02: Kapitel 10 - einschl. Kapitel 18

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  • odenwaldcollies

    Hat den Titel des Themas von „02: Kapitel 10 - einschl. Kap. 9)“ zu „02: Kapitel 10 - einschl. Kapitel 18“ geändert.
  • Susanne entwickelt zunehmend eine Abhängigkeit von den Drogentrips bzw. den Drogen selbst. Eigentlich hätten bei ihr schon sämtliche Alarmglocken klingen sollen, als sie nach dem zweiten Seminarwochenende nicht mehr ohne Tabletten schlafen kann. Aber sie ist der Meinung, wenn sie nur weiter in ihrer Vergangenheit nachbohrt, wird es ihr schon besser gehen - aber wird das wirklich der Fall sein? Im Moment bezweifle ich das sehr, die Rückblicke oder Visionen, die sie hat, werden immer entsetzlicher und schrecklicher.


    Nach diesem Abschnitt habe ich mein Misstrauen gegenüber Gudrun abgelegt, ich denke, sie ist wirklich um Susanne besorgt, dass sie von den Drogen abhängig werden könnte. Leider dringt sie aber auch nicht mehr zu ihrer Freundin durch. Susanne hat immer mehr Geheimnisse vor ihr und ich habe das Gefühl, dass die beiden sich langsam aber sicher entfremden.


    Alarmiert war ich auch, als sich Susanne überlegt, ob sie es überhaupt möchte, dass Richard und die anderen Ärger durch Gerd bekommen, das deutet daraufhin, dass sie immer stärker unter den Einfluss dieser Sekte gerät.


    Als Susanne mit ihrer Mutter zusammen das Fotoalbum ansieht und Fotos mit ihrem Vater als liebevoll und herzlich beschrieben werden, hatte ich kurz Zweifel, ob sie sich den Missbrauch womöglich wirklich nur eingebildet hat. Zumal sie davon "träumte", an ihrem 9. Geburtstag das rosa Prinzessinnenkleid angehabt zu haben, während sie auf dem Foto aber ein andersfarbiges Kleid trug. Aber die nachfolgende Feststellung, dass sie an dem Geburtstag das letzte Mal ein Kleid getragen hat und ihr anschließendes Gespräch mit Gudrun, warum diese schon länger vermutet hat, dass Susanne ein Missbrauchsopfer sein könnte, verhärten dann doch wieder den Verdacht.


    Und die Reaktion der Mutter lässt leider auch keinen anderen Schluss zu, dass der furchtbare Missbrauch leider real war. Ein Mädchen mit 9 Jahren bekommt seine Regel - ja klar X(

    Und die Mutter war zu schwach, um einzugreifen und ihre Tochter zu schützen. Kein Wunder, dass Susanne ihrer Mutter solche Vorwürfe an den Kopf wirft. Andererseits ist ihre Mutter alt und wer weiß, wie lange sie noch zu leben hat. Susanne muss sich überlegen, ob sie endgültig mit ihrer Mutter brechen will oder ob sie sich mit ihr in Ruhe ausspricht und vielleicht doch eine Aussöhnung möglich ist.


    Wie Gudrun wäre es mir allerdings auch lieber, wenn sich Susanne echte professionelle Hilfe holen und sich nicht weiter Richard Kohler anvertrauen würde. Obwohl er sich scheinbar weiterhin tadellos ihr gegenüber verhält. Dass man vergangenen Traumata per Hypnose auf den Grund geht, ist jetzt nicht so unüblich. Allerdings hätte ich gerne gewusst, welche Qualifikationen Richard diesbezüglich aufweisen kann. In dem Bereich gibt es auch genügend Scharlatane.


    Immerhin kann Susanne nach der Hypnose-Sitzung wieder besser schlafen, der Erfolg wird aber bei dem nächsten Drogentrip wieder zunichte gemacht. Das, was sie dort sieht, ist ja furchtbar und schrecklich. Aber ich kann es auch nicht einordnen: Susanne hat sich zwar nach ihrem 9. Geburtstag die Haare abgeschnitten, daher könnte sie tatsächlich dem vermeintlichen Bruder entsprechen, aber einen Penis kann sie deswegen dennoch nicht haben.


    Gibt es nun einen Bruder oder nicht? Oder ist diese ganze Szene reine Halluzination aufgrund der Drogen, ähnlich dem Albtraum, den Susanne im Prolog erlebt?


    Interessant finde ich, dass wir erfahren, dass der Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als Susanne 10 Jahre alt war. Natürlich habe ich mich direkt gefragt, ob bei dem Autounfall jemand nachgeholfen hat. Vielleicht die Mutter, die so ihre einzige Chance gesehen hat, den grässlichen Ehemann und Vater für immer loszuwerden?

  • Andererseits ist ihre Mutter alt und wer weiß, wie lange sie noch zu leben hat. Susanne muss sich überlegen, ob sie endgültig mit ihrer Mutter brechen will oder ob sie sich mit ihr in Ruhe ausspricht und vielleicht doch eine Aussöhnung möglich ist.

    Es wäre sicherlich für beide besser, wenn sie sich aussöhnen. Vielleicht würde es Susanne auch helfen, darüber zu reden, ohne zu streiten. Sicherlich hat die Mutter auch schwere Schuld auf sich geladen, in dem sie nicht eingegriffen hat. Aber es wäre doch hilfreich, zu vergeben und die letzten Lebensjahre oder -monate in Frieden zu verbringen. Wenn die Mutter nicht mehr da ist, könnte es sein, dass Susanne sich Vorwürfe macht, ihr nicht vergeben zu haben. Und dann ist es zu spät.

    Sicherlich ist es für eine Frau auch furchtbar, zu sehen, wie ihr Ehemann die eigene Tochter missbraucht. Aber es ist auch nicht so einfach, ihn zu verlassen. Ich fände es schon interessant zu erfahren, Wie die Ehefrau / Mutter so etwas erlebt, was sie dabei fühlt.


    Zitat

    Immerhin kann Susanne nach der Hypnose-Sitzung wieder besser schlafen, der Erfolg wird aber bei dem nächsten Drogentrip wieder zunichte gemacht.

    Hypnose ist mir auch suspekt, aber das würde ich noch eher akzeptieren als Drogen. Ich könnte mir vorstellen, dass unter Hypnose eher wirklich erlebte Dinge auftauchen. Bei einem Drogenrausch träumt man vielleicht eher Sachen, die gar nicht wirklich passiert sind. Das ist meine Vermutung, ich kann das nicht belegen.

    Zitat

    Gibt es nun einen Bruder oder nicht? Oder ist diese ganze Szene reine Halluzination aufgrund der Drogen, ähnlich dem Albtraum, den Susanne im Prolog erlebt?

    Es könnte sein, dass sie sich selber so auf dem Tisch liegen sieht. Dass mit dem Penis passt dann natürlich nicht, aber sie hat ja nach ihrem neunten Geburtstag beschlossen, ein Junge zu werden, vielleicht hat sie das in ihrem Traum so weit getrieben, dass sie wirklich ein Junge war. An einen Bruder glaube ich eigentlich nicht.

    Zitat

    Interessant finde ich, dass wir erfahren, dass der Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als Susanne 10 Jahre alt war. Natürlich habe ich mich direkt gefragt, ob bei dem Autounfall jemand nachgeholfen hat. Vielleicht die Mutter, die so ihre einzige Chance gesehen hat, den grässlichen Ehemann und Vater für immer loszuwerden?

    Daran habe ich auch sofort gedacht.


    Richard ist mir nach wie vor sehr suspekt. Erst bietet er Einzelsitzungen an, als Susanne dann eine mit „Trip“ haben möchte, rudert er zurück. Susanne vermutet selber, dass sie im Drogenrausch „Konfabulationen“ hat. Also Erinnerungstäuschungen, die ihr wie wirklich Erlebtes vorkommen. Richard wiegelt ab, er lässt keine Zweifel zu.



