07 - Kapitel 19 bis zum Ende (ab Seite 359)

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  • Hier könnt ihr zum siebten Abschnitt - ab Seite 359 bis zum Ende - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Die Frauen dieser Familie sind die wahren Kämpfer! Margarethe bekommt ein Kind von Max, Ilse. Mit Max hat sie kein Glück. Dann bekommt sie ein Kind von Antoio, Ursula. Antorio hat, so erfährt sie, hat sich mit ihr eingelassen, um nicht nach Italien zurück zu müssen. Dabei hatte er eine Freundin, die auch ein Kind von ihm erwartete.


    Eine sehr bewegende Geschichte über starke Frauen! Ich freue mich sehr, daß ich diese Lebenswege nachverfolgen durfte!

  • Die Frauen dieser Familie sind die wahren Kämpfer! Margarethe bekommt ein Kind von Max, Ilse. Mit Max hat sie kein Glück. Dann bekommt sie ein Kind von Antoio, Ursula. Antorio hat, so erfährt sie, hat sich mit ihr eingelassen, um nicht nach Italien zurück zu müssen. Dabei hatte er eine Freundin, die auch ein Kind von ihm erwartete.


    Eine sehr bewegende Geschichte über starke Frauen! Ich freue mich sehr, daß ich diese Lebenswege nachverfolgen durfte!

    Ich danke Dir fürs Mitlesen, die Schilderungen Deiner Eindrücke und für Deine Kommentare. Ein solch direktes Feedback im Rahmen einer Leserunde ist mir sehr interessant und auch wichtig.

    Wie Du aus dem Nachwort weißt, hat dieser Roman kein "klassisches Happy-End". Ich wollte aber die Realität bewahren und am Ende nichts hinzudichten.

    Always look on the bright side of life ...

  • Man sollte dem Buch ein Päckchen Taschentücher beilegen.:( Starke Frauen, die sich durchgekämpft haben. Als die Familie in Rottweil landet, hatte ich schon so eine Ahnung, dass die Geschichte etwas mit Deiner Familie zu tun haben könnte, Rebecca.


    Ich bin immer noch sehr berührt von der Geschichte und hänge etwas an ihr fest. Seit gestern Mittag habe ich quasi ab dem 4. Teil bis Ende in einem durchgelesen (natürlich mit den üblichen Pausen wie Essen, Kinder, Schlafen …). Jetzt muss sich das alles erst einmal setzen.


    Ein klassisches Happy-End gibt es nicht, da hast Du Recht. Aber wann findet man das schon im wahren Leben. Dafür gibt es das Beste, was man aus der Situation, den ganzen Wirrungen machen konnte, … Dich! :*

  • Die Frauen dieser Familie sind die wahren Kämpfer! Margarethe bekommt ein Kind von Max, Ilse. Mit Max hat sie kein Glück. Dann bekommt sie ein Kind von Antoio, Ursula. Antorio hat, so erfährt sie, hat sich mit ihr eingelassen, um nicht nach Italien zurück zu müssen. Dabei hatte er eine Freundin, die auch ein Kind von ihm erwartete.


    Eine sehr bewegende Geschichte über starke Frauen! Ich freue mich sehr, daß ich diese Lebenswege nachverfolgen durfte!

    Das unterschreibe ich gerne :) Die Frauen halten zusammen, unterstützen und helfen sich gegenseitig, suchen und finden immer Lösungen, auch in schwierigen Situationen. Sie arbeiten, sind fleißig, halten die Wohnungen in Ordnung, kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, während die Männer auf ganzer Linie versagen - zumindest als Ehepartner und Familienvater. Es gibt natürlich Abstufungen in dieser fatalen Wiederholung. Albert hatte sich auf einem guten Weg befunden, als er in den Krieg ziehen musste, ihn möchte ich nicht so streng beurteilen. Max war allerdings indiskutabel in seinem rücksichtslosen Verhalten. Er bestiehlt die Frauen, lügt, säuft und landet schließlich im Knast wegen eines versuchten Banküberfalls. Hat ihn der Tod seiner Schwester so aus der Bahn geworfen oder wäre er auch ohne dieses Unglück auf die schiefe Bahn geraten? Darüber können wir nur spekulieren. Mit Antonio ist Grete zunächst ganz glücklich, aber ein Rest Mißtrauen bleibt und am Ende stellt sich raus, dass auch er sie belogen hat. Ich habe auch irgendwie für Hedwig gehofft, dass sie noch einen lieben, ehrlichen Mann findet, mit dem sie ihr Leben teilen kann, aber auch sie ist wohl zu tief enttäuscht worden und nicht mehr bereit für eine neue Liebe. Nun müssen sie ihr Leben alleine meistern - zum Glück haben sie beiden Töchter von Grete, die sie liebevoll betreuen und begleiten werden in der Zukunft.<3

  • Mir war gar nicht so klar, dass der Roman so viele autobiographische Züge trägt! Das macht ihn natürlich umso wertvoller. Zeitzeugenberichte in Romanform verpackt. Tolle Idee, liebe Rebecca!


    Ich hatte mir auch ein paar schönere Episoden gewünscht, vor allem für Grete! Aber sie hat einfach kein Glück mit den Männern, aber dennoch hat sie zwei wundervolle Kinder, was ja auch schon mehr ist als manch anderen beschieden ist. Die Geschichte mit Antonio fand ich wirklich traurig. Im Umgang mit Frauen ist er einfach falsch. Da fand ich Max schon sympathischer, der einfach nicht in die Strukturen passte und deswegen einige sehr schwerwiegende Dummheiten beging.


    Dass Werner Lotte gefunden hat, hat mich sehr gefreut. Bei den beiden hatte ich ein gutes Gefühl, aber im Nachwort ist zu lesen, dass auch diese Ehe nicht bis zum Ende gehalten hat. Aber nun gut, ich denke, die beiden hatten trotzdem eine schöne Zeit gemeinsam. Werner schlägt auch sehr nach seinem Vater, da überrascht die Scheidung am Ende nicht. Aber ich denke trotzdem, dass er seinen Weg für sich gefunden hat. Er ist nicht unbedingt gesellschaftskonform, aber heutzutage hätte er sicherlich es um einiges leichter gehabt.


    Hedwig bleibt bis zum Ende eine verlässliche Säule im Leben ihrer Kinder! Sie ist wirklich eine bewundernswerte Frau, die eine so große Stärke in sich trägt, wie sie nur wenige Menschen aufweisen.


    Ja, ein schöner Roman mit wirklich spannenden Schicksalen!

  • Da Ende war total überraschend! Ich habe damit garnicht gerechnet, aber trotzdem ein schöner Schluss. Hedwig und Grete hatten beide furchtbares Pech mit den Männern( oder zu ähnliches Beuteschema?). Ist der Raubüberfall Fiktion oder gab es ihn tatsächlich? Bei Antonio hatte ich gleich wieder ein schlechtes Gefühl, dass sich ja leider bewahrheitet hat. Ich hbae mich so gefreut, als Hedi die ...Next?...Nebenfrau?... rausgeschmissen hat. Das hat die sowas von verdient!!!!!

    Wie frech ist das denn? Vor allem wie verarscht muss sich Grete gefühlt haben? Unglaublich!

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Es gibt es ja häufig, dass Kinder die Geschichten ihrer Eltern wiederholen. So wundert mich Gretes Leben kaum. Auch sie wäre heutzutage besser aufgehoben gewesen...

  • Was für ein Ende mit nochmal einigen Höhen und Tiefen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Für mich passt das Ende des Buches, genau so wie es ist.


    Aber erstmal zum Anfang dieses Abschnitts: nie und nimmer hätte ich erwartet, dass Auguste den Angriff auf dem Haff überlebt hat! Was muss das für eine Freude für Hedwig und Margarethe gewesen sein, als sie davon erfuhren. Ebenso haben Paula, Anna und ihr Mann überlebt. Von Fritz kommt später auch noch ein Lebenszeichen. Es haben mehr Familienmitglieder überlebt, als ich gedacht habe. Allerdings ist Paula durch die Hölle gegangen - wäre sie nur schon früher geflüchtet.

    Umso trauriger war es dann aber, dass sich die Schwestern gegenseitig in den verschiedenen Zonen nicht besuchen durften. Und Hedwig so auch ihre Mutter nicht nochmal wiedersehen konnte.


    Die Intrige der Gräfin, bei der Hedwig und Margarethe untergekommen sind, finde ich ziemlich gemein, war aber froh, dass Hedwig nicht so zornig, wie sie war, zu ihr gegangen ist - ich glaube auch nicht, dass das gut für sie ausgegangen wäre. Als erstes hätte ich in jedem Fall die Preise für die Damen angezogen. Ich fand es clever von Hedwig, diesen Trumpf zur passenden Zeit auszuspielen.


