Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Ihr Lieben,


    wow, war das eine spannende Leserunde!

    Vom ersten Leseabschnitt an wurde sofort angeregt diskutiert. Ich freue mich über Euer Interesse und Eure Meinungen zu den Themen, die ich in meinem Buch aufgegriffen habe. Der Umgangston war sofort sehr angenehm und locker (vielleicht auch, weil ich einige TeilnehmerInnen bereits von vorherigen Leserunden kannte, toll, dass Ihr alle dabei gewesen seid :*) - und die Diskussion sehr intelligent und oft auch sehr lustig.

    Ein GROßES KOMPLIMENT auch an dieser Stelle noch einmal für das unglaublich sorgfältige Lesen. Ihr habt tatsächlich keine Spur und keinen einzigen Hinweis (und auch sonst nichts, was mir wichtig war) übersehen. Da habe ich zwischendurch schon befürchtet, dass Ihr dem/der TäterIn womöglich vor meiner Ermittlerin Eddie auf die Schliche kommt :boah:. Besonders gefreut hat mich die große Bereitschaft in dieser Leserunde, sich auf die Figuren und ihre Probleme einzulassen - auch auf nicht ganz einfache Zeitgenossen ;) - und Euer Verständnis und Empathie für die Eigenarten der Charaktere. Beim Thema Aggression ist das nicht leicht.


    Es hat mir riesigen Spaß gemacht. Ich würde mich freuen, wenn wir den zweiten Teil der Jenseits-Trilogie "Jenseits von schwarz" hier wieder gemeinsam lesen würden.


    Vielen Dank für die schöne Zeit.

    Lucie

  • Hier nun meine Rezension, die ich auch bei Amazon, Thalia, Weltbild, Was liest Du, Leserkanone.de und der Bastei-Lesejurx veröffentlicht habe:


    Packender und überzeugender Auftakt einer Trilogie um die Polizistin Edith "Eddie" Beelitz


    Nach insgesamt 9 Kriminalromanen mit der jungen Privatdetektivin Lila Ziegler in der Hauptrolle schickt die Autorin Lucie Flebbe mit der Polizistin Edith "Eddie" Beelitz nun eine neue Ermittlerin ins Rennen, die gleich einen überzeugenden und vielversprechenden Auftakt in dieser als Trilogie angelegten Reihe hinlegt.

    Dabei fällt das Ganze hier nun gegenüber den bisherigen Büchern der Autorin deutlich härter und auch düsterer aus, geblieben sind aber der packende Schreibstil und der Schauplatz Bochum.


    Nach dem Scheitern ihrer Ehe kehrt Eddie eher ein wenig ungewollt in den Polizeidienst zurück, um sich mit ihrer Tochter Lotti über Wasser halten zu können. Statt des eigentlich angedachten ruhigen Bürojobs spült sie der personelle Notstand bei der Bochumer Polizei dann auch noch direkt in eine Mordermittlung im Umfeld des Jobcenters, bei der sich Eddie schnell überfordert fühlt. Das sie ihren neuen Vorgesetzten Adrian Adamkowitsch noch von früher kennt, macht die ganze Angelegenheit auch nicht wirklich einfacher.


    Lucie Flebbe erzählt ihre Geschichte aus zwei Perspektiven. So lernen wir neben der Sichtweise von Eddie auch noch eine geheimnisvolle Person mit Namen Zombie kennen, die in erster Linie von ihrer Wut angetrieben wird und diese dabei deutlich erkennbar nicht immer unter Kontrolle hat.

    Neben einer geschickt aufgebauten und am Ende überraschend, aber dennoch absolut schlüssig aufgelösten Geschichte überzeugt das Buch auch diesmal wieder durch seine detaillierten Beschreibungen der Örtlichkeiten und die vielschichtig angelegten und gut chrakterisierten Protagonisten. Insbesondere die erstaunliche Entwicklung der anfangs doch sehr unsicher und zurückhaltend auftretenden Eddie kommt mehr als überzeugend rüber.


    Auf die weiteren Teile dieser Trilogie bin ich schon mehr als gespannt. Die Messlatte wird mit dem ersten Teil aber schon ziemlich hoch gelegt.

