Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Meine Rezension:


    Seit Hannahs Zwillingsschwester gestorben ist, kann die 17Jährige nicht mehr sprechen. Ihre Eltern sind zu sehr in ihrer eigenen Trauer gefangen und wollen sie deshalb auf ein Internat schicken. Im dazugehörigen Sommercamp lernt Hannah unter anderem Levi kennnen...


    Ava Reeds Schreibstil hat mir grundsätzlich gut gefallen. Sie schafft es, den Leser an die beschriebenen Orte zu versetzen, um das Camp zusammen mit Hannah kennenzulernen. Gestört haben mich allerdings vor allem auf den ersten 60 Seiten die zahllosen Plattitüden - ein Kalenderspruch zum Thema Trauer reiht sich an den nächsten. Zusätzlich wird auch noch jedem Kapitel ein solcher Spruch vorangestellt, so dass diese in der Masse einfach zu viel des Guten waren.


    Auch konnte ich leider nicht mit Hannah mitfühlen. Wie ihre Schwester nun tatsächlich gestorben ist, wird erst am Ende des Buches enthüllt, so dass man zwar ihre Gefühle geschildert bekommt, aber den Grund dafür nicht richtig nachvollziehen kann. Die Nebenfiguren bleiben relativ blass, da sich die Geschichte auf Hannah konzentriert. Das Buch ist sehr leise erzählt und kommt ohne viel Handlung aus. Die Dinge, die passieren, waren jedoch wie das Ende allesamt vorhersehbar.


    Auch wenn damit mein persönlicher Lesegeschmack nicht getroffen wurde und ich mich teilweise gelangweilt habe, wird das Buch sicher seine Leserinnen finden. Das Camp und seine Bewohner haben mir gut gefallen und man kann sich alles bildlich vorstellen. Auch regt "Die Stille meiner Worte" zum Nachdenken darüber an, wie schnell man eine geliebte Person verlieren kann und wie wertvoll Freunde sind.


    Ich vergebe deshalb 3 Ratten.





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    Mayersche.de (veröffentlicht am 25.05.2018 als Zank)

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    Auch wenn das Buch nicht ganz meins war, möchte ich mich noch einmal für das Freiexemplar beim Verlag bedanken. Außerdem für die interessante Runde mit euch :*

  • Vielen Dank für diese schöne Leserunde! Das Buch hat mir gut gefallen, die Diskussionen mit euch waren interessant und anregend.

    Hier nun meine Rezi:

    ————

    Ein Buch der leisen Töne


    Inhalt:

    Hannahs Zwillingsschwester Izzy ist durch einen Unfall ums Leben gekommen. Durch dieses traumatische Erlebnis hat sie ihre Stimme verloren. Sie ist mir ihrer Trauer alleine, ihre Eltern sind hilflos und mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt. Sie schicken ihr Tochter in ein Internat für traumatisierte Jugendliche. Im Vorfeld findet ein dreiwöchiges Camp statt. Hier lernt Hannah unter anderem Levi kennen, zu dem sie eine besondere Verbindung aufbaut. Kann er sie aus ihrer Sprachlosigkeit befreien?


    Meine Meinung:

    „Die Stille meiner Worte“ war für mich das erste Buch dieser Autorin. Es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Hannah und Levi erzählen abwechselnd ihre Geschichte. Durch die Ich-Form wird die Atmosphäre sehr emotional und teilweise bedrückend. Das Eintauchen in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden hat bei mir des Öfteren eine Gänsehaut verursacht.

    Hannah verarbeitet ihre Sprachlosigkeit, indem sie Briefe an ihre tote Schwester schreibt. Ein bisschen Trost gibt ihr auch ihr Kater Mo, den sie mit ins Camp geschmuggelt hat. Trotz der bedrückenden Stimmung dieses

    Buches habe ich manchmal herzhaft gelacht über die katzentypische Verhaltensweise des Vierbeiners.

    Levi ist ein sehr einfühlsamer Junge, der einen guten Draht zu Hannah bekommt. Diese Konstellation wäre eine Steilvorlage für eine kitschige Liebesgeschichte gewesen, die ist aber zum Glück nicht passiert.

    Die beiden Charaktere sind sehr gut und überzeugend gelungen, ebenso auch alle anderen Nebenrollen. Wir lernen am Rande noch andere Campteilnehmer mit ihren jeweiligen Problemen kennen. Die Betreuer der Jugendlichen haben mich ebenfalls überzeugt in ihrem Tun und Denken. Einige Dinge, die passieren, gehen sicherlich ein bisschen an der Realität vorbei, das stört aber überhaupt nicht, die Geschichte an sich ist stimmig und glaubhaft.

    Besonders gefallen hat mir die wunderschöne bildhafte Sprache der Autorin. U. a. Hannahs Gefühle werden uns so näher gebracht. Z. B. „Ich bin das dritte Rad, das zu viel ist am Fahrrad und zu wenig hergibt für ein Auto.“

    Ein Highlight für mich waren auch die zahlreichen „philosophischen Sprüche“, die in den Überschriften der Kapitel aber auch unterwegs im Buch zu finden sind. Einige haben den Weg an meinen Kühlschrank geschafft.


    Fazit:

    Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche. Ein Buch der leisen Töne, das lauter nicht sein könnte.

    ————

    Streuliste reiche ich nach. Ich bin momentan im Urlaub, das Internet hier ist eine Katastrophe.


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  • Danke an Euch für den netten Austausch. Hier mein kleiner Eindruck vom Buch:


    Ava Reed beschreibt mit sehr einfühlsamen Worten und leisen Gesten die Gefühlswelt von Hannah, die tief in einem Trauma steckt und sich von niemanden verstanden fühlt. Auch die Eltern sind mit der Situation so überfordert, dass sie zu einer krassen Maßnahme greifen und sie weggeben. Erst mit Levi, den sie im Camp kennen lernt, beginnt sie sich wieder langsam den Weg zurück ins Leben zu kämpfen.



    Es sind die kleinen Gesten, die schönen Worte, die besondere Stimmung im Camp, die mich in diesem Buch berührt haben. Besonders die Briefe an Izzy, die Hannah nach dem Schreiben verbrennt, machen deutlich, in welcher Gefühlswelt sie gefangen ist. Stück für Stück begleitet man Hannah bei ihrem Weg und dazu parallel Levi, der nur vermuten kann, was wirklich in Hannah vorgeht. Die Art und Weise, wie Levi mit Hannah umgeht, ist sehr feinfühlig, respektvoll und daher berührend. Da hatte ich den einen oder anderen Kloß im Hals.



    Die Sprüche jeweils am Anfang der recht kurzen Kapitel sind gut gewählt und umfassen in knappen Worten den Grundkern des jeweiligen Kapitels. Vielleicht wäre da weniger etwas mehr gewesen. Den einen oder anderen wird es unter Umständen erschlagen, zumal auch inhaltlich immer wieder verschiedene Lebensweisheiten offenbart werden. Aber sie sind ja wahr und passen zu den einzelnen Figuren in diesem Roman.



    Ein sehr leiser Roman, so leise wie Hannah, so einfühlsam wie Levi und so wunderbar wie das ganze liebevoll gestaltete Buch.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Meine Rezi:


    Dieses Buch ist alles andere als still: feinfühlig, gefühlvoll und poetisch-philosophisch!


    Klappentext

    „Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.

    Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.

    Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …“


    Gestaltung

    Mir gefällt das Cover sehr und für mich passen vor allem die Blautöne sehr gut zum Titel. Mit Stille verbinde ich nämlich auch blaue Farben. Zudem sieht das Covermotiv ein wenig so aus, als sei es mit Wassermalfarben gemalt oder als sei Tinte über das Papier getropft, was wiederum auch sehr gut zu den im Titel erwähnten Worten passt, da diese ja auch aufgeschrieben werden können. Ein (für mich) sehr tiefgründiges Cover!


    Meine Meinung

    „Die Stille meiner Worte“ war mein erstes Buch der Autorin Ava Reed, von der ich schon länger etwas lesen wollte. Der Klappentext ließ eine berührende, traurige Geschichte vermuten und genau das verbirgt sich auch hinter dem Buchdeckel. Die Geschichte ist sehr poetisch und voller kleiner Lebensweisheiten oder poetischer Sprüche. Diese philosophische Ader des Buches mochte ich gerne, auch wenn es mir zu Beginn des Buches sogar etwas zu viel des Guten war. Aber mit Fortschreiten der Handlung werden die kleinen Weisheiten immer gezielter in die Geschichte eingestreut, sodass ich sie als sehr passend empfunden habe.


    In „Die Stille meiner Worte“ geht es um Hannah, die ihre Schwester Izzy verloren hat und deswegen nicht mehr spricht. Ihre Eltern schicken sie daher in eine Art Camp, wo Jugendlichen, die wie Hannah Schwierigkeiten haben, geholfen wird. Hier lernt sie Levi und Sarah kennen und fasst langsam Vertrauen…doch wird sie jemals wieder sprechen? Und was ist mit Izzy geschehen? Wieso ist sie gestorben? Vor allem die letzte Frage hat bei mir für einigen Leseantrieb gesorgt, da ich gerne dem Rätsel um Izzys Tod auf die Spur kommen wollte. Hannah schreibt ihrer Schwester immer wieder Briefe und so gibt es von Beginn an Andeutungen hinsichtlich der Geschehnisse, aber was wirklich passiert ist als Izzy starb, bleibt bis zum Schluss geheim.


    Dies empfand ich als sehr gelungen, da so ein Spannungsfaktor, auf den ich hin fieberte, enthalten war. Zudem konnte ich miträtseln und spekulieren, was mir immer sehr gefällt. Aber insgesamt muss ich auch sagen, dass die Handlung sehr ruhig ist. Einerseits empfand ich dies als sehr gut zur Geschichte passend, da die leisen, gefühlvollen Töne hier sehr geeignet sind, um die Gefühlsebene zu verdeutlichen. Andererseits habe ich aber auch immer auf etwas Unerwartetes oder Dramatisches gewartet. Auf den großen Knall sozusagen. Die Handlung hätte für meinen Geschmack auch mal ein wenig mehr Pepp oder Schwung vertragen können, da ich die Geschehnisse zwar gefühlvoll und süß fand, aber auch ein wenig vorhersehbar oder typisch. Man hat einfach bestimmte Entwicklungen schon im Vorfeld ahnen können, sodass ich auf Überraschungen oder irgendwelche dramatischen oder gefährlichen Geschehnisse, mit denen man nicht rechnet, gewartet habe.


    Dennoch kann ich auch sagen, dass ich sehr eingenommen von dem Buch war, da ich immer weiterlesen wollte und gar nicht aufhören konnte. Das Buch hat eine gewisse Sogwirkung entfaltet, derer ich mich nicht entziehen konnte. Die poetische Ader hat mir oft Gänsehautmomente beschert, was ich sehr klasse fand, da man solche Bücher nicht allzu oft findet. Und obwohl ich auf eine Überraschung gewartet habe, empfand ich die leisen Töne der Geschichte als sehr stimmig und passend. Ich denke, dass „Die Stille meiner Worte“ ein Buch zum darin abtauchen und verzaubern lassen ist, da gerade die philosophischen Sprüche doch eine tiefe Bedeutung in sich tragen, von der wir Leser lernen können. Auch das Ende empfand ich als stimmig und zum Buch passend, denn es entlässt seine Leser mit einem zufriedenen Gefühl und einem sanften Lächeln auf den Lippen.


    Den Schreibstil von Ava Reed mochte ich auch sehr, denn zum einen hat sie die Ich-Perspektive für ihre Erzählung gewählt, was mir Hannahs Gedanken sehr nah gebracht hat und was angesichts ihrer Stille wirklich perfekt war. Zum anderen hat sie sanfte, gefühlvolle und sehr feinfühlige Töne getroffen, um die schwierige Familiensituation in Worte zu fassen und dem Leser nah zu bringen. Auch mochte ich die Atmosphäre des Buches mit seiner Mischung aus Traurigkeit, Hoffnung und einem Schimmer Wohlfühlatmosphäre, da ich alles als sehr harmonisch empfunden habe und die Beziehungen der Figuren auch so schön waren.


    Mir gefiel diesbezüglich vor allem die Beziehung von Hannah und Levi, die nicht kitschig war und auch nicht zu stark ins Romantische abgerutscht ist. Die beiden Charaktere taten einander gut und das merkte ich als Leser auch. Zudem ist da noch Sarah, die Hannah ebenfalls in dem Camp kennen lernt und die auch einiges durchgemacht hat. Die Figuren geben einander Halt, was für mich sehr schön mitzuverfolgen war. Die verschiedenen Jugendlichen in dem Buch fand ich sehr interessant und ich habe gerne mehr über ihre Hintergründe erfahren, wobei es für mich hier sogar gerne noch etwas mehr Einblicke hätte geben dürfen, aber wer weiß, vielleicht haben wir da das Glück irgendwann einmal von einem der anderen Charaktere in einem anderen Buch von Ava Reed lesen zu dürfen? Ich würde mich jedenfalls darüber freuen!


    Fazit

    Mein erstes Buch von Ava Reed hat mir sehr gut gefallen, denn „Die Stille meiner Worte“ ist alles andere als still. Vielmehr ist es ein feinfühliges, gefühlvolles Buch über Verlust, Trauer(bewältigung) und die Bedeutung der Beziehung zu anderen Menschen. In dem Buch stecken viele kleine poetische, philosophische Weisheiten, die das Lesen versüßen und tief unter die Haut gehen. Obwohl ich mir manchmal etwas mehr Überraschung oder Unerwartetes gewünscht habe, konnte ich mich dem Sog der Geschichte dennoch nicht entziehen, da ich unbedingt hinter das Rätsel um Izzsys Tod kommen wollte.

    4 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos

    Einzelband


    Hier habe ich sie gestreut:

    https://literaturschock.de/lit…ostID=1015235#post1015235

    https://literaturschock.de/lit…scussions/review?id=13819

    https://skyline-of-books.blogs…lle-meiner-worte-ava.html

    http://www.lesejury.de/rezensionen/deeplink/137623/Product

    http://wasliestdu.de/rezension…nd-poetisch-philosophisch

    https://www.lovelybooks.de/aut…3-w/rezension/1570514800/

    https://plus.google.com/101110…3774407/posts/2A3D9RHxBaK

    https://twitter.com/SkylineOfB…tatus/1002873921249701889

    https://www.buechertreff.de/fo…ostID=2241571#post2241571

    https://www.facebook.com/perma…52784&id=1463436310584235

    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3764170794


    Ich danke euch allen für die schöne Leserunde! Die Diskussion über die Situation der Eltern, die von Hannah und das Verhalten der Betreuer fand ich immer sehr spannend :)

    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Meine Rezension:


    Inhalt

    Seitdem die 17-jährige Hannah ihre Zwillingsschwester Izzy verloren hat, redet sie nicht mehr, nie. Sie ist in ihrer Trauer gefangen. Erst als ihre Eltern handeln und sie dadurch auf Levi trifft, findet sie langsam wieder ins Leben zurück. Doch ob sie jemals ihre Worte wiederfindet?