    Nach dem Prolog hat Werner eher einen seriösen Eindruck auf mich gemacht, aber er hat auch eine recht stürmische Zeit hinter sich. Und er gleicht wirklich sehr seinem Vater. Rebecca: da du im Nachwort schreibst, dass du mit Werner seit dem Tod der Großmutter keinen Kontakt mehr hast, vermute ich mal, dass der Prolog nicht real ist, oder?


    In jedem Fall hat er eine Frau wie Lotte gebraucht, genauso wie auch sein Vater eine starke Hand gebraucht hat, die ihm gesagt hat, wo es langgeht - erst als Hedwig ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hat, ist Albert ja bei seiner Familie geblieben.


    Puh, Margarethe hat aber auch überhaupt kein Glück mit ihren Ehemännern gehabt, dabei machten beide zuerst so einen guten Eindruck. Das Schicksal von Kordula Wilke war ebenfalls sehr tragisch und traurig.


    Ich muss ja gestehen, als wir und Grete erfahren, was Antonio für ein durchtriebener Dreckskerl ist, dachte ich, das ist jetzt aber ganz schön heftig, was Rebecca der armen Magarethe zumutet und ob das im realen Leben wirklich so geschehen würde. Um dann im Nachwort zu erfahren, dass es genau so geschehen ist, was mal wieder zeigt, dass das Leben die unglaublichsten Geschichten erzählt.

    Toll ist, wie Hedwig ihrer Tochter dann wieder zur Seite steht, das lässt die beiden Frauen nochmal enger zusammenrücken.


    Von der Abneigung gegenüber den Flüchtlingen hat mir meine Mutter auch erzählt, sie kommt aus Schlesien. Wobei mein Großvater das Glück hatte, ziemlich schnell eine anständige Arbeit zu bekommen und eigenhändig ein Haus für die Familie bauen konnte.

    Sehr positiv fand ich dass, Hedwig keine Abneigungen gegen Tonio hatte, weil er Ausländer war. Das war bei meiner Großmutter aus Schlesien leider nicht so.


    Glücklicherweise ist Hedwig so stur bei den Rottweiler Behörden geblieben und hat sich nicht mit der Bruchbude weit ab vom Schuss abspeisen lassen. Die Behörden sollten doch froh sein, wenn schon jemand eine Geschäftsidee hat, mit der er/sie direkt loslegen will und kann.


    Ich war absolut überrascht, als ich im Nachwort erfahren habe, dass das vorliegende Buch die Lebensgeschichte deiner Mutter und Großmutter erzählt - vielen lieben Dank, dass du diese spannende Geschichte mit uns teilst, liebe Rebecca :*


    Und dann hatte die Geschichte mit Antonio doch sein Gutes: nämlich Ursula bzw. dich, welche so tolle Geschichten erzählen kann.


    Ich muss gestehen, mich interessiert die Heimat meiner Mutter und Großmutter so gar nicht rotwerd Was wahrscheinlich auch daranliegt, dass meine Großeltern 400 km von uns entfernt wohnten und mein Großvater, der ein sehr angenehmer Mensch war, gestorben ist, als ich noch ein Kind war. Meine Oma dagegen war etwas speziell, die ein Händchen dafür hatte, Unfrieden innerhalb der Familie zu stiften, was zur Folge hatte, dass ich während ihrer letzten Jahre so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihr hatte.


    Meine Mutter war damals 10 Jahre alt, als sie Schlesien 1946 verlassen mussten. Entsprechend rosagefärbt sind ihre Erinnerungen. Vor ein paar Jahren ist sie mit meinem Bruder nach Polen gefahren, um die alten Orte zu besuchen und hat sich darüber aufgeregt, dass diese oder jene Bäume oder Gebäude nicht mehr stehen würden. Dass sie nach all den Jahrzehnten vielleicht eh nicht mehr dagestanden hätten, blendet sie immer aus.

    Und was mich auch immer abgestoßen hat: wenn sie von früher erzählte, kam unweigerlich der verbitterte Vorwurf, dass die elendigen Russen und Polen ihnen alles genommen und rausgeworfen hätten (die schlimmeren Beschimpfungen führe ich hier nicht auf). Dass der junge russische Offizier und seine Frau, die im Haus der Familie meiner Mutter einquartiert wurden, noch ein Jahr lang seine schützende Hand über sie gehalten hat, solange er konnte, so dass sie erst 1946 ausreisen mussten, wird höchstens mal am Rand erwähnt.

    Ebenso wird ausgeblendet, dass es ja nicht grundlos war, warum es damals Krieg gab. Das alles hat bei mir unweigerlich einen inneren Widerstand ausgelöst, den ich bis heute nicht überwinden kann.


    Mein Schwiegervater kommt auch aus Ostpreußen, aber er hat selbst kein Interesse an der damaligen Heimat, weil er noch jung war, um sich an vieles von damals zu erinnern. Er ist in Tübingen aufgewachsen und das ist für ihn seine Heimat.

  • Max war allerdings indiskutabel in seinem rücksichtslosen Verhalten. Er bestiehlt die Frauen, lügt, säuft und landet schließlich im Knast wegen eines versuchten Banküberfalls. Hat ihn der Tod seiner Schwester so aus der Bahn geworfen oder wäre er auch ohne dieses Unglück auf die schiefe Bahn geraten?

    Er war ja schon vorher schwierig und hatte es nicht eilig, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Auch hatte er bereits zuvor Hedwig bestohlen. Der Tod seiner Schwester war sicherlich aber ein weiterer Schubs in die völlig falsche Richtung.


    Es gibt es ja häufig, dass Kinder die Geschichten ihrer Eltern wiederholen. So wundert mich Gretes Leben kaum. Auch sie wäre heutzutage besser aufgehoben gewesen...

    Ja, das ist leider allzu oft wahr.

  • Nach dem Prolog hat Werner eher einen seriösen Eindruck auf mich gemacht, aber er hat auch eine recht stürmische Zeit hinter sich. Und er gleicht wirklich sehr seinem Vater. Rebecca: da du im Nachwort schreibst, dass du mit Werner seit dem Tod der Großmutter keinen Kontakt mehr hast, vermute ich mal, dass der Prolog nicht real ist, oder?

    Die im Prolog beschrieben Szene hat 1:1 genau so stattgefunden, genau zu dieser Zeit und genau an diesem Ort! Ich weiß, es klingt unglaublich, im realen Leben gibt es aber manchmal solche Wunder.

    Margarethe fuhr dann noch ein paar Jahre zu den Treffen ihrer ehemaligen Schulfreundinnen, zweimal habe ich sie begleitet. Einerseits war es erschreckend, gleichzeitig aber auch faszinierend, die Geschichten der anderen Frauen zu hören, wie sie aus Ostpreußen rausgekommen sind.

    Ein weiteres "Wunder" war, dass eine Frau sogar in Königsfeld lebte, also ganz in der Nähe von Rottweil - und sie haben so lange nichts voneinander gewusst.

    Hedwig starb im Februar 2000. Als dann alles geordnet war, brach der Kontakt zu Werner ab. Früher verachtete ich ihn regelrecht wegen seines Lebens und vor allem Dingen wegen seines Alkoholabusus, heute weiß ich jedoch, dass viele Menschen dieser Kriegsgeneration später Alkohol und Drogen verfielen, um die immer wieder kehrenden Erinnerungen zu unterdrücken. Eine psychologische Betreuung oder gar Therapie gab es ja keine. Die Menschen wurden mit all dem, was sie erleben mussten, allein gelassen.

    Always look on the bright side of life ...

  • Ein klassisches Happy-End gibt es nicht, da hast Du Recht.Aber wann findet man das schon im wahren Leben. Dafür gibt es das Beste, wasman aus der Situation, den ganzen Wirrungen machen konnte, … Dich

    Das ist sehr liebe Worte, ich danke Dir!

    Nun ist Deine Frage aus dem ersten Leseabschnitt, warum ich, die sich bisher fast ausschließlich schreibtechnisch auf den britischen Inseln getummelt hat, ausgerechnet auf dieses Thema, auf diese Menschen und diesen Part der Geschichte gekommen bin.

    Eigentlich war es schon immer meine Vorstellung, die Lebensgeschichte Hedwigs aufzuschreiben. Früher fühlte ich mich aber nicht reif genug. Nicht, was die Recherche angeht, auch nicht wegen des Handwerkes des Schreiben, sondern weil ich den Figuren gerecht werden wollte. Sich fiktive Charakter auszudenken und denen Leben einzuhauchen, fällt mir leicht, ebenso Geschichten von realen historischen Personen zu erzählen. In diesem Fall war es jedoch anders: Ich schrieb über Personen, die mir bestens vertraut waren, zu denen ich immer aufgesehen habe, auch wenn ich sie als Kinder bzw. Jugendliche nicht kannte. Ich wollte diesen Menschen gerecht werden und deren wahre Geschichte erzählen, diese sollte aber nicht wie eine weitere Aufzählung vom Schicksalen wirken, sondern in erster Linie als Unterhaltungsroman wirken.

    Ich glaube, ich brauchte über zwanzig Jahre Erfahrung als Autorin und 40, meist fiktive, Romane, um mich dieser Aufgabe gewachsen zu fühlen. Als ich die Erde aus der Heimat auf die Gräber verteilte, war es für mich, als hätte ich nun eine, mir vom Leben gestellte, Aufgabe erfüllt - und wagte den nächsten Schritt: Das Schreiben dieses Romans.

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    Einmal editiert, zuletzt von RebeccaM ()

  • Ich habe auch irgendwie für Hedwig gehofft, dass sie noch einen lieben, ehrlichen Mann findet, mit dem sie ihr Leben teilen kann, aber auch sie ist wohl zu tief enttäuscht worden und nicht mehr bereit für eine neue Liebe

    Tief im Inneren hat Hedwig Albert sehr, sehr geliebt, gleichgültig, was er ihr immer wieder angetan hat. Hedwig sprach immer sehr liebevoll von ihrem Mann, ebenso Margarethe über ihren Vater. Grete meinte, wenn der Vater zuhause war, dann herrschte immer Frohsinn und Leichtigkeit. Wie ich anmerke, ließ Hedwig ihren Mann erst 1992 für tot erklären. Ich kann mich noch gut an die Besuche bei der Suchstelle des Roten Kreuzes in Rottweil erinnern, bei denen ich Hedwig begleitete, und an deren Traurigkeit als es wieder einmal mehr hieß: "Wir haben für Sie keine Neuigkeiten."

    Nach dem Gesetz ist es so, dass, wenn Hedwig stirb, drei Jahre nach ihrem Mann gesucht werden muss, bevor ihr Erbe an die Kinder übergeht. Dessen war sich Hedwig bewusst, deswegen der Antrag auf die Todeserklärung Alberts. Ich glaube, sie handelte so, weil es notwendig und rational war - im Herzen dachte sie jedoch anders.

    Always look on the bright side of life ...

  • Und was mich auch immer abgestoßen hat: wenn sie von früher erzählte, kam unweigerlich der verbitterte Vorwurf, dass die elendigen Russen und Polen ihnen alles genommen und rausgeworfen hätten (die schlimmeren Beschimpfungen führe ich hier nicht auf).

    Das kenne ich ebenfalls. Nicht aus meiner Familie, aber von Anderen habe ich häufig mitbekommen, dass sie bis zum Tod eine Abneigung gegen alles aus dem Osten hatten. Eine mir bekannte Frau, die nach Schlaganfällen körperlich auf Pflege angewiesen, geistig aber noch voll da war, lehnte es ab, eine polnische Pflegekraft in ihr Haus aufzunehmen, obwohl das für alle das Beste gewesen wäre. "Ein Pollackin" kommt mir nicht her!", waren ihre Worte. Sie ging lieber in ein Pflegeheim ...

    Always look on the bright side of life ...

  • Ich war absolut überrascht, als ich im Nachwort erfahren habe, dass das vorliegende Buch die Lebensgeschichte deiner Mutter und Großmutter erzählt - vielen lieben Dank, dass du diese spannende Geschichte mit uns teilst, liebe Rebecca :*

    ich danke Dir! Genau das war mein Wunsch: Dass Leser während des Lesens nicht ahnen, dass diese Geschichte nicht fiktiv ist. Es sollte ein Unterhaltungsroman werden, keine reine Lebenserzählung. Der Verlag und ich haben auch sehr schnell beschlossen, das Buch nicht damit zu bewerben, dass es die Geschichte meiner Familie ist, es allerdings im Nachwort anfügen. Das war mir dann schon wichtig.

    Always look on the bright side of life ...

  • Ich muss ja gestehen, als wir und Grete erfahren, was Antonio für ein durchtriebener Dreckskerl ist, dachte ich, das ist jetzt aber ganz schön heftig, was Rebecca der armen Magarethe zumutet und ob das im realen Leben wirklich so geschehen würde. Um dann im Nachwort zu erfahren, dass es genau so geschehen ist, was mal wieder zeigt, dass das Leben die unglaublichsten Geschichten erzählt.

    Ja, in einem rein fiktiven Roman hätte ich Margarethe jetzt durchaus auch mal glücklich "werden lassen", ich wollte die Realität aber nicht verfälschen.

    Always look on the bright side of life ...