05 - Kapitel 13 bis zum Ende (ab Seite 360)

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  • Was für ein Finale!


    Ich habe mich sehr über die Demo gefreut. Sie hat mich ein wenig an den CSD erinnert mit all den Menschen in bunten Farben und mit viel Glitzer, die für Berührungsfreiheit einstehen - da gibt es doch einige Parallelen. <3

    Und dann hat Ninon endlich ihr Geheimnis preisgegeben, ohne etwas darauf zu geben, was das für Folgen haben könnte. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wo doch die engsten Freunde von Ninon Magdalenen sind, sie selbst eine ist und in den letzten Wochen so viel Blödes gelaufen ist. Da wird es an der Zeit, dass sie zeigt, wer sie ist und für was sie einsteht. Nur schade, dass Rea es nicht mehr zur Bühne geschafft hat und sich selbst auch offenbart hat und natürlich ihre Feuerschwerstergabe.


    Die hat sie dafür aber nochmal gezeigt. Ich habe mir schon im Laufe des Buches gedacht, dass sie unbedingt mal ihre Gabe mehr trainieren sollte, dann hätte sie vielleicht auch schon vorher gemerkt, wie sie das Feuer und Eis alleine einsetzen kann. Wie stark man werden kann, haben wir am Ende auch an Madame Hiver gemerkt. Wahnsinn, was sie alles bewerkstelligen kann!

    Und dann kam es so, wie unsere Rhea schon vermutet hatte: Madame Hiver ist wirklich Reas Mutter. Mir gefällt es mal wieder ausgesprochen gut, dass eine vermeintlich gute Person (also eine Person, die für die Magdalenen arbeitet), eigentlich böse ist und dabei ist sie noch Reas Mutter. Aber wie sie Menschen manipuliert, um ihre Zwecke zu erreichen, ist wirklich grausam.

    Dass andere was ich mir beim Lesen dachte: Der Plan in Madame Hivers Kopf einzudringen und ihre Erinnerungen zu löschen, wäre nicht nur unmöglich gewesen, sondern hätte es gereicht, sich ihr auch anders zu nähern. Dann hätte Rea schon früher von ihrer Mutter erfahren und dass sie eigentlich für die selbe Sache kämpfen. Also liebe Rea, lass dir gesagt sein, unmoralisches Handeln bringt dich nicht unbedingt weiter! Und dass sie über das Verhalten ihrer Mutter so entsetzt ist, verstehe ich auch kaum. Sie hat immerhin das gleiche vorgehabt wie sie.


    Dennoch war es für mich ein tolles Buch, in dem ich gerne gelesen habe und ich freue mich auf jeden Fall auf Band 3 und wer weiß, vielleicht kommen wir da auch noch nach Berlin und lernen dort den Feuerpalast kennen?

  • Und dann hat Ninon endlich ihr Geheimnis preisgegeben, ohne etwas darauf zu geben, was das für Folgen haben könnte. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wo doch die engsten Freunde von Ninon Magdalenen sind, sie selbst eine ist und in den letzten Wochen so viel Blödes gelaufen ist. Da wird es an der Zeit, dass sie zeigt, wer sie ist und für was sie einsteht. Nur schade, dass Rea es nicht mehr zur Bühne geschafft hat und sich selbst auch offenbart hat und natürlich ihre Feuerschwerstergabe.

    Ninon scheint tatsächlich wieder zu sich gefunden zu haben. Das würde mich sehr freuen, denn sie war mir ein sehr wichtiger Charakter. Dass Rea sich noch nicht offenbart hat, hat sicher auch Vorteile. In England ist der Kampf um die Freiheit der Magdalenen ja erst in den Anfängen. Da ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn man da etwas strategischer vorgeht und nicht gleich mit der "Feuerschwesterkeule". :)

  • Der Showdown hatte einige Überraschungen parat. Und nicht alle waren leicht zu verdauen. Am meisten habe ich mich über Liam geärgert, der seiner Schwester verschwiegen hat, dass er weiß wer Madame Hiver ist. Das fand ich nicht richtig - egal welche Entschuldigungen er vorbringt. So integer und klar, wie er immer rüber kam, so hätte er für mich auch da sein müssen. Er hatte ja auch sehr schnell einen Verdacht, den er nie vor Rea angedeutet hat. Ja, vielleicht wollte er sie damit auch beschützen, aber ich hasse Lügerei bei meinen Nächsten.


    Das Hiver die Mutter ist, haben ja einige schon vermutet und es erklärt manches. Andererseits fand ich es auch seltsam, dass sie Rea erst alles sagen will, eine wilde Verfolgungsjagd inzseniert und dann keine Möglichkeit sucht, es ihr auf ruhige Weise zu sagen. Der schnelle Sinnungswandel und das ganze Zinnober wäre ganz anders verlaufen?

    Prinzipiell kann ich die Beweggründe von Hiver nicht gutheißen, warum sie das alles tut und getan hat. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Und ihr in irgend einer Weise zu vertrauen, fällt mir schwer. Der Prinz bezeugt seine Ehrlichkeit durch die Wahrheit. Aber was tut die Madame, damit man ihr vertraut? Und sollte man mit ihr überhaupt zusammenarbeiten? Dass Rea und Robin hier so schnell einlenken, liegt mir schwer im Magen.

    Wie mir übrigens auch im Magen liegt, dass Robin so belastet davon ist, dass er Rea nach England mitnimmt als Spionin. Dass er sie liebt und heiraten will ist doch die Wahrheit. Warum empfindet er das auch als Lüge?


    Interessant fand ich, dass die Großmutter und die Geschwister am Ende noch kurz in Erscheinung treten. Die Oma ist gleich sehr präsent aber ich weiß noch nicht, was ich von ihr halten soll. Und das Verhältnis der Geschwister scheint auch nicht das innigste zu sein. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

  • o integer und klar, wie er immer rüber kam, so hätte er für mich auch da sein müssen.

    Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Figuren liebe, die sehr viele Facetten habe? Aber es ist auch gut zu wissen, wenn ich mal danebenliege. Ich glaube nur, dass jeder Gründe findet zu lügen. So sehr ich mir (gerade im echten Leben) Ehrlich von allen wünsche.

    Wie stark man werden kann, haben wir am Ende auch an Madame Hiver gemerkt. Wahnsinn, was sie alles bewerkstelligen kann!

    Juhuu! Am Finale habe ich lange gearbeitet, also schön, wenn es funktioniert. Die mind fights, wie ich sie nenne, sind immer eine besondere Herausforderung. Von den Rezensionsen, die ich lese, glaube ich auch, dass sie manchen zu abstrakt sind, aber ich habe mir gerade mit diesem sehr viel Mühe gegeben, zumal es in den Kämpfen natürlich eigentlich darum geht, dass Rea etwas Neues über sich lernt bzw. erfährt wie stark sie sein kann.


    dass Robin so belastet davon ist, dass er Rea nach England mitnimmt als Spionin. Dass er sie liebt und heiraten will ist doch die Wahrheit. Warum empfindet er das auch als Lüge?

    Ich glaube -- das war zumindest mein Gedanke -- Robin hat den ganzen 2. Band über immer stärker gemerkt, dass seine Familie auf der falschen Seite steht. Nicht umsonst hat er in der Arena den Schlüsselgedanken, dass sein Vater ein Mörder ist. All das mag für uns und Rea auf der Hand liegen, aber Robin ist sein ganzes Leben lang damit aufgewachsen, dass sie die Königsfamilie sind, die einzigen rechten Herrscher Englands, und dass sein Vater ein großer Mann ist. Tja.

    Und bei Rea weiß er natürlich, dass er sie in Lebensgefahr bringt, wenn er sie mit nach London. Das lässt sich, auch für ihn, einfach nicht wegdiskutieren. Sie wäre sicherer (und glücklicher, fragt er sich?), wenn sie in Paris bliebe.

  • Iirgendwie schienen mir ja am Ende viele der Hauptdarsteller wahnsinnig zerrissen. Ich war richtig froh, dass wenigstens ein paar - wie z.B. Ninon - ihre Mitte wohl wiedergefunden haben. Denn sowohl Rea als auch Robin und Liam sind hin und hergerissen und ich hoffe mal, sie erkennen, was für sie der richtige Weg ist. Rea ist sicher auf einem guten Weg.

  • Iirgendwie schienen mir ja am Ende viele der Hauptdarsteller wahnsinnig zerrissen. Ich war richtig froh, dass wenigstens ein paar - wie z.B. Ninon - ihre Mitte wohl wiedergefunden haben. Denn sowohl Rea als auch Robin und Liam sind hin und hergerissen und ich hoffe mal, sie erkennen, was für sie der richtige Weg ist. Rea ist sicher auf einem guten Weg.

    Ja, das ist wohl wahr - aber ich fands gut, dass sie noch nicht eins mit sich sind. Sondern wanken und sich die Köpfe über die Zukunft zerbrechen. Das ist ein Finale, dass zum Buch passt - keine Schönfärberei.

    Die mind fights, wie ich sie nenne, sind immer eine besondere Herausforderung. Von den Rezensionsen, die ich lese, glaube ich auch, dass sie manchen zu abstrakt sind, aber ich habe mir gerade mit diesem sehr viel Mühe gegeben, zumal es in den Kämpfen natürlich eigentlich darum geht, dass Rea etwas Neues über sich lernt bzw. erfährt wie stark sie sein kann.

    Ich finde die Metaphern der Mindfinghts richtig richtig gelungen. So lässt sich das alles eher greifen und im Kopf verfolgen. Das war echt gut gemacht ;)


    Tja, Leute, was soll ich groß zu diesem Finale sagen. Ich habe schon befürchtet, dass Liam irgendetwas ausheckt, als er von der Parade weg zum Palast unterwegs war und ich hatte Recht. Liam ... ist für mich auch so ein zerrissener Charakter, der seine Seite erst noch finden muss. Er ist getrieben von den Erfahrungen, die er mit Rea gemeinsam gemacht hat und ziemlich impulsiv - das ist für mich eine brisante Mischung, er muss aufpassen, dass er nicht die falschen Entscheidungen trifft.


    Und Robin ist für mich im zweiten Band einfach nur zu einem zerrissenen Charakter herangereift. Er muss jetzt alles in Frage stellen, an das er einst geglaubt hat und seinen eigenen Weg finden. Und das, denke ich, wird noch mal wirklich spannend! Die Frage ist nur, ob der dritte nur in London spielt oder auch noch in Deutschland ;) Das wäre natürlich auch höchst interessant!

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Da hatte mein Gefühl also doch recht und die Gedankenfetzen, die immer wieder bedauerten, dass es gerade sie sein muss. Ich hätte nur nicht gedacht, dass eine Mutter so weit geht und ihrer eigenen Tocher so sehr misstraut. Da kommt aber auch Liam ins Spiel, der nie auf Rhea gehört hat und damit auch das volle Vertrauen von ihr nicht mehr hatte, ihm alles so zu erzählen wie es gewesen ist und welche Rolle der Prinz spielen muss/möchte. So konnte er seiner Mutter nicht die Sicherheit geben, die diese aufgrund der langen Trennung nicht haben konnte. Eingefleischte Automatismen auf beiden Seiten.

    Ein Finale der Missverständnisse und des allgemeinen Misstrauens.

    Nur schade, dass Rea es nicht mehr zur Bühne geschafft hat und sich selbst auch offenbart hat und natürlich ihre Feuerschwerstergabe.

    Das dachte ich zunöchst auch, aber dann hätte sie nicht mehr mit nach England gehen können. Eine Heirat unter dem gesellschaftlichen Status ist schon schwer zu verkraften, aber durch die Lebensrettung erklärbar. Aber eine Heirat mit einer Magdalene hätte der König nie zugelassen. Nun könnte der Prinz auf den Thron verzichten, das wäre unter den Umständen wohl ziemlich einfach, aber dann haben sie die Chance verspielt etwas gegen die Zustände in England unternehmen zu können.

    dass eine vermeintlich gute Person (also eine Person, die für die Magdalenen arbeitet), eigentlich böse ist und dabei ist sie noch Reas Mutter. Aber wie sie Menschen manipuliert, um ihre Zwecke zu erreichen, ist wirklich grausam

    Ist es das? Ich habe gerade dieser Tage ein Gedenken an Stauffenberg gehört, in dem gesagt wurde, dass sein Bischof ihm vor dem Attentat seine persönliche Vergebung für die Tat gegeben hat (nicht die kirchliche). Es gibt Situationen, in denen muss man zu unethischen Mitteln greifen. Rea war ja auch der Meinung, sie müsse es tun, dabei war ihr Ausweg viel einfacher. Nur wegen ihrer Liebe zum Prinzen wäre sie diesen Weg gegangen. Einen grausamen Weg, ja. Ihre Mutter Kämpft gegen Staaten, ganz besonders gegen England und hat nicht viele Machtmittel. F+r sie muss Rea als Verräterin der eigenen Art erscheinen, da sie mit dem Prinzen gemeinsame Sache macht. Und ja., wer zuschaut macht sich mit schuldig.

    Und dass sie über das Verhalten ihrer Mutter so entsetzt ist, verstehe ich auch kaum. Sie hat immerhin das gleiche vorgehabt wie sie.

    Eigentlich eben nicht, denn Ihre Mutter kämpft nicht für sich oder ihr persönliches Glück, sie kämpft für die Freiheit der Magdalenen und sie hat in ihrem Leben zu spüren bekommen wie es ist eine Ausgestoßene zu sein.

    Da ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn man da etwas strategischer vorgeht und nicht gleich mit der "Feuerschwesterkeule

    Anders ist es nicht möglich. Als Feuerschwester hätte sie nie nach England einreisen können ohne sofort verhaftet zu werden. Selbst die Liebe des Prinzen hätte sie nicht retten können, weil man dann einfach behauptet hätte, er wäre von ihr manipuliert.

    Showdown hatte einige Überraschungen parat. Und nicht alle waren leicht zu verdauen. Am meisten habe ich mich über Liam geärgert, der seiner Schwester verschwiegen hat, dass er weiß wer Madame Hiver ist. Das fand ich nicht richtig - egal welche Entschuldigungen er vorbringt. So integer und klar, wie er immer rüber kam, so hätte er für mich auch da sein müssen.

    Naja, Liam war in diesem Buch nicht mein Favorit.

    Möglichkeit sucht, es ihr auf ruhige Weise zu sagen. Der schnelle Sinnungswandel und das ganze Zinnober wäre ganz anders verlaufen?

    Und sie hatte Möglichkeiten genug. Aber sie ist eben zu misstrauisch geworden. Diese Paranoia soll bei Geheimdienstlern ja nicht selten sein.

    Und ihr in irgend einer Weise zu vertrauen, fällt mir schwer

    Ich würde ihr schon vertrauen, wenn es um die Sache der Magdalenen geht. Alles was dem entgegensteht ist nicht vertrauenswürdig.

    Dass er sie liebt und heiraten will ist doch die Wahrheit. Warum empfindet er das auch als Lüge

    Weil es an dieser Stelle nicht stimmt. Es stimmt in dem Moment nicht mehr wirklich, als er beschließt, sie als Spionin mitzunehmen, um die Mutter oder die Tocher oder beide zu retten.

    Ich war richtig froh, dass wenigstens ein paar - wie z.B. Ninon - ihre Mitte wohl wiedergefunden haben

    Wielange? 'In dem Chaos, das sich durch die Entführung verbreitet, hat der Roi noch nicht nachgedacht. Was 0passiert nachdem sich die Aufregung gelegt hat? Der Hass ist damit nicht verschwunden, sie ist jetzt noch mehr Zielscheibe.


    Die Liebe zwischen den drei Männern war sehr schön wachsen zu sehen und mitzuerleben. So leise und zart, ganz anders als die lärmende zwischen Rea und Robin. Hat mich ein wenig an die Liebesszene in" Giovannis Zimmer" erinnert.

  • Zitat

    Am meisten habe ich mich über Liam geärgert, der seiner Schwester verschwiegen hat, dass er weiß wer Madame Hiver ist. Das fand ich nicht richtig - egal welche Entschuldigungen er vorbringt.

    Da hast du Recht, vor allem bei dem starken Band, was die Beiden verbindet und in all der chaotischen Welt und Zeit waren die Beiden sich immer eine Stütze, auf die man sich verlassen konnte. Dieses Beziehungsgeflecht hat Liam dadurch ein Stück weit verlassen, was sehr traurig ist. Sie vergibt ihm und sie versprechen sich, dass es nicht nochmal vorkommt. Ich hoffe sehr, dass das keinen Riss hinterlassen hat.


    Zitat

    Es gibt Situationen, in denen muss man zu unethischen Mitteln greifen. Rea war ja auch der Meinung, sie müsse es tun, dabei war ihr Ausweg viel einfacher.

    Das sehe ich persönlich anders. Und Reas Plan habe ich ebenso nicht gut gefunden, weil diese Manipulation für mich mehr als nur unethisch ist. Das ist der Grund, warum Magdalenen so verfolgt werden und dann will sie genau zu diesem Mittel greifen? Ich bin da eher für andere Überzeugungswege.

  • Da ist doch tatsächlich Madame Hiver die Mutter von Rea und Liam. Auch wenn ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, war ich dann doch überrascht darüber.


    Allerdings führt sie wirklich einen ganz anderen Kampf als Rea. Ich finde auch, dass sie mehr für die Magdalenen und ihre Rechte kämpft als Rea, die eigentlich nur für Robin kämpft. Und sie wird auch wesentlich mehr erlebt haben, wozu Menschen in der Lage sind. Ihre Argumente sind durchaus verständlich, auch wenn ich die Art und Weise, wie sie die Menschen manipuliert, nicht gut heißen kann. Aber Rea macht ja letztendlich das Gleiche, nur mit einem wesentlich niederen Beweggrund. Da gäbe es sicherlich andere Möglichkeiten, wie man für die Magdalenen kämpfen kann.


    Überrascht war ich auch, dass Liam davon wusste und Rea nichts gesagt hat. Ich gehe davon aus, dass er im Auftrag von Madame Hiver Robin entführt hat (so klar beschrieben war das ja nicht, oder?). Ich dachte eigentlich auch, dass er und Rea ein inniges Verhältnis haben. Aber Rea ist hoffnungslos verliebt und eigentlich out of order (wie das bei Verliebten nun mal typisch ist). Von daher kann ich dann schon nachvollziehen, warum Liam geschwiegen hat.


    Robin ist mir bei der ganzen Sache zu wankelmütig und kein starker Charakter, auf den man bauen kann. Wird er in England seinem Vater trotzen können? Ich finde das keine gute Idee, wenn Rea zurück geht. Ich glaube, dass der Kampf außerhalb Englands als Feuerschwester wesentlich sinnvoller wäre. Sie wäre eine Leitfigur, die vielen Mut machen würde. So kämpfst sie mehr oder weniger alleine im Untergrund. Ich glaube nicht, dass das eine Zukunft hat, was den Kampf um die Freiheit der Magdalenen betrifft. Was die Liebe zwischen Robin und Rea angeht, so können sie sich nun lieben, was das Zeug hält, egal wo und wann. Na, immerhin. Ich hoffe, das wir nun endlich keine Sehnsuchtspassagen mehr zu lesen bekommen.


    Rene ist wieder aufgewacht - was für ein Wunder - und direkt wieder unterwegs. Das habe ich zwar als etwas unrealistisch empfunden, aber wir befinden uns hier ja auch in der Zukunft. Vielleicht heilt man da schneller.


    Ninon hat sich wiedergefunden. Das hat mich wirklich gefreut. Sie ist nun wieder authentisch und frei so wie in England. Und wird nun gemeinsam mit dem Comte, Rene und Blanc für die Freiheit der Magdalenen kämpfen.




    Aber was tut die Madame, damit man ihr vertraut? Und sollte man mit ihr überhaupt zusammenarbeiten? Dass Rea und Robin hier so schnell einlenken, liegt mir schwer im Magen.

    Wie mir übrigens auch im Magen liegt, dass Robin so belastet davon ist, dass er Rea nach England mitnimmt als Spionin. Dass er sie liebt und heiraten will ist doch die Wahrheit. Warum empfindet er das auch als Lüge?

    Weil es an dieser Stelle nicht stimmt. Es stimmt in dem Moment nicht mehr wirklich, als er beschließt, sie als Spionin mitzunehmen, um die Mutter oder die Tocher oder beide zu retten.

    Robin ist sicherlich mit sich selbst noch im Zwiespalt, immerhin hat er jahrelang geglaubt, dass alles seine Richtigkeit hat und ihm ist erst jetzt bewusst, dass sein Vater ein "Mörder" ist. Allerdings ist er sich wohl auch nicht so sicher, was Rea betrifft. Ich sehe es auch so, dass er sie in erster Linie als Spionin mitnimmt, die allerdings im Handeln doch sehr unfrei ist und auf das Wohlwollen des Prinzen angewiesen ist. Das bereitet mir auch ein wenig Magenschmerzen.

    Die mind fights, wie ich sie nenne, sind immer eine besondere Herausforderung. Von den Rezensionsen, die ich lese, glaube ich auch, dass sie manchen zu abstrakt sind, aber ich habe mir gerade mit diesem sehr viel Mühe gegeben, zumal es in den Kämpfen natürlich eigentlich darum geht, dass Rea etwas Neues über sich lernt bzw. erfährt wie stark sie sein kann.

    Zum Lesen finde ich das zwar auch ein wenig verwirrend und sehr abstrakt, aber beschrieben ist es schon sehr gut. Man kann es sich relativ gut vorstellen.

    Ich würde ihr schon vertrauen, wenn es um die Sache der Magdalenen geht. Alles was dem entgegensteht ist nicht vertrauenswürdig.

    Das denke ich auch. Sie kämpft für eine große Sache und das ohne Rücksicht auf Verluste. Ich traue ihr zu, dass sie sogar ihre Tochter geopfert hätte, wenn es denn den Magdalenen zu Gute gekommen wäre.


    Die Liebe zwischen den drei Männern war sehr schön wachsen zu sehen und mitzuerleben. So leise und zart, ganz anders als die lärmende zwischen Rea und Robin. Hat mich ein wenig an die Liebesszene in" Giovannis Zimmer" erinnert.


    Diese Dreiecksliebesgeschichte finde ich nach wie vor sonderbar, doch wenn alle damit glücklich werden, warum nicht. Die Beschreibung allerdings fand ich auch sehr feinfühlig und leise. Das hat mir auch gut gefallen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Diese Dreiecksliebesgeschichte finde ich nach wie vor sonderbar, doch wenn alle damit glücklich werden, warum nicht. Die Beschreibung allerdings fand ich auch sehr feinfühlig und leise. Das hat mir auch gut gefallen.

    ich glaube gerade wegen dieser leisen, feinfühligen Beschreibung mag ich die drei so - wie die Beziehung eingeführt und erklärt worden ist, war einfach so wunderwunderschön und gefühlvoll. Dagegen scheinen Robin und Rea wie Dampfwalzen, die gerade einen Crash verursacht haben!

