wirklich enttäuscht von der "Auflösung". Es war eine brennende Kerze, so wie ich es schon seit Beginn des Buches vermutet hatte. Ich hatte so gehofft, wenigstens diesen Teil des Buches nicht vorausgeahnt zu haben.


    Zur Versöhnung mit den Eltern kann ich nur sagen: Wieso haben sie Hannah das nicht schon alles vorher gesagt? Dass sie ihr keine Vorwürfe machen. Das hätte Hannah schon vor Monaten gebraucht!

  • Ich empfinde diese Sprüche nicht als zu viel, im Gegenteil

    Die Sprüche über den Kapiteln habe ich gar nicht mehr gelesen. Dann ging es ^^

    Für Ben hätte es wahrscheinlich heftige Konsequenzen gehabt, wenn den beiden etwas passiert wäre.

    Und genau deshalb hätte er Levi niemals das Auto geben dürfen. Aber dass hier grob fahrlässig gehandelt wird, hat sich ja auch schon beim Camp gezeigt. Klar, es ist nur ein Buch und deshalb ist natürlich alles gut ausgegangen. In der Realität funktioniert sowas aber mit Sicherheit nur ein paar Mal bis dann wirklich etwas passiert.

    Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Ich denke, es war eine Mischung aus beidem. Man hätte das alte Haus sicherlich wieder herrichten können; sie haben es am Ende ja auch verkauft. Aber ich kann verstehen, dass die Familie einen Neuanfang braucht und ihre Erinnerungen an Izzy nehmen sie ja trotzdem mit.

    Das war die Kerze, mit der sie auch die letzten Briefe an Izzy verbrannt hat, oder?

    Ja genau. Und die Kerze ähnelt gleichzeitig der Kerze, die damals den Brand ausgelöst hat. Sehr symbolträchtig also.

  • Und ich bin auch durch. Ich wünschte in NRW hätten wir öfter Pfingstferien, die kann man wirklich sinnvoll zum Lesen nutzen :lachen:

    Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, denn obwohl ich die ganze Zeit doch auf irgendeine unerwartete Wendung gewartet hatte (ich hatte ja auch etwas Angst, dass noch etwas mega dramatisches passieren würde), hat das Buch eine gewisse Sogwirkung ausgeübt, der ich mich nicht entziehen konnte. Vor allem das "Geheimnis" um Izzy hat mich neugierig gemacht und bei mir den Detektiv wachwerden lassen, da ich doch spekuliert und Vermutungen aufgestellt hab. Sowas mag ich immer echt gern.


    Aber ich muss auch sagen, dass ich die Handlung ab und an doch etwas absehbar fand. Hier nun die Bestätigung, dass es ein wirklich dummer Unfall war und dass Hannah sich die Schuld gibt. Ich denke ja, dass sie nicht schuld ist, nur weil sie die Kerze angezündet hat. Eine Kerze anzumachen und dabei dann einzuschlafen, kann passieren, auch wenn jeder um die Gefahr weiß. Ich bin ja generell sowieso eher der ängstliche Typ, der bei Kerzen immer ein genaues Auge drauf hat, weil ich den Dingern nicht traue. Dabei mag ich Kerzen gern...solange sie eben aus sind oder in einem Glas oder sonstwo, wo sie nicht umfallen und Schaden anrichten können. Jedenfalls ist es meiner Meinung nach ein tragischer Unfall und ich denke, dass Izzy das auch so sehen würde.


    Wo ich wieder etwas unsicher war: Hätte man als Betreuer mit Verantwortung und wo sein Job dran hängt, wirklich einfach so an Levi die Schlüssel gegeben? Ich weiß ja nicht, ich hätte sie wohl hingefahren, aber die SChlüssel nicht aus der Hand gegeben.