    Meine Meinung

    Nachdem Ava Reed mich schon mit „Wir fliegen, wenn wir fallen“ begeistern konnte, war ich gespannt auf ihr neues Werk, dass sich direkt ein Platz in meinem Herzen gesichert hat. Es ist ein besonderes Buch und es gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights. Denn trotz des Titels ist dieses Buch alles andere als still. Es ist ein vielschichtiges und tiefgründiges Buch mit einer Wortgewandtheit, die seinesgleichen sucht.


    Zuvor hatte ich Angst, dass es sich hierbei trotz des ernsten Themas um eine kitschige Liebesgeschichte handelt. Doch das ist zum Glück nicht der Fall. Im Fokus steht Hannah mit ihrer Trauer, sie redet nicht und kommuniziert auch nicht mit einem Stift oder ähnlichem mit anderen Menschen. Dabei herrscht in ihrem Kopf alles andere als Stille. Sie hat so viel zu verarbeiten, vermisst ihre Schwester und hat mit Trauer und Schuld zu kämpfen. Erst nach und nach erfährt man als Leser, was mit Izzy geschehen ist. Doch das Buch dreht sich um noch mehr. Es geht auch um Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt.


    Die Figuren des Buches sind allesamt unglaublich vielschichtig und tiefgründig dargestellt, jeder hat sein Päckchen zu tragen und man erfährt nach und nach mehr über sie, was ich sehr gelungen fand. Zudem hat Hannah ihre Katze Mo, die eigentlich Izzy gehörte, immer mit dabei, was ich unglaublich sympathisch und für sie in ihrem Heilungsprozess auch sehr wichtig fand. Levi ist ein unglaublich lieber Junge, der Hannah mit seiner feinfühligen Art unterstützt, aber auch er hat in seiner Vergangenheit einiges erlebt.


    Der Schreibstil ist so unglaublich emotional, gespickt mit Metaphern, bildlichen Vergleichen und einer ganz besonderen Art die Dinge zu sehen. Die Dialoge sind einfühlsam, aber mit so einer Intensität verfasst, dass man sich dem als Leser nicht entziehen kann. Der Plot wird abwechselnd aus Hannahs und Levis Ich-Perspektive geschildert, wobei die von Hannah überwiegt. Zudem schreibt sie Briefe an Izzy, die sie verbrennt, damit sie zu Izzy gelangen.


    Das Buch ist auf eine sanfte Art spannend. Es gehört zu den ruhigeren Büchern, in denen gar nicht so viel passiert, aber ind denen die Protagonisten eine große Wandlung durchmachen. Die hier dargestellte Trauerbewältigung fand ich extrem gut und das Ende bietet einen emotionalen Showdown. Es ist wirklich ein wunderschönes, aber auch extremes Buch, bei dem ich häufiger Tränen in den Augen hatte, es aber auch Situationen gab bei denen ich schmunzeln musste oder Herzflattern hatte. Wie schon gesagt, für mich war es ein Highlight und ich hoffe, dass die Autorin ganz schnell etwas neues schreibt.


    Fazit

    „Die Stille meiner Worte“ ist für mich ein ganz besonderes Buch, das nun einen festen Platz in meinem Herzen hat. Es hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen und befasst sich einfühlsam mit dem Thema Trauer und Verlust, aber auch Freundschaft und Vertrauen. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen.


    Meine Rezension ist hier zu finden:

    https://mandysbuecherecke.de/2…einer-worte-von-ava-reed/

    bei Amazon, aber da bekomme ich diese Meldung: Leider ist ein Fehler bei der Anzeige von rezensionen aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. (sodass ich nicht an meinen Link komme, aber ich habe sie da unter den Rezensionen gefunden)

    https://wasliestdu.de/rezensio…meiner-jahreshighlights-3

    https://www.lovelybooks.de/aut…3-w/rezension/1570785397/

    https://literaturschock.de/lit…ostID=1015628#post1015628

    https://literaturschock.de/lit…d-die-stille-meiner-worte (als Mandys Bücherecke)

  • Wenn Du still bist, verstehen Dich nur Menschen, die Dich fühlen


    In der Nacht, in der ihre Schwester Izzy gestorben ist, hat die 17jährige Hannah ihre Sprache verloren. Hannah ist zutiefst traurig und verstört, sie fühlt sich unvollständig ohne ihre Schwester und schuldig an deren Tod. Ihre Eltern, selbst in ihrer Trauer gefangen, können Hannah nicht helfen. Im Gegenteil, sie können nicht einmal sich selbst helfen und deswegen schicken sie ihre Tochter in ein Sommercamp, das vom Internat St. Anna, einem Internat für traumatisierte Jugendliche, durchgeführt wird. Dort lernt sie u. a. Levi kennen, für den es das letzte Sommercamp sein wird, denn er wird St. Anna verlassen. Schafft Levi es, dass Hannah ihre Sprache wiederfindet?




    Auf die Leserunde zu diesem Buch „Die Stille meiner Worte“ habe ich mich seit Wochen gefreut. Der Klappentext und diverse Rezensionen, die ich über Facebook & Co. gelesen habe, versprachen ein sehr emotionales Buch …. ich wurde nicht enttäuscht.


    Izzy, Hannahs Schwester, ist bei einem tragischen Unglück gestorben. Warum, wieso, weshalb, das offenbart sich dem Leser erst ziemlich weit hinten im Buch. Fakt ist jedoch, dass Hannah sich am Tod ihrer Schwester die Schuld gibt und sie in der schrecklichen Nacht, die Nacht in der Izzy nicht gerettet werden konnte, ihre Sprache verliert. Diesen Zustand des nicht-Sprechen-könnens gibt es tatsächlich, er nennt sich Mutismus.


    Hannah bräuchte in ihrem Zustand den Trost und den Halt ihrer Eltern, doch diese sind mit der Situation, mit Hannah und mit sich selbst überfordert. Deswegen beschließen sie, dass es das Beste ist, wenn Hannah eine Zeit lang ein Internat besucht. Bevor das Schuljahr beginnt, steht jedoch das alljährliche 3wöchige Sommercamp an. Und so fährt Hannah mit ihren zukünftigen MitschülerInnen in ein Zeltlager am See.


    Ich muss gestehen, dass ich mich über Hannahs Eltern aufgeregt habe. Zum einen ist Hannah 17 Jahre alt und eigentlich ist das ein Alter, in dem die Eltern nicht mehr über ihren Kopf hinweg entscheiden sollten und zum anderen kann ich nicht verstehen, wie man nach dem Verlust des einen Kindes das andere Kind einfach so wegschicken kann. Aber es gibt da ja den schönen Spruch, dass man eine Zeit lang in den Schuhen des Anderen gehen soll, um dessen Tun und Handeln zu verstehen.


    Das war jetzt auch schon die Überleitung zum Thema „Sprüche und Lebensweisheiten“. Das Buch ist voll davon. Jedes Kapitel wird von einem Spruch eingeleitet und Hannahs Gedanken sind ganz oft tiefsinnig. Für mich drücken diese bildhaften Aussagen etwas aus, was man meiner Meinung nach manchmal gar nicht auf andere Art und Weise beschreiben kann.


    Es ist diese Art von Schmerz, die so stark ist, dass man ihn nicht mehr zeigen kann, weil er eine Grenze überschritten hat. Die Art, die man nicht herauslassen kann, weil jeder Schrei, jedes Wort und jede Träne zu wenig wären für ihn.“ (Seite 11)


    Man kann diese Sprüche lieben, sie können einen aber auch erschlagen. Die ersten Kapitel sind ziemlich dicht gespickt, nach hinten weg wird es weniger. Mir persönlich war es nicht zu viel, denn ich liebe solche Sprüche. In der Leserunde gab es dazu aber auch anderslautende Meinungen.


    In den ersten Kapiteln kann ich noch keinen wirklichen Zugang zu Hannah finden. Ich lese ihre Geschichte, aber ich kann sie nicht fühlen. Das ändert sich jedoch als Hannah in diesem Camp angekommen ist. Sie ist dort nichts besonderes, alle Jugendlichen in diesem Camp schleppen ihre eigenen Dämonen mit sich herum. Hannah nennt dieses Camp den „Ort der kaputten Dinge“.


    Neben den Betreuerinnen Jana und Pia lernen wir auch Levi, Sarah und Lina kennen. Die anderen Jugendlichen werden zwar teilweise erwähnt, sind aber nicht von großer Bedeutung. Außerhalb des Camps ist neben den Eltern von Hannah auch Ben eine wichtige Person. Er verbreitet Wärme und Vertrauen, das kann ich beim Lesen deutlich spüren.


    Hannah schreibt ihrer Schwester Izzy immer wieder Briefe, die sie anschließend verbrennt – in der Hoffnung, dass der Inhalt des Briefes ihre Schwester auf diese Art erreicht. Die Briefe enthalten immer irgendwelche Andeutungen darauf was passiert ist, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Sie zeigen aber auch die Schuldgefühle von Hannah und man möchte gerne wissen, was denn in dieser Nacht passiert ist. Es gibt keinen großartigen Spannungsaufbau ….. die Geschichte trägt sich einfach selbst, bis zum Schluss die Auflösung präsentiert wird.


    Die Beziehung zwischen Hannah und Levi entwickelt sich eher zufällig als geplant, da beide den gleichen „Lieblingsplatz“ am See haben. Anfangs weicht Hannah noch verschreckt zurück, wenn Levi sie anspricht. Nach einem gemeinsamen Erlebnis bricht das Eis jedoch langsam und Levi schafft es, an Hannah heran zu kommen. Kater Mo, den Hannah unerlaubterweise ins Camp mit eingeschleust hat, trägt seinen Teil dazu bei, dass die 2 miteinander kommunizieren (reden kann Hannah ja nicht).


    Die Autorin Ava Reed hat es geschafft, zwischen Hannah und Levi eine Vertrauensbasis zu schaffen, ohne die Beiden zum Liebespaar werden zu lassen. Diese Entwicklung hätte nicht wirklich zur Geschichte gepasst. Da sind 2 junge Menschen, die sich einfach gut tun. Punkt. Sie wachsen gemeinsam an ihrer Vergangenheit aber sie sind noch lange nicht geheilt.


    Weil sie nicht wissen, wie es ist, wenn man nicht aufgefangen werden will und unter einem das Netz gespannt wird, und weil sie nicht wissen, wie es ist, wenn man aufgefangen werden will, aber einfach weiterfällt. Weil ich einfach manchmal nicht okay sein möchte, weil auch das einfach mal okay ist.“ (Seite 247)


    Es gibt einige kleine Szenen, die im richtigen Leben so nie passieren dürften, weil die Betreuer im Camp damit ihre Aufsichts- und Fürsorgepflicht vernachlässigen würden. Für den Fortgang der Geschichte waren diese Szenen aber gerade so notwendig wie sie geschildert wurden, weswegen ich das der künstlerischen Freiheit der Autorin zugerechnet habe.


    Der Schreibstil von Ava Reed ist sehr angenehm zu lesen. Für die Erzählung hat sie die Ich-Perspektive gewählt, so dass der Leser immer dicht an den Gedanken der Protagonisten ist. Das Buch ist in 43 Kapitel eingeteilt und diese werden mal von Hannah und mal von Levi erzählt. Das Ende des Buches ist in sich stimmig und es bleiben keine Fragen offen.


    Für mich hatte das Buch genau den Sog, den ich mir davon versprochen hatte und ganz sicher werde ich mir die anderen Bücher von Ava Reed genauer anschauen.


    In den nächsten Tagen streue ich meine Rezension noch auf diversen Plattformen.
    Die Links dazu werde ich nachreichen.