Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Dunkelkinder" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Nora als auch ihren Verlag Droemer Knaur, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.

    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Ein wirkliches packendes Buch und eine tolle Leserunde. Vielen Dank - auch für die Begleitung dieser Runde.


    --------


    Die Kommissarin Mia Paulsen hatte in Berlin einen Fall aufzuklären, bei dem ein kleines Mädchen starb. Die Sache lässt sie nicht los und sie kommt zurück nach Hamburg. Dort erlebt sie eine böse Überraschung, denn ihr neuer Vorgesetzter ist ausgerechnet ihr ehemaliger Freund Jens Bordasch. Er will Mia aufs Abstellgleis stellen und lässt sie alte ungelöste Fälle bearbeiten. Bei einer dieser Akten wird Mia aufmerksam. Vor circa zwei Jahren wurde im Raakmoor eine Kinderleiche gefunden. Als sie sich den Fundort anschauen will, entdeckt sie zufällig zwei weitere Leichen. Mia sieht einen Zusammenhang, aber ihr Vorgesetzter will davon nichts wissen. Sie ermittelt trotz der Widerstände weiter und ahnt nicht, was für ein Sumpf hinter dieser Geschichte steckt.


    Die Autorin erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, was diese Geschichte sehr eindringlich macht.


    Mia ist eine sympathische Frau, der die Vergangenheit noch in den Knochen steckt. Sie will Abstand gewinnen und gerät ausgerechnet in die Abteilung von Bordasch, der alles tut, um ihr das Leben schwer zu machen. Ihm gefällt es, seine Macht auszuspielen. Obwohl so hin und wieder ein Misstrauen aufflackert, ist Mia doch ziemlich gutgläubig und lässt sich an der Nase herumführen. Aber sie gibt nicht auf. Im privaten Bereich will Mia aufgrund ihrer Erfahrungen niemanden mehr an sich heranlassen, aber der Rechtsmediziner Axel Hallberg gibt nicht auf und unterstützt sie.


    Mir hat auch Luka gut gefallen, der seinen Vater bei einem Einsatz verloren hat und mit diesem Verlust nicht fertig wird. Ausgerechnet er, der sich so zurückgezogen hat, spielt in diesem Fall eine Rolle, denn er entdeckt auf dem Hochbunker gegenüber von seinem Zuhause einen Jungen, der wie ein Geist auftaucht.


    Diese Sache mit den Geisterkindern fand ich sehr bedrückend und schockierend zugleich. Wie unbarmherzig können Menschen sein. Aber ich möchte nicht zu viel verraten.


    Das Ende ist schlüssig und realistisch, auch wenn es mich nicht zufriedenstellen kann.


    Ein sehr packender und spannender Thriller, den ich nur empfehlen kann.


    *****

  • Vielen vielen Dank für die tolle und interessante Leserunde! Und an Nora für das Augen öffnen für ein hoch aktuelles Thema.

    -----------------------------------------------------------------------------

    Nora Luttmers Dunkelkinder ist ein rasant geschriebener Thriller.

    Mia Paulsen ist Kommissarin, die in Hamburg in Sachen Mord ermittelt. Sie ist erst kürzlich wieder nach Hamburg gezogen, weil sie in einem anderen Fall nicht verhindern konnte das ein Mädchen getötet wird.

    In Hamburg ist dann ihr erster Fall allerdings auch wieder der Mord an einem Kind. Ein asiatischer Junge, der nicht identifiziert werden kann.


    Die Ereignisse nehmen ziemlich schnell fahrt auf und das Buch ist an keiner Stelle langatmig oder langweilig.

    Das Thema ist hochaktuell und von der Autorin genau recherchiert worden.

    Die Geschichte wird aus der Sicht hauptsächlich vier verschiedenen Protagonisten erzählt. Ich geh da gar nicht näher drauf ein, weil das Buch mit seinen 312 Seiten nicht sehr lange ist und ich nichts vorwegnehmen will. Durch die ständigen Perspektivwechsel lernen wir die verschiedenen Personen kennen und auch ihre Sicht der Dinge das hat mir richtig gut gefallen. Allerdings bleibt alles recht oberflächlich, sowohl die Protagonisten als auch ihre Motive sind für mich nicht immer nachvollziehbar.

    Es bleiben am Ende des Buches für mich auch noch Fragen offen die Charaktere betreffend.


    Eine Empfehlung kann ich aussprechen für alle, die eine schnelle unkomplizierte und spannende Lektüre suchen.


    goodreads

    amazon

    Lovelybooks

  • Liebe Nora und Mitleserinnen, vielen Dank für die tolle interessante Leserunde. Es hat mir Spaß gemacht über ein mir unbekanntes Thema einen tollen Krimi zu lesen.



    Nora Lutmer hat mich mit " Dunkelkinder " in ein spannendes Thema entführt, was mich auch sensibelisiert hat mehr auf seine Umgebung und Mitmenschen zu achten.


    Mia, eine junge Kommissarin, kehrt in ihre Heimatstadt Hamburg zurück um bei der Mordkommission eine neue Stelle anzutreten.

    Gleich an ihrem ersten Arbeitstag muss sie feststellen, dass sie in der Abteilung nicht wirklich willkommen ist. Ausgerechnet ihr Exfreund Jens Bordasch, ist ihr neuer Vorgesetzter, dieser ist alles andere als begeistert, sie nun in seiner Abteilung erdulden zu müssen. Es gibt aus der gemeinsamen Vergangenheit keine guten Erinnerungen, was die ganze Sache nicht erleichtert.

    Bei der Durchsicht alter Akten von ungelösten Fällen, erregt eine Akte ihre Aufmerksamkeit. Sie begibt sich auf die Spurensuche und von da an überschlagen sich die Ereignisse. Die Leiche des Jungen von vor zwei Jahren, zwei neu entdeckte Männerleichen und dann noch eine Jungenleiche. Hängen diese Morde zusammen? Mia gibt alles um den Fall zu lösen, obwohl ihr Bordasch immer wieder Steine in den Weg legt. Hinzu kommt, dass sie sich zunehmend immer mehr in Gefahr begibt.

    Dann ist da noch Luka, er wohnt gegenüber eines Hochbunkers in Hamburg und macht ungewöhnliche Beobachtungen. Er sieht immer wieder einen Jungen, der sich Nachts auf dem Dach des Bunkers aufhält. Warum steht ab und zu ein Transporter vor dem Bunker, wer ist der Mann mit dem Fahrrad und wieso kommen diese nur im Schutz der Dunkelheit?

    Nachdem Luka einen Weg gefunden hat, diesen Jungen kennen zu lernen, ahnt dieser nicht warum Sam ausgerechnet im Bunker lebt und was er dort macht. Doch nach und nach stellt Luka sich immer mehr fragen, warum weicht Sam seinen Fragen immer aus. Feststeht, Sam hat große Angst vor der Polizei. Plötzlich geht alles ganz schnell und die Lage spitzt sich immer weiter zu und auch die Jungs geraten in Gefahr.


    Meine Meinung:

    Nora Lutmer hat mit ihrem spannenden Krimi ein interessantes Thema aufgegriffen, von dem ich nicht geahnt habe, dass es das in dieser Form gibt. Durch erstklassige Recherchen, die immer wieder mit einfließen, bekommt man den Einblick was es mit diesen Geisterkindern auf sich hat. Woher sie kommen und wer dafür verantwortlich ist.

    Durch die verschiedenen Erzählstränge fügt sich nach und nach alles zusammen, wobei die Spannung sich stetig steigert. Beim Schreibstil ist zu merken, mit wieviel Herzblut die Autorin sich dem Thema gewidmet hat. Es hat mich schockiert und betroffen gemacht, wie wenig oder meist gar nicht, diese Geisterkinder wahrgenommen werden. Da sie nicht die Möglichkeit haben ihrem Gefängnis zu entkommen, geschweige denn Hilfe zu bekommen.


    Für mich ein spannender Krimi, der eine Leseempfehlung verdient.



    Was liest du

    Lesejury

    Lovelybooks

    Amazon

    Hugendubel

    Thalia

    Bücher.de

    eBook.de

    Literaturschock-Forum

    Liebe Grüße Kerstin

    3 Mal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Liebe Nora, liebe Mitleserinnen - es war eine sehr spannende und informative Leserunde! Mir war diese Thematik nicht bewusst. Schrecklich, dass es diese Art von Sklaverei gibt!


    Laut der britischen Tageszeitung The Guardian leben in Großbritannien schätzungsweise dreitausend (!) vietnamesische Kinder und Jugendliche unter sklavenähnlichen Bedingungen. Sie arbeiten unbezahlt, werden eingesperrt, misshandelt und von der Außenwelt isoliert, sie leben hilf- und hoffnungslos.

    Die Hamburger Journalistin und Autorin Nora Luttmer nahm diesen Artikel zum Anlass, sich intensiver mit den Themen Menschenhandel und Geisterkinder aus Vietnam zu beschäftigen. Der Thriller „Dunkelkinder“ ist nun ein Resultat dieser Recherchen.


    Schauplatz der Handlung ist Hamburg, denn die Vermutung liegt nahe, dass diese moderne Art der Sklaverei in ganz Europa existiert.


    Die Kommissarin Mia Paulsen ermittelt in einem Fall von toten vietnamesischen Kind, dessen Identität zwei Jahre lang ungeklärt blieb. Eher zufällig findet sie noch zwei Ermordete und beginnt mit Ermittlungen ohne zu ahnen, welch machtvoller Gegner sie damit bekommt.


