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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Verloren. Die Kinder der Hexen" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Daniela Winterfeld als auch den Amrun-Verlag, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.

    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Seit seiner Kindheit plagen Nico Träume von brennenden Menschen und zeitweise hat er Wahnvorstellungen und sieht Dinge und Personen, die es real gar nicht geben kann. Schon in seiner Kindheit wird ihm eine Art Schizophrenie und eine Borderline-Störung attestiert. Aber ist er tatsächlich krank oder steckt etwas ganz anders dahinter? Denn in seinem Dorf wurden vor vielen Jahren Hexen verbrannt und es scheint fast, als würde diese ferne Vergangenheit in Nico aber auch in den rebellischen Mädchen Leany wieder aufleben. Können die beiden einander helfen oder sind sie, im Gegenteil, gefährlich für den anderen?


    Mit „Kinder der Hexen“ startet die Verloren-Trilogie von Daniela Winterfeld. Wie man aus dem tollen Nachwort erfährt, handelt es sich um ein Herzensprojekt von ihr, was es mir nicht leichter macht, eine Rezension zu schreiben, denn leider habe ich mich etwas schwer getan, in die Geschichte hineinzufinden. Dies lag nicht am Schreibstil, denn der ist, wie von ihr gewohnt, Bilder und Gefühle in Worten malend, mit Liebe zum Detail und zu den Darstellern. Deshalb kommt einem vor allem Nico schnell näher und man leidet mit ihm und fühlt seine Unsicherheit und seine Nöte. Und auch Cairenn, eine der beiden Hauptdarstellerinnen ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ihre ehrliche, mutige und lebenskluge Art macht sie schnell zu einer Heldin. Aber eigentlich ist es ihre Schwester Leany, die Nico noch mehr fasziniert, die ihm irgendwie ähnlich ist, die ihn berührt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine übergroße Anziehungskraft und eine Art Hassliebe, die vor allem Nico an den Rand seiner geistigen Gesundheit bringt. Eine große Bedrohung von außen durch einen rabiaten Mitschüler sorgt zusätzlich für Spannung aber auch Dramatik in der Geschichte.


    Das Buch ist im Fantasy-Genre eingeordnet, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich es da im Augenblick etwas fehl am Platze finde, denn die Fantasyelemente sind, wenn überhaupt, so doch für mich zu vernachlässigen. Man kann vieles auch auf „normalem“ Wege erklären bzw. es ist halt etwas mystisch – aber für mich in keiner Weise Fantasy, wie man sie kennt. Dadurch wird das Buch auch schwer einzuordnen und ich glaube, ich hatte von vorne herein falsche Vorstellungen, was da auf mich für eine Story zukommen würde. Vielleicht ändert sich das in den beiden Folgebänden noch, das kann ich natürlich nicht beurteilen.


    Die größten Probleme hatte ich zum einen damit, dass mir sehr häufig nicht ganz klar war, in welchem Zustand Nico und Leany sich gerade befinden. Soll heißen, ob sie träumen, oder in der Realität sind, ob es Gegenwart oder Vergangenheit oder gar die Zukunft ist, die sich hier widerspiegelt. Das hat mich zusehends verwirrt und die wenigen Erklärungen kommen erst ziemlich spät und lassen sehr viele Fragen offen.

    Zum anderen ist es ein großes Hin und Her zwischen Nico und Leany und Cairenn und das hat mich zeitweise etwas genervt. Vor allem Leanys Art ist lange unverständlich. Auch hierfür gibt es natürlich realistische Begründungen. Aber auch die waren, für meinen Geschmack, ein bisschen zu spät, da hatte sich bei mir leider schon eine gewisse Ungeduld festgesetzt.


    Mein Fazit ist, dass ich bis jetzt nicht in die Geschichte hineingefunden habe, obwohl mir die Protas sympathisch waren. Das Ende lässt mich verwirrt zurück, weil es mir zu viele lose Enden hat und ich keinen blassen Schimmer habe, wie das weitergehen soll und wo es hinführt. Vielleicht war ich als Fan von High- und Urban-Fantasy auch einfach nicht die passende Zielgruppe.


    Liebe Daniela, Du weißt, wie sehr mir das letzte Buch von Dir gefallen hat. Deshalb habe ich diese Rezi nur schweren Herzens so formuliert. Ich möchte mich bedanken, dass Du Dein Herzensprojekt mit uns in einer Leserunde teilst/geteilt hast und wie geduldig Du mit uns warst. Ich hätte mir ja, wie schon erwähnt, gewünscht, dass ein Teil des erhellenden Nachwortes schon als Vorwort gekommen wäre, dann wäre meine Erwartungshaltung vielleicht eine andere gewesen. Manchmal sind Buch und Leser einfach nicht kompatibel.

