07: Ende Kapitel 3 (ab "Nach Wochen in Zelten ...")

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Ende Kapitel 3 (ab "Nach Wochen in Zelten ...") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Mit vielem in diesem Abschnitt hätte ich nicht gerechnet. Auch wenn ich auf Überraschungen gefasst sei sollte.

    Helion und Ajina scheinen ja eine bleibende Übereinkunft getroffen zu haben wie sie mit Modranel umgehen/damit leben können.

    Und Modranel und Daria kommen erstaunlich gut miteinander klar, vielleicht weil sie beide einfach ehrlicb zueinander sind, etwas was man für gewöhnlich nicht mit vielen sein kann.

    Gut fand ich das Pepps Motivation so klar gemacht wurde, aber es hat mich doch überrascht das Helion nur so wenig zögert. Das hatte ich echt nicht erwartet. Es zeigt aber das er von Treaton nicht nur im Kämpfen unterrichtet wurde. So eine Entscheidung kann man nur treffen wenn man mit Herz und Seele an eine Sache glaubt und bereit ist Opfer dafür zu bringen, und die Zeit bei den Mondschwertern alleine reicht dafür nicht. Das braucht geistige Vorbereitung.

    Das Modranel sich überzeugen lässt keinen Zauber zu wirken, sondern auf Helion zu vertrauen untermauert das er sich ändern will, aber auch das der Wunsch nicht von ihm kommt.

    Ich bin gespannt wie das weiter geht.

    Auch das Liola vor Ort ist hat mich überrascht (auch wenn es das vermutlich nicht sollte). Der Einblick in die Vorbereitung der Schatten gibt irgendwie ein Finale Gefühl, das können die freien Menschen doch eigentlich nicht gewinnen. Da das Buch aber erst etwas über die Hälfte erzählt hat kann es nicht das Ende sein. Ich bin gespannt wie der Bogen weiter geführt wird.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Dass der arme Pep die Gelegenheit auf eine Belohnung ergreifen wollte ist verständlich. Dass er mit seiner Entdeckung gleich losgestürmt ist, ohne vielleicht kurz mit Helior, dem er doch wohl vertraut, kurz zu sprechen, ist etwas unverständlich.

    Aber wahrscheinlich war ihm schon klar, dass die vier Menschen das Geheimnis um Modranel wahren wollen.

    Aber ich denke er war von Helions Lösung genau so überrascht wie ich. Ich hatte gehofft, dass die Zuneigung zu Pepp über seinen Drang zur Pflichterfüllung siegen würde und es wenigstens einen Versuch mit Pepp zu reden geben würde. Aber andererseits hätte man sich wohl kaum auf ein Versprechen von ihm verlassen können, Stillschweigen zu bewahren.

    Helions hat ja schon früh von Treatons gelernt, wann ein Geheimnis bei mehreren Personen sicher ist.

    Ich will ihm auch kein Bedauern für seine Tat absprechen, das wird schon klar.


    Und auch Modranel hat sich offenbar gerüstet sich in einer sicher nicht angenehmen Weise um Pelle Stillschweigen zu kümmern.


    Hingegen hat mich bei Liola nur überrascht wie bald sie sich schon der Beseitigung des Konkurrenten gewidmet hat.

  • Der Einblick in die Vorbereitung der Schatten gibt irgendwie ein Finale Gefühl, das können die freien Menschen doch eigentlich nicht gewinnen. Da das Buch aber erst etwas über die Hälfte erzählt hat kann es nicht das Ende sein. Ich bin gespannt wie der Bogen weiter geführt wird.

    Ja entsteht schon eine gewisse Entzeitstimmung. Aus Sicht der Schattenherren ist aber vielleicht das Ende auch schon da, sie rechnen nicht mit viel Gegenwehr

  • Dass Helion Pep tötet hat mich echt mächtig geschockt. Ja, ihr habt recht, er hatte wohl keine Wahl und er konnte die Mission nicht gefährden aber trotzdem ... das war heftig.

