04: Anfang Kap. 2 bis "... bittersüßem Schmerz, dachte Helion." (Pos. 1818)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt Anfang Kap. 2 bis "... bittersüßem Schmerz, dachte Helion." (Pos. 1818) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Helion, der Paladin,

    ich hätte gern den Dialog mit Narron noch mal im alte Buch nachgelesen, aber wieder mal verborgt!

    Ich weiß, dass ich Helion in dem Dialog damals ziemlich arrogant fand.

    Diesmal war das nicht so. Habe ich mich verändert oder der Text?


    Es ist schon traurig, so ein zusammengewürfelter Haufen, das letzte Aufgebot sozusagen. Was wollen sie gegen einen so mächtigen Feind machen. Dann auch noch so unterschiedliche Gestalten, die lieber als Einzelkämpfer umlaufen. Wie soll da eine militärische Strategie greifen, geschweige denn taktische Manöver. Das typische Himmelfahrtskommando.

    Schlimm wenn man dann auch noch Kinder mitnimmt, die keine Ahnung haben, worauf sie sich einlassen und auch keine Chance lebend heim zu kommen.


    Dann ist da wieder ein typischer Corvus. Ein ethisches Problem, Wieso verstehen wir Liebe eher als verzeihen und wann gibt es kein Verzeihen mehr? Wir hatten die Diskussion auch in "Das Imago-Projekt". Hier kommt eine Interessante These: "Liebe..ist noch zu verstehen, sie ist der Gier verwandt. Man will etwas benutzen, etwas an sich reißen." Ist das so? Oder ist Liebe doch eher dem Verzeihen nahe, denn wirklich lieben ist doch selbstlos. Oder? Ist es nicht andersrum, dass Liebe verzeihen möglich macht? Oder gibt es da keine Beziehung?


    Und nun kommt das erste graue Fleckchen auf dem Ritter für mich. Ajina ist seine Tochter, also hat er damit ein Problem, aber anstatt mit ihr zu reden und sich dann eine Meinung zu bilden, grübelt er vor sich hin in bittersüßem Schmerz. Man, das ist so Werther mäßig und den konnte ich noch nie leiden.

  • In diesem Kapitel zeigen sich deutlich zwei Seiten bei Helion. Einerseits scheint er ein geborener Anführer von den Qualitäten her, andererseits sind seine gesellschaftlichen Erfahrungen nicht weit her und er grübelt die ganze Zeit darüber.

    Einerseits kann ich seine Verunsicherung verstehen, aber sein Verhalten ist schon echt rüde Ajina gegenüber.

    Schön finde ich das er scheinbar eine Gruppe von Leuten um sich anzusammeln beginnt. Das lässt auf viel zukünftige Dynamik hoffen. Auch wenn es bisher ein ziemlich zusammengewürfelter Haufen ist, aber das trifft ja auf das ganz Heer zu ;)

    Das Gespräch mit Narron fand ich sehr gut, es zeigt das Narron sehr viel reifer ist als man bisher angenommen hat, aber auch das der Krieg wesentlich schlechter für die Menschen steht als (von mir) bisher angenommen.

    Ich mag es wenn solche Informationen nebenbei eingestreut werden, und nicht plakativ eingehämmert werden.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Narron ist also doch noch dabei, allerdings nur als Waffenknecht. Das Gespräch fand ich sehr interessant, weiß es aber noch nicht richtig einzuschätzen. Werden sie im Laufe des Krieges Freunde oder Feinde? Es könnte sich in alle Richtungen entwickeln.


    Helion ist noch böse mit Ajina, immerhin hat es ihn doch ziemlich geschockt, dass sie die Tochter von Modranel ist. Und ihm traut er ja nicht sonderlich über dem Weg - verständlicherweise. Er scheint auch kein leichter Geselle zu sein und es wird sicherlich noch öfters zum Schlagabtausch kommen. Aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass das ein spannendes Duo werden könnte, die einiges bewegen könnten.


    Eine verdorbene Suppe führt fast zum Mannschaftsstreit :totlach: Ich mag diese kleinen Szenen sehr gerne und Helion hat die Situation ja auch wirklich gut gelöst. Da steckt definitiv ein Anführer in seiner Brust. Lasst ihn nur ein wenig älter und reifer werden.


    Die erste Unterrichtsstunde von Pepp und Karseus fand ich auch sehr amüsant. Ich glaube, da entwickelt sich eine gute Truppe und er kann mit Estrog zusammen sicherlich ein guter Lehrmeister sein. Gebrauchen können sie es wahrlich. Ich möchte nicht wissen, was so ein Schattenheer anrichtet, wenn diese bunte Gruppe auf ihn trifft. :o

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Es ist schon traurig, so ein zusammengewürfelter Haufen, das letzte Aufgebot sozusagen. Was wollen sie gegen einen so mächtigen Feind machen.

    Das macht mir auch ein wenig Sorgen. Ich hoffe da doch ein wenig auf den Magier, ich befürchte, ohne Modranel kommen sie nicht weit.

    Dann ist da wieder ein typischer Corvus. Ein ethisches Problem, Wieso verstehen wir Liebe eher als verzeihen und wann gibt es kein Verzeihen mehr?

    Das fand ich auch ein sehr interessanter Ansatz. Verzeihen ist eine große Geste und beinhaltet sicherlich auch Liebe, sonst ginge es auch gar nicht. Ich glaube im Zusammenhang mit Helion schon, dass er Ajina auch verzeihen kann, immerhin hat er sich bereits in sie verliebt.

    Ich finde übrigens, dass Liebe, die besitzen will, keine echte Liebe ist. Wahre Liebe ist für mich selbstlos wie die Liebe der Mutter zum Kind, die dafür sterben würde.

    Schön finde ich das er scheinbar eine Gruppe von Leuten um sich anzusammeln beginnt. Das lässt auf viel zukünftige Dynamik hoffen. Auch wenn es bisher ein ziemlich zusammengewürfelter Haufen ist, aber das trifft ja auf das ganz Heer zu ;)

    Auf diese Dynamik hoffe ich auch. Aus zusammengewürfelten Haufen können tolle Gruppen entstehen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ich weiß, dass ich Helion in dem Dialog damals ziemlich arrogant fand.

    Diesmal war das nicht so. Habe ich mich verändert oder der Text?

    Ich habe gerade ins Manuskript geschaut und finde nur kleine Änderungen im Dialog zwischen Helion und Narron. Eventuell ist Deine Wahrnehmung anders, weil Du nun mit dem Wissen um die komplette Geschichte liest.


    "Liebe..ist noch zu verstehen, sie ist der Gier verwandt. Man will etwas benutzen, etwas an sich reißen." Ist das so?

    Ich finde übrigens, dass Liebe, die besitzen will, keine echte Liebe ist. Wahre Liebe ist für mich selbstlos wie die Liebe der Mutter zum Kind, die dafür sterben würde.

    Wenn ich mich richtig erinnere, war der Auslöser für diese Passage eine Aussage des Philosophen Richard David Precht. Er meinte, kaum jemand wolle wirklich selbstlos geliebt werden. Das fand ich zunächst erstaunlich, aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr gab ich ihm recht. Wenn man wirklich selbstlos geliebt wird, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass der andere von der Beziehung rein gar nichts hat (denn wenn er irgend etwas davon hätte, wäre seine Liebe ja nicht mehr völlig selbstlos). Man hat dem anderen also schlicht und ergreifend gar nichts zu bieten. Das ist irgendwie eine kränkende Vorstellung, finde ich.

    Man, das ist so Werther mäßig und den konnte ich noch nie leiden.

    :lachen: Die Goethe-Figuren Faust und Werther lösen in Dir aber sehr gegensätzliche Emotionen aus.


    das der Krieg wesentlich schlechter für die Menschen steht als (von mir) bisher angenommen.

    Sie haben im Grunde keine Chance. Es ist etwa so, als ob die USA sich entschließen würden, Zentralamerika zu erobern. Sicher kann man mal den einen oder anderen Berg eine Zeit lang halten, aber der Ausgang der Sache ist klar.

    Was übrigens etwas unscharf ist, ist der Gegensatz Ondrien/Menschen. Obwohl auch einige Protagonisten im Roman so denken, muss einem klar sein, dass es nur sehr wenige Schattenherren gibt. Der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung Ondriens - und der Krieger im Schwarzen Heer - sind Menschen. Die präzisere Unterscheidung ist deswegen "Ondrien gegen die (noch) freien Reiche".


    Ich möchte nicht wissen, was so ein Schattenheer anrichtet, wenn diese bunte Gruppe auf ihn trifft.

    Ich fürchte, das wirst Du schon bald herausfinden ... :teufel:

  • Ich habe gerade ins Manuskript geschaut und finde nur kleine Änderungen im Dialog zwischen Helion und Narron. Eventuell ist Deine Wahrnehmung anders, weil Du nun mit dem Wissen um die komplette Geschichte liest.

    Ich werde mir bald mal die Änderungen ansehen, denn ich weiß, dass schon Füllwörter den Tenor einer Aussage entscheidend verändern können.

    Die Goethe-Figuren Faust und Werther lösen in Dir aber sehr gegensätzliche Emotionen aus.

    Die sind ja auch völlig gegensätzlich!


    Übrigens habe ich gestern die Gelegenheit genutzt und mit meinem jüngsten Sohn über Liebe und Verzeihen gesprochen. Wir sind uns bei der Liebe einig, dass besitzergreifende Liebe - darauf reduziert, keine solche ist. Aber es ist auch hier wie überall: alles muss relativ bleiben und mit richtigem Maß versehen. Wer wünscht sich nicht, dass der Partner auch mal gierig wird, nach längerer Trennung z.B. das hebt doch das Selbstbewusstsein. 'Und natürlich ist die reine, selbstlose Liebe ziemlich unrealistisch und vermutlich wirklich nicht gewünscht. Immer macht es die richtige Mischung.

    Interessant fand ich allerdings, was er zu Verzeihen sagte. Vorausgeschickt, wir sind keine religiöse Familie, aber er meinte, um große Verletzungen zu verzeihen bräuchte es eine innere Liebe, so ähnlich wie die Liebe zu Gott, eine Liebe jedenfalls, die nicht konkret auf einen Menschen gerichtet is.t. Ich finde den Gedanken sehr interessant

  • das der Krieg wesentlich schlechter für die Menschen steht als (von mir) bisher angenommen.

    Sie haben im Grunde keine Chance. Es ist etwa so, als ob die USA sich entschließen würden, Zentralamerika zu erobern. Sicher kann man mal den einen oder anderen Berg eine Zeit lang halten, aber der Ausgang der Sache ist klar.

    Was übrigens etwas unscharf ist, ist der Gegensatz Ondrien/Menschen. Obwohl auch einige Protagonisten im Roman so denken, muss einem klar sein, dass es nur sehr wenige Schattenherren gibt. Der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung Ondriens - und der Krieger im Schwarzen Heer - sind Menschen. Die präzisere Unterscheidung ist deswegen "Ondrien gegen die (noch) freien Reiche".

    Was für mich grade den Reiz ausmacht, denn jeder kann ein Sympathisant der Schattenherren sein, man kann es den Leuten nicht an der Stirn ablesen. Das Motiv gibt es in vielen guten Geschichten, und liefert viel Stoff für Konflikte. Wie man im Interludium sah ja auch auf der "Schattenseite". Jeder kann verdächtig sein/ werden.

    Fenlinka


    Edit: erste Assoziation bei deinem Kommentar war übrigens "ganz Gallien? Nein...."

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Wenn man wirklich selbstlos geliebt wird, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass der andere von der Beziehung rein gar nichts hat (denn wenn er irgend etwas davon hätte, wäre seine Liebe ja nicht mehr völlig selbstlos). Man hat dem anderen also schlicht und ergreifend gar nichts zu bieten. Das ist irgendwie eine kränkende Vorstellung, finde ich.

    Aus dieser Perspektive habe ich das tatsächlich noch nicht betrachtet. Darüber muss ich erst mal nachdenken und mir vielleicht die Aussage von Precht mal durchlesen.

    Wer wünscht sich nicht, dass der Partner auch mal gierig wird, nach längerer Trennung z.B. das hebt doch das Selbstbewusstsein.

    Stimmt, in diesem Fall schon. Aber auch wenn ich selbstlos liebe, kann ich mich einfach nur freuen, wenn ich denjenigen sehe. Diese Freude tut dem Selbstbewusstsein doch auch gut.

    um große Verletzungen zu verzeihen bräuchte es eine innere Liebe

    Ja, das denke ich auch. Verzeihen ist wohl auch einer der schwersten Geschenke, die man einem anderen Menschen geben kann.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • um große Verletzungen zu verzeihen bräuchte es eine innere Liebe, so ähnlich wie die Liebe zu Gott, eine Liebe jedenfalls, die nicht konkret auf einen Menschen gerichtet is.t. Ich finde den Gedanken sehr interessant

    Ich auch. :)


    Jeder kann verdächtig sein/ werden.

    Auch das hat in Ondrien Methode. Die Schattenherren sind sehr mächtig, aber die Menschen, die sie beherrschen, sind sehr viele. Sie wollen sie entzweit halten, denn wenn sie sich alle zusammenschließen würden, wäre eine Revolution zumindest unangenehm für die Schattenherren.


    Aber auch wenn ich selbstlos liebe, kann ich mich einfach nur freuen, wenn ich denjenigen sehe. Diese Freude tut dem Selbstbewusstsein doch auch gut.

    Ich glaube, es war Kant, der genau deswegen in diesem Fall schon nicht mehr von selbstloser Liebe gesprochen hätte. Dieser Philosoph hätte gefordert, dass man dazu die Wirkung seiner Taten gar nicht beobachten dürfte, weil man sich ja sonst daran erfreuen könnte. Damit stünde man dann unter dem Verdacht, dass man die gute Tat gar nicht um ihrer selbst Willen, sondern um des eigenen Empfindens der Freude Willen tun würde - also aus einem egoistischen Trieb heraus, für das eigene Wohlbefinden. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte er als Beispiel, dass man wegsehen müsse, während man einem hungernden Kind ein Stück Brot reicht.

    Bei dieser radikalen Forderung stellt sich für mich allerdings die Frage, ob es überhaupt noch Liebe ist, wenn einem noch nicht einmal die Freude daran "gegönnt" wird. Vermutlich spinnen die alle, die Philosophen. :lachen:


    Was wirft Helior denn Ajina genau vor?

    Hätte sie sich vorstellen sollen: "Hallo ich heiße Ajina. Mein Vater ist ein Magier mit fragwürdigen Motiven, der meine Schwester an die Schattenherren verschachtelt hat. Nebenbei hat er auch noch meine Mutter umgebracht."
    Immer vorausgesetzt, sie erinnert sich daran.

    Helion fühlt sich sicherlich von Ajina hintergangen - aber das ist nicht der einzige, wohl noch nicht einmal der wichtigere Grund, aus dem er Distanz zu ihr hält ... ;)

  • Helion, der Paladin,

    ich hätte gern den Dialog mit Narron noch mal im alte Buch nachgelesen, aber wieder mal verborgt!

    Ich weiß, dass ich Helion in dem Dialog damals ziemlich arrogant fand.

    Als arrogant habe ich Helion auch nicht empfunden. Ich hatte hier mehr die Aufmerksamkeit auf Narron geworfen und fand es gut, dass er einsichtig ist, dass er beim Kampf mit Helion überheblich war. Und ich bin ein wenig beruhigt, dass er nicht auf seine zweite Chance in einer roten Nacht wartet, sondern lieber mit in den Krieg zieht. Er wird sicherlich noch dringend gebraucht.

    Dann ist da wieder ein typischer Corvus. Ein ethisches Problem, Wieso verstehen wir Liebe eher als verzeihen und wann gibt es kein Verzeihen mehr? Wir hatten die Diskussion auch in "Das Imago-Projekt". Hier kommt eine Interessante These: "Liebe..ist noch zu verstehen, sie ist der Gier verwandt. Man will etwas benutzen, etwas an sich reißen." Ist das so? Oder ist Liebe doch eher dem Verzeihen nahe, denn wirklich lieben ist doch selbstlos. Oder? Ist es nicht andersrum, dass Liebe verzeihen möglich macht? Oder gibt es da keine Beziehung?

    Liebe kann so vieles sein, so viele Seiten haben, auch mal unschöne Seiten, die man vielleicht gar nicht will. Dass sie mit der Gier verwandt ist, ist zwar schon auch erschreckend, aber halt auch wahr. Das ist mir beim Lesen auch direkt in den Kopf geschossen.


    Und nun kommt das erste graue Fleckchen auf dem Ritter für mich. Ajina ist seine Tochter, also hat er damit ein Problem, aber anstatt mit ihr zu reden und sich dann eine Meinung zu bilden, grübelt er vor sich hin in bittersüßem Schmerz. Man, das ist so Werther mäßig und den konnte ich noch nie leiden.

    Es wird jetzt sicherlich niemanden verwundern, dass ich über das graue Fleckchen sehr dankbar bin. Nicht weil mir Helion zu gut war bislang, sondern weil damit die "Gefahr" der großen Romanze erstmal getilgt war. Gott, ich bin schlimm, was das angeht.

    Helion ist noch böse mit Ajina, immerhin hat es ihn doch ziemlich geschockt, dass sie die Tochter von Modranel ist. Und ihm traut er ja nicht sonderlich über dem Weg - verständlicherweise. Er scheint auch kein leichter Geselle zu sein und es wird sicherlich noch öfters zum Schlagabtausch kommen. Aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass das ein spannendes Duo werden könnte, die einiges bewegen könnten.

    So, und genau hier ist es passiert, war ich bislang noch Helion verfallen, habe ich mit Modranel den für mich viel spannenderen Charakter entdeckt. Ich habe zwar immer noch im Hinterkopf, dass er seine Tochter verschachtert hat und nur weil ich ihn spannend finde, heißt das ja noch lange nicht, dass er mir sympathisch ist. Aber der hat in seiner Bösartigkeit auch echt was!!!


    Ansonsten wollte ich noch sagen, dass ich den Seelenneben eine ganz tolle Idee finde. Vielleicht nicht neu (wie mir jemand im Zug gesagt hat, dem ich davon erzählt habe), aber toll. Dass ich überhaupt von dem Seelennebel erzählt habe, lang daran, dass wir gerade an einem Stausee in unserer Ecke vorbeigefahren waren, auf dem Nebelschwaden waren...die sieht man dann gleich mit ganz anderen Augenrotwerd

  • Ich muss sagen, ich glaube nicht das Helions Abstand zu Ajina nur daher rührt das Mordranel ihr Vater ist und sie ihm das nicht erzählt hat, ich denke das es auch daran liegt das er Mordranel selber so viel Abneigung entgegen bringt, und sich innerlich auch drauf einstellt ihn notfalls zu töten. Das ist nicht grade die beste Basis für eine Beziehung zu Tochter. "Du ich verachte deinen Vater, und bin bereit ihn zu töten falls es sein muss, aber willst du mit mir gehen?" Kommt vielleicht nicht wirklich gut ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Soweit ich gelesen habe denkt er genau darüber nach.

    Aber das ändert nichts daran, dass er mit ihr darüber reden könnte, dass er ihren Vater nicht leiden kann, schließlich ist er nicht gerade der Liebling des Volkes. Ich denke sogar er könnte mit ihr darüber reden, dass er Angst hat, ihr 'Vater könnte ein Verräter sein. Diese Angst ist ebenso natürlich. Es wäre interessant Ajinas Meinung dazu zu hören.

  • Den Seelennebel emfinde ich diesmal wieder genauso faszinierend wie bei der ersten Lektüre. Und macht natürlich neugierig auf die Fayé.


    Dass Narron doch an dem Kriegszug teilnimmt, hat mich sehr gefreut, auch wenn er nicht als Mondschwert daran teilnimmt, so wie er sich das gewünscht hat. Aber er erkennt den Ernst der Lage, wie wichtig der aktuelle Kampf um die letzte Silbermine ist und weiß, dass er kein halbes Jahr mehr warten kann, nur um dann als Paladin teilnehmen zu können, denn dann kann es zu spät sein.
    Ich frage mich, ob er eine ähnliche Geschichte wie Helion hat, die zu seinem Hass auf die Schattenherren führt. Der Gespräch zwischen den beiden jungen Männern ist sehr geschickt geschrieben, so kann man noch nicht erraten, ob die beiden Freunde oder Kontrahenten sein werden.


    Die Ausbildung von Pepp und Karseus gefällt mir diesmal genauso gut wie damals. Die beiden finde ich ja irgendwie putzig. Lachen musste ich bei dem Gespräch zwischen Pepp und Helion, als Pepp von der Adepta ganz angetan ist und Helion diese Bewunderung damit zunichte macht, indem er von stinkenden Füßen und davon spricht, wie gut Ajina ihre Abscheu verbergen kann :totlach:


    Helion und Ajina: nachdem Helion nun die Wahrheit kennt, wessen Tochter sie ist, ist er sich unsicher, was sie und seine Gefühle für sie angeht. Wie wäre es, wenn man mal miteinander reden würde? Das ist ja oftmals nicht unbedingt eine der Stärken der Männer :totlach:


    Und dann begegnen wir wieder Modranel - und mein erster Eindruck war: arroganter Arsch! Ich bin mir sicher, dass mein Eindruck beim ersten Lesen bestimmt den gleichen Worten entsprach :totlach: Helions Gefühlsausbrüche sind ja eine Schwäche von ihm, aber hier hat er sich wirklich erstaunlich gut im Griff - er macht sich. Dabei hätte ich es ihm echt nicht verübeln können, wenn er dem Magier eine Abreibung verpasst hätte :teufel:


    Den Streit zwischen Estrog und Jassers Leuten beendet Helion ziemlich souverän, obwohl es eigentlich gar nicht seine Aufgabe war, für Ruhe innerhalb des Tross' zu sorgen, aber Phaistor ist diesbezüglich eine echte Enttäuschung. Und Helion hat ja auch vollkommen recht: wenn sich die Verbündeten untereinander schon streiten und verkloppen, ist das ein Armutszeugnis, wenn sie eigentlich gemeinsam gegen die Schattenherren vorgehen wollen.

    Nicht nur, dass Helion den Streit schlichtet, er geht auch der Ursache auf den Grund, warum es Estrogs Sohn so schlecht ging, ansonsten hätte der Konflikt weiterhin unter der Oberfläche geschwelt.

    Trotzdem musste ich aber lachen, als Estrog von den allabendlichen freundschaftlichen Prügeleien erzählt :totlach:

    Ich denke, Helion hat mit Estrog einen neuen Freund gewonnen, was sicher kein Fehler ist.

  • Und nun kommt das erste graue Fleckchen auf dem Ritter für mich. Ajina ist seine Tochter, also hat er damit ein Problem, aber anstatt mit ihr zu reden und sich dann eine Meinung zu bilden, grübelt er vor sich hin in bittersüßem Schmerz.

    Genauso sehe ich das auch :totlach:

    Das Gespräch mit Narron fand ich sehr gut, es zeigt das Narron sehr viel reifer ist als man bisher angenommen hat,

    Das stimmt, ihm kommt es in erster Linie darauf an, an dem Kriegszug gegen die Schattenherren teilzunehmen, bevor es zu spät ist, auch wenn es bedeutet, nicht als Paladin teilzunehmen. Es schmerzt ihn zwar, dass Helion ihn besiegt hat, aber er weiß seine Prioritäten zu setzen.

    Das Gespräch fand ich sehr interessant, weiß es aber noch nicht richtig einzuschätzen. Werden sie im Laufe des Krieges Freunde oder Feinde? Es könnte sich in alle Richtungen entwickeln.

    Ja, das hat Bernd ziemlich geschickt gemacht.

    Das macht mir auch ein wenig Sorgen. Ich hoffe da doch ein wenig auf den Magier, ich befürchte, ohne Modranel kommen sie nicht weit.

    Das befürchte ich leider auch, so schrecklich ich Modranel finde, aber ich muss ebenfalls zähneknirschend zugeben, dass er tatsächlich die letzte Hoffnung der Menschen darstellen könnte.

    Der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung Ondriens - und der Krieger im Schwarzen Heer - sind Menschen. Die präzisere Unterscheidung ist deswegen "Ondrien gegen die (noch) freien Reiche".

    Das vergesse ich leider auch immer wieder, dass der größte Teil von Ondrien Menschen sind. Die Osadroi sind einfach so überpräsent, während ihre Untertanen bisher kaum in Erscheinung getreten sind.

    Bei dieser radikalen Forderung stellt sich für mich allerdings die Frage, ob es überhaupt noch Liebe ist, wenn einem noch nicht einmal die Freude daran "gegönnt" wird. Vermutlich spinnen die alle, die Philosophen. :lachen:

    Das kann man sich bei der Forderung wirklich fragen :totlach:

  • Ich denke sogar er könnte mit ihr darüber reden, dass er Angst hat, ihr 'Vater könnte ein Verräter sein.

    Mal angenommen, Modranel treibt ein falsches Spiel. Er hat irgendetwas Übles vor. Helion hofft, ihm dabei auf die Schliche zu kommen und ihn zu töten, bevor er seine Schurkerei umsetzen kann.

    Dann wäre es ja auch möglich, dass Ajina vom Plan ihres Vaters weiß und auf der Seite ihres Vaters steht.

    Wenn Helion mit ihr darüber reden würde, was ihn bedrückt, könnte sie so tun, als hätte sie volles Verständnis für ihn - schauspielern kann sie ja anscheinend gut, das hat er schon erfahren. Anschließend könnte sie dann zu ihrem Vater gehen und ihm sagen: "Also, der Paladin, der mit uns reist ... der könnte uns gefährlich werden ..."


    Die Ausbildung von Pepp und Karseus gefällt mir diesmal genauso gut wie damals. Die beiden finde ich ja irgendwie putzig.

    Ich frage mich, wie viele, die die beiden belächeln, sich selbst besser anstellen würden ... ^^ Also ich hätte gegen Helion sicher auch schnell im Staub gelegen.


    aber Phaistor ist diesbezüglich eine echte Enttäuschung.

    Ja, er steht für das, was aus dem Orden geworden ist ...


    Trotzdem musste ich aber lachen, als Estrog von den allabendlichen freundschaftlichen Prügeleien erzählt

    Die Inspirationsquelle für dieses Motiv muss unser süßes Geheimnis bleiben. Wer keine Geheimnisse bewahren kann, darf den folgenden Spoiler leider nicht öffnen. ;)

  • Ich frage mich, wie viele, die die beiden belächeln, sich selbst besser anstellen würden ... ^^ Also ich hätte gegen Helion sicher auch schnell im Staub gelegen.

    Ohja - Schadenfreude ist einfacher und lenkt von der eigenen Schwäche ab.


    Zum Spoiler:

    das hört sich beinahe nach eine Trauma an :totlach::totlach::totlach:

  • Werden sie im Laufe des Krieges Freunde oder Feinde?


    Der Gespräch zwischen den beiden jungen Männern ist sehr geschickt geschrieben, so kann man noch nicht erraten, ob die beiden Freunde oder Kontrahenten sein werden

    Das Gespräch war wirklich interessant und es ist alles offen. Nagt der Neid so sehr an Narron, dass er sich gegen Helion stellt oder ihn vielleicht sogar unterwandert. Ich bin sehr gespannt.

    Eine verdorbene Suppe führt fast zum Mannschaftsstreit

    Stimmt. Aber die Barbaren, besonders den Anführer fand ich schon ziemlich sympathisch. Und Helion hat sich in dieser doch recht brenzligen Situation souverän verhalten.



    Wie wäre es, wenn man mal miteinander reden würde? Das ist ja oftmals nicht unbedingt eine der Stärken der Männer

    Du hast ja sooooo recht. Anwesende sind natürlich ausdrücklich ausgeschlossen ^^