Allgemeine Fragen an Robert Corvus

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  • Lieber Bernd,


    ich habe gesehen, dass nächstes Jahr von dir das neue Buch "Berg der Macht" erscheinen wird. Wird das ein Einteiler oder Mehrteiler werden?


    Kannst/darfst du schon etwas darüber verraten?

  • Berg der Macht ist der Roman, an dem ich derzeit schreibe:

    [Blockierte Grafik: http://robertcorvus.net/bilder/Berg_der_Macht.png]

    Die Geschichte hat eine Struktur, die nach einem Zweiteiler schreit. Berg der Macht ist also der Auftaktband.

    Der Titel rührt daher, dass in dieser Fantasywelt Magie vom Stein ausgeht. Je älter und härter ein Fels, desto mehr magische Kraft beinhaltet mehr. Der Ianapat ist ein Granitberg, der immense magische Kraft enthält und deswegen Zentrum eines Imperiums ist.

    Magier können den Stein bearbeiten und so magische Effekte erzielen. Sie sind eher Steinmetze als Gelehrte.

    Man kann die magische Kraft des Berges auch nutzen, um sich selbst unsterblich zu machen. Dann kann man den Berg allerdings nie wieder verlassen. Deswegen sind Maler hoch angesehen: Sie bereisen die Welt und bringen ihre Schönheit mittels ihrer Bilder zu den Unsterblichen des Berges.

    Mit zunehmendem Alter verbinden sich die Unsterblichen immer mehr mit dem Stein. Sie leben immer tiefer im Berg. Um die Bilder in voller Schönheit betrachten zu können, sehnen sie sich aber nach Sonnenlicht, das über Geflechte von Spiegeln zu ihnen in die Tiefe geleitet wird. Das Titelbild zeigt einen dieser Spiegel.

    Die Hauptfigur ist - wie Ihr sicher schon vermutet - ein Maler, der in die Welt zieht. Er findet sich rasch in einer Position wieder, die er niemals angestrebt hat. Bildlich gesprochen, beginnt der Berg zu beben ...

  • Ich habe eine Frage zum Schreibprozess eines Fantasy Romans:


    Entwickelst Du vor dem Schreiben die Welt in der Du schreibst? Gibt es Landkarten? Oder eine eigene "Geschichte" des Landes?

    Und wie kannst Du Dir die ganzen Namen merken? Ich komme ja schon beim Lesen ständig durcheinander

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Entwickelst Du vor dem Schreiben die Welt in der Du schreibst? Gibt es Landkarten? Oder eine eigene "Geschichte" des Landes?

    Bei mir gibt es zuerst eine sehr grobe Idee von der Geschichte, die ich erzählen möchte, bei Feind zum Beispiel: "Ein prinzipientreuer Paladin muss sich mit jemandem zusammentun, den er verachtet, weil er einen übermächtigen Feind besiegen will." Alles weitere - die Welt, die Figuren ... - dockt dann daran an wie ein Eiskristall, der zu verschiedenen Seiten wächst. Es kann sogar sein, dass die ursprüngliche Idee dabei ins Hintertreffen gerät, aber das stört mich nicht, wenn mir der entstehende Kristall gefällt.

    Es kann durchaus sein, dass ich mir Kartenskizzen mache oder mir Elemente aus der Historie eines Landes notiere. Ich sage aber nicht: "So, und heute ist die Landkarte dran." Das Zentrum meiner Arbeit ist immer die Geschichte, und wenn ich für den Fortgang der Geschichte einen Fluss brauche, der überquert werden soll, dann lege ich fest, dass es diesen Fluss gibt. Es kann auch sein, dass ich manche Dinge zur Welt erst später festlege, wenn ich während des Schreibens an eine Stelle komme, an der ich mich zum Beispiel frage, wie lange der Schattenkönig bereits regiert. Möglicherweise schreibe ich diese Information während der Überarbeitung dann schon in eine frühere Szene hinein, sodass der Leser sie im Ablauf der Geschichte früher erfährt, als sie mir als Autor eingefallen ist.

    Zudem passiert es eigentlich immer, dass sich aus den Festlegungen zur Welt etwas für die Handlung ergibt. Wenn der Fluss einmal definiert ist, dann muss er auch auf dem Rückweg wieder überwunden werden ...

    Bei Feind war das etwa die Eigenart der Schattenherren, sich besonders gern an der Lebenskraft von Kindern zu nähren. Daraus entstand der Handel von Baron Truber, und nur deswegen gibt es die Mutter, die nach ihrem Kind sucht. Ohne, dass mir zwischendurch diese Idee zur Welt gekommen wäre, hätte es auch diese Figur nicht gegeben.

    Und wie kannst Du Dir die ganzen Namen merken?

    Für die Figuren habe ich immer irgendeine Form von Datenbank. Seit ich mit Papyrus Autor schreibe, ist das tatsächlich eine Datenbank. Vorher waren es manchmal Karteikarten in der Software yWriter, und noch früher einfach ein Dokument mit Stichworten zu jeder Figur.

  • Das klingt auf jeden Fall strukturiert aber muss es wohl auch sein um keine Fehler in die Handlung einzubauen

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