1. Kapitel 1 bis 9 (bis S. 88)

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  • Hallo liebe Melanie,

    liebe MitleserInnen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Die Stimmlosen" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders dich, liebe Melanie, schön, dass Du unsere Runde begleitest!


    Ihr dürft die Autorin duzen!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netikette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch

    ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid.


    Es wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren!

    :winken:


    Hier könnt Ihr zum Inhalt bis einschl. Kap. 9 schreiben


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Caren

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Beitrag von kessi69 ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Dann will ich mal den Anfang machen.


    Da ich erst am Donnerstag mit dem ersten Band fertig geworden bin, war ich gleich mitten drin im Geschehen.


    Paula und Richard mit ihren Kindern haben den Krieg überlebt. Sie leben auf engstem Raum und führen ihre Praxis. Fritz und sein Sohn Harri leben ebenfalls in der gleichen Wohnung. Es ist für heutige Verhältnisse unvorstellbar, wie man sich durchs Leben schlagen musste. Wir furchtbar muss es sein, nicht genug zu essen zu haben. Ich kann Richards Wut gut verstehen, als Fritz noch mit einem Hund ankommt. Noch ein (Fr)Esser mehr!

    Die Idee mit den „Schrankbetten“ ist genial! Gut, dass ein (bzw. mehrere) Tischler in der Familie ist! Not macht erfinderisch. Dieses Sprichwort passt da wirklich!


    Richard hat seinen Optimismus und Lebensmut verloren. Die Sache mit Krüger macht ihm schwer zu schaffen. Einerseits ist es natürlich eine Genugtuung, gegen ihn auszusagen. Er hat ja auch schon bewirkt, dass der feine Dr. seinen Job und seine Zulassung verloren hat. Da muss man sich nicht wundern, dass der Anwalt Richard droht. Klar auch, dass er Angst hat vor illegalen Tätigkeiten, die ihm irgendwann als Fallstrick dienen könnten. Fritz und Arthur überzeugen ihn dennoch davon. Die beiden sind wahre Freunde! In dieser Zeit sind solche Feunde Gold wert! Ich verstehe nur nicht ganz, warum er sich nicht mit Paula darüber unterhält! Sie hatten noch nie Geheimnisse voreinander und wenn Seine Frau auch keine Lösung parat hat, es hilft doch wenigstens, darüber zu reden!


    Fritz hat Frau und Tochter verloren und trotzdem seinen Lebensmut behalten. Er bringt sogar noch Mitgefühl auf für Arthur, der seine Frau auch verloren hat. Nicht an den Krieg, aber an einen anderen Mann.


    Bringt Arthur sich nicht in Gefahr, wenn er mit den Deutschen so tiefe Freundschaften pflegt? Er setzt sich wirklich für Richard und Fritz ein und überschreitet schon mal die Grenzen der Legalität!


    Schmunzeln musste ich über den Umgang von Fritz mit Julia Kampner. Er hat nicht wirklich ein Händchen dafür, ihr klar zu machen, was er ihr klarmachen will! :unschuldig:


    Paula tut mir leid! Die Abtreibung war bestimmt kein einfacher Schritt, aber medizinisch gesehen sicherlich richtig.

    Ihren Humor finde ich zum Kringeln! Die Antwort, die sie Strehlau auf die Frage nach der Kaffeeherkunft gab.... :totlach::totlach:

  • Vielen Dank, Caren.


    Zu Richard - der hat am Anfang so ein wenig die Anflüge einer Depression, deshalb fehlt ihm der Antrieb, mit Paula und Fritz zu reden. Bei ihm machen sich jetzt die ganzen Belastungen, die er über all die Jahre getragen hat, bemerkbar. Er versucht, in dieser zerstörten Welt nach Recht und Ordnung zu suchen, aber er sieht auch, dass es das nicht gibt. Fritz hingegen hat seinen Optimismus behalten, weil er noch immer davon zehrt, dass er seinen zwei Jahre lang tot geglaubten Sohn wiedergefunden hat. Er trauert also nicht ausschließlich um das, was er verloren hat, sondern ist auch dankbar für das, was er wieder gefunden hat. Das ist für ihn ein Wunder und gibt ihm Kraft - und damit kann er dann auch Richard wieder etwas Kraft geben.

    Die Sache mit Paulas Abtreibung war tatsächlich kurzfristig eine Diskussion mit Testlesern und im Erstlektorat - ich wurde gefragt, warum überhaupt das Thema und wennschon, warum sie keine Fehlgeburt erleiden kann. Dann wäre sie ja in keinem moralischen Dilemma gewesen, sondern "rein" geblieben. Mir war es aber sehr wichtig, gerade dieses moralische Dilemma zu beschreiben, in das Frauen in dieser Zeit geraten konnten - viel mehr als heute. In guten Zeiten wäre das kein Problem gewesen, Paula hätte das Kind gern bekommen. Aber hier musste sie an ihre Familie denken - es wäre fahrlässig gewesen, ihr eigenes Leben zu riskieren für eine Schwangerschaft, die sie vermutlich nicht einmal bis zum Ende austragen könnte. Vielfach wird das Thema Abtreibung in der Nachkriegszeit mit Vergewaltigung als Ursache gleichgesetzt - mir war es hier aber auch wichtig, die Problematik aus einer anderen Warte zu beleuchten. Keine Frau macht es sich mit so einem Thema leicht und es gilt immer eine Abwägung zu treffen. Für mich ist Paula stark, da sie die Verantwortung übernimmt, indem sie für ihre Familie lebt und sich nicht dem Risiko einer Fehlgeburt oder tödlichen Geburtskomplikation aussetzt, nur um "moralisch rein" zu bleiben. Das hätte nicht zu meiner starken Paula gepasst.


    Was Arthur angeht - Richard hat ja schon Sorge, dass Arthur Ärger kriegen könnte. Aber Arthur fühlt sich verpflichtet, seinen Freunden zu helfen. Das, was Richard unter viel gefährlicheren Bedingungen getan hat, um seinen Patienten zu helfen, hat ihn tief beeindruckt und da will er nicht zurückstehen. Im Grunde ist das für ihn seine Antwort auf die Frage, was er selbst getan hätte, wenn er in einem Umfeld wie Richard gelebt hätte. Arthur ist jemand, der genügend reflektiert ist, um sich selbst zu hinterfragen und es sich nicht so einfach zu machen wie viele andere Menschen, die zufälligerweise im "richtigen" Land geboren wurden und glauben, allein deshalb würden sie von Geburt an immer das Richtige tun, denn die Bösen sind ja immer nur die anderen.

  • Grüß Euch! Wie schön, dass diese Leserunde endlich losgeht. Ich habe Eure Diskussion über das erste Buch hier schon mitverfolgt - ich kenne es zwar nicht, werde es aber unbedingt nachholen. Allerdings habe ich bis jetzt keine Schwierigkeiten in die Geschichte reinzufinden. Ganz im Gegenteil!


    Die einzelnen Personen werden gut vorgestellt, ihre Vorgeschichte manchmal kurz erwähnt. Das erleichtert das Reinkommen in die Geschichte ungemein. Spannend und erschütternd finde ich die Beschreibungen von den alltäglichen Problemen, den Rationierungen, den Verboten, der Hunger, die Kälte. Alles Tatsachen, die nur allzu leicht in Vergessenheit geraten! In diesem Zusammenhang hab ich eine Frage: im Zusammenhang mit den Lebensmittelkarten war auch die Rede von 5gr Fleisch. 50gr wären schon arg wenig, aber 5gr ist ja eigentlich gar nichts. Ein Bissen, nicht mehr! Ist Fleisch wirklich als 5 Gramm Ration ausgegeben worden, wenn es denn welches gab?


    Der geschenkte Dackel war vielleicht nicht wirklich das überlegteste Geschenk und ich verstehe Richards Ablehnung ziemlich gut. Sie haben alle zu wenig und dann kommt noch ein vierbeiniger Esser daher. Man kann ihm ja nicht beim Verhungern zusehen...


    Dass Arthur Grifford auch hier auftaucht und auch von Emma Dölling erzählt ist eine tolle Idee von Euch! Wie schön "alte Bekannte" wieder zu treffen!


    Richard hat seinen Optimismus und Lebensmut verloren. Die Sache mit Krüger macht ihm schwer zu schaffen. Einerseits ist es natürlich eine Genugtuung, gegen ihn auszusagen. Er hat ja auch schon bewirkt, dass der feine Dr. seinen Job und seine Zulassung verloren hat.

    Melanie hat diesbezüglich ja schon von der erschöpfenden Belastung geschrieben, die Richard hinter sich hat und dass er deshalb mit einer Depression zu kämpfen hat. Verständlich. Ich fürchte allerdings, dass sein Realitätssinn seine Situation nicht leichter macht: er hat ja die nach wie vor funktionierenden Seilschaften der Nazis erwähnt und auch, dass viele nach dem Krieg behaupteten, immer schon im Widerstand gewesen zu sein um dann als Lügner entlarvt zu werden. Er konnte dann seine wahre Geschichte nirgends mehr wirklich erzählen. Zu wissen, dass jene, gegen die man die letzten Jahre gekämpft hat, eigentlich in vielen Fällen noch immer wichtige Positionen bekleiden, muss unheimlich deprimierend sein.

    Die Drohung von diesem Anwalt ist nur eine kleine Draufgabe.


    Fritz und sein Umgang mit Frau Dr. Kampner. Sie reden fest aneinander vorbei - eigentlich haben die beiden Potential ein Paar zu werden ;)

    Fritz benimmt sich nicht gerade diplomatisch und ich kann die Verbitterung von Dr. Kampner verstehen, dass sie ihren Platz, den sie sich in schweren Zeiten erarbeitet hat, jetzt nicht so ohne weiteres aufgeben will.

    Auch wenn Fritz die größere Erfahrung hat, sie hat sich auch beweisen müssen!

    Die Rolle der Frau in der Nachkriegszeit war ja sehr vielfältig und nicht immer konfliktfrei!