    Verwunderlich finde ich, dass sie in ihrem ganzen Gefühls-Chaos auch noch an Gerd denkt. Warum ist ihr sein Anliegen so wichtig? Ich glaube an ihrer Stelle würde ich mich um meine eigene Heilung bemühen und nicht noch an andere denken.


    Gudruns Ablehnung kann ich mittlerweile auch nachvollziehen. Sie ist ehrlich besorgt um Susanne und möchte, dass sie geheilt wird und sich professionelle Hilfe holt. Sie hat Angst, dass Susanne abhängig wird von den Drogen. Sie ahnt ja selber schon, dass sie erst zur Ruhe kommen wird, wenn sie ihre komplette Vergangenheit aufgearbeitet hat. Das bedeutet eventuell noch einige Sitzungen mit Drogen. Das kann schnell zu einer Sucht führen.

  • Zu zwei Aspekten möchte ich hier noch was sagen.

    1. Der Bruder: Ich finde eure Gedanken dazu interessant. Also dass sie vielleicht ihre Wünsche so sehr verinnerlicht hat, dass sie sich sogar mit Penis sieht. Natürlich war es mir von Anfang an ein Anliegen, diese Zweifel im Leser zu säen. Die Frage: Bildet sie sich den Bruder nur ein? Ist es ihr abgespaltenes Ich? Das scheint mir mehr gelungen zu sein, als ich dachte. Denn spätestens seit dieser Tischszene hatte ich damit gerechnet, dass der Leser weiß, dass es einen Bruder geben muss. Lasst euch überraschen!


    2. Die Rolle der Mutter: Ich muss da leider aus eigener Erfahrung sprechen. Mein Vater hat uns 5 Kinder zwar nicht sexuell missbraucht - obwohl durchaus Handlungen dabei waren, die aus heutiger Sicht darunter fallen würden, z.B. das Antatschen an der Brust etc., da war ich aber schon kein Kind mehr - aber er hat alle, außer mir, geschlagen. Teilweise wirklich sehr, sehr schwer. Also man kann es auch körperliche Misshandlungen nennen. Wir hatten bis zu seinem Tod Angst vor ihm. Auch ich, obwohl er mich, wie gesagt, weitestgehend ausgenommen hat (ich habe auch seinen Erwartungen stets entsprochen). Nun frage ich euch: Wie kann eine Mutter jahrelang mit ansehen, wie ihr Mann ihre Kinder schlägt? Seit ich selbst Mutter bin, habe ich mich das unzählige Male gefragt. Für mich wäre es überhaupt keine Überlegung gewesen, ich hätte sofort die Koffer gepackt und mein Kind genommen. Aber meine Mutter, mit der ich oft versucht habe, darüber zu sprechen, redet das heute alles klein. Es sei ja alles nicht so schlimm gewesen und das sei ja damals so üblich gewesen. Sie verdrängt komplett und will nicht begreifen, was das in unserer Psyche angerichtet hat (auch in meiner).

  • Ich fände es schon interessant zu erfahren, Wie die Ehefrau / Mutter so etwas erlebt, was sie dabei fühlt.

    Ja, das würde mich auch interessieren, wie sie das wahrgenommen hat und wenn es nur deswegen ist, weil man verstehen möchte, warum sie nichts getan hat.


    Es könnte sein, dass sie sich selber so auf dem Tisch liegen sieht. Dass mit dem Penis passt dann natürlich nicht, aber sie hat ja nach ihrem neunten Geburtstag beschlossen, ein Junge zu werden, vielleicht hat sie das in ihrem Traum so weit getrieben, dass sie wirklich ein Junge war. An einen Bruder glaube ich eigentlich nicht.

    Das ist ein guter Gedanke.