    Ich denke auch dass er bereut dass es ausgerechnet Pep getroffen hat mit dem er sich so gut verstanden hat. Aber Pep wäre ein zu großes Risiko gewesen. Aber als ich das gelesen habe musste ich erstmal schlucken und das Buch kurz an die Seite legen.



    Und Modranel und Daria kommen erstaunlich gut miteinander klar, vielleicht weil sie beide einfach ehrlicb zueinander sind, etwas was man für gewöhnlich nicht mit vielen sein kann.

    Von Deria bin ich eh total überrascht. Wer hätte gedacht dass sie so mutig und auch hilfreich ist. Warum es sie allerdings zu Modranel zieht verstehe ich nicht. Aber anscheinend tut beiden die Gesellschaft des jeweils Anderen gut.



    Auch das Liola vor Ort ist hat mich überrascht (auch wenn es das vermutlich nicht sollte). Der Einblick in die Vorbereitung der Schatten gibt irgendwie ein Finale Gefühl, das können die freien Menschen doch eigentlich nicht gewinnen. Da das Buch aber erst etwas über die Hälfte erzählt hat kann es nicht das Ende sein. Ich bin gespannt wie der Bogen weiter geführt wird.

    Ja, das habe ich mich auch gefragt. Ich dachte das Finale ist DIE große Schlacht um Guardaja aber dafür ist es ja noch zu früh im Buch.

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Von Deria bin ich eh total überrascht. Wer hätte gedacht dass sie so mutig und auch hilfreich ist. Warum es sie allerdings zu Modranel zieht verstehe ich nicht. Aber anscheinend tut beiden die Gesellschaft des jeweils Anderen gut.

    Zunächst war es ja wohl logistisch das Einfachste. Beide durften nicht gesehen werden, so viel Versteckmöglichkeiten gibt es nicht, als müssen sie sich halt die Räumlichkeiten teilen.

    Dabei haben sie sich ja zwangsläufig auch mineinander unterhalten und Gemeinsamkeiten entdeckt.

  • Das Modranel sich überzeugen lässt keinen Zauber zu wirken, sondern auf Helion zu vertrauen untermauert das er sich ändern will, aber auch das der Wunsch nicht von ihm kommt.

    Dies ist die erste gänzlich neue Szene in der erweiterten Edition. Sie ist primär in den Roman gekommen, weil viele Leser der Originalausgabe - so wie Ihr auch - geschockt davon waren, dass Helion Pepp umbringt, um das Geheimnis zu wahren. Durch die Überlegungen von Modranel und Ajina soll deutlich werden, wie wichtig die Geheimhaltung eingeschätzt wird.

    Ich hatte gehofft, dass die Zuneigung zu Pepp über seinen Drang zur Pflichterfüllung siegen würde und es wenigstens einen Versuch mit Pepp zu reden geben würde.

    Möglicherweise tut Pepp das gerade deswegen nicht, weil er Helion auf dem Marsch kennengelernt hat. Er weiß, dass Helion mit Leib und Seele Paladin ist und niemals zulassen würde, dass Pepp dadurch, dass er ein solche Geheimnis zu Geld macht, den Feldzug gefährdet. Denn ...

    ... wahrscheinlich war ihm schon klar, dass die vier Menschen das Geheimnis um Modranel wahren wollen.


    Und Modranel und Daria kommen erstaunlich gut miteinander klar,

    Von Deria bin ich eh total überrascht. Wer hätte gedacht dass sie so mutig und auch hilfreich ist. Warum es sie allerdings zu Modranel zieht verstehe ich nicht. Aber anscheinend tut beiden die Gesellschaft des jeweils Anderen gut.

    Zunächst war es ja wohl logistisch das Einfachste. Beide durften nicht gesehen werden, so viel Versteckmöglichkeiten gibt es nicht, als müssen sie sich halt die Räumlichkeiten teilen.

    Dabei haben sie sich ja zwangsläufig auch mineinander unterhalten und Gemeinsamkeiten entdeckt.

    Ja, das ist der wesentliche Teil der Antwort.

