2) Seite 111 (Filomena) - Seite 215 (Ende Kapitel 10)

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  • Jetzt wissen wir, was passiert ist in Filomena`s Vergangenheit und wie es dazu kommen konnte, dass sie seit fast 10 Jahren alleine auf einem Berg lebt. Sie hat die Terroranschläge in London im Juli 2005 miterleben müssen, die Todesangst, die Hilflosigkeit und das Eingeschlossensein in Dunkelheit und Panik. So ein traumatisches Erlebnis kann jeden aus der Bahn werfen und mit Angstattacken und Albträumen quälen - auch nach Jahren noch. Es waren damals vier Anschläge mit über 50 Toten und über 700 Verletzten - ein nachhaltiger Schock für Großbritannien bis heute. Ein Teil meiner Familie lebt in London und zwei meiner Cousinen hatten danach Angst mit Bus oder U-Bahn zu fahren.

    Der Auslöser für Filomena, ihre Geschichte Mika anzuvertrauen war dieser witzige Streich von Dana und die anschließende Säuberung des Denkmals, die wirklich sehr lustig und humorvoll erzählt wurde. Es ist auch wichtig, dass es bei einer so dramatischen Geschichte auch unbeschwerte und alberne Szenen und Episoden gibt. Mich hat allerdings gewundert, dass Dana deswegen stundenlang bei der Polizei festsaß wie eine Verbrecherin. Sie ist erst 8 Jahre alt, das vergisst man leicht, weil sie so gut reden kann und vieles zu verstehen scheint in ihrem Umfeld.

  • Jetzt wissen wir, was passiert ist in Filomena`s Vergangenheit und wie es dazu kommen konnte, dass sie seit fast 10 Jahren alleine auf einem Berg lebt. Sie hat die Terroranschläge in London im Juli 2005 miterleben müssen, die Todesangst, die Hilflosigkeit und das Eingeschlossensein in Dunkelheit und Panik. So ein traumatisches Erlebnis kann jeden aus der Bahn werfen und mit Angstattacken und Albträumen quälen - auch nach Jahren noch. Es waren damals vier Anschläge mit über 50 Toten und über 700 Verletzten - ein nachhaltiger Schock für Großbritannien bis heute. Ein Teil meiner Familie lebt in London und zwei meiner Cousinen hatten danach Angst mit Bus oder U-Bahn zu fahren.

    Der Auslöser für Filomena, ihre Geschichte Mika anzuvertrauen war dieser witzige Streich von Dana und die anschließende Säuberung des Denkmals, die wirklich sehr lustig und humorvoll erzählt wurde. Es ist auch wichtig, dass es bei einer so dramatischen Geschichte auch unbeschwerte und alberne Szenen und Episoden gibt. Mich hat allerdings gewundert, dass Dana deswegen stundenlang bei der Polizei festsaß wie eine Verbrecherin. Sie ist erst 8 Jahre alt, das vergisst man leicht, weil sie so gut reden kann und vieles zu verstehen scheint in ihrem Umfeld.

    Ich möchte hier gern zwei Dinge nochmals deutlich hervorheben - in der Hoffnung, dass Du das selbst "herauslesen" konntest, hier aber nicht explizit erwähnt hast:

    1. Panikattacken brauchen als Auslöser nicht ein dermaßen schlimmes Erlelbnis. Da reichen (mehrere) kleinere Verletzungen, Erlebnisse durchaus aus.
    2. Fillys größtes Problem ist die Sozialphobie - die stammte nicht von dem Attentat, sondern von den Menschen in ihrem direkten Umfeld. (s. auch Punkt 1.)


    Jetzt hoffe ich sehr, dass das im Buch wirklich verständlich rüberkommt. *ängstlichguck*

  • Jetzt wird so einiges klar in Bezug auf Filly: sie ist eine offenbar recht erfolgreiche Kinderbuchautorin. Das heißt, eigentlich steht sie voll im Leben - nur eben anders als andere Menschen. Dass sie jede Nacht diese Ängste hat und schreiend aufwacht, ist natürlich ganz furchtbar - ich habe es ein paar Mal erlebt und ehrlich gesagt, genügt es mir für den Rest meines Lebens!


