03 - Buch 2 bis Kapitel 6 (bis Track 43)

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  • Er selbst ist doch eher für Abenteuer und Männer sehen Krieg doch oft als großes Abenteuer.

    Nein, eigentlich sehe ich John nicht als Abenteurer, zumindest nicht als begeisterten, der losstürmt, um die Jungfrau zu retten und den Schatz zu suchen (okay, Schätze könnten ihm sogar noch gefallen). Eigentlich will er die meiste Zeit nur in Ruhe gelassen werden und macht die Dinge, die er macht, weil irgendjemand sie halt machen muss und es zum Wesen eines Frontiersman gehört, den Job zu übernehmen, wenn's für eine gute Sache ist - wenn auch murrend. Auf Krieg hat er jedenfalls absolut keine Lust.

    Also wenn dass nicht Han Solo durch und durch ist, dann weiß ich auch nicht.

  • Also wenn dass nicht Han Solo durch und durch ist, dann weiß ich auch nicht.

    Ich würde sagen: Er ist der "Typ" brummiger, aber aufrechter Schurke. Nenn ihn Han Solo, nenn ihn Malcolm Reynolds, nenn ihn Rubber Duck, nenn ihn nach einem der entsprechenden Protagonisten der Western-, Trucker- oder Weltraumfilme der letzten Jahrzehnte. Diese Ähnlichkeiten bleiben leider nie aus. Deshalb gibt es erzählerische Archetypen wie den jungen, naiven Helden, die femme fatal, den weisen Mentor etc. Ich halte Han Solo (gerade in jüngeren Jahren) für einen größeren Draufgänger. Er ist selbstverliebter und schießfreudiger als John. Und er ist noch weniger ein Teamplayer.

  • Ich halte Han Solo (gerade in jüngeren Jahren) für einen größeren Draufgänger. Er ist selbstverliebter und schießfreudiger als John. Und er ist noch weniger ein Teamplayer.

    Ich finde, dass in seinem Film aber gerade das nicht zutrifft, denn da hat er ein klares Ziel.


    Wie wichtig ist es für einen Schriftsteller Archetypen zu besetzen? Ich persönlich werde ja lieber überrascht und bin auch im Rollenspiel lieber ein individueller Typ. Ist es erfolgsorientiert? Oder vorgeschrieben?

  • Ich finde, dass in seinem Film aber gerade das nicht zutrifft, denn da hat er ein klares Ziel.

    Darum gibt es ja auch ganz viele Stimmen, die sagen, dass Solo im "Solo"-Film noch nicht als der erkennbar ist, der er sein soll. Er ist jung und naiv und muss erst noch vom Universum enttäuscht werden. Ich mag die Figur dort, keine Frage. Aber bis zu dem zynischen Schmuggler aus "Episode IV" und "V" ist es tatsächlich noch ein weiter Weg. (Mit "jüngeren Jahren" meinte ich tatsächlich die Classic Trilogy - im Vergleich zu Solo Altherrenauftritt in "Episode VII". Solo in "Solo" hat mit John m.E. gar nichts gemein, denn der junge Solo ist tatsächlich vor allem ein verliebter, naiver Kerl, der von der Galaxis kaum Ahnung hat.)

    Wie wichtig ist es für einen Schriftsteller Archetypen zu besetzen? Ich persönlich werde ja lieber überrascht und bin auch im Rollenspiel lieber ein individueller Typ. Ist es erfolgsorientiert? Oder vorgeschrieben?

    Jeder kann machen, was er will. Ich hätte John auch als einbeinigen Asiaten mit Vorliebe für Vogelkunde und Kampftauchen schreiben können. Aber egal, was du jetzt "überraschend" nennst: Wenn man zum Kern der Figur vorstößt, hat man meist doch wieder einen Typen. Er muss ja eine Funktion im Roman haben, und sei es sowas grundlegendes wie "Held" oder "Arschloch". Selbst der "sympathische Anti-Held", der so beliebt ist, ist ja nur wieder ein Typ. Ich glaube, das ist unvermeidbar. Oder kannst du mir eine erzählte Hauptfigur nennen, die sich keiner Schublade zuordnen lässt?


    Dazu kommt sicher: Lesern fällt die Identifikation oder der Umgang mit einer Figur leichter, wenn sie einem gewissen Muster folgt, das man optimalerweise sympathisch findet. Wenn eine Figur zu "überraschend" agiert, dann fühlt das sich das schnell nach Autorenwillkür und unlogischem, vielleicht sogar vom Autor undurchdachten Verhalten an. (Ein Vorwurf, der gern in Jugendromanen der jungen Heldin gemacht wird. ;-) )


    Aber ehrlich gesagt denke ich darüber gar nicht so sehr nach beim Entwickeln von Figuren. Ich habe ein Setting und eine Vorstellung, welche Art von Helden ich dafür gern hätte. Und für einen Space Western war Johns Typ einfach der, der mir am meisten Spaß machte.

  • Solo in "Solo" hat mit John m.E. gar nichts gemein, denn der junge Solo ist tatsächlich vor allem ein verliebter, naiver Kerl, der von der Galaxis kaum Ahnung hat.)

    Apropos: wie alt ist eigentlich John?


    Anfangs habe ich ihn irgendwie jünger geschätzt (in den 20er), aber immer wenn er Aleandro mit "mein Junge" anspricht, denke ich, dass er doch älter sein müsste. Ich würde ihn mal zwischen 30 und 40 Jahren ansiedeln.

  • Apropos: wie alt ist eigentlich John?


    Anfangs habe ich ihn irgendwie jünger geschätzt (in den 20er), aber immer wenn er Aleandro mit "mein Junge" anspricht, denke ich, dass er doch älter sein müsste. Ich würde ihn mal zwischen 30 und 40 Jahren ansiedeln.

    Ich habe ihn eigentlich nie wegen seiner Erfahrungen besonders jung eingeschätzt, eher so um die 40.

  • Also wenn dass nicht Han Solo durch und durch ist, dann weiß ich auch nicht.

    Ich würde sagen: Er ist der "Typ" brummiger, aber aufrechter Schurke. Nenn ihn Han Solo, nenn ihn Malcolm Reynolds, nenn ihn Rubber Duck, nenn ihn nach einem der entsprechenden Protagonisten der Western-, Trucker- oder Weltraumfilme der letzten Jahrzehnte. Diese Ähnlichkeiten bleiben leider nie aus. Deshalb gibt es erzählerische Archetypen wie den jungen, naiven Helden, die femme fatal, den weisen Mentor etc. Ich halte Han Solo (gerade in jüngeren Jahren) für einen größeren Draufgänger. Er ist selbstverliebter und schießfreudiger als John. Und er ist noch weniger ein Teamplayer.

    Ich wollte damit eigentlich was durchaus Positives sagen. Ich mag Han Solo. Er ist ein Held meines gesamten Erwachsenenlebens. Ich hätte ihn auch mit vielen Rollen von John Wayne vergleichen können. Ich mag diese alten Western. Die sind ja voller Stereotypen. Aber trotzdem gut.

    Auch Stereotypen können überraschen. ;)

  • Jetzt hab ich das Bedürfnis mal wieder Vier Fäuste für rin Halleluja oder so zu schauen ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich wollte damit eigentlich was durchaus Positives sagen.

    Dann ist ja gut. ;) Ich mag Han Solo auch. Wobei ich als Junge tatsächlich immer Luke Skywalker noch besser fand. Ich bin einfach ein Schwerter-Fan und dieses Lichtschwert und Lukes magische Jedi-Kräfte, die waren einfach genial. Außerdem war er (in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" zumindest) auf eine so entspannte Art stark. Das fand ich cool.