    "Wer Bücher liest, kennt sogar den Zusammenhang, aus dem Zitate gerissen werden." (unbekannter Autor)

  • Ich möchte mich an dieser Stelle bei Lucie ganz herzlich bedanken für ihre tolle Begleitung dieser Leserunde. Es hat auch mir sehr großen Spaß gemacht, mit Lucie und euch zu diskutieren.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns im März 2019 hier wieder treffen würden um gemeinsam den zweiten Teil zu lesen.

    **************


    Hier nun meine Rezension:


    Jenseits einer heißen Spur, weilt der Leser über weite Strecken

    Und das ist auch gut so, denn es ist dadurch unheimlich spannend dieses Buch zu lesen.
    Mit diesem ersten Teil der neuen Krimi-Trilogie ist Frau Flebbe wieder ein ungemein spannender und rasanter Start gelungen.
    Stellenweise hatte dieser Krimi für mich sogar schon Thriller-Qualitäten.
    Die Hauptdarstellerin Eddie Beelitz steht mit ihrer kleinen Tochter von einer Minute zur anderen, auf der Straße und vor dem Nichts. Kein Geld, kein Dach überm Kopf und keine Arbeit. Dies ist die Ausgangsposition für Eddie und sie muss nun Schritt für Schritt den Weg in ein selbst bestimmtes Leben, für sich und ihre kleine Tochter finden.
    Diesen Weg zurück ins eigenständige Leben und in den Beruf bei der Kripo Bochum, hat Frau Flebbe sehr geschickt mit einem recht verzwickten Mordfall verknüpft.
    Die mühsame Ermittlungsarbeit, die Suche nach Zeugen und Motiven wird schlüssig und sehr detailliert beschrieben.
    Immer wieder zeigen sich dem Leser Spuren und Fährten, die jedoch kaum in einen ordentlichen Zusammenhang zu bringen sind. Mit Eddie rätselt und kombiniert auch der Leser, aber über sehr weite Strecken tappt man beim lesen im Dunkel.
    Zwischendurch sind immer wieder kleine Einschübe aus dem Leben eines Typen, Namens >Zombie< zu lesen. Dieser Typ ist eine außergewöhnlich spannende Figur in diesem Buch für mich gewesen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie krank der Typ im Oberstübchen wohl wirklich ist und ob er der Täter ist. Und auch hier habe ich als Leserin fast bis zum Schluss warten müssen, um zu erfahren, dass >Zombie< nicht der Typ ist, den ich die ganze Zeit auf dem Schirm hatte.
    Die Autorin hat wirklich ein Labyrinth aus falschen Fährten und verwirrenden Spuren in die Handlung eingebracht.
    Der psychologische Aufbau des Charakters, der Figur >Zombie< und auch einer anderer Figuren in diesem Buch, ist für mich sehr beeindruckend gewesen. Das erinnert wirklich an einen Thriller manches mal und fesselt den Leser förmlich ans Buch. Man kann es kaum beiseite legen.
    Die Sprache und Wortwahl ist dem jeweiligen Milieu, in dem sich die Hauptdarstellerin Eddie bewegt, sehr überzeugend angepasst.
    Eddies Entwicklung von der verunsicherten Ehefrau und Mutter, hin zur eigenständigen Persönlichkeit ist zwar noch längst nicht abgeschlossen, aber hier im Buch schon sehr deutlich spürbar.
    Die Schwierigkeiten und auch Rückschläge auf diesem Weg, hat die Autorin einfühlsam, aber auch sehr gut nachvollziehbar beschrieben.
    Besonders das plötzliche Ende der Ehe und der damit verbundene Existenzkampf einer allein Erziehenden Mutter in Deutschland, hat Frau Flebbe thematisiert.
    Der drohende Absturz in schlecht bezahlte Jobs, die Schwierigkeiten eine bezahlbare Wohnung zu finden und den Kampf durch den deutschen Sozialamt-Dschungel.
    Die Probleme in unserer Gesellschaft und das Versagen des deutschen Sozialsystems, werden anhand der realistisch dargestellten Situation von Eddie, dem Leser sehr deutlich vor Augen geführt.
    Am Ende des Buches bekommt man einen kleinen Ausblick in den nächsten Teil der Trilogie >Jenseits von schwarz< .
    Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Eddie und einigen anderen spannenden Figuren im Frühjahr 2019 weitergeht.


    Meine Rezension erscheint auf folgenden Internet Seiten:


    Amazon

    Die Buchrebellin

  • Liebe Lucie,


    herzlichen Dank für Deine lieben Worte - mir hat es auch wieder einen Riesenspaß gemacht mit Deinem neuen Krimi, vor allem aber mit Dir! Ganz herzlichen Dank dafür, dass Du Dir wieder die Zeit genommen hast! Auf den nächsten Band freue ich mich schon sehr! Hier nun meine Rezension!



    Eine neue Protagonistin ist wie ein neues Leben


    Jedenfalls in der (Bochumer) Welt von Lucie Flebbe, die bisher von Lila Ziegler dominiert wurde: ganze neun Krimis umfasst die Reihe, in der die zunächst noch sehr mädchenhaft, wenn nicht gar kindlich wirkende Hauptfigur eher durch Zufall in Kriminalfälle hineingerät und diese auch (mit)löst - und zwar auf sowohl originelle wie auch fesselnde Art und Weise.


    Die neue Frau im Fokus ist da ein ganz anderes Kaliber: Eddie Beelitz ist eine gestandene Frau mit einer fundierten Ausbildung: sie ist nämlich Polizistin. Eigentlich. Denn im Moment geht sie so ziemlich auf dem Zahnfleisch, hat sie sich doch ziemlich abrupt von ihrem Mann getrennt - ein Schritt, den - wie ihr klar wird - sie schon längst hätte machen sollen. Wie sie das alles regeln soll, ist ihr noch gar nicht so richtig klar, zumal ein Kampf um die gemeinsame fünfjährige Tochter Lotti entbrennt.


    Wie gut, dass sie in ihrem alten Job mit offenen Armen empfangen wird und gleich in eine Mordermittlung gerät, die mit ihre Halbtagsstelle kein bisschen zu vereinbaren ist. Eine junge Frau ist ermordet worden und der Fall führt Eddie und ihren Kollegen, nämlich ihren neuen Chef Adrian Adamkowitsch, der früher mal eine ganz andere Funktion in ihrem Leben einnahm, mitten ins Jobcenter - wo sie so gar nicht mit offenen Armen erwartet werden!


    Man kann sich gut ausmalen, dass es bei Eddie aufgrund der eingreifenden Veränderungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich ganz schön bunt zugeht - immerhin hat sich ja ihr ganzes Umfeld verändert. Allerdings ist eines geblieben - sowohl in ihrem vorigen als auch in ihrem jetzigen Leben gab es einige dunkle Gestalten, die ihr das Leben schwergemacht haben bzw. dies gerade tun.


    Doch die neue, als Trilogie ausgelegte Serie, bringt uns nicht nur Eddie, sondern einen weiteren Charakter, aus dessen Sicht im Wechsel mit Eddie berichtet wird. Dessen Rolle ist um einiges kleiner, doch um einiges furchteinflößender: nicht nur sein Name, nämlich Zombie erschreckt, nein, auch seine Worte tun dies! Was es mit diesem Wesen auf sich hat - nun, da muss der Leser richtig viel Geduld aufbringen, um das zu erfahren.


    Lucie Flebbe schreibt wie gewohnt locker-lässig und spannend zugleich und hat auch den ein oder anderen Gag parat - genau, wie man es von ihr kennt. Wem Lila jetzt schon fehlt, der sollte sich nicht zu große Sorgen machen: Eddie ist zwar kein Ersatz, doch eine wundervolle Ergänzung. Ich zumindest habe von der ersten bis zur letzten Seite genauso begeistert und gespannt gelesen, wie es bei jedem Band der Vorgängerreihe der Fall war und empfehle "Jenseits von Wut" ohne Vorbehalt.

  • Ihr Lieben,

    das hat wieder viel Spaß gemacht mit euch zu lesen und auf neue Gedanken gebracht zu werden, oder festzustellen, dass andere gleiche oder ähnliche Gedanken hatten:)

    Besonderen Dank an dich Lucie, du hast dir nicht nur mit deinem Roman viel Mühe gegeben, sondern auch damit uns beim Lesen zu begleiten.



    Hier nun auch meine Rezension


    Eine neue Kommissarin in ihrem neuen Leben


    Eddie Beelitz, Kommissarin in Elternzeit, verlässt von jetzt auf gleich mit ihrer kleinen Tochter ihren egozentrischen Ehemann.

    Da die Bochumer Polizei viel Arbeit und wenig Personal hat, kann sie kurzfristig wieder in den Polizeidienst eintreten.

    Während der Ermittlungen zu einem Mordfall mausert sich Eddie recht schnell vom unsicheren Hausfrauchen mit nervöser Blase zu einer recht guten Ermittlerin.

    Auch die zuerst unüberwindbaren privaten Hürden meistert sie besser als befürchtet mit der Unterstützung neu gewonnener Freunde aus der Nachbarschaft.


    Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht von Eddie und einer person namens Zombie erzählt. Von dem erfährt man nur kleine Blitzlichter aus seinem Leben, seine Identität bleibt bis fast zum Ende ein Rätsel. Der Leser rätselt eifrig mit, doch Frau Flebbe versteht es vorzüglich, diesen immer wieder aufs Glatteis zu führen.


    Durch gute Recherchearbeit schafft sie es Schauplätze und den Alltag z.B. im Jobcenter, sowohl der Mitarbeiten als auch der Kunden lebendig und realitätsnah zu schildern.


    In „Jenseits von Wut“ werden neben der sehr spannenden Ermittlungsarbeit aber auch alltägliche Probleme der Mitwirkenden geschildert, Probleme Alleinerziehender eine Kinderbetreuung zu bekommen um einer geregelten Arbeit nachgehen zu können, Jobverlust, Wohnungsnot, Fall durchs soziale Netz..

    Das alles aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern schlicht als Beschreibung der Lebensumstände der Personen im Roman.

    Dazu kommt aber auch die herzerwärmende Schilderung des Zusammenhalts der Menschen in ähnlich schlechter Situation. Dies alles füllt das Buch mit Leben.


    Lucie Flebbe ist mit „Jenseits von Wut“ ein spannender Auftakt zu ihrer Trilogie um Eddie Beelitz gelungen. Ich bin neugierig wie diese sich weiter entwickelt und auch einige andere Protagonisten und auch Randfiguren des Buches sind mir während des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen und ich will wissen, wie es mit ihnen weiter geht.

    An Eddie gefiel mir besonders, dass sie nicht die übliche supercoole alleskönnende Polizistin ist, sondern Schwächen und Zweifel hat an denen sie mit der Zeit aber wächst.

    Wer einen spannenden Krimi sucht, der im richtigen Leben angesiedelt ist und mit echten Menschen belebt, ist mit diesem Buch genau richtig.


    Meinen Rezension erscheint auf :

    Amazon

    Die Buchrebellin

    Lesejury

    Thalia


  • Zum Inhalt:


    "Edith „Eddie“ Beelitz war ganz zufrieden, als sie sich vor Jahren aus dem aktiven Polizeidienst in die Elternzeit verabschieden konnte, denn die Berufswahl war falsch, das ist ihr klar. Doch dann kommt der Tag, an dem sie erkennt, dass auch ihr Mann Philipp die falsche Wahl war. Quasi über Nacht steht sie mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße, ohne Wohnung, ohne Einkommen. Glück im Unglück: Bei der Bochumer Polizei herrscht akuter Personalnotstand, weshalb ihrem Gesuch, in Teilzeit arbeiten zu können, gern stattgegeben wird. Und sie wird sogar der Mordkommission zugeteilt. Damit hört das Glück aber auch schon wieder auf, denn mit ihrem neuen Teamchef verbindet sie eine alte, aber sehr abgekühlte Freundschaft. Außerdem soll sie nicht nur Akten führen, sondern muss mit an die Front. Vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier – sie wurde brutal erschlagen. Eddie ist überfordert. Wie soll ausgerechnet sie dabei helfen, einen Mord aufzuklären?"


    Meine Meinung:


    "Jenseits von Wut" ist in zwei Handlungsstränge aufgebaut. Einerseits lesen wir von Eddie Beelitz, die gerade dabei ist, ihr Leben neu zu ordnen, privat wie auch beruflich. Privat wurde sie von ihrem Mann vor die Tür gesetzt und muss sich nun als alleinerziehende Mutter durchslagen. Beruflich kehrt sie wieder in ihren Beruf zurück, den sie eigentlich gar nicht mag, wird aber auf einen Fall angesetzt, der sie richtig fordert.


    Andererseits lesen wir von einer mysteriösen Person namens Zombie, die von einer Wut angetrieben wird, die ihren Weg nach draußen sucht, so dass Zombie wie eine tickende Zeitbombe durch die Stadt läuft. Doch wer ist er? Das offenbart sich in dem Roman nach und nach. Aber man fragt sich oft, wie verrückt dieser Typ eigentlich ist, denn seine Gedankengänge sind sprechen nicht gerade für ihn.


    Beide Personen könnten gegensätzlicher nicht sein und mit Spannung und Interesse verfolgte ich ihre Entwicklung und Verstrickungen.


    Lucie Flebbe lässt ihre Leser auf Eddies Jagd nach dem Mörder im Dunkeln tappen und legt Fährten, die der Leser oft auf den Leim geht.


    Mir hat der lockere und flüssige Schreibstil sehr gut gefallen, dadurch kommt gut in das Buch rein und kommt auch während des Lesens nicht ins Stocken.


    Auch der Spannungsbogen bleibt konstant oben und wurde bis zum Ende nicht gelangweilt.


    Alles in allem ist "Jenseits von Wut" ein unterhaltsamer und spannender Auftakt einer Reihe um Eddie Beelitz, deren Werdegang ich gern weiterverfolgen möchte.

  • Jenseits von Wut

    Was ist da? Jenseits der Wut, ist da das Leben? Oder ist dort die Hölle, die ausbrechen will?

    Wut ist ein Thema in diesem Buch, vielfältige Wut. Da ist Zombie mit einer Wut, die ihn beherrscht und die er beherrschen will. Er kämpft gegen diese Wut mit Sandsäcken und Laufen.

    Dann ist die Wut von Philipp, eine Wut, die aus Eitelkeit und Besitzansprüchen geboren ist. Die Wut des Opfers, weil sie auf dem Arbeitsamt behandelt worden ist wie ein Schmarotzer und trotz Abi und Berufsausbildung Regale bei Lidl einräumen soll und auch die Wut einer Tochter, die vom Vater missbraucht wurde. Jeder geht anders mit dieser Wut um. Manche ziehn sich zurück, andere schmeißen mit Kaffeetassen.

    Eddie, eigentlich Edith ist nicht wütend, sie ist verzweifelt. Als Polizistin war sie am falschen Ort, denn sie kann nicht auf Menschen schießen und sie ist auch im Nahkampf nicht besonders gut. Da kam die Ehe und die Geburt der Tochter ziemlich gelegen. Aber jetzt merkt sie, dass sie nicht mehr sie selbst ist, sie wurde zum Aushängeschild ihres Mannes, der sie nicht mehr achtet und mit ihr umgeht wie mit einer Sklavin, einer Luxussklavin sicher aber sie stellt fest, dass sie das alles nicht braucht, dass sie eine Rolle spielt und sich von sich selbst entfernt hat. Eine schwache starke Frau.

    Eddie konnte aber nichts Besseres passieren, als von diesem Mann weg zu kommen und sie findet Hilfe wo sie sie nicht vermutet. Durch einen glücklichen Zufall kommt sie auch sofort wieder in ihren Beruf als Polizistin und durch die Unterbesetzung sofort in die Mordkommission, direkt in einen Mordfall.

    Die Situation für die junge Mutter ist nicht einfach. Sie beginnt auf der Straße und im Gartenhäuschen der Oma. Der Kindergarten nimmt wenig Rücksicht auf die Arbeit der Mordkommission, die nun mal keinen pünktlichen Feierabend kennt. Dann ist auch noch der neue Chef der ehemalige Freund Eddies. Sie kann immernoch nicht auf Menschen schießen und ist immernoch nicht die harte Kämpferin. Wird sie ihren Platz in der Kommission finden?

    Ihr Hintergrund ist eine Künstlerfamilie, mit einer feinsinnigen Kommunikation. Das ist ihre Stärke. Sie sieht was sich hinter Reden verbirgt, sie kann Menschen einschätzen und sie kann mitfühlen.

    Eine wirklich sehr interessante Kommissarin, die in ihrem Lebensumkreis so reale Menschen hat, dass man fast mit auf dem Sofa sitzt als Leser.

    Dieser Krimi ist spannend, aber teilweise auf eine für mich sehr neue Art (in der Krimiliteratur). Wir als Leser erleben mit wie Menschen von außen betrachtet werden und unweigerlich steckt man sie in Schubkästen, doch die springen einfach wieder raus. Es ist als geht man um die Charaktere herum und sie verändern sich je nachdem aus welcher Richtung man sie ansieht. Ich finde das absolut gelungen und freue mich schon auf den 2. Band voller Neugier, welche Überraschungen ich dort finden werde.


    Vielen Dank für diese Leserunde an meine Mitleser und an Lucie. Es war toll, sich gerade zu diesen Themen auszutauschen und die vielen Erfahrungen mitzunehmen. Auch ich freue mich immer über die zusätzlichen Details, die ich durch die Leserunden erkennen kann. Zusammen sind wir gute Detektive.

  • Oh, das sind ja eigentlich keine Rezensionen, haben wir schon gelernt, sondern eher erweiterte Lesermeinungen ;)

    Na das ist ja interessant Rhea, da hatte ich bis heute noch eine Bildungslücke. Erweiterte Lesermeinungen klingt gar nicht mal so schlecht. :daumen:

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    Hier nun auch endlich meine Rezensionen, entschuldigt, dass es ein bisschen gedauert hat. Das ist sonst nicht meine Art, ging nur leider nicht anders.



    Wie weit kann einen Wut antreiben?


    Edith "Eddie" Beelitz, ist eine verheiratete Frau mit Ehemann und einer fünfjährigen Tochter. In ihrem Beruf als Polizistin hat sie sich eine Auszeit genommen, da sie die Rolle einer wohlsorgenden Mutter und Ehefrau übernommen hat. Ihr Mann Phillip kommandiert sie nur rum und benötigt sie als Geschäftsmann eigentlich nur als Vorzeigepüppchen die zu funktionieren hat.

    Doch dann kommt es zwischen Eddie und Phillip zum Eklat. Sie hat die Nase voll, nicht mehr sie selbst zu sein. Phillip, von sich selbst überzeugt, setzt sie Kurzerhand mit der gemeinsamen Tochter vor die Tür.

    Nun ist es an Eddie ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihre Mutter und Oma geben ihr zu verstehen, dass sie alleine für ihr Leben und das ihrer Tochter verantwortlich ist. Also bleibt ihr nichts anderes übrig sich eine Wohnung und Arbeit zu suchen. In die Hundertschaft, in der sie früher beschäftig gewesen ist, möchte sie auf keinen Fall zurück. Da chronischer Personalmangel in der Bochumer Polizei herrscht, bekommt sie einen Halbtagesjob im KK11, Mordkommission. In der Annahme etwas Schreibarbeit und ähnliche Arbeiten zu übernehmen, staunt sie nicht schlecht, dass sie gleich in einen Mordfall mit eingebunden wird.

    Ihr bleibt nichts anderes übrig, in der Wohngegend, in der sie eine Wohnung bekommen hat, sieht sie jeden Tag, was es heißt sozial abzusteigen. Also Zähne zusammen beißen und durch, so möchte sie nicht leben.

    Eine Frau, Ronja Bleier, wird tot vor dem Jobcenter aufgefunden. Sie war arbeitssuchend, doch gab es mit ihr Probleme im Jobcenter. Sie hatte Hausverbot erteilt bekommen. Was suchte sie dann dort und wer hat sie umgebracht? War es ein Mitarbeiter des Jobcenters oder jemand anderes?

    Wie soll Eddie dabei nur helfen? Sie hat zwar die Grundausbildung hervorragend abgeschlossen, doch hat sie noch nie in Mordfällen ermittelt. Aber nach und nach fängt es an Eddie zu gefallen an den Ermittlungen mit zu arbeiten. Es gibt aber ein paar Dinge mit denen sie große Schwierigkeiten hat. Die gilt es in den Griff zu bekommen, ansonsten sieht es schlecht aus.

    Und dann gibt es noch einen Mord, gibt es vielleicht einen Zusammenhang oder haben die beiden Toten nichts miteinander zu tun?


    Meine Meinung

    Dies war mein erster Krimi von Lucie Flebbe, die andere Reihe kenne ich leider nicht. Was man aber nachholen kann. Was ich nun weiß, ich bin vom Schreibstil der Autorin begeistert.

    Der Krimi wird in zwei Erzählsträngen erzählt. In einem wird ausführlich über Eddie und ihr jetziges Leben geschrieben. Und in dem anderen geht es in kurzen Auszügen um " Zombie", was er denkt, wie sich seine Wut steigert und immer nur eine kurze Notiz was Früher schief gelaufen ist. Die ansteigende Spannung macht es einem leicht unbedingt weiter lesen zu wollen.

    Man möchte nur zu gerne wissen wer dieser Zombie ist, kann er die Morde begangen haben? Seine Wut scheint er nicht mehr beherrschen zu können. Er steckt voller Aggressionen und man hat immerzu das Gefühl, dass gleich ein Ventil geöffnet wird und Zombie seinen Aggressionen freien Lauf lässt.

    Eddies Weg zu beobachten, in den sie unfreiwillig hineingeschupst wurde, ist sehr interessant. Nicht nur in ihren privaten Alltag, nein auch in ihrem neu erworbenen Job, muss sie Tag für Tag ihre Frau stehen. Sie entwickelt sich mit ihren Fähigkeiten mehr und mehr zu einer hervorragenden Kriminalistin. Allerdings gibt es beruflich ein winziges Problem. Ihr neuer Vorgesetzter ist ausgerechnet ihr Ex. Und die Probleme mit Phillip müssen auch geklärt werden. Sie hat in ihrem neuen Leben auch neue Freunde gefunden auf die sie zählen kann. In ihrer Situation ist das Gold wert.

    Ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe. Ich möchte unbedingt wissen wie es mit Eddie in " Jenseits von schwarz" weiter geht. Die Leseprobe am Ende des Buches, macht gleich Lust auf Mehr.




    Liebe Lucie , danke das du uns so toll begleitet hast. Auch euch Mitleserinnen/er ein Dankeschön, für die tolle Diskussionsrunde. Wie immer hat es mir Spaß mit euch gemacht.




    LLesejury

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    Weltbild

    Liebe Grüße Kerstin

    3 Mal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Liebe Lucie, danke das du uns so toll begleitet hast. Auch euch Mitleserinnen/er ein Dankeschön, für die tolle Diskussionsrunde. Wie immer hat es mir Spaß mit euch gemacht.

    Liebe Kerstin, das kann ich so zurückgeben, es war eine tolle Rund emit Euch.

    Ich wünsche noch viele weitere spannende Geschichten und interessante Diskussionen

    Lucie

  • Auftakt einer neuen Krimi-Reihe in Bochum


    Edith „Eddie“ Beelitz ist mit dem attraktiven Philipp verheiratet, den smarten Chef eines Fitness-Studios. Sie lebt in einem tollen Haus und kümmert sich voll und ganz um die Erziehung der gemeinsamen Tochter Lotti. Die Sache hat nur einen Haken: Philipp ist ein riesiger Idiot!

    Als Eddie das endlich erkennt und mit Lotti auszieht, müssen schleunigst eine Unterkunft und ein Job her. Sie hat die Möglichkeit, in Teilzeit in ihren ungeliebten Beruf als Polizistin zurückzukehren, und zwar bei der Mordkommission. Gleich am ersten Arbeitstag erwarten sie die Ermittlungen zu einem Mord: die arbeitssuchende Ronja Bleier wurde direkt vor dem Jobcenter brutal erschlagen.


    Ich bin ja ein großer Fan der Lila-Ziegler-Reihe und war daher sehr gespannt auf die neue Krimi-Reihe aus der Feder von Lucie Flebbe. Die Eddie-Beelitz-Romane spielen ebenfalls in Bochum und sind in sich jeweils abgeschlossen.


    Die Autorin hat einfach ein Händchen für spezielle und interessante Charaktere, so auch diesmal bei der Protagonistin Eddie Beelitz, die so gar nicht für den Polizeijob gemacht zu sein scheint. Ihr Selbstvertrauen ist nicht besonders hoch, wobei hier auch eine große Schuld bei ihrem Ehemann liegt, der sie immer nach seinen Wünschen formen wollte. Außerdem ist sie zu sensibel, was den Umgang mit Waffen und Leichen angeht. Auf der anderen Seite ist sie eine sehr gute Schützin und verfügt über eine extrem gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe.


    Es fällt Eddie nicht leicht, in den Polizeijob zurückzukehren, den sie sowieso nie besonders gemocht hat. Aber sie braucht den Job, um sich und ihre Tochter nach der Trennung versorgen zu können. Dumm nur, dass es gerade bei laufenden Mordermittlungen mit der Teilzeit nicht immer gut funktioniert. Und es ist auch nicht von Vorteil, dass ihr Chef ein Ex-Lover ist.


    Neben Eddie und ihren Sorgen, auf eigenen Füßen zu stehen, begegnen wir Zombie, einem Typen, der voller Aggressionen ist, die er nur schwer kontrollieren kann. Er macht es dem Leser sehr schwer, Sympathie für ihn zu empfinden, aber je näher man als Leser über ihn erfährt, desto eher kann man nachvollziehen, was alles bei ihm schief gelaufen sein muss. Dass er immer wieder an den Tatorten auftaucht, macht ihn ziemlich verdächtig, aber was hat er mit den Morden zu tun? Ist er der Täter? Als sich seine Identität am Schluss lüftet, war ich ziemlich überrascht, da ich bis zum Schluss auf der völlig falschen Fährte war. Überhaupt nimmt die Krimihandlung einen für mich überraschenden Ausgang.


    Und auch die Nebenfiguren sind wieder sehr gut gelungen, zumal sie auf den zweiten Blick Qualitäten und Eigenschaften zeigen, die man anfangs gar nicht vermutet hat. Vor allem Mütze hat mir besonders gut gefallen.


    Mit Eddie und Zombie hat Lucie Flebbe zwei völlig unterschiedliche, aber gelungene Figuren geschaffen, die für tolle und spannende Unterhaltung sorgen. Dabei ist das, was bei Eddie neben dem Job noch so läuft, mindestens genauso spannend wie die Ermittlungen.

    Ich freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr, wenn der zweite Teil der Reihe erscheinen wird.


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    Liebe Lucie,

    hier auch nochmal ein herzliches Dankeschön für deine Begleitung dieser tollen Runde, die wieder super viel Spaß gemacht hat. Und ich freue mich auf ein Wiederlesen zum zweiten Band :*

  • Knall auf Fall steht Edith Eddie Beelitz mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße: Ehemann Philipp war eindeutig die falsche Wahl. Weil bei der Bochumer Polizei Personalnotstand herrscht, kann Eddie kurzfristig in ihren ungeliebten Beruf zurückkehren, und das sogar in Teilzeit bei den Mordermittlern. Die haben gut zu tun: Vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier sie wurde brutal erschlagen. Eddie, die gehofft hatte, nur Schreibarbeiten übernehmen zu müssen, ist überfordert. Wie soll ausgerechnet sie dabei helfen, einen Mord aufzuklären?


    Jenseits von Wut ist der 1. Teil einer Krimireihe von Lucie Flebbe.

    Von Anfang an hat mir der Schreibstil und die Charaktere sehr gefallen. Man kommt schnell in die Geschichte rein. Sie ist in 2 Erzählstränge geteilt. Jeweils relativ kurze Kapitel, was mir persönlich immer sehr gefällt.

    Eddie war mir am Anfang zu naiv, aber mit der Geschichte hat sie sich doch zum positiven entwickelt und diese Entwicklung hat mir gut gefallen.


    Neben Eddies ganzer verfahrener Situation, lernen wir Zombie kennen, wo man bis fast zum Schluss nicht weiss, wer das ist und was der mit der Geschichte zu tun hat.


    Eddie steht ihre Frau und wächst an ihren Aufgaben.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde definitiv die weiteren Teile lesen.


    Danke für die Begleitung liebe Lucie und danke für tolle unterhaltsame Stunden



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    :lesen: Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele:blume: