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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Winterrosenzeit" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Rebecca als auch ihren Verlag Edition Oberkassel, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.

    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Masuren, 1918: Die junge Hedwig muss sich nicht nur ihre kranke Mutter, ihren Vater, sondern auch um ihre zahlreichen Geschwister kümmern. Der älteste Bruder Heinrich blieb im Krieg, so dass sie als ältestes Kind den Haushalt schmeißen muss.


    Tagsüber geht sie bei einer Schneiderin in die Lehre, abends ist sie für die Familie da. Als ihre Meisterin dann jedoch ihr Geschäft schließen muss, würde Hedwig gerne selbst Meisterin werden. Doch der Vater ist dagegen. Dann trifft Hedwig den Sohn eines verarmten Adelsgeschlechts. Er spornt sie an und macht ihr Mut, den Weg zu gehen und Schneidermeisterin zu werden.


    Hedwig gelingt das schier unmögliche und legt die Prüfung sogar in zwei Bereichen ab. Fortan ist sie Schneidermeisterin für Damen und Herren. Doch ein unbedachter Moment verändert alles. Plötzlich ist sie verheiratet und Mutter zweier Kinder. Der Vater geht eigene Wege und auch Hedwig muss schauen, wie sie ihre kleine Familie über die Runden bekommt. Als dann der zweite Weltkrieg ausbricht, scheint alles verloren…


    Bisher kannte ich die Autorin vor allem nur wegen ihrer Cornwall-Romane und war daher gespannt auf die neue Thematik und den neuen Schauplatz. Schnell hatte mich die Autorin wieder mit ihrem Schreibstil gefangen. Eine dichte emotionale Atmosphäre erwartete mich hier und ich konnte förmlich das Leid, die Hoffnung, aber auch die Liebe von Hedwig spüren.


    Das Leben meinte es nicht gut mit ihr, doch Hedwig ist eine starke Frau, die so leicht nicht aufgibt, hart arbeitet und kämpft. Oft hat mich die Autorin mit unerwarteten Wendungen überrascht. Dabei erzählt sie so authentisch und greifbar, als wäre sie persönlich dabei gewesen.


    Vieles kam mir aus den Erzählungen meiner eigenen Oma bekannt vor. Nicht zuletzt, weil auch sie Schneidermeisterin für Damen und Herren gewesen war, auch die Kriegserzählungen deckten sich hierbei zu größeren Teilen.


    Rebecca Michéle weiß, wie sie ihre Leser fesseln kann und nahm mich mit auf eine gewagte Flucht, bei der ich nicht nur zwischenzeitlich den Atem anhielt, sondern zudem viele Tränen vergoss, sei es vor Trauer oder Erleichterung.


    Fazit:

    Sehr emotional und authentisch erzählt Rebecca Michéle in diesem Buch von starken Frauen aus Masuren, die ich leider nicht mehr persönlich kennenlernen kann, nach dem Buch jedoch dennoch das Gefühl habe, selbst dabei gewesen zu sein und gute Bekannte verlassen zu haben.





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  • Masuren, 1918. Die junge Hedwig lebt im deutschen Teil von Polen und will vor allem eins: ein glückliches Leben führen. Dafür gehört sie aber auch Selbstbestimmung, was zu dieser Zeit für junge Frauen schwierig ist. Doch dann trifft sie auf Albert, der auch nach den Sternen greifen will und sie in ihren Träumen unterstützt. Doch reicht seine Unterstützung aus in einer Zeit, die aus lauter politischen Unruhen und Umbrüchen besteht und die gerade für Frauen ganz andere Wege sieht?


    Hedwig ist von Anfang an eine starke Persönlichkeit, die mit ihrem Schicksal zwar hadert, aber nicht sich unterkriegen lässt. Sie steckt voller Tatendrang, so dass sie auf jeden Fall über das ganze Buch hinweg die Person ist, die die Handlung voran treibt. Mal bleiben ihre Handlungsmotive aus heutiger moderner Sicht unklar, aber da es sich hier um eine wahre Persönlichkeit handelt, wird vieles nicht anders gegangen sein. Spannend an diesem Roman ist, dass Hedwig einer realen Person nachempfunden ist, genauso wie alle anderen Figuren, aber es sich hier nicht um "große" Persönlichkeiten handelt. So erhält der Roman ganz automatisch eine Authentizität, die man sich als Leserin nur wünschen kann.


    Der Erzähltempo ist schnell, aber die Autorin hat sich auf diesen paar hundert Seiten auch viel Zeit vorgenommen, in der unglaublich viel passiert. Fast 60 Jahre umfasst die Zeitspanne der Haupthandlung, die in eine kleine Rahmenhandlung eingebettet ist. Dennoch verliert man als Leserin nicht den Faden und der rote Faden ist stets sichtbar. Durch die schnelle Erzählweise bleibt auch der Spannungsbogen konstant groß, ohne das für mich Tiefe verloren gegangen ist.


    Für mich ein schönes Buch, das vor allem durch die Authentizität der Charaktere lebt. Auch wenn manche Ereignisse so unglaublich klingen, beruht die gesamte Geschichte auf historischen Tatsachen, was das Buch für mich zu einem seltenen Kleinod macht. Und wer Rebecca Michéles Schreibstil kennt, der weiß, dass man auch hier ihr Können bemerken wird.

  • Die Streuung werde ich dann nach meinem Urlaub Anfang August vornehmen. Aber ich habe nur ein Tablet zur Verfügung, so dass ich copy+Paste gerade etwas beschwerlich finde. ;)

  • Eine Geschichte über eine starke Frau.

    Hedwig, älteste Tochter von Hermann und Auguste Mahnstein wächst in den Masuren zwischen 1920 und 1945 auf. Erzogen im typisch preußischen Zeitgeist hat sie es zu Hause nicht leicht: Sie muss sich um Geschwister, Haushalt, die kränkliche Mutter und ihre Ausbildung kümmern. Während eines Botengangs trifft sie das erste Mal Albert, ihren späteren Mann. Da sie von ihm schwanger wird, ist sie gezwungen Albert zu heiraten und lebt fortan bei ihren Schwiegereltern. Albert kümmert sich lieber um seine Musikkarriere und lässt Frau und Kinder wochenlang alleine. Als er seinen Job in Berlin verliert, kommt er wieder zurück nach Hause. Doch Affairen, Lügen und Alberts lockerer Umgang mit Geld haben die beiden entfremdet. Mitten in diesen persönlichen Problemen drängt sich der zweite Weltkrieg und die menschenverachtende Politik der Nationalsozialisten. Hedwig ist mehr als einmal gezwungen, sich anzupassen, um ihre Kinder zu schützen. Mitten im Winter 1945 flieht sie mit ihrer Tochter, gerade noch rechtzeitig aus den Masuren und schlägt sich nach Westen durch. Mutter und Tochter erleben schreckliches, dennoch ist Hedwig ein „Steh-auf-Männchen“ und baut sich im Westen ein neues Leben auf. Doch auch hier läuft nicht alles geradlinig, doch gerade an den schwierigen Situationen sieht man Hedwigs Stärke.

    Fazit: Die Geschichte um Hedwig ist spannend erzählt und absolut perfekt recherchiert. Man merkt, dass die Autorin tatsächlich an den Schauplätzen war und sich mit Zeitzeugen unterhalten hat. Denn die Schauplätze werden sehr bildlich beschrieben und auch Dinge genannt, wie der Fahrplan von Berlin nach Ostpreußen.

    Schön ist auch, dass der Leser gleich zu Beginn erfährt, dass Werner den 2. Weltkrieg überlebt, denn auch ohne dies hat der Leser genug spannende Momente. Die Protagonisten wirken glaubwürdig und man fiebert als Leser mit und kann die Geschichte fast nicht aus den Händen legen. Die Geschichte einer Frau vom Ende des ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Vielen Dank euch allen für diese interessante Runde und ganz besonders an Rebecca für ihre engagierte Begleitung. :)



    Hier ist mein Fazit:


    Die Handlung des Romans umfasst die Zeitspanne von 1918, als der 1. Weltkrieg zu Ende ging bis in die 60er - Jahre. Zunächst lernen wir die 15- jährige Hedwig Mahnstein kennen, die mit ihrer Familie in Masuren/Ostpreußen lebt und eine Ausbildung zur Schneiderin macht. Sie liebt die weiten Landschaften ihrer Heimat , die Nähe der Natur und engagiert sich liebevoll für ihre Familie. Besonders ihrer Mutter, nach vielen Geburten gesundheitlich angeschlagen, ist sie eine wertvolle Stütze im Alltag und nimmt ihr die meiste Arbeit im Haushalt ab.Leider ist der Hausherr und Familienvater sehr autoritär, er lehnt die neuen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen rigoros ab und bleibt in seiner Gesinnung immer noch der "alten Ordnung" des Kaiserreichs und der traditionellen Rollenverteilung von Mann und Frau verhaftet. Die Zeit ist allerdings in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg im Umbruch und auch die Frauen werden freier und wollen über ihr Leben und ihre Zukunft selbst entscheiden.Das führt zu Konflikten innerhalb der Familie, besonders mit seinen Töchtern. Hedwig findet Unterstützung bei Albert Dombrowski, dem Sohn einer verarmten Adelsfamilie. Er will Musiker werden und nicht auf dem Land bei seinen Eltern versauern und versteht daher Hedwig`s Wunsch nach einer Berufsausbildung, die ihr ein unabhängiges Leben ermöglichen würde. Allerdings wird sie von Albert ungeplant schwanger und die Familien entscheiden, dass die beiden heiraten, was Hedwig`s Lebensplanung eine neue Richtung gibt. Dazu kommt noch die beklemmende politische Entwicklung , die Familien entzweit und das gesellschaftliche Leben untergräbt. Sogar die kleinen Kinder werden schon in der Schule mit den Parolen der NSDAP indoktriniert. Hedwig geht dennoch ihren Weg, sie ist eine sehr mutige und starke Frau, auch als der 2. Weltkrieg anfängt und Verluste, Trauer und Schmerz in alle Familien trägt. Im Winter 1945 muss sie wie so viele andere Menschen aus ihrer geliebten Heimat fliehen. Auch wenn wir die dramatischen Schilderungen dieser Flucht aus Dokumentationen etc. kennen, bleibt es doch vor allem das persönliche Schicksal unzähliger Menschen. Jeder musste für sich alleine und seine Angehörigen unbeschreibliches Leid, Todesangst und Kälte aushalten und genau diese persönliche Sicht zeichntet diesen Roman aus und schenkt damit Hedwig, ihrer Familie und allen anderen Betroffenen ein würdiges und respektvolles Andenken.


    :buchtipp:

  • Einen ganz großen herzlichen Dank für Euer Mitlesen, Eure Kommentare, unseren regen Austausch, der weit über den Inhalt das Romans hinausgeht (gerade dieser macht Leserunden hier immer zu etwas ganz Besonderem für mich!) und für Eure bisherigen wundervollen Rezensionen! Es freut mich sehr, dass Euch der Roman so gut gefallen hat und auch danke, dass ihr Hedwig auf ihrem Weg, auf dem sie viele ihrer Träume aufgeben musste, derart engagiert begleitet habt!

    Always look on the bright side of life ...

  • Einen ganz großen herzlichen Dank für Euer Mitlesen, Eure Kommentare, unseren regen Austausch, der weit über den Inhalt das Romans hinausgeht (gerade dieser macht Leserunden hier immer zu etwas ganz Besonderem für mich!) und für Eure bisherigen wundervollen Rezensionen! Es freut mich sehr, dass Euch der Roman so gut gefallen hat und auch danke, dass ihr Hedwig auf ihrem Weg, auf dem sie viele ihrer Träume aufgeben musste, derart engagiert begleitet habt!