    Dann kommt sicher noch hinzu, wie Deria Modranel begegnet. Sie stellt keine Forderungen und urteilt zunächst einmal nicht, und sie ist in keiner Hinsicht irgendeine Herausforderung für ihn. Sie bildet sich auch nicht ein, intellektuell auf einer Stufe mit ihm zu stehen. Einfach gesagt: Sie fällt ihm nicht auf die Nerven. Und sie wurde ihm gewissermaßen von seiner Tochter Ajina "zugeführt", was ihr sicher einen gewissen Bonus eingebracht hat.

    Generell war es mir ein Anliegen, auch Modranel facettenteich zu gestalten. Auch er sollte nicht einfach "der üble Typ" sein, den niemand mag. Deria ist eine gut geeignete Figur, damit er sich mit ihr anfreunden kann, um ihn ein wenig Sympathie sammeln zu lassen. Denn Deria ist wegen ihres Schicksals jemand, mit dem die meisten Leserinnen und Leser Empathie empfinden werden.

  • Das kam für mich auch sehr überraschend, dass Helion tatsächlich Pepp tötet. Letztendlich hatte er aber keine andere Wahl. Pepp hätte sicherlich nicht geschwiegen.

    Viel Zeit für Entscheidungen, wie man weiter vorgeht, bleibt ihnen nicht. Die Schattenherren bereiten sich vor auf den Kampf.


    Was mir noch nicht ganz klar ist: Warum konzentriert sich Modranel nur auf Lisianne? Was ist denn mit den anderen Schattenherren? Sind die nicht genauso gefährlich? Müssen diese nicht auch besiegt werden?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Warum konzentriert sich Modranel nur auf Lisianne? Was ist denn mit den anderen Schattenherren? Sind die nicht genauso gefährlich? Müssen diese nicht auch besiegt werden?

    Eine Schattenherzogin zu besiegen, wäre ein noch nie dagewesener Triumph. Das ist noch niemals gelungen. Es überhaupt zu versuchen, zeugt von der Verzweiflung der freien Reiche.

    Wenn es gelingen würde, wäre das ein Erdbeben. Es würde das Weltbild derer, die davon erfahren, völlig umkrempeln. Es wäre bewiesen, dass selbst Halbgöttinnen wie eine Schattenherzogin besiegt werden können. Eine nie zuvor verspürte Hoffnung für die freien Reiche, und in Ondrien eine Erschütterung der Lehren des Kults.

    Ondrien würde deswegen nicht zusammenbrechen, es wäre noch immer übermächtig, aber es gäbe immerhin einen kleinen Riss im eisernen Giganten. Es wäre so, als würde sich Griechenland gegen eine Invasion durch die USA wehren, und es gelänge den Griechen, einen US-Flugzeugträger zu versenken.

    Schon diese Hoffnung ist wahnwitzig. Noch mehr anzustreben, also die Schattenherren in ihrer Gesamtheit auszuschalten, ist in der Erfahrungswelt der Menschen in dieser Fantasywelt demaßen irrsinnig, dass der Gedanke niemandem kommt.

  • Was mir noch nicht ganz klar ist: Warum konzentriert sich Modranel nur auf Lisianne? Was ist denn mit den anderen Schattenherren? Sind die nicht genauso gefährlich? Müssen diese nicht auch besiegt werden?

    wahrscheinlich ist Lisanne halt gerade die Schattenherrin "vor Ort". Wenn diese dann besiegt sein sollte, kann man versuchen an die anderen ran zu kommen

  • Gut fand ich das Pepps Motivation so klar gemacht wurde, aber es hat mich doch überrascht das Helion nur so wenig zögert. Das hatte ich echt nicht erwartet. ...

    Dass der arme Pep die Gelegenheit auf eine Belohnung ergreifen wollte ist verständlich. Dass er mit seiner Entdeckung gleich losgestürmt ist, ohne vielleicht kurz mit Helior, dem er doch wohl vertraut, kurz zu sprechen, ist etwas unverständlich....

    Helions hat ja schon früh von Treatons gelernt, wann ein Geheimnis bei mehreren Personen sicher ist.

    Dass Helion Pep tötet hat mich echt mächtig geschockt. Ja, ihr habt recht, er hatte wohl keine Wahl und er konnte die Mission nicht gefährden aber trotzdem ... das war heftig.

    Dies ist die erste gänzlich neue Szene in der erweiterten Edition. Sie ist primär in den Roman gekommen, weil viele Leser der Originalausgabe - so wie Ihr auch - geschockt davon waren, dass Helion Pepp umbringt, um das Geheimnis zu wahren. Durch die Überlegungen von Modranel und Ajina soll deutlich werden, wie wichtig die Geheimhaltung eingeschätzt wird.

    Ja, überrascht war ich zunächst schon auch, dass Helion Pep tötet. Aber im Endeffekt war Helions Verhalten für die Geheimhaltung wichtig und logisch. Deshalb war ich auch nicht soo geschockt. Aber schade ist es schon um den Jungen, ich mochte ihn. Mich hat da tatsächlich eher überrascht, dass Pep so sehr auf die Belohnung aus war, so hätte ich ihn eigentlich weniger eingeschätzt.


    Ich frage mich gerade, ob ich diese zusätzliche Szene wirklich gebraucht hätte, oder nicht. Ich mochte sie, das steht außer Frage, schon allein, weil ich Modranel mittlerweile wirklich als den spannendsten Charakter des Buches empfinde, zumal ich immer noch Giswons Aussage im Hinterkopf habe, dass man Modranel nicht uneingeschränkt trauen soll. Aber ich frage mich, wie die Tötung von Pep auf mich ohne diese Szene gewirkt hätte. Vielleicht hätte mich das einen anderen Blick auf Helion werfen lassen. Die relativ weiße Weste des Helden etwas schmutziger wirken lassen. Spannend für mich jetzt auch, ob Du, Robert, diese Szene mit dem "Abwarten" meintest, als ich schrieb, dass mir Helion zu sehr Held ist. Ich glaube fast, Helion kann für mich erst dann wieder von HEldenthron "klettern", wenn er die Seite wechseln würde. Sich vielleicht in Liola verliebt oder Lisanne verfällt. Okay, wäre vielleicht ein wenig klischeehaft, aber DAS würde mich wirklich überraschen:o^^


    Auch das Liola vor Ort ist hat mich überrascht (auch wenn es das vermutlich nicht sollte). Der Einblick in die Vorbereitung der Schatten gibt irgendwie ein Finale Gefühl, das können die freien Menschen doch eigentlich nicht gewinnen. Da das Buch aber erst etwas über die Hälfte erzählt hat kann es nicht das Ende sein. Ich bin gespannt wie der Bogen weiter geführt wird.

    Da hast Du eindeutig recht. Wir haben noch einiges zu lesen vor uns, aber wirklich Hoffnung habe ich für die freien Menschen nicht.

    Dann kommt sicher noch hinzu, wie Deria Modranel begegnet. Sie stellt keine Forderungen und urteilt zunächst einmal nicht, und sie ist in keiner Hinsicht irgendeine Herausforderung für ihn. Sie bildet sich auch nicht ein, intellektuell auf einer Stufe mit ihm zu stehen. Einfach gesagt: Sie fällt ihm nicht auf die Nerven. Und sie wurde ihm gewissermaßen von seiner Tochter Ajina "zugeführt", was ihr sicher einen gewissen Bonus eingebracht hat.

    Generell war es mir ein Anliegen, auch Modranel facettenteich zu gestalten. Auch er sollte nicht einfach "der üble Typ" sein, den niemand mag. Deria ist eine gut geeignete Figur, damit er sich mit ihr anfreunden kann, um ihn ein wenig Sympathie sammeln zu lassen. Denn Deria ist wegen ihres Schicksals jemand, mit dem die meisten Leserinnen und Leser Empathie empfinden werden.

    Über Deine Aussage, dass Deria Modranel nicht auf die Nerven fällt, musste ich jetzt erstmal lachen. Aber grundsätzlich finde ich, dass Du Dein Anliegen, Figuren facettenreich zu gestalten, gerade bei Modranel sehr gut umgesetzt hast. Er ist eindeutig mehr als nur "der üble Typ," und immer noch nicht wirklich einzuschätzen.

  • Ich glaube fast, Helion kann für mich erst dann wieder von HEldenthron "klettern", wenn er die Seite wechseln würde. Sich vielleicht in Liola verliebt oder Lisanne verfällt. Okay, wäre vielleicht ein wenig klischeehaft, aber DAS würde mich wirklich überraschen :o^^

    Also das fände ich ganz furchtbar! Wobei, überraschend wäre es allemal



    wahrscheinlich ist Lisanne halt gerade die Schattenherrin "vor Ort". Wenn diese dann besiegt sein sollte, kann man versuchen an die anderen ran zu kommen

    Genauso hatte ich mir das auch erklärt

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  • Mich hat da tatsächlich eher überrascht, dass Pep so sehr auf die Belohnung aus war, so hätte ich ihn eigentlich weniger eingeschätzt.

    Ich habe 2004 eine Weltreise gemacht und dabei in Indien das erste Mal in meinem Leben echte Armut gesehen. Also nicht im Sinne von: "Man hat weniger als andere", auch nicht "Man kann sich vieles nicht leisten, was in der umgebenden Gesellschaft normal ist", sondern: "Der Mann verhungert hier auf dem Bordstein. Die Kinder sind deutlich sichtbar unterernährt. Diese Frau kann sich nicht leisten, ihren Hautausschlag behandeln zu lassen." Eine Armut, die an die Existenz im fundamentalen Sinne geht.

    Das ist ein Leben, das Pepp kennt. Aus der Distanz heraus neigt man dazu, das zu romantisieren; man stellt es sich als ein aufs Wesentliche reduzierte Leben vor und die Armen als Edle Menschen, sanftmütig und untereinander solidarisch. Aber jemand, der wirklich arm ist, kann sich das nicht leisten. Natürlich sieht er den weißhäutigen Touristen als wandelnde Geldbörse. Selbstverständlich versucht er, an dessen Geld zu kommen, weil das bedeutet, nach mehreren Monaten endlich mal wieder das Gefühl zu haben, satt zu sein. Vielleicht kann er dieses Gefühl sogar seinen Kindern geben, und ihnen damit die Überlegung ersparen, ob sie sich selbst einen Finger oder gleich den ganzen Fuß abschneiden, um als Krüppel mehr erbetteln zu können. Und wenn der Tourist dafür mit einer Beule in einer Seitengasse liegen bleibt, dann wird es ihm in seinem Leben dennoch erheblich besser gehen als allen, die in dieser Seitengasse aufgewachsen sind.

    Was Pepp durch den Kopf geht, ist die Chance, ein solches Leben für immer hinter sich zu lassen. Das hat ihn schon bewogen, sich diesem Heerzug anzuschließen (obwohl er nicht kämpfen kann), und jetzt ergibt sich die fantastische Perspektive, die ganze Sache auch noch überleben zu können, also nicht an der Front an das Schwarze Heer verfüttert zu werden ...

    Spannend für mich jetzt auch, ob Du, Robert, diese Szene mit dem "Abwarten" meintest, als ich schrieb, dass mir Helion zu sehr Held ist.

    Ja, das ist die Szene. Bei der Leserunde zur Originalversion haben sich da einige von Helion distanziert.

    Das ist im Prinzip auch nicht schlimm. Ich möchte facettenreiche Figuren schildern, und wie die Leser ihre Sympathien verteilen, ist dann deren Sache. Entscheidend ist nicht so sehr, ob eine Figur sympathisch, sondern ob sie interessant ist.

    Da ich aber in der Neuveröffentlichung auf jeden Fall auch etwas Neues bieten möchte, habe ich mich entschieden, an dieser Stelle die zusätzliche Szene mit Ajina, Deria und Modranel einzuziehen, die auch ermöglicht, Helions Handeln aus der Perspektive der Figuren zu beurteilen, die in dieser Fantasy-Welt leben.

  • Danke für die Erklärung zu Pep. Trotzdem hätte er ahnen müssen dass er damit nicht durch kommt


    a, das ist die Szene. Bei der Leserunde zur Originalversion haben sich da einige von Helion distanziert.

    Das ist im Prinzip auch nicht schlimm. Ich möchte facettenreiche Figuren schildern, und wie die Leser ihre Sympathien verteilen, ist dann deren Sache. Entscheidend ist nicht so sehr, ob eine Figur sympathisch, sondern ob sie interessant ist.

    Da ich aber in der Neuveröffentlichung auf jeden Fall auch etwas Neues bieten möchte, habe ich mich entschieden, an dieser Stelle die zusätzliche Szene mit Ajina, Deria und Modranel einzuziehen, die auch ermöglicht, Helions Handeln aus der Perspektive der Figuren zu beurteilen, die in dieser Fantasy-Welt leben.

    Für mich war Helions Verhalten hart aber nachvollziehbar. Die Szene zeigt dass er nicht der unbezwingbare Held ohne Fehl und Tadel ist und dass er auch harte Entscheidungen treffen muss und kann

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  • Hach, die Szene zwischen Helion und Ajina ist so zärtlich und bittersüß - so hatte ich sie gar nicht mehr in Erinnerung :unschuldig: Aber leider bleibt den beiden nicht mehr Zeit miteinander vergönnt: erst die Entdeckung durch Pepp und dann der Angriff der Ondrier, der schneller kommt als erwartet.


    In Guardaja findet Helion nun die Mondschwerter, die er im fernen Ilyjia vermisst hat. Und dass er darüber gerne mit Narron gesprochen hätte, zeigt, dass er den Anderen und seine Meinung schätzt.


    Gut gefallen hat mir auch, wie Helion das Tun von Baron Truber reflektiert: er erkennt durchaus das Dilemma, in dem sich der Baron befindet, auch wenn er nicht unbedingt mit dessen Entscheidungen einverstanden ist.


    Boah, jetzt wo man erfährt, was Modranel alles auf dem Kerbholz hat, ist es umso erstaunlicher, dass Ajina ihrem Vater verzeihen konnte. Ich finde es gut, dass man als Leser erfährt, wie dieser Prozess vonstatten ging. Dass z.B. Ajina mit ihrem Vater aufgewachsen ist, ohne sein Tun großartig zu hinterfragen, da sowieso die Anderen immer gegen sie waren. Lachen musste ich wieder bei ihrem Streich, den sie Esmalla gespielt hat - und der dann solch weitreichenden Folgen für sie hatte.


    Hier kommt auch gut der Gegensatz zwischen den beiden Schwestern zum Vorschein: Lióla setzt auf die innere Stärke, die sich aufgrund von Gewalt, Erniedrigung, Angst, Hass und Macht entwickelt oder auch nicht, wenn man zu den Verlierern gehört (in den Augen der Ondrier). Ajina setzt dagegen auf die Stärke des Heilens durch Liebe, Fürsorge, Milde und Verzeihen. Und Modranel bewegt sich zwischen diesen beiden Polen: bisher pendelte er zur Liólas Seite, aber nun fühlt er sich Ajinas Wünschen und Zielen näher.

    In jedem Fall sind beide Arten von Stärke nicht einfach zu erreichen.


    In jedem Fall war das Gespräch zwischen Helion und Ajina sehr wichtig, vor allem, weil ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt.


    Tja, Pepps Schicksal hat mir leid getan, aber ich war auch ein wenig enttäuscht von ihm, dass Helion sich hätte nicht auf ihn verlassen können. Andererseits ist die Verlockung nach einem besseren Leben und einem vollen Bauch sehr groß, auch wenn er langfristig sicherlich nicht glücklich geworden wäre. Wollte Pepp tatsächlich mit seinem Wissen zum Feind überlaufen? Helion blieb eigentlich gar nichts übrig, als Pepp umzubringen. Evtl. hätte er ihm noch die Zunge rausschneiden können, denn schreiben konnte Pepp glaube ich nicht. Aber so ist es natürlich sicherer.


    Nur gut, dass Ajina ihren Vater davon abbringen konnte, Seelenspiegel in die Festung zu holen. Wobei ich ja sagen muss, was Deria angeht, war Modranel seltsamerweise ja ziemlich vertrauensselig, was seine Identität angeht; hier hat es ihn überhaupt nicht gestört, dass sie von ihm wusste.


    Ich mag Lióla zwar nicht besonders, aber wie sie sich ihres Konkurrenten Jatzell entledigt war schon ziemlich raffiniert - böses Mädchen :teufel: Aber so ein Leben, bei dem man nix und niemanden trauen kann, ist schon ziemlich anstrengend.


    Und wenn nur die stärksten Bösewichter es dann schaffen, in die Unsterblichkeit aufzusteigen, kann man sich vorstellen, um was für Kaliber es sich bei den Osadroi handelt. Es wundert nicht, dass Gefühle wie Mitleid, Anteilnahme u.ä. ihnen völlig fremd sind.


    Über welche Kraft und Macht die Osadroi mithilfe der Magie verfügen, wenn sie genügend Lebenskraft zur Verfügung haben, stellt Lisanne beeindruckend unter Beweis. Ich befürchte, dass Derias Rinia sich ebenfalls unter den Kindern befand.

  • Dies ist die erste gänzlich neue Szene in der erweiterten Edition. Sie ist primär in den Roman gekommen, weil viele Leser der Originalausgabe - so wie Ihr auch - geschockt davon waren, dass Helion Pepp umbringt, um das Geheimnis zu wahren. Durch die Überlegungen von Modranel und Ajina soll deutlich werden, wie wichtig die Geheimhaltung eingeschätzt wird.

    Ah, daran hätte ich mich echt nicht mehr erinnert, ob die Szene drin war oder nicht. Finde ich aber gut, es steigert auch noch ein wenig die Dramatik um den Wettlauf, ob Helion Pepp erwischen wird oder ob womöglich wirklich ein Seelenspiegel sein Unwesen in der Festung treiben wird.


    Deria ist eine gut geeignete Figur, damit er sich mit ihr anfreunden kann, um ihn ein wenig Sympathie sammeln zu lassen.

    Das stimmt - sie zeigt tatsächlich auch seine anderen Seiten auf.

  • ... Eine Armut, die an die Existenz im fundamentalen Sinne geht.

    Das ist ein Leben, das Pepp kennt. ...

    Was Pepp durch den Kopf geht, ist die Chance, ein solches Leben für immer hinter sich zu lassen. Das hat ihn schon bewogen, sich diesem Heerzug anzuschließen (obwohl er nicht kämpfen kann), und jetzt ergibt sich die fantastische Perspektive, die ganze Sache auch noch überleben zu können, also nicht an der Front an das Schwarze Heer verfüttert zu werden ...

    Okay, verständlich. Ich hätte nur tatsächlich gedacht, dass er schon einiges erreicht hat, indem er sich dem Heerzug anschließt und bei Helion ja nun auch einiges lernt an Kampftechniken.

    Danke für die Erklärung zu Pep. Trotzdem hätte er ahnen müssen dass er damit nicht durch kommt


    Für mich war Helions Verhalten hart aber nachvollziehbar. Die Szene zeigt dass er nicht der unbezwingbare Held ohne Fehl und Tadel ist und dass er auch harte Entscheidungen treffen muss und kann

    Für mich hat sich da jedoch nichts geändert, für mich ist er immer noch der Held ohne Fehl und Tadel, er tut nichts falsches. Ja, es ist eine harte Entscheidung, die er treffen muss und es tut mir nach wie vor leid um Pepp, aber Helions Verhalten bleibt nachvollziehbar und damit auch ein Stückweit "entschuldbar"

  • Für mich hat sich da jedoch nichts geändert, für mich ist er immer noch der Held ohne Fehl und Tadel, er tut nichts falsches. Ja, es ist eine harte Entscheidung, die er treffen muss und es tut mir nach wie vor leid um Pepp, aber Helions Verhalten bleibt nachvollziehbar und damit auch ein Stückweit "entschuldbar"

    Bei mir ändert sich meine Einstellung ihm gegenüber. Ich sehe Dinge die mir nicht gefallen und dadurch ist in meinen Augen " die weiße Weste befleckt"

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  • Lióla setzt auf die innere Stärke, die sich aufgrund von Gewalt, Erniedrigung, Angst, Hass und Macht entwickelt oder auch nicht, wenn man zu den Verlierern gehört (in den Augen der Ondrier). Ajina setzt dagegen auf die Stärke des Heilens durch Liebe, Fürsorge, Milde und Verzeihen.