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Rhea da hattest du tatsächlich recht und Hiver ist die Mutter. Echt krass, hätte ich nicht mit gerechnet, obwohl die Erklärung halbwegs schlüssig ist.

    Trotzdem finde ich es ein Unding, dass sich eine Mutter so verhält. Die Frau geht einfach gar nicht für mich.

    Und dass Liam nichts gesagt hat, finde ich genauso ätzend und unverständlich.


    Die Szene bei der Demo fand ich richtig toll. Ich fand’s super, wie Ninon sich der Wahrheit und der Masse gestellt hat. Ich habe es als etwas abrupt empfunden, dass Robin Rea plötzlich heiraten will und habe lange vermutet, dass die Nachricht gar nicht von ihm kam, sondern vom Entführer.


    Auf jeden Fall ein sehr spannendes Ende, das neugierig auf Teil 3 macht!

    Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos

  • Mal angenommen, ihr seid im dritten Reich, ihr kämpft für die Juden, habt vielleicht einen versteckt. Dann lernt ihr die Tochter kennen, die ihr jahrelang nicht gesehen habt. Sie verleugnet es, Jüdin zu sein und posiert mit Hitler. Wieviel Vertrauen hättet ihr zu dieser Tochter? Wenn die Gefahr bestünde, dass sie Euch oder den versteckten Juden an die Gestapo verrät, würdet ihr dann immernoch sagen, ok, ist meine Tochter kann ich nichts machen?

    Bei Liam sieht es anders aus. Er kennt seine Schwester sehr gut und hätte seine Mutter überzeugen können, dass sie keine Verräterin ist.

  • Die Szene bei der Demo fand ich richtig toll. Ich fand’s super, wie Ninon sich der Wahrheit und der Masse gestellt hat. Ich habe es als etwas abrupt empfunden, dass Robin Rea plötzlich heiraten will und habe lange vermutet, dass die Nachricht gar nicht von ihm kam, sondern vom Entführer.

    Ich hatte das Gefühl das die Nachricht so plötzlich kam um Rea davon abzuhalten sich auf der Demo zu outen. Darum sehe ich dem auch skeptisch gegenüber weil es auf mich mehr wie eine Erpressung oder Druck erhöhen wirkte als wie ein echtes Geständnis der Gefühle.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Die Szene bei der Demo fand ich richtig toll. Ich fand’s super, wie Ninon sich der Wahrheit und der Masse gestellt hat. Ich habe es als etwas abrupt empfunden, dass Robin Rea plötzlich heiraten will und habe lange vermutet, dass die Nachricht gar nicht von ihm kam, sondern vom Entführer.

    Ich hatte das Gefühl das die Nachricht so plötzlich kam um Rea davon abzuhalten sich auf der Demo zu outen. Darum sehe ich dem auch skeptisch gegenüber weil es auf mich mehr wie eine Erpressung oder Druck erhöhen wirkte als wie ein echtes Geständnis der Gefühle.

    Fenlinka

    Mhhhhhm .... ich sehe das zwei gespalten. Robin ist noch wirklich in dem Prinzenmodus drin - er glaubt an die alten Regeln - und es ist für ihn sicherlich schon schwer, Rea so als seine Verlobte mit zu bringen - aber als offen lebende Magdalene? No way ... Insofern kann ich seine Gedanken nachvollziehen. Das große Ganze sieht er zu dem Zeitpunkt sicherlich nicht. Andererseits versteh ich eure Argumentation auch. Für Rea ist es noch ein Grund mehr, sich nicht zu outen.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)