    Richard ist mir nach wie vor sehr suspekt. Erst bietet er Einzelsitzungen an, als Susanne dann eine mit „Trip“ haben möchte, rudert er zurück. Susanne vermutet selber, dass sie im Drogenrausch „Konfabulationen“ hat. Also Erinnerungstäuschungen, die ihr wie wirklich Erlebtes vorkommen. Richard wiegelt ab, er lässt keine Zweifel zu.

    Ja, ich kann ihn nach wie vor auch nicht sehr gut einschätzen. Mir wäre das alles weiterhin auch suspekt und zu heiß.


    Aber meine Mutter, mit der ich oft versucht habe, darüber zu sprechen, redet das heute alles klein. Es sei ja alles nicht so schlimm gewesen und das sei ja damals so üblich gewesen. Sie verdrängt komplett und will nicht begreifen, was das in unserer Psyche angerichtet hat (auch in meiner).

    Ohje, das ist wirklich schlimm. Hier scheint die Verdrängung bei der Mutter, vor allem der eigenen Schuldgefühle, sehr gut zu funktionieren. Kein Wunder, dass sie dann keine Notwendigkeit gesehen hat, den Vater zu verlassen. Und wenn es so überhaupt keine Einsicht gibt, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass es dann auch nicht mit dem Verzeihen klappt.

  • Wir hatten bis zu seinem Tod Angst vor ihm. Auch ich, obwohl er mich, wie gesagt, weitestgehend ausgenommen hat (ich habe auch seinen Erwartungen stets entsprochen). Nun frage ich euch: Wie kann eine Mutter jahrelang mit ansehen, wie ihr Mann ihre Kinder schlägt? Seit ich selbst Mutter bin, habe ich mich das unzählige Male gefragt. Für mich wäre es überhaupt keine Überlegung gewesen, ich hätte sofort die Koffer gepackt und mein Kind genommen.

    Das ist wirklich furchtbar! Ich könnte auch nicht mit ansehen, dass mein Mann meine Kinder misshandelt. Da hätte ich die Koffer + Kinder gepackt und tschüss. Oder kann eine Frau ihrem Mann so hörig sein, dass sie das erträgt? Schwer vorzustellen.

  • Wir hatten bis zu seinem Tod Angst vor ihm. Auch ich, obwohl er mich, wie gesagt, weitestgehend ausgenommen hat (ich habe auch seinen Erwartungen stets entsprochen). Nun frage ich euch: Wie kann eine Mutter jahrelang mit ansehen, wie ihr Mann ihre Kinder schlägt? Seit ich selbst Mutter bin, habe ich mich das unzählige Male gefragt. Für mich wäre es überhaupt keine Überlegung gewesen, ich hätte sofort die Koffer gepackt und mein Kind genommen.

    Das ist wirklich furchtbar! Ich könnte auch nicht mit ansehen, dass mein Mann meine Kinder misshandelt. Da hätte ich die Koffer + Kinder gepackt und tschüss. Oder kann eine Frau ihrem Mann so hörig sein, dass sie das erträgt? Schwer vorzustellen.

    Ich glaube schon das es solche Frauen gibt. Vielleicht wurde sie ja auch selbst von ihm Missbraucht und sie hat sich dann eingeredet das er mit ihr „genug“ hat und sie wollte es deswegen nicht wahr haben das er an das Kind auch geht.


    Man kann sich ja leider alles schön reden.

  • Das waren heftige Szenen, auch wenn es zunächst "nur" Träume sind. Aber sie könnten für Susanne durchaus wahr sein. Irgendwie glaube ich nicht an eingeredete oder eingebildete Bilder in ihrem Gedächtnis. Ich glaube, ihr ist das tatsächlich passiert und dass sie auch einen Bruder hat. Sie muss das Ritual und den anschließenden Missbrauch beobachtet haben, vielleicht weil sie musste, vielleicht aus Zufall. Dass man solche Erlebnisse tief in seinem Unterbewusstsein verdrängt, ist wohl klar. Und dass Gudrun den Missbrauch aufgrund diverser Reaktionen vermutet, ist für mich auch schlüssig.


    Die Mutter finde ich heftig. Ich habe ehrlich gesagt dafür null Verständnis. Da gibt es bei mir keine Toleranz. Die Mutter ist genauso schuldig wie der Vater selbst. Deshalb habe ich mit ihr auch kein Mitleid, auch wenn sie anscheinend alles ebenfalls verdrängt hat und sich irgendwie schön redet.

    Menstruation mit 9 Jahren, nee ist klar. Und danach will das Mädchen plötzlich ein Junge sein. Da braucht man keine psychologischen Kenntnisse, um zu merken, dass da irgendetwas nicht stimmt.


    Interessant finde ich, dass wir erfahren, dass der Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als Susanne 10 Jahre alt war. Natürlich habe ich mich direkt gefragt, ob bei dem Autounfall jemand nachgeholfen hat.

    Ich bin skeptisch, was den Autounfall betrifft. Das hat man ihr erzählt. Sie war nicht auf der Beerdigung, das finde ich seltsam. Ich denke, der ist entweder anders zu Tode gekommen oder sitzt wegen schweren Kindesmissbrauch im Knast. Immerhin hat er wohl einen pädophilen Kreis gegründet, die alle gleich abartig sind.



    Sicherlich ist es für eine Frau auch furchtbar, zu sehen, wie ihr Ehemann die eigene Tochter missbraucht. Aber es ist auch nicht so einfach, ihn zu verlassen. Ich fände es schon interessant zu erfahren, Wie die Ehefrau / Mutter so etwas erlebt, was sie dabei fühlt.

    Wieso nicht? Hier geht es um das eigene Kind, um das eigene Fleisch und Blut. Es wäre ihre Pflicht gewesen, dass Kind davor zu beschützen. Die Mutter scheint nicht das richtige - wenn überhaupt - gefühlt zu haben, sonst hätte sie gehandelt. Es gibt da für mich keine Entschuldigung.


    Nun frage ich euch: Wie kann eine Mutter jahrelang mit ansehen, wie ihr Mann ihre Kinder schlägt? Seit ich selbst Mutter bin, habe ich mich das unzählige Male gefragt. Für mich wäre es überhaupt keine Überlegung gewesen, ich hätte sofort die Koffer gepackt und mein Kind genommen. Aber meine Mutter, mit der ich oft versucht habe, darüber zu sprechen, redet das heute alles klein. Es sei ja alles nicht so schlimm gewesen und das sei ja damals so üblich gewesen. Sie verdrängt komplett und will nicht begreifen, was das in unserer Psyche angerichtet hat (auch in meiner).

    Das kann ich genauso wenig verstehen, auch wenn ihr zu fünft ward. Schläge verletzten nicht nur den Körper, sondern noch viel mehr die Seele.


    Mir tut das sehr leid und macht mich traurig, dass Du so etwas miterleben musstest. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du darunter sehr gelitten hast. Konntest Du das irgendwann aufarbeiten? Warst du das einzige Mädchen?

    Es muss schlimm sein, wenn man so einen Vater hat.


    Das macht mich gerade alles ganz traurig und auch wütend zugleich.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Hallo Pat, zu deiner Frage: Ja, es war schlimm für mich, auch wenn es mich nicht persönlich betraf. Aber man leidet genauso, wenn man sieht, wie ein Bruder oder eine Schwester misshandelt wird (oft auch "nur" rein verbal mit Beleidigungen und Herabwürdigungen). Wir waren 3 Mädchen und 2 Jungen. Und ich bin froh, dass ich damals schon geschrieben habe. Dadurch habe ich vieles sublimieren können. Später dann - bis heute eigentlich - habe ich diese Situationen in Geschichten und Romanen verarbeitet (auch autobiografische unter Pseudonym). Das hat mir auch geholfen.

  • Die Mutter finde ich heftig. Ich habe ehrlich gesagt dafür null Verständnis. Da gibt es bei mir keine Toleranz. Die Mutter ist genauso schuldig wie der Vater selbst. Deshalb habe ich mit ihr auch kein Mitleid, auch wenn sie anscheinend alles ebenfalls verdrängt hat und sich irgendwie schön redet.

    Menstruation mit 9 Jahren, nee ist klar. Und danach will das Mädchen plötzlich ein Junge sein. Da braucht man keine psychologischen Kenntnisse, um zu merken, dass da irgendetwas nicht stimmt.

    Die Mutter hat es bestimmt gemerkt, so blind kann man ja nicht sein. Aber irgendwie hat sie es anscheinend schön geredet bzw. geduldet. Einfach nur furchtbar!


    Zitat

    Ich bin skeptisch, was den Autounfall betrifft. Das hat man ihr erzählt. Sie war nicht auf der Beerdigung, das finde ich seltsam. Ich denke, der ist entweder anders zu Tode gekommen oder sitzt wegen schweren Kindesmissbrauch im Knast. Immerhin hat er wohl einen pädophilen Kreis gegründet, die alle gleich abartig sind.

    Das ist ein durchaus naheliegender Gedanke! Wenn der Vater noch leben würde -wie wäre das für Susanne, wenn er aus dem Knast kommt?! :o

  • Das ist ein durchaus naheliegender Gedanke! Wenn der Vater noch leben würde -wie wäre das für Susanne, wenn er aus dem Knast kommt?! :o

    Das mag ich mir nicht vorstellen. Dann habe ich ihn lieber tot, da bin ich ehrlich.

  • Ich musste den Abschnitt erst mal setzen lassen. heftig war das. Gut, dass die Absätze über die Träume kursiv geschrieben sind.

    Aber sie ist der Meinung, wenn sie nur weiter in ihrer Vergangenheit nachbohrt, wird es ihr schon besser gehen - aber wird das wirklich der Fall sein? Im Moment bezweifle ich das sehr, die Rückblicke oder Visionen, die sie hat, werden immer entsetzlicher und schrecklicher.

    Sie hat die Büchse der Pandora aufgemacht und nun muss sie sie leer machen. Schließlich hat sie das nicht aus Spaß getan, sondern weil sie Probleme im Leben hatte (sie behauptet ja, nicht lieben zu können, wobei ich mich dann frage, was das mit Gudrun ist). Die Frage ist wie. Einen guten Therapeuten zu finden ist nicht leicht und auf einen Termin wartet man jahrelang. Ich kann also verstehen, dass sie der Sache auf den Grund gehen will. Ich hätte nur Angst wegen der Drogen. Da geht bei mir nix.

    Alarmiert war ich auch, als sich Susanne überlegt, ob sie es überhaupt möchte, dass Richard und die anderen Ärger durch Gerd bekommen, das deutet daraufhin, dass sie immer stärker unter den Einfluss dieser Sekte gerät.

    Das finde ich eigentlich nicht, denn es ist auch einfach so, dass sie nicht nur Richard, sondern auch den anderen versprochen hat, zu schweigen. Da ist es für mich schon klar, ob man das Recht hat für die anderen mit zu entscheiden. Noch ist nichts passiert und Richard verhält sich bisher sehr korrekt. Man kann ihn ja nicht an dem messen was andere gemacht haben.

    Andererseits ist ihre Mutter alt und wer weiß, wie lange sie noch zu leben hat. Susanne muss sich überlegen, ob sie endgültig mit ihrer Mutter brechen will oder ob sie sich mit ihr in Ruhe ausspricht und vielleicht doch eine Aussöhnung möglich ist

    Ja, das ist nicht nur für die Mutter wichtig, sondern auch für Susanne. Ich weiß, dass meine Mutter sich einiges in ihrem Leben so gut eingeredet hat, dass sie es selbst wirklich glaubt. Deshalb sind wirkliche Aussprachen nicht möglich, aber ich bin auch froh, dass meine Mutter noch lebt auf ihre Art liebt sie mich und auch darüber bin ich froh.

    Gibt es nun einen Bruder oder nicht? Oder ist diese ganze Szene reine Halluzination aufgrund der Drogen, ähnlich dem Albtraum, den Susanne im Prolog erlebt?

    Tja gibt es einen Bruder? Gab es einen Bruder? Das Album scheint ja zu sagen, nein!

    Interessant finde ich, dass wir erfahren, dass der Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als Susanne 10 Jahre alt war. Natürlich habe ich mich direkt gefragt, ob bei dem Autounfall jemand nachgeholfen hat. Vielleicht die Mutter, die so ihre einzige Chance gesehen hat, den grässlichen Ehemann und Vater für immer loszuwerden?

    Ich habe nicht an die Mutter gedacht, sondern an Susanne. Was. wenn diese den Vater umgebracht hat? Sie wäre nicht strafmündig gewesen und wenn es dann ein Trauma verhindert hätte, dass sie sich daran erinnert, dann wäre auch das konsequente Schweigen der Mutter logisch.



    Es wäre sicherlich für beide besser, wenn sie sich aussöhnen. Vielleicht würde es Susanne auch helfen, darüber zu reden, ohne zu streiten. Sicherlich hat die Mutter auch schwere Schuld auf sich geladen, in dem sie nicht eingegriffen hat. Aber es wäre doch hilfreich, zu vergeben und die letzten Lebensjahre oder -monate in Frieden zu verbringen. Wenn die Mutter nicht mehr da ist, könnte es sein, dass Susanne sich Vorwürfe macht, ihr nicht vergeben zu haben. Und dann ist es zu spät.

    Sicherlich ist es für eine Frau auch furchtbar, zu sehen, wie ihr Ehemann die eigene Tochter missbraucht. Aber es ist auch nicht so einfach, ihn zu verlassen. Ich fände es schon interessant zu erfahren, Wie die Ehefrau / Mutter so etwas erlebt, was sie dabei fühlt.

    Ich habe mal angefangen von 'Zola "Die Erde" zu lesen, jedenfalls glaube ich, dass es dieser Titel von ihm war, da ist am Anfang gleich so eine Szene, deshalb habe ich nicht weiter gelesen und außer "nana" was ich vorher gelesen hatte auch keines weiter von ihm.Die Mutter in der Szene dachte nur (es ist lange her, also nur ungefähr): Gottseidank heute nicht ich.

    Hypnose ist mir auch suspekt, aber das würde ich noch eher akzeptieren als Drogen. Ich könnte mir vorstellen, dass unter Hypnose eher wirklich erlebte Dinge auftauchen.

    Ich wollte mich immer mal gerne hypnotisieren lassen, um zu erfahren wer ich wirklich bin und was Anpassung ist, bin mir aber nicht sicher, ob man das wirklich erfahren kann.

    Das kann ich genauso wenig verstehen, auch wenn ihr zu fünft ward. Schläge verletzten nicht nur den Körper, sondern noch viel mehr die Seele.

    Da hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen. Meine Mutter hat mich mit Beleidigungen mehr verletzt als mein Vater, der mich wirklich verprügelt hat, wenn ich eine der drei Regeln durchbrochen habe. Eine davon war lügen. Dabei hat mir mehr weh getan, als er sich eines Tages enttäuscht von mir abgewandt hat, als ich ihn belogen habe und das war dann auch das letzte Mal. Ich nehme ihm die Prügel bis heute nicht übel und werde das auch nicht tun. Es hat meine Seele nicht verletzt nur mein Hinterteil.

