04 - Kapitel 10 bis 12

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  • Avila

    Hat den Titel des Themas von „04 - Kapitel 16 bis zum Ende (ab Seite 252)“ zu „04 - Kapitel 10 bis 12“ geändert.
  • Avila

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  • Das zweite Buch beginnt damit, dass bekannt wird, dass diejenigen, die nicht rechtzeitig aus Prag fliehen konnten, exekutiert wurden. Es war also für Froni und all die anderen wirklich knapp und höchste Eisenbahn zu verschwinden! Aber: Ich verstehe schon, warum der Kaiser so reagierte. 1. Es waren, wie man hier im Schwäbischen sagt "wiaschtgleibige" , also Protestanten, schon allein deshalb war es nicht so schlimm. 2. Ferdinand musste hart durchgreifen, weil ihm ja sonst alle auf der Nase rumgetanzt wären. Aber barbarisch bleibt es trotzdem!

    Das Königspaar und ihre Gefolge fand derweil Unterschlupf in Den Haag, über 900 km Wegstrecke haben sie dabei zurückgelegt, praktisch auf der Flucht, durch Kriegsgebiet. Eine unvorstellbare Strecke! Heute braucht dafür ein bisschen über 8 Stunden, gemütlich mit dem Auto. Und damals? Staubige Straßen(falls vorhanden), ständig Zollkontrollen, "Pannen" bei Kutsche und Pferd, immer mit der Angst doch verpfiffen zu werden, weil über Friedrich die Reichsacht verhängt wurde. Nachdem sie noch die Kronjuwelen aus Prag mitgehen haben lassen (duften die das überhaupt? oder dachten sie einfach, sie durften es? Oder war es ihnen egal?), können sie halbwegs standesgemäß in Den Haag leben, werden aber mehr zähneknirschend geduldet, vielleicht wegen der Verwandtschaft der Königin? Allerdings scheint auch der englische König nicht darauf erpicht zu sein, seine Tochter öffentlich zu unterstützen, denn sonst wären sie ja in England.

    Dennoch ist die Treue der Hofdamen zu ihrer Königin bemerkenswert, denn auch die, die eine andere Wahl hätten, bleiben bei ihr.

    Friedrich verkraftet den Verlust seiner Ländereien und seines Rufes nicht und stürzt in eine Depression. Elizabeth dagegen läuft zur Hochform auf und versucht zu retten, was zu retten ist, und sucht nach weiteren Verbindungen. Dabei kann sie ihren Cousin, Christian von Braunschweig, für sich gewinnen. Doch auch mit ihren Damen hat die Königin Pläne und will sie möglichst gewinnbringend verheiraten, da ihre eigenen Kinder noch zu jung ist( und vielleicht auch zu schade, um sie an irgendwelche Gefolgsleute zu verschachern?). Froni tappt mit ihrer Naivität an einen Gefolgsmann des Bischof, Lorenz von Hohenheim, der wahrscheinlich schon beschlossen hat, sie zu heiraten, bevor er mit ihr geredet hat. Ihre Abfuhr formuliert Froni entweder zu unklar oder (wahrscheinlicher) ihrem Zukünftigen ist völlig egal, was sie davon hält. Er sieht Frauen als schmückendes Beiwerk und als Brutmaschine und mehr nicht. Also so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was Froni sich vorstellt, unabhängig von ihren Gefühlen zu Marek. Auf jeden Fall stimmt Elizabeth der Heirat zu und Froni sitzt in einer Falle, da ihre Bedenken nichts zählen und überhaupt nicht in Betracht gezogen werden. Ihre Sicht, dass sie zu unbedeutend für eine lohnende Heirat sei, trifft nicht zu, vielleicht unterschätzt sie ihre eigene Stellung auch. Die Prophezeiung Karls, sie sei nur eine Schachfigur auf dem großen Politikspielbrett trifft also voll zu.

    Ihre einzige Hoffnung ist, dass Friedrich sich gegen die Ehe ausspricht und sie versucht, an das frühere gute Verhältnis anzuknüpfen. Doch Friedrich hat sehr viele andere Sorgen, und er klagt Froni sein Leid und seine Schuldgefühle. Allerdings sind alle anderen Schuld: Seine Ratgeber, sein Volk und Gott......nur er nicht.

    Doch Friedrich sagt ihr, er könne nichts für sie tun, was ja teilweise tatsächlich der Wahrheit entspricht, schließlich hat er bei seiner Regierung nicht viel zu melden, die Entscheidungen treffen andere, zum anderen ist das "Um-sich-selbst-kreisen" ja eines der Symptome einer Depression. In ihrer Verzweiflung versucht sie ihn über die Religion und dem Angebot in Böhmen für Unterstützung zu werben zu packen. Damit weckt Froni auch tatsächlich Friedrichs Interesse und er stimmt zu, sie zurück nach Böhmen zu schicken, um nach Unterstützung in den protestantischen Splittergruppen zu suchen. Ihr Hintergedanke ist freilich, erstmal Lorenz von Hohenheim zu entkommen und Marek zu finden und zu heiraten, bevor alle wissen was passiert ist.

    Dieser Entschluss bringt ihr tatsächlich Aufschub, auch wenn es sich noch eine Weile hinzieht, bis sie tatsächlich aufbricht. Mit ihrer Zofe und deren Mutter macht sie sich auf Weg, ohne das Elizabeth das weiß. Das gibt bestimmt noch richtig Ärger, ich glaube nicht, das die Königin begeistert ist, wenn sie so übergangen wird. Mal abgesehen davon, wie sie dann vor ihrem Cousin dasteht. Froni ist das jedoch egal( und es ist ja auch tatsächlich nicht ihr Problem).

    In Prag bietet sich ihr jedoch ein echtes Horrobild: Von der lebendigen, fröhlichen Stadt, die Froni so liebt ist nichts übrig. Überall sind zerstörte Häuser und Yvetas Familie wurde vertrieben, weil sie sich weigerte zu konvertieren. frei nach dem Motto " Und willst du nicht mein Bruder ein, so schlag ich dir den Schädel ein" wurden alle davongejagt, die nicht katholisch werden wollten. Oder ermordet, wenn sie Pech hatten. Die leeren Häuser wurden mit anderen Katholiken aufgefüllt. Es scheint echt schwierig zu werden, Marek zu finden, denn er ist natürlich auch weg. Nach einem Tipp gehen sie aus der Stadt, weil sich dort noch Protestanten verstecken sollen. Dort hinzugehen stelle ich mir riskant vor, es hätte auch eine Falle sein können. Aber sie haben Glück und finden Yvetas Familie wieder, die die Gruppe informationstechnisch auf den neuesten Stand bringt. In diesem Haus bekommt Froni auch einen Hinweis, wo Marek versteckt ist und sie findet ihn tatsächlich dort.

    Froni unterbreitet den Männern ihren Vorschlag und dieser wird zunächst abgelehnt. Doch Marek folgt ihr in ihre Herberge und erklärt ihr, er könne sie zu einer Widerstandsgruppe bringen, was er auch tut. Zu dieser versteckten Gruppe gehört auch sein Bruder und Froni schafft es tatsächlich die Gruppe für sich zu gewinnen und bittet Jan sie nach Den Haag zu begleiten. Marek versucht noch Froni davon abzubringen, in dem er ihr die Opfer der letzten Übergriffe zeigt, doch die erhoffte Wirkung bleibt aus. Froni trifft eine ihrer Schülerinnen wieder, die besonders grausam zugerichtet wurde.


    Trotz ihrer Naivität ist Froni sehr mutig, vor allem mutig genug, einen Ausweg aus ihrem Schicksal zu suchen. Sie ist vielleicht nicht so intelligent wie Jane oder selbstsicher wie Elizabeth, aber wenn es drauf ankommt, trifft sie blitzschnell Entscheidungen und zieht es auch konsequent durch. Respekt! Das hätte ich garnicht von ihr gedacht. Ich hoffe sehr, dass Marek ihre Gefühle erwidert und sie das findet, was sie sich erhofft.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

    Einmal editiert, zuletzt von Senara von Nostria ()

  • Nachdem sie noch die Kronjuwelen aus Prag mitgehen haben lassen (duften die das überhaupt? oder dachten sie einfach, sie durften es? Oder war es ihnen egal?), können sie halbwegs standesgemäß in Den Haag leben,

    Inoffiziell durften sie wahrscheinlich nicht, aber offiziell interessierte das keinen. Auch Kaiser Ferdinand regte sich nicht darüber auf, wahrscheinlich, weil er genau wusste, dass er es an ihrer Stelle ebenso gemacht hätte.

  • Nachdem sie noch die Kronjuwelen aus Prag mitgehen haben lassen (duften die das überhaupt? oder dachten sie einfach, sie durften es? Oder war es ihnen egal?), können sie halbwegs standesgemäß in Den Haag leben,

    Inoffiziell durften sie wahrscheinlich nicht, aber offiziell interessierte das keinen. Aich Kaiser Ferdinand regte sich nicht darüber auf, wahrscheinlich, weil er genau wusste, dass er es an ihrer Stelle ebenso gemacht hätte.

    :totlach: ok. AlSo waren es zwar rein theoretisch leihgaben. Praktisch hat jeder damit gemacht, was er wollte.

    Liebe Grüße


    Nadine


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  • Prag liegt nun hinter ihnen. Sie konnten rechtzeitig fliehen, aber es scheint fast so, als hätte niemand etwas aus den Fehlern gelernt. Elisabeth feiert auch in Den Haag fröchlich ihre Feste und Friedrich versingt immer mehr in der Schwermut. Um die armen Menschen in Prag kümmert sich niemand mehr. Fronis Gedanken sind zwar bei Marek und damit, dass sie Yveta und ihre Mutter mitgenommen hat, war es das dann erstmal auch schon an Hilfe. So scheint es wenigstens.


    Nach aussen sieht es so aus, als wenn nichts weiter geschieht, aber Elisabeth verfolgt ein Ziel. Sie will Männer anwerben und eine Armee aufstellten. Einmal mehr stellt sich mir die Frage, woher sie wohl das Geld dafür nehmen will. Die Idee von Froni, die Bevölkerung von Prag mit einzubeziehen ist bestimmt nicht schlecht. Aber irgendwie handlet sie hier doch auch sehr stark aus Eigennutz. Sie bekommt so die Chance, Marek wieder zusehen und vielleicht endlich eine richtige Beziehung zu ihm auszubauen. Nach diesem Abschnitt bin ich mir gar nicht mal so sicher, dass dies auch klappen wird. Ich denke Froni und Marek würden miteinander nicht glücklich werden.


    Froni zieht ohne Wissen von Elisabeth los, es ist sicher mutig von ihr so durch die Lande zu ziehen und sich dieser Herausforderung zu stellen, aber eben auch sehr gefährlich. Ich denke die größte Gefahr wird aber von Elisabeth ausgehen. Sie wird ihr bestimmt so einiges zu sagen haben, sobald sie wieder in Den Haag sind. Und ob Friedrich die Männer aus Prag anhören wird und dann so handlet, wie sie es nun erwarten, wage ich auch noch leicht zu bezweifeln.


    Nachdem sie noch die Kronjuwelen aus Prag mitgehen haben lassen (duften die das überhaupt? oder dachten sie einfach, sie durften es? Oder war es ihnen egal?), können sie halbwegs standesgemäß in Den Haag leben,

    Inoffiziell durften sie wahrscheinlich nicht, aber offiziell interessierte das keinen. Auch Kaiser Ferdinand regte sich nicht darüber auf, wahrscheinlich, weil er genau wusste, dass er es an ihrer Stelle ebenso gemacht hätte.

    Es ist vermutlich wie immer, die Reichen und Mächtigen machen was sie wollen. Vermutlich ging Friedrich auch davon aus, nun da er König von Böhmen ist, gehören die Juwelen ihm.

  • Warum was lernen? Sie haben doch gar nichts gemacht *io* Ich bin auch gespannt, was sie sich von Elizabeth anhören darf. Ich glaube, dass Froni zu dem Zeitpunkt, an dem sie Friedrich das gefragt hat, noch völlig gleichgültig war. Hauptsache weg.

    Dabei war das ja ein Wahlkönigtum, keine Erbmonarchie. Naja, die werden sich gedacht haben : Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

    Liebe Grüße


    Nadine


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  • Friedrich verkraftet den Verlust seiner Ländereien und seines Rufes nicht und stürzt in eine Depression.

    Ich weiß nicht, ob es nur der Verlust ist. Ich habe darüber hinaus noch das Gefühl, dass Friedrich mit seinem ganzen Leben unzufrieden und überfordert ist. Es hat sich ja schon am Anfang angedeutet, dass er sich eigentlich ein anderes Leben gewählt hätte, was aber nicht ging. Nun ist er König in einer der schlimmsten Zeiten überhaupt und hat - verständlicherweise - noch weniger Lust. Alle Ansprüche, die an ihn gestellt werden, kann er nicht erfüllen. Ich kann seine Depression absolut nachvollziehen und ich habe großes Mitleid mit Friedrich. Wie war das - hätte er einfach abdanken können und allem dem Rücken kehren können? Also theoretisch. Das es praktisch mehr oder minder unmöglich ist, zeigt ja die Geschichte. Einfach mit allem und jedem zu brechen, ist immerhin auch ein sehr sehr schwerer Schritt.


    Elizabeth dagegen läuft zur Hochform auf und versucht zu retten, was zu retten ist, und sucht nach weiteren Verbindungen. Dabei kann sie ihren Cousin, Christian von Braunschweig, für sich gewinnen.

    Ich habe auch das Gefühl, dass Elizabeth gerade zu aufblüht. Sie nutzt die Schwäche ihres Mannes und spielt die Königin. Allerdings habe ich das Gefühl, dass auch sie hier sehr unbedarft ist. Sie setzt ihre Reize an, um an ihr Ziel zu kommen. Das ist natürlich ihr eigenes Recht, aber ich befürchte, dass sie hier mit dem Feuer spielt und sich auch schnell verbrennen kann. Christian von Braunschweig traue ich nicht und ich habe ein wenig Angst vor ihm, wenn Elizabeth ihn irgendwann mal durch ihre Spielchen vor den Kopf stoßen wird.


    Die Idee von Froni, die Bevölkerung von Prag mit einzubeziehen ist bestimmt nicht schlecht. Aber irgendwie handlet sie hier doch auch sehr stark aus Eigennutz.

    Froni bekommt Spaß am "Krieg spielen". Sie merkt, wie man Menschen wie Schachfiguren nutzen kann. Oho, habe ich mir da nur gedacht. Sie hat nicht so viel Macht wie Elizabeth, aber im Endeffekt handelt sie sehr ähnlich. Sie denkt zwar, sie dient einer übergeordneten Sache, aber ich denke auch, dass da viel mehr Eigennutz hinter steckt.

    Deswegen sehe ich eine Zukunft - ähnlich wie du - mit Marek nicht. Die Beiden sind grundverschiedenen in doch sehr wichtigen Dingen. Wie soll das funktionieren?

  • Auch für mich ist es problematisch, wie Froni ihre persönlichen Anliegen mit den politischen Zielen des Königspaars verknüpft. Ich kann zwar sehr gut verstehen, dass sie einer drohenden Verbindung mit Lorenz entfliehen will und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt, Marek wiederzusehen - allerdings kommt mir ihre politische Mission ein wenig merkwürdig vor. Friedrich ist leicht zu manipulieren, das haben auch Elisabeth und seine Berater ausgenutzt, daher geht er ohne große Diskussionen auf Froni`s Vorschlag ein, quasi in seinem Auftrag nach Prag zu reisen. Für sie ist diese Reise Flucht, Abenteuer und Hoffnung auf ein Leben mit Marek.

  • Auch für mich ist es problematisch, wie Froni ihre persönlichen Anliegen mit den politischen Zielen des Königspaars verknüpft. Ich kann zwar sehr gut verstehen, dass sie einer drohenden Verbindung mit Lorenz entfliehen will und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt, Marek wiederzusehen - allerdings kommt mir ihre politische Mission ein wenig merkwürdig vor. Friedrich ist leicht zu manipulieren, das haben auch Elisabeth und seine Berater ausgenutzt, daher geht er ohne große Diskussionen auf Froni`s Vorschlag ein, quasi in seinem Auftrag nach Prag zu reisen. Für sie ist diese Reise Flucht, Abenteuer und Hoffnung auf ein Leben mit Marek.

    Ja, da hast du recht. Für sie ist es in erster Linie die Möglichkeit, vor der arrangierten Ehe zu fliehen und ein Abenteuer zu erleben.

  • Auch für mich ist es problematisch, wie Froni ihre persönlichen Anliegen mit den politischen Zielen des Königspaars verknüpft. Ich kann zwar sehr gut verstehen, dass sie einer drohenden Verbindung mit Lorenz entfliehen will und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt, Marek wiederzusehen - allerdings kommt mir ihre politische Mission ein wenig merkwürdig vor. Friedrich ist leicht zu manipulieren, das haben auch Elisabeth und seine Berater ausgenutzt, daher geht er ohne große Diskussionen auf Froni`s Vorschlag ein, quasi in seinem Auftrag nach Prag zu reisen. Für sie ist diese Reise Flucht, Abenteuer und Hoffnung auf ein Leben mit Marek.

    Ja, da hast du recht. Für sie ist es in erster Linie die Möglichkeit, vor der arrangierten Ehe zu fliehen und ein Abenteuer zu erleben.

    Wobei ich finde, dass man das auch sehr deutlich merkt. Und sie erst "Blut leckt" als sie beginnt für Unterstützung zu werben

    (Sorry übrigens für die mangelnde Groß- und Kleinschreibung, ich bin gerade nur am Handy )

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Wie immer bin ich spät dran - momentan geht es nicht anders!


    Das Buch ist recht interessant - von der Darstellung der geschichtlichen Ereignisse her. Was Froni angeht - so ganz "warm" werde ich mit ihr noch nicht. Sie ist mir einerseits eine Spur zu naiv und andererseits etwas zu egoistisch. Allerdings kann ich sie gut verstehen, dass sie wirklich jeden Ausweg aus der Zwangshochzeit wählen würde - so wird sie halt Spionin. Dieser Herr von Hohenlohe scheint wirklich ein völllig unmöglicher Mann zu sein!

    Aber ich finde die Darstellung von Friedrich und Elizabeth sehr spannend - seine Schwermut und ihre Art, ihre Schönheit und ihren Charme sehr manipulativ einzusetzen. Aber auch die Zustände, wie sie in Prag herrschten nach der verlorenen Schlacht, wie Ferdinand seine Gegner ausschaltete und deren Köpfe als Warnung noch lange in der Stadt öffentlich verwesen ließ. Erschreckend, dass das eigentlich erst der Beginn einer sehr langen Leidenszeit für das Volk war!


    Interessant finde ich übrigens auch das "Friedensangebot", dass der älteste Sohn am Hof des Habsburgers katholisch erzogen werden soll und nur dann die Pfalz als Kurfürst übernehmen kann. Ferdinand hatte doch sicher genügend Anwärter auf diesen Posten - solche die bereits katholisch waren.

    War es vielleicht um Friedrich bloßzustellen? Hätte er es angenommen, wäre er unglaubwürdig in seinem Kampf für den protestantischen Glauben geworden.


    Die Reise von Prag bzw die Reise nach Prag waren sicher beschwerlich und gefährlich. Heute kann man es sich ja nicht mehr vorstellen, so lange auf Reisen zu sein für diese Entfernung und mit diesen Problemen (sehr stabil waren die Kutschen ja im allgemeinen nicht und die Wege waren schlecht). Die drei Damen auf Reisen beweisen wirklich Mut. Es tut mir jedoch leid, dass Jane in Den Haag geblieben ist. Sie habe ich sofort ins Herz geschlossen!

  • Allerdings scheint auch der englische König nicht darauf erpicht zu sein, seine Tochter öffentlich zu unterstützen, denn sonst wären sie ja in England.

    Stimmt! Das wundert mich ein wenig! Warum hat Elizabeths Vater, König Jakob VI von Schottland sie nicht aufgenommen? Befürchtete er Konkurrenz?


    Elisabeth verfolgt ein Ziel. Sie will Männer anwerben und eine Armee aufstellten. Einmal mehr stellt sich mir die Frage, woher sie wohl das Geld dafür nehmen will. Die Idee von Froni, die Bevölkerung von Prag mit einzubeziehen ist bestimmt nicht schlecht.

    Aber ich frage mich schon, warum sie das macht (abgesehen von ihren privaten Plänen um Marekt). Ich gehe mal davon aus, dass ihr klar war, dass Friedrich und Elizabeth ihren Stil nicht ändern würden. Und sie haben die Söldner schon einmal nicht bezahlt, sind also nicht wirklich vertrauenswürdig diesbezüglich!

  • Tereza :

    Ist dieser Spionageauftrag von Friedrich eigentlich rein fiktiv, oder gab es etwas in dieser Art damals tatsächlich?

    Eigentlich ist der Versuch, die Bevölkerung von Prag zum Widerstand zu ermutigen, ziemlich logisch und wäre - etwas besser geplant - wahrscheinlich auch erfolgreich.

    :blume:

  • Was Froni angeht - so ganz "warm" werde ich mit ihr noch nicht. Sie ist mir einerseits eine Spur zu naiv und andererseits etwas zu egoistisch.

    Da ergeht es mir ein wenig ähnlich. Aber ich kann Froni so nehmen, weil ich sie als Figur an sich stimmig finde. Nur haben sie und ich in vielen Dingen zu unterschiedliche Ansichten, aber gut, wir sind auch sehr unterschiedlich aufgewachsen und von daher finde ich ihre Charakterisierung wirklich sehr gut.

  • Interessant finde ich übrigens auch das "Friedensangebot", dass der älteste Sohn am Hof des Habsburgers katholisch erzogen werden soll und nur dann die Pfalz als Kurfürst übernehmen kann. Ferdinand hatte doch sicher genügend Anwärter auf diesen Posten - solche die bereits katholisch waren.

    War es vielleicht um Friedrich bloßzustellen? Hätte er es angenommen, wäre er unglaubwürdig in seinem Kampf für den protestantischen Glauben geworden.

    Die protestantische Seite schien zu diesem Zeitpunkt sowieso geschlagen. Da gab es für Frieidrich nicht mehr viel zu retten. Aber Kaiser Ferdinand wollte die dynastische Erbfolge respektieren, anstatt den rechtmäßigen Kurfürsten völlig zu entmachten. Daher das Friedensangebot.

  • Tereza :

    Ist dieser Spionageauftrag von Friedrich eigentlich rein fiktiv, oder gab es etwas in dieser Art damals tatsächlich?

    Eigentlich ist der Versuch, die Bevölkerung von Prag zum Widerstand zu ermutigen, ziemlich logisch und wäre - etwas besser geplant - wahrscheinlich auch erfolgreich.

    :blume:

    Da wurden von vornherein Fehler gemacht. Man wollte nicht die Bevölkerung bewaffnen, sondern holte sich Söldner, die man dann nicht oder unregelmäßig bezahlte, sobald das Geld knapp wurde. In Böhmen gab es damals durchaus Leute, die aus Überzeugung für ihre Glaubensfreiheit gekämpft hätten - also ohne Sold. Aber die Kriegsführung begann damals aufgrund technischer Fortschritte zunehmend zu einer Art Handwerk zu werden, das man erst erlernen musste. Einfach ein Hackebeil in die Hand nehmen und drauflosschlagen nützte nicht mehr so viel, wie noch im Mittelalter. Gegen Musketen und Kanonen reichte es jedenfalls nicht.

    Den protestantischen Fürsten widerstrebte es, den radikalen Splittergruppen, die mehr oder weniger direkt von den Hussiten abstammten, wirklich gute Waffen zu überlassen. Das hätte die zu einer potentiellen Gefahr machen können, weil es in diesen Gruppierungen ja doch sehr radikale "urchristliche" Vorstellungen gab. Sie standen allen weltlichen Hierarchien kritisch gegenüber, weil vor Gott alle Menschen gleich hätten sein sollen.


    Also ja, es wäre eine gute Idee gewesen, die Tschechen zum Widerstand zu animieren. Aber die Idee wurde nicht umgesetzt, Fronis Reise isr rein fiktiv.

  • Allerdings scheint auch der englische König nicht darauf erpicht zu sein, seine Tochter öffentlich zu unterstützen, denn sonst wären sie ja in England.

    Stimmt! Das wundert mich ein wenig! Warum hat Elizabeths Vater, König Jakob VI von Schottland sie nicht aufgenommen? Befürchtete er Konkurrenz?

    Er wollte verhindern, dass der religiöse Konflikt weiter eskaliert. Elizabeth hatte gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie einen rechtmäßigen König hatte entmachten wollen. Vor einer offenen Unterstützung seiner Tochter schreckte er also zurück.

    Dazu kam, dass Jakob als Nachfahre Maria Stuarts durchaus Sympathien für die katholische Seite hatte. In dem Punkt war seine Tochter anders und sie galt eine Weile als Favoritin der englischen Puritaner, also der radikalen Protestanten. Daher wäre sie eventuell eine echte Gefahr für ihn gewesen und er wollte sie lieber im Ausland lassen.

  • Was Froni angeht - so ganz "warm" werde ich mit ihr noch nicht. Sie ist mir einerseits eine Spur zu naiv und andererseits etwas zu egoistisch.

    Da ergeht es mir ein wenig ähnlich. Aber ich kann Froni so nehmen, weil ich sie als Figur an sich stimmig finde. Nur haben sie und ich in vielen Dingen zu unterschiedliche Ansichten, aber gut, wir sind auch sehr unterschiedlich aufgewachsen und von daher finde ich ihre Charakterisierung wirklich sehr gut.

    Ich kann mich euch schon anschließen, sie ist egoistisch in Bezug auf das was sie will, aber auf der anderen Seite hat sie auch keine Wahl. Sie wurde ja mehr oder weniger so erzogen, jetzt muß sie eben zusehen, wie sich ihr eigenes Leben gestaltet. Mit heutigen Maßstäben kann man sie sowieso nicht vergleichen.

  • Stimmt! Das wundert mich ein wenig! Warum hat Elizabeths Vater, König Jakob VI von Schottland sie nicht aufgenommen? Befürchtete er Konkurrenz?

    Er wollte verhindern, dass der religiöse Konflikt weiter eskaliert. Elizabeth hatte gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie einen rechtmäßigen König hatte entmachten wollen. Vor einer offenen Unterstützung seiner Tochter schreckte er also zurück.

    Dazu kam, dass Jakob als Nachfahre Maria Stuarts durchaus Sympathien für die katholische Seite hatte. In dem Punkt war seine Tochter anders und sie galt eine Weile als Favoritin der englischen Puritaner, also der radikalen Protestanten. Daher wäre sie eventuell eine echte Gefahr für ihn gewesen und er wollte sie lieber im Ausland lassen.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass er Angst hatte, dass irgendjemand bei ihm auf eine ähnliche Idee kam. Das hat ja auch schon seine Vorgängerin bei Jacobs Mutter so gemacht. Wer an einem fremden Thron sägt, sägt an seinem eigenen

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

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  • Aber ich kann Froni so nehmen, weil ich sie als Figur an sich stimmig finde. Nur haben sie und ich in vielen Dingen zu unterschiedliche Ansichten, aber gut, wir sind auch sehr unterschiedlich aufgewachsen und von daher finde ich ihre Charakterisierung wirklich sehr gut.

    Und da geht es mir wie Dir! Ich kann Froni auch so nehmen, wie sie hier dargestellt wird (auch wenn ich manche Seiten an ihr reichlich nervig finde - was wieder beweist, dass sie sehr gut charakterisiert wurde!) Aber ich muss ja nicht die Hauptpersonen lieben, um ein Buch zu mögen oder interessant zu finden! Und man darf nie vergessen, dass uns die Geschichte ins beginnende 17. Jh entführt. Das Leben und die Menschen damals sind mit uns heute nicht zu vergleichen.


    Tereza : gibt es ein Vorbild für Marek? Seine Gedanken sind ja in gewissem Sinne seiner Zeit voraus. Soweit ich nachgelesen habe, hat sich die Brüderschaft bald wieder aufgelöst.


    Er wollte verhindern, dass der religiöse Konflikt weiter eskaliert. Elizabeth hatte gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie einen rechtmäßigen König hatte entmachten wollen. Vor einer offenen Unterstützung seiner Tochter schreckte er also zurück

    Aber hätte er nicht eher die Kontrolle über die Aktivitäten seiner Tochter gehabt, wenn er ihr Asyl gegeben hätte? So muss er sie immer irgendwie im Auge behalten.