    Dann wäre sie ja in keinem moralischen Dilemma gewesen, sondern "rein" geblieben. Mir war es aber sehr wichtig, gerade dieses moralische Dilemma zu beschreiben, in das Frauen in dieser Zeit geraten konnten - viel mehr als heute. In guten Zeiten wäre das kein Problem gewesen, Paula hätte das Kind gern bekommen. Aber hier musste sie an ihre Familie denken - es wäre fahrlässig gewesen, ihr eigenes Leben zu riskieren für eine Schwangerschaft, die sie vermutlich nicht einmal bis zum Ende austragen könnte.

    Ich glaube, es war eine sehr gute Entscheidung, Paula das Kind nicht einfach verlieren zu lassen. Sie ist ja trotzdem irgendwie unschuldig geblieben, weil sie gesundheitliche Gründe zur Abtreibung hatte. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder auch ohne gesundheitliche Gründe abgetrieben wurden, weil die restliche Familie nicht genug zum Überleben hatte. Auch ohne Vergewaltigung. Und Paula konnte die Abtreibung wenigstens unter ärztlicher Aufsicht machen. Ich denke, dass nur wenige Frauen diese Möglichkeit hatten. Die meisten Abtreibungen wurden unter sehr gefährlichen Bedingungen durchgeführt, die oft auch das Leben der Mutter gekostet haben!


    Strehlau... ich weiß noch nicht, was ich wirklich von ihm halten soll. Er ist auf alle Fälle ein interessanter Charakter und er hat Humor! Ich bin neugierig, welche Rolle Du ihm noch zugedacht hast!


    Ach ja... mir war nicht klar, dass es so schlecht angesehen war, wenn Vertreter der Besatzungsmächte gute Kontakte zu den Einheimischen hatten. Dass Arthur trotzdem seine Freundschaft zu Richard und den anderen so offen gelebt hat, ist schön. Ich weiß nicht, wieviel lebende Vorbilder es gab, aber es zeigt immerhin, dass es so hätte sein können, dass es also immer Alternativen gibt.


    Bis bald...

  • Vielen Dank, Ysa. Es ist für mich besonders spannend, wenn jemand Band 1 nicht kennt, ob Band 2 dann funktioniert - das sollte er natürlich eigenständig und das war mir immer sehr wichtig. Insofern bestätigst du mich da.


    Über die niedrigen Mengen an Fett und Fleisch habe ich mich auch immer wieder gewundert. Wenn man im Internet sucht, findet man tatsächlich Aufstellungen - z.T. auch als Fotos dargestellt, wie wenig die Menschen tatsächlich bekommen haben. Die Mengen wurden aufgerufen, dann konnte man da stundenlang Schlange stehen und wenn man Pech hatte, gab es nichts mehr. Mengen von 5 g als Rationen gab es immer wieder mal, auch wenn es oft 25 - 40 g für einen Arbeiter sein sollten. Die Kalorienmenge von 1500 Kalorien wurde oft nicht erreicht - und mit 1500 Kalorien nimmt man ab - das ist heute eine klassische Zahl für eine kalorienreduzierte Diät, wenn man langsam abnehmen möchte.


    Was vielen Leuten auch nicht bewusst ist - bis Juni 1946 durften Deutsche keine Pakete aus dem Ausland bekommen. Und in der amerikanischen Besatzungszone wurden die Soldaten unmittelbar nach dem Krieg angehalten, überzählige Lebensmittel wegzuwerfen und keinesfalls an ihre deutschen Hausangestellten weiterzugeben. Die haben sich das dann aus dem Müll gesucht. Das änderte sich auch erst 1946. Es wurde also Essen weggeworfen, obwohl nebenan Leute verhungerten ... Daran haben sich natürlich nicht alle beteiligt, aber so waren die Vorschriften.


    Die Briten hatten im Allgemeinen weniger als die Amerikaner, die hingen ja nach dem Krieg selbst am amerikanischen Versorgungstropf und erhielten - ebenso wie die Franzosen und später auch die Deutschen - Hilfen aus dem Marshallplan. Der Marshallplan war nicht für Deutschland, sondern für Europa, aber das Neue war, dass auch die Kriegsverlierer Wiederaufbauhilfe bekamen. Man hatte aus dem 1. Weltkrieg gelernt - damals wurden die Deutschen ausgebeutet, was infolge der völkerrechtswidrigen Rheinlandbesetzung durch die Franzosen 1923 zur Hyperinflation führte und somit den Aufschwung der Nazis später förderte. Da kamen sehr viele Dinge zusammen - ein komplex verzahntes gesellschaftliches Problem und glücklicherweise saßen dann in der Nachkriegszeit in den USA vernünftige Politiker, die einen Blick für das große Ganze hatten und genau das Gegenteil von dem taten, was Trump heute tut. Sie haben viel investiert, aber dafür später auch viel zurückbekommen. Die im Rahmen des Marshall-Plans gewährten Kredite wurden mit Zinsen zurückgezahlt und der US-Dollar löste das Britische Pfund als Weltwährung ab, was die USA zur Weltmacht machte - ein klassisches Beispiel einer win-win-Situation, wenn man über den Tellerrand blickt und eben nicht protektionistisch ist.

  • Zu den lebenden Vorbildern - allein in Hamburg gab es, nachdem das Fraternisierungsverbot und Eheschließungverbot aufgehoben worden war, mehr als 3000 Eheschließungen zwischen deutschen Frauen und britischen Soldaten.

  • Hallo ihr Lieben,


    ich habe gestern Abend ja nahtlos an den Band 1 angeschlossen und war kurz erschrocken, wie "düster" Richard zur Weihnachtszeit war. Am Ende des ersten Bandes war er so optimistisch und hatte so viele Ziele für seine Familie gesteckt - davon war hier nicht mehr viel zu merken. Ich habe die Befürchtung, dass alles, die momentane Situation wie auch das Erlebte, gerade einfach zu viel für ihn ist. Er ist auch so negativ und das alles erinnerte mich an seinen Zusammenbruch am Ende von "Im Lautlosen", nachdem er das Kennzeichnen aus den Trümmern des Elternhaus zieht und Margit ihn wieder aufrichtet.


    Aber Fritz wäre nicht sein bester Freund, wenn dieser nicht wüßte, wie er ihn nehmen muss und ihm wegen Richards Ausbruch auch nicht böse ist, sondern viel mehr nachbohrt.

    Ich muss ja gestehen, dass es mich gefreut hat, dass Fritz und Harri ebenfalls in der Wohnung von Paulas Vater lebten, auch wenn die Verhältnisse dort nun mehr als beengt sind. Aber die Idee mit den Schrankbetten ist wirklich genial.


    Wobei ich Richards Frustration durchaus nachvollziehen kann, wenn man sieht, in welchen Positionen die alten Nazis immer noch nach dem Krieg saßen. Und dann oftmals noch viel besser lebten als der Durchschnittsbürger.

    Ich fürchte, dieser Melk wird Richard noch das Leben schwer machen - der scheint ja mit allen Wassern gewaschen zu sein. Ich bin jedenfalls froh, dass die Helmers mit Arthur Grifford einen so guten Freund an ihrer Seite haben.


    Ich musste ja bei dem gemeinsamen Trinkgelage von Fritz und Arthur lachen, vor allem, als der Brite am nächsten Morgen bei Fritz' Sekretärin angerufen hat :totlach: Allerdings tut es mir leid, dass Arthurs Frau ihn so schmählich verlassen hat. Aber er blieb ja noch einige Jahre in Hamburg, wie wir aus dem Roman "Träume aus Silber" wissen. Sehr schön fand ich die hier eingeflochtene Episode über Emma Dölling, die Arthur Fritz erzählt - wir wissen ja, dass sie später gut ausgehen wird.

    Ich denke, das Bier und den Whiskey haben die beiden Männer an diesem Abend auch gebraucht, nicht nur wegen dem verschmorten Puppenkopf; das anschließende Gespräch wird die Freundschaft noch weiter vertieft haben.


    Paula und Fritz sind deutlich tatkräftiger als Richard - klasse, wie Paula knallhart mit Strehlau verhandelt und nicht vor ihm buckelt. Ich denke, das hat auch Strehlau beeindruckt. Klar ist das alles eine gefährliche und illegale Angelegenheit, sollten sie auffliegen, aber wenn man wirklichen Hunger leidet, wird man bereit sein, einiges zu riskieren. Ich hoffe nur, Melk und Krüger kommen nicht hinter diese Tätigkeiten. Außerdem bin ich jetzt auf diese zukünftigen Patienten gespannt.


    Ich denke aber, es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Arthur auch hinter dieses Geheimnis kommen wird, denn er hat ein untrügliches Gespür dafür, wenn seine Freunde etwas bedrückt. Ich denke und hoffe aber nicht, dass ihre Freundschaft darunter leiden wird.

    Arthur gehört zu den Besatzern, ihm geht es dementsprechend gut, was die Ernährungslage angeht, dafür ist er aber einsam in Hamburg. Bei den Helmers plus Fritz und Harri ist es genau andersrum.


    Dass Paula in diesen mageren Zeiten schwanger wurde, war heftig, zumal das normalerweise ein freudiges Ereignis wäre, aber in diesen Zeit und in ihrem Alter lebensgefährlich. So schlimm ihre Entscheidung ist, aber ich war froh, dass sie schlussendlich Fritz' Vorschlag angenommen hat, den er garantiert nicht leichtfertig gemacht hat.


    Die Zeiten im ausgebombten Deutschland sind weiterhin sehr schlecht, der Hass der Besatzer auf die ehemaligen Kriegsagitatoren musste riesig sein, wenn sie deren Hungertod in Kauf nehmen. Die Schulspeisung, die Arthur im letzten Band noch angekündigt hat, erreicht auch nicht alle Kinder. Richard hatte schon recht, dass diese Nachkriegszeit um einiges schlimmer werden würde als nach dem Ersten Weltkrieg. Nur gut, dass die Alliierten später auf einen anderen Kurs eingeschwenkt sind, als ihnen klar wurde, dass nur ein Deutschland mit "zufriedenen" Menschen kein Nährboden mehr für solche Typen wie Hitler und seine Anhänger bedeuten kann.


    Achja, dann haben wir ja noch Fritz und seine Kollegin, die sich immer wieder in die Haare bekommen. Der arme Fritz, dann bekommt er noch verbale Haue von seiner Sekretärin und seine Geschichte vom Gelage mit Arthur glaubt sie ihm auch nicht :totlach: Fritz und Julia sind sich ziemlich ähnlich und kapieren beide nicht, wenn der Andere ihnen die Hand reicht. Wobei Julia garantiert in einer deutlich defensiveren Stellung als Fritz ist, da sie sich wegen ihrem Geschlecht doppelt anstrengen muss. Und wer weiß, welche Erfahrungen sie in der Vergangenheit schon gemacht hat.

    Aber sie ist Witwe, Fritz ist Witwer ... vielleicht finden die beiden noch mehr Gemeinsamkeiten, als sie bisher ahnen?

  • Ihren Humor finde ich zum Kringeln! Die Antwort, die sie Strehlau auf die Frage nach der Kaffeeherkunft gab.... :totlach::totlach:

    Ja, über Paulas Antwort musste ich auch lachen :totlach: Diese Szene hätte vielleich Julia Kampner mal miterleben sollen, dann würde sie ihm vielleicht glauben, dass er durchaus den Frauen auch mal den Vortritt lässt und ihnen etwas zutraut, denn die ganzen Verhandlungen mit Strehlau werden ja von Paula geführt, Fritz sagt erst was dazu, als er gefragt wird.


    Bringt Arthur sich nicht in Gefahr, wenn er mit den Deutschen so tiefe Freundschaften pflegt? Er setzt sich wirklich für Richard und Fritz ein und überschreitet schon mal die Grenzen der Legalität!

    Ich hoffe doch, dass diese Gefahr sich schlussendlich nicht als allzu groß herausstellen wird. Ich finde es aber toll, dass er so fest hinter seinen Freunden steht.


    Zu Richard - der hat am Anfang so ein wenig die Anflüge einer Depression, deshalb fehlt ihm der Antrieb, mit Paula und Fritz zu reden.

    Das passt, daher ist er stellenweise auch so ziellos, was die Zukunft angeht, etwas, das man bisher so gar nicht von ihm kannte.


    Vielfach wird das Thema Abtreibung in der Nachkriegszeit mit Vergewaltigung als Ursache gleichgesetzt - mir war es hier aber auch wichtig, die Problematik aus einer anderen Warte zu beleuchten. Keine Frau macht es sich mit so einem Thema leicht und es gilt immer eine Abwägung zu treffen.

    Ich finde das sehr gut, dass du dieses brisante Thema aus der Sicht einer eigentlich gesunden Frau erzählst, die aber diesen schweren Schritt gehen muss, da die allgemeine Versorgungslage so schlecht ist.


    In diesem Zusammenhang hab ich eine Frage: im Zusammenhang mit den Lebensmittelkarten war auch die Rede von 5gr Fleisch. 50gr wären schon arg wenig, aber 5gr ist ja eigentlich gar nichts. Ein Bissen, nicht mehr! Ist Fleisch wirklich als 5 Gramm Ration ausgegeben worden, wenn es denn welches gab?

    Ja, bei den 5 Gramm musste ich auch ein zweites Mal lesen.


    Fritz und sein Umgang mit Frau Dr. Kampner. Sie reden fest aneinander vorbei - eigentlich haben die beiden Potential ein Paar zu werden ;)

    Das sehe ich auch so :totlach:


    Was vielen Leuten auch nicht bewusst ist - bis Juni 1946 durften Deutsche keine Pakete aus dem Ausland bekommen. Und in der amerikanischen Besatzungszone wurden die Soldaten unmittelbar nach dem Krieg angehalten, überzählige Lebensmittel wegzuwerfen und keinesfalls an ihre deutschen Hausangestellten weiterzugeben.

    Das wurde ja auch mit Leonies Paket im letzten Buch angesprochen. Dass die Engländer selber versorgungstechnisch auch nicht so gut dastanden wie die Amerikaner, war mir gar nicht mehr so bewusst.


    Der Marshallplan war nicht für Deutschland, sondern für Europa, aber das Neue war, dass auch die Kriegsverlierer Wiederaufbauhilfe bekamen.

    Ohja, das war eine der besten politischen Entscheidungen, die jemals getroffen wurden.


    Da kamen sehr viele Dinge zusammen - ein komplex verzahntes gesellschaftliches Problem und glücklicherweise saßen dann in der Nachkriegszeit in den USA vernünftige Politiker, die einen Blick für das große Ganze hatten und genau das Gegenteil von dem taten, was Trump heute tut.

    Da hast du so was von recht - man darf sich nicht vorstellen, wenn damals so ein Hohlkopf wie Trump in den USA an der Macht gesessen hätte, wie sich das alles dann entwickelt hätte.


    Hier habe ich übrigens noch mal ein Foto gefunden, das anschaulich darlegt, wovon ein Deutscher pro Tag in der Nachkriegszeit satt werden musste.


    http://deacademic.com/pictures…es_Normalverbrauchers.jpg

    Du meine Güte, das kann man sich heutzutage überhaupt nicht vorstellen.

  • Achja, dann haben wir ja noch Fritz und seine Kollegin, die sich immer wieder in die Haare bekommen. Der arme Fritz, dann bekommt er noch verbale Haue von seiner Sekretärin und seine Geschichte vom Gelage mit Arthur glaubt sie ihm auch nicht :totlach: Fritz und Julia sind sich ziemlich ähnlich und kapieren beide nicht, wenn der Andere ihnen die Hand reicht. Wobei Julia garantiert in einer deutlich defensiveren Stellung als Fritz ist, da sie sich wegen ihrem Geschlecht doppelt anstrengen muss. Und wer weiß, welche Erfahrungen sie in der Vergangenheit schon gemacht hat.

    Aber sie ist Witwe, Fritz ist Witwer ... vielleicht finden die beiden noch mehr Gemeinsamkeiten, als sie bisher ahnen?


    Ich verrate noch nix ;-).


    Er ist auch so negativ und das alles erinnerte mich an seinen Zusammenbruch am Ende von "Im Lautlosen", nachdem er das Kennzeichnen aus den Trümmern des Elternhaus zieht und Margit ihn wieder aufrichtet.

    Genau in so einer psychischen Situation befindet Richard sich am Anfang der Geschichte.

    Ich musste ja bei dem gemeinsamen Trinkgelage von Fritz und Arthur lachen, vor allem, als der Brite am nächsten Morgen bei Fritz' Sekretärin angerufen hat :totlach: Allerdings tut es mir leid, dass Arthurs Frau ihn so schmählich verlassen hat. Aber er blieb ja noch einige Jahre in Hamburg, wie wir aus dem Roman "Träume aus Silber" wissen. Sehr schön fand ich die hier eingeflochtene Episode über Emma Dölling, die Arthur Fritz erzählt - wir wissen ja, dass sie später gut ausgehen wird.

    Ich denke, das Bier und den Whiskey haben die beiden Männer an diesem Abend auch gebraucht, nicht nur wegen dem verschmorten Puppenkopf; das anschließende Gespräch wird die Freundschaft noch weiter vertieft haben.

    Ja, so etwas schweißt zusammen, wenn man Gemeinsamkeiten findet und gleichwertige Erlebnisse hatte. Die beiden gehen halt den Weg, dass sich nicht gegenseitig für ihre Nationalität verurteilen, weil sie beide letztlich Opfer sind und den Krieg nie gewollt haben.

    Ich denke mal, die Rolle von Arthur Grifford in Minas Buch wäre schneller erkennbar, wenn man erst "Die Stimmlosen" gelesen hätte. Aber so passt es ja auch.


    Ich denke aber, es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Arthur auch hinter dieses Geheimnis kommen wird, denn er hat ein untrügliches Gespür dafür, wenn seine Freunde etwas bedrückt. Ich denke und hoffe aber nicht, dass ihre Freundschaft darunter leiden wird.

    Arthur gehört zu den Besatzern, ihm geht es dementsprechend gut, was die Ernährungslage angeht, dafür ist er aber einsam in Hamburg. Bei den Helmers plus Fritz und Harri ist es genau andersrum.

    Es gibt eine unsichtbare Mauer zwischen Arthur und seinen deutschen Freunden, die durch die Umstände geprägt ist. Richard und Fritz wissen nicht alles über Arthurs Tätigkeit und er weiß nicht alles über ihre Geschäfte. Im Jahr 1963, als ihr Arthur bei Mina wieder getroffen habt, ist die natürlich längst weg. Hier erfahrt ihr die Geschichte, die dahinter steckt.

  • Ihren Humor finde ich zum Kringeln! Die Antwort, die sie Strehlau auf die Frage nach der Kaffeeherkunft gab.... :totlach::totlach:

    Ja, über Paulas Antwort musste ich auch lachen :totlach: Diese Szene hätte vielleich Julia Kampner mal miterleben sollen, dann würde sie ihm vielleicht glauben, dass er durchaus den Frauen auch mal den Vortritt lässt und ihnen etwas zutraut, denn die ganzen Verhandlungen mit Strehlau werden ja von Paula geführt, Fritz sagt erst was dazu, als er gefragt wird.

    Im nächsten Abschnitt wird es eine Szene mit Fritz und Julia geben, die euch gefallen wird. Ich fürchte nur, Arthur wird sie nicht gefallen ;-)

  • Ein liebes Hallo in die Runde.


    Ach wie vertraut mir gleich alle wieder waren, obwohl " Im Lautlosen" schon ein Weilchen her ist. Aber das zeigt wieder einmal, was besondere Bücher für einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die vergißt man nicht.

    Auch wenn es noch lange keine rosigen Zeiten sind und es an allem fehlt, finde ich es so schön, dass die besten Freunde und die Familie ein gemeinsames Dach über dem Kopf haben und zusammen sind.

    Fritz arbeitet wieder in der Klinik als Chirurg und Paula arbeitet mit Richard in der Praxis zu Hause. So sind sie etwas unabhängig.

    Wenn man so darüber nachdenkt wie die Wohnverhältnisse waren, könnte man denke ....das geht gar nicht, aus heutiger Sicht....aber ich glaube ganz fest, dass der Familien Zusammenhalt definitiv eng und innig gewesen ist. Alle sind füreinander da. Und auch Frau Koch lebt noch im Haushalt.


    Aber wo ist unser alter Richard geblieben, dass fragt auch Fritz. Die schreckliche Sache mit Krüger und wie das Gericht entscheiden könnte, lässt ihn am System zweifeln. Noch ist er voller Zuversicht, das Krüger verurteilt wird. Ich kann nachvollziehen das Richard seine Bedenken hat, denn wir wissen nur zu gut, dass die alten Nazi Schergen oft ein neues Amt bekleidet haben.

    Die Entscheidung nun doch für Oskar Strehlau zu arbeiten, um besser ûber die Runden zu kommen, finde ich gut. Man konnte zu der Zeit nicht an Recht und Unrecht denken, sondern nur daran, nicht zu Verhungern. Die Sache mit den Unterschieden bei den Lebensmitteln Karten ist mehr als ungerecht gewesen. Hallo? Gerade die alten und Kinder hätten mehr bekommen sollen. Für die Rentner ist es zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Da passt der Name " Friedhofskarte" perfekt. Auch die Schulspeisung schrie förmlich nach Ungerechtigkeit.

    Paula hat in vielerlei Hinsicht ihren Kampfgeist nicht verloren, wenn sie sogar mit dem Teufel verhandeln würde:)

    , das gefâllt. Sie kämpft wie eine Bärin um das Wohl der Kinder zu gewährleisten. Wie sie mit Strehlau verhandelt hat, hat mich ein wenig, trotz des Ernstes, amüsiert.

    Die schwere Entscheidung, das ungeborene Kind, von Fritz (oh Gott , ich weiß gar nicht wie ich das ausdrücken soll) weg machen zu lassen, war sicher richtig. Im Alter von 41, wäre nicht das Problem gewesen, aber der gesundheitliche Zustand hat es nicht zugelassen. Doch fand ich es sehr traurig für Paula und Richard, überhaupt so eine Entscheidung treffen zu müssen.


    Frau Dr. Kampner, na die hat Haare auf den Zähnen. Aber die ganze Zeit habe ich so ein dummes Gefühl.. bei uns sagt man " Pack schlägt sich, Pack verträgt sich....das haben schon unsere Eltern zu uns gesagt, wenn man sich mit den Freunden doll gestritten hatte. Fritz und sie sind wie Feuer und Wasser, aber ich glaube, dass sich da etwas entwickeln könnte. Für Fritz und Harri würde ich mich freuen. Und wer weiß, vielleicht ist Frau Dr. Kampner eine ganz nette und hat auch schlimme Verluste im Krieg erleben müssen. Wer würde denn schon davon verschont. Es könnte eine Art Schutzfunktion sein, gleich auf Angriff zu gehen.


    Und da ist er wieder , Lieutenant Arthur Grifford unser Freund. Er wahr mir schon im ersten Teil so sympathisch. Doch das Gespräch was er mit Fritz geführt hat, hat mich tief berührt. Besonders ab da an, wo sie in der Bauruine stehen und Fritz den Puppenkopf findet.


    In der Leserunde mit Iris Klockmann ( Träume aus Silber ) wurde der Cross-Over erwähnt den ihr besprochen . habt. Und Arthur hat Fritz von der kleinen Emma Dölling erzâhlt. In dem Buch spielte Arthur auch eine wichtige Rolle, denn er hat die Hinweis- gebende Aussage gemacht. Diese war später von wichtiger Bedeutung.


    MelanieMetzenthin , das habt ihr Klasse gemacht. Ich würde mir für Arthur auch ein wenig Glück wünschen, nachdem ihn nun seine Frau betrogen und verlassen hat. Er ist ganz schön einsam., wo er doch so ein toller Mensch ist. Vielleicht findet er jemanden, der ihm Geborgenheit und Liebe schenkt.

  • MelanieMetzenthin , das habt ihr Klasse gemacht. Ich würde mir für Arthur auch ein wenig Glück wünschen, nachdem ihn nun seine Frau betrogen und verlassen hat. Er ist ganz schön einsam., wo er doch so ein toller Mensch ist. Vielleicht findet er jemanden, der ihm Geborgenheit und Liebe schenkt.

    Nun, in "Träume aus Silber" zeigt er ja am Schluss in seiner Praxis ein Foto von seiner Frau und seinen Kindern. Wer diese Frau ist und wie er sie kennenlernt, werdet ihr hier erfahren. Und auch das erste der beiden Kinder wird noch in diesem Roman geboren werden ;-).

  • Ich kann Richards Wut gut verstehen, als Fritz noch mit einem Hund ankommt. Noch ein (Fr)Esser mehr!


    Bringt Arthur sich nicht in Gefahr, wenn er mit den Deutschen so tiefe Freundschaften pflegt? Er setzt sich wirklich für Richard und Fritz ein und überschreitet schon mal die Grenzen der Legalität!

    Ja die Sache mit dem Dackel war schon heikel wegen der Nahrung für ihn. Aber ich kann Fritz verstehen, wenn er Harri eine Freude machen wollte. Der erste hat seinen Kindern so viel bedeutet und auch Paulas und Richards Kinder hatten viel Freude mit ihm. Was haben sie denn noch im Moment? Dieser kleine Hund kann so viel Freude schenken.


