07 - Kapitel 19 bis zum Ende

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  • Froni und Marek finden zusammen und eine Lösung für sich. Das ist nach diesem ganzen Hin und Her doch ein schönes Happy End!

    Aber erst muss Froni noch die Erfahrung machen, dass Elizabeth und Friedrich sich wirklich nicht um sie scheren, sondern nur ihr eigenes Wohlergehen im Sinn haben. Es hat mir wirklich gut gefallen, dass wir hier ein rundes Ende haben, das an den Anfang des Buches anknüpft. Denn Fronis damaliger Wunsch - Friedrichs Mätresse zu werden - könnte sich erfüllen. Friedrich ist fertig mit der Welt und hat nun Augen für Fronis großes Herz. Doch das kommt wahrlich zu spät. Auch wenn er noch ein Rest der einstigen Zuneigung in Froni wecken kann (was mir ebenfalls gut gefallen hat, denn wem geht es nicht so, wenn man auf Verflossene trifft? Irgendetwas rühren sie doch immer in einem..), sind Fronis Gefühle für Marek einfach größer. Außerdem ist es für die Beziehung der Beiden fast das Beste, was passieren konnte.

    Denn durch die Verkupplungsversuche von Elizabeth wird Froni klar, dass sie den Hof verlassen muss. Sie kann sich Elizabeths Willen (und somit auch Friedrich) nicht entziehen, wenn sie weiterhin am Hofe weilt. Ich hatte ja fast befürchtet, dass sie das in Kauf nimmt, aber nein, sie weigert sich und verlässt Den Haag mit Marek.

    Einen neutralen Boden zu finden, wo weder sie noch er "Vorteile" hat und sie sich gemeinsam ein neues Leben aufbauen - ich denke, dass ist für die Beiden der beste Weg. Und Lenka kommt mit und kann auch nochmal von vorne anfangen. Das klingt doch wunderbar!


    Yveta hingegen will mit an die Front - als Trosshure? Oh je, das kann ich mir weniger vorstellen. Ob es wirklich in Jans Macht steht, sie vor den anderen Männern zu schützen? Und was ist, wenn die Liebe mal abflammt - kümmert Jan sich dann trotzdem um sie oder überlasst er sie ihrem Schicksal? Yveta ist auf jeden Fall ganz schön mutig, dass sie sich das zu traut. Ich hoffe sehr für sie, dass sie sich da nicht verkalkuliert hat.


    Ach ja, ein spannendes Buch und ich werde sicherlich noch heute oder morgen Zeit für eine abschließende Meinung finden. :)

  • Das Kapitel beginnt spannend, mit einer Audienz bei Friedrich, Froni erzählt ihm ihre Erkenntnisse aus ihrer (vorgeschobenen ) Reise. Man hört allerdings deutlich raus, dass es mit seiner psychischen Gesundheit nicht zum besten steht, im Gegenteil. Elizabeth ist nach wie vor entschlossen zu kämpfen, Friedrich hat dagegen schon aufgegeben. Froni versucht ihn zu trösten, aber das sie keine Erfolg haben kann, ist bei Depressionen (leider) normal. Er kann es garnicht annehmen. Elizabeth signalisiert Froni, dass es sie nicht stört, sollte sich zwischen Friedrich und Froni was entwickeln. Früher waren das ja fronis größter Wunsch, heute dagegen hat sie sich weiterentwickelt und sie möchte das nicht mehr. Wahrscheinlich auch auf Grund der Tatsache, dass sich zwischen ihr und Marek mehr entwickelt hat und es ein ziemlich großer Vertrauensbruch wäre. Und marek ist auch nicht der Typ Mann der das einfach so akzeptiert.

    Froni kann sich aus dem Dilemma befreien und stößt bei Friedrich sogar auf Verständnis. Das ist echt ein armer Kerl, einfach im falschen Jahrhundert und an der falschen Stelle geboren. Froni verschwindet bei Nacht und Nebel vom Hof, begleitet von Marek. Sie beschließen zusammen zu leben, mit lenka als angenommene Tochter.

    Ich wünsche ihnen tatsächlich alles gute und eine lange und Glückliche Zeit zusammen.

    Ich sehe Friedrich als eine tragische Figur, der einfach zu kleine Füße hatte um in die Fußstapfen seiner ahnen zu treten. An eine Stelle geboren zu sein und zu ahnen, dass man sie nie richtig ausfüllen kann ist echt bitter. Elizabeth erinnert mich an ihre Großmutter, die ja auch versuchte ihre Krone mit allen Mitteln zu behalten und sie genauso wenig behielt. Nur Elizabeths Ende war nicht so blutig, sie starb ja in sehr hohem alter. Lustige paralelle : ihr Bruder war genauso eine null auf dem Thron wie Elizabeths Ehemann

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Es gab im Grunde keinen anderen Ausweg für Froni und Marek, als ihren eigenen Weg zu finden außerhalb von Den Haag. Eine gemeinsame Zukunft unter einem Dach mit Elisabeth und Friedrich hätten sie nicht verwirklichen können. Dennoch war die letzte Begegnung zwischen Froni und Friedrich harmonisch und versöhnlich, auch weil er schnell eingesehen hat, dass sie nicht seine Geliebte werden will. Jane hatte sich wohl in Froni verliebt, so habe ich ihr Verhalten interpretiert - sie war schon immer anders als die übrigen Hofdamen und wenig gefallsüchtig. Das also war ihr Geheimnis und am Ende hat auch Froni etwas geahnt.

    Was ist denn aus dem Kater Kasimir geworden, er war wohl nicht dabei, als Lenka zusammen mit Froni und Marek fortgeht? ich habe mich gewundert, weil Lenka ihn so geliebt hat und ihn doch bestimmt nicht zurückgelassen hätte.

  • Was ist denn aus dem Kater Kasimir geworden, er war wohl nicht dabei, als Lenka zusammen mit Froni und Marek fortgeht? ich habe mich gewundert, weil Lenka ihn so geliebt hat und ihn doch bestimmt nicht zurückgelassen hätte.

    Kater Kasimir bleibt mit seinem alten Frauchen am Hof von Den Haag. Da ist er auch in Sicherheit. So ein endloses Herumreisen, das ist doch nichts für Katzen. Das hat auch die kleine Lenka eingesehen.:)

  • Das ist echt ein armer Kerl, einfach im falschen Jahrhundert und an der falschen Stelle geboren.

    Das hast du gut in einem Satz zusammen gefasst. In einer freieren (demokratischen) Gesellschaft hätte ein Mann wie Friedrich sicherlich eher sein Glück finden können. Bei einem solchen Charakter ist es fast tröstlich an die Wiedergeburt zu glauben!


    Es gab im Grunde keinen anderen Ausweg für Froni und Marek, als ihren eigenen Weg zu finden außerhalb von Den Haag.

    Das sehe ich sehr ähnlich. So muss wohl auch keiner das Gefühl haben, dass er oder sie wegen dem jeweiligen anderen sein Leben völlig aufgeben musste.

  • Froni und Marek haben es letztendlich doch geschafft einen Weg für sich zu finden. Es war klar, dass dies nicht am Königshof sein kann. So ein Leben wäre nichts für Marek. Sie gehen ihren Weg und werden sicher einen Ort zum Leben finden. Hilfe wird schließlich überall gebraucht.


    Froni hat sich auch endlich mit Friedrich aussöhnen können. Hier wird noch einmal deutlich, was für ein armer, einsamer Mann Friedrich doch eigentlich war. Auf mich machte es fast den Eindruck, als wenn es Elisabeth egal war, ob er nun eine Geliebte hatte oder nicht, Hauptsache sie kann ihr Leben weiterleben. Froni hat die richtige Entscheidung für sich und ihre Mitmenschen getroffen und kann in Frieden gehen.



    Yveta hingegen will mit an die Front - als Trosshure? Oh je, das kann ich mir weniger vorstellen. Ob es wirklich in Jans Macht steht, sie vor den anderen Männern zu schützen? Und was ist, wenn die Liebe mal abflammt - kümmert Jan sich dann trotzdem um sie oder überlasst er sie ihrem Schicksal? Yveta ist auf jeden Fall ganz schön mutig, dass sie sich das zu traut. Ich hoffe sehr für sie, dass sie sich da nicht verkalkuliert hat.

    Ich denke einfach Yveta setzt auf ihre Liebe zu Jan. Als Trosshure will sie sicherlich nicht arbeiten. Sie ist vielleicht ein bisschen naiv, was das Leben beim Heer betrifft, aber mit der Liebe im Herzen für Wahrnungen nicht mehr aufnahmefähig. Bleibt zu hoffen, dass Jan ihr immer beistehen wird und sie sich den nötigen Respekt erwerben kann.

  • Yveta hingegen will mit an die Front - als Trosshure? Oh je, das kann ich mir weniger vorstellen. Ob es wirklich in Jans Macht steht, sie vor den anderen Männern zu schützen? Und was ist, wenn die Liebe mal abflammt - kümmert Jan sich dann trotzdem um sie oder überlasst er sie ihrem Schicksal? Yveta ist auf jeden Fall ganz schön mutig, dass sie sich das zu traut. Ich hoffe sehr für sie, dass sie sich da nicht verkalkuliert hat.

    Ich denke einfach Yveta setzt auf ihre Liebe zu Jan. Als Trosshure will sie sicherlich nicht arbeiten. Sie ist vielleicht ein bisschen naiv, was das Leben beim Heer betrifft, aber mit der Liebe im Herzen für Wahrnungen nicht mehr aufnahmefähig. Bleibt zu hoffen, dass Jan ihr immer beistehen wird und sie sich den nötigen Respekt erwerben kann.

    Ich glaube auch, daß Jan zu ihr steht. Vielleicht liebt er sie nicht so wie sie ihn liebt, aber ich schätze ihn so ein, das er sich verantwortlich fühlt und sie gerne mag und respektiert. Und ich glaube auch, dass ihr Status Yveta bis zu einem gewissen Grad schützt.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ich glaube auch, daß Jan zu ihr steht. Vielleicht liebt er sie nicht so wie sie ihn liebt, aber ich schätze ihn so ein, das er sich verantwortlich fühlt und sie gerne mag und respektiert. Und ich glaube auch, dass ihr Status Yveta bis zu einem gewissen Grad schützt.

    Ich glaube zwar auch, dass Jan zu ihr steht - aber sein Beruf ist lebensgefährlich. Was passiert mit Yveta wenn Jan stirbt? Jan will ja wieder zu Christians Söldnertruppe zurückkehren oder will er sich eine neue Truppe suchen? Lorenz würde doch sicher Rache nehmen wollen. Und auch da ist Yveta in Gefahr.


    Wie war das eigentlich damals - gab es Frauen, die ihre Männer an die Front begleitet haben?

  • Ich glaube zwar auch, dass Jan zu ihr steht - aber sein Beruf ist lebensgefährlich. Was passiert mit Yveta wenn Jan stirbt? Jan will ja wieder zu Christians Söldnertruppe zurückkehren oder will er sich eine neue Truppe suchen? Lorenz würde doch sicher Rache nehmen wollen. Und auch da ist Yveta in Gefahr.


    Wie war das eigentlich damals - gab es Frauen, die ihre Männer an die Front begleitet haben?

    Also im Dreissigjährigen Krieg zogen immer auch Frauen bei den Söldnerheeren mit. Hauptsächlich Trosshuren, aber manche verrichteten auch andere Arbeiten. Dass eine Frau nur zu einem einzigen Söldner gehörte, kam sicher auch vor. Er musste nur den anderen klarmachen, dass sie die Finger von ihr lassen mussten. Brenzlig dürfte es für Yveta erst dann werden, wenn Jan eventuell im Krieg fällt. Aber als Witwe ohne eigenes Vermögen wäre sie auvh sonst nicht sehr gut dagestanden.

  • Ich glaube zwar auch, dass Jan zu ihr steht - aber sein Beruf ist lebensgefährlich. Was passiert mit Yveta wenn Jan stirbt? Jan will ja wieder zu Christians Söldnertruppe zurückkehren oder will er sich eine neue Truppe suchen? Lorenz würde doch sicher Rache nehmen wollen. Und auch da ist Yveta in Gefahr.


    Wie war das eigentlich damals - gab es Frauen, die ihre Männer an die Front begleitet haben?

    Also im Dreissigjährigen Krieg zogen immer auch Frauen bei den Söldnerheeren mit. Hauptsächlich Trosshuren, aber manche verrichteten auch andere Arbeiten. Dass eine Frau nur zu einem einzigen Söldner gehörte, kam sicher auch vor. Er musste nur den anderen klarmachen, dass sie die Finger von ihr lassen mussten. Brenzlig dürfte es für Yveta erst dann werden, wenn Jan eventuell im Krieg fällt. Aber als Witwe ohne eigenes Vermögen wäre sie auvh sonst nicht sehr gut dagestanden.

    Wobei ich Yveta für fit genug halte, dass sie das auch weiß und entsprechend reagiert. So ich Jan zutraue, allen Kerlen klar zu machen, dass sie die Flossen von "seiner" Frau lassen sollen.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Froni und Marek finden zusammen und eine Lösung für sich. Das ist nach diesem ganzen Hin und Her doch ein schönes Happy End!

    Das ist ein wirklich stimmiges Ende. Die beiden suchen sich einen ganz neuen Anfang - ohne dass einer von beiden irgendwelche Vor- oder Nachteile hat. Froni muss ja dringend weg vom Hof, ansonsten hätte sie Friedrich und Elizabeth nicht mehr ausweichen können. Und ihr einstiger Wunsch, nämlich seine Mätresse zu werden, verkehrt sich jetzt ins Gegenteil: das ist so ungefähr das Allerletzte was sie sich vorstellen kann und ein wichtiger Grund, dass sie jetzt schnell flüchten muss bzw will.


    Ich finde übrigens die Schilderung von Friedrichs depressiver Art, seinem anlehnungsbedürftigen Wesen und seiner Mutlosigkeit wirklich lebensecht: ich seh ihn genau vor mir, wie er innerlich geschrumpft, in seinen prächtigen Gewändern Halt sucht. Eigentlich hab ich schon ein wenig Mitleid mit ihm. Die falsche Zeit, die falschen Interessen bzw Talente und wahrscheinlich auch die zwar angebetete aber irgendwie doch falsche Frau. Ziemlich viel Pech für einen Menschen, der nichts selber entscheiden konnte.


    Das ist echt ein armer Kerl, einfach im falschen Jahrhundert und an der falschen Stelle geboren.

    Genau so empfinde ich seine Existenz auch - irgendwie traurig und bemitleidenswert.

    Und genau das kommt in dem Buch wirklich gut rüber!


    Er musste nur den anderen klarmachen, dass sie die Finger von ihr lassen mussten. Brenzlig dürfte es für Yveta erst dann werden, wenn Jan eventuell im Krieg fällt. Aber als Witwe ohne eigenes Vermögen wäre sie auvh sonst nicht sehr gut dagestanden.

    Aber als Teil einer großen PatchworkFamilie mit Lenka, Froni, Marek und es hätten sich sicher noch andere gefunden, wäre sie gut aufgehoben gewesen. Es entspricht halt mehr ihrer Art, dass sie auf diese Sicherheit für Jan verzichtet. Als klug kann ich ihre Entscheidung trotzdem nicht ansehen.


    Wollte Jan eigentlich tatsächlich zurück zu Christian und seiner Söldnertruppe?

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er dort herzlich willkommen geheißen wird, egal wie gut er kämpft!

    :barbar:

  • Zitat

    Ich finde übrigens die Schilderung von Friedrichs depressiver Art, seinem anlehnungsbedürftigen Wesen und seiner Mutlosigkeit wirklich lebensecht:

    Das finde ich auch. Friedrich ist wirklich sehr schön, realistisch und nah dargestellt. Eine der Stärken für mich im Buch!

  • Na ja, so wichtig war Fronis Verlobter jetzt auch nicht. Damals wurde jeder gute Soldat gebraucht. Zur Not hätte es auch andere Heere gegeben.