03 - Seite 165 bis 235 (einschließlich Kapitel 28)

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  • Mich wundert doch sehr, dass Arianne nicht merkt, dassLennart nicht Lennart ist.

    Das wundert mich allerdings auch. Ariane kommt wirklich ein wenig "treudoof" daher. Ein so großer Unterschied besteht nicht zwischen Käthe und ihr, nur dass sie wohl besser aussieht. Ariane scheint mir von Anfang in Lennart verliebt gewesen zu sein. Sie hatte anscheinend eine Affäre mit Gerrit und hat sich dann aber Lennart zu gewand. Wer macht denn sowas, wenn man den anderen Bruder nicht von vornherein besser findet? Aber da sie ihrem Ruf durch die Tändeleien gefährdet hat, redet sie sich irgendetwas seltsames ein und glaubt auch noch selbst dran. Puh, das ist mir wirklich ein wenig zu anstrengend...


    Sorry für das diesmalige wenige Schreiben, aber ich liege gerade flach mit Grippe.

    Gute Besserung! :)

    Ariana ist nicht so berechend.

    Danke dir :blume:

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ja, Ariana ist schon reichlich verwirrt von der Situation. Sie hatte dieses Erlebnis mit Lennart und sieht nun den Mann nicht nur tatsächlich verändert wieder, sondern auch so, wie sie ihn eigentlich gerne hätte. Eigentlich wollte sie ja nur reinen Tisch mit ihm machen, aber dann fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Sie ist halt nicht nur auf einem Auge, sondern auf beiden Augen blind. Wer kennt das nicht, wenn man sich verliebt?

    Der Krieg kann einen Menschen schon sehr verändern, sowohl in die eine, wie auch in eine andere Richtung. Ich bin ja nun eine Generation, in der ich noch reichlich Kriegsheimkehrer kennengelernt habe. Diese Männer waren fast alle schwer traumatisiert. Ich habe neulich in einer Dokumentation gesehen, dass der enorme Anstieg von tödlichen Herzinfarkten bei 40- bis 50jährigen Männern in den 1970er Jahren auch eine Folge von Kriegserlebnissen gewesen sein soll. Klar, das waren alles Kettenraucher und der Neuanfang in den Fünfziger Jahren verlangte ihnen viel ab, aber es gibt wohl Forschungen, die tatsächlich auch in Richtung Psyche gehen. Das fand ich sehr interessant, auch mein Vater erlitt 1973 drei Herzinfarkte, überlebte aber glücklicherweise.

    Sie projiziert also ihr Wunschbild in die Realität? So wie Pippi langstrumpf? ^^ "ich mach mir die Welt. .."

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Schmunzeln musste ich, als Nora Christine die ganzen kleinen Fläschchen und Tinkturen von der Dorfhexe zeigt und die Wirkungen erklärt. Man bedenke, heute sind all die Naturheilmittel wieder im kommen.

    Das hat mir auch gefallen. Natürlich kann sowas nicht die neue Medizin ersetzen, aber dennoch glaube ich, dass man kleinere Wehwehchen damit gut abfangen kann. Allerdings sollte man bei Entzündungen (Lunge, Ohr etc.) dann doch zu Antibiotika greifen. (Meine Meinung. ;) )

  • Die Sache mit den Granatsplittern im Arm habe ich genau recherchiert und auch noch einmal mit einem befreundeten Arzt besprochen: Es war wohl nicht so einfach, diese Verwundung zu operieren. Vor allem war es wohl nicht möglich, jeden Splitter zu entfernen. Clemens hatte Glück, dass ihm nicht gleich der Arm abgenommen wurde, das war nämlich damals die gängige Praxis bei derartigen Verwundungen.

    Mein eigener Schwiegervater verlor im Zweiten Weltkrieg ein Bein, als er von Granatsplittern getroffen wurde. Zunächst wurde nur sein Unterschenkel amputiert, aber als es dann zu einer Entzündung kam, wurde ihm auch noch der Rest abgenommen. Und dieses Erlebnis eines damals im November 1944 jungen Mannes war 26 Jahre nach meiner Geschichte, also auch 26 Jahre weiter in der medizinischen Forschung.

    Das ist ja schrecklich, wie gut,dass die Medizin heutzutage so fortgeschritten ist. Mir tut es nur so um Clemens leid, weil er so leidenschaftlich Klavier gespielt hat. Und ich würde ihm gönnen,wenn er das wieder könnte.

  • Schmunzeln musste ich, als Nora Christine die ganzen kleinen Fläschchen und Tinkturen von der Dorfhexe zeigt und die Wirkungen erklärt. Man bedenke, heute sind all die Naturheilmittel wieder im kommen.

    Das hat mir auch gefallen. Natürlich kann sowas nicht die neue Medizin ersetzen, aber dennoch glaube ich, dass man kleinere Wehwehchen damit gut abfangen kann. Allerdings sollte man bei Entzündungen (Lunge, Ohr etc.) dann doch zu Antibiotika greifen. (Meine Meinung. ;) )

    heute definitiv. Damals gab es das halt noch nicht. Der Siegeszug des Penicillin startete erst nach dem 2. Weltkrieg und das erwähnte sulfonamid war nicht so wirksam. Eingekapselte Abszesse erreicht man auch heute fast nicht mit Antibiotika. Wobei ich auf jeden Fall auch ein freund der schulmedizin bin.

    Liebe Grüße


    Nadine


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    (Chin. Weisheit)

  • Schmunzeln musste ich, als Nora Christine die ganzen kleinen Fläschchen und Tinkturen von der Dorfhexe zeigt und die Wirkungen erklärt. Man bedenke, heute sind all die Naturheilmittel wieder im kommen.

    Das hat mir auch gefallen. Natürlich kann sowas nicht die neue Medizin ersetzen, aber dennoch glaube ich, dass man kleinere Wehwehchen damit gut abfangen kann. Allerdings sollte man bei Entzündungen (Lunge, Ohr etc.) dann doch zu Antibiotika greifen. (Meine Meinung. ;) )

    Diese Dorfhexe ist eine interessante Person, sie gefällt mir irgendwie. Ich mag Menschen, die aus dem Raster fallen und sich nicht anpassen oder verbiegen wollen. Außerdem halte ich viel von Kräutermedizin, wenigstens als Ergänzung zur Schulmedizin. Ich habe selbst einen großen Kräutergarten und meine Oma hat früher immer was geerntet, gesammelt, eingekocht, Salben gerührt etc. und uns Kindern hat das auch geholfen. Christine reagiert auf die Tinkturen sehr ablehnend und macht sich lustig über die Frauen, die das herstellen und nutzen - sie ist halt eine typische Arzttochter und ein Kind ihrer Zeit. Allerdings unterschätzt sie dabei die langjährige Erfahrung der Hebamme mit diesen Mitteln und auch die Geschichte der Medizin.

  • Das hat mir auch gefallen. Natürlich kann sowas nicht die neue Medizin ersetzen, aber dennoch glaube ich, dass man kleinere Wehwehchen damit gut abfangen kann. Allerdings sollte man bei Entzündungen (Lunge, Ohr etc.) dann doch zu Antibiotika greifen. (Meine Meinung. ;) )

    Diese Dorfhexe ist eine interessante Person, sie gefällt mir irgendwie. Ich mag Menschen, die aus dem Raster fallen und sich nicht anpassen oder verbiegen wollen. Außerdem halte ich viel von Kräutermedizin, wenigstens als Ergänzung zur Schulmedizin. Ich habe selbst einen großen Kräutergarten und meine Oma hat früher immer was geerntet, gesammelt, eingekocht, Salben gerührt etc. und uns Kindern hat das auch geholfen. Christine reagiert auf die Tinkturen sehr ablehnend und macht sich lustig über die Frauen, die das herstellen und nutzen - sie ist halt eine typische Arzttochter und ein Kind ihrer Zeit. Allerdings unterschätzt sie dabei die langjährige Erfahrung der Hebamme mit diesen Mitteln und auch die Geschichte der Medizin.

    insgesamt wie eine medizinerin 8o die meisten Mediziner lehnen Naturheilverfahren ab. Da tummeln sich halt so viele komische leute

    Liebe Grüße


    Nadine


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    (Chin. Weisheit)

  • Der Siegeszug des Penicillin startete erst nach dem 2. Weltkrieg und das erwähnte sulfonamid war nicht so wirksam. Eingekapselte Abszesse erreicht man auch heute fast nicht mit Antibiotika. Wobei ich auf jeden Fall auch ein freund der schulmedizin bin.

    Ah, danke für die Info. Wieder was gelernt. :)

  • Der Siegeszug des Penicillin startete erst nach dem 2. Weltkrieg und das erwähnte sulfonamid war nicht so wirksam. Eingekapselte Abszesse erreicht man auch heute fast nicht mit Antibiotika. Wobei ich auf jeden Fall auch ein freund der schulmedizin bin.

    Ah, danke für die Info. Wieder was gelernt. :)

    Das mit dem Penicillin hatte ich gerade in die Stimmlosen gelesen. Da es das im ersten Weltkrieg noch nicht gab, wurde ( wenn es richtig in meinem Gedächtnis geblieben ist) auf Opiate für die Kriegsverletzten im ersten Weltkrieg zurück gegriffen. Liege ich da richtig?

  • Ah, danke für die Info. Wieder was gelernt. :)

    Das mit dem Penicillin hatte ich gerade in die Stimmlosen gelesen. Da es das im ersten Weltkrieg noch nicht gab, wurde ( wenn es richtig in meinem Gedächtnis geblieben ist) auf Opiate für die Kriegsverletzten im ersten Weltkrieg zurück gegriffen. Liege ich da richtig?

    Opiate galten ja vor allem zur Schmerzstillung. Und bevor man Garnichts gibt..... Ich glaube, dass Knoblauch und Zwiebel eine gewisse antibakterielle Wirkung hatte( Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen und so) Honig auch, und natürlich Alkohol. Aber eine offene Wunde mit Alkohol auswaschen..:o Wir reden ja nicht von kleinen Kratzern.

    Liebe Grüße


    Nadine


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  • Das ist ja schrecklich, wie gut,dass die Medizin heutzutage so fortgeschritten ist. Mir tut es nur so um Clemens leid, weil er so leidenschaftlich Klavier gespielt hat. Und ich würde ihm gönnen,wenn er das wieder könnte.

    Das würde ich ihm auch gönnen. Auch mir tut er sehr leid.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • kessi69, darf ich mal etwas ganz anderes fragen? Was ist das für ein Hund auf deinem Avatarbild?

    &WCF_AMPERSAND"Sehnsucht nach Sansibar&WCF_AMPERSAND", Goldmann 2012<br />&WCF_AMPERSAND"Die Bucht des blauen Feuers&WCF_AMPERSAND", Goldmann 2012<br />&WCF_AMPERSAND"Das Bild der Erinnerung&WCF_AMPERSAND", Goldmann 2013

  • Medizingeschichte ist ein sehr interessantes Feld. Ich habe bei meiner Recherche zum ersten Mal von "Salvarsan" gehört und dann gelesen, einem Vorläufer der Sulfonamide, den ich ja auch im Roman erwähne. Das ist sehr spannend.

    Das gängigste Mittel damals für so quasi alles war Laudanum, das aus Opium hergestellt wurde, und dann Heroin im Fläschchen. Da Laudanum im Laufe der Jahre wie Brause getrunken wurde, wurde es Anfang der Zwanziger Jahre verschreibungspflichtig.

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  • kessi69, darf ich mal etwas ganz anderes fragen? Was ist das für ein Hund auf deinem Avatarbild?

    Das ist ein magyar Vizsla, (wischla ausgesprochen) ein ungarischer Vorstehhund ( Jagdhund). Die Rasse wird schon seit Jahrhunderten in Ungarn zur Jagd genommen. Unsere Freunde in Ungarn hatten die und dann haben wir uns entschieden bei einer richtigen Züchterin in Ungarn,die bis nach Amerika ihre Hunde verkauft, einen Welpen zu bestellen. Unser Tierarzt hatte uns damals empfohlen, als unsere Bogi 5 Jahre war, sie einmal decken zu lassen . Ansonsten ist die Gefahr für Gebärmutter- Krebs zu groß.

    Wir also mit ihr nach Ungarn ( wo wir sowieso jedes Jahr zwei drei Mal mit ihr waren) und haben sie decken lassen. Das Ergebnis waren 9 Welpen :o, alle bei uns drinnen, da diese Hunde absolute Familienhunde sind und nicht nach draußen gehören. Obwohl wir einen großen Hof haben. Davon haben wir ein Mädchen behalten, unsere Asta, nun auch schon 11 Jahre.

    Unsere Bogi ist letztes Jahr mit 15 Jahren gestorben, für einen großen Rassehund ein schönes Alter.