  • Das ist ein durchaus naheliegender Gedanke! Wenn der Vater noch leben würde -wie wäre das für Susanne, wenn er aus dem Knast kommt?! :o

    Das mag ich mir nicht vorstellen. Dann habe ich ihn lieber tot, da bin ich ehrlich.

    So geht es mir auch.

  • Susanne rutscht in die Abhängigkeit hinein. Noch denkt sie, dass es ihr allein um die Aufarbeitung der Geschehnisse in ihrer Vergangenheit geht. Hoffentlich findet sie sehr bald den Absprung, wenn ihr bewusst wird, dass es sich auch um eine körperliche Abhängigkeit handelt. Gudrun wird ihr sicher beistehen an diesem Punkt.


    Gudrun geht es also einzig und allein um Susannes Wohlergehen. Nach dem ersten Abschnitt hatte ich den Verdacht, dass sie mehr über Susannes Vergangeheit weiss, als man denkt.


    Das Handeln der Mutter kann ich in keinster Weise akzeptieren. Auch wenn man in damaliger Zeit als Frau sich wirtschaftlich meist in Abhängigkeit vom Ehemann befand, hätte die Mutter handeln müssen. Auch jetzt, als Susanne sie mit den Vorwürfen konfrontiert, tut sie so, als ob sie nichts gemerkt hätte und ist nicht ehrlich zu sich selbst und auch zu Susanne.


    Und dann dieser verstörende Traum unter Drogen. Hat Susanne nun einen Bruder oder sieht sie sich selbst als Aussenstehende und Opfer inmitten dieser perversen Männer. Spontan dachte ich, dass es einen Bruder gibt, denn sie sieht einen Penis. Hat dieser (ältere) Bruder möglicherweise mit dem Autounfall des Vaters zu tun? Aber ist es möglich, dass Susanne sich ausserhalb des Drogentrips so gar nicht an diesen bruder erinnert? :nachdenk:

  • Irgendwie glaube ich nicht an eingeredete oder eingebildete Bilder in ihrem Gedächtnis.

    Ich eigentlich auch nicht, aber im Drogenrausch sieht man ja angeblich Dinge, die es nicht wirklich gibt.

    Ich bin skeptisch, was den Autounfall betrifft. Das hat man ihr erzählt. Sie war nicht auf der Beerdigung, das finde ich seltsam. Ich denke, der ist entweder anders zu Tode gekommen oder sitzt wegen schweren Kindesmissbrauch im Knast.

    Dass Susanne nicht auf der Beerdigung war, hat mich auch gewundert. Gut möglich, dass man ihr da nicht alles erzählt hat.

  • Gudrun geht es also einzig und allein um Susannes Wohlergehen. Nach dem ersten Abschnitt hatte ich den Verdacht, dass sie mehr über Susannes Vergangeheit weiss, als man denkt.

    In dieser Hinsicht habe ich meine Meinung auch geändert. Im ersten Abschnitt war mir Gudruns Ablehnung suspekt, mittlerweile bin ich der Meinung, dass sie es nur gut meint und um Susannes Wohlergehen besorgt ist.


    Zitat

    Das Handeln der Mutter kann ich in keinster Weise akzeptieren. Auch wenn man in damaliger Zeit als Frau sich wirtschaftlich meist in Abhängigkeit vom Ehemann befand, hätte die Mutter handeln müssen. Auch jetzt, als Susanne sie mit den Vorwürfen konfrontiert, tut sie so, als ob sie nichts gemerkt hätte und ist nicht ehrlich zu sich selbst und auch zu Susanne.

    Da bin ich ganz deiner Meinung! Wie kann eine Mutter zusehen / zulassen, dass ihr eigenes Kind missbraucht wird? Für mich nicht akzeptabel. Und jetzt nach all den Jahren müsste sie doch wenigstens darüber reden und ihre Schuld eingestehen. Ob das Susanne helfen würde? Fraglich! Aber so kurz vor dem Tod der Mutter wäre es doch sinnvoll, sich auszusöhnen.