    Dann ist die Arme also Opfer eines der frühen Terroranschläge geworden, an den ich auch so meine eigenen Erinnerungen habe: meine Schwester lebte damals in London und sie hat am 8. Juli Geburtstag. So ist sie am 7. zum Flughafen (ich weiß nicht mehr, welchen) aufgebrochen, weil sie hier mit uns feiern wollte, auf jeden Fall ist sie kurz vorher an der besagten Undergroundstation vorbeigekommen. Ich bin dann ein paar Tage später mit ihr nach London geflogen und wir hatten beide die ganzen Tage ein ausgesprochen mulmiges Gefühl!


    Dadurch und durch die ganzen Schilderungen drumherum wird ihr Wesen natürlich um einiges besser erfassbar. Ich liebe Noas/Elisabeths einfühlsame Darstellungen dieser Situationen, ich kann mich an eine zum Tsunami in einem unter dem Klarnamen erschienenen Roman erinnern, die ähnllch eindringlich war.


    Diese Geschichte mit Dana war ja ein Ding! Ich denke mal, Dana ruht so in sich, dass sie das alles gut übersteht und keine schlimmen Folgen davonträgt! Mir hat - wie offenbar auch Meggi - am besten die Reinigungszeremonie gefallen. Ich hoffe sehr, dass Meggie das alles übersteht, aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran und das basiert auf meiner Erfahrung mit den Romanen von Noa C. Walker!


    Aber ich hoffe, dass sich Mika und Filly nach dieser ganz besonderen ersten gemeinsamen Nacht einander nun weiter öffnen können und ich freue mich darauf und auf die weiteren Schilderungen!

  • Das habe ich auch so verstanden, liebe Noa. Vor vielen Jahren hatte ich auch Panikattacken, konnte weder Bus- noch Bahnfahren, in kein Kino, Theater, Restaurant etc. gehen und ich habe zum Glück keinen Terroranschlag erleben müssen. Dennoch war der 7. Juli 2005 der Auslöser für Filomena`s Angststörung, sie hatte vier Wochen danach ihre erste Panikattacke und in rascher Folge noch weitere. Ihre Sozialphobie hat sich erst später entwickelt durch das Unverständnis einiger Leute in ihrem Umfeld - so habe ich das zumindest verstanden.

  • Es wird langsam deutlich, wie Filomena „tickt“, wir lernen sie langsam immer besser kennen. Mir gefällt es besonders, wie sie soc allmählich Mika öffnet. Als sie merkt, dass er die Nacht bei ihr verbracht hat, erschrickt sie zuerst, das kann ich gut nachvollziehen. Mika ist so ehrlich, er sagt nicht, dass er geschlafen hat und nichts mitgekriegt, er sagt die Wahrheit und das rechet Filly ihm hoch an. So langsam bewegen sich die beiden aufeinander zu, das beschreibt Noa-Elisabeth wunderbar einfühlsam.


    Die Story mit der „Haarpflege“ im Park - da musste ich wirklich lauthals lachen! Solche Szenen tun Filomena unheimich gut - und uns als LeserInnen auch. Dass Dana stundenlang auf dem Polizeirevier festgehalten wurde, finde ich auch übertrieben. Aber die Eltern waren ja nicht aufzutreiben, sie waren mit Meggie im Krankenhaus. Mich beschleicht so die leise Ahnung, dass sie das Krankenhaus nicht mehr lebend verlässt. :(


    So, später mehr, ich muss schnell los.

  • Meggie - ihr dunkles Geheimnis kennen wir jetzt auch.


    Was mich ein bisschen stört - Meggie, Franco, Bruder Ruben, sie alle sind besorgt um Filomena und Mika. Jeder möchte mitmischen und „helfen“. Ich finde, die beiden sind jetzt soweit, dass man sie alleine lassen kann. ^^


    Filly merkt, dass Mika ihr gut tut. Und umgekehrt. Er ist ja auch ein gebranntes Kind, was Frauen angeht. Deshalb tastet er sich vorsichtig an eine mögliche Beziehung heran.


    Bei ihrem Krankenhausbesuch deutet Margerita an, dass Filly durch ihren Leidensweg dazu befähigt ist, Dana zu verstehen und ihr zu helfen. Gut, dass Dana so gerne bei Filly ist und einen guten Draht zu ihr hat. Dadurch helfen sich die beiden gegenseitig.

  • Mich hat allerdings gewundert, dass Dana deswegen stundenlang bei der Polizei festsaß wie eine Verbrecherin. Sie ist erst 8 Jahre alt, das vergisst man leicht, weil sie so gut reden kann und vieles zu verstehen scheint in ihrem Umfeld.

    Sie saß wohl so lange bei der Polizei, weil niemand von ihrer Familie erreichbar war. Und ein achtjähriges Mädchen kann man ja nicht so einfach gehen lassen.

  • Meine Schwester lebte damals in London und sie hat am 8. Juli Geburtstag. So ist sie am 7. zum Flughafen (ich weiß nicht mehr, welchen) aufgebrochen, weil sie hier mit uns feiern wollte, auf jeden Fall ist sie kurz vorher an der besagten Undergroundstation vorbeigekommen. Ich bin dann ein paar Tage später mit ihr nach London geflogen und wir hatten beide die ganzen Tage ein ausgesprochen mulmiges Gefühl!

    So eine Erinnerung wird man nicht mehr los. Mein Sohn war 2010 bei der loveparade. Er ist ungefähr 20 Minuten, bevor das Chaos ausgebrochen ist, gegangen. Das macht ihm (und mir!) heute noch manchmal eine Gänsehaut!

  • Nun wird auch die Sache aus Fillys Träumen klarer. Sie hat ein schreckliches Unglück überlebt, aber nicht verarbeitet. Immer wieder lösen die passenden Geräusche etc. eine Attacke bei ihr aus, so dass sie letztendlich nicht mehr in ihrem Job arbeiten kann. Sie hatte Therapien, aber die hat sie ja anscheinend beendet.


    Es ist natürlich hart, wenn alle Menschen im Umfeld mit der Zeit genervt reagieren. Aber für die anderen geht das Leben weiter und wahrscheinlich erschöpft sich auch da die Kraft, immer wieder aufbauend da zu sein.


    Toll fand ich die Geschichte mit dem Denkmal. Dana hat auch ihr Päckchen zu tragen, dabei ist sie noch so klein. Aber keiner ist ja wirklich böse mit ihr, sie fühlt sich verstanden und wird darüber wegkommen. Die Reinigungsaktion war auch schön. Mika bringt Filly unter Menschen, spürt ihren Widerstand und überlässt es ihr, wie weit sie gehen will. Sie bringt die Kraft auf und hat eigentlich sogar Spaß an der Aktion. Da haben Meggi und Ruben anscheinend den richtigen Riecher gehabt, als sie Mika ausgewählt haben.

  • Wow, das ist tatsächlich ne Hausnummer, was Filomena da erlebt hat. Alleine schon der Gedanke, dass da stundenlang ein anderer (toter) Mensch auf einem liegt und man unfähig ist, sich von diesem zu befreien, weckt in mir schon Unbehagen. Dann die Dunkelheit, die Schreie der anderen Verletzten, die Angst und Ungewissheit ... stundenlanges warten, bis jemand kommt und sich kümmert. Ich glaube, ich konnte die Angst ein wenig fühlen, die Filomena hatte.


    Ich finde es schön, wie sie sich nach und nach öffnet und Mika von ihren Erlebnissen erzählt. Viel schlimmer als das Attentat waren ja dann die Reaktionen ihrer Mitmenschen - deren Leben geht unverändert weiter. Sie haben keinerlei Einschränkungen und viele Leute denken "irgendwann muss es doch auch mal gut sein". Dass man ein Trauma nicht einfach so wegpacken kann, das verstehen viele Leute nicht. Sicher ist Filly aber auf dem richtigen Weg - und Mika ist genau der richtige Mensch, bei dem sie ihren Rucksack auspacken kann.


    Dass Mika sich bewegt wie eine Schnecke und so langsam denkt wie ein Faultier ...... die Aussage fand ich schon ein wenig heftig, denn so kommt er mir gar nicht vor.


    Die Aktion von Dana fand ich witzig, aber vermutlich war es von ihr eher eine Aktion um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie ist damit ja auf die Aussage einer (oder mehrerer?) Schülerin(nen) eingegangen, die fanden, dass das Monument mit pinkfarbenen Haaren wohl ganz witzig aussehen würde. Schade, dass sie ausgegrenzt wird, weil sie nach Bauernhof riecht. Gott sei Dank war es nur abwaschbare Farbe und Filly und Mika haben die Sache ja auch wieder in Ordnung gebracht - und ein klein wenig zur Heilung von Filly beigetragen.


    Bei Frau Ferrari :o vom Jugendamt ist der Name wahrscheinlich Programm. Sollten solche Menschen nicht etwas einfühlsamer sein? Ich fand sie extrem unsympathisch (und so sollte sie wahrscheinlich auch dargestellt werden).


    Mika ist so ehrlich, er sagt nicht, dass er geschlafen hat und nichts mitgekriegt, er sagt die Wahrheit und das rechet Filly ihm hoch an. So langsam bewegen sich die beiden aufeinander zu, das beschreibt Noa-Elisabeth wunderbar einfühlsam.

    Die Szene hat mir auch gut gefallen. Gerade, weil Filly sich ja Gedanken darüber macht, was er gesehen haben könnte - er gibt unumwunden zu, dass er sie nachts gesehen hat und macht ihr so auch noch ein Kompliment. Wenn mein Kopfkino die Szene nachstellt, dann muss sich Filly figurmäßig nicht verstecken.


    Ich befürchte auch, dass Margerita das Krankenhaus nicht mehr verlassen wird. Aber ich glaube, dass sie ihren Teil des Plans erfüllt hat.

  • Mika muss wirklich ein ganz besonderer Mensch sein. Ich glaube solche besonderen Männer gibt es auch nur in Büchern. 8)

    Wie oft hat er sich nun schon selbst zum abwarten und schweigen gezwungen? Wie oft hat er erst genau nachgedacht, bevor er den Mund aufmacht? Und wie oft hat er sich selbst eingestanden, dass er gar nicht weiß wie er Filly helfen könnte oder wie er sich im Beisein von Filly richtig verhält?


    Diese Gedanken von Mika, streut Noa immer sehr wohl Dosiert in die Handlung ein, aber sie vermitteln mir, als Leserin sehr genau, wie hilflos Mika sich oft fühlt.

    Und dies ist dann auch wohl so bei Fillys Arbeitgebern, ihren Freunden und Bekannten so gewesen. Sie waren schlichtweg überfordert und hilflos, was Fillys Verhalten betraf.


    Was mich ein wenig wundert, ist, dass Fillys Eltern nur sehr selten erwähnt werden. Waren sie in den letzten 10 Jahren auch überfordert mit der Situation ihrer Tochter?


    Ich glaube, dieses "lebendig begraben" Gefühl in diesem U-Bahn Tunnel, mit all` den Toten im Wagon, war sicher furchtbar, auch wenn Filly die ganze Zeit an die Rettung fest geglaubt hat.

    Ihre Angst vor Dunkelheit kann ich daher schon gut verstehen. Auch das immer wieder diese Kälte in ihr hoch kommt, dass ist für mich sehr gut beschrieben und daher verständlich.

    Aber ich glaube, am Schlimmsten hat es sie getroffen, dass sich alle Menschen die ihr wichtig waren, von ihr abgewandt haben.

    So etwas in Fillys Situation, nach dem Unglück, erleben zu müssen...

    Ja, dass kann ich mir schon vorstellen, dass es die Seele tief verletzt und man den Glauben an die Menschen verliert.


    Das Mika bei Fillys Erzählung vom Unglück, tatsächlich die ganze Zeit die Klappe hält, also dafür gebührt ihm ein großer Respekt. Ich hätte wahrscheinlich die Fragen nicht runter schlucken können, aber ich bin auch nicht so ein gemütlicher Typ wie Mika. :)


    Dieser Streich von Kirschauge/Dana - der wirkt noch etwas in mir nach. Warum hat sie sich dazu hinreißen lassen? Weil man ihr in der Klasse keine Beachtung schenkt, oder weil sie von einem Bauernhof kommt und eine dumme Zicke in der Klasse die Nase rümpft? Warum fehlt diesem tollen Mädchen das Selbstbewusstsein? Hat sie niemanden der ihr sagt, wie viele tolle Eigenschaften und Stärken sie hat?


    Da hätte ich echt gedacht, dass Meggy diesem Kind den nötigen Rückhalt gegeben hätte, aber offenbar war das nicht so.


    Stattdessen knabbert Meggy immer noch an ihren eigenen Fehlern und liegt nun mit einem schlimmen Herzinfarkt im Krankenhaus. Hoffentlich kann sie doch noch ein wenig bei ihrer Familie und Filly bleiben.


    Ist euch eigentlich aufgefallen, welch putzige Art Bruder Ruben beim telefonieren an den Tag legt? Mir ist das schon bei dem Telefonat mit Meggy am Anfang aufgefallen, wenn Bruder Ruben nichts mehr zu sagen hat, legt er auf. Ohne Gruß oder Verabschiedung. :totlach:

    Toll fand ich das Telefonat mit Franco, der einerseits von Mikas Arbeitsmoral genervt ist und sich andererseits um seinen Freund sorgt. Besonders da er an dem Komplott, Mika zu Filly zu schicken beteiligt war, plagen ihn Gewissensbisse.

    Herzlich lachen musste ich, als Bruder Ruben, Franco die Absolution erteile, indem er am Telefon sagte:

    " Meggy, dein Onkel, du, ich - vergisst du dabei nicht etwas? Sogar wenn wir uns geweigert hätten - Gott hätte einen Weg gefunden, dass Mika und Filomena sich kennen lernen. Und wenn er Mika dafür zu einem Pilger hätte machen müssen, der eine nicht mehr genutzte Wegkapelle angesteuert hätte. "

    Da musste ich doch laut lachen, der Mann ist nicht nur ein Philosoph sondern auch ein Humorist.

    Nun bin ich mal gespannt, wie Franco seinem Freund weiterhin helfen kann und ihn dabei auch zuverlässig an die Arbeit bringt. ;)

  • Ganz ähnliche Überlegungen hatte ich auch, liebe Annette. Ich habe oft befürchtet, dass sich Mika überfordert mit all der Rücksichtnahme auf Filly und den vielen vorsichtigen Schritten und was er alles ständig dabei zu beachten hat. Er weiß natürlich, dass all das notwendig ist im Umgang mit ihr, aber so viel Geduld und Selbstdisziplin haben sicher nicht viel Männer und Menschen im allgemeinen. Das wurde auch deutlich bei Filly`s Freunden und Kollegen, die sich von ihr entfernt hatten, als sie Hilfe gebraucht hätte.

    Auch die Frage nach ihren Eltern hat mich beschäftigt. Ihr Vater hat den Anbau für sie errichtet, aber ansonsten werden sie nie erwähnt. Warum kümmern sie sich nicht um ihre Tochter und schauen nie, wie es geht auf dem Berg? Sie müssen doch wissen, aus welchen Gründen sie sich vor der Welt und den Menschen zurückgezogen hat. Dann habe ich oft daran gedacht, ob ein Haustier hilfreich gewesen wäre, ein Hund oder ein Kätzchen als Gesellschaft und weil es sehr heilsam sein kann, sich um ein Tier zu kümmern. Tiere schenken Liebe und Vertrauen, ohne etwas zu fordern und sind wunderbare Seelenbegleiter.

  • Dadurch und durch die ganzen Schilderungen drumherum wird ihr Wesen natürlich um einiges besser erfassbar. Ich liebe Noas/Elisabeths einfühlsame Darstellungen dieser Situationen, ich kann mich an eine zum Tsunami in einem unter dem Klarnamen erschienenen Roman erinnern, die ähnllch eindringlich war.

    Oh ja, der "Sturm im Paradies" ... Das war auch so eine Gesichte, bei der ich immer Angst hatte, entweder auf die eine oder auf die andere Seite zu kippen. (zu lässig und oberflächlich bzw. zu "romantisch" und zu schrecklich, zu hart, zu reißersich) Ich bin froh, dass mir das damals recht gut gelungen ist und hoffe das natürlich auch für dieses Buch.

  • Das habe ich auch so verstanden, liebe Noa. Vor vielen Jahren hatte ich auch Panikattacken, konnte weder Bus- noch Bahnfahren, in kein Kino, Theater, Restaurant etc. gehen und ich habe zum Glück keinen Terroranschlag erleben müssen. Dennoch war der 7. Juli 2005 der Auslöser für Filomena`s Angststörung, sie hatte vier Wochen danach ihre erste Panikattacke und in rascher Folge noch weitere. Ihre Sozialphobie hat sich erst später entwickelt durch das Unverständnis einiger Leute in ihrem Umfeld - so habe ich das zumindest verstanden.

    Dann bin ich ja froh. Genau so war es gemeint. Danke für die Rückmeldung.

  • Mika ist so ehrlich, er sagt nicht, dass er geschlafen hat und nichts mitgekriegt, er sagt die Wahrheit und das rechet Filly ihm hoch an. So langsam bewegen sich die beiden aufeinander zu, das beschreibt Noa-Elisabeth wunderbar einfühlsam.

    Ehrlichkeit ist unglaublich wichtig (nicht nur) für Menschen mit Sozialphobien. Sie müssen einfach wissen, woran sie mit jemandem sind. Alles andere macht ihnen den Umgang mit dem Gegenüber schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
    Vielen Dank auch für das kleine, liebe Lob am Ende des Abschnitts. Und allmählich gewöhne ich mich an meinen neuen Doppelnamen. :)


    Mika ist so ehrlich, er sagt nicht, dass er geschlafen hat und nichts mitgekriegt, er sagt die Wahrheit und das rechet Filly ihm hoch an. So langsam bewegen sich die beiden aufeinander zu, das beschreibt Noa-Elisabeth wunderbar einfühlsam.

    Ah, so wird das doppeltgemoppelt. Wieder was gelernt. Ich hoffe, ihr habt noch Geduld mit mir. (Computerultrablond!)

    Dass Dana stundenlang auf dem Polizeirevier festgehalten wurde, finde ich auch übertrieben. Aber die Eltern waren ja nicht aufzutreiben, sie waren mit Meggie im Krankenhaus.

    Ja, das ist herb. Aber was hätte der Polizist sonst mit ihr machen können? Er wollte ja verhindern, dass sich sofort das Jugendamt einschält (habt ihr sicher rausgelesen). Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, sie in die Schule zurückzubringen. Aber was macht dann eine Lehrerin (nach "Feierabend") mit ihr??? Daraus entstand der lange Aufenthalt auf dem Revier.

  • Was mich ein bisschen stört - Meggie, Franco, Bruder Ruben, sie alle sind besorgt um Filomena und Mika. Jeder möchte mitmischen und „helfen“. Ich finde, die beiden sind jetzt soweit, dass man sie alleine lassen kann. ^^

    Ich weiß nicht, ob man so einfach loslassen und die Verantwortung für sein Sorgenkind, das man 10 Jahre lang begleitet hat, an einen anderen übergeben kann. Da steht das "muss" oder "sinnvoll" ziemlich gegen das "wollen", vor allem aber gegen das "können". Finde ich.

  • Es istnatürlich hart, wenn alle Menschen im Umfeld mit der Zeit genervt reagieren.Aber für die anderen geht das Leben weiter und wahrscheinlich erschöpft sichauch da die Kraft, immer wieder aufbauend da zu sein.

    Da hast Du sicher recht. Leider haben "wir" auch erleben müssen, dass viele Menschen einfach keine Zeit und keine Lust haben, sich mit jemandem abzugeben, der "anstrengend" ist, nicht in die Norm passt und der manchmal einfach nicht "lustig" und "gut drauf" sein kann ... Die Gesellschaft ist leider sehr oberflächlich, spaßorientiert und sogar hartherzig geworden. Und halt auch extrem leistungsorientiert. Darauf versuche ich mit diesem Roman hinzuweisen und vielleicht auch ein klein wenig zu sensibilisieren.

  • Dass Mika sich bewegt wie eine Schnecke und so langsam denkt wie ein Faultier ...... die Aussage fand ich schon ein wenig heftig, denn so kommt er mir gar nicht vor.

    Das war schon sehr "liebevoll" gemeint. *breitgrins*

    Ich befürchte auch, dass Margerita das Krankenhaus nicht mehr verlassen wird. Aber ich glaube, dass sie ihren Teil des Plans erfüllt hat.

    Schauen wir mal ...

  • Mika muss wirklich ein ganz besonderer Mensch sein. Ich glaube solche besonderen Männer gibt es auch nur in Büchern.

    Du kennst meinen Ehemann nicht.

    Was mich ein wenig wundert, ist, dass Fillys Eltern nur sehr selten erwähnt werden. Waren sie in den letzten 10 Jahren auch überfordert mit der Situation ihrer Tochter?

    Schwieriges Thema. Ich wollte nicht noch mehr Figuren involvieren. Filly ist erwachsen und will ihren eigenen Weg gehen, auch wenn es ein nicht ganz einfacher ist. Dass die Eltern Filly unterstützt haben (dass erzählt sie Mika) kommt hoffentlich "ausreichend" rüber?

    Da musste ich doch laut lachen, der Mann ist nicht nur ein Philosoph sondern auch ein Humorist.

    Die Szenen mit "Bruno" haben auch beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht.