Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Wir freuen uns auch darüber, wenn ihr eure Rezension auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

  • In Eloy übernehmen die Schattenherren die Macht. Durch finstere Magie haben sie Unsterblichkeit erreicht und gebieten über eine schier unbesiegbare Macht. Nur Silber kann sie verletzten oder sogar töten so dass die Menschen um die letzten Silberminen verzweifelt kämpfen.


    Helion ist ein Paladin der sog. Mondschwerter, einer eingeschworenen Gemeinschaft von Kämpfern. Zusammen mit anderen Mitstreiter sagt er den Schattenherren den Kampf an.

    Und im Buch lernen wir nach und nach mehr Mitstreiter gegen die Schattenherren kennen , und auch die Schattenherren und ihre Untergebeben kommen nicht zu kurz.

    Was wie ein klassischer Kampf "Gut gegen Böse" scheint, entwickelt sich zu einem verzweifelten Ringen der Menschen gegen den scheinbar unbesiegbaren Feind. Und dabei muss mehr als Einer sein Leben opfern. Und oft weiß man bei den Personen nicht ob man sie lieben oder hassen soll und in wie weit man ihnen trauen kann.


    "Feind" ist Auftakt einer Trilogie über "Die Schattenherren". Und wie erwartet werden auch am Ende nicht alle Probleme gelöst und nicht alle Fragen beantwortet.


    Das Buch ist sog. "Dark Fantasy" und diesen Hinweis sollte man beim Lesen sehr ernst nehmen denn "Feind" ist düster und brutal und oft auch recht hoffnungslos. Das Böse erscheint übermächtig, das Gute scheint keine Chance zu haben. Und dennoch übt die Geschichte und auch die Personen eine Sogwirkung beim lesen auf mich aus ,der ich mich nicht entziehen kann. Die Charaktere sind vielfach keine klassischen unbesiegbaren Helden, sondern haben Fehler und tun Dinge die man nicht gut heißen kann. Und sie üben eine unehimliche Faszination auf mich als Leser aus. Weil sie spannend sind, tiefschichtig und unnahbar.

    Mit dem Volk der Fayé hat Robert Corvus eine neue Rasse von Elfen erschaffen der ich in noch keinem Fantasybuch begegnet bin.

    Die Kampfszenen sind sehr bildhaft dargestellt und des Öfteren ist mein Kopfkino doch recht ungewünscht angesprungen.


    All dies macht das Buch spannend und ich werde garantiert die nächsten Bände auch noch lesen.


    Im Buch und auf seiner Internetseite stellt Robert Corvus Kartenmaterial und ein Personenverzeichnis und ein Glossar zur Verfügung so dass einem der Eintritt in diese neue Welt etwas erleichtert wird.

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Ich werde die Rezi beim Amazon, lovelybooks und im Buchforum der Buchrebellin streuen

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Inhalt

    Es herrscht Krieg zwischen den Menschen und den Schattenherren.

    Diese regieren mit grausamer Hand, wollen die Menschheit unterwerfen.


    Auf Seiten der Menschen kämpft ein klein gewordenes Heer einen verzweifelten Kampf um die Freiheit und die letzten Silberminen.

    Unterstützt werden die Menschen von den „Mondschwerten“, einer Gruppe Kämpfern, die sich der Mondgöttin und dem Kampf gegen die Schattenherren verschrieben haben.

    Einer dieser Ritter ist Helion, der auch aus persönlichen Gründen den Schattenherren den Kampf angesagt hat.

    Begleitet wird er von Ajina, eine Mondpriesterin, deren Vater vor langer Zeit ihre Schwester Lióla den Schattenherren überlassen hat.


    Das Hauptziel auf der dunklen Seite ist Lisanne, die schöne, dunkle Schattenherrin in Begleitung von Lióra.


    Meine Meinung

    Robert Corvus erschafft mit „Feind“ eine faszinierende, wenn auch recht düstere Welt in der Wunder gegen Magie wirken, Fabelwesen in teilweise neuer spannender Interpretation auftauchen und der altbekannte Kampf Gut gegen Böse auf ganz andere Art erzählt wird.