    Ich glaube auch, dass es nicht gerne gesehen wird, wenn Arthur freundschaftliche Beziehungen zu Deutschen hält. Aber wen hat er noch? Alleine und verlassen in einem fremden Land, da nimmt er es bestimmt gerne in Kauf, nicht beliebt zu sein.

  • Hier habe ich übrigens noch mal ein Foto gefunden, das anschaulich darlegt, wovon ein Deutscher pro Tag in der Nachkriegszeit satt werden musste.


    http://deacademic.com/pictures…es_Normalverbrauchers.jpg

    Das ist ja gar nichts und reicht tatsächlich nur zum Überleben. Aber wenn ich mir dann die Trümmerfrauen vorstelle, die den ganzen Tag schwer arbeiten mussten und sich dann noch um die Familie kümmern. Viele kein richtiges Dach über den Kopf und haben im Winter gefroren, wo man enorm viel Kalorien verbrennt, also ist die Folge automatisch Unterernährung.

    Wie gut wir es doch heute haben, ich staune immer wieder wo all die Menschen die Kraft hergenommen haben um weiter zu machen.

  • MelanieMetzenthin , das habt ihr Klasse gemacht. Ich würde mir für Arthur auch ein wenig Glück wünschen, nachdem ihn nun seine Frau betrogen und verlassen hat. Er ist ganz schön einsam., wo er doch so ein toller Mensch ist. Vielleicht findet er jemanden, der ihm Geborgenheit und Liebe schenkt.

    Nun, in "Träume aus Silber" zeigt er ja am Schluss in seiner Praxis ein Foto von seiner Frau und seinen Kindern. Wer diese Frau ist und wie er sie kennenlernt, werdet ihr hier erfahren. Und auch das erste der beiden Kinder wird noch in diesem Roman geboren werden ;-).

    Stimmt, da habe ich gar nicht dran gedacht. Umso mehr bin ich gespannt :)

  • Es gibt eine unsichtbare Mauer zwischen Arthur und seinen deutschen Freunden, die durch die Umstände geprägt ist. Richard und Fritz wissen nicht alles über Arthurs Tätigkeit und er weiß nicht alles über ihre Geschäfte. Im Jahr 1963, als ihr Arthur bei Mina wieder getroffen habt, ist die natürlich längst weg. Hier erfahrt ihr die Geschichte, die dahinter steckt.

    Ich finde es so spannend wie ihr das gemacht habt. Das habe ich so auch noch nicht erlebt, cool:five:

  • Es gibt eine unsichtbare Mauer zwischen Arthur und seinen deutschen Freunden, die durch die Umstände geprägt ist. Richard und Fritz wissen nicht alles über Arthurs Tätigkeit und er weiß nicht alles über ihre Geschäfte. Im Jahr 1963, als ihr Arthur bei Mina wieder getroffen habt, ist die natürlich längst weg. Hier erfahrt ihr die Geschichte, die dahinter steckt.

    Ich finde es so spannend wie ihr das gemacht habt. Das habe ich so auch noch nicht erlebt, cool:five:

    Das freut mich sehr.

  • Hallo ich melde mich auch mal, ihr wart ja alle schon sehr fleissig. ich bin zwar erst anfang 9. kapitel, aber werde schon was posten da wir im moment besuch haben und ich muss mir die zeit zum lesen stibitzen. es hat mich ein bisschen erschreckt wie negativ richard am anfang war, aber melanie du sagst ja, dass er kurz vor einer depression stand. man kann allerdings seinen zwiespalt verstehen, einerseits möchte er seine familie ernähren und versorgen und hat natürlich andererseits angst um sie falls er etwas ungesetzliches macht.

    paula gefällt mir ausgesprochen gut. wie bereits schon vor mir erwähnt, die verhandlung mit strehlau war klasse. Der humor kommt einfach nur gut, ob das mit der kaffeepflückerin ist bzw. die bemerkung von richard als paula zusammenbricht und er zu fritz meint paula bräuchte nicht so soll eine not-op. ich kann nur von mir reden und wir lesen ja hier keinen liebesroman sondern schwere kost und ich danke dir melanie, dass du diesen humor einbaust, denn er erleichtert es sehr diese damalige not zu verdauen. allerdings geht es mir hier wie im lautlosen, dieses buch lässt einen nicht los und das meine ich nicht nur lesetechnisch sondern auch gedanklich, es rennt einem immer hinterher. in gedanken ist man dauernd bei den protagonisten.

    wie melanie schrieb finde ich es für die geschichte gut, dass paula das kind nicht verloren hat sondern sich aufgrund der ganzen widrigen umstände für die abtreibung entschieden hat, so schlimm es auch ist.

    arthur gefällt mir wieder auch sehr gut, schade dass seine frau ihn verlassen hat.

    die geschichte mit fritz und frau dr. kampner ist hervorragend wie die beiden immer wieder aneinander vorbeireden. ja ja, da könnte doch glatt ein paar draus werden, da schliesse ich mich an.