    Ich danke dir, dass du uns hast teilhaben lassen, an der Geschichte deiner Familie. Ich fand es total spannend, dass ich erfahren konnte, was du dir beim schreiben gedacht hast, wie du auf die Idee kamst und so weiter. Das ganze Hintergrundwissen eben....:)

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Liebe Rebecca, auch von mir ein herzliches Dankeschön an die tolle Begleitung von dir! Gerne will ich mir auch die Fotos noch ansehen, komme aber erst am Sonntag aus dem Urlaub wieder. Geht das dann auch noch? :unschuldig: Wirklich fantastisch, dass du die uns bereit gestellt hast!!


    Auch an alle anderen Leserinnen einen lieben Dank für die aktive Runde! Es hat viel Spaß mit euch gemacht! Ich rechne mit den noch ausstehenden Rezensionen im Laufe der Woche. ;) :-*

  • Liebe Rebecca, auch von mir ein herzliches Dankeschön an die tolle Begleitung von dir! Gerne will ich mir auch die Fotos noch ansehen, komme aber erst am Sonntag aus dem Urlaub wieder. Geht das dann auch noch? :unschuldig: Wirklich fantastisch, dass du die uns bereit gestellt hast!!


    Auch an alle anderen Leserinnen einen lieben Dank für die aktive Runde! Es hat viel Spaß mit euch gemacht! Ich rechne mit den noch ausstehenden Rezensionen im Laufe der Woche. ;) :-*

    Ich habe meine Rezension auf Amazon eingestellt, aber auf der Leserundepartnerseite hab ich den Thread nicht gefunden....:verlegen:

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Gerne will ich mir auch die Fotos noch ansehen, komme aber erst am Sonntag aus dem Urlaub wieder. Geht das dann auch noch?

    Natürlich, ich lasse die Fotos auf jeden Fall in der Dropbox drin. Ich wünsche Dir noch einen schönen restlichen Urlaub und gute Erholung!

    Always look on the bright side of life ...

  • Gerne will ich mir auch die Fotos noch ansehen, komme aber erst am Sonntag aus dem Urlaub wieder. Geht das dann auch noch?

    Natürlich, ich lasse die Fotos auf jeden Fall in der Dropbox drin. Ich wünsche Dir noch einen schönen restlichen Urlaub und gute Erholung!

    Vielen Dank, erholsam ist er auf jeden Fall. :)

  • Hier nun auch endlich meine Rezi.

    Liebe RebeccaM , vielen Dank das du uns am Leben deiner Familie hast teilnehmen lassen und das du uns so toll begleitet hast. Auch an euch Mitleserinnen meinen Dank für die rege Leserunde,es hat mir viel Spaß gemacht, trotz des traurigen Themas.


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    In " Der Weg der verlorenen Träume" , erzählt die Autorin Rebecca Michéle sehr einfühlsam und ungeschönt, die Geschichte ihrer aus den Masuren stammende Familie, die aus ihrer geliebten Heimat flüchten mussten.


    Beginnend im Jahr 1918 mit ihrer Großmutter Hedwig, lernen wir ihr Leben und dessen Familie kennen. Der erste Weltkrieg ist beendet und alle legen die Hoffnung in die Zukunft. Hedwig hat ein schweres Päckchen zu tragen, neben ihrer Ausbildung zur Schneiderin, kümmert sie sich auch um den Haushalt und ihre Geschwister. Doch sie macht es gerne, denn die Familie ist ihr wichtig. Die Mutter von Hedwig ist oft krank und geschwächt um die Familie am laufen zu halten. Trotz allem erlebt Hedwig mit ihren Geschwistern eine schöne Zeit in ihrer Heimat.

    Auch Jahre später, als der Nationalsozialismus seinen Aufschwung erlebt, geht es den Menschen in den Masuren noch gut. Berlin und Adolf Hitler sind weit weg und keiner ahnt auch nur im geringsten, welch gräßliche und unheilbringende Zeit auf sie zukommen wird.

    Ein Freund von Hedwig, Albert, lebt seinen Traum Musiker zu werden. Er hilft Hedwig ihren Traum, Schneidermeisterin zu werden, in die Wirklichkeit umzusetzen. Später verlieben sie sich und kommen sich näher, oder ist es nur geglaubte Liebe? Jedenfalls bleibt es nicht ohne Folgen und Hedwig wird schwanger. Es wird geheiratet und Hedwig hofft auf ein harmonisches Familienleben. Doch schnell muss sie feststellen, dass sie auf sich allein gestellt ist. Auch nach der Geburt des zweiten Kindes ändert sich nichts daran, nicht einmal von die Schwiegereltern bei den sie lebt, bekommt sie Unterstützung.

    Doch als das Ende des 2. Weltkrieges schon fast greifbar ist, droht Gefahr von der immer näher rückenden roten Armee. So bleibt Hedwig nichts anderes übrig mit ihren Kindern und ihrer Mutter zu flüchten.

    Sind all ihre Träume verloren, oder werden sie nach der Flucht und Ende des Krieges, neu beginnen können?


    Meine Meinung:

    Leider gibt es zigtausende solcher Schicksale, wie es die Familie Mahnstein erleben musste. Ich habe schon viele Bücher gelesen bei den all die Gräueltaten des Krieges thematisiert wurden. Und doch bin ich immer wieder über jedes einzelne Leid entsetzt und tief berührt. Es macht einem immer wieder aufs Neue bewusst, dass solch eine schreckliche Zeit nie wieder kommen darf.

    Für die Autorin stelle ich es mir unwahrscheinlich schwer vor, über das Leben ihrer Großmutter und Mutter zu schreiben. Es ist doch ein gewisse Verarbeitung der Vergangenheit. Ich finde, sie hat es großartig gemacht, mit viel Einfühlungsvermögen und einem bildhaften Schreibstil, nimmt man am Leben von Hedwig und Margarethe teil. Es sind zwei starke Frauen, die alles materielle verloren hatten, aber niemals ihren Stolz. Und das habe ich sehr bewundert, zu viele haben im und nach dem Krieg den Mut verloren. Doch sie haben immer nach vorne geschaut, egal wieviel Entbehrungen es gab. Es gab einen Satz in der Familie....die Mahnsteinfrauen weinen nicht.....! Die Liebe zueinander hat ihnen immer Halt geben und alles durchstehen lassen.

    Es ist nicht wie bei einer Liebesgeschichte, wo es ein typisches Happyend gibt, so etwas gab es nicht in dieser schrecklichen Zeit. Es ist die Geschichte einer Familie mit all dem Glück und Leid das sie erlebt haben. Da gehört auch der Verlust geliebter Menschen dazu, sich Heimatlos zu fühlen und in einer neuen Umgebung ( Heimat) akzeptiert zu werden. Mit all seinen Widrigkeiten ein neues Leben aufzubauen und nie die Hoffnung aufzugeben.

    All dass hat Rebecca Michéle liebevoll zum Ausdruck gebracht. Immer wenn ich solche Bücher gelesen habe, bleiben sie mir für lange Zeit im Gedächtnis und machen mich nachdenklich.

    Eine absolute Leseempehlung, anders kann ich nicht.


    Was liest du

    Lesejury

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    Jokers

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    Thalia



    Weiterhin erscheint die Rezi bei

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    Literaturschock Hauptseite

    Liebe Grüße Kerstin

    3 Mal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Ein bewegendes Zeitzeugnis


    Masuren, Ostpreußen 1918: Der erste Weltkrieg ist endlich vorüber, aber er hat auch seine Spuren in der ostpreußischen Familie Mahnstein hinterlassen. An der jungen Hedwig, eine der Mahnstein-Töchter, bleibt zudem viel Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister hängen, da die Mutter kränklich ist. Dennoch verfolgt sie gegen alle Widerstände ihren Traum von einer Ausbildung als Schneiderin, obwohl es zur damaligen Zeit verpönt war, dass Frauen einer Arbeit nachgingen. Auch durch ihre Heirat mit einem aufstrebenden Musiker und der Geburt zweier Kinder denkt Hedwig nicht ans Aufgeben, obwohl sie es mit ihren Schwiegereltern alles andere als leicht hat.

    Als Hedwig endlich ihre Ziele verwirklicht sieht, zerstört der Zweite Weltkrieg alles, was sich die Familie aufgebaut hat.


    Diesmal entführt die Autorin die Leser nicht auf die britischen Inseln, sondern in das Ostpreußen der Weimarer Republik und des anschließenden Dritten Reichs. Dabei erzählt sie eine ergreifende und bewegende Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt Hedwig Mahnstein und später ihre Tochter Margarethe steht. Sie erzählt von Hedwigs Kampf gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit, die das Ziel der Frauen in einer Heirat und ihren Platz am heimischen Herd und bei ihren Kindern sehen. Man muss Hedwig bewundern, mit welcher Stärke und Vehemenz sie ihren Weg verfolgt. Überhaupt kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Mahnstein-Frauen Kämpferinnen und auch stolz darauf sind. Gerade für Margarethe ist das Durchhaltevermögen der Frauen ihrer Familie immer wieder ein Vorbild, sich nicht unterkriegen zu lassen.


    Ganz stark ist die Darstellung der Charaktere: sie sind sehr vielschichtig gezeichnet und immer wieder für Überraschungen gut. Besonders widersprüchlich empfand ich dabei den Vater von Hedwig, der sich überhaupt nicht damit anfreunden kann, dass seine Tochter einen Beruf und die Selbständigkeit anstrebt, aber ihr dennoch in wirklich gefährlichen Situationen den Rücken stärkt.

    Oder auch Hedwigs Bruder Karl, der sich desillusioniert von der Politik der Weimarer Republik empfänglich für die Propaganda von Hitler zeigt, was beim Rest der Familie auf Unverständnis stößt. Und doch, wenn es darauf ankommt, beweisen die Mahnsteins, dass sie eine Familie sind.


    Zwiespältig hat mich auch Hedwigs späterer Ehemann zurückgelassen, der zwar Hedwig in ihren Träumen unterstützt, wenn es jedoch um seine eigenen Lebensziele geht, äußerst egoistisch vorgeht. Albert ist einfach zu leichtlebig und zu optimistisch, ganz das Gegenteil der starken Hedwig, die ihm jedoch viel zu lange alles durchgehen lässt.


    Die Geschichte endet nicht mit der nervenaufreibenden Flucht aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkriegs, vielmehr begleitet der Leser Hedwig und Margarethe noch viele Jahre durch das Nachkriegsdeutschland und die Bundesrepublik und erlebt dabei einige Momente, die man schon als kleine Wunder bezeichnen kann.


    Sehr interessant ist aber auch das Nachwort der Autorin, das für mich eine Überraschung bereithielt. Und wieder mal zeigt, dass das Leben die spannendsten und unglaublichsten Geschichten erzählt.


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    Liebe Rebecca, herzlichen Dank für diese tolle Leserunde, bei der ich wieder sehr viel gelernt habe. Vielen Dank auch dafür, dass du die Geschichte deiner Familie mit uns geteilt hast :* Und ich hoffe sehr, dass wir uns zu deinen nächsten Büchern hier wieder lesen werden.

  • Anne H.

    Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch noch eine abschließende Meinung zum Roman mit uns teilen würdest.



    Ansonsten bedanke ich mich nochmal bei allen Teilnehmerinnen! Es war wirklich eine tolle Runde und wenn du, RebeccaM , nochmal Interesse an einer Leserunde hast, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Die Runden mit dir sind wirklich immer etwas ganz Besonderes! :-*

  • Ansonsten bedanke ich mich nochmal bei allen Teilnehmerinnen! Es war wirklich eine tolle Runde und wenn du, RebeccaM , nochmal Interesse an einer Leserunde hast, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Die Runden mit dir sind wirklich immer etwas ganz Besonderes! :-*

    Das kann ich nur unterschreiben...gerne wieder...:)

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)