08 - Buch 4 ab Kapitel 7 (ab Track 41)

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  • Ich habe tatsächlich bis zu Auftauchen von Kellys Mutter echt noch befürchtet das Ben ein Verräter sein könnte,

    Als Ben nicht am verabredeten Ort war, hatte ich auch kurz die Befürchtung, ob das alles vielleicht doch eine Falle war.


    Meine Mutter ist zwar nicht extrem, aber auch sie ist immer noch (ich bin mittlerweile seit 11 Jahren verheiratet mit 3 Kindern!) der Meinung besser zu wissen was gut für mich ist und was ich machen sollte als ich...

    Ach herrje, das ist mega-anstrengend ^^

  • Meiner Mutter habe ich das abgewöhnt. Ich habe eine Weile den Kontakt abgebrochen und dann nur unter der Bedingung wieder aufgenommen, dass es mein Leben ist und Vergangenheit ruht. Klappt meistens ganz gut. Den Rest mach die Entfernung und unser beider zunehmendes Alter. :)

    Das konnte ich auch nicht verstehen, dass Kellys Entscheidung, Medizin zu studieren, so auf Ablehnung und Verachtung gestoßen ist. Ich meine, wenn sie vorgeschlagen hätte, in Zukunft nur noch auf der Straße zu leben, hätte ich die Entrüstung nachvollziehen können, aber so.

    Auch wenn sie sich entschieden hätte, auf der Straße zu leben, wäre es nicht in Ordnung, sich zu entrüsten. Traurig, verzweifelt, ja, aber entrüsten? Schließlich ist es ihr Leben, es wäre nur wichtig, dass sie glücklich ist. Ich könnte mir vorstellen, dass man aus dieser Gesellschaft aussteigen will. Schlimm ist es nur, wenn die Kinder nicht glücklich sind und trotzdem an dem festhalten, was sie gewählt haben.

  • Tja das Problem ist das ich in den Augen meiner Mutter jemand ganz anderes bin, und das scheint bei Kelly ähnlich zu sein. Wenn man immer nur seine Wünsche auf projiziert dann ist das Bild davon geprägt und nicht der Wirklichkeit entsprechend. Und wenn man glaubt genau zu wissen was das Kind will/braucht, dann vergisst man die Kommunikation, was sollte man auch erfragen, es ist doch alles klar. So wie der Sohn früher den Laden übernehmen sollte, so war für sie klar das Kelly die Tradition weiter führt. Als Kelly ausbricht verstösst das gegen alles was die Mutter dachte. Ist verquer aber leider nicht unrealistisch.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Auch wenn sie sich entschieden hätte, auf der Straße zu leben, wäre es nicht in Ordnung, sich zu entrüsten. Traurig, verzweifelt, ja, aber entrüsten? Schließlich ist es ihr Leben, es wäre nur wichtig, dass sie glücklich ist. Ich könnte mir vorstellen, dass man aus dieser Gesellschaft aussteigen will. Schlimm ist es nur, wenn die Kinder nicht glücklich sind und trotzdem an dem festhalten, was sie gewählt haben.

    Ganz klar wäre das Kellys persönliche Entscheidung gewesen, wenn sie weiterhin auf der Straße hätte leben wollen, aber so eine Entscheidung ist für die Angehörigen doch schwerer nachzuvollziehen als das Studium der Medizin ^^


    Aber hier ist es so, wie Fenlinka schreibt:

    Als Kelly ausbricht verstösst das gegen alles was die Mutter dachte. Ist verquer aber leider nicht unrealistisch.

    Kellys Mutter hatte ganz genaue Vorstellungen, was ihre Tochter betrifft (der Vater im übrigen ja auch, aber war/ist kein so extremer Hardliner) und diese hätte sich gefälligst daran halten sollen.

  • Darauf habe ich zwei Antworten: 1) Das Appartement wird John und Kelly vom Admiral gestellt, der in ihnen keine Feinde sieht. Warum sollte ein Gästezimmer verwanzt sein? Seine eigene Tochter abzuhören, wäre hochgradig ehrlos für den Admiral. 2) Und wieder: Space Western. Klar, es gäbe noch viele technische Möglichkeiten der Spionage und Gegenspionage. Aber ich möchte in dem Universum einige Dinge simpel und gradlinig halten, wie im Western. Wenn jemand was von jemandem wissen will, geht er hin und verhört ihn. Oder prügelt es aus ihm heraus. Tricks und Kniffe sind hier nicht nötig.

    Aber ohne jede Emotion ihrer Tochter gegenüber, das finde ich zu einseitig für einen Menschen.

    Oh, sie hat eine Menge Emotionen. Sie ist enttäuscht und voller Wut. Diese Frau, die bestimmt nicht ihre Tochter ist, hat alles verraten, was ihr wichtig war. Kellys Mutter ist ein Hardliner und schnippische Frontiersmen sind ein rotes Tuch für sie. Hat schon einen guten Grund, warum der Admiral und sie sich getrennt haben. Wie er sagte: Sie ging in eine Richtung, in die er ihr nicht folgen konnte. (Schau doch in die Nachrichten, was Eltern ihren Kindern antun. Sie ermorden sie. Quälen sie. Vergehen sich an ihnen. Verkaufen sie. Zwingen sie in Fremd-Ehen. Oder zur Prostitution. Mutter oder Vater zu sein, heißt nicht, ein guter Mensch zu sein. So schrecklich die Vorstellung für uns, die ihre Kinder lieben, ist.)

    Deine Erklärung, warum es manchmal auch ganz einfach in Space-Western gehen sollte, ist zwar einleuchtend, aber tatsächlich als Leser von "normaler" SF nicht immer naheliegend. Bei so viel Technik und Future-Kram kommt man auf so einfache Lösungen nicht und ich finde sie auch nicht immer wirklich überzeugend. Da hakt für mich diese Western-Sache etwas. Diese Kombi zwischen Wilder Westen und Raumschifftechnik ist für mich tatsächlich etwas schwierig.


    Dass die Mutter so agiert hat, fand ich dagegen gut. Auch, weil es mal unserem "normalen Weltbild" widersprochen hat. Warum muss immer der Vater derjenige sein, welcher nur an den Job denkt und seine Kinder nicht genug liebt? Es gibt durchaus auch Mütter, die wenig Mutterliebe empfinden. Wahrscheinlich hat sich diese Wut auf die Tochter in vielen Jahren verfestigt und da sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben, ist daraus eine Gefühlskälte geworden, die durchaus realistisch ist.

    Für Kelly ist es aber trotzdem sehr tragisch abgelaufen, denn sie ist NICHT so eine Frau wie ihre Mutter. Daran wird sie schwer zu knabbern haben.

  • Aber warum sollte er alles hinschmeißen? Er hatte seit Jahren keinen Kontakt zu seiner Tochter und hat sich ein neues Leben ohne Kinder und Ehefrau aufgebaut. Auch glaube ich nicht, dass er in diesem Moment so weit bedacht hat, was er als Ausbildungsleiter alles bewirken kann. Ich denke, es war eine schnelle Entscheidung aus dem Bauch heraus. Er ist ein pflichtbewusster Soldat. Er musste sofort handeln, wollte aber nicht sein bisheriges Leben komplett hinter sich lassen, um seiner Tochter zu folgen, die er erst seit kurzem nach langer Zeit wiedergesehen hatte. Er konnte in diesem Durcheinander wohl auch nicht mehr einschätzen, ob Kellys Gefühle ihm gegenüber ernst gemeint oder auch nur Teil des Plans waren. Da war der Hilferuf, der nicht zu ihm zurück verfolgt werden konnte, die eleganteste Lösung.

    Aus dem Bauch heraus und eigentlich auch logisch. Er ist Soldat durch und durch und kann sich ein Leben ohne die Armee sicher nicht vorstellen. Ob er früher schon mal mit dem Ausbilderjob geliebäugelt hat.... das könnte durchaus sein. Aber als Ausweg in der Situtation hat er es wohl nicht auf dem Schirm gehabt. Er hat nach einem Ausweg aus seinem Dilemma gesucht und einen gefunden, der für ihn tragbar war. Ein Mann, den ich inzwischen schätze.

  • Mann, ist das ein hartes Weib! Kein Wunder, dass sich der Admiral von ihr getrennt hat, die beiden sind ja wie Tag und Nacht. Sie hätte ihre Tochter dem Tod ausgeliefert ohne mit der Wimper zu zucken, das ist aber mal sicher. Ich denke, sie wäre über eine Tochter à la Pearce glücklicher gewesen X(

    Die Idee ist gut. Pearce als ihre Tochter. Aber die Frau sollte meiner Meinung nach gar keine Kinder haben. Auch keine Söhne. X(

  • Das Gespräch, das John und James in der Zelle von Mann zu Mann führen, fand ich sehr schön und rührend. Und John, der sonst nie große Worte macht, findet diesmal die absolut richtigen Worte. Ich denke, das Gespräch hat auch Kellys Vater gutgetan und wird ihm sehr viel bedeuten.

    Das Gespräch fand ich auch sehr gelungen. Ich finde sowieso, dass in diesem Band viel mehr auf die Gefühle und Gedanken der Crewmitglieder, in diesem Fall John und Kelly, eingegangen wird. Dadurch und durch die Informationen der familiären Vorgeschichte bekommen die Charaktere viel mehr Tiefe. Ich hoffe, wir lesen über die Geschichte der anderen Crewmitglieder auch noch was.

    Ich bin einfach ein Dialoge-Fan und hier hat zugetroffen, was ich für mich immer wieder feststelle. Es gibt kaum etwas besseres, als Gefühle und Gedanken der Protas glaubwürdig und zwanglos rüber zu bringen, als Gespräche. Und für mich sind die total wichtig, um mich in einer Geschichte wohlzufühlen. Also nicht nur Gespräche darüber, wer jetzt welche Waffe für wen besorgt oder so was. ;)

  • Deine Erklärung, warum es manchmal auch ganz einfach in Space-Western gehen sollte, ist zwar einleuchtend, aber tatsächlich als Leser von "normaler" SF nicht immer naheliegend.

    Dann nimm mit Erklärung 1 vorlieb. ;) Warum sollte das vom Admiral zugewiesene Gästezimmer verwanzt sein? Er hat keinen Grund, seine Tochter für eine Spionin zu halten. Oder würdet ihr eure Kinder einfach so mal prophylaktisch abhören? Das wäre die beste Methode, sie gleich wieder zu vergraulen.

  • Die Idee ist gut. Pearce als ihre Tochter. Aber die Frau sollte meiner Meinung nach gar keine Kinder haben. Auch keine Söhne. X(

    Das ist auch wieder wahr.



    Warum sollte das vom Admiral zugewiesene Gästezimmer verwanzt sein? Er hat keinen Grund, seine Tochter für eine Spionin zu halten. Oder würdet ihr eure Kinder einfach so mal prophylaktisch abhören? Das wäre die beste Methode, sie gleich wieder zu vergraulen.


    Seine Ex-Frau hätte es sicherlich getan :totlach: Aber stimmt, er ist ja echt anders, daher setzt er hier direkt auf Vertrauen.

  • Deine Erklärung, warum es manchmal auch ganz einfach in Space-Western gehen sollte, ist zwar einleuchtend, aber tatsächlich als Leser von "normaler" SF nicht immer naheliegend. Bei so viel Technik und Future-Kram kommt man auf so einfache Lösungen nicht und ich finde sie auch nicht immer wirklich überzeugend. Da hakt für mich diese Western-Sache etwas. Diese Kombi zwischen Wilder Westen und Raumschifftechnik ist für mich tatsächlich etwas schwierig.

    Ein guter Einwand. Für mich ist SciFi etwas, was in einer weit, weit entfernten Galaxie in einer weit, weit entfernten Zukunft stattfindet, sie hat also für mich absolut keinen Realitätsbezug. Mit diesem Space-Western habe ich ein Genre kennen gelernt, das in unserer Galaxie in naher Zukunft stattfindet und deswegen für mich real sein könnte bzw. werden könnte. Und da gibt es dann eher einfache Lösungen und keine ausufernde Technik.

  • Ich mache ehrlich gesagt sehr selten so strenge Genre-Einteilungen, lese aber auch ziemlich alles. Es gibt zwar ein paar Genre, in denen ich häufiger unterwegs bin, weil es mich thematisch mehr anspricht, aber diese strikte Trennung nehme ich nie vor. Deswegen achte ich gar nicht darauf, ob wir hier nun mehr Western oder Space oder was auch immer für Anteile haben. Ich lese einfach und habe Spaß an der Welt!

  • Ich mache ehrlich gesagt sehr selten so strenge Genre-Einteilungen, lese aber auch ziemlich alles. Es gibt zwar ein paar Genre, in denen ich häufiger unterwegs bin, weil es mich thematisch mehr anspricht, aber diese strikte Trennung nehme ich nie vor. Deswegen achte ich gar nicht darauf, ob wir hier nun mehr Western oder Space oder was auch immer für Anteile haben. Ich lese einfach und habe Spaß an der Welt!

    Eigentlich bin ich auch eine Alles-Leserin. Habe aber festgestellt, dass es ein paar Untergenres gibt, die ich nicht mag. Z.b. lustige Krimis finde ich doof. Und ich mag auch keine Fantasy, in der Tiere die Hauptrolle spielen. Klar wage ich immer mal wieder etwas, aber nicht immer ist es dann was für mich.

  • Eigentlich bin ich auch eine Alles-Leserin. Habe aber festgestellt, dass es ein paar Untergenres gibt, die ich nicht mag. Z.b. lustige Krimis finde ich doof. Und ich mag auch keine Fantasy, in der Tiere die Hauptrolle spielen. Klar wage ich immer mal wieder etwas, aber nicht immer ist es dann was für mich.

    Ich hoffe, dass Drachen für Dich keine Tiere sind^^

  • Eigentlich bin ich auch eine Alles-Leserin. Habe aber festgestellt, dass es ein paar Untergenres gibt, die ich nicht mag. Z.b. lustige Krimis finde ich doof. Und ich mag auch keine Fantasy, in der Tiere die Hauptrolle spielen. Klar wage ich immer mal wieder etwas, aber nicht immer ist es dann was für mich.

    Ich hoffe, dass Drachen für Dich keine Tiere sind^^

    Also ich meine solche Fantasy, in der sprechende Tiere unterwegs sind.

    Die Drachenelfen-Reihe von Hennen finde ich z.B. Klasse.

  • Ja, Bernhard Hennen habe ich ja nun durch die Phileasson Saga kennengelernt und habe Azuhr gelesen. Sind denn seine Elfenromane auch so brutal?

    Du findest Azuhr brutal. Hmm, dann hast du Nevernight nicht gelesen. ^^ Ich bin da nicht so empfindlich und finde Azuhr nicht explizit brutal. Mich stören harte Szenen nur dann, wenn sie nur dem Selbstzweck dienen und keinen dramaturgischen Sinn haben. Als Histoleserin bin ich eher mal erschreckt, weil ich da ja davon ausgehe, dass Brutalität real war in der Geschichte. Und es gibt Thriller, die hart an der schmerzgrenze sind. Aber Hennen empfinde ich mit seiner Sprache und der Beschreibung seiner Charaktere in vielen Bereichen eher aus lyrisch und wunderschön denn als brutal. Harte blutige Szenen bringen aber auch die anderen Seiten der Geschichte nur besser zur Geltung und steigern die Dramaturgie. Z.B. die Härte des Vaters in Azuhr gegenüber seinem Sohn und dessen Geliebter.

  • Ich lese ja deshalb ungern historische Romane. Die detaillierte Beschreibung der Stadtverbrennung bis hin zur Erschießung von Kindern, die brutale Handhabung mit dem Schuldigen fand ich so schlimm, dass ich wirklich keine Lust mehr hatte weiter zu lesen. Da hat mich nur die Disziplin weiter geholt. Die vielen Folterungen und Methoden der Ermordung von Menschen, ich kann gut ohne so was leben. Es reicht sicher Sachen anzudeuten und sie nicht über Seite auszuwalzen. Aber es soll Leute geben, die das gern lesen. Nun, die Geschichte an sich gefällt mir und ich finde eben, dass der Vater nicht wirklich nur hart ist, sondern eben seine Aufgabe so ernst nimmt wie sein Vorfahr. Muss er deshalb so brutal sein? Sicher manches muss sein, von mir aus auch die Bestrafung des Sohnes, aber der Transport und der Zwang zuzusehen, wie seine Freundin stirbt, Nee das ist eigentlich nicht notwendig und er müsste als kluger Mensch wissen, dass er damit seinen Sohn zum Todfeind macht. Wenn du aber schreibst, es geht noch brutaler, dann werde ich vielleicht lieber die Elfenromane nicht lesen. ist dann nichts für mich.

  • Ich wollte damit nicht sagen, dass die Elfenromane brutaler sind. Aber es kommt natürlich schon mal was vor wie in Azuhr. Wie gesagt, ich bin nicht sehr empfindlich und bei Hennen würde mir so einiges einfallen aber nicht brutal als Adjektiv seiner Geschichten.