    Und was für mich auch irgendwie gar nicht so überraschend kam, war das Levi mit Hannah zum alten Haus gefahren ist und dass sie dort dann zusammengebrochen ist bzw. sich ihm dann komplett anvertraut hat. Ich fand es auch schön, dass er ihr erstes Wort seit langem gehört hat und es war auch echt gefühlvoll, aber wie gesagt, irgendwie habe ich da schon die ganze Zeit fest mit gerechnet gehabt.. ich hatte einfach doch insgeheim sehr darauf gehofft, doch nochmal irgendwo überrascht zu werden mit irgendeinem Twist oder etwas, womit man eben nicht rechnet.


    Ich finde ja Sarah auch ganz toll und überhaupt fand ich die Figuren sehr interessant und hätte gerne noch mehr über sie erfahren. Ich fände es ja total cool, wenn es mal eine Art Spin off zu diesem Buch geben würde, wo es dann im irgendwelche der Nebenfiguren geht..da könnte man auch schön einbauen, wie es mit Hannah und LEvi weitergegangen ist. Das fände ich mal richtig toll :)

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Für die Eltern war der Verlust von Izzy schlimm, genauso schlimm war es aber, Hannah beizubringen, dass sie keine Schwester mehr hat. Sie lieben Hannah nicht weniger als vorher, ihr Verhalten war einfach nur Hilflosigkeit.

    Stimmt, wenn ich zurückdenke, habe ich auch gedacht gehabt, dass sie umgezogen sind, um den Erinnerungen zu entfliehen. Aber schon als es Andeutungen auf den Brand gab, hätten wir uns denken können, dass vielleicht auch das Haus den Flammen zum Opfer gefallen sein könnte.

    Die Hilflosigkeit der Eltern war für mich auch gerade am Anfang des Buches gut nachvollziehbar, auch wenn sie Hannah da einfach so weggeschickt haben, fand ich doch, dass man die Ratlosigkeit an der Atmosphäre des Buches spüren konnte. Das war gut gemacht :)

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Und genau deshalb hätte er Levi niemals das Auto geben dürfen. Aber dass hier grob fahrlässig gehandelt wird, hat sich ja auch schon beim Camp gezeigt. Klar, es ist nur ein Buch und deshalb ist natürlich alles gut ausgegangen. In der Realität funktioniert sowas aber mit Sicherheit nur ein paar Mal bis dann wirklich etwas passiert.

    Nicht nur wegen der Konsequenzen für sich selber hätte er Levi nicht die Autoschlüssel geben dürfen, alleine schon aus seinem Verantwortungsbewusstsein und seinem Menschenverstand heraus! Ich glaube nicht, dass irgendein Betreuer wirklich so handeln würde, vielmehr wäre es realistisch, wenn sie fahren und die Jugendlichen absetzen würden, um zu warten oder sonstwas. Und wenn wirklich etwas passiert wäre, wäre er ja nicht nur den Job los, sondern würde sich vermutlich auch totale Vorwürfe machen.

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  • Jedenfalls ist es meiner Meinung nach ein tragischer Unfall und ich denke, dass Izzy das auch so sehen würde.

    Izzy hätte das gewiss so gesehen, aber vor allem die Eltern machen - denke ich - Hannah keinerlei Vorwürfe. Sie selber ist die einzige, die sich die Schuld gibt.

    Zitat

    Wo ich wieder etwas unsicher war: Hätte man als Betreuer mit Verantwortung und wo sein Job dran hängt, wirklich einfach so an Levi die Schlüssel gegeben? Ich weiß ja nicht, ich hätte sie wohl hingefahren, aber die SChlüssel nicht aus der Hand gegeben.

    Definitiv NEIN!! Das hätte der Schulleiter meiner Ansicht nach niemals machen dürfen. Obwohl Levi schon erwachsen ist und bei dem Camp mehr Betreuer als Teilnehmer war, fand ich diese Aktion unverantwortlich. Wenn es schief gegangen wäre, wollte ich nicht in Bens Haut stecken!

  • Izzy hätte das gewiss so gesehen, aber vor allem die Eltern machen - denke ich - Hannah keinerlei Vorwürfe. Sie selber ist die einzige, die sich die Schuld gibt.

    Das sehe ich auch so. Und ich denke, dass es manchmal sogar am schwesten ist, sich selber von seiner eigenen Unschuld zu überzeugen, wenn man so fest glaubt, dass man Schuld trägt.

    Definitiv NEIN!! Das hätte der Schulleiter meiner Ansicht nach niemals machen dürfen. Obwohl Levi schon erwachsen ist und bei dem Camp mehr Betreuer als Teilnehmer war, fand ich diese Aktion unverantwortlich. Wenn es schief gegangen wäre, wollte ich nicht in Bens Haut stecken!

    Wie gesagt, ich hätte sie wohl hingefahren, aber auch den Schlüssel niemals aus der Hand gegeben. Und ich glaube auch nicht, dass man im wahren Leben wirklich so unbedacht ist in solch einer Situation und in der Position.

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Auch wenn letztendlich nicht so viel passiert ist und es keine großen Überraschungen gab, so fand ich doch, dass das ein Buch der eher leisen Töne war. Das hat mir ganz gut gefallen. Auch die sachte Annäherung zwischen Levi und Hannah gefiel mir.



    Und genau deshalb hätte er Levi niemals das Auto geben dürfen. Aber dass hier grob fahrlässig gehandelt wird, hat sich ja auch schon beim Camp gezeigt. Klar, es ist nur ein Buch und deshalb ist natürlich alles gut ausgegangen. In der Realität funktioniert sowas aber mit Sicherheit nur ein paar Mal bis dann wirklich etwas passiert.

    Nicht nur wegen der Konsequenzen für sich selber hätte er Levi nicht die Autoschlüssel geben dürfen, alleine schon aus seinem Verantwortungsbewusstsein und seinem Menschenverstand heraus! Ich glaube nicht, dass irgendein Betreuer wirklich so handeln würde, vielmehr wäre es realistisch, wenn sie fahren und die Jugendlichen absetzen würden, um zu warten oder sonstwas. Und wenn wirklich etwas passiert wäre, wäre er ja nicht nur den Job los, sondern würde sich vermutlich auch totale Vorwürfe machen.

    Das allerdings fand ich auch grob fahrlässig, würde man in der Realität auch niemals machen und überhaupt einen Dilettanten an schwerwiegende psychische Probleme heranzulassen und daran herumzudoktern, ist schon starker Tobak. Da hätte mindestens ein geprüfter Psychologe mitfahren müssen. Das ist auch einer meiner größten Kritikpunkte.


    Levi und vor allem Ben haben da echt viel Glück gehabt, dass das aufgegangen ist und sich bei Hannah ein Knoten gelöst hat. Aber es hätte auch ganz anders kommen können. Wer trägt da die Verantwortung? Levi ist letztendlich auch noch ein Kind, der hat sicherlich das ganze Ausmaß nicht wirklich erfassen können.


    Die Versöhnung mit den Eltern ist zwar letztendlich schön, aber wieso sind sie erst jetzt wieder zuvorkommend und aufgeschlossen gegenüber Hannah? Das hätte sie vorher viel dringender gebraucht. Jetzt steht sie auf eigenen Füßen und hat vermutlich schon mehr Trauerbewältigung erarbeitet als ihre Eltern.


    Diese Katastrophe, die hier entstanden ist, hätte auch jedem Erwachsenen passieren können.

    Das stimmt. Ich denke da an die Adventszeit, wo unendlich viele Brände durch Kerzen entstehen. Man unterschätzt die Hitze von Kerzen immer stark. Niemals unbeaufsichtigt lassen. Das geht so unglaublich schnell.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Jetzt steht sie auf eigenen Füßen und hat vermutlich schon mehr Trauerbewältigung erarbeitet als ihre Eltern.

    Das stimmt. Im Camp und in der ersten Tagen in St. Anna ist Hannah sehr viel weiter gekommen in der Trauerbewältigung. Ihre Eltern stehen noch da, wo sie vor dem Cap waren.

  • Ich muss sagen mir hat das Ende unglaublich gut gefallen und im Nachhinein muss ich auch sagen, dass die Sätze, die cih am Anfang als zuviel empfunden habe, im Nachhinein passend finde. Es drückt perfekt aus, wie es Hannah geht und wie sie nach und nach wieder mehr ins Leben zurückfindet.


    Besonders emotional fand ich die Stelle als sie mit Levi zu ihrem alten Haus geht, dort schreit und seitdem wieder spricht. Etwas in ihr ist explodiert und sie konnte endlich Abschied nehmen. Da sie wirklich an dem Brand Schuld hatte, kann ich ihr Verhalten noch viel mehr verstehen. Sie wusste nicht wohin mit ihrer Schuld, auch wenn es ein Unfall war und nun versteht man auch, wieso die Eltern nicht an sie herangekommen sind.


    Ben ist ein ganz toller Mensch, auch wenn er ein Risiko eingegangen ist. Ich weiß nicht, ob ich die beide hätte fahren lassen. Ich wäre wenigstens heimlich hintergefahren oder hätte die beiden hingefahren um der Aufsichtspflicht gerecht zu werden, aber dennoch er ist klasse. Er lässt Mo dort leben und ist immer für die Jugendlichen da.


    Für mich war dieses Buch wieder ein emotionales und tolles Buch, bei dem ich teils ein echtes Gefühlschaos mitgemacht habe und wie gesagt, das Ende so wie es hetzt ist, ist nach meinem Geshmack und großartig.

  • Anfangs habe ich gedacht, die Familie ist umgezogen, um an dem alten Wohnort nicht mehr an Izzy erinnert zu werden. Sie sind aber schlicht und einfach umgezogen, weil das Haus nicht mehr bewohnbar war.

    Für die Eltern war der Verlust von Izzy schlimm, genauso schlimm war es aber, Hannah beizubringen, dass sie keine Schwester mehr hat. Sie lieben Hannah nicht weniger als vorher, ihr Verhalten war einfach nur Hilflosigkeit.

    Stimmt, wenn ich zurückdenke, habe ich auch gedacht gehabt, dass sie umgezogen sind, um den Erinnerungen zu entfliehen. Aber schon als es Andeutungen auf den Brand gab, hätten wir uns denken können, dass vielleicht auch das Haus den Flammen zum Opfer gefallen sein könnte.

    Die Hilflosigkeit der Eltern war für mich auch gerade am Anfang des Buches gut nachvollziehbar, auch wenn sie Hannah da einfach so weggeschickt haben, fand ich doch, dass man die Ratlosigkeit an der Atmosphäre des Buches spüren konnte. Das war gut gemacht :)

    So ging es mir aber auch. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie wegen dem Brand umgezogen sind.

    Und auch bei der Hilflosigkeit der Eltern kann ich dir zustimmen, zudem finde ich sie unglaublich authentisch, weil das etwas ist, was ich auch öfters bei meiner Arbeit erlebe, wenn auch nicht bei den Familien bei denen ich arbeite (ich mache viele Schuldienste bei Kindern mit Behinderung und viele Kids haben auch psychische Probleme).

  • Ben ist ein ganz toller Mensch, auch wenn er ein Risiko eingegangen ist. Ich weiß nicht, ob ich die beide hätte fahren lassen. Ich wäre wenigstens heimlich hintergefahren oder hätte die beiden hingefahren um der Aufsichtspflicht gerecht zu werden, aber dennoch er ist klasse. Er lässt Mo dort leben und ist immer für die Jugendlichen da.

    Ans Hinterherfahren habe ich gar nicht gedacht, aber auch dabei ist immer noch die Gefahr, dass Levi selbst fährt vorhanden, derer ich als Aufsicht die Kinder und auch mich (angesichts möglicher Konsequenzen) nicht ausgesetzt hätte.

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • So sehe ich das auch. Auch das Hinterherfahren hätte ihn nicht aus der Verantwortung geholt. Glücklicherweise ist alles gut gegangen. Aus menschlicher Sicht kann man Ben sicherlich auch verstehen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen