03: Kapitel 19 - einschl. Kapitel 27

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  • Oha, die letzte Gruppensitzung geht gewaltig in die Hose. Und mit Inga gibt es sogar noch einen Todesfall. Ich nehme Richard ab, dass ihn die Ereignisse erschüttern, aber andererseits muss er sich dafür verantworten, er wusste, dass er Therapien mit illegalen Substanzen durchführt - und er hat ganz gut dabei verdient. Und ja, Verunreinigungen kann man nicht von außen sehen, er wird das Zeug ja nicht selbst zusammengemixt haben. Das ist übrigens eine gute Frage: wie kommen die Therapeuten eigentlich an die Drogen?
    Susanne will Richard aber auch in Zukunft nicht "in die Pfanne hauen", wenn es zur Gerichtsverhandlung kommt. Ob die anderen auch so nachsichtig sein werden? Vor allem Gerd, der ja gezielt Informationen gegen die Sekte und ihre Mitarbeiter sammelt. Es bleibt zu hoffen, dass sich Richard tatsächlich von alldem abwendet. Dennoch tut er mir auch ein wenig leid, er muss nun mit der Schuld leben und er scheint wirklich bisher davon überzeugt gewesen zu sein, den Menschen mit den Therapien etwas gutes zu tun.


    Es gibt also doch einen Bruder - darüber war ich mir wirklich nicht sicher. Vor allem hätte ich nicht so genau auf die Formulierung von Susannes Mutter geachtet, als sie sagte, dass sie kein weiteres Kind geboren hätte. Und bei der Erinnerung an Patrick scheint nun auch herauszukommen, wie der Vater seinerzeit tatsächlich gestorben ist. Von wegen Autounfall - da lagen wir wohl mit unseren Zweifeln gar nicht so verkehrt. Aber waren wirklich die Kinder für seinen Tod verantwortlich? Wenn die Mutter diejenige wäre, die ihn damals getötet hätte, würde das Susanne vielleicht ein wenig mit ihr versöhnen können, aber ich glaube eher nicht, dass sie irgendetwas unternommen hat.


    Schade, dass sich die Mutter bis zum Ende einem Gespräch mit ihrer Tochter verweigert. Aber die Geburtsurkunde hatte die Mutter in dem Fotoalbum aufbewahrt. War denn das Kind seinerzeit nicht bei seiner Mutter, sondern beim Vater und dessen Frau untergebracht? Oder warum haben Susannes Eltern die Geburtsurkunde? Andererseits hat die leibliche Mutter damals nach dem Tod des Vaters Patrick vermisst gemeldet.


    Nun bin ich gespannt, ob Susanne und Gerd bald mehr über Patrick erfahren und wie es ihm inzwischen ergangen ist.


    Obwohl Susanne auf der richtigen Spur ist, tut sich in diesem Abschnitt eine neue Frage auf: was ist mit Manja Fischer? Welche Rolle spielt sie in dem ganzen Drama? Was ist 4 Jahre vor dem Tod des Vaters geschehen? War sie ebenfalls ein Opfer der Missbrauchsopfer des grässlichen Vaters und seiner Kumpane und hat es womöglich nicht überlebt?

  • Tja, liebe Karin, viele (berechtigte) Fragen. Ich hoffe, der Rest des Romans wird sie dir beantworten. Sollte dir danach noch irgendwas unklar sein, melde dich einfach noch mal.


    Übrigens habe ich nirgends was drüber gelesen, wo die Therapeuten ihre Drogen herbekommen. Ich schätze, da verdienen noch einige ganz gut daran mit.

  • Ich gebe zu, dass da einige Szenen schon ziemlich ekelhaft und mir zu detailliert beschrieben waren. Mir war nicht bewusst, dass es bei diesem Buch um Pädophilie handelt. Ich gebe zu, ich hätte es vermutlich nicht gelesen. In diesem speziellen Fall wäre ein Hinweis auf dem Klappentext vielleicht doch ganz hilfreich gewesen.


    Die letzte Sitzung ist also daneben gegangen mit einem Todesfall. Das wird dann wohl an die tatsächlichen Begebenheiten angelehnt sein. Schon ganz schön heftig diese Therapie.


    Wie vermutet gibt es den Bruder tatsächlich. Patrick heißt er. Wo er jetzt wohl ist? Nach diesen Erlebnissen wird er sicherlich vielleicht sogar in Dauerbehandlung sein. Das übersteht keiner unbeschadet.


    Ein wenig verwundert war ich, dass Susanne einfach aufgelegt hat, als sie von ihrer Freundin Manja erfahren hat. Immerhin ist sie ja auf der Suche nach der Wahrheit und nun hat sie jemanden in der Leitung, die eventuell viel mehr über ihre Vergangenheit weiß. Das war für mich irgendwie unlogisch.


    Die Szene mit der Mutter hat sich 3 x so ähnlich wiederholt und jedesmal sagt Susanne, sie kommt dann nicht mehr. Beim 3. Mal fand ich das zuviel. Und Susanne wurde für mich unglaubwürdig.


    Aber waren wirklich die Kinder für seinen Tod verantwortlich?

    Da zweifel ich ein wenig. Man könnte es ihnen im Affekt durchaus zutrauen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass jemand Drittes noch involviert ist. Die Mutter auf keinen Fall. Das glaube ich nicht.

    War denn das Kind seinerzeit nicht bei seiner Mutter, sondern beim Vater und dessen Frau untergebracht? Oder warum haben Susannes Eltern die Geburtsurkunde?

    Das könnte durchaus sein. Man weiß ja nicht, ob die Mutter nicht schon vorher Schwierigkeiten hatte und der Sohn vorübergehend bei seinem Vater gelebt hat.

    was ist mit Manja Fischer? Welche Rolle spielt sie in dem ganzen Drama? Was ist 4 Jahre vor dem Tod des Vaters geschehen? War sie ebenfalls ein Opfer der Missbrauchsopfer des grässlichen Vaters und seiner Kumpane und hat es womöglich nicht überlebt?

    Manja gibt mir auch Rätsel auf. War sie die 3. im Bunde? Da sie im gleichen alter wie Susanne ist, wird sie sicherlich auch missbraucht worden sein. Oder war sie vielleicht die Stärkere von den Dreien und hat gegen den Vater aufbegehrt? Vielleicht hat sie ihren Mut mit ihrem Tod bezahlen müssen.


    Ich bin gespannt, was dieser Reporter noch herausfinden wird.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Hallo Pat,


    es ist immer schwierig, schon beim Klappentext zu verraten, worum es geht. Das nimmt doch einiges von der Spannung raus. Deshalb habe ich da nichts über Pädophilie geschrieben.


    Du schreibst: "Ein wenig verwundert war ich, dass Susanne einfach aufgelegt hat, als sie von ihrer Freundin Manja erfahren hat. Immerhin ist sie ja auf der Suche nach der Wahrheit und nun hat sie jemanden in der Leitung, die eventuell viel mehr über ihre Vergangenheit weiß. Das war für mich irgendwie unlogisch."


    Ich habe extra nochmal nachgelesen und die Stelle gefunden, die du wahrscheinlich meinst. Aber da hat Manjas Mutter aufgelegt. Wahrscheinlich hast du das falsch verstanden.


    Dass sich die Szene mit Susannes Mutter 3 x wiederholt, ist mir nicht bewusst. Hab aber auch jetzt keine Lust, alles nochmal zu lesen.


    Bin gespannt, ob sich deine Fragen im Laufe des Romans noch klären werden.

  • Ich habe extra nochmal nachgelesen und die Stelle gefunden, die du wahrscheinlich meinst. Aber da hat Manjas Mutter aufgelegt. Wahrscheinlich hast du das falsch verstanden.

    Als Susanne zum ersten Mal bei Annegret Fischer anruft, ist sie es die auflegt.

    Zitat

    Susanne traute sich nicht zu fragen...... Sie war so verwirrt, dass sie einfach den roten Knopf drückte.

    EBook S. 113

    Manjas Mutter erwähnt etwas, was passierte, als die beidem sechs Jahte alt waren. Was war das? Es muss heftig gewesen sein, dass Susanne es verdrängt hat und sogar keine Erinnerung mehr an Manja hat.


    Das war ein heftiger Abschnitt! Susannes Mutter liegt im Sterben und ihre einzige Sorge ist, dass sie nicht mehr rechtzeitig mit ihr reden kann. Als die Mutter dan stirbt, ist von Trauer keine Rede. Es klingt ganz schön hart, ist aber durchaus nachvollziehbar.


    Es ist also doch ein (Halb-) Bruder da. Was mich ein bisschen stört ist, dass Susanne etwas träumt - und zack, alles ist klar. Die Szene in der Hütte hat sie doch ohne Drogen geträumt? Wie kann sie voraussetzen, dass sie das wirklich so erlebt hat?

    Der Vater wurde umgebracht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das die Kinder waren, die er missbraucht hat. Wenn sie zu zweit oder gar zu dritt waren (mit Manja), dann wäre das durchaus vorstellbar. Nachdem die Genitalien mit dem Messer bearbeitet wurden, ist gut möglich, dass die Kinder sich so gerächt haben.


    Die letzte Sitzung bei Richard ist aus dem Ruder gelaufen. Was war wohl die Ursache? Falsche Dosierung? Aber dann gleich bei allen Teilnehmern? Ich tippe eher auf verunreinigte Drogen. Vielleicht erfahren wir das ja noch.

    Richard muss mit der Schuld leben, am Tod eines Menschen schuld zu sein. Sicherlich war da kein Vorsatz, aber er hat eindeutig illegal gehandelt und wird sich dafür verantworten müssen.


    So, jetzt bin ich gespannt auf den letzten Teil, es sind ja noch viele Fragen offen.....

  • War denn das Kind seinerzeit nicht bei seiner Mutter, sondern beim Vater und dessen Frau untergebracht? Oder warum haben Susannes Eltern die Geburtsurkunde?

    Das könnte durchaus sein. Man weiß ja nicht, ob die Mutter nicht schon vorher Schwierigkeiten hatte und der Sohn vorübergehend bei seinem Vater gelebt hat.


    Ich bin gespannt, was dieser Reporter noch herausfinden wird.

    Aber wenn er bei Vater und Stiefmutter gelebt hätte, müsste Susanne sich doch erinnern? Dafür sprächen aber die entfernten Fotos aus dem Album. Aber warum wird Patrick totgeschwiegen?


    Der Reporter war mir ja anfangs unsympathisch oder suspekt. Mittlerweile finde ich gut, dass er sein eigenes Anliegen zurückstellt, um Susanne zu helfen.

  • Tja, liebe Karin, viele (berechtigte) Fragen. Ich hoffe, der Rest des Romans wird sie dir beantworten. Sollte dir danach noch irgendwas unklar sein, melde dich einfach noch mal.

    Es ist immer gut, wenn ein Roman, zumal ein Psychothriller Fragen zum Spekulieren aufwirft.


    Übrigens habe ich nirgends was drüber gelesen, wo die Therapeuten ihre Drogen herbekommen. Ich schätze, da verdienen noch einige ganz gut daran mit.

    Das denke ich auch. Allerdings hat man dann tatsächlich das Risiko, verunreinigte Drogen zu erhalten, was man ja vor der Einnahme nicht überprüfen kann.


    Manja gibt mir auch Rätsel auf. War sie die 3. im Bunde? Da sie im gleichen alter wie Susanne ist, wird sie sicherlich auch missbraucht worden sein. Oder war sie vielleicht die Stärkere von den Dreien und hat gegen den Vater aufbegehrt? Vielleicht hat sie ihren Mut mit ihrem Tod bezahlen müssen.

    Das könnte natürlich auch sein, dass Manja sich den Missbrauch nicht gefallen lassen wollte und sich gewehrt hat.


    Als die Mutter dan stirbt, ist von Trauer keine Rede. Es klingt ganz schön hart, ist aber durchaus nachvollziehbar.

    Ich kann das auch nachvollziehen, der Kontakt zwischen den beiden war eh schon ziemlich abgekühlt und nachdem die Mutter dann auch noch bis zum Schluss geschwiegen hat ...


    Was mich ein bisschen stört ist, dass Susanne etwas träumt - und zack, alles ist klar. Die Szene in der Hütte hat sie doch ohne Drogen geträumt? Wie kann sie voraussetzen, dass sie das wirklich so erlebt hat?

    Das geht mir genauso, ich glaube, ich hätte dann doch noch allzu viele Zweifel, ob das Geträumte wirklich real war oder ob das "nur" Albträume sind.

  • Ich gebe zu, dass da einige Szenen schon ziemlich ekelhaft und mir zu detailliert beschrieben waren. Mir war nicht bewusst, dass es bei diesem Buch um Pädophilie handelt. Ich gebe zu, ich hätte es vermutlich nicht gelesen. In diesem speziellen Fall wäre ein Hinweis auf dem Klappentext vielleicht doch ganz hilfreich gewesen.


    Die kursive Schrift ist ein sehr gutes Entgegenkommen. Sogar mein Mann hat das genutzt, um diese Stellen zu überlesen und siehe da zumindest an dieser Stelle hat es für mich nichts ausgemacht, ohne dieses Wissen weiter zu lesen. Ich kann der Handlung trotzdem folgen und ich finde die sie trotzdem spannend. (So wie übrigens mein Mann auch). Es gibt den Bruder, hoffentlich gibt es ihn noch. Bin mal gespannt.

    Dennoch tut er mir auch ein wenig leid, er muss nun mit der Schuld leben und er scheint wirklich bisher davon überzeugt gewesen zu sein, den Menschen mit den Therapien etwas gutes zu tun.

    Ich finde eine solche Strafe schon schlimm genug. Er hat ein Gewissen und muss damit leben. Mir tut er leid. Er will ja nicht nur etwas Gutes tun, er hat es auch getan. Bei Susanne hat die Natur eben nicht effektiv genug das Vergessen vernarben lassen. Sie hatte Defizite, die ihr unerklärlich waren und nun ist sie dabei das richtig aufzuarbeiten, was sie als Kind nicht gekonnt hätte. Das verdankt sie schon Richard. Wieviele Ärzte machen Fehler, sie sind alle nur Menschen und wenn ein Arzt einen '

    Patienten verliert, weil die Einrichtung nicht in Ordnung war oder Medikamente nicht richtig eingenommen wurden, dann verurteilen wir auch nicht den Arzt. Man sollte lieber dafür sorgen, dass die Drogen, die bei einer solchen Behandlung angewendet werden offiziell untersucht und freigegeben werden.

    Richard muss mit der Schuld leben, am Tod eines Menschen schuld zu sein. Sicherlich war da kein Vorsatz, aber er hat eindeutig illegal gehandelt und wird sich dafür verantworten müssen.

    Ich denke das illegale Handeln und die Strafe dafür sind für ihn vielleicht sogar tröstlich bis zu einem gewissen Grad. Er wird sich selbst nicht verzeihen.


    Ich habe extra nochmal nachgelesen und die Stelle gefunden, die du wahrscheinlich meinst. Aber da hat Manjas Mutter aufgelegt. Wahrscheinlich hast du das falsch verstanden.

    Nein, es war wirklich Susanne, die aufgelegt hat und ich habe das auch nicht ganz verstanden, mir aber so erklärt, dass sie einfach geschockt war, diese Freundin so total vergessen zu haben und erst einmal Zeit brauchte, um daszu verdauen. Allerdings hätte ich erwartet, dass sie nach kurzer Bedenkzeit nochmal anruft.


    Die Szene mit der Mutter hat sich 3 x so ähnlich wiederholt und jedesmal sagt Susanne, sie kommt dann nicht mehr. Beim 3. Mal fand ich das zuviel. Und Susanne wurde für mich unglaubwürdig.


    Dass sich die Szene mit Susannes Mutter 3 x wiederholt, ist mir nicht bewusst. Hab aber auch jetzt keine Lust, alles nochmal zu lesen.

    Ich kann es gerne bestätigen. Ich fand es auch ziemlich blöd und hartherzig. Wie Susanne mit ihrer Mutter umgeht, bei allem was passiert ist, aber es ist eine alte kranke Frau, der das scheinbar alles sehr zu schaffen macht, da sollte man doch eher in Ruhe mit ihr reden. So wie sie mit der Mutter redet ist es kein Wunder, dass diese nichts sagt. Sie ist so was von kalt und hat doch noch keine Beweise, weiß nicht wirklich wie es ihrer Mutter geht, welche psychischen Probleme ihre Mutter hat. In den Szenen mit der Mutter kann ich Susanne nicht leiden. Bei allen Problemen, gut, ich hatte nicht solche Probleme, meine waren dagegen harmlos, obwohl sie mir auch heute noch Probleme machen. Sicher weiß ich nicht, wie ich an Susannes Stelle gehandelt hätte, aber ich weiß, dass ich s, nicht handeln könnte, nicht einer alten Frau gegenüber, die ich mit meinem Verhalten praktisch in den Tod treibe.


    Es klingt ganz schön hart, ist aber durchaus nachvollziehbar.

    Für mich eben nicht. Auch die Mutter ist ein Mensch.


    was ist mit Manja Fischer? Welche Rolle spielt sie in dem ganzen Drama? Was ist 4 Jahre vor dem Tod des Vaters geschehen? War sie ebenfalls ein Opfer der Missbrauchsopfer des grässlichen Vaters und seiner Kumpane und hat es womöglich nicht überlebt?

    Ich denke schon, dass das so ist. Vermutlich war sie bei der Familie zu Besuch und ist dort in die Fänge des Vaters geraten. Vielleicht hat der ihr sogar Geld geboten, dass sie schweigt. Sie war ja schon Alkoholikerin und ich wundere mich, dass sie noch lebt, normalerweise leben Alkoholiker nicht so lange und schon gar nicht in einer Wohnung. Ich bin gespannt, was in dem Gespräch rauskommt.


    Insgesamt frage ich mich, wenn Susanne erfahren würde, dass das Schweigen der Mutter einen anderen Grund hat, zum Beispiel, sie zu schützen, was würde sie dann machen? Für mich hat sie mit ihrem Verhalten die Mutter umgebracht. Ist das gerechtfertigt?

  • Ich habe extra nochmal nachgelesen und die Stelle gefunden, die du wahrscheinlich meinst. Aber da hat Manjas Mutter aufgelegt. Wahrscheinlich hast du das falsch verstanden.

    Nein, es war wirklich Susanne, die aufgelegt hat und ich habe das auch nicht ganz verstanden, mir aber so erklärt, dass sie einfach geschockt war, diese Freundin so total vergessen zu haben und erst einmal Zeit brauchte, um daszu verdauen. Allerdings hätte ich erwartet, dass sie nach kurzer Bedenkzeit nochmal anruft.

    So habe ich mir das auch gedacht. Manjas Mutter hat auf etwas angespielt, was den Mädchen im Alter von sechs Jahren „passiert“ ist. Entweder hat das in Susanne irgendeine Erinnerung ausgelöst, oder sie war geschockt, dass sie sich überhaupt nicht erinnern konnte.


    Zitat

    Ich finde eine solche Strafe schon schlimm genug. Er hat ein Gewissen und muss damit leben. Mir tut er leid. Er will ja nicht nur etwas Gutes tun, er hat es auch getan


    Richard war sich sicherlich bewusst, dass er illegal gehandelt hat. Er wollte aber damit Gutes tun. Klar, er wollte damit auch Geld verdienen. Mir tut er auch leid.

    Zitat

    Insgesamt frage ich mich, wenn Susanne erfahren würde, dass das Schweigen der Mutter einen anderen Grund hat, zum Beispiel, sie zu schützen, was würde sie dann machen? Für mich hat sie mit ihrem Verhalten die Mutter umgebracht. Ist das gerechtfertigt?

    Dass sie die Mutter in den Tod treibt, finde ich ein bisschen übertrieben. Ihr Verhalten finde ich nicht in Ordnung, das der Mutter allerdings auch nicht - weder früher noch jetzt.

  • Hallo ihr Lieben, sorry, dass ich mich die letzten beiden Tage nicht gemeldet habe, aber ich war bis spätabends auf einem Komparsendreh und bin danach einfach nur noch ins Bett gefallen.


    Eure Ansichten, auch über Susannes Verhalten der Mutter gegenüber oder über Richards Schuld, finde ich interessant. Beim Schreiben denkt man sich ja immer nur: na das wird der Leser sicher nachvollziehen können, das sieht sicher jeder so. Und dann ist man manchmal erstaunt, dass nicht alle das so sehen. Das ist für mich als Autor sehr interessant. Auch dass eine Handlung einer Figur (hier z.B. das Beenden eines Gesprächs) so unterschiedliche Meinungen hervorruft - sehr interessant.


    Ihr macht euch auch so viele Gedanken, das finde ich richtig gut. Kompliment! Ich denke, dass die unterschiedlichen Meinungen und Ansichten auch oft auf Grund unterschiedlicher eigener Erfahrungen zustandekommen. Vielleicht bin ich da auf Grund meiner (bereits geschilderten) Erfahrungen auch einfach ein gebranntes Kind und manchmal für manche auch nicht nachvollziehbar hart. Aber jeder Autor schreibt eben aus seinem Erfahrungshorizont heraus, er kann zwar über andere Figuren schreiben, die er sich ausdenkt, aber irgendwo nimmt er sich ja selber immer auch mit. Da muss das gar kein autobiografischer Roman sein.


    Was das Kursive anbetrifft. Diesen Kunstgriff mache ich eigentlich in allen Romanen, in denen so was wie Träume oder die Stimme des Täters eine Rolle spielt. Ich möchte das nicht miteinander vermischen, ich möchte das auch als Leser sichtbar voneinander abgetrennt sehen.


    Nun bin ich gespannt auf die letzte Runde!

  • Ich denke, dass die unterschiedlichen Meinungen und Ansichten auch oft auf Grund unterschiedlicher eigener Erfahrungen zustandekommen.

    Auf jeden Fall spielt das auch eine große Rolle. Wir sind eben alle unterschiedlich und haben unterschiedliche Motive, Wahrnehmungen, Philosophien. Aber genau das macht eine Leserunde auch so spannend, weil es die Perspektiven verändert und den Horizont erweitert.

    Was das Kursive anbetrifft. Diesen Kunstgriff mache ich eigentlich in allen Romanen, in denen so was wie Träume oder die Stimme des Täters eine Rolle spielt. Ich möchte das nicht miteinander vermischen, ich möchte das auch als Leser sichtbar voneinander abgetrennt sehen.

    Das finde ich sehr gut. Ich finde es als Leser immer furchtbar, wenn man erst während des Lesens merkt, dass da jetzt etwas anders ist und nicht zum Vorangegangen passt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Die Gruppensitzung endet in einer Katastrophe, trotzdem finde ich Richard immer noch ziemlich sympathisch. Er konnte denke ich, nicht ahnen, dass so etwas passiert und sein Ziel war, seinen Patienten zu helfen. Die Methode, Drogen zu verabreichen ist natürlich trotzdem nicht richtig.

    Es bleibt zu hoffen, dass sich Richard tatsächlich von alldem abwendet.

    Ich hoffe auch, dass er aus der Sache gelernt hat.


    Als Susanne beim Telefonat mit Manjas Mutter auflegt, war ich auch verwundert und habe es nicht verstanden.


    Ich gebe zu, dass da einige Szenen schon ziemlich ekelhaft und mir zu detailliert beschrieben waren. Mir war nicht bewusst, dass es bei diesem Buch um Pädophilie handelt.

    Das habe ich genauso empfunden, einige Beschreibungen waren sehr abstossend. Klar, wenn es um Pädophilie geht, aber mir war es auch zu detailliert an einigen Stellen.


    Manja gibt mir auch Rätsel auf.

    Mir auch. Welche Rolle spielt sie in der ganzen Sache und was ist mit ihr passiert?

    Der Vater wurde umgebracht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das die Kinder waren, die er missbraucht hat.


    Nachdem die Genitalien mit dem Messer bearbeitet wurden, ist gut möglich, dass die Kinder sich so gerächt haben.

    Ich vermute auch, dass die Kinder ihn umgebracht haben und dass das Werkzeug, mit dem der Vater die Kinder gequält hat, die Tatwaffe war.

    Was das Kursive anbetrifft. Diesen Kunstgriff mache ich eigentlich in allen Romanen, in denen so was wie Träume oder die Stimme des Täters eine Rolle spielt. Ich möchte das nicht miteinander vermischen, ich möchte das auch als Leser sichtbar voneinander abgetrennt sehen.

    Das gefällt mir gut, so kann man beim Lesen gedanklich einen Schritt zurücktreten und das Ganze aus einer anderen Perspektive betrachten.

  • Als Susanne beim Telefonat mit Manjas Mutter auflegt, war ich auch verwundert und habe es nicht verstanden.

    Ich vermute, dass die Aussage der Mutter, dass „etwas passiert“ ist, als die Mädchen sechs Jahre alt waren, irgendeine Erinnerung in Susanna ausgelöst hat, die sie so geschockt hat, dass sie einfach aufgelegt hat. Warum sie dann allerdings nach einer Weile nicht wieder angerufen hat, leuchtet mir auch nicht ein.

  • Ich vermute, dass die Aussage der Mutter, dass „etwas passiert“ ist, als die Mädchen sechs Jahre alt waren, irgendeine Erinnerung in Susanna ausgelöst hat, die sie so geschockt hat, dass sie einfach aufgelegt hat.

    Ja, so könnte ich es mir auch vorstellen.