Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Würdiger Abschluß der Dark Fantasy Trilogie rund um die Schattenherren



    Bren, uns Lesern aus dem zweiten Teil der Trilogie "Knecht" bekannt, ist nun ein Schattenherr. Er kämpft mit seiner Verwandlung und seinen neuen Fähigkeiten. Zusätzlich muss er sich mit seiner ärgsten Feindin Lisanne zusammentun um mit ihr gemeinsam gegen die Fayé zu kämpfen, die sich gegen die Schattenherren aufgelehnt haben. Doch dann erfährt er dass seine Geliebte Kiretta noch lebt. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinen Wünschen und seiner Pflichterfüllung und weiß zudem nicht wem er trauen kann



    Der letzte Teil der Trilogie zeigt uns Lesern nun die Sicht der Schattenherren. Wir erfahren wie die Schattenherren organisiert sind, welche Fähigkeiten sie haben und auch, wo ihre Grenzen liegen.

    Und wie in den anderen beiden Teilen auch, erschafft Robert Corvus eine düstere Atmosphäre in der ab und an mal ein kleines Flämmchen Hoffnung aufzüngelt, um gleich danach wieder ausgetreten zu werden. Wobei ich als Leser dieses Mal sogar mit den Schattenherren zusammen mitgefiebert habe, da mir Bren doch ans Herz gewachsen ist und ich noch nicht ganz glauben will, dass er komplett in die Schatten tritt.

    Auch die Fayé als Charaktere finde ich extrem spannend und es sind eindeutig würdige Gegner.

    Es werden viele, schon fast philosophische Fragen gestellt: Wie weit muss man gehen um seine Feinde zu besiegen? Rechtfertigt der Zweck die Mittel? Wann ist der Tod eine Erlösung? Somit regt das Buch auch zum Nachdenken an, trotz einiger ziemlicher brutaler und blutiger Szenen und viel Schlachtengetümmel.

    Alles in Allem ein würdiger Abschluss der Schattenherren-Trilogie mit einem Ende , das passt und trotzdem offen genug ist um die Geschichte im Kopf weiter zu spinnen

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Mit „Herr“ hat die Trilogie „Die Schattenherren“ einen runden Abschluss gefunden.


    Das besondere Augenmerk dieses Bandes liegt auf den Schattenherren. Der Leser erfährt mehr über die Strukturen innerhalb des Kults und die Denkweise sowohl der Herren als auch der Anhänger des Kults.


    „Herr“ schließt zeitlich unmittelbar an Bren Stonners Wandlung in einen Osadro an.

    Die Leser dürfen ihn also begleiten auf seinem Weg in dieses neue Leben, sein Lernen mit neu erwachten Fähigkeiten, den Feinheiten im Umgang mit anderen Schattenherren umzugehen und dem Versuch sein altes Leben mit Kiretta und dieses neue in Einklang miteinander zu bringen.

    Die Menschen haben gemeinsam mit den Fayé alles in die Waagschale geworfen um die Schattenherren zu besiegen, aber auch die scheuen keine Wege, den Widerstand ein für alle Male zu brechen.


    Wie auch in den Bänden zuvor schafft Robert Corvus es immer wieder, in uns Lesern, entgegen besseren Wissens, Hoffnungen zu wecken, dass alles gut wird.

    Sobald dieses Pflänzchen etwas gediehen ist, zertritt er es aber auch meist.

    Allerdings wächst mit Bren eine womöglich eine neue Form von Schattenherr – mit Skrupeln- heran.

    Es lohnt sich auf jeden Fall, sich als Leser auch in Band 3 immer wieder überraschen zu lassen und Herrn Corvus‘ manchmal auch sanfte Seite zu erleben.


    Zeitweise fällt es schwer keine Sympathie für die Schatten, insbesondere für Bren, der ja bereits in "Knecht" ein Sympathieträger war, zu entwickeln.

    Man muss beim Lesen immer wieder feststellen, dass auch in der Dark Fantasy die Welt nicht nur schwarz und weiß ist, es gibt viele Schattierungen.


    Sehr schön wieder für den schnellen Überblick die Anhänge mit Personen- und Ortsverzeichnissen und ein besonderes Vergnügen das Nachwort, in dem der Autor seine Leser wieder ein Stück an seiner Schaffensweise teilhaben lässt.

  • Wie immer war das mal wieder eine tolle Leserunde. Mir hat sie super viel Spaß gemacht und ich war zeitweise wirklich froh, dass ich im hellen sonnigen Skandinavien war, ich weiß sonst nicht, in welchen Schatten ich verschwunden wäre. Danke an Robert für die tolle Begleitung.


    Hier nun verspätet auch mein Eindruck:


    Der 3. Teil der Schattenherren-Trilogie knüpft direkt an den 2. Teil Knecht an, in dem wir Bren kennen lernen durften, dessen größter Wunsch es immer war, selbst ein Schattenherr zu werden. Dies ist ihm gelungen und wir dürfen ihn dabei begleiten, wie er erste Erfahrungen als Schattenherr macht und die Grenze zwischen Mensch und Unsterblicher langsam verschmelzen. Seine Menschlichkeit versucht er sich bis zum Schluss auf seine eigene Art zu bewahren, was ihn trotz der Grausamkeiten und der dunklen Seite der Seele sympathisch macht. Er zeigt Gefühle, besonders gegenüber seiner Liebe Kiretta, Moral und Anstand, soweit man das als Schattenherr haben kann.

    Der Krieg zwischen den Schattenherren und den Menschen und Faye ist spannend beschrieben. Es gibt geniale Schachzüge auf beiden Seiten, jeder kämpft bis zum Äußeren.

    Robert Corvus schafft es auch hier wieder, den Leser völlig in den Bann und in eine düstere fremde Welt zu ziehen, in der es eigentlich keine Hoffnung und kein Glück gibt. Doch er versteht es geschickt, immer wieder ein Sandkorn der Hoffnung zu streuen. Aber kann es ein gutes Ende bei DARK Fantasy geben?


    Wer die Trilogie hinter sich gebracht hat, ist definitiv in der dunklen Seite angekommen und es führt kein Weg mehr zurück. Eine Trilogie, die nichts für schwache Nerven, Freunde des klassischen Happy Ends und Glitzerelfen ist. Aber für diejenigen, denen es nicht düster genug zugehen kann, sind hier goldrichtig und werden mit einer rasanten Geschichte mit unerwarteten Wendungen und spannenden Charakteren belohnt.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Toller Abschluss der Schattenherren-Trilogie

    In Eloy tobt der Krieg zwischen den Fayé und den Schattenherren, den Osadroi. Bren Stonner, der dabei ist, sich an sein neues Dasein als Schattenherr zu gewöhnen, soll eine der Heere anführen und siegreich gegen den Gegner führen. Der Kampf ist nicht einfach, da den unsterblichen Fayé magische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, von denen die Menschen nur träumen können. Dennoch sind auch die Menschen nicht zu unterschätzen, die die Möglichkeit zum Widerstand erkennen, da die Osadroi momentan innerlich geschwächt sind. Dabei entstehen Bündnisse mit den Feinden der Feinde.

    Zusätzlich muß sich Bren vor dem tödlichen Hass der Schattenherzogin Lisanne in Acht nehmen.


    Mit diesem spannenden und fesselnden Finale findet die Schattenherren-Trilogie ihren würdigen Abschluss. Die Handlung ist, wie in den beiden vorherigen Bänden, nicht vorhersehbar, alles scheint möglich. Bis zum Schluß sind den Spekulationen des Lesers keine Grenzen gesetzt, das Ende war anders, als ich vermutet hatte, aber dennoch sehr stimmig und konnte mich überzeugen.


    Sehr gut gefallen hat mir das Zusammentreffen mit Personen, die bereits im ersten Band einen Auftritt hatten und mit denen ich überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Und auch sonst gibt es einige sehr überraschende Wendungen, von denen ich im Vorfeld nichts geahnt hatte. Wie gewohnt, muß man bei dem Autor mit allem rechnen, was seine Protagonisten angeht: er geht auch in diesem Band nicht gerade zimperlich mir ihrem Leben um.


    Am meisten war ich auf die Entwicklung von Bren Stonner gespannt, einer meiner Lieblingsfiguren aus dem zweiten Band, der dort am Ende die Wandlung vom sterblichen Menschen in einen unsterblichen Osadro schafft. Während man im ersten Band die Geschehnisse aus Sicht der Feinde der Schattenherren erlebt, im zweiten Band sich dann die Perspektive zu dem treu ergebenen Feldherrn der Osadroi, Bren Stonner, verschiebt, erlebt man in diesem Buch die Ereignisse durch die Augen des Schatttenherrn Bren. Dadurch erlebt der Leser fasziniert mit, wie sich die dunkle Magie für die Osadroi anfühlt, wie das Ernten der Essenz empfunden wird und mit welchen Schwierigkeiten ein junger Unsterblicher zu kämpfen hat, welche Emotionen aus dem Menschsein ihre Nachwirkungen haben. Außerdem erlebt der Leser hautnah die Intrigen am Hofe des Schattenkönigs mit. Die Handlung schließt sich zeitlich beinahe nahtlos an das zweite Buch an.


    Auch Lisanne bleibt weiterhin faszinierend und unberechenbar: durch ihren Hass auf Bren, der für den Tod ihrer großen Liebe Helion verantwortlich ist, ist sie sein größter Feind, die ihn leiden sehen will. Durch diesen Hass wird es für Bren umso schwieriger, zu erkennen, wem er trauen kann: Jittara, eine junge und ehrgeizige Dunkelruferin versichert ihm zwar immer wieder ihre Treue, aber kann er ihr wirklich trauen? Ebenso Attego, ein ambitionierter Seelenbrecher, der sich Bren anbiedert, der aber Jittara ein Dorn im Auge ist.


    Der Leser bekommt einen Einblick in die frühe Geschichte der Schattenkönige, in das Denken und Fühlen der Schattenherren und in die verschiedenen Fähigkeiten, die die einzelnen Osadroi auszeichnet.


    Nachtrag zur erweiterten Ausgabe:

    Auch der dritte Teil ist nicht nur um neue und spannende Szenen erweitert worden, sondern um die schönen Illustrationen von Timo Kümmel erweitert worden. Ebenfalls geben die Anhänge sowie das Nachwort des Autors Einblicke in die Welt von Eloy und in die Entstehung der Trilogie.


    Meine Meinung habe ich auch auf Amazon eingestellt.

  • Ja ich denke dran, aber RL war etwas ungnädig mit mir. Nichts schlimmes, aber sooooo viel zu tun mit Besuch, Taufvorbereitungen, Kita- und Schulstart....

    Aber jetzt:


    "Herr" knüpft nahtlos and "Knecht" an und zeigt wie Bren sich in seiner neuen Rolle zurecht findet. Der neu ausgebrochene Krieg fordert den General genauso wie seine Kräfte und die Animosität zu Lisanne. Dies gibt ein Pulverfassals Setting das in sich schon spannend genug ist. Die Gradwanderungen die dies nötig macht, und die politischen "Spielchen" der Schattenherren untereinander sorgen für eine dichte Atmosphäre die einen immer weiter in die Schatten zieht. Die Frage was einen Mensch ausmacht und was die Schattenherren mit ihrer Verwandlung aufgegeben aber auch gewonnen haben taucht immer wieder auf und lässt einen inne halten und nachdenken. Dadurch bleibt der Roman auch nach der Lektüre im Gedächnis und regt zum reflektieren ein.


    Die Leserunde hat mir wieder viel Spass gemacht, und ich warte sehnsüchtig auf "Schattenkult"

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)