    Der Autor versteht es, Bilder im Kopf des Lesers entstehen lassen, die er dort vielleicht nicht haben wollte, die aber zur „Dark Fantasy“ nun mal dazu gehören. Oft lässt er jenen Leser völlig atemlos auf dem Sofa, oder wo dieser gerade seiner Leidenschaft frönt, zurück, entschädigt ihn aber auch immer wieder mit witzigen Szenen und (z.T. machmal schwarz-) humorigen Formulierungen.


    Wer bereit ist, sich auf etwas Düsternis einzulassen, wird an Feind sehr viel Lesespaß habe und die Folgebände ebenso verschlingen.


    Ein Personenverzeichnis und ein Glossar sowie eine Karte unterstützen und erleichtern die Orientierung.


    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich werde die Rezi beim Amazon und im Buchforum der Buchrebellin streuen

  • An dieser Stelle sei auch gesagt, wie viel Spass mir das Lesen mit euch gemacht hat. Immer wieder interessant zeitgleich ein Buch mit anderen zu lesen, und die Eindrücke zu vergleichen.
    Ich muß auch zugeben, wenn ich mit anderen zusammen lese, lese ich bewusster unter krachen nicht einfach durch ein Buch.rotwerd Ich muß mir schon Mal einen Gedanken mehr machen, kann mich aber auch gleich mit jemandem austauschen, nicht erst So Ben später, mit jemandem , der dann auch das gleiche Buch gelesen hat.

    Freue mich auf den Knecht mit euch

  • Es war wieder mal eine tolle Leserunde und ich bin schon ganz gespannt auf den 2. Teil. Mit Euch lese ich echt total gerne. Auch die Diskussionen finde ich immer wieder toll. Ich hoffe, es gibt vielleicht auch eine Leserunde zu Schattenkult, ich will böse Mädchen :teufel::teufel::teufel: Vielen lieben Dank an Robert Corvus für die immer wieder tolle Begleitung. Das macht wirklich Spaß mit Dir. Ich glaube, ich bin Dir, was Leserunden und Lesungen betrifft, ohnehin schon hoffnungslos verfallen :totlach::totlach::totlach:



    Hier nun mein Eindruck vom ersten Teil:


    Düstere Welt mit noch düsteren Figuren


    In der Welt von Eloy herrscht ein ungleicher Krieg zwischen den mächtigen Schattenherren, die die Welt beherrschen und in Düsterheit versenken möchten und den Menschen, die verzweifelt und eher hoffnungslos um ihre Freiheit und den letzten Silberminen kämpfen.

    Helion, ein Paladin der Mondschwerter, ist der heimliche Held dieser Geschichte mit Ecken und Kanten. Er versucht gemeinsam mit dem Magier Modranel, die Schattenherzogin Lisanna zu vernichten, die mit unglaublicher Grausamkeit und Härte regiert. Parallel dazu versucht Modranels Tochter Lióla im Dienste der Schattenherren Anerkennung zu erhalten und aufzusteigen.


    Wir reden hier von Dark-Fantasy, es gibt kein echtes Gut, dafür umso mehr Böses, es gibt keine Happy Ends, dafür eine Menge Todesopfer und sehr düstere und zum Teil gewalttätige Szenen. Wer das mag, ist hier gut aufgehoben.

    Die Hauptfiguren haben viele interessante Facetten, die eine oder andere Nebenfigur bleibt etwas blass, aber da man ohnehin nie weiß, wie lange die Figur überlebt, war das für mich nicht weiter schlimm. Echte Helden gibt es nicht, auch wenn Helion anfänglich einer sein könnte. Die dunkle Seite dagegen übt eine starke Faszination auf den Leser aus. Während Lióla sich zu einer starken Persönlichkeit entwickelt, bleibt Lisanna, die wunderschöne grausame Herrin, in diesem Teil noch sehr eindimensional und unscheinbar.

    Die Kämpfe sind durchaus spannend beschrieben, auch wenn einem das Gefühl der totalen Hoffnungslosigkeit überfällt. Einige unvorhersehbare Wendungen und viele düstere Szenen bringen eine gewissen Spannung rein.