    Da wir von 9 Welpen damals genug hatten, haben wir unsere Asta nicht decken lassen, und was soll ich sagen? Letztes Jahr, mit 10 Jahren, ist sie schwer an Gebärmutter- Krebs erkrankt. Es war ganz knapp und freuen uns nun sie noch zu haben.

    Eine absolut tolle Rasse, sehr lieb und gelehrig. Ich war auch beim Hundertraining, da bei uns im Wald viel Wild lebt. Da muss ich sie ablegen können, ohne das sie hinter dem Wild herjagt. wir sind nämlich jeden Tag mit ihr im Wald, ein absolutes Muss. Sie wollen gefordert werden, ansonsten langweilen sie sich schnell. Und natürlich kann sie zu jeder Zeit auf den Hof und gespielt wird auch viel.

    Wie du an den Bildern sehen kannst, unser ganzer Stolz. Unser Enkel liebt unsere Asta. Eine Rasse die sehr Kinderlieb ist.


    Unsere Kinder sind ja schon aus dem Haus und irgendwer hat Mal gesagt......das letzte Kind hat Fell:totlach:

    Dateien

    • P6202243.JPG

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    • P2021339.JPG

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    • P2281556.JPG

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    Liebe Grüße Kerstin

  • Das gängigste Mittel damals für so quasi alles war Laudanum, das aus Opium hergestellt wurde, und dann Heroin im Fläschchen. Da Laudanum im Laufe der Jahre wie Brause getrunken wurde, wurde es Anfang der Zwanziger Jahre verschreibungspflichtig.

    Kein Wunder, wenn man es für alles gibt, dass die Leute reihenweise abhängig werden.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

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  • kessi69, das habe ich mir fast gedacht, war mir nur nicht sicher. Ich kenne einige Viszlas und finde, dass das tolle Hunde sind. Für uns kam die Rasse allerdings nicht in Betracht, weil mein Mann in erster (schlechter) Ehe mit einer Ungarin verheiratet war, dem konnte ich keinen ungarischen Jagdhund präsentieren. Stattdessen bereichert nun eine gerade fünf Monate alte Labradorhündin unser Leben. Sie ist auch rötlich, deshalb hatte ich gefragt.

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  • Clemens hatte Glück, dass ihm nicht gleich der Arm abgenommen wurde, das war nämlich damals die gängige Praxis bei derartigen Verwundungen.

    Das habe ich übrigens auch gedacht! In solchen Situationen wurde vermutlich öfter "kurzer Prozess" gemacht, als man es vermutlich hätte tun müssen. Aber in Zeiten absoluten Mangels ist das wohl auch damals kein Wunder gewesen... Zumal zu lange warten ja auch eher absolut kontraproduktiv werden konnte!:o

    Es ist wirklich immens, welche Fortschritte die Wissenschaft in 100 Jahren gemacht hat - wenn ich alleine nur an Prothesen denke. Ich kann mich noch an ältere Männer im Dorf erinnern, die mit abgenähten Hosenbeinen oder Hemdsärmeln herumgelaufen sind. Wenn überhaupt, hatte einer eine Holzhand. Dagegen sind heutige Hilfsmittel regelrechtes Hightech.

    Übrigens hatte mein Vater durch die Bombardierung seines Heimatstädtchens ebenfalls Granatsplitter abbekommen. Ein Wunder, dass er als Baby damals überlebt hat - seine Mutter, die den Kinderwagen zum Luftschutzbunker geschoben hat, ist in dieser Nacht umgekommen. Bei der Erstversorgung damals hat man auch nur die oberflächlichen Splitter entfernt und er hatte auch als Kind immer wieder Probleme. Erst später - als Jugendlicher wurden bei einem Eingriff noch weitere entfernt. Von daher habe ich an Clemens' Geschichte keinen Zweifel gehegt - zumal er als Erwachsener sicherlich auch keine Schwäche zeigen wollte und so alles einfach mit Laudanum gedämpft hat... ein Teufelskreis!

  • Ja, Ariana ist schon reichlich verwirrt von der Situation. Sie hatte dieses Erlebnis mit Lennart und sieht nun den Mann nicht nur tatsächlich verändert wieder, sondern auch so, wie sie ihn eigentlich gerne hätte. Eigentlich wollte sie ja nur reinen Tisch mit ihm machen, aber dann fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Sie ist halt nicht nur auf einem Auge, sondern auf beiden Augen blind. Wer kennt das nicht, wenn man sich verliebt?

    Auf jeden Fall! Zum einen ist ihre große Liebe Gerrit für sie verloren, zum anderen entspricht Lennart nun plötzlich dem Bild eines Mannes, den sie (nicht nur optisch) sehr attraktiv findet. Ich bin mir sicher, dass es mir nicht anders ergehen würde - pure Konfusion im Kopf und im Herzen.... Zumal Ariana ja auch Jahre ihres jungen Lebens damit geopfert hat, andere zu versorgen und sich nicht um sich selbst zu kümmern. Da sehnt sie sich insgeheim vermutlich mehr nach Verliebtheit als sie es sich selbst gegenüber zugeben kann/mag.

    Der Krieg kann einen Menschen schon sehr verändern, sowohl in die eine, wie auch in eine andere Richtung. Ich bin ja nun eine Generation, in der ich noch reichlich Kriegsheimkehrer kennengelernt habe. Diese Männer waren fast alle schwer traumatisiert.

    Manchen war das ja auch deutlichst anzusehen. Und damit meine ich nicht zwangsweise irgendwelche Verwundungen, sondern denke dabei eher zum Beispiel an sogenannte "Kriegszitterer". Heute fast man dies unter PTBS zusammen und nimmt es deutlich ernster. Damals haben nicht wenige Soldaten und Zivilisten gedacht, dass die Männer verrückt sind - oder aber man hat sich schon halb für schauspielernde Deserteure gehalten... Ganz schön traurig, oder?

    Wenn Menschen also dermaßen seelisch erschüttert werden können, ist eine positiv Wandlung doch mehr als glaubhaft! Zumindest finde ich es überaus plausibel, dass Lennart sich bei solch unmenschlichen Erlebnissen (auch unterbewusst) entschieden hat, dass er nicht mehr so ein oberflächlicher, egozentrischer Hallodri sein möchte.

  • Schmunzeln musste ich, als Nora Christine die ganzen kleinen Fläschchen und Tinkturen von der Dorfhexe zeigt und die Wirkungen erklärt. Man bedenke, heute sind all die Naturheilmittel wieder im kommen.

    Das hat mir auch gefallen. Natürlich kann sowas nicht die neue Medizin ersetzen, aber dennoch glaube ich, dass man kleinere Wehwehchen damit gut abfangen kann. Allerdings sollte man bei Entzündungen (Lunge, Ohr etc.) dann doch zu Antibiotika greifen. (Meine Meinung. ;) )

    Da bin ich komplett bei Euch. Andererseits gab es Penicillin zu diesem Zeitpunkt zwar schon, aber so richtig entdeckt wurde es erst einige Jahre später... Daher kann ich schon nachvollziehen, dass die Menschen damals noch deutlich näher an irgendwelchen pflanzlichen Wirkstoffen waren. Aber ja, Christine Limbach und ihre Überzeugung bezüglich der Schulmedizin hat mir gefallen. Und ihre Reaktion gegenüber Nora hat mir sogar imponiert!


    Während ich so darüber nachdenke, muss ich gestehen, dass keine der Frauenfiguren zu 100% sympathisch finde. Christine ist patent und smart, aber ihr Aktionismus bezüglich Lennart ist mir ein wenig zu viel. Damit meine ich nicht, dass ich ihn unglaubwürdig finde, nur, dass sie da für mich ein wenig über das Zeil hinausgeschossen ist. Ariana ist ebenfalls clever und ihr selbstloses Engagement bezüglich der verwundeten Soldaten hat mir sehr gefallen. Im Gegensatz dazu finde ich ihre Gewissensbisse anfangs und das anschließende Hin-und-Her gegenüber Lennart nun ein bisschen anstrengend. Außerdem irritiert mich die Animosität von Finja ihr gegenüber ein wenig.

    Finja ist noch ein wenig grün hinter den Ohren, aber ich mag ihren Einsatz auf der Domäne. Sie wäre die perfekte Erbin! Bei ihr finde ich schade, dass sie sich mitunter doch verunsichern lässt und dann zur Zickigkeit neigt... Aber wen wundert es - bei der lieblosen Erziehung und der Missachtung ihrer Bedürfnisse und Wünsche! Ich hoffe wirklich, dass sie ihren Weg macht!

    Tja, über Käthe und Caroline müssen wir gar nicht erst sprechen.:(