Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Horror und Spannung in historischem Rahmen


    Jessika zieht mit ihrer Patentochter Leonie in ein einsames Försterhaus in der Nähe von Hameln. Die Beiden werden von Ratten angegriffen und im Haus geschehen unheimliche Dinge. Und was hat dies alles mit der Gruft unter der Kirche zu tun, in die Jessika im Rahmen ihres Berufes als Archäologin gerufen wird und die Bezüge zur Legende über den Rattenfänger von Hameln hat?


    Lost Souls vereint historische Tatsachen, legendären Märchenstoff und mysterische Elemente. Und Thomas Finn verwebt all diese Elemente geschickt zu einer spannenden Story.


    Die Bedrohung durch die Ratten steigert sich immer mehr im Laufe des Buches, die Atmospähre wird immer dichter und düsterer, die Horroelementen werden ekeliger.

    Ich konnte das Buch sehr schlecht zwischendurch aus der Hand legen, so spannend ist die Geschichte. Und irgendwann vermeint man im eigenen Haus das trappeln kleiner Pfoten zu hören.


    Thomas Finn ist ein Horror-Mystery-Roman gelungen der rundum stimmig ist und auch dazu anregt sich mit der Historie rund um die Märchen der Gebrüder Grimm zu beschäftigen.


    Das Nachwort erklärt dazu ziemlich viel und hat mir viel Neues erzählt.

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Gelungene Mischung aus Märchen, Horror und historischen Fakten!


    Wir alle kennen die Geschichte vom Rattenfänger in Hameln, der die Stadt von den Ratten befreite, von den Bürgern dann um seinen Lohn betrogen wurde und mit den Kindern der Stadt davongezogen ist. Die Kinder wurden nie wieder gesehen. Das ist schon lange her und eigentlich ist es ja nicht mehr als eine Geschichte, ein Märchen. Oder?


    Die Archäologin Jessika und ihre Ziehtochter Leonie sind gerade erst nach Hameln gezogen, als es zu mehreren seltsamen Vorfällen kommt: eine unterirdische Gruft wird gefunden, ein Arbeiter wird dort von zahllosen Ratten getötet und das Verhalten der Ratten ist verstörend zielgerichtet.
    Im Laufe der Geschichte muss Jessika erkennen, dass unheimliche Mächte walten und Ratten beeinflussen, dass das Ith-Gebirge ein verzauberter Ort voller düsterer Geheimnisse ist und dass die Geschichte des Rattenfängers und der verschwundenen Kinder auch heute noch auf gespenstische Weise allgegenwärtig ist. Nur ist es für Jessika kein Märchen der Gebrüder Grimm mehr, sondern ein schrecklicher Albtraum.


    Ich gestehe, dass ich mit Horrorgeschichten eigentlich rein gar nix am Hut habe. Hier bin ich aber wegen der historischen Zusammenhänge neugierig geworden und ich wurde nicht enttäuscht! Thomas Finn hat zahlreiche historische Fakten mit seiner gruseligen Phantasie und Mystery-Elementen zu einer spannenden Geschichte verwoben, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten haben. Die einzelnen Personen sind detailreich gezeichnet, nichts und niemand in diesem Buch ist ein überflüssiger Seitenfüller – alles hat Sinn! Manchmal agieren die Protagonisten zwar nicht ganz logisch, aber auch das ist durchaus passend, denn… welcher Mensch ist schon immer und überall logisch?


    Der Stil des Autors ist bis in die grausigen Details klar und ohne Schnörkel, er versteht es, mit Worten die Phantasie des Lesers anzuregen und das rasante Tempo der Geschichte hält die Spannung hoch bis zu einem überraschenden (zumindest für mich), aber durchaus logischen Ende.


    In einem Nachwort erklärt der Autor noch genauer, was Fakt und was Fiktion ist – aber mir hat es wirklich Spaß gemacht, dies bereits zwischendurch zu recherchieren!


    Fazit: Dieses Buch hat es immerhin auf die Phantastik-Bestenliste des Monats Juli geschafft. Gratulation! Wer also noch keine Rattenphobie hat, sollte es unbedingt lesen: spannende und informative Unterhaltung ist garantiert!


    LB

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  • Zum Inhalt:


    Jessika Raapke, eine Archäologien, die es beruflich nach Hameln bzw. Coppenbrügge gezogen hat, hatte auch das Glück, dass ihre Adoptivtochter Leonie ein Haus geerbt hat, welches sie auch umgehend beziehen. Doch war es eine gute Idee, gerade dieses alte Gebäude zu wählen? Denn es geschehen merkwürdige Dinge im Haus und in der Stadt.

    Ein Bauarbarbeiter wird von einem Rattenschwarm in einem alten Gewölbe unter der Kirche regelrecht zerfleischt, ein Sarkophat ist leer und im Haus geschehen unheimliche Dinge, für die es anfangs keine Erklärung gibt. Liegt ein Fluch auf dem Haus und welche Geheimnisse offenbaren die Räume den Protagonistinnen? Aber es scheint vieles mit einer alten Sage zusammenzuhängen.


    Meine Meinung:


    Mit "Lost Souls" bietet Thomas Finn wieder einen spannenden Horrorthriller. Nach meinem unheimlichen Ausflug in den "Dark Woods" und meinem Urlaub am "Mordstrand" ging es diemals nach Hameln, um nach den "Lost Souls" zu suchen. Ich wurde nicht enttäuscht.


    Jessika Raapke und Leonie sind zwei interesssante Figuren, die man sofort ins Herz schließt, auch vor allem, nachdem man von der Vorgeschichte erfährt, die die beiden Damen zusammenführte. Auch der Kammerjäger Peter Rating ist eine sympathische Figur, die Thomas Finn glaubwürdig geschrieben hat.


    Die Spannungselemente kamen natürlich auch nicht zu kurz, die Angriffe der Ratten sind vielleicht nicht ungedingt etwas für schwache Gemüter, aber ansonsten kommt der Autor ohne viel Blutvergießen aus und es liegt die ganze Zeit etwas unheimliches in der Luft. Langweilig wird es meines Erachtens nicht und ich konnte es kaum erwarten endlich weiterzublättern zu können.


    Der Autor versteht gekonnt, historische Fakten und die Rattenfängersage in die Gegenwart zu transportieren und um das ganze in einen Horror-Thriller einzubetten. Somit wird man nicht nicht nur unterhalten, sondern bekommt noch eine Geschichtslektion erteilt und die Rattenfängersage wird einem wieder ins Gedächtnis zurückgerufen und der Leser bekommt noch den einen oder anderen Deutungsversuch dieser Sage geliefert.


    Alles in allem ein spannender und unterhaltender Roman, der die Bestnote verdient hat.


    Sehr aufschlussreich war auch das Nachwort, in denen Thomas Finn nochmals die Zusammenhänge erklärt.

  • Jessika Raapke zieht zusammen mit ihrer Patentochter Leonie in die Nähe von Hameln. Dort besitzt Leonie ein im Wald gelegenes Haus, das schon lange im Familienbesitz ist.

    Kaum dort angekommen passieren im Umfeld von Jessika und Leonie merkwürdige Dinge. Die Decke zu einem verborgenen Raum unterhalb der örtlichen Kirche stürzt ein, Rattensichtungen mehren sich und das neue Heim der Beiden ist irgendwie unheimlich. Nur gut, dass es einen sehr sympathischen Rattenfänger gibt.


    Ratten und Hameln, klar, dass es sich bei "Lost Souls" irgendwie um die Sage vom Rattenfänger von Hameln drehen muss. Geschickt verwebt Tom Finn historische Fakten um die bekannte Sage mit einer spannenden, horrormässigen Geschichte.


    Die Charaktere des Romans sind detailiiert beschrieben. Die Archäologin Jessika sieht sich nach dem Unfall ihrer Freundin in der Verantwortung für deren Teenagertochter. Leonie selbst ist so wie eine Jugendliche halt ist. Sprunghaft, emotional und dabei sehr sympathisch. Als dann der Horror in dem kleinen Örtchen beginnt, sind beide froh, dass sie jemanden an ihrer Seite haben. Aber können die beiden wirklich jedem vertrauen? Beim Lesen schwankt man hin und her auf der Suche nach den Hintergründen um die merkwürdigen Geschehnisse und hofft, dass Jesika und Leonie das Ganze unbeschadet überstehen. Selbstverständlich ist das nicht, denn der eine oder anderen gewaltsame Tod pasiert ebenfalls.

    Allzu zart besaitet sollte man beim Lesen nicht sein und vor allem keine Rattenphobie haben, denn das Buch hat durchaus blutige und erschreckende Szenen.


    Insgesamt ein spannender Roman, den man schwerlich zur Seite legen kann. Durch die historisch belegten Fakten um die Rattenfänger-Sage, die im Anhang ausführlich beschrieben sind, grübelt man hinterher, was ist nun Fiktion und was kann wirklich passiert sein.

  • Wer die Mischung zwischen Horror und Thriller liebt, kommt an DIESEM Autor nicht vorbei – Thomas Finn. Ich gebe zu, beim ersten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, war ich noch ziemlich skeptisch, was mich da erwartet. Doch schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt und seitdem komme ich an keinem Buch von ihm vorbei und daher musste ich natürlich auch sein neuestes Werk „Lost Souls“ lesen.

    Schon das Cover allein würde mich in einer Buchhandlung verleiten, das Buch mal etwas genauer „unter die Lupe“ zu nehmen, ich finde es sehr gelungen mit dem riesen Schädel.


    Der Titel des Buches ist treffend gewählt, als Leser weiß man hier aber nicht sofort, um was es geht, weil er so gar nicht zum Klappentext passt. Der besagt nämlich weniger, dass es um verlorene Seelen im Buch geht. Vielmehr um Ratten – viele Ratten. Mögt ihr Ratten? Ich nicht sonderlich und da gehöre ich wohl zur Mehrheit, denen es ebenso geht. Allerdings kennen die meisten die Sage vom „Rattenfänger von Hameln“, oder? Ich gestehe an dieser Stelle, ich habe sie nie gelesen (also VOR diesem Buch) und nur der Begriff an sich hat mir etwas gesagt. An dieser Stelle kann ich also zu Recht behaupten – Lesen bildet! Denn nun kenne ich diese Sage auch und ich schäme mich fast ein wenig, diese Bildungslücke vorher gehabt zu haben. Danke Thomas Finn!


    Hauptprotagonisten im Buch „Lost Souls“ sind die Archäologin Jessika und ihre Adoptivtochter Leonie. Diese ziehen in ein von Leonie geerbtes altes Haus nach Hameln. Jessika wird im Rahmen ihres Berufes als Archäologin zu einem Vorfall in einer Kirche hinzugezogen. Ein verborgener Sarkopharg wurde gefunden. An diesem findet Jessika eine Schrift, die mit der Sage des „Rattenfängers von Hameln“ zu tun hat. Dem Fund des Sarkophages ging ein schlimmes Unglück voraus. Ein Bauarbeiter wurde in der Kirche von einem Schwarm Ratten getötet. Überhaupt scheint es in Hameln und Umgebung plötzlich sehr viele dieser Tiere zu geben und sie verhalten sich äußerst sonderbar. Während Jessika zusammen mit dem Schädlingsbekämpfer Peter herauszufinden versucht, was in und um Hameln mit den Ratten passiert, häufen sich die Schreckensmeldungen furchtbarer Unfälle – und immer waren Ratten präsent – viele Ratten. Dann verschwindet auch noch Leonie………..


    Thomas Finn ist es in dem Buch hervorragend gelungen, die Sage des Rattenfängers in eine packende Geschichte einzuflechten. Aber nicht nur das. Der Leser bekommt neben einem spannenden Plot mal eben noch eine Auffrischung in deutscher Geschichte. Seine Recherchen zum Buch sind tiefgründig und korrekt, alle im Buch geschilderten historischen Fakten entsprechen der Wahrheit und sind nicht der Fantasie des Autors entsprungen. An dieser Stelle muss ich aber leider auch gleich meinen einzigen Kritikpunkt anbringen. Ich fand es an einigen Stellen einfach zu viel an Erklärungen und geschichtlichem Hintergrund. Dadurch wurde für mich die Spannung im Buch kurzfristig auf ein derart niedriges Level gebracht, welches es eigentlich nicht bedurft hätte. Einige Passagen habe ich deswegen mehr oder weniger überflogen und mich somit arrangiert. Trotzdem konnte ich das Buch einfach kaum aus der Hand legen. Der Grusel und auch oft der Ekel waren stets präsent in der Handlung. Ich mag Ratten jetzt noch weniger, obwohl sie ja eigentlich nicht wirklich eklig sind – eher sogar niedlich und vor allem intelligent.


    Die Hauptprotagonisten fand ich durchweg sympathisch und authentisch dargestellt. Leonie war zwar ein wenig naiv in ihrem Handeln, aber das haben Teenager eigentlich so an sich. Möchten auf der einen Seite erwachsen sein und sind dennoch eher noch mehr Kind in ihrem Tun. Dass es eine Liebesbeziehung zwischen Peter und Jessika im Buch geben wird, war sehr schnell klar und überraschte mich nicht. Ich fand es wohldosiert gestaltet vom Autor und nur Grusel und kann es ja auch nicht geben. Ein wenig Luft holen war da ganz angenehm, zumal es nicht abgedroschen auf den Leser wirkte.


    Der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig zu lesen. So muss ein gutes Buch geschrieben sein. Fesselnd und mit stetig steigendem Spannungsbogen, zieht die Geschichte den Leser in den Bann – oben genannten Kritikpunkt mal ausgenommen.


    Ich fand das Buch wieder sehr spannend, den Plot absolut gelungen und freue mich schon auf ein neues Werk des Autors.