    Definitiv ist das kein Wohlfühlbuch und würde sicherlich Depressionen und Weltuntergangsstimmungen verstärken. Mir persönlich hat der Auftakt bzw. die Vorgeschichte gut gefallen und mich neugierig auf den Folgeband Knecht gemacht.



    (erscheint auf meinen Blog, auf Amazon und bei Literaturschock)

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Bei Literaturschock ist nur die alte Version da. Wird da noch die editierte Version aufgeführt?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ich hoffe, es gibt vielleicht auch eine Leserunde zu Schattenkult, ich will böse Mädchen :teufel::teufel::teufel:

    Das haben wir schon in Planung :daumen:


    Bei Literaturschock ist nur die alte Version da. Wird da noch die editierte Version aufgeführt?

    Hm, evtl. könnte man in der Rezension vermerken, dass man die überarbeitete/erweiterte Version gelesen hat. Ich hake mal intern nach.

  • Mit "Feind" hat Robert Corvus einen wunderbaren Einstieg in eine Trilogie vorgelegt. Es ist eine düstere Geschichte in einer Welt in der Hoffnung Mangelware ist. Der Kampf "Gut gegen Böse" geht nicht heroisch in die letzte Schlacht, sondern ist eigentlich schon aussichtslos geworden. Aber Menschen sind eben Menschen, und von diesen gibt es viele hier in dem Buch. Seien es Wahrheitsverweigerer oder Verräter, Helden oder Bösewichte, Resignierte oder Kämpfer. Jeder hat eine nachvollziehbare Motivation und Ecken und Kanten.

    In der Welt Eloy ist der Kampf der letzten freien Gegenden gegen die Schattenherren eigentlich schon fast verloren. Silber ist das einzige Material das diesen schaden kann, und die letzten Silberminen sind kaum noch zu halten. Der Leser begleitet einen Feldzug der mit einem verzweifelten Manöver versuchen will das Schicksal zu ändern. Aber der Erfolg ist bestenfalls fraglich, und jeder geht an irgendeinem Punkt an seine Grenzen, oder darüber hinaus.

    Schön ist, das sowohl die Charaktere im Schatten als auch die der letzten freien Gegenden "zu Worte" kommen, so dass eine vielschichtige Gesellschaft aufgezeichnet wird.

    Feind ist ein sehr gutes Beispiel für Dark Fantasy da es ein dystopisches Szenario schafft, aber keineswegs in den Splatter Bereich abfällt, nur um zu schocken. Aber sicher ist in diesem Roman nichts und niemand, man sollte sich also vielleicht nicht zu sehr in eine der Figuren verlieben sonst könnte es sein das einem das Herz gebrochen wird. ;)


    Diese Leserunde hat mir wieder viel Spass gemacht, und ich freue mich am meisten über die regen Diskussionen, die vor allem auch von Robert sehr intensiv begleitet wurden. Bis zum nächsten mal. Dann von der dunklen Seite aus. Haben die auch Kekse?...

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Zunächst erst mal nur ein kurzer Gruß an Euch alle und vielen Dank für die schöne und lebhafte LR zu "Feind". Ich hatte diesmal genügend Zeit, um die LR richtig genießen zu und mitmischen zu können. Einziger kleiner Kritikpunkt in meinen Augen waren die teilweise recht kurzen LR-Abschnitte und die damit verbundene Bitte seitens des Forums, nicht mehr als einen Abschnitt pro Tag zu lesen. Das war gerade bei diesem Buch hart für mich, weil es mich etwas aus dem Lesefluss gerissen hat. Aber wie gesagt, ich hatte auch Zeit, weil Urlaub, und hätte das Buch wahrscheinlich in 2-3 Tagen problemlos durchlesen können.


    Grundsätzlich ist es jetzt mit meiner "freien" Zeit leider rum, berufliche Änderungen haben sich schon vor ein paar Wochen angekündigt, inzwischen gibt es für mich aber eine andere Aufgabe, die vermutlich ab nächster Woche greift und dann kann ich die Foren dieser Welt wohl für mich unter der Woche knicken. Klar könnte ich auch abends noch in LR schreiben, aber wenn man eh schon den ganzen Tag vor dem PC sitzen muss, dann will und kann ich das abends nicht mehr.