    Das hast Du schön herausgestellt. Letztlich ist diese Dualität der Entscheidungen - der Pfad ins Licht oder ins Dunkel - ein traditionelles Thema in der Fantasy. Und die Frage, welche Seite aus sich heraus stärker ist, macht durchaus auch einen Unterschied der Sub-Genres aus. In der High Fantasy ist die Seite des Lichts meistens im Kern stärker, weil sich die Finsternis über Kurz oder Lang in Streitigkeiten selbst zerlegt und kollabiert. In der Dark Fantasy sind beide Kräfte mindestens gleich stark ...

    Wobei ich ja sagen muss, was Deria angeht, war Modranel seltsamerweise ja ziemlich vertrauensselig, was seine Identität angeht; hier hat es ihn überhaupt nicht gestört, dass sie von ihm wusste.

    Ja, Deria ist in Modranels Einschätzung keine Gefahr. Sie ist aber auch anders motiviert als Pepp. Sie lebte nicht in bitterer Armut, sondern allenfalls in einfachen Verhältnissen. Sie will auch nicht reich werden, sondern ihre Tochter zurück. Letzteres hat ja durchaus eine Parallele in Modanels eigener Biografie ...


    Ich hätte nur tatsächlich gedacht, dass er schon einiges erreicht hat, indem er sich dem Heerzug anschließt und bei Helion ja nun auch einiges lernt an Kampftechniken.

    Ich glaube, die Einschätzung dazu, ob dieser Feldzug zu überleben ist, spielt da eine wesentliche Rolle. Als Pepp angeheuert hat, war Guardaja noch weit weg. Er hat wohl erst mal ein paar Monate mit vollem Bauch vor sich gesehen. Die sind vorbei, er kommt gerade von einem Spähtrupp, hat einen persönlichen Eindruck davon, wie riesig das Schwarze Heer ist. Er sieht den Zahltag kommen ... und auf einmal erscheint der Deal nicht mehr so attraktiv, zumal sich nun eine Alternative zu bieten scheint.

  • Zur Refelektion bezüglich des Barons: Helion reift auf dieser Reise schnell von dem naiven Lehrling eines Einsiedlers zu einem echten Anführer. Nicht jede Schlacht kann mit Waffen gewonnen werden. Zusammen mit Pepps Plänen und der konsequenten Lösung des Problems durch Helion sieht man hier sehr schön, dass das Wohl Vieler über dem Wohl Einzelner steht. Eine sehr logische Entscheidung. Sowohl der Baron als auch Helion haben sich für die, ihrer Meinung nach, am wenigsten Tote fordernde Lösung entschieden. Sind das damit "gute" oder "böse" Handlungen?


    Wäre es humaner, Pepps Zunge herauszuschneiden? Die medizinischen Fähigkeiten dürften kaum ausreichen, um Schmerzen und einen vermutlich sehr qualvollen Tod zu verhindern.


    Besonders im Licht der Handlungen der beiden Anderen fällt eine Bewertung von Liola schwer. Sie hat zwei treibende Kräfte neben ihrer Gerissenheit: Selbsterhaltung und Heilsversprechen. Sie muss jederzeit damit rechnen, dass ein anderer sie umbringt, um ihren Platz einzunehmen. Ebenso kann sie nicht auf ein Paradies nach dieser Welt hoffen, nur auf Leid und Schmerz. Ihre Erlösung ist damit, so weit aufzusteigen, dass sie eine Unsterbliche wird. Ich finde die ethische Betrachtung dieses Dilemmas sehr spannend.