    Die Autorin erzählt die Geschichte aus immer wieder wechselnden Perspektiven. Die einzelnen Protagonisten kommen zu Wort, wodurch die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt und der Leser die Möglichkeit hat, ein klein wenig hinter die einzelnen Fassaden zu blicken. Denn nicht nur die Sicht der Opfer oder der Kommissare wird geschildert, auch die Täter kommen zu Wort. Außerdem erfährt der Leser auch Einzelheiten über Mias Privatleben, ihre konfliktgeladene Beziehung zu ihrem aktuellen Vorgesetzten und über einige dubiose Vorkommnisse in dessen Vergangenheit.

    Alles zusammen ergibt einen temporeichen Thriller mit einem realistischen Ende: es werden nicht alle Fragen geklärt, manche Handlungsstränge bleiben offen.

    Folglich: ich freue mich auf eine Fortsetzung!


    Buchhandlung des Jahres

    LB

    amazon

    Literaturschock

    Liebe Grüße!;)
    Miriam

    Einmal editiert, zuletzt von ysa ()

  • Hallo Ihr Lieben,


    vielen Dank für Eure Beiträge und Euren Austausch! Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Dich, Nora Luttmer ! Es war großartig, dass Du Dir die Zeit genommen hast und uns so offen beim Lesen begleitet hast. Jetzt wünsche ich Dir erst einmal alles Gute, viel Erfolg mit "Dunkelkinder" und weiterhin viel Freude beim Schreiben! Ich fände es toll, wenn wir uns zu Deinem nächsten Krimi hier wiederlesen.


    Meine Rezension:

    Mia Paulsen ist zurück in ihrer Heimatstadt Hamburg. Zu sehr hat der jungen Kriminalkommissarin ihr letzter Fall in Berlin zugesetzt, deshalb hat sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Doch ihr erster Arbeitstag ernüchtert sie schon noch wenigen Minuten, nachdem sie erstmals ihrem neuen Vorgesetzten begegnet. Kurz darauf findet sie sich in einem Büro in der Größe einer Abstellkammer wieder - mit einem Stapel alter, noch ungelöster Fallakten auf dem Tisch. Weitestgehend von anderen Kolleg*innen isoliert, macht sie sich auf ins Raakmoor, wo zwei Jahre zuvor ein toter Junge aufgefunden wurde. Bis heute ist das asiatische Opfer weder identifiziert noch als vermisst gemeldet - quasi ein „Geisterkind“…

    Doch kaum ist Mia am damaligen Auffundort angekommen, bricht sie ein und entdeckt auf diesem Wege zwei weitere Leichen. Sie setzt ab sofort alles daran, die beiden Fälle aufzuklären, denn sie ist überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt. Dabei muss sie gegen den Widerstand ihres Vorgesetzten ankämpfen und ahnt zudem nicht im Entferntesten, dass sie mit ihren Emittlungen weitere Kinder in große Gefahr bringt…


    Nora Luttmer hat mit Mia eine kantige Hauptfigur geschaffen, die mich vor allem mit ihrem Biss überzeugen konnte. Auch die Tatsache, dass sie an den Reaktionen ihrer Kolleg*innen durchaus mal zu knabbern hat, fand ich sehr glaubhaft und hat sie mir noch einen Tick sympathischer gemacht als sie es eh schon war. Mia hat ihre Überzeugungen und kann durchaus auch dafür einstehen - auch wenn sie manchmal aufstecken muss.


    Gefallen hat mir aber auch die Wahl der Autorin, die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen. Dabei kommen verschiedenste Figuren - schuldig wie unschuldig - zu Wort und bereichern somit die Handlung. Dabei ist man als Leser*in im Vorteil, da man einen Teil der Zusammenhänge kennt und somit die Ermittlerarbeit Mias im Fokus steht. Was keinenfalls bedeuten soll, dass die Spannung sich in Grenzen hält, denn das Gegenteil ist der Fall - es ist ein Wettlauf mit der Zeit und genau dies erzeugt einen wirklich guten Lesesog.


    Der Kern des Krimis, die Menschen, auf denen der Fall basiert, haben mich wirklich sprachlos gemacht. Ich muss gestehen, dass ich zwar von Menschenhandel und sklavenähnlichen Lebensbedingungen von Illegalen weiß, aber die hier beschriebenen, durchweg glaubhaften Zustände haben mich stellenweise dennoch sprachlos gemacht. Ein extrem wichtiges Thema, dem sich Nora Luttmer hier in Form eines Krimis gewidmet hat. Sehr lesenswert!


    Mia und die Hansestadt Hamburg haben reichlich Potential, deshalb hoffe ich sehr, dass wir noch einiges von der sympathischen Ermittlerin zu lesen bekommen.


    *****


    Die Links:

    Literaturschock-Forum

    Literaturschock-Hauptseite

    Amazon

    Goodreads

    Thalia.de (Kundin aus Hamburg am 10.06.2018, "Ein toller Krimi mit einem wichtigen Thema")