    Ich werde versuchen, morgen oder übermorgen noch die Rezi zu schreiben.


    LG

    Kathrin

  • Zum zweiten Mal eingetaucht in die Welt der Schatten


    und wieder nahm mich das Szenario in den Bann. Eine Welt, in der ein hoffnungsloser Kampf geführt wird. Ein Kampf der Menschen, die jede Form von Magie ablehnen, da diese Lebenskraft raubt und gegen die göttliche Ordnung steht, gegen die Schattenherren, die unsterblich sind und über große Magie verfügen. Diese Unsterblichen können Probleme eigentlich aussitzen. So wurden Verträge geschlossen, die immer eingehalten werden, aber nur gelten, solange es den Schattenherren, den Schattenkönig gibt, der sie abgeschlossen hat. Das kann allerdings lange sein, es kann Generationen umfassen. Schließlich dankt ein Schattenkönig nur ab, wenn er müde ist und er sich langweilt.

    Wer also keine Lust hat zu kämpfen, der kann sich so Zeit erhandeln, die durchaus noch seinen Enkeln ein ungestörtes Leben ermöglicht. Die Schattenherren haben Zeit. Aber es bedeutet natürlich, den Schattenherren Tribut zu zahlen, Tribut in Form von Menschen, deren Essenz die Schattenherren „atmen“. Also was ist moralisches Handeln?

    Diese Frage, die man in den Büchern des Autors immer wieder entdecken wird, und die nicht einfach zu beantworten ist, wird in den „Schattenherren“ sehr oft und mit verschiedenen Hintergründen gestellt. Das hat auch beim zweiten Mal lesen wieder herausgefordert und zum Nachdenken angeregt.

    Die überarbeitete Version ist mit einem neuen Cover gestaltet. Dieses Cover ist künstlerisch sehr schön, hat mir aber nicht gefallen, weil ein Bild von etwas gemacht wird, was eigentlich die Vorstellungskraft des Lesers übersteigt. Eine der für mich überraschendsten Szenen wird dadurch abgemildert. Dies Abmildern passiert auch durch eine weitere eingebaute Szene, die dem Leser der neuen Version hilft, eine Handlung des Helden zu verstehen, bei der es beim ersten Mal lesen auch einiger Überlegungen bedurfte um sie als glaubhaft zu empfinden. Ich fand das in der ersten Version sehr gut, weil eben überraschend, aber die eingebaute Szene passt auch sehr gut, und hat ihren eigenen Reiz.

    Die optische Aufwertung des Buches mit Vignetten ist sehr schön. Als gedrucktes Buch würde dies wohl ein besonders Buch sein und mit speziellem Papier anregen, es sich einfach zu kaufen, weil es schön ist. Obwohl ich die erste Version schon im Regal stehen habe, würde ich diese dann ebenfalls kaufen. Leider gibt es die Version nur als e-book.

    Neben den sehr leserfreundlichen Anhängen, die bei diesem Autor fast immer zu finden sind, Glossar und Personenregister, gibt es diesmal noch einen zusätzlichen Anhang zur Entstehungsgeschichte des Werkes, der sehr interessant ist. Zusätzlich kann das Kartenmaterial von der Webseite des Autors herunter geladen werden. Also nicht nur ein schönes und spannendes Buch, sondern auch ein sehr aufmerksamer Service des Autors.

    Die „Schattenherren“ sind auf alle Fälle ein Juwel der Dark-Fantasy und in der überarbeiteten Version noch authentischer, da der Autor hier die freie Entscheidung hatte, wo er dem Lektorat folgt und wo er seine eigenen Vorstellungen verwirklicht.

    Somit war das Lesevergnügen auch beim zweiten Eintauchen in die Schatten wieder voll da und neue Szenen haben begeistert, neues Nachdenken hat begonnen, zum Beispiel auch darüber, warum jetzt bestimmte Szenen anders aufgenommen werden als beim ersten Mal lesen, auch wenn sie sich nicht verändert haben.

    Alles in allem eine spannende Leseerfahrung und somit bleibe ich in den Schatten und gehe den Weg wieder mit bis zum…….Ende.


    Ich hoffe alle bei "Knecht" wieder zu sehen. Es war mal ein neues Erlebnis, in einer Runde mit verschiedenen Lesevoraussetzungen zu sein.

    Ich bin sehr gespannt, wie die Erstleser die Fortsetzung aufnehmen.

    Danke an alle für die interessanten Diskussionen und an Bernd für die wieder tolle Begleitung.

    Aber bitte, wo ist das Tagebuch? Kann es wieder aktiviert werden? Ich hoffe immer mal, dass wir es auch in seiner Gesamtheit lesen können.

  • In Eloy sind die Schattenherren im Vormarsch. Sie wollen die Dunkelheit vorantreiben und die Menschen für ihre Zwecke benutzen. Einhalt können ihnen nur noch die Paladine der Mondschwerter gebieten. Aber dazu muss gewährleistet werden, dass die letzten Silberminen nicht an die Schattenherren fallen, denn nur Silber macht diese verwundbar.

    Helion, ein Krieger des Lichts, macht sich also auf den Weg, um der Welt das Licht zu erhalten. An seiner Seite sind ein Magier, dessen Tochter sowie der ein oder andere schlagkräftige Recke. Sie machen sich auf den Weg zu Lisanne, einer Schattenherzogin, zu der eine ganz besondere Verbindung besteht.


    "Feind" ist der Auftaktband zur Schattenherren-Trilogie von Robert Corvus. Wer Robert Corvus kennt, weiss, dass seine Dark Fantasy auch wirklich "dark" ist. Schwach besaitete Gemüter sollten überlegen, bevor sie zugreifen, aber wenn man sich die Geschichte um die Schattenherren entgehen lässt, hat man auf jeden Fall etwas versäumt.


    Helden können hier sterben und das nicht immer schmerzfrei und unter Beibehalten aller Körperteile. Fiese Bösewichte triumphieren und haben trotzdem ihren Reiz. Man sollte Protagonisten nicht zu sehr ins Herz schliessen, eventuell haben sie schon vor dem Ende des Kapitels aufgrund Ablebens nichts mehr mit der Geschichte zu tun.


    Die Schattenherren nähren sich von der Lebensessenz der Menschen und sind dazu noch unsterblich und haben magische Fähigkeiten. Wer sollte ihnen das Wasser reichen? Ein Paladin nur mit einer Rüstung und einer Waffe aus Silber ? Düsterkeit, Hoffnungslosigkeit, Gewalt und Unterdrückung sind hier keine Fremdworte. Das Buch fesselt trotz dieser offensichtlich furchtbaren Zukunft, denn irgendwo sieht man immer noch einen winzigen Hoffnungsschimmer und denkt sich, das kann doch so nicht enden. Aber bei Fantasy von Robert Corvus sollte man auf alles gefasst sein und gegebenenfalls einfach auf den nächsten Band hoffen.


    Selbst der Anhang des ebooks kann sich sehen lesen lassen. Glossar, Personenregister, Nachwort zur Entstehungsgeschichte, es ist alles vorhanden. Und eine Homepage mit Informationen und Kartenmaterial soweit das Auge reicht, wird vom Autor ebenfalls geboten.


    Vielen Dank für diese Leserunde, es war toll und an Robert ein dickes :danke:, es war wie immer klasse.

  • Nun kommt auch meine Meinung zur erweiterten Edition:


    Die Schattenherren - Feind (Erweiterte Version)


    Die Menschen von Eloy befinden sich mit den finsteren Schattenherren, den unsterblichen Herrschern über Ondrien, im Krieg um die letzte Silbermine in Guardaja. Das Silber ist die einzige Waffe der Menschen gegen die Schattenherren, umso wichtiger ist ein Sieg gegen die grausamen Herren aus Ondrien. In Guardaja entscheidet sich das Schicksal der Menschen von Eloy und der Kämpfer rund um den Paladin Helion.


    Ich habe das Buch jetzt ein zweites Mal gelesen und zwar die erweiterte Version, bei der Robert Corvus nicht nur Szenen überarbeitet, sondern auch einige neue Szenen eingebaut hat und damit auf Kritik aus der Leserschaft gezielt eingegangen ist. Die Erweiterung ist wirklich gut gelungen, vieles, was vorher nicht so klar war, wird nun greifbarer bzw. die Handlungen einiger Figuren noch nachvollziehbarer.


    Das Buch kann man sehr gut ein zweites Mal lesen, außerdem hatte es den Vorteil, wenn man die komplette Trilogie bereits kennt, dass mir einige Details stärker aufgefallen sind, auch in ihrer mittel- bis langfristigen Auswirkung.


    Nachfolgend beziehe ich mich auf meine erste Meinung zur damaligen Ausgabe.

    „Allerdings hätte für meinen Geschmack die Handlung noch komplexer beschrieben sein können: ich liebe bei guter High Fantasy die besonders dicken Schmöker und hätte nichts dagegen gehabt, wenn das Buch doppelt so umfangreich gewesen wäre; die Geschichte des ersten Bandes hätte dazu in jedem Fall genug Potenzial geboten.“


    Nachdem ich die komplette Trilogie kenne und weiß, dass Band 1 eher eine Art Vorgeschichte für die Ereignisse von Band 2 und 3 sind, muss ich sagen, dass mir beim zweiten Lesen die Handlung nicht mehr zu wenig komplex erschienen ist. Ich nehme an, das wurde auch durch die neuen Szenen erreicht, die selbst in wenigen Sätzen viel erklären können.


    „Die Charaktere fand ich sehr gut gelungen: sie werden vielschichtig mit ihren positiven und negativen Eigenschaften beschrieben. Es war spannend, ihre Entwicklungen zu verfolgen und zu spekulieren, wie ernst sie es mit ihren Absichten wirklich meinen. Allerdings geht der Autor nicht gerade zimperlich mit dem Leben seiner Protagonisten um. Ich gebe zu, an einer bestimmten Stelle im Buch hat mich das etwas frustriert, aber nach genauem Überlegen hat es dann doch gepasst, wenn man die nun entstehende Gesamtsituation der Menschen in Eloy betrachtete.“


    Diesmal wusste ich ja, wer alles das Ende des Romans nicht erleben wird, so dass die Frustration natürlich ausblieb. Die Schattenherren bleiben im ersten Band unnahbar - selbst aus Liólas Sicht, einer Dienerin des Schattenkults, nimmt der Leser die Schattenherren eher wie von außen betrachtet wahr. Das ändert sich ab dem zweiten Band, bei dem ein verdienter General des Schattenheers zwei Schattenherren bei ihrer Mission begleitet.


    „Da dieses Buch aber der erste Teil ist, kann sich hier mein Empfinden nach der Lektüre der beiden Folgebände noch revidieren. Das Ende fand ich sehr gut gelungen und hielt ein paar Überraschungen für mich parat, so daß ich nun besonders auf den zweiten Band gespannt bin.“


    Nachdem ich die gesamte Trilogie kenne, muss ich sagen, dass ich den ersten Band inzwischen besser bewerte als mit den damaligen 3,5 Sternen. Und durch die zusätzlichen Szene und die Überarbeitung hat die Handlung in jedem Fall an Wert gewonnen.
    Und das überraschende Ende hat mich auch diesmal wieder fasziniert und ich war froh, dass der Autor inzwischen die erweiterte Version von Band 2 „Knecht“ bereits veröffentlicht hat.


    Lobend hervorheben möchte ich die neu dazugekommenen Illustrationen von Timo Kümmel, der auch schon für andere Werke des Autors die Karten gezeichnet hat. Das hat einen schönen Wiedererkennungseffekt.


    Meine Meinung erscheint bei

    Amazon

    Großes Literaturschock-Bücherforum

    Literaturschock.de (frühere Rezension ergänzt)

  • Bei Literaturschock ist nur die alte Version da. Wird da noch die editierte Version aufgeführt?

    Wir werden das Buch bei Literaturschock.de nicht neu erfassen, aber das Cover wird aktualisiert werden. Schreibt bei euren Rezensionen einfach dazu, dass ihr die "Erweiterte Edition" gelesen habt.