  • Liebe Daniela, liebe Mitleserinnen, auch wenn das Buch nicht meinen Nerv getroffen hat, war es trotzdem eine schöne und unterhaltsame LR. Vielen Dank dafür!

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    Feenkinder


    Inhalt:

    Seit seiner Kindheit wird Nico von Albträumen geplagt. Er sieht brennende Menschen und zeitweise hat er Wahnvorstellungen, sieht Dinge und Personen, die es real gar nicht geben kann. Psychiater attestieren ihm eine Art Schizophrenie und eine Borderline-Störung. Aber steckt nicht vielleicht etwas ganz anders dahinter? In seinem Heimatdorf wurden vor vielen Jahren Hexen verbrannt und es scheint fast, als würde die lang zurückliegende Vergangenheit in Nico, aber auch in dem rebellischen Mädchen Leany wieder aufleben. Können die beiden einander helfen? Oder gefährden sie sich gar gegenseitig?


    Meine Meinung:

    Zuerst möchte ich meine positiven Eindrücke schildern. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir unheimlich gut. Die lebendige, bildhafte Sprache mit Liebe zum Detail hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Schon im Prolog, in dem das verheerende Feuer ein ganzes Dorf nahezu vernichtet, hat mir die Beschreibung der Szenerie eine Gänsehaut über den Rücken gejagt.

    Dieser tolle Schreibstil hat mich durch das ganze Buch bei Laune gehalten. Mit dem Inhalt konnte ich mich leider nicht wirklich anfreunden. Ob der Roman ins Fantasy-Genre passt, kann ich nicht beurteilen. Für mich war es das erste Buch, in dem es um Übersinnliches geht. Die Geschichte ist nach meinem Empfinden verwirrend und lässt vielen Fragen offen.

    Nico leidet an Wahnvorstellungen, Halluzinationen und / oder Visionen. Ob das „nur“ seiner psychischen Erkrankung geschuldet ist oder noch andere Hintergründe hat, bleibt unklar. Nach dem Titel des Romans zu urteilen könnte er auch ein Hexenkind sein. Leany ist wie er, nur dass sie nicht an so massiven Wahnvorstellungen leidet. Das mag daran liegen, dass sie mental stärker ist als Nico. Die beiden fühlen sich magisch zueinander hingezogen, haben aber Angst davor, sich auf eine Liebesbeziehung einzulassen. In der Schule fällt ihr Anderssein auf. Sie werden ausgegrenzt, gemobbt, ja sogar misshandelt.

    Die meisten andere Protagonisten sind „normal“. Am besten hat mit Cairenn gefallen, sie bemüht sich sehr um Nico, akzeptiert ihn so, wie er ist.

    Mir ist es schwer gefallen in die Geschichte hineinzufinden. Oft war mir nicht klar, ob etwas gerade wirklich passiert oder nur in Nicos oder Leanys Vorstellung geschieht. Am Ende bleiben für mich zu viele Fragen offen, der Bezug zum Buchtitel fehlt völlig. Da „Verloren - Die Kinder der Hexen“ der erste Teil einer Trilogie ist, wird die Aufklärung wohl in den Folgebänden erfolgen.


    Fazit:

    Ich habe leider nicht wirklich in die Geschichte hineingefunden. Und ich habe - mal wieder - festgestellt, dass Übersinnliches so gar nicht meins ist.

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    Streuliste:

    Amazon

    Literaturschock

    Literaturschock-Forum

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    Hugendubel

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    Weltbild

  • Liebe Daniela und alle die mitgelesen haben, vielen Dank für die nette Leserunde.

    Das Buch hat ja leider nicht so meinen Geschmack getroffen, aber trotzdem war es eine gute Leseerfahrung.

    Hier kommt meine Rezi:


    Leider nicht meine Geschichte


    Nicos Leben ist von Albträumen bestimmt. Er sieht brennende Menschen und Feuer, die ein Dorf vernichten. Aber Nico sieht dies alles nicht nur Nachts, wenn er schläft, sondern auch am Tag. Seine Eltern schieben sein Verhalten und seine Visionen auf ein psychische Krankheit. Erst als Leany und ihre Schwestern in das Dorf ziehen, scheint es eine Besserung zu geben. Aber dann werden die Ereignisse immer dramatischer. Leany hat eine düstere Anziehungskraft auf Nico. Auch scheinen sie irgendwie miteinander verbunden zu sein. Ihre Träume kreuzen sich, aber um eins zu werden bedarf es mehr. Was steckt hinter den Visionen von Nico? Was verbindet Leany mit ihm? Und welche düsteren Gestalten verfolgen sie?


    „Verloren. Die Kinder der Hexen“ ist der Auftakt einer Trilogie. Hier im ersten Band werden erst einmal die Protagonisten vorgestellt. Leany, ihre Schwestern und Nico lernen sich kennen und bauen Vertrauen zueinander auf. Mit einem düsteren Erzählstil erzeugt die Autorin eine dunkle Atmosphäre, die eine gewisse Sogwirkung hat. Die Art des Erzählens hat mir eigentlich gut gefallen. Die Handlung selbst spielt sich im eigenen Kopf ab. An manchen Stellen war es schon schwierig ihr überhaupt zu folgen. Die Idee übersinnliche Fähigkeiten als Psychose aussehen zu lassen, war eine spannende Idee. Leider bin ich mit ganz anderen Erwartungen an das Buch herangegangen und musste sehr schnell feststellen, ich und das Buch passen nicht zusammen. Mir waren die Charaktere zu jung, die Handlung am Ende, zu verwirrend. Es handelt sich um Teenager oder junge Erwachsene und somit wird natürlich auch erzählt, wie diese sich benehmen und handeln, dies war mir an manchen Stellen einfach zu viel. Dann wieder gab es Szenen, die mir zu brutal waren, für den Handlungsverlauf aber sicher nötig gewesen ist. Einiges wurde auch sehr ausführlich geschildert und war mir dann so manches mal zu langatmig. Insgesamt gesehen konnte ich mich nicht wirklich auf die Geschichte einlassen. Was ich selbst sehr schade fand, denn den Erzählstil mochte ich von Anfang an.


    Da es sich um eine Trilogie handelt, ist die Geschichte mit Ende dieses Buches noch nicht zu Ende erzählt. An Schluss bleiben einige Fragen ungeklärt, aber dies ist beabsichtigt und hat mich auch nicht gestört, nur sollte man es bedenken, wenn man zu diesem Bruch greift.


    Ich bin sicher die Kinder-der-Hexen-Trilogie wird ihre Leser finden. Frau Winterfeld versteht es, atmosphärisch dicht zu erzählen. Nur für mich ist die Geschichte nicht das Richtige gewesen.


    Und hier wo sie im Netz zu finden ist:

    Hauptseite

    Forum

    Lovelybooks

    Bücherforum zur Buchrebellin

    Lesejury von Lübbe

    Amazon

  • Mir hat die Stimmung der Geschichte besonders gut gefallen. Ich mag düstere Märchen und düstere Fantasy und da diese Geschichte in die Richtung Mystery-Fantasy geht, fand ich die Grundstimmung absolut großartig.


    Nico und Leany fand ich als Protagonisten wirklich gelungen. Er mit seinen Geheimnissen und Problemen ist ein sehr sympathischer Kerl und Lena ist die perfekte Antagonistin.
    Es ist ungewöhnlich, dass eine junge Frau "die Böse" ist. Gerade deshalb gefällt mir Leany in ihrer Rolle auch so gut, da sie sehr überzeugend ist, obwohl so vieles unklar ist.


    Ursprünglich hatte ich etwas mehr Fantasy-Elemente erwartet, doch ich muss sagen, dass sie mir am Ende nicht gefehlt haben, da ich den Aufbau in sich sehr schlüssig fand.


    Schade fand ich nur, dass am Ende so viele Fragen offen bleiben. Dass nach dem ersten Teil einer Trilogie nicht alles geklärt ist, ist klar. Aber mir blieb einfach nur zu viel offen. Ich habe das Gefühl, ich bin kaum klüger, als zu Beginn.


    Auch finde ich die Wahl des Titel und Untertitels ungeschickt gewählt. Weder zu "Verloren" noch zu "Die Kinder der Hexen" gibt es einen direkten Bezug. Daher frage ich mich, wie dieser Titel zustande kam.


    Trotzdem hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und ich bin gespannt auf die Fortsetzungen.


    https://janas-lesehimmel.de/re…n-von-daniela-winterfeld/

    Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos