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  • Sehr gern. Ansonsten: Ich habe auch ein bis zwei ältere Werke geschrieben, die womöglich unterhaltsam sind. :) Einfach mal auf meiner Website stöbern.

    Die Bücher sind bereits auf meine Wunschliste gewandert.

    Jetzt kommt aber noch zuerst "Blutfehde auf Alvarado" dran, das ich heute morgen angefangen habe zu hören :totlach:

  • Jetzt kommt aber noch zuerst "Blutfehde auf Alvarado" dran, das ich heute morgen angefangen habe zu hören :totlach:

    :five:

    Auf dem Weg zur Arbeit heute habe ich auch "Heaven's Gate" beendet und auf der Rückfahrt mit Alvarado angefangen. Toll, auf der Hinfahrt zur Arbeit Piccoli zur Crew gewonnen und auf der Rückfahrt fast Sekoya - auch wenn John sich noch ein wenig sträubt. :banane: Ich bin nach wie vor begeistert! Da kann der Arbeitsweg gern noch ein paar Kilometer länger sein. ;)

  • :five:

    Auf dem Weg zur Arbeit heute habe ich auch "Heaven's Gate" beendet und auf der Rückfahrt mit Alvarado angefangen. Toll, auf der Hinfahrt zur Arbeit Piccoli zur Crew gewonnen und auf der Rückfahrt fast Sekoya - auch wenn John sich noch ein wenig sträubt. :banane: Ich bin nach wie vor begeistert! Da kann der Arbeitsweg gern noch ein paar Kilometer länger sein. ;)

    Ach seid ihr schon weit! Aber das ist der Vorteil von Hörbüchern, geschriebene Bücher dauern länger bis man sie durch hat. Ich werde wohl eher gegen Ende des Jahres dazu kommen. :(

  • Toll, auf der Hinfahrt zur Arbeit Piccoli zur Crew gewonnen und auf der Rückfahrt fast Sekoya - auch wenn John sich noch ein wenig sträubt. :banane: Ich bin nach wie vor begeistert! Da kann der Arbeitsweg gern noch ein paar Kilometer länger sein. ;)

    Ich muss ja echt lachen, wie holprig sich das mit John und Sekoya anlässt :totlach:

  • Bevor ich mit den Hörbüchern der Frontiersmen von Bernd Perplies alias Wes Andrews begonnen habe, hatte ich nur eine rudimentäre Vorstellung davon, was ein Space-Western wirklich ist. Teilweise lag ich da ziemlich falsch aber einiges entsprach auch genau meiner Vorstellung. Eine gute Voraussetzung für Bücher dieses Fantasy-Genres ist es sicherlich, wenn man auch die ganz urbanen Westerngeschichten mag, denn sowohl die Namen der Darsteller und Orte, als auch die Zusammenstellung des Ensembles und die Darstellung der Charaktere erinnern stark an die Nordamerikanischen Storys von raubeinigen Cowboys im wilden Indianerland.


    John Donovan, den ich mir immer wie den jungen John Wayne vorgestellt habe, ist der knorrige aber sympathische Kapitän der Mary Jane, eines Weltraumfrachters, dessen Crew unterschiedlichste Waren für unterschiedlichste Auftraggeber durchs All transportiert. Die Mannschaft setzt sich aus einigen ungewöhnlichen Individuen zusammen. Alle sind ohne Familie, unabhängig und über die Jahre zu Freunden geworden, die sich aber auch alle noch ihre Geheimnisse bewahrt haben.


    In den Randwelten des bekannten Universums formiert sich Widerstand gegen die Union in den Kernlanden und die Frontiersmen und John und seine Crew werden immer tiefer in die Aufstände verstrickt und müssen schließlich entscheiden, ob sie wirklich Stellung beziehen und mitkämpfen wollen wollen.


    In der Geschichte sind alle bekannten und beliebten Western-Zutaten vertreten. Der Einzelgänger mit der harten Schale und dem weichen Kern der zum Anführer mutiert, der singende Cowboy, Calamity Jane (auch wenn sie hier Kate heißt), Sekoya, eine Art Pocahontas des Weltraums, die für und mit ihrem Volk gegen die Vormacht der Union (der Weißen) kämpft, jede Menge Schusswaffen und heruntergekommene Saloons, kluge Frauen mit dem Herz am rechten Fleck, die die harten Kerle auch mal alt aussehen lassen und noch einiges mehr.


    Die einzelnen Teile sind in sich abgeschlossene Abenteuer die durch eine große Story miteinander verbunden sind. Die Art, wie Bernd erzählt, passt mit ihrer lakonischen und augenzwinkernden Art hervorragend in dieses Genre. Der Hörbuchsprecher bemüht sich, allen Figuren eine eigene Klangfarbe zu geben und verstärkt damit den Western-Eindruck an den passenden Stellen noch um einiges. Überhaupt sind die Dialoge sehr unterhaltsam und machen großen Spaß, egal ob man das Buch liest oder das Hörbuch hört. Und jeder Teil hat einen straffen Spannungsbogen und einen mehr oder weniger dramatischen Showdown.


    Natürlich gibt es auch Science Fiction in den Frontiersmen. Vor allem vertreten durch eine künstliche Intelligenz, die das Raumschiff von John befehligt. Die Kämpfe im Weltraum und die technischen Details sind realistisch und der Autor legt großen Wert darauf, dass der wissenschaftliche Aspekt in den Büchern nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Das wird den Hardcore-SF-Lesern sicher gefallen.


    Ich persönlich habe mich etwas schwer damit getan zu akzeptieren, dass es trotz Weltraumtechnik zwischen fernen Planeten eigentlich keine Geschichten aus der Zukunft für mich waren, sondern vielmehr eine Art Paralleluniversum, in der die Zeit auf gewisse Weise stehen geblieben ist. Das war für mich etwas verwirrend. Auch hätte mir an der ein oder anderen Stelle gefallen, wenn die Action ein bisschen zurückgestanden und Raum für noch mehr Zwischenmenschliches gewesen wäre.


    Toll war, wie lebhaft die Leserunde diskutiert hat. Das liebe ich vor allem an Fantasy und SF-Runden sehr. Da kann man gut die Realität mit der Ficton vergleichen und Bernd hat alle Fragen, egal wie technisch vertrakt sie auch waren, ausführlich und mit einer Engelsgeduld erklärt. Und man merkte dabei auch, dass er tatsächlich ein ganz eigenes Universum erschaffen hat und darin gut Bescheid weiß. Vielen Dank, lieber Bernd, für die Begleitung - und deine Geduld.


    Amazon

    Literaturschock

  • Ich persönlich habe mich etwas schwer damit getan zuakzeptieren, dass es trotz Weltraumtechnik zwischen fernen Planeten eigentlichkeine Geschichten aus der Zukunft für mich waren, sondern vielmehr eine Art Paralleluniversum,in der die Zeit auf gewisse Weise stehen geblieben ist.

    Aus reiner Neugierde: Kennst du "Aliens", "Outland" oder "Moon 44"? Das sind alles so dreckige, düstere Weltraumgeschichten. Die Zukunft auf Arbeiterklasseniveau. Das unterscheidet sich gewiss von "Star Trek", aber wir dürfen nie vergessen: Da sind wir mit den höchsten Offizieren eines riesigen Raumschiffs auf Augenhöhe. Wenn man genau hinschaut, gibt es auch in diesem Universum Schmuggler, rauchige Spelunken und Freiheitskämpfe. Ich glaube zu wissen, was du meinst, denn natürlich suggerieren die ganzen US-Ortsnamen eine eigentümliche Entwicklung in die Zukunft. Aber rein vom Lebensstil unterscheidet sich die "Mary-Jane Wellington" wenig von einem Freihändler wie Cassidy Yates in "DS9". :)

  • Aus reiner Neugierde: Kennst du "Aliens", "Outland" oder "Moon 44"?

    Aliens und Outland finde ich total Klasse. Den dritten Film kenne ich nicht.


    Es fällt mir echt schwer genau zu definieren, was mir nicht gefallen hat an den Frontiersmen. Nicht gefallen ist eigentlich auch zu hart. Aber es hat mich einfach nicht 100 %ig gepackt und ich habe ständig zu ergründen versucht, woran es lag. Meine Erklärung war dann für mich, dass es mir einfach zu viel orginärer Western und zu wenig SF war. Oder die Verquickung bei mir einfach nicht richtig funktioniert hat. Irgendwie ist es mir rätselhaft, denn wenn ich mir so Star Wars anschaue, wenn die in irgendwelchen Spelunken rumhängen und um ihre Schiffe würfeln (habe erst vor drei Tagen nochmal Han Solo angeschaut) dann ist das auch Cowboystil pur. Aber deshalb glaube ich ja, dass es diese sehr dominanten Hinweise auf das Westerngenre - also u.a. die Namen waren - die mich besonders gestört haben. Klingt doof - ich weiß. Deshalb auch noch mein Nachsatz, dass mir wohl etwas zu viel Action und zu wenig Zwischengedöns war.


    Vielleicht hätte ich es auch besser lesen sollen. Manchmal kommen Texte bei mir besser, wenn ich sie nicht höre. Wobei das Hörbuch echt nicht schlecht gelesen ist.


    Manchmal fällt es mir einfach schwer, den Finger genau auf das zu legen, was meinen Geschmack nicht ganz getroffen hat. rotwerd

  • Manchmal fällt es mir einfach schwer, den Finger genau auf das zu legen, was meinen Geschmack nicht ganz getroffen hat.

    Kein Problem. Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass Leser völlig unterschiedlich ticken. Du wirst nie für alle den richtigen Tonfall treffen. Wenn es für den größten Teil derer ist, die du erreichen willst, dann kannst du dich glücklich schätzen. Und das hat bei "Frontiersmen" bis jetzt schon ganz gut geklappt. (Ich kann auch verstehen, dass Western-Elemente weniger "aufdringlich" sind, wenn nicht jedes zweite System nach einem US-Ort benannt ist. Das war vielleicht ein bisschen viel - andererseits aber auch eigentlich genau Programm. Ich wollte ein waschechten "Space Western" mit all seinen namentlichen und historischen Verquickungen. Die etwas abgeschwächte Form findest du dann bei "Firefly".

  • Entschuldigt das meine Rezension so lange auf sich warten lies, aber RL war bei uns die Hölle los. (Bis hin zu Amtsgerichtsbesuch für eine alte Dame die ich mehr oder weniger betreue)


    Mir hat die Hörrunde viel Spass gemacht und aller Skepsis mein Hörverhalten, bzw das normalerweise häufige ausblenden meinerseits, zum Trotz hab ich nur 2-3 Passagen tatsächlich mehrfach hören müssen.


    Frontiersmen Civil War ist ein klassischer Space Western vom Setting und Aufbau. Aber ich bin froh das die Handlung über mehrere, kürzere, Bücher gestreckt wurde, so bekam sie insgesamt genügend Raum.

    Der Kapitän John Donovan, eigentlich ein vorsichtigerer Frachterpilot in Eigenregie, und seine bunt zusammengewürfelte kleine Mannschaft werden Stück für Stück in die übergreifende Handlung eines Bürgerkrieges/Freiheitskampes hineingezogen. Dies wird sehr schön und verständlich dargestellt. Bis sie irgendwann nicht mehr umhin kommen offen Stellung zu beziehen. Von dem Punkt an wird der Einsatz merklich immer höher, und die Missionen riskanter. Doch trotzdem bleibt diemHandlung realistisch und recht geerdet. Hier muss kein einzelner Pilot eine riesige Schlacht mit einem Schuss entscheiden ;)

    Schön sind auch die alltäglichen Sachen die man sonst nicht so oft zu lesen oder sehen bekommt, wie zB palettenweise Toilettenpapier in einem Militärdepot.

    Die Charaktere sind glaubhaft und mit einiger Detailliebe gezeichnet (die nur die Äusserlichkeiten betreffend etwas fehlt. Dies fällt aber nur auf, wenn man, wie ich, die Vorgänger nicht gelesen hat) , so das man schnell Sympatie entwickelt. Auch die Handlung bleibt nachvollziehbar und erlaubt durch ihr Setting auch einfache Parallelen zu irdischen Geschehnissen, was es leicht macht sich in die Situationen zu versetzen.

    Alles in allem eine schöne Miniserie um sie nebenbei zu hören, oder für einen ruhigen Nachmittag auf dem Sofa wenn man nicht unbedingt schwere Kost verdauen möchte. Das heisst nicht das die Handlung keinen Tiefgang hat, aber es gibt weder krimiartige Detaildichte noch hochphilosophische Abhandlungen wodurch es sich ohne grosse Pausen gut und flüssig lesen/